UNSERE TAGESKOMMENTARE aus http//:www.der-neue-merker.eu /Startseite. Ohne Fotos
SONNTAG, 3. JULI 2011
Sehr geteilte Aufnahme beim Publikum: Hermann Nitschs Inszenierung von Messiaens "Saint Francoise d'Assise" in München. Foto: Hösl
Auszug aus der "Sueddeutschen Zeitung": Mit einer Aufführungsdauer von über vier Stunden stellt Olivier Messiaens Oper «Saint François d'Assise» auch Liebhaber der zeitgenössischen Musik vor eine Herausforderung. Einige Zuschauer blieben bei der Festspielpremiere der Bayerischen Staatsoper am Freitag in München auch nicht bis zum Schluss. Dabei lag die mit Spannung erwartete szenische Konzeption ebenso wie Gestaltung, Bühne und Kostüme in den Händen des österreichischen Skandal-Künstlers Hermann Nitsch.
Paul Gay in der Titelrolle. Foto: Hösl
Es sollte der Höhepunkt der Münchner Opernfestspiele werden, und es wurde ein typischer Nitsch, dessen erste Opernarbeit in Deutschland wenig Neues bot. Anstelle einer Inszenierung integrierte er Messiaens Oper in das von ihm selbst erfundene «Orgien-Mysterien-Theater». In ästhetische, kirchenartige Tableaus projizierte er Aufnahmen von Farbskalen, mathematische Formeln - oder Vögel. Großartig die kaleidoskopartigen Farbkompositionen, die sich auch in den bunt-gestreiften Kostümen wiederfinden und die Wirkung von Messiaens Musik unterstützen.
Das 1983 in Paris uraufgeführte Stück schildert in acht Bildern die Geschichte des Heiligen Franz von Assisi, seinen Weg durch Angst und Finsternis hin zur Erleuchtung und Erfahrung der Existenz Gottes. Für ein Raunen im Saal sorgte die mehrmalige Kreuzigung eines mit Blut überschütteten nackten Mannes. Weitere Aufnahmen zeigen in Gedärmen wühlende Menschen - Filmausschnitte von Hermann Nitschs umstrittenen Aktionen in Österreich. Die von Nitsch gewünschte Intensität will sich aber nicht so recht einstellen, das Bühnengeschehen läuft oft parallel und integriert die Sänger nicht.
"Die Presse" schreibt: Hermann Nitsch hat wieder einmal ein Opernhaus für seine Ausstattungsshow genutzt. Wien hat ja seinerzeit den Anfang gemacht, als es um „Hérodiade“ von Jules Massenet ging. Damals staunten sämtliche Beobachter – inklusive Operndirektor und wohl auch Nitsch selbst – über den einhelligen Jubel des Publikums, das sich von Schüttbildern längst nicht mehr aus der Fassung bringen lässt.
Die Münchner haben nicht im Kollektiv gejubelt!
Dass Nitsch ein großartiger Farbenkompositeur ist, steht außer Frage. Dass der Dramaturg bei einer Nitsch-"Regie" die Hauptarbeit zu leisten hat, wohl auch. War nun Ioan Holenders seinerzeitige Entscheidung, Hermann Nitsch doch nicht den Wiener "Parsifal" anzuvertrauen, die richtige?
Ioan Holender mischt Reichenau kräftig auf
Ioan Holender probt in Reichenau den Faninal im „Rosenkavalier“. Im übrigen kommuniziert er nicht viel mit seinen Kollegen, ist aber unüberhörbar – weil er dauernd am Handy hängt und lautstark offenbar Sängerengagements vermittelt. Das mediale Interesse an seiner Person ist überbordend, Fernsehteams reisen seinetwegen an, „Servus“-TV hat ihn einen ganzen Tag lang bei seiner Schauspielertätigkeit begleitet. Der „Rosenkavalier“ hat am 7. Juli in Reichenau Premiere, wir werden darüber berichten. Servus TV sendet am 7.Juli 2011 um 22,30 kulTOUR mit Holender unter dem Titel „Die Festspiele Reichenau“
Renate Wagner hart diese Infos wohl ziemlich exclusiv empfangen!
In diesem Zusammenhang fällt mir eine Anekdote aus meinem eigenen Leben ein. Vor einigen Jahren bot mir eine mit mir befreundete Prizipalin eines Tourneetheaters die Rolle des Kagler in der Operette "Wiener Blut" an, im Grunde genommen eine Sprechrolle, die Wiener Dialekt erfordert. Obwohl ich kein Schauspieler bin, war ich unter der Bedingung einverstanden, diese Rolle natürlich mit Zweitbesetzung und unter Verzicht auf jegliche Gage nur des Spaßes wegen zu spielen. Dann sprach ich mit einer weiteren Freundin darüber. Die meinte: "Hast Du das nötig, so einem "armen Teufel", der auf die Gage angewiesen ist, diese aus Jux und Tollerei wegzunehmen?"
Diese Frage habe ich mir dann auch gestellt - und auf den Kagler verzichtet!
Dass Ioan Holender ein begnadeter Schauspieler ist, kann ich nach seinem Auftritt in "Pünktchen und Anton nicht unterschreiben. Ioan Holender spielt aber mit Sicherheit nicht ohne Gage! Aber er spielt! Nicht nur das unterscheidet ihn von mir.
Dominique Meyer und Franz Welser-Möst wollen sich ihre Lebensplanung nicht von einer Frau Minister aus der Hand nehmen lassen!
Mich hat sehr gewundert, dass die österreichische Unterrichts- und Kunstministerin Dr. Claudia Schmied die Verlängerung der Verträge mit Wiens Staatsoperndirektor Dominique Meyer und seinem Co. Franz Welser-Möst bereits viele Monate vor Eintritt der Fälligkeit verkündet hat! Nun bekundet der Staatsoperndirektor, dass auch er sich gewundert hat. "Wir sind keine Spielzeuge der Politik" meint er völlig richtig und behält sich vor, über sein Leben selbst zu entscheiden (siehe "Kurier"). Eine derartige Ankündigung kann man doch nicht treffen, ohne mit den Beteiligten vorher darüber gesprochen zu haben. Ich bin zwar überzeugt, dass Monsieur Meyer - sollte nichts Unvorhergesehenes passieren - den Vertrag zu gegebener Zeit unterfertigen wird (bei Franz Welser-Möst bin ich da nicht so sicher), aber die recht selbstherrliche Vorgangsweise der Frau Minister ist ein weiterer Fauxpas in einer Reihe von vielen!
Die Wiener Kammeroper führt heute (ab 12 h) im repräsentativen Rahmen des Festsaalesl des Wiener Rathauses die Finalrunde des Hans-Gabor Belvedere-Gesangswettbewerbes durch (Preisträgerkonzert am 8.7. in Baden). Das ist ohne Zweifel ein Entgegenkommen der Stadt Wien und damit der Steuerzahler. Dennoch richtet die Kammeroper in einem offenen Brief an Frau Minister Schmied (die in diesem Fall nicht die Stadt Wien vertritt) und den Wiener Kulturstadtrat Dr. Mailath-Pokorny einen Aufruf betreffs höherer Förderungen.
Soweit mir bekannt ist, hat lediglich der Bund Förderungen für die Wiener Kammeroper gekürzt. Die Begründung wurde an dieser Stelle schon genannt und wird von mir nicht weiter kommentiert. Aber der Eigendeckungsgrad und die Förderung müssen schon in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen.
Dazu passt eine Info über das "Theaterfest Niederösterreich". Ich zitiere die "Wiener Zeitung":
Rund um Wien (über)leben schließlich diverse Festivals ohne die Gemeinde als Veranstalter. Und das Land Niederösterreich schüttet seine Subventionen ja auch über den Kleinstadt-Events aus. Zwar entsprechen diese Summen beim Gros nur 10 bis 20 Prozent des Budgets. Dafür bieten die mehrjährigen Verträge Planungssicherheit.
Ob sich Niederösterreich - wie der Bund bei manchem Wiener Veranstalter - langfristig als Fördergeber zurückziehen könnte? "Dafür gibt es nirgends Anzeichen", dementiert die Kulturabteilung. Eine Vergrößerung der ohnehin großen Szene scheint aber nicht unbedingt erwünscht: "Fakt ist: Wir haben jetzt eine ganz gute Dichte."
Kevin Spacey spielt "Richard III" am Londoner "Old Vic": Wenn Oscarpreisträger Sam Mendes am Old Vic in London Shakespeare inszeniert und Hausherr
Kevin Spacey die Hauptrolle übernimmt, ist das Medieninteresse gross. Die Hochkaräter lösten ein,
was die Spannung im Vorfeld versprach
Mehr Info
Renate Wagner ist Schnitzler-Expertin und Autorin zahlreicher Bücher über dieses Thema. Gestern besuchte sie in Reichenau "Fräulein Else" und gelangt zu folgendem Schluss: Kurz, wer „Fräulein Else“ heute angeht, muss es anders tun – so es überhaupt sinnvoll ist, die Meisternovelle aus der Phantasie des Lesers zu lösen und grob zu versinnlichen. Gewiss, Schnitzler selbst hat das auch erwogen, aber er tat es, weil die „Kindfrau“ Elisabeth Bergner ihn ihrerseits entzückte und er in ihr eine Idealbesetzung der Figur sah. Ohne Idealbesetzung wird das Unternehmen, das es in Wien schon zahllose Male gegeben hat, wesentlich schwieriger – wie man auch in Reichenau sieht
Fabio Lusi in der Warteschleife
Was haben Prinz Charles und Fabio Luisi gemeinsam?
Sie müssen beide geduldig warten, bis sie ihre Vorgänger beerben können. Im "Kurier"-Interview erzählt Peter Gelb, dass er in Wien ist, um an Franz Welser-Möst ein gemeinsames Projekt heranzutragen und dass er eine Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper anleiert. Weiters bestätigt er, dass das Bühnenbild des neuen New Yorker "Ringes" das wohl teuerste der "Ring-Geschichte" ist, da die Maschinerie aber für alle vier Ring-Teile benützt wird, rechnet sich diese Investition hervorragend. Und Fabio Luisi? Dieser ist zwar als Nachfolger von James Levine der klare Favorit, aber den Zeitpunkt der Übergabe bestimmt wohl die Gesundheit des New Yorker Maestros. Solange also James Levine noch irgendwie, wenn es sein muss, dann kriechend, an ein Dirigentenpult gelangen kann, hat Luisi zu warten! Wissen Sie nun, was Luisi mit Prinz Charles verbindet??
Zustände in Mörbisch oder die Läuterung des Herrn Langenfass:
Ein "schreckliches Duo"? Harald Serafin mit Sohn Daniel
Der "geläuterte" Rolf Langenfass schüttet dem Kurier gegenüber sein Herz aus: Szenen von den Seefestspielen Mörbisch: Für Intendant "Wunderbar" Harald Serafin ist "Der Zigeunerbaron" (14. Juli bis 28. August) nur eines: lustig. Und sonst gar nichts. Basta.
Für Regisseurin Brigitte Fassbaender ist die Johann-Strauss-Operette ein Antikriegsstück. Sie geht "mit liebevoller Ironie und mit Humor" an die Sache: "Aber ich glaube nicht, dass eine Operette für ein politisches Statement gedacht ist."
"Die Frau Kammersängerin erwartet, dass man ihre Regie-Arbeit realisiert und ist nicht gewöhnt, dass der Intendant daherkommt und sagt: Aber ich bin der Oberclown", so Rolf Langenfass im KURIER-Gespräch.
"Und dass Serafin primär um seine Witze kämpft und um den Auftritt seines Sohnes Daniel als Graf Homonay. Wir - Fassbaender und ich - dachten, wir sind zwei Sancho Pansa".
Warum sich da aber der Bühnenbildner aufregt und nicht die Regisseurin, verstehe ich nicht so ganz. Frau Fassbaender ist doch nicht irgendwer! Wenn Sie zu Serafin sagen würde "Mach Dir Deinen Krempel alleine", dann hätte das Signalwirkung! Ich gehe davon aus, dass Rolf Langenfass mit dem, was er da anspricht, nicht viel zu tun hat. Er will einen "Zigeunerbaron mit "Oberwart-Bezug" (da gab es einen Anschlag auf Sinti und Roma) und eine Benefizvorstellung für diese Personengruppe. Und er fürchtet sich vor einem Kanzler Strache. Womit er sicher nicht allein dasteht!
Und er wird weiter hoch politisch: Und was sagen die Österreicher? Lasst das Gesindel draußen. Und Europa macht die Grenzen zu, falls sich ein Tunesier aus Versehen in der Landkarte geirrt hat. Das hat mich krank gemacht."
Jean Ziegler sagte schon vor Jahren, dass die politischen und wirtschaftlichen Zustände nur in einer Revolution enden können, weil die Menschen keine andere Antwort mehr finden.
Soweit Herr Langenfass! In Mörbisch ist in zwei Jahren eine neue Intendanz am Werk, der kann Langenfass dann das erklären. Dass diese neue Intendanz aber an den Zahlen der Intendanz Serafin gemessen wird, scheint auch klar. Entscheidend im Theater ist die Meinung des Publikums, denn für dieses wird Theater gemacht! Und was die Politik angeht, darf Herr Langenfass auf die Demokratie vertrauen! Ihr - und nur ihr - haben wir uns verpflichtet!
Der Jäger und seine dritte Frau: Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway erschoss sich gestern vor 50 Jahren. Bild: dpa
Die Presseschau bietet zwei weitere Erinnerungen an Ernest Hemingway.
Das ist eine der berühmtesten Kuss-Szenen der Filmgeschichte: Huphrey Bogart und Ingrid Bergmann in "Casablaca"
Weitere Kuss-Szenen, die Filmgeschichte machten, bieten wir in im Rahmen einer Bilderstrecke in der "Presseschau"
Ich wünsche einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 4. JULI 2011
Die große Siegerin beim "Hans Gabor Belvedere-Gesangswettbewerb": Rachel Willis Sörensen, Sopranistin aus den USA
Eine 27-jährige Sopranistin aus den USA hat beim "30. Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb", dessen Finale am Sonntag im Wiener Rathaus stattfand, den ersten Preis sowohl in der Kategorie Oper als auch Operette gewonnen. Rachel Willis-Sörensen überzeugte mit "Dich, teure Halle" aus Richard Wagners Tannhäuser sowie mit "Klänge der Heimat" aus der "Fledermaus" von Johann Strauß.
Der Kammeroper-Publikumspreis ging an die 26-jährige Russin Ekaterina Bakanova. Den zweiten und dritten Platz erreichten im Opernfach der südkoreanische Tenor Sehoon Moon und die türkische Sopranistin Simge Buyukedes, die auch den Preis der internationalen Medienjury erhielt. Der erste Preis in der Kategorie Oper ist mit 3.500 Euro dotiert, in der Kategorie Operette mit 2.000 Euro. Vom Wettbewerb haben wir natürlich noch kein You tube-Video anzubieten, ich kann "nur" mit Mozart dienen:
You tube-Video mit Mozarts "Porgi, amor"
Das Hauptereignis des Wochenendes war natürlich "Saint Francoise d'Assise" in der Inszenierung des genialen Farbenkomponisten Hermann Nitsch an der Bayerischen Staatsoper. Wer sich an Farben erfreuen kann, lag in München richtig - aber gar so viele waren das nicht, denn Hermann Nitsch musste ein kräftiges Buh-Konzert einstecken.
Messiaen an der Bayerischen Staatsoper: Foto: Wilfried Hösl
Die Reaktionen der Kritiker sind ziemlich einhellig - mit einem Ausreißer nach oben: Die "Frankfurter Allgemeine" zeigt sich hellauf begeistert und weiß nun, wozu die Bayerische Staatsoper ihre Subventionen bekommt: Insgesamt wandert man von Blutrot über die weiße, immer dichter mit Blutbahnen überzogene Riesenleinwand zum Sonnengelb, bis zum schockierenden, wahrhaft blendend weißen Lichtwunder der das Publikum blendenden Scheinwerfer. Insgesamt entsprach die Deutungsvielfalt der Nitsch-Konzeption Messiaens Vielschichtigkeit, gerade weil es, gottseidank, noch keine irgend verbindliche Aufführungstradition gibt und er die Blut- und Schmerz-Dimension des Stoffes unmittelbar ernst nimmt.
Überdies war es nicht zuletzt eine musikalisch grandiose Aufführung. Kent Nagano, seit bald dreißig Jahren mit Messiaen und dessen opus summum vertraut, leitete sie mit souveräner Umsicht, und zumal die Holzbläser mit ihren Marathon-Sprints in der Vogelpredigt verdienen höchstes Lob. Natürlich hört man das Werk von Mal zu Mal anders, doch der Eindruck des Sperrig-Überkomplexen tritt mehr und mehr zurück zugunsten oft geradezu betörend sinnlicher Schönheit. Wie weit manche Rundung der Interpretation oder der gestiegenen Einübung entspricht, ist schwer auszumachen. In manchen Mischungen des Repetitiven und Irregulären lassen sich immer mehr Anklänge übrigens an Janacek entdecken.
Die auf Münchner Ereignisse spezialisierte Website www.kultur-vollzug.de sieht das etwas anders: Aufregung war fehl am Platz, das heftige Buh am Ende dagegen berechtigt. Denn wie Hermann Nitsch zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele Oliver Messiaens „Saint Francois d'Assise“ in Szene setzte, provozierte nicht, sondern bewies lediglich, dass sich der mittlerweile 72jährige Wiener Aktionskünstler kräftig verhoben hatte. Das strikt antitheatralische Konzept, das Messiaen seinem Werk zugrunde legt, garnierte Nitsch mit den üblichen Blut-Ritualen im Stile seines „Orgien-Mysterientheaters“.
Doch diese schockieren längst nicht mehr. Was viel mehr irritierte, war die Chuzpe, mit der Nitsch in seinen eigenen Archiven stöberte. Ein Nackter am Kreuz mag im ersten Bild der Oper einen Sinn ergeben, in dem Franziskus ausführlich erläutert, dass man um der Liebe Christi willen auch Leid ertragen muss. Doch wenn sich im Verlaufe der vier langen Stunden immer wieder ein Statist entblößen muss und Tomaten zu Matsch treten darf, ist das auf Dauer nur noch langweilig.
Da Hermann Nitsch seit Jahrzehnten seinen Ritualen treu bleibt, nehme ich an, dass es in München so läuftwie seinerzeit in Wien bei der "Herodiade". In der Schluss-Szene wurde in jeder Vorstellung ein riesiges Schüttbild gefertigt, dieses dann in handliche Kleinformate zerteilt und die Einzelstücke nicht zu billig an Kunstfreunde verkauft. Clever!! Geschieht das in München auch so??
Nach Stuttgart: Wer den antiken Medea-Mythos nicht kannte, hatte es am Samstagabend schwer, als an der Staatsoper Stuttgart die Uraufführung der Oper «Fremd» des jungen Komponisten Hans Thomalla gespielt wurde.
Das Werk des 35-jährigen Professors für Komposition an der Northwestern University in Chicago macht nämlich die einengende Handlung zumeist schwer nachvollziehbar. Der Raubzug der Argonauten nach dem Goldenen Vlies, die Liebesbeziehung ihres Anführers Jason (Stephan Storck) mit der barbarischen Zauberin Medea (Annette Seiltgen) sowie deren anschließende Tötung der gemeinsamen Kinder im griechischen Korinth wurde dabei auf die Gegenwart projiziert - besonders auch auf die immer noch existenten kulturell-religiösen Brüche zwischen Okzident und Orient. Am Ende erstickt sich Jason mit dem für das Leben im Morgenland abgelegten Kopftuch der Medea.
Die gesamte Rezension lesen Sie in der "Berliner Zeitung".
Am Münchner Gärtnerplatztheater wird Telemanns "Der geduldige Sokrates" gespielt. Auch darüber berichtet www.kultur-vollzug.de : Mit der für jeden Mann verpflichtenden Doppelehe suchten die Athener dem Männermangel in ihrem Stadtstaat abzuhelfen. Und man darf annehmen, dass er sich im Verlauf der Ehe erst richtig zum Philosophen entwickelt, im Vermitteln zwischen den zerstrittenen Damen und im Ertragen des Zanks zwischen Xantippe (Heike Susanne Daum) und Amitta (Thérèse Wincent). Einige junge Männer der Athener Aristokratie sehen die Doppelehe hingegen mit Vorteilen verbunden: So muss man sich erst gar nicht zwischen zwei Angebeteten unterscheiden, ja, man darf es gar nicht.
Es braucht schon einen Philosophen, um zu erkennen, dass man sich mit derlei Unentschiedenheit keinen Gefallen tut: "Ein Mann, der sich zwei Frauen angetraut, hat seinen Kerker selbst gebaut", singt Sokrates (Stefan Sevenich). Seine Schüler machen es ihm auch nicht leichter, diese Trunkenbolde und Faulpelze, die, ergänzt durch die komische Gestalt des Pitho (Mauro Peter), dem derben Geschmack des Hamburger Uraufführungspublikums gefallen haben dürften. Auf die frühe Entstehungszeit weist auch der Umstand hin, dass die Arien überwiegens auf Italienisch gesungen werden - ihr Text ist einfach dem italienischen Vorbild entnommen.
Die Schweizer Mariann-Steegmann-Stiftung hat dem Richard-Wagner-Museum 54 Briefe der Hitler-Anhängerin Winifred Wagner an eine Jugendfreundin namens Helene Roesener geschenkt. Die Schriftstücke der Schwiegertochter des Komponisten Richard Wagner enthalten zwar keine historischen Neuigkeiten. Die Schenkung solle aber einen Beitrag zur Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit der Festspiele leisten. Nach Angaben von Roesener-Enkelin Gisela Graf stammen nur wenige der Briefe aus der Zeit des Nationalsozialismus, als Winifred Wagner die Festspiele leitete. Die Schriftstücke seien Ausdruck der Lebhaftigkeit und Dynamik, der Tatkraft und des Humors von Winifred Wagner, sagte Graf. Den Großteil von vermutlich mehreren zehntausend Briefen habe Winifred Wagner ein Jahr vor ihrem Tod persönlich mit dem Auto bei Graf im südhessischen Balkhausen abgeholt
Winifred Wagner, Hitler und Wolfgang Wagner.
Die Fakten sind klar: Die Stiftung kaufte diese Briefe der Enkelin einer Freundin von Winifred ab - und schenkte die Briefe Bayreuth zur Aufarbeitung. Das ist seitens der Stiftung vollkommen in Ordnung. Nicht in Ordnung ist, was die Familie der Briefempfängerin gemacht hat. Winifred Wagner holte nämlich ein Jahr vor ihrem Tod die Briefe selbst ab, um sie vor der Publikmachung zu bewahren. Immerhin haben wir ein Briefgeheimnis. Die Familie behielt aber diese 54 Briefe zurück, um sie später zu verkaufen. Und besagte kassierende Enkelin ließ sich dann noch bei der Briefübergabe feiern! Ich denke mir mein Teil und kommentiere es nicht. Ich hätte anders gehandelt! Lesen Sie Details im "Nordbayerischen Kurier".
Die Petition zur finanziellen Erhaltung der Wiener Kammeroper können Sie immer noch unterschreiben. Wir haben den Link vor einigen Tagen in unsere Aktuelle Seite gestellt, heute finden Sie ihn noch im Pressebericht über die finanziellen Probleme im Theater der Kurstadt Baden. Dort hat man einen Trick angewendet, der die Steuerzahler interessieren sollte. Früher waren die Orchestermitglieder 12 Monate pro Jahr fix angemeldet. Nun hat man alle gekündigt, um ihnen neue Verträge für jeweils zehn Monate anzubieten. Die verbleibenden zwei Monate gehen die Musiker in die "Arbeitslose" - und es bezahlt... "eh schon wissen"!
Wenn das eine kleine Firma so handhabt, gibt es einen Sturm der Entrüstung. Aber bei einer Stadtverwaltung ist das legitim!
Ioan Holender mischt Reichenau kräftig auf
Ioan Holender probt in Reichenau den Faninal im „Rosenkavalier“. Im übrigen kommuniziert er nicht viel mit seinen Kollegen, ist aber unüberhörbar – weil er dauernd am Handy hängt und lautstark offenbar Sängerengagements vermittelt. Das mediale Interesse an seiner Person ist überbordend, Fernsehteams reisen seinetwegen an, „Servus“-TV hat ihn einen ganzen Tag lang bei seiner Schauspielertätigkeit begleitet. Der „Rosenkavalier“ hat am 7. Juli in Reichenau Premiere, wir werden darüber berichten. Servus TV sendet am 7.Juli 2011 um 22,30 kulTOUR mit Holender unter dem Titel „Die Festspiele Reichenau“
Renate Wagner hart diese Infos wohl ziemlich exclusiv empfangen!
Der Venezolaner Diego Matheuz wird "Erster Dirigent des Teatro La Fenice Venezia"
Ein Wiener Gericht hat nun die Beschlagnahme zweier Kunstwerke aus tschechischen Besitz durch eine Schweizer Firma, bei der Tschechien angeblich in der Kreide steht, aufgehoben. Dieses Urteil ist aber nicht rechtskräftig. Tschechien beordert vorsichtshalber alle außerhalb seines Landes befindlichen Kunstgegenstände zurück! Mir wäre das peinlich, einem Staat aber offenbar nicht!
Zweimal Hochzeitsküsse zum Wochenende. Links Kate Moss, rechts das monegassische Fürstenpaar.
Ein Quotenhit war die Fürstenhochzeit nicht, denn der Termin war schlecht gewählt. Wie kann man heiraten, wenn am selben Tag Wladimir Klitschko um die Weltmeisterschaft boxt??
Dieser Kampf lockte zu mitternächtlicher Stunde allein in Deutschland 15,5 Millionen Menschen vor die TV-Geräte. Jetzt rechnen Sie einmal diese 15 Millionen in Jahrzehnte um, in denen zum Beispiel die Wiener Staatsoper Vorstellungen abliefern muss. Ich weiß, dieser Vergleich ist unfair! Aber die TV-Zahlen sind schon vergleichbar! Da rechnen wir allerdings in Lichtjahren!!!
Eine schöne Woche sei Ihnen gewünscht!
A.C.
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DIENSTAG, 5. JULI 2011
Der Venezolaner Diego Matheuz wird "Erster Dirigent des Teatro La Fenice Venezia"
Die Pultstars werden immer jünger. Das traditionsreiche Teatro La Fenice in Venedig verpflichtete nun den erst 27jährigen Venezolaner Diego Matheuz als "Ersten Dirigenten". Der junge Mann ist schwarz gelockt (nicht wie der "Uru" Erwin Schrott, der neuerdings erblondet ist - doch davon weiter unten), sieht gut aus und ist somit Venedigs Antwort auf Gustavo Dudamel.
Im Vergleich zu Diego Matheuz ist Franz Welser-Möst mit seinen 50 bereits ein älterer Herr. Im Gespräch mit der "Presse" zieht er eine kurze Bilanz über die abgelaufene Saison aus seiner Sicht: Die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Direktor funktioniert nach Einschätzung Welser-Mösts mittlerweile jedenfalls gut. „Man hat“, sagt der GMD, „die Möglichkeit, ein 5000-seitiges Vertragswerk zu unterzeichnen, in dem jede Kleinigkeit festgelegt ist – dann ist aber eigentlich die Rechtsabteilung die Direktion. Oder man vertraut einander; was ja nicht heißen muss, dass man in jeder Beziehung einer Meinung ist. Ich habe schon im Februar einmal gesagt, dass das ein Prozess ist – ein Sichfinden im Werden. Vieles geht mittlerweile sozusagen zwischen Tür und Angel. Man muss nicht lange diskutieren.“
Zu den gemeinsamen Aufgaben gehört, so Welser-Möst, „die konsequente Weiterentwicklung des Sängerensembles“. Er genieße es, die künstlerische Entwicklung der Ensemblemitglieder zu verfolgen: „Es freut einen, wenn man sieht, wie sich der eine oder andere, der in kleinen Partien auftritt, langsam für größere Aufgaben empfiehlt. Oder wie eine Sängerin vom Format der Stephanie Houtzeel an ihren Aufgaben wächst, wie sie mehr und mehr an Format gewinnt. Das berühmte ,Wird kommen über Nacht“ gibt's ja in der Oper nicht. Nur als Zitat aus dem Rosenkavalier. Oper, das ist ein Langzeitprojekt. In Wahrheit wird man nie fertig damit. Wenn jemand sagt, es läuft eh, dann ist der auf dem falschen Dampfer.
Apropos Dampfer. Vergangenen Freitag soll die Staatsoper das erfolgreiche Ende der ersten Saison der neuen Direktion auf einem Donauschiff gefeiert haben. Interessant zu wissen wäre, ob Vorgänger Holender auch solche Ausflüge inszeniert und - zwar auf Regimentsunkosten - finanziert hat!
Fast 100 % Auslastung sind natürlich ein Erfolg, wenngleich die Wiener Staatsoper schon eine Art Selbstläufer ist. Das muss im Jubel auch einmal gesagt werden, selbst auf die Gefahr hin, dass ich dann nie und nimmer der "Darling" der Direktion werde. Aber das halte ich aus. In Frankfurt jubelt man über 85 % Auslastung (siehe Presseschau), in Wien müsste ein Direktor mit dieser Bilanz ziemlich unverzüglich seinen Hut nehmen. Was müsste ein Direktor in Wien alles anstellen, um auf 85 % abzusacken?? Ich meine, das wäre schlichtweg unmöglich!
Vergleich Wien / Frankfurt. "Alles im Leben ist relativ" - so lautet einer meiner Lieblingssätze!
"Lohengrin" in Savonlinna. Der Schwan wird abgefackelt
Man könnte zum Beispiel versuchen, einen "faschistischen Lohengrin" auf die Bühne zu stellen - wie zum Beispiel in Savonlinna. Regisseur ist Roman Hovenbitzer. Und der hat Probleme mit der Titelfigur, wie sie heute üblich sind, von denen wir vor 20 Jahren noch nichts spürten, wenn ich an Domingo in Wien denke, der natürlich eine Lichtfigur darstellte. Aber der "Lohengrin" ist eine "Führerfigur" - und da liegt das Problem, wie die "Wiener Zeitung" schreibt: Als dann der Schwan an der vom Komponisten vorgesehenen Stelle der Handlung erscheint, ist dafür von Lohengrin nichts zu sehen. Vier Soldaten tragen den Zwei-Meter-Schwan, auf dem zur Verdeutlichung "Schwan" geschrieben steht, auf die Bühne. Einige Zeit darauf tritt auch Lohengrin (US-Tenor Richard Crawley) auf, mit dem es der aus Düsseldorf gebürtige Regisseur gar nicht gut meint. Statt eines strahlenden Helden mimt Crawley den manipulativen Volksverführer, der zunächst mit der Gestik eines Hanussen alle zu hypnotisieren trachtet und dann bedingungslose Gefolgschaft verlangt. Als Symbol des lohengrin’schen Totalitarismus dient ein stilisierter Schwan in Form des Buchstabens "L". Dazu passt das Bühnenbild, eine Freitreppenkonstruktion samt haushohem Kruzifix, alles in Diktaturgrau.
Kurzum, "Lohengrin legt sich selbst die Flügel an (siehe Foto) und fackelt den Schwan, den er nun nicht mehr braucht, ab!
In Savonlinna wird heuer noch "Don Giovanni" und "Tosca" gespielt!
Annette Seiltgen. Foto: Staatsoper Stuttgart
In Stuttgart wurde Hans Thomallas "Fremd" gespielt, ein Auftragswerk, das den Zeitgeist trifft. Das Haus war bestenfalls halbvoll!
Für diesmal heißt der Komponist und Librettist Hans Thomalla und die Oper "Fremd". Sie beruft sich auf den antiken Apollonios von Rhodos, ist ein Auftragswerk der Stuttgarter Staatsoper und wurde dort – vor halbvollem Haus – zum Abschluss der Amtszeit des glücklosen Opernintendanten Albrecht Puhlmann auch uraufgeführt. Thomalla ist Bonner des Jahrgangs 1975, wird immer häufiger gespielt und wirkt seit 2007 als Kompositionsprofessor in Chicago. Das ganz Spezielle an "Fremd": Das Werk führt auf seiner Besetzungsliste ausdrücklich "8 Altistinnen, 12 Tenöre und 17 Bässe des Staatsopernchors" und ist dem famosen Ensemble und seinem Leiter Michael Alber zum Teil gewidmet – fürwahr, ein seltener Fall. Weite Strecken des neuen Werks basieren denn nun auch auf dem eminenten Können der Choristen.
Lesen Sie mehr darüber sowohl in der Badischen Zeitung", wie auch in der "NZZ".
In Wien wurde der 30. Belvedere-Gesangswettbewerb durchgeführt. Überschattet war das Ereignis durch die natürlich zum anscheinend günstigen Moment transportierten Existenzängste der Wiener Kammeroper, deren Gründer Hans Gabor auch den nun weltweit bekannten Bewerb ins Leben gerufen hat. Mittlerweile gibt es aber Gesangswettbewerbe wie Sand am Meer, man kann fast schon von einer inflationären Entwicklung sprechen. Der "Online-Merker" war durch Peter Skorepa vertreten und dieser macht sich auch Gedanken um Richtung und Zielsetzung dieses Bewerbes: Wie schon in früheren Bewerben, konnte man auch diesmal feststellen, dass Sängerinnen und Sänger mit schon entsprechender Routine in Gesang und Auftreten, erworben durch eine Reihe von Engagement in Häusern auch schon der ersten Kategorie, einen bedeutenden Startvorteil haben. Damit liest sich die Ankündigung von der “Förderung in Österreich Studierender” als “besonderes Anliegen” oder etwa die spezielle Förderung österreichischer Sängerinnen und Sänger”, wie es so schön im Folder heißt, schon etwas anders. Gerade der speziellen Unterstützung der Anfänger wäre die Auslobung in einer eigenen Gruppe förderlicher als diese inzwischen tatsächlich schon zur “Wallstreet der Kehle” mutierte Veranstaltung.
Und das ist genau der Punkt, den der "Online-Merker" anspricht. Ich vertrete auch unpopuläre Meinungen - und fühle mich da in der Wiener Medienlandschaft ziemlich einsam. Aber irgendwer muss es wohl tun, und ich muss nicht der Liebling der Direktoren sein! Man muss darüber reden dürfen, inwieweit sich der Bewerb von seinen ursprünglichen Zielen entfernt hat! Dabei gehe ich weiß Gott nicht so weit wie die Subventionsentscheidungsträger des Bundes, die als Ablehnungsgrund anführten, dass Österreicher in der Kammeroper nicht genügend zur Geltung kommen!
Die Petition zur Erhaltung der Wiener Kammeroper wurde hier natürlich propagiert - und es gibt genügend Empfehlungen von "Merkern", diese auch zu unterschreiben! Jeder möge für sich selbst entscheiden, ob er genügend Einblick in die Materie hat (wie schauen die Gehälter der Theaterleitung aus, wie die Abrechnung?), um eine Empfehlung an die Subventionsgeber mit der Nennung seines Namens zu verbinden. Die Petition finden Sie auch in der Homepage der Kammeroper!
Elbphilharmonie - eine Endlos-Geschichte
Die unendliche Geschichte um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie geht weiter: Der Intendant des Konzerthauses bezweifelt, dass er die Eröffnung des Prestigebaus bis zum Ende seiner Amtszeit (2015!!!) noch erleben werde: "Wetten würde ich nicht mehr darauf", sagt Christoph Lieben-Seutter. Das meint der "Spiegel" .
Man stelle sich vor: da wird ein Kulturmanager von hohen Graden engagiert - und der kann in seiner Amtszeit kein einziges Konzert organisieren. Rückblickend betrachtet wäre das Engagement eines Baupoliers zielführender gewesen (und wohl auch billiger)!
In Schleswig Holstein schlitterten die Eutiner Festspiele in eine arge Krise , nach dem 60. Jahr des Bestehens schien eine Auflösung als realistische Option. Aber die Kaufmannschaft hat die Festspiele vorerst gerettet, nicht die Stadt. Die "NHZ" weiß zu berichten: Nachdem die Eutiner Festspiele im Herbst 2010 nach der 60. Spielzeit Insolvenz anmeldeten, wurde die lokale Kaufmannschaft aktiv. In Rekordzeit gründete sie eine neue Festspielgesellschaft und stellte für die Freilichtbühne im Schlossgarten einen Spielplan auf.
Die Kontakte in die Eutiner Partnerstadt in den USA ermöglichten die Fortsetzung der Festspiele: Hochschullehrer Prof. David Neely und sein Studentenorchester "schenken" Eutin eine komplette Inszenierung der Märchenoper "Hänsel und Gretel" samt Solopartien, und die jungen Musiker des Orchesters begleiten neben dem Humperdinck-Werk auch eine Inszenierung der Mozart-Oper "Don Giovanni". Als künstlerischer Leiter ist Jörg Fallheier nach Eutin zurückgekehrt, wo er von 2005 bis 2007 bereits Intendant war.
Im Burgenländischen Lockenhaus könnte dieses Jahr ein Märchen enden. Die "Spinnerei eines Pfarrers" hat sich in 30 Jahren zu einem anerkannten Kammermusikfestival entwickelt. Pfarrer Josef Herowitsch war/ist der Motor, Gidon Kremer das Aushängeschild! "Die Presse" thematisiert das "kleine Wunder": Kremers Engagement machte aus einem kleinen Ort ein musikalisches Kraftzentrum. Das sprach sich international herum, bald pilgerten Kenner Anfang Juli zum Festival, jeweils ohne zu wissen, wer wann was musizieren würde. Das blieb stets ein Geheimnis. Man vertraute darauf, dass exzellente Interpreten sich großer Musik widmen würden – das war genug. Die Erwartungen wurden nie enttäuscht. Es ist keiner aus Lockenhaus weggegangen, ohne musikalische Entdeckungen gemacht zu haben.
2011 feiert man den 30.Jahrestag der Gründung – und den Abschied: Herowitsch und Kremer, sie haben oft angekündigt, sich den organisatorischen Aufwand nicht mehr zumuten zu wollen. Diesmal, scheint's, machen sie ernst: Von 7. bis 17.Juli gibt es noch einmal Musik unter dem Motto „kompromisslos jung“. So wird uns Lockenhaus wohl auch in Erinnerung bleiben.
Nicht ungefährliches Bühnenbild in St. Gallen (I Lombardi). Mehr davon morgen
Erwin Schrott ist erblondet!
Anna Netrebko und Erwin Schrott gastierten am Samstag in der Kölner Philharmonie. Auffallend: Erwin ist neuerdings erblondet! Was schreibt Robert Braunmüller in der "Münchner Abendzeitung"? Anna und ihr Erwin aus Uruguay schmücken jede Opernfigur mit einer anderen Farbe. Das macht ihre Arienabende so lebendig und auch für den Kenner zum vollkommenen Genuss. Bei künstlerischem Leichtsinn lassen sie sich nicht erwischen: Die Verdi-Szene gab es selbstverständlich vollständig mit Männerchor, Tenor (Paulo Ferreira) und der in Opernhäusern regelmäßig gestrichenen Schluss-Cabaletta.
Wo es passte, würzte Schrott seine Kunst mit ein paar Späßen: Bei Leporellos Register-Arie hatte er den „Playboy” dabei, als Dulcamara in Donizettis „Liebestrank” versteigerte der Bassbariton ein russisches Wässerchen. Ein Kaufwilliger bot 20 Euro, worauf Schrott dessen Geldbeutel entführte. Den Wodka bekam allerdings ein anderer Herr, dessen sportliche Kleidung einige bürgerliche Kölner verärgerte. Sie fanden heraus, dass er nur 50 statt der regulären 423 Euro für seinen Platz in der ersten Reihe bezahlt hatte und zogen eine Beschwerde beim Veranstalter in Erwägung.
Wie bekommt man heraus, dass ein Besucher nur 50 Euro statt 423 (!! ein Wahnsinn) bezahlt hat. Sieht man das an der Kleidung?? Das zu wissen wäre interessant, auch wie man um 50 Euro den 423er-Platz ergattert!
Unsere "rasende Reporterin" Renate Wagner reißt es in diesen Tagen um, Reichenau, Kobersdorf ("Der eingebildete Kranke") , Stockerau stehen auf ihrer Liste, bevor sie zum Wochenende nach Deutschland fährt. Unter anderem stehen natürlich auch Festspiele auf dem Programm. Wer dieser Tage in das Wiener Theresianum geht, weiß ich noch nicht. Ich nicht, denn ich bin ein Schreibtischtäter. Gespielt wird dort im Schlosspark "Die Csardasfürstin" mit Patricia Nessy und Eugene Amesmann bis zum 5.8. jeden Di-Fr. um 20 h.
Heute: Pleyel-Gesellschaft: Buchpräsentation am Dienstag, dem 5. Juli 2011 um 19:30 Uhr im Mozarthaus Vienna im Rahmen eines Konzerts (Masha Dimitrieva und Prof. Adolf Ehrentraud) und CD-Präsentation, IPG CD- Nr. 33, Pleyel-Klavierwerke, Preis: € 17,90
So wünsche ich Ihnen einen schönen Tag!
A.C.
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MITTWOCH, 6. JULI 2011
Jonas für alle" auf dem Münchner Max Josephs-Platz
Langsam aber sicher könnte man diese Festspiel-Aktion guten Gewissens in „Jonas für alle“ umbenennen. Wenn die Staatsoper nämlich an diesem Freitag „Fidelio“ auf die Großleinwand überträgt, ist es bereits das dritte Mal in Folge, dass Münchens Tenor-Liebling die Besetzungsliste anführt. Dass die ursprünglich für Placido Domingo ins Leben gerufene Aktion jedes Jahr Tausende anlockt, ist für Jonas Kaufmann der schlagkräftige Beweis, dass die sogenannte E-Musik doch massentauglicher ist, als es uns Schwarzseher und Kulturpessimisten glauben machen wollen.
„Letztes Jahr konnten wir sogar dem Fußball Paroli bieten“, sagt Kaufmann. „2500 Leute waren beim Public Viewing im Olympiapark, bei uns waren es angeblich mehr als 20 000. Das macht einen schon stolz.“ Zusätzlichen Druck durch die auf ihn gerichteten Kameras verspürt er nicht. Als „alter“ Perfektionist strebt der 42-Jährige bei jeder Vorstellung nach 100 Prozent. „Für mich macht es letztlich keinen Unterschied. Vor allem, weil ich gar nicht weiß, ob gerade ich in einer Großaufnahme zu sehen bin. Man spielt einfach seine Rolle und empfindet das, was man immer empfindet. Und mit etwas Glück singt man dazu hoffentlich so gut, wie man sonst immer singt. Dann funktioniert das schon.“
Merker-Mitarbeiter Dr. Georg Freund war in München bei der ersten "Fidelio-Aufführung am Montag: Jonas Kaufmann brillierte mit herrlichem Timbre als Florestan. Sein bei „Gott welche Dunkel hier“ im Piano angesetzter Schwellton auf dem hohen g, den er in einer Fermate bis zum Fortissimo steigerte, wird allen die ihn hören durften, unvergesslich bleiben. Auch die übrigen Passagen seiner leider nur allzu kurzen Rolle waren mit vollständiger technischer Sicherheit gesungen und das obwohl der Regisseur ihm zumutete, während seiner Arie- eine der anspruchsvollsten der Opernliteratur- eine Eisenstange zu erklettern, sich während der Ensembles an den Füßen über die Bühne schleifen, sich mit einer Kravatte fesseln zu lassen etc.
Der "Fidelio" wird am Freitag auch auf dem Wiener Rathausplatz mittels Großleinwand zu sehen sein (zeitversetzt, nach Einbruch der Dunkelheit)!
Bleiben wir bei München. Rund 100 der 400 Mitarbeiter der Bayerischen Staatsoper wollen nicht nach Japan mitfahren. Der Intendant Nikolaus Bachler hat den "Übervorsichtigen" zwar eine Auszeit (regulärer Urlaub)
für die Zeit des Gastspiels angeboten, zeigt sich aber dennoch enttäuscht: “Gerade die Staatsoper und überhaupt die Künstler haben über 40, 50 Jahre so viel von den Japanern gehabt, so viel Begeisterung, so viele Möglichkeiten, so viel Geld, dass ich es extrem unsolidarisch finde, wenn man sich da jetzt zurückzieht“, sagte er.
Beide München-News bietet uns der "Münchner Merkur". Ich muss Herrn Bachler beipflichten, denn für Japan besteht keine Gesundheitswarnung, das Land wird auch von Touristen angesteuert, die dort Geld lassen, während die Münchner dort zum Verdienen sind. Abgesehen davon, dass das Leben insgesamt lebensgefährlich ist, muss eine Firma von ihren Mitarbeitern Einsatzbereitschaft und Solidarität einfordern können. Man wird registrieren müssen, wer diese Tugenden zu leisten bereit ist!
An der Komischen Oper Berlin stehen in dieser Saison noch zweit Aufführungen von "Gespräche der Karmelitinnen" auf dem Spielplan (9. und 16.Juli) . Calixto Bieito hat eher zurückhaltend inszeniert. Die Produktion ist hervorragend besetzt: Maureen McKay, Christiane Oertel, Irmgard Vilsmaier, Julia Giebel u.a.
Rolando Villazon geht es nun in kleinen Schritten an. Aus Zürich ist Erfreuliches zu vermelden.
Rolando Villazón abermals als Mozart-Tenor. Bejubelte Aufführung von Mozarts letztes Jugendwerk „Il re pastore“ als zweite Zürcher Festspielpremiere. William Christie und Grischa Asagaroff bereiten einen Festspiel-Leckerbissen.
So titelt "Drehpunkt Kultur"! Und Villazon, wie war der? Rolando Villazón hat sich schon an der Mozartwoche im Jänner in Salzburg als Mozart-Interpret präsentiert; in Baden-Baden wird der Ottavio im „Don Giovanni“ demnächst folgen. In Zürich nun gestaltet den Alessandro mit viel Leidenschaft und Charme. Zuweilen wünscht man sich stimmlich eine stärkere Fokussierung, vor allem aber fehlt es seinem baritonal gefärbten Tenor an einem soliden Fundament. Beachtlich sicher gelingen ihm die Koloraturen des vor allem im zweiten Akt heroisch auftretenden Herrschers.
Nicht ungefährliches Bühnenbild in St. Gallen (I Lombardi). Man fühlt sich auf eine Buckelpiste der "verrückten" Snowboarder versetzt!
Udo Pacolt fährt Raritäten hinterher und berichtet immer umgehend. So steht seit Sonntag seine Rezension über Verdis "Lombardi" online. Nun zieht "tink.ch" in unserer Presseschau nach, wobei die Kritik eher einem Schüler-Aufsatz ähnelt: Mit grossem Applaus wurden die über 160 Darsteller und Musiker für ihre grossartige Leistung ausgezeichnet. Mir hat das Stück sehr gut gefallen. Die Beleuchtung war fanstatisch arrangiert. Die Kathedrale, ausgeleuchtet in blau, grün, rot, gelb und weiss, verlieh dem Ganzen den Punkt auf dem i. Auch die Choreografie liess nichts zu wünschen übrig und die Wahl der Solisten war super. Sogar das Wetter war der Oper gut gesonnen, nachdem es den ganzen Tag hindurch immer wieder geregnet hatte. Am Abend, als sich das Wetter gebessert hatte, trugen die Restwolken das Ihrige zur Stimmung bei.
Was ist ein "feministischerTannhäuser"? Gustav Kuhn bewirbt diesen in der "Presse": Die 14. Tiroler Festspiele Erl werden kommenden Donnerstag eröffnet. Für Festivalleiter Gustav Kuhn gibt es "1000 gute Gründe", um nach Erl zu pilgern - einer davon ist die aktuelle Deutung der Richard Wagner Oper "Tannhäuser". "Wir bieten einen feministischen Tannhäuser, was ja nicht ganz leicht ist", erklärte Kuhn, Festivalleiter, Regisseur und Dirigent in Personalunion. Der im vergangenen Jahr mit dem "Fliegenden Holländer" begonnene Zyklus der frühen Wagner-Opern wird heuer mit dem "Tannhäuser" (Pariser Fassung) fortgesetzt und soll 2012 mit dem "Lohengrin" abgeschlossen werden.
Wenn Sie jetzt wissen wollen,was ein feministischer Tannhäuser ist, müssen sie nach Erl fahren, das herauszufinden ist einer der 1000 von Kuhn genannten Gründe
Edwin Baumgartner beleuchtet in seinem Artikel in der "Wiener Zeitung" das Thema "Oper als Kirche" oder"Kirche in der Oper" anlässlich des Münchner "Francois", aber auch des Paradefalls "Parsifal": In der Kirche sowieso, aber auch im Konzertsaal gehen Musik und Religion eine glückliche Verbindung ein. Nur wenn die Musik auf die Bühne drängt und die Religion mitnimmt, wird’s immer wieder problematisch. Das beginnt mit Richard Wagners "Parsifal". Seit dessen Uraufführung 1882 hält der Streit an, was dieses von Wagner als "Bühnenweihfestspiel" bezeichnete Werk eigentlich sei. Die Interpretationen reichen von einer religiösen Oper über eine Oper über Religion, ein christliches Mysterium, ein Mysterium über Wagners Privatreligion bis hin zu einem Werk, das versucht, den jüdischen Erlöser Christus durch den arischen Erlöser Parsifal zu ersetzen. In letztgenannter Interpretation treffen einander übrigens Nationalsozialisten und Wagner-Gegner in sonst seltener Einmütigkeit. Die Regisseure tun sich in unserer aufgeklärten, im Westen religionskritischen Zeit mit dem "Parsifal" zwangsläufig schwer und nehmen oft zur Darstellung einer fragwürdigen Männerbündelei Zuflucht. Nur: Ganz ohne Religion, und sei es in kritischer Darstellung, funktioniert der "Parsifal" nicht.
Elina Garanca singt heute auf Stift Göttweig und morgen in Linz , dann geht es in die Babypause! Beide Konzerte sollen sehr gut verkauft sein. Im Vorjahr habe ich für Göttweig das Fußballspiel Deutschland-Spanien sausen lassen, diesmal fahre ich nicht in lichte Höhen, obwohl kein Match ansteht. Das ist eine andere Welt und auch ein anderes Publikum - und dieses will bedient sein. Gut so!
Impuls 2011. Foto: Björn Jansen
Nun nach Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Mülheim etc., dorthin, woo "Impuls 2011" stattfindet: Der Mann hat sich seltsame Zeichen auf die Stirn tätowiert. Die meisten Worte, die er ins Mikro grölt, sind unverständlich. Um seine Mama geht es, um Kot, schließlich um Künstlerschweine. Hinter ihm flimmern bunte Videobilder, die auch zu einem Bollywoodmusical passen könnten. Doch HGICH.T (Hammer Geil ich Tattoo) aus Hamburg veranstalten eine Punk-Performance. Der Sänger geht durch das Publikum, baggert Frauen an, lässt sich tragen, stürzt ab, prügelt sich mit einem Besucher. Hat dem Geohrfeigten aber vorher was ins Ohr geflüstert, ganz spontan scheint der Gewaltausbruch nicht zu sein. „Das Lied hab ich geschrieben!“ ist einer der verständlichen Sätze. Er brüllt ihn fast vor jedem Song. Ohne einen gewissen Alkoholpegel ist „Endzeit 2“ von HGICH.T schwer zu ertragen. Aber immerhin läuft diese Produktion im Wettbewerb der Impulse 2011.
Ist das noch Theater? Selbst wenn man den Begriff ganz weit fasst?
Die "Berliner Zeitung" bricht eine Lanze für die Stadttheater, für alle Stadttheater, nicht für ein bestimmtes. Früher waren diese Theater da, um die Leute zu unterhalten, zu Zeiten des "Regietheaters" (ich weiß, die Bezeichnung ist falsch, denn Theater ohne Regie kann auch nicht funktionieren), um den Besuchern "einen Spiegel vorzuhalten". Aber gerade in den kleineren Theatern werden die Überlebens-Strategien rasch gewechselt: Das Stadttheater vereinigt aktuell drei große Krisen: den Sparzwang, die Kunstansprüche der Regisseure, das sich aufgrund gesellschaftlicher und medialer Umwälzungen verändernde Publikum. Die Antwort der letzten zehn Jahre hierauf war die Erhöhung der Produktionszahlen. Die Statistik des Deutschen Bühnenvereins verzeichnet eine Steigerung der Neuinszenierungen auf deutschen Bühnen von 3387 in der Spielzeit 1991/92 auf 5106 in der Spielzeit 2007/8. Die Intendanten denken, hiermit alle drei Probleme zugleich lösen zu können: Sie zeigen den Geldgebern, wie effektiv sie zu wirtschaften verstehen, sie disziplinieren die Regisseure, und sie bieten dem Publikum immer wieder Neues und können so bei sinkender Akzeptanz für die einzelne Aufführung die Gesamtzahl der Zuschauer gleich halten.
Renate Wagner besuchte gestern die in den vorletzten Zügen liegenden Musical-Festspiele in Stockerau. 2013 soll es nämlich ohne Musical (insgesamt zu teuer) und auch ohne Alfons Haider weitergehen. Doch nun zur Gegenwart: Musical auch heuer, wenn auch spürbar in einer Sparversion: „They're Playing Our Song“, zu Deutsch nicht ganz so geschmeidig: „Sie spielen unser Lied“, ist der klassische Fall eines Kammermusicals: Zwei Protagonisten, jedem drei „Schatten“ seiner selbst (in der Stockerauer Aufführung sind es je vier) zur Seite gestellt, die teils darstellerisch die Seelenregungen ihrer Figuren verdoppeln oder verdeutlichen, teils Tanz und chorischen Gesang übernehmen. Dennoch bleibt es eine „schmal“ gemeinte Angelegenheit, die auf der großen Stockerauer Bühne (vor einer Tribüne, die immerhin 650 Zuschauer fasst) a priori nicht glücklich aufgehoben ist...
...„Sie spielen unser Lied“: In einem kleinen Raum könnte man hier eine schnelle, flotte, freche, leichte Geschichte (der Humor ist im Original sehr jüdisch und sehr witzig) zeigen, die das erste Gebot des Unterhaltungstheaters erfüllte: „Du sollst nicht langweilen.“ Das gelingt den stark zweieinhalb Stunden auf der Riesenbühne in Stockerau nicht immer, was wiederum daran liegen mag, dass man Gabriel Barylli als Regisseur verpflichtet hat. Nun, er gilt ja als Spezialist für Beziehungskisten, und das ist wahrlich eine. Leider hat er den Text offenbar so neu gefasst, dass er mehr nach Barylli als nach Neil Simon klingt. Und dann zelebriert er die zwei Personen, die es einander so schwer machen, so ausführlich, dass sie einem kurz über lang auf die Nerven gehen – vor allem die Dame.
Auch Kobersdorf "Molieres "Der eingebildete Kranke") hat schon seine Pforten geöffnet. Auch darüber berichtet Renate Wagner.
Der in Italien ansässige US-Künstler Cy Twombly ist am Dienstag 83-jährig in einem Krankenhaus in Rom gestorben. Das gab sein langjähriger Freund Eric Mézil, Direktor der Collection Lambert in Avignon, am Abend bekannt. Twombly, 2009 im Wiener Museum Moderner Kunst mit einer großen Ausstellung gewürdigt, lebte seit über 50 Jahren in Italien.
Auszug aus www.kultur-vollzug.de (mit Münchner Themen): Christian Ude pflegt, seit er Oberbürgermeister von München ist, also seit 1993, seinen bei Kultur- und Medienschaffenden äußerst beliebten persönlichen Kultur-Empfang, was seine spezielle Affinität zum Thema so nachdrücklich wie schillernd unterstreicht. Das Goethe-Institut pflegt, seit es an der Dachauer Straße seine Zentrale hat, also seit 1993, ein so entspanntes wie emotionsfreies Verhältnis zur Stadt, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass es von dieser so gut wie nicht wahrgenommen wird.
Nun wird das Institut, das deutsche Kultur im Ausland re- und präsentieren soll, 60 Jahre alt. Und was macht man so als Silver Surfer der Kulturvermittlung? - Man sucht den Neuanfang, will sich also selbst entdecken beziehungsweise entdecken lassen, sich öffnen und so. Also wünscht man sich wichtige Menschen, sogenannte Multiplikatoren, in den eigenen Räumen. Auf dass diese die Botschaft vom entdeckungswürdigen Institut (und seinen anmietbaren Räumen) weiterverbreiten.
Dagegen ist nichts zu sagen. Also kamen heuer erstmals „Goethe“ und Ude zusammen, denn dessen Kulturempfang hatte schon in quasi jeder feiertauglichen „Location“ („früher sagte man Ort“, so der OB) stattgefunden, aber eben noch nie „bei Goethe“.
Im Wiener Rathaus wurde der 30. Belvedere-Gesangswettbewerb durchgeführt. Das Preisträgerkonzert findet - wie in jedem Jahr - am kommenden Freitag im Stadttheater Baden statt!
Überschattet ist das Ereignis durch die natürlich zum anscheinend günstigen Moment transportierten Existenzängste der Wiener Kammeroper, deren Gründer Hans Gabor auch den nun weltweit bekannten Bewerb ins Leben gerufen hat. Mittlerweile gibt es aber Gesangswettbewerbe wie Sand am Meer, man kann fast schon von einer inflationären Entwicklung sprechen. Der "Online-Merker" war durch Peter Skorepa vertreten und dieser macht sich auch Gedanken um Richtung und Zielsetzung dieses Bewerbes: Wie schon in früheren Bewerben, konnte man auch diesmal feststellen, dass Sängerinnen und Sänger mit schon entsprechender Routine in Gesang und Auftreten, erworben durch eine Reihe von Engagement in Häusern auch schon der ersten Kategorie, einen bedeutenden Startvorteil haben. Damit liest sich die Ankündigung von der “Förderung in Österreich Studierender” als “besonderes Anliegen” oder etwa die spezielle Förderung österreichischer Sängerinnen und Sänger”, wie es so schön im Folder heißt, schon etwas anders. Gerade der speziellen Unterstützung der Anfänger wäre die Auslobung in einer eigenen Gruppe förderlicher als diese inzwischen tatsächlich schon zur “Wallstreet der Kehle” mutierte Veranstaltung.
Und das ist genau der Punkt, den der "Online-Merker" anspricht. Ich vertrete auch unpopuläre Meinungen - und fühle mich da in der Wiener Medienlandschaft ziemlich einsam. Aber irgendwer muss es wohl tun, und ich muss nicht der Liebling der Direktoren sein! Man muss darüber reden dürfen, inwieweit sich der Bewerb von seinen ursprünglichen Zielen entfernt hat! Dabei gehe ich weiß Gott nicht so weit wie die Subventionsentscheidungsträger des Bundes, die als Ablehnungsgrund anführten, dass Österreicher in der Kammeroper nicht genügend zur Geltung kommen!
Die Petition zur Erhaltung der Wiener Kammeroper wurde hier natürlich propagiert - und es gibt genügend Empfehlungen von "Merkern", diese auch zu unterschreiben! Jeder möge für sich selbst entscheiden, ob er genügend Einblick in die Materie hat (wie schauen die Gehälter der Theaterleitung aus, wie die Abrechnung?), um eine Empfehlung an die Subventionsgeber mit der Nennung seines Namens zu verbinden. Die Petition finden Sie auch in der Homepage der Kammeroper! Zur Sicherheit aber auch hier!
Bis zu John F. Kennedy war es auch in den USA üblich, dass mächtige Männer Zweitfrauen hatten. Heute dagegen landen sie am Pranger und müssen weinen.
Die "Berliner Morgenpost" prangert diesen wirklich unhaltbaren Zustand an! Nun muss sogar schon Dominique Strauss-Kahn, dessen Bekanntheitsgrad vor zwei Monaten noch in Promillebereich lag, als "Feindbild der Frauenbewegungen" herhalten. Weit haben es die Männer gebracht. Womöglich verhindern die Frauen noch, dass DSK gegen einen anderen balzenden Auerhahn in die Schlacht um die französische Präsidentschaft zieht!
Das Leben ist traurig und ungerecht. Trotzdem wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Tag!
A.C.
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DONNERSTAG, 7. JULI 2011
Bayreuths Problem gelöst: Harte Sitze sind nicht mehr notwendig
Das Täschchen aus schwarzer Seide und eleganten Fransen hat im Innern ein Schaumstoff-Sitzkissen versteckt. Ausgeklappt bietet es eine flauschige Unterlage für lange Wagner-Opern. Zusammengeklappt soll es die moderne Linie der Dame unterstützen und für den Schminkspiegel und Geldbeutel Platz bieten. Ganz billig ist sie allerdings nicht. Zwischen 85 und 115 Euro kostet die normale Festspieltasche. Einzelstücke sind sogar noch teurer.
Stephanie von Keller hat auch eine Tasche für Männer entworfen. Sie ist ebenfalls schwarz aber nicht ganz so elegant und hat einen anderen Griff. Damit die Oper-Ausstattung auch wirklich komplett ist, gibt es passend zu den Taschen noch schlichte Seidenfächer und Seidentücher. Am 25. Juli werden die Richard Wagner Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth eröffnet.
Auf diese epochale Erfindung macht uns "BR-online" aufmerksam.
Österreich: Bei der Unterstützung von Kultur beschränkt sich der Bund auf etablierte Flaggschiffe. Mehr als drei Viertel des Förderetats von 418,66 Millionen Euro flossen 2010 in die Theater/darstellende Kunst sowie in die Museen. Das geht aus den nun vorgelegten Berichten des Ministeriums für Kunst und Kultur 2010 hervor.
Die Presse hat diese Zahlen veröffentlicht: Allein das Burgtheater, die Staatsoper und die Volksoper wurden mit 143,65 Millionen subventioniert. Die Bundestheater verzeichneten obendrein ein leichtes Plus von 1,7 Prozent auf knapp 1,3 Millionen Besucher. Die weiteren Förderungen für darstellende Kunst (etwa Wiener Volkstheater, Theater in der Josefstadt) stammen aus der Kunstsektion und betrugen 18,6 Millionen. Ergänzt man die 10,5 Millionen für den Bereich „Festspiele“ (u.a. Salzburg, Bregenz), entsprachen die Theatersubventionen 41,25 Prozent des Gesamtkulturbudgets.
Wir lassen uns also unsere Kultureinrichtungen etwas kosten - und vielen ist das immer noch zuwenig. Mir schwillt immer der Hals, wenn Theaterdirektoren von "Gewinnen" faseln.
Vereinzelt gibt es auch Privattheater die gänzlich ohne Subventionen auskommen müssen. Dort ist dann die wahre Kunst daheim!! In Österreich muss sogar die Sparte Musical hoch subventioniert werden, die andernorts durchaus profitabel geführt wird. Dafür wird der Vertrag mit Intendantin Zechner demnächst verlängert.
Verlängert hat auch Daniel Barenboim seinen Vertrag mit der Staatsoper Berlin. Gleich weitere zehn Jahre will der Maestro anhängen - womit er ausgesorgt hat!!
Gustav Kuhn ist kein "beamteter Künstler", er hat privates Risiko genommen. Heute eröffnet er seine diesjährigen Festspiele Erl
Ich war ein munteres Knäblein, das von Herbert von Karajan gefördert wurde, vielleicht zu viel gefördert, denke ich heute.“ Gustav Kuhn blickt zurück. Selbstkritik ist ihm keineswegs fremd. Er sieht die Fehler, die er selbst gemacht hat, kennt die Fallen, in die ein junger Künstler tappen kann. „Wenn ich mir die jungen Sänger anhöre, dann denk ich oft: Himmelfix, die werden völlig falsch geschult. Man hat den Eindruck, es bestimmt überhaupt nur noch der Agenturenkreislauf, was im Operngeschäft passiert. Ich habe das an mir selbst gesehen: Ich habe munter herumdirigiert in Italien, bei den Festspielen in Glyndebourne. Plötzlich bin ich Operndirektor. Aber in Wirklichkeit war ich ja auch ein armes Würschtl, das manipuliert worden ist. Wenn ich kein solches Würschtl sein will, aber trotzdem glaube, dass mir Oper etwas gibt, dann muss ich aktiv werden.“
Das sagt er gegenüber der "Presse"- und setzt fort: „Ich habe sozusagen im Hinterzimmer eine Akademie gegründet.“ Im großen Salon war das nicht möglich. „Ich habe mit Mortier lange darüber gesprochen, aber ich hätte mich bedanken müssen, dass ich ein-, zweimal pinseln darf. An einer Akademie war er nicht interessiert.“ Also „im Hinterzimmer“, aber mit stupendem Zuspruch: „Mittlerweile ist daraus ein eigenes Kloster geworden mit 60 Betten, Proberäumen und allem, was dazugehört. Ich hab zum Herrn gebetet, er möge meinen Schuldenberg wieder abtragen.“ Das hat irgendwie gewirkt: „Mittlerweile hat sich mein Lebenstraum, dass ich schuldenfrei agieren könnte, erfüllt. Nicht nur im Hinblick auf die „Accademia Montegral“. Stur, wie er ist, hat Kuhn allen Unkenrufen zum Trotz auch sein eigenes Festival in Erl gegründet. Bei vollem Risiko. „Ich spiele ja lieber vor zwölf Leuten genau das Programm, das ich möchte, als dass ich ein herumkommandiertes Rindvieh bin.
Solche Menschen imponieren mir! Nach Erl kann ich trotzdem nicht fahren, denn wer macht in Wien dann die Redaktionsarbeit. Mein Heimatort Mauerbach (zumindest bin ich dort hauptgemeldet), ist in Erl auch vertreten: Natalie Ortner, die genau vis a vis meines Hauses gewohnt hat, ist beim "feministischen Tannhäuser" Regieassistentin von Gustav Kuhn. Darauf machte mich Prof. Karl Fahringer, der in dem leider kulturell etwas verschlafenen Ort verzweifelt das Fähnlein Kultur aufrecht zu halten versucht, aufmerksam. Ich habe es in dem Moment aufgegeben, als ich einmal ein amerikanisches Jugendorchester in unsere Veranstaltungshalle holte - und die Musiker dann in der Überzahl waren! Aber ein Ort im unmittelbaren Einzugsbereich einer Kultur-Weltstadt hat es bei kulturellen Ambitionen schwerer als jeder andere!
Cavaradossi-Einspringer in London: Giancarlo Monsalve
Den Namen höre ich zum ersten Mal, aber es rücken immer wieder gut aussehende Tenöre nach: Anstelle des indisponierten Marcello Giordani lernte man als Cavaradossi den Hausdebütanten Giancarlo Monsalve kennen. Seine Biographie nennt Mirella Freni, Montserrat Caballé und Nicola Martinucci als seine Lehrer, wobei vor allem sein Tenorkollege Martinucci die Stimme nachhaltig geprägt haben dürfte. Monsalves Tenor klingt in der Tiefe unangenehm rau und in der Mittellage eher kehlig. In der oberen Lage findet der ausgiebig akklamierte Künstler immer wieder zu strahlenden Tönen. Stilistisch irritiert die kantige Phrasierung, bei der man - wie einst bei Martinucci - vergeblich auf große Legatobögen wartet.
So berichtet Dr. Rainhard Wiesinger in "Klassik.com".
"Il re pastore" in Zürich - opulent ausgestattet. Martina Jankova und Malin Hartelius. Foto: Susanne Schwiertz.
Wie unterschiedlich Sängerleistungen beurteilt werden, sieht man am Beispiel Rolando Villazon in seinem nicht sehr umfangreichen Tenorpart. So schreibt die "Südwest-Presse" wie folgt: Die Partie des Alessandro ist nicht besonders umfangreich, aber Villazón gelingt es, die Figur besonders in den Rezitativen mit ein paar herrlich komischen Untertönen zu unterfüttern. Hie und da mögen stimmliche Mängel zu hören sein (da fehlt die sonore Tiefe und die Koloraturen wirken ein wenig angestrengt), aber sein schauspielerisches Talent und die Bühnenpräsenz machen verständlich, warum Villazón noch immer und auch hier in Zürich so stürmisch gefeiert wird. Mit ihm und Martina Janková als Hirte Aminta, Malin Hartelius (Elisa), Sandra Tattnigg (Tamiri) und Benjamin Bernheim (Agenore) steht wieder einmal ein Mozart-Ensemble auf der Zürcher Bühne, das kaum Wünsche offenlässt.
Das Schwergewicht "Neue Zürcher Zeitung" hingegen relativiert: Das Opernhaus hat für diese eher kleine Partie den gefeierten Tenor Rolando Villazón verpflichtet, doch trotz diesem Magneten blieben an der Premiere etliche Plätze leer. Der Star gibt sich betont bescheiden und engagiert und lässt all seinen Charme spielen. Die Skepsis gegenüber seiner stimmlichen Verfassung sollte sich leider als berechtigt erweisen. Die Höhe hat ihren Glanz eingebüsst, der Mittellage fehlt es an farblichen Schattierungen, die tiefen Töne werden bloss markiert, und den Koloraturen hört man an, dass sie nicht seine Spezialität sind. So sieht sich der König von seinem Berater Agenore bald in den Schatten gestellt. Der junge Tenor Benjamin Bernheim hat alles, was man sich von einem Mozart-Tenor wünscht: Leichtigkeit des Ansatzes, Agilität, ein helles, klares Timbre
Calixto Bieito inszeniert zum Saisonende "Die menschliche Stimme" an der Staatsoper
Stuttgart. Der eher glücklose Intendant Albrecht Puhlmann macht zu Saisonende seinen Abgang.
Auch in Gera geht der Intendant. Matthias Oldag wechselt wieder an seinen zwischenzeitlich von Jasmin Solfaghari warm gehaltenen Professorensessel an die Musikhochschule Hanns Eisler Leipzig. Die "OTZ" versucht eine Bilanz zu erstellen: Für die einen ist er eine Lichtgestalt, für die anderen ein Buh-Mann. Vor fünf Jahren hätte niemand gedacht, dass Matthias Oldag Gremien, Mitarbeiter und Öffentlichkeit später so polarisieren und am Ende dem Theater so viele Zuschauer wie noch nie zuführen würde.
Doch wen wollte es eigentlich wundern, dass der versierte Opernregisseur als Generalintendant vor allem das Musiktheater stärkte? Damit Schauspiel und Puppentheater Schritt halten, wechselte Oldag nach drei Jahren die Leitung. Der große Coup gelang dann mit der Verpflichtung von Howard Arman als Generalmusikdirektor für die gerade abgelaufene Spielzeit und der Idee, Silvana Schröder ab der kommenden zur Ballettdirektorin zu machen. Anfang 2010 glaubte der erfolgsverwöhnte Generalintendant, den Gesellschaftern die Pistole auf die Brust setzen zu können: Wollt ihr mich behalten, müsst ihr dieses Theater in der bestehenden Struktur erhalten. Oldag hat vor dem Kreistag Altenburger Land die Alternativen erläutert: Spartenschließung, Orchesterabbau, Ausstieg aus der Fusion ...
Das Ergebnis ist bekannt, Oldag geht!
Ballettchef Bernd Schindowski zieht Resümee seiner 33 Jahre in Gelsenkirchen.
33 Jahre sind eine lange Zeit. Zu lange, meine ich! Aber soviel ich weiß, hat er das selbst erkannt, denn er hätte noch verlängern können!
Im Niederösterreichischen Reichenau hatte gestern "Drei Schwestern" von Anton Tschechow Premiere. Renate Wagner war dort und zieht Bilanz: Man kann einen Abend wie diesen ganz leicht mit den Begriffen „altmodisch“ und „gestrig“ totschlagen. Man kann aber auch seine hohen Qualitäten würdigen. Das Publikum entschied sich natürlich dafür.
Die Rezension steht online!
Wiener Opernfreunde, erkennt Ihr den "Eisernen" der Vorsaison?
Dessen Gestalter Cy Twombly ist dieser Tage gestorben. Cy Twombly zählte zu den Außenseitern im Kunstbetrieb. Scheu und in sich gekehrt soll er gewesen sein, wenn es nach seinen Kollegen geht. Diese Unaufdringlichkeit spiegelte sich auch in seiner Arbeit wider. Obwohl Twombly erst spät Anerkennung fand, erzielten seine Werke bei Auktionen hohe Preise. Am 5. Juli starb der US-Künstler in seiner Wahlheimat Italien.
Im Wiener "Hundertwasser-Haus" in der Weissgerberstraße läuft bis August eine Ausstellung über - überraschend - Friedensreich Hundertwasser!
"Tag des Kusses" - feiern Sie ihn!
Ein Film ohne Kuss-Szene gilt vielen als nicht sehenswert. Sehr leidenschaftliche Kuss-Szenen gab es im Klassiker "Vom Winde verweht".
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie auf Renate Wagners FILMSEITE aufmerksam machen!
Frontfrau Katarina Witt flüchtete mit Tränen in den Augen vor jubelnden Koreanern aus dem Saal, während Bundespräsident Christian Wulff seinem Kollegen Lee Myung-bak artig gratulierte. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat in Durban (Südafrika) die Winterspiele 2018 nach Pyeongchang vergeben. Die Südkoreaner erhielten im ersten Wahlgang mit 63 Stimmen die absolute Mehrheit, für München votierten 25 Delegierte, für den französischen Wintersportort Annecy sieben. Nach Berchtesgaden (1992/Winter), Berlin (Sommer/2000) und Leipzig (Sommer/2012) scheiterte damit die vierte deutsche Olympiabewerbung in Folge.
Das ist keine gute Nachricht, aber ich habe diese Entscheidung vorausgesehen. Damit sind viele Projekte in und um München gestorben, auch Österreich hätte partizipieren können! Schade, es wollte eben nicht sein!
Wäre Dominique Strauss-Kahn ein Deutscher oder Amerikaner, so könnte man sich diese Debatte sparen. Kaum jemand würde ihn noch zum Kanzler- oder Präsidentschaftskandidaten vorschlagen, gleichgültig, wie das Vergewaltigungsverfahren in New York juristisch endet. Parteien und Bürger kämen rasch zu dem Urteil: Der brillante Ex-Direktor des Internationalen Währungsfonds ist - leider - charakterlich ungeeignet zur Führung einer Nation.
Das meint die "Sueddeutsche Zeitung"! Und eigentlich meine das auch ich!
Schauplatz Deutschland, Weltmeisterschaft im Frauen-Fußball:
Samstag spielt Deutschland gegen Japan um den Einzug in die Gruppe der letzten Vier!
Die "Welt online" meint, dass Frauenfußball noch immer nicht ganz ernstgenommen wird: Wäre aber nicht Prosa angemessener als Lyrik? Allein die schillernde Scheinpräsenz der Meisterschaft in der öffentlichen Wahrnehmung legt das nahe: Einerseits hieß es, jeder zweite Deutsche habe das Eröffnungsspiel verfolgt, andererseits ergaben Umfragen, jeder zweite kenne keine einzige der Nationalspielerinnen. Ob nun aus bloßem Marketinggeschick oder selbst auferlegter politischer Überkorrektheit - der Sport erscheint in der Debatte größer, als er in den Stadien ist.
Ich werde mir Samstag und Sonntag die Viertelfinalspiele anschauen. Nicht um Spaß zu haben und über die fußballspielenden Frauen zu lächeln - sondern aus sportlichem Interesse. Die Frauen spielen wirklich gut und der Frauenfußball hat sich in den letzten 20 Jahren ganz rasant weiterentwickelt. Schauen Sie sich das an, bevor Sie lästern!
Und was die Härte betrifft - die Frauen gehen auch schon mal ganz hart an die Frau - Das Video vom Australien-Spiel (Australien - Äquatorialguinea)
Und jetzt kommen wir noch rasch unserem Bildungsauftrag nach und machen uns über Äquatorialguinea schlau: Äquatorialguinea (spanisch Guinea Ecuatorial, französisch Guinée équatoriale) ist ein Staat in Subsahara-Afrika. Der Festlandteil des Staates grenzt im Norden an Kamerun, im Süden und Osten an Gabun und im Westen an den Golf von Guinea. Der südlichste Teil des Staatsgebietes, die Insel Annobón, liegt 80 Seemeilen südlich des Äquators.
Die Länge der Landgrenzen beläuft sich auf 835 km. Die Küstenlinie misst 296 km.
DR. Klaus Billand, von Berufs wegen ein Weltreisender, ergänzt: Die Haupt-Insel heißt Bioko, und das Interessante ist doch, dass die Hauptstadt auf der Insel liegt, sie heißt Malabo. Und es ist der einzige Staat, der spanisch in Afrika spricht - die Iberia fliegt wohl 4-6 mal die Woche hin
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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FREITAG, 8. JULI 2011
Ioan Holender schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Foto: Renate Wagner
Ist das ein schlechtes Zeichen für die heute über die Bretter gehende Premiere des "gesprochenen Rosenkavaliers" in Reichenau, wo der "Ex" unter großer Anteilnahme der Medien den "Herrn von Faninal" gibt? Wir werden berichten. Nur noch einmal schlafen - dann wissen Sie mehr!
Aix en Provence: La Traviata. Fesch ist er schon, der Alfredo. Charles Castronovo gestaltet diese Rolle, der Ereignis heißt jedoch Natalie Dessay. Foto: Langlois
Diese Inszenierung steht uns demnächst auch in Wiens ins Haus, zumal Monsieur le Directeur gerne in Frankreich einkauft. "Man kauft bei Freunden", das ist nicht neu, das praktiziert jeder Operndirektor. Nicht so ganz glücklich für derartige Bestrebungen ist, dass diese Inszenierung, die uns eigentlich überraschen soll - was ja den Reiz einer Premiere ausmacht - bereits am 16.7. im auf ARTE im TV zu sehen ist. Unser Leser A.Thien machte mich darauf aufmerksam, morgen lesen Sie in unserer "Aktuellen Seite" einen detaillierteren Hinweis. Die eigentliche Premiere bei den Festspielen in Aix en Provence ist bereits Vergangenheit, die "Wiener Zeitung" war dabei:
Als Olympia in „Hoffmanns Erzählungen” hat sich die französische Sopranistin Nathalie Dessay seit ihrem Rollendebüt 1992 in Paris auf den Opernbühnen der Welt durchgesetzt - schon ein Jahr später engagierte sie die Wiener Staatsoper. Von Anfang an bewunderte man die Leichtigkeit ihrer quecksilbrigen Stimme ebenso wie ihr schauspielerisches Talent, ihren frechen Charme. Zurecht bekam sie 2008 in London den Laurence Olivier Award: einen Preis für Schauspieler. Davor aber zeigte sich auch die Zerbrechlichkeit dieser Stimme - ausgerechnet 2001/2002, als sie an der Wiener Staatsoper gastieren sollte.
Gerade mit dieser gefährdet klingenden Stimme und dank des darstellerischen Talents triumphierte die 46-Jährige am Mittwoch beim mit Spannung erwarteten ersten großen Abend der Opernfestspiele in Aix-en-Provence. Denn sie singt eben die Rolle einer Gefährdeten, jener Frau, die „vom rechten Weg abkommt”: die „Traviata”. Die schlichte Regie von Jean-François Sivadier, die aufdringliche Interpretationen vermeidet, unterstreicht diese Gefährdung: Immer wieder schreitet die zarte Frau, leicht bekleidet, den Blick schlafwandlerisch in die Ferne entrückt, vom Hintergrund auf den Orchestergraben zu. Schützende Hände räumen die Stühle aus dem Weg, über die sie stürzen könnte, und halten sie vom letzten Schritt zurück. Am Ende aber kann sie keiner mehr halten, und Dessay bricht zusammen.
Anna Netrebko und Erwin Schrott standen in Berlin im Mittelpunkt einer Pressekonferenz anlässlich des Open Airs auf der Waldbühne. Merker-Mitarbeiterin Ursula Wiegand war dabei, ihr Bericht steht in den Tagesinfos online. Die neue Haarfarbe von Erwin stand auch zur Diskussion - Anna empfahl ihrem Gespons die Haarfarbe unserer Rezensentin: rötlich!
Merker-Mitarbeiter Dr. Peter Dusek ist ein Fan von Elina Garanca - und so war er natürlich am Mittwoch auf Stift Göttweig. In unseren Tagesinfos haben wir mehrere Fotos anzubieten, Duseks Rezension steht in unseren Kritiken online. Nicht so ganz glücklich war der Rezensent mit Michéle Crider, die von der Mutterreuden entgegensehenden Diva sicherheitshalber mit in das Boot genommen wurde: Elina Garanca entschädigt mit einer wunderbar gesungenen Dalila-Arie, das Volksopern-Orchester begeistert unter Karel Mark Chichon mit der „Leichten Kavallerie“ von Franz von Suppé. Es herrscht längst Volksfeststimmung oder Walfahrts-Begeisterung.
Im finalen Medley hält auch die dunkelhäutige US-Schönheit Michéle Crider (die stark abgenommen hat) mit den beiden anderen Sängern mit. Bei den Zugaben jubelt man besonders über „O sole mio“. Und dann singt die Garanca ein Ave Maria von Gomez - sie betet es fast und Klassik unter Sternen ist wieder einmal am Ziel angelangt. Im nächsten Jahr müssen sich Garanca-Fans den 11. Juli 2012 vormerken. Da gibt es Elina Garanca & Friends dann schon zum 5. Mal. Und hoffentlich wieder sternenklar.
Und ob Sie es glauben, oder auch nicht: Der Vorverkauf für den 11.7. 2012 läuft bereits!
München: Heute "Oper für alle" auf dem Max Josephs-Platz: Fidelio mit Anja Kampe und Jonas Kaufmann. Foto: Hösl
Auszug aus der "Münchner Abendzeitung, die von der ersten Vorstellung berichtet: Wer heute auf den Max-Joseph-Platz kommt, wenn die zweite Festspielauffführung von „Fidelio“ als „Oper für alle“ auf die Großbildleinwand übertragen wird, darf sich auf die beste Leonore seit langem freuen: Anja Kampe bewältigt die musikalischen Schwierigkeiten mühelos. Sie macht aus Beethovens heroischer Idealistin eine menschlich anrührende und bewegende Gestalt. Seit der legendären Hildegard Behrens gab es in München keine besser Leonore.
Jonas Kaufmann gelang der aus dem Nichts herauswachsende Aufschrei „Gott!“ am Beginn seiner Arie bei der montäglichen Festspielvorstellung wegen einiger dumpfer Farben nicht ganz so perfekt wie in der Premiere. Wolfgang Koch setzte als Pizarro mehr auf Kraft als auf Genauigkeit. Bei Franz-Josef Seligs Rocco könnten der etwas unflexible Gesang die Konsonantenspuckerei stören, aber sie passen zu seiner Deutung der Figur als eines Pedanten.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann ist dieser "Fidelio" heute auch zeitversetzt auf dem Wiener Rathausplatz zu sehen. Aber vergewissern Sie sich bitte noch, damit Sie mich morgen nicht zu lynchen brauchen!
Am Eröffnungswochenende singt, sündigt und bereut "Tannhäuser": Rita-Lucia Schneider als Venus
Das also soll der "feministische Tannhäuser" sein! Ich höre bereits den Ruf "frauenfeindlich" aus unserem Forum dringen!
Werfen wir einen Blick in den "Standard" : Eineinhalbtausend Einwohner hat Erl aktuell, dazu Gasthäuser, Kirche, Kühe. Seit gut einem hal-ben Jahrhundert gibt es dort auch ein gewaltiges Passionsspielhaus, welches wiederum auf einen Eid zurückzuführen ist, den die Erler im 17. Jahrhundert abgelegt haben, als sie an Kühen deutlich ärmer und an Leid deutlich reicher waren.
Hat's was genützt? Aber ja. Denn zu Wohlstand und Passionsspielhaus kam 1998 noch Gustav Kuhn dazu und gründete just in dem Kuhdorf an der bayerischen Grenze ein "Festival der Auseinandersetzung", die Tiroler Festspiele Erl. Hauptsächlich setzt man sich in Erl, so viel dürfte mittlerweile bekannt sein, mit dem Opernschaffen Richard Wagners auseinander.
An den vier Festspielwochenenden gibt es in diesem Sommer eine Dreistationenfahrt durch den Wagner-Kosmos zu erleben: Tannhäuser (9., 18., 29. 7.), Die Meistersinger von Nürnberg (15., 23. 7.) und Parsifal (22., 31. 7.).
Ganze sechs Mal kann man vom 9. bis 19. Juli 2011 am Wiener Karlsplatz insgesamt Aufführungen von Mozarts Meisterwerk "Don Giovanni" mitten in der Stadt unter freiem Himmel sehen. Der Hof der Technischen Universität wird dafür zur Open- Air- Bühne und präsentiert sich somit als neue Spielstätte der Opernwerkstatt Wien.
Intendant Harald Schlosser konnte für die Mozarts Meisterwerk ein junges, spielfreudiges Ensemble gewinnen, das hauptsächlich aus AbsolventInnen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien besteht. Don Giovanni wird dabei von Klemens Sander verkörpert. Chor und Orchester der Opernwerkstatt Wien stehen unter der Leitung von Michael Rot und die Inszenierung übernimmt Robert Simma
(Quelle: "Vienna online")
Gerhard Unger ist gestorben
In den Tagesinfos finden Sie den ersten, ganz kurzen Nachruf!
Eine böse Kritik über Tschechows "Drei Schwestern" in Reichenau liefert - im Gegensatz zu unserer Renate Wagner - Margarete Affenzeller im "Standard: Regisseurin Maria Happel gelingt es nicht, die zugrundeliegenden Ideen in einer aussagekräftigen Atmosphäre zu verdichten; dazu mag auch das eigentümliche Bühnenbild Peter Loidolts mit beigetragen haben: vier Plexiglasröhren, die farblich unterschiedlich erleuchten. Die Inszenierung ruht sich auf schauspielerischen Solopfaden aus: Dorothee Hartinger als machtbewusste Schwägerin Natascha oder André Pohls als ihr karriereresistenter Gatte Prosorow oder auch Peter Matic als trinksüchtiger Militärarzt.
Die Inszenierung verliert bald ihre Anliegen, ihre Haltung und verkommt so zur durchschnittlichen Provinzposse.
Kennen Sie den Herrn auf dem Foto? Dann verständigen Sie schnellstens die Polizei, der Mann ist nämlich ein Kunstdieb und macht sich soeben mit einem Picasso aus dem Staub!
Aber bevor Sie jetzt Ihren Nachbarn bei der Polizei verpfeifen, vergewissern Sie sich, ob dieser am Dienstag in San Francisco war. Einen derart dreisten Kunstdiebstahl hat die Welt wohl noch nicht gesehen: Ein Mann hat am Dienstag in einer Galerie in San Francisco einfach einen Picasso von der Wand einer Galerie genommen und ist damit abgehauen. Zu Fuß und später mit einem Taxi konnte der Unbekannte am Dienstag mit der auf gut 200.000 Dollar (140.000 Euro) geschätzten Zeichnung entkommen, schriebdie Zeitung "San Francisco Chronicle" am Donnerstag. Die Bleistiftzeichnung "Tete de Femme" von 1965 sollte von der Galerie verkauft werden und war nur mäßig gesichert.
Mäßig gesichert? Jetzt wird wohl wichtig sein, wie hoch sie versichert ist! Dieser dreiste Diebstahl hat sich bis zur Wiener "Presse" herumgesprochen!
Ich darf Ihnen aber versichern, dass eine derartige Frechheit wirklich die beste aller Diebstahlsmethoden ist. Selbst ich bin da schon einmal ganz gewaltig "eingefahren". In meinem Meidlinger Mietshaus tauchten (vor Jahren) zwei Männer, gehüllt in blaue Arbeitsmäntel, auf und montierten seelenruhig die gußeisernen Bassenabecken im Stiegenhaus ab. Früher waren dort Substandardwohnungen die Normalität, deswegen das "Wasser am Gang". Ich kam zufällig an den Arbeitenden vorbei und grüßte als höflicher Mensch noch freundlich. Ich dachte, dass die Verwaltung, die mich auch nicht über jeden Furz informiert, Reparaturen in Auftrag gegeben hat. Dem war nicht so, die Becken landeten wahrscheinlich auf einem Flohmarkt! Wenigstens haben die Diebe die Wasserhähne fachmännisch abgedichtet, sonst wäre eine Überschwemmung angesagt gewesen!
Der "Bayreuther Festspielkurier" bietet auch heuer "Bayreuth für Wagner-Novizen" an:
A
... wie Auffahrt: So nennen die Bayreuther die Anreise der Prominenz. Nur die Wichtigsten der Wichtigen dürfen – exklusiv am Premierentag – oben, am Hügel, die letzte Rechtskurve nehmen und fast bis vors Königsportal fahren. Dort entsteigen dann den schweren Karossen Politiker, Wirtschaftsbosse und Showstars. Nur ab und an gelingt es einem 2 CV, sich einzureihen. Faustregel: Normalerweise beginnt eine Aufführung um 16 Uhr, die ersten bekannten Gesichter kommen selten vor 15 Uhr. Um die Zeit ist es freilich schon fast unmöglich, ein Plätzchen mit freier Sicht aufs Königsportal zu ergattern. Die Auffahrt-Profis kommen meist schon um 12 Uhr. Mit Klappstuhl, Regenschirm und Presssackbrötchen. Man weiß ja nie …
B
... wie Bühne: Selbst der größte Chor hat auf dieser Bühne Platz – sie misst 736 Quadratmeter, hat eine Spielfläche von 25 mal 25 Metern, eine Raumbreite von 32 Metern und eine Höhe von 25,90 Metern (bis zum Schnürboden). Auch nach unten geht in Bayreuth einiges – die Unterbühne ist maximal zehn Meter tief. Interessant: Pro Meter weist die Bühne ein Gefälle von 2,5 Prozent auf – nach vorne abfallend. Die Hinterbühne hat eine Fläche von 165 Quadratmetern.
Aber jetzt gelangen wir zu Q wie Qualen und bieten dazu gleich eine Lösung an:
Q... wie Qualen: Wer Oper in Bayreuth erleben will, muss dafür leiden. Nirgendwo sonst in der Welt findet man ein unbequemeres Gestühl vor! Bayreuth, das ist eng, hart, Holzklasse. Warum? Weil dicke Polster in dem hölzernen Auditorium die Akustik beinträchtigen würden. Wie gut die Akustik ist, merkt man übrigens am besten, wenn jemandem an einer Pianissimostelle eine Taschenlampe aus der Tasche fällt. Die rollt und rollt …
Und für Ihren Allerwertesten hat der Merker den Stein der Weisen gefunden:
Bayreuths Problem gelöst: Harte Sitze sind nicht mehr notwendig
Das Täschchen aus schwarzer Seide und eleganten Fransen hat im Innern ein Schaumstoff-Sitzkissen versteckt. Ausgeklappt bietet es eine flauschige Unterlage für lange Wagner-Opern. Zusammengeklappt soll es die moderne Linie der Dame unterstützen und für den Schminkspiegel und Geldbeutel Platz bieten. Ganz billig ist sie allerdings nicht. Zwischen 85 und 115 Euro kostet die normale Festspieltasche. Einzelstücke sind sogar noch teurer.
Stephanie von Keller hat auch eine Tasche für Männer entworfen. Sie ist ebenfalls schwarz aber nicht ganz so elegant und hat einen anderen Griff. Damit die Oper-Ausstattung auch wirklich komplett ist, gibt es passend zu den Taschen noch schlichte Seidenfächer und Seidentücher. Am 25. Juli werden die Richard Wagner Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth eröffnet.
Auf diese epochale Erfindung macht uns "BR-online" aufmerksam.
Nun noch ein Nachtrag zu unserem gestrigen Hinweis auf Äquatorialguinea, dessen Damen es zur derzeit in Deutschland laufenden Weltmeisterschaft im Frauenfußball geschafft haben (mittlerweile sind sie leider ausgeschieden). Dr. Klaus Billand, von Berufs wegen ein Weltreisender, ergänzt: Die Haupt-Insel heißt Bioko, und das Interessante ist doch, dass die Hauptstadt auf der Insel liegt, sie heißt Malabo. Und es ist der einzige Staat, der spanisch in Afrika spricht - die Iberia fliegt wohl 4-6 mal die Woche hin.
Samstag spielt Deutschland gegen Japan. Ein Pflichttermin, würde ich mal sagen!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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SAMSTAG, 9. JULI 2011
Oper konzertant? Nein, die neue "La Traviata" in Aix en Provence, die im September auch zur Wiener Traviata wird.
"La Traviata" gehört zu den beliebtesten und meistgespielten Opern der Welt, deshalb ist eine Traviata-Premiere ein besonderes Opernereignis. Heute in einer Woche können wir via "Arte" diese Traviata, die ihre Premiere bereits hinter sich hat, im TV begutachten und kritisieren - wenn uns danach ist! "Deutschlandfunk" lässt uns heute schon diese Aix-Premiere reinhören und beschreibt die Inszenierung wie folgt: Der Komödiant und Schauspielregisseur Jean-François Sivadier durfte sich in Aix-en-Provence der (Ab-)Wege der "Traviata" annehmen. Auf der zum elegisch einsetzenden Vorspiel fast leer dahindämmernden Bühne wird ein Sternenhimmel gemalt, der sich dann als Vorhang über das rauschende Lebensfest der Mademoiselle Valéry erhebt. Milchstraßen deuten eine gewisse Fülle der Lichtpunkte an und die so gut wie ganz auf Requisiten verzichtende Produktion reduziert die letzten Lebensstationen der Violetta Valéry auf absichtsvoll karg gezeigte menschliche Beziehungen und gesungene Emotion. Der Mozart-Spezialist Louis Langrée hält den Estnischen Kammerchor und die Londoner Symphoniker dazu an, genau dieses Spannungsfeld von Kargheit und aufglühenden Emotionen auszutarieren.
Die "Traviata" ist also eine Ko-Produktion, und überhaupt scheinen Koproduktionen sehr in Mode gekommen zu sein. Das mag auf den ersten Blick grundvernünftig erscheinen, da anzunehmen ist, dass Produktionen, deren Finanzierung auf mehreren Schultern lastet, billiger sein müssen. Wenn Sie jedoch den Artikel der "Welt-online" aufmerksam lesen, werden Sie Überraschungen erleben: Berlins drei Opernhäuser haben bisher international nur selten die seit der Wende ersehnte Furore gemacht. Was zur positiven Folge hatte, dass man hier dem anderswo immer stärker werdenden Drang zur Koproduktion entgehen konnte. Manche Stücke (zu denen in der nächsten Spielzeit allein an der Komischen Oper "Carmen", "Der Freischütz" und "Das schlaue Füchslein" kommen) sind an der Spree zwar in zwei oder drei Variationen zu sehen, doch das waren zumeist Originale, keine Klone oder anderswo abgespielte Produktionen. Das wird zusehends anders. Während die Bayerische Staatsoper ihre aktuelle "Tosca" aus New York bezog und die neuen "Hoffmanns Erzählungen" nach London weiterreicht, die Dresdner Semperoper über vier Jahre hinweg Stefan-Herheim-Aufgüsse aus Brüssel oder Oslo zeigt, um danach ein neues Original zu bekommen und die Oper Leipzig als Peter-Konwitschny-Museum mit ausgedienten Inszenierungs-Antiquitäten bestückt wird, geht jetzt auch in Berlin der Trend zum Duplikat.
Was besonders an der Staatsoper auf die Spitze getrieben wird. Während man einerseits immer weniger Oper spielt (131 Vorstellungen im großen Haus), gehen Daniel Barenboim und Jürgen Flimm, ihre bestens vernetzten und vielfach befreundeten Chefs, in ganz Europa shoppen. Gerade für Barenboim, dessen seit 1992 laufender Vertrag zwar eben mangels politischer und kreativer Alternativen um weitere zehn Jahre verlängert wurde (dann ist er 80!), scheint das Haus nur ein Spielzeug unter vielen. Damit er nächste Saison auf seine vertraglich vereinbarten 25 Opernabende kommt, wird man ihn bei seinem späten Rossini-Debüt in der seit 1968 mehr als 300 Mal gegeben "Barbier von Sevilla"-Inszenierung der seligen Ruth Berghaus erleben können. Die frische "Walküre"-Neuproduktion, gerade dreimal gespielt, steht nächste Spielzeit ein einziges Mal auf dem Programm. Zudem ist für den mit der Scala (wo Barenboim auch einen Posten hat) gemeinsam erarbeiteten "Ring" für eine Spielzeit Pause. Was nicht unbedingt für die Dringlichkeit dieses bisher szenisch ziemlich überflüssigen Projekts spricht.
Und auch Jürgen Flimm geht regiefremd, bringt in Wien Mozarts "Titus" heraus, der in der Spielzeit drauf nach Berlin kommt...
...Kaum ein Intendant konnte bisher überzeugend vorrechnen, wie viel er durch Koproduktionen spart. Und wenn, dann gelingt das meist auch nur, wenn diese von vorneherein geplant sind, Szenenbilder von Anfang an auf unterschiedliche Bühnenmaße ausgerichtet werden. Was bei einem Stagione-Haus, wo die Produktionen in ununterbrochener Folge in drei Wochen mit derselben Besetzung abgespielt werden, Sinn macht, muss sich aber noch lange nicht für ein Repertoire-Theater eignen...
...Die Met koproduziert mit London, die Wiener Staatsoper bezieht die ersten Premieren ihrer Saison aus Aix und Zürich. Salzburg soll unter Alexander Pereira mit jährlich sechs neuen Produktionen eine Premierenstartrampe für den Opernhäuserrest werden. Das ist offenbar der Zug der Musiktheaterzeit, auf den soll nun auch Berlin aufspringen. Intendanten müssen offenbar künftig nicht mehr sonderlich viel Kreativität aufbringen, sondern nur noch ihren Etat geschickt anderswo verteilen. Der Gattung, die sowieso eine museale ist, weitgehend von toten Komponisten zehrt und die immergleichen 80 Werke recycelt, wird das sicher nichts nützen. Man glänzt vielleicht nach außen mit Stars, die dann leicht in Inszenierungen einsteigen werden, die sie schon von anderswoher kennen, aber so höhlen sich die Opernhäuser inhaltlich immer mehr aus. Selbst die Komische Oper wird jetzt zur Zweitspielstätte. An der English National Opera inszeniert im nächsten Jahr der künftige Intendant Barrie Kosky Rameaus "Castor und Pollux". Auch die Produktion hat bereits die Fahrkarte an die Spree.
Freunde, Verwandte, alte Bekannte. Das Beziehungsgeflecht zwischen den Protagonisten in Berlin und der Welt wird enger. Doch was hat das Publikum davon, wenn nie in einem Gesamtplan gedacht wird, jeder noch stärker seiner Egozentrik frönt.
Koproduktionen sind also keine Einsparungsgarantie, wer hätte das gedacht? Dank an die "Welt-online, die hier - aus Berliner Sicht - recherchiert hat. Der "Online-Merker" hat das hier auch für Wiener Verhältnisse aufgegriffen (Dominique Meyer ist ein berühmter Ko-Produzent) - und solange ich diese Plattform gestalte, werden wir keinem Direktor hinten reinkriechen! Frage: Warum Koproduktionen, wenn diese nicht biller kommen als komplette Neuinszenierungen??
Elina Garanca hat nun auch ihr letztes Open Air vor der Baby-Pause triumphal absolviert, am Donnerstag sang sie mit "Friends" vor dem Linzer Dom. Die Baby-Austattung dürfte damit finanziell abgesichert sein!
Die Tiroler Festspiele Erl wurden bereits eröffnet, der "Tannhäuser" hat aber erst heute Premiere. Jenen Wundermann, der Erl ein winterfestes Festspielhaus schenkt, können Sie via Presseschau per Video kennenlernen: Hans Peter Haselsteiner!
In Bonn wirft Intendant Klaus Weise das Handtuch, die Stadt will dies zu einer Umstrukturierung im Theater nutzen!
Nachzügler-Kritiken gibt es von Münchens "Francois" (die NZZ lässt sich immer lange bitten) bzw. von der Festspieleröffnung in Eutin (die dortigen Festspiele sind nach dem Desaster der letzten Jahre nur durch Initiativen der lokalen Kaufmannschaft möglich). Wir berichten auch über kleinere Festivals (Kittsee - da steht auch ein Merker-Bericht von Meinhard Rüdenauer über "Kiss me, Kate" online) und Wien (Theresianum - eine "entkitschte "Csardasfürstin").
Gestern war Premiere des gesprochenen "Rosenkavalier" in Reichenau. Renate Wagner war dort und über manches entsetzt:
Hat er es nötig, sich zu demontieren?? Ioan Holender
Man hat Hermann Beil mit einer Bearbeitung des Operntextes für die Bühne beauftragt, und siehe da, der Mann, den der Ruf der Feinsinnigkeit umgibt, hält den „Rosenkavalier“ offenbar für eine simple Posse für das gemeine Bagagi. Seine Bearbeitung, die vor allem eine Kürzung ist (viel Kostbares fiel beim Hobeln weg, Goldspäne, unbeachtet weggelassen, offenbar von niemandem erkannt), lässt gar nicht viel Substanz übrig – zwei Stunden, zehn Minuten, die Sache hat sich, und was die (hier schmerzlich fehlende) Musik nicht erzählt, bleibt ungesagt und ungespielt...
Hermann Beil erzählt eine völlig belanglose Posse!
Allerdings wird man trotzdem seinen Kotau vor der jungen, schönen, heiteren Frau Fürstin Feldmarschall der Julia Stemberger machen, die so verzückt und unbeschwert ihren jungen Octavian liebt – und dann so wunderbar in den Abgrund der Melancholie fällt, als die Erkenntnis von der Unvermeidbarkeit des Alters sie anfällt. Auch ist sie die einzige, die diesen Operntext sprechen kann, „als müsst’s so sein“, und das ist wahrlich eine Kunst...
...Martin Schwab als Ochs von Lerchenau ist bestenfalls – eine Behauptung. Abgesehen von der hektischen Unsicherheit, mit der er durch die Rolle zu schwanken scheint (wo doch Ochs so fest und unerschütterlich in seiner Dummheit ruht), ist die Frau noch nicht geboren, die in ihm den unersättlichen Roue wittern würde. Das Lerchenauische Glück lässt hier hundertprozentig aus. Und Herr von Faninal war leider unabkömmlich, vielleicht wollte er mit seinem Hang fürs Feine hier nicht dabei sein. Dafür hat sich Herr Ioan Holender bereit erklärt, als Vater der Sophie auf die Bühne zu gehen, ganz unverkennbar er selbst, was vielleicht eine schauspielerische Leistung ist, vielleicht auch nicht, das kommt vermutlich auf den Blickwinkel an. Wenn er aus seiner Zeit als Wiener Operndirektor noch einen Hauch von Gewissen hat, was das Genre Oper angeht, so müsste er eigentlich angesichts der Produktion, in der er sich da befindet, die Hände über dem Kopf zusammen schlagen… Rosenkavalier light, Billigversion.
Warum tut sich der Mann, der ein Flaggschiff durch die heimtückischen Hemmnisse des internationalen Operngeschehens relativ sicher gelenkt hat, so etwas an?? Zuerst bellt er bei seinem letzten Opernball seinen Abschied einem Millionenpublikum entgegen, das er ratlos zurück ließ, dann beweist er, dass er im Grunde genommen nur eine einzige Rolle zu spielen imstande ist: Ioan Holender! Wenn er so weitermacht, ist er auf dem besten Weg, zum "Lugner der Oper" zu werden!
Sehr geehrter Herr Direktor! Um beim "Rosenkavalier" zu bleiben - "ich muss ihm gratulieren"!! Zwar nicht zu Ihren "17 Jahr", aber zu Ihrer Berufswahl. Als Agent und Intendant haben Sie in der Weltliga mitgespielt, als Sänger und Schauspieler wären Sie über die Kreisklasse nicht hinausgekommen! Warum aber, zum Teufel, lassen Sie dies die Welt wissen? Als Sportfunktionär habe ich zwar nie Kontakt zur Weltspitze gehabt, aber im lokalen Bereich habe ich schon etwas bewegt. Als mein Fußballteam dann in einer gehobenen Leistungsklasse gespielt hat, habe ich selbst bei Trainings nie mehr mitgespielt - was ich in meiner Anfangszeit sehr wohl mit Freude gemacht habe. Ich wollte meinen "sportlichen Untergebenen" nicht zeigen, dass meine eigenen diesbezüglichen Fähigkeiten sehr bescheiden sind! Deswegen war ich aber auch ein guter "Chef" - wie Sie ein hervorragender Opernintendant und Stimmenkenner waren bzw. immer noch sind! Ihre Auftritte stehen eigentlich völlig im Widerspruch zu Ihrer sprichwörtlichen Eitelkeit - denn ich will doch wirklich nicht annehmen, dass Sie nicht wissen, auf welchem Niveau sich Ihre Darbietungen bewegen!
Bettina Hering Intendantin am Landestheater St. Pölten
Die Dramaturgin und Regisseurin Bettina Hering wird neue künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich in St. Pölten. Sie tritt damit ab 1. September 2012 die Nachfolge von Isabella Suppanz an, deren Intendanz nach der Saison 2011/12 endet. Herings Vertrag läuft laut Aussendung des Theaters mit einer Option auf Verlängerung bis 31. Mai 2016.
Die Schauspielerin Maria Kwiatkowski ist unfassbar jung (26jährig) gestorben
Maria Kwiatkowski zählte zu den Nachwuchshoffnungen des Theaters, zuletzt war sie an der Berliner Volksbühne tätig und drehte noch in den letzten Tagen einen Film mit Mario Adorf. Als Todesursache wird Herzstillstand angegeben, andere Zeitungen machen keine Angaben. Dieses Thema eignet sich nicht zur Verblödelung, aber ist nicht jeder Tod mit einem Herzstillstand verbunden?
Klassiker wie "Der Kuss" von Gustav Klimt oder die Messerschmidt-Köpfe von Franz Xaver, aber auch viele erstmals zu sehende Kunstwerke werden ab 12. Juli im Oberen Belvedere in Wien in einer Neupräsentation gezeigt.
Es gab keine Polizei, Menschenhandel war erlaubt, Prostitution steuerpflichtig. Das Römermuseum Xanten beschäftigt sich mit der Kriminalität im antiken Rom.
Darüber berichtet die "Berliner Morgenpost" .
Otto von Habsburg wird am Samstag, 16. Juli begraben. Die Republik Österreich stellt sich mit einem Staatsbegräbnis ein, Tausende werden die Zeremonie auf Videowänden sehen können, Millionen wohl im Fernsehen!
Heute stehen die Viertelfinalspiele der Frauen-Fußball-WM auf dem Programm. ZDF überträgt ab 18 h England-Frankreich, ab 20,30 h Deutschland gegen Japan. Ich habe mich als Fan des Frauenfußballs bereits geoutet, wenn ich nun mit einem Foto demonstriere, dass Fußballerinnen absolut keine maskuline Ader haben müssen, nur weil sie einen angeblichen "Männersport" betreiben, reduziere ich mein Interesse am Frauenfußball keineswegs auf das Optische - und nehme damit das Sportliche nicht ernst! Denn eines ist klar, ein Fußballdress macht einen Frauenkörper keineswegs "sexy" (exakt das Gegenteil ist der Fall, da sollte man sich im Interesse der Spielerinnen etwas einfallen lassen) , da haben Voyeure in jedem Strandbad weit bessere Karten!
Die französischen Fußball-Nationalspielerinnen Sarah Bouhaddi, Gaétane Thiney et Corine Franco-Photo : FFF / Agence hémisphère droit / Pauce
Besagte drei Damen spielen heute um 18 h gegen England! Sollte Sie dieses Foto nicht überzeugen, bietet die Presseschau noch weitere Beweise an!
Da in unserem Forum das Verdienst von Fußballern im Vergleich zu Künstlern angesprochen wird, habe ich recherciert. Spitzenverdiener bei den Herren ist derzeit Cristiano Ronaldo von Real Madrid, der als Fixum aber nur relativ bescheidene 13,5 Millionen Euro pro Jahr verdient. Mit den Werbeeinnahmen kommt er aber auf ansehnliche 38,5 Millionen, womit er sich schon durchfretten kann. Nun zum Vergleich die Damen, die hier wirklich ganz eklatant benachteiligt sind. Die deutsche Nationalspielerin Lira Bajramai, die zum WM-Beginn gar nicht zum "harten Kern" der Nationalelf gehörte, verdient künftig bei Frankfurt monatlich 11 000 Euro - also ein Jahresfixum von 150 000 Euro, mit den Werbeeeinnahmen bekommt sie allerdings um weitere 80 000 Euro mehr. Wie soll sie mit diesem Bettel von 230 000 Euro ein Jahr lang leben? Höre ich da keine Frauenrechtlerin nach Gerechtigkeit rufen?
Ich wünsche ein schönes Wochenende!
A.C
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SONNTAG, 10. JULI 2011
München: Thomas Gottschalk und Nikolaus Bachler "picknicken" mit der Menge vor "Fidelio", am Freitag auf dem Max Josephs-Platz
"Ich bin hier nicht von der Volkshochschule!“ Thomas Gottschalk gockelt lieber mit ein paar Brocken Basiswissen, das er durch familientaugliche Kalauer aufmischt. Oper soll ja wirklich für alle sein, und wenn’s halt schon mal bierernste Kost ist wie Beethovens „Fidelio“, dann muss Leichtigkeit her: „War das eine gute Idee mit den Bratheringen in der Sonne?“ Schon gegen 18.30 Uhr hat der harte Kern der Open-Air- Staatsoperngänger den kompletten Max-Joseph-Platz gepflastert. Picknick-Decken sorgen für einen Hauch Komfort, Tupperschüsseln werden rumgereicht. „Lass uns noch schnell Pommes holen“, quengelt ein Bub. „Zu spät“, raunzt die Mama, am Aperol Spritz nippend, denn mit Gottschalks launigem Bad in der Menge werden’s schnell noch mehr...
...Dicht an dicht stehen die Opernflaneure, der Entertainer steckt jetzt in einer Traube Schüler, die „alle total freiwillig“ gekommen sind, und irgendwie wartet man auf eine Stadtwette. Oder wenigstens Michelle Hunziker, die um die Ecke biegt. Statt dessen erscheint Nikolaus Bachler, der im Leiberl unterm Sakko deutlich an seinem gewohnt maßgeschneiderten Staatsopernintendanten-Chic einbüßt. Aber natürlich sympathisch rüberkommt. Und sogar ein bisschen lässig. Die beiden unterhalten sich über Freiheit und Frauenliebe, selbst über das Streichquartett, das Regisseur Calixto Bieito in seine Produktion einschleust, und dann ist Gottschalk halt doch nicht das „eher schlichte Gemüt“, wie er eingangs kokettiert.
Wenn er wollte, könnte er schon, das zeigt sich auch in den Pausen- Gesprächen, die auf die 50-Quadratmeter-Leinwand übertragen werden. Mit Anja Kampe, die trotz Leonoren- Leistung aufgekratzt vor sich hin quietscht und wohl gar nicht an ihre Stimme denkt. Doch wenn Gottschalk den Erklärbären gibt, machen alle mit. Auch der konzentrierte Jonas Kaufmann.
Deutsche Oper Berlin: Kirsten Harms macht Feierabend.
Die kulturhistorisch gültige Bilanz einer Intendanz kann man wahrscheinlich erst nach vielen Jahren und im Vergleich ziehen. Das soll mich aber nicht hindern, die sieben Jahre von Kirsten Harms ganz subjektiv Revue passieren zu lassen. Von außen gesehen war die elegante „weiße Frau“ aus dem Norden im hemdsärmeligen Berlin mit seinen Ellbogenkämpfen eine Ausnahmeerscheinung. Ihre unerschütterliche Freundlichkeit und Gelassenheit war das, was zuerst auffiel...
...Was misslang eindeutig? Am meisten Echo machte der Fall „Idomeneo“. Aber der war bei näherer Betrachtung eher eine Panne der Berliner Behörden, die die Verantwortung für die Sicherheit von Kulturereignissen nie und nimmer einer Intendantin weitergeben hätten dürfen. Jetzt, wo Kirsten Harms ein wohlbestelltes, finanziell erfolgreiches Haus hinterlässt, darf man dergleichen getrost als Fußnote ablegen.
Die Deutsche Oper verdankt Kirsten Harms sehr viel: Dank ihrer hat sie die Zeit der Schwermut und Identitätskrise mutig hinter sich gelassen. Es macht wieder große Freude, in die Bismarckstraße zu pilgern. Vor dem Haus springen in der warmen Sommerabenden die Kunstfontänen empor, schwerelos, und immer überraschend: ein Sinnbild für den Schuss Anmut, den Berlins Opernleben durch Kirsten Harms bekommen hat. (Auszug aus der "Berliner Morgenpost")
Piotr Beczala hat am Linzer Landestheater seine Karriere begonnen
Linz: Das Projekt „Oberbank Klassik“ ermöglichte die Begegnung mit dem international gefragten lyrischen Tenor Piotr Beczala .
In Linz hat die Bühnenlaufbahn des Sängers begonnen. Das Linzer Landestheater war für ihn das erste Engagement (1992– 1997), bei dem er sich nach und nach über kleinere und bald größere Rollen die Vielseitigkeit erarbeitete. Auf Linz folgte das Opernhaus Zürich, dem er noch in Treue verbunden ist. Von dort führen ihn vielfältige Verpflichtungen zu namhaften Bühnen in ganz Europa und zu den internationalen Spitzeninstituten auch in Übersee. (Quelle: Oberösterreichische Nachrichten)
Mandy Fredrich: ab 19. Juli ist sie die "Donna Anna" in St. Margarethen
Sie ist die erste Deutsche Gewinnerin der Competizione dell’Opera 2010 und wird die Contessa/Le nozze an der Deutschen Oper Berlin 2012 und in Tokyo 2013 , die Primadonna/Le convenienze ed incovenienze teatrali in Zürich 2011, Stimme des Falken/Hüter der Schwelle/Frau ohne Schatten an der Scala 2012 sein und wird 2012 bei auch bei den Salzburger Festspielen auftreten.
Christina Khosrowi als "Boccaccio" in Baden
Renate Wagner berichtet von der "Boccaccio-Premiere in Baden bei Wien, die gestern Premiere hatte:
Dass „Boccaccio“ nicht öfter gespielt wird, verwundert eigentlich, denn die Musik ist wirklich außerordentlich, eine Überfülle melodischer Gustostücke, auch immer gepaart mit rhythmischen Tricks, Besonderheiten, Einfällen, hervorragender Instrumentation. Männer wie Franz Josef Breznik am Pult wissen das zu entfalten, und Künstlern wie Mátyás Jurkovics fällt immer Amüsantes dazu ein. Alles steht im Dienste von Suppé - der Mann konnte nicht nur komponieren, über ihm waltete auch die Muse der Inspiration, der Operette. Und in Baden hat man es wieder einmal ohne Einschränkungen auf die Bühne gebracht. Dass es auch anders geht (oder nicht geht), bekommt man oft genug gezeigt: Wie Gott will, ich halt still… (oder auch nicht).
Die Inszenierung ist "Marke Robert Herzl"
Anja Harteros sang die "Mimi" in Düsseldorf. Das Haus kann sich diese Sängerin finanziell eigentlich gar nicht leisten, deshalb sprang der "Freundeskreis der Oper " ein
Sie gilt als die Stradivari unter den Stimmen. Nicht nur ihre Fans, sondern auch Kritiker geraten ins Schwärmen, wenn sie über den noblen und ausdrucksstarken Gesang von Anja Harteros sprechen. Eine Gage für die in Bergneustadt geborene Sopranistin, deren kometenhafter Aufstieg im Jahr 1999 mit dem Gewinn des renommierten Cardiff-Sängerwettbewerbs begann, ist für Stadttheater inzwischen kaum bezahlbar. Dass sie dennoch Samstagabend als Mimi in der „Bohème“ auftritt, ist dem Freundeskreis der Oper zu verdanken.
Dabei ist Harteros’ Düsseldorf-Debüt keine Premiere. Es ist eine Gala-Vorstellung. Feierte doch die Inszenierung von Robert Carsen bereits 2010 Rheinopern-Premiere. Für den plötzlich erkrankten Tenor Massimo Giordano wird der junge Rumäne Teodor Ilincai einspringen und an der Seite der Starsopranistin den Rodolfo singen. „Hoffentlich ist er groß genug“, schmunzelt die Sängerin, die immerhin 1,77 Meter misst. „Er ist erste Wahl und hat die Rolle kürzlich in Covent Garden in London gesungen“, versichert Dieter Vogel vom Freundeskreis, der neben Jugendförderung und Opernstudio einmal im Jahr einen Star finanziert.
Die Vorstellung fand bereits Samstag statt, die Vorschau lieferte "Der Westen de".
Warum macht man Ko-Produktionen? Schlichte Gemüter meinen, weil diese billiger kommen - und in Zeiten, in denen wir alle sparen müssen, um in Not gekommene Länder zu retten, sieht das wohl auch jeder ein!
Aber: Kaum ein Intendant konnte bisher überzeugend vorrechnen, wie viel er durch Koproduktionen spart. Und wenn, dann gelingt das meist auch nur, wenn diese von vorneherein geplant sind, Szenenbilder von Anfang an auf unterschiedliche Bühnenmaße ausgerichtet werden. Was bei einem Stagione-Haus, wo die Produktionen in ununterbrochener Folge in drei Wochen mit derselben Besetzung abgespielt werden, Sinn macht, muss sich aber noch lange nicht für ein Repertoire-Theater eignen...
...Die Met koproduziert mit London, die Wiener Staatsoper bezieht die ersten Premieren ihrer Saison aus Aix und Zürich. Salzburg soll unter Alexander Pereira mit jährlich sechs neuen Produktionen eine Premierenstartrampe für den Opernhäuserrest werden. Das ist offenbar der Zug der Musiktheaterzeit.
Derlei verrät uns die "Welt-online"
Alexander Keil heißt "der Nackte" in Hermann Nitsch's "Francois" in München
Damit "Frieda" in unserem Forum mich nicht wegen Nacktfotos der französichen Fußballerinnen tadelt (das waren hochkünstlerische Meisterfotos, keine Pornos!), stelle ich nun das Foto eines nackten Mannes online, das ein Szenenfoto aus dem Münchner "Francois" ist. Was fühlt ein Statist, wenn er nackt vor 2000 Menschen auf der Bühne steht? Diese Frage stellte die "Münchner Abendzeitung" dem Darsteller:
Nackt aufzutreten geht für Keil in Ordnung, wenn es innerhalb des Theaters passiert. „Ich war nicht sicher, wie ich mich dabei fühle, aber es geht in Ordnung, solange keine Verwandten und Freunde zuschauen.” Die wohnen praktischerweise ziemlich weit entfernt. Und wegen einer Augenbinde ist Keils Gesicht auf Fotos nicht zu erkennen.
Am Sonntag ist die vorerst letzte Vorstellung des „Saint François” im ausverkauften Nationaltheater. „Ich war nur das Material, damit Nitsch seine Kunst präsentieren kann”, fasst Alexander Keil seine Erfahrung zusammen. Über die Gage sagt er nicht mehr als: „Ich finde sie in Ordnung.”
Ioan Holender als "Faninal" im gesprochenen "Rosenkavalier" in Reichenau
Ein Besetzungsgag, der aufgeht. Holender ist Faninal und Holender zugleich und erinnert irgendwie auch an große Oper. Und das ist viel wert. Der "Kurier" zieht sich diplomatisch aus der Affäre. Was zu Holenders Schauspielkünste aus unserer Sicht zu sagen war, konnten Sie gestern lesen!
Der aus Holland stammende Theaterleiter im Solde Münchens, Johan Simons, gab der "Welt-online" ein Interview über die Stimmung seiner Landsleute in Bezug zu Künstlern. Er findet, dass ein großer Teil der Holländer Künstler sogar hasst: Wenn es diese Abgrenzung nicht mehr gibt, hat der Populismus leichtes Spiel, man macht sich damit angreifbarer. Nehmen wir zum Beispiel André Rieu. Unser Kulturminister sagt: Schaut euch diesen Geiger an, der braucht überhaupt keine Subventionen. Aber sollen wir ihn vielleicht fragen, ob er mit seinem Orchester Strawinsky oder Messiaen spielt?
Welt Online: Wie denken die Bürger darüber?
Simons: Bei einer Umfrage kam heraus, dass nur 30 Prozent der Holländer finden, dass Kultur unterstützenswert ist. Doch die Frage ist falsch! Ich nenne das populistische Demokratie. Wenn ich einen Politiker wähle, gehe ich davon aus, dass er utopisch denkt. Dass er auch Dinge tut, die dem Wähler nicht auf den ersten Blick gefallen.
Sagen Sie das einmal Österreichs Politikern, Herr Simons. Das Verständnis dürfte da nicht allzu groß sein!
Ja, nun ist es passiert, der Traum der deutschen Fußballfrauen vom WM-Titel im eigenen Land ist ausgeträumt! Warum heißt es eigentlich "Fußball-Frauen-WM" und "Ski Damen-Bewerbe"? Kann das jemand schlüssig erklären?
Diese Szene kurz nach 23 h traf Fußball-Deutschland tief ins Mark. Die Japanerinnen nützten ihre einzige Torchance! 0:1 - uns aus der Traum!
Das entscheidende Tor!
Das Video - weinende deutsche Spielerinnen!
Ich habe in meinem Leben viel mit Fußball zu tun gehabt, gottlob wenig als Spieler. Aber als Funktionär war ich einer der ersten, der "die Null muss stehen" an seine Fahnen heftete. Meine Mannschaft, die in Österreichs dritthöchster Leistungsstufe (heute ist das bereits Profi-Fußball, damals war das ein verkapptes Profitum mit Legionären aus der Slowakei, die mit dem verdienten Geld ihre Familien zu erhalten hatten) spielte und deren Standardergebnis 0:0 war, bot zwar keinen spektakulären, aber einen ökonomischen Fußball. Da wurde das eigene Tor verrammelt - und vorne bauten wir auf ein Wunder, das gar nicht so selten eintraf! Abwehrspieler unter 1,90 Meter Höhe hatten bei uns praktisch keine Chance, aufgestellt zu werden. In jedem Spiel ergibt sich auch für eine defensiv eingestellte Mannschaft (bei den Frauen heißt das trotzdem nicht "Frauschaft" zumindest eine Torchance. Um zu gewinnen, muss dann diese eine Chance genutzt werden!
Wenn es nach der Größe gegangen wäre, hätten die deutschen Frauen gestern einen Kantersieg landen müssen. Einige der deutschen Spielerinnen lagen über der 1,80 Meter Marke oder kratzten daran. Die Japanerinnen sind im Schnitt 1,63 Meter hoch. Aber diese "Zwerginnen" gewannen viele Kopfballduelle und waren vor allem eines: ungemein sicher am Ball und eminent lauffreudig! Ich hätte einen deutschen Sieg lieber gesehen und sah das Unglück kommen. Deshalb drehte ich zur Pause den Fernseher ab. Als ich ihn schüchtern in der Hoffnung, dass mittlerweile aus deutscher Sicht ein Wunder geschehen sei wieder andrehte, schlossen die Japanerinnen ihre einzige Torchance im gesamten Spiel aus geradezu unmöglichen Schusswinkel zum Siegtreffer ab. So ist Fußball - und leider hat meine Philosophie davon wieder einmal recht behalten. Eigentlich gefällt mir das gar nicht, aber ich hatte damals eigentlich angesichts der vorhandenen Mittel keine andere Chance.
Heute ab 17,30 h spielen die USA gegen Brasilien. Mein Tipp: Der Sieger aus diesem Spiel wird am kommenden Sonntag auch Weltmeister!
Obwohl, mein Herz hängt natürlich an den Französinnen, die wirklich Angriffsfußball spielen!
Und an "Frieda" aus unserem Forum: Schicken Sie mir doch ein künstlerisch wertvolles Foto von sich, ähnlich dem gestrigen Französinnen-Foto. Ich veröffentliche es doch glatt! Versprochen!
Haben Sie einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 12. JULI 2011
Eklat in Berlin: Bürgermeister Klaus Wowereit wurde von der Bühne gebuht!
So hatte sich Klaus Wowereit (SPD) den Abend in der Deutschen Oper sicher nicht vorgestellt: Im Anschluss an die gut vierstündige Inszenierung des „Tannhäuser“ stand die Verabschiedung der Intendantin Kirsten Harms an. Wowereit, Regierender Bürgermeister und amtierender Kultursenator, war der erste Redner. Es war schon nach 22 Uhr, als der Applaus für die Künstler verebbte und Bühnenarbeiter ein Stehpult brachten.
Wowereit wurde freundlich empfangen, wählte freundliche Worte, wie man das eben so macht, wenn eine Intendantin geht, die sieben Jahre lang das größte Berliner Opernhaus geleitet hat. Aber die Stimmung kippte schnell. Als Wowereit sagte, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Senat und der Intendantin zwar mitunter schwierig, aber immer tadellos und letztlich erfolgreich war, hatte er den wunden Punkt getroffen. Das Publikum reagierte heftig. Es hagelte Buhrufe. Wowereit versuchte dagegen anzureden, musste aber schnell erkennen, dass er die Stimmung nicht beruhigen konnte. Schließlich verließ der Regierende Bürgermeister die Bühne. Ruhig wurde es erst wieder, als danach Stephan Braunfels, der Vorsitzende des Fördervereins der Deutschen Oper, ans Rednerpult trat.
Offenbar war vielen im Publikum bekannt, dass das Verhältnis zwischen Senat und Frau Harms nicht gerade harmonisch war. Als es Zeit war, über eine Vertragsverlängerung der Intendantin zu reden, ließ Wowereit Frau Harms lange warten – sein Kulturstaatssekretär suchte unterdessen schon einen Nachfolger. Beim „Idomeneo“-Skandal mit den vermeintlichen Terrordrohungen ließ der Senat die Intendantin allein, sie reagierte fast so kopflos wie der Prophet, der in der Aufführung sein Haupt verliert.
(Auszug aus der "Berliner Morgenpost" )
Kirsten Harms Abgang spaltet die Gemüter
Auf die Barrikaden für Kirsten Harms steigt in unserem Forum "soulacmer" mit Sicherheit nicht. Da mir an ausgewogener Berichterstattung liegt, lasse ich auch ihn hier zu Wort kommen: Schade, dass der Artikel aus der „Berliner Morgenpost“ (Anm. der Redaktion: der Sonntag-Artikel) zu Kirsten Harms derartig unkritisch wiedergegeben wurde. Denn dieser Text ist in voller Länge eine völlig unkritische Lobeshymne, um nicht zu sagen Lobhudelei. Sie gipfelt darin, daß Vater Christoph Stölzl (ehemals kurzzeitig Kultursenator in Berlin und mit einer Opernreform gescheitert) sich nicht schämt, K. Harms dafür zu loben, dass sie seinen Sohn als Regisseur engagiert hat: „Kirsten Harms hatte eine gute Hand mit faszinierenden Regisseuren. Robert Carsen, Andreas Kriegenburg, Christoph Schlingensief oder der vom Film kommenden Philipp Stölzl.“ Der Papa hat hier nichts zu richten, weil P. Stölzl ein markanter Regisseur ist. Aber guter Stil ist das wahrlich nicht.
Auch sonst ist C. Stölzl von der „weissen Dame“ Kirsten Harms derartig geblendet, daß er alle Schattenseiten ausblendet. Renato Palumbo einen renommierten Dirigenten zu nennen, ist kenntnislos. Sein Scheitern zu verschweigen und die Mitschuld von K. Harms daran zu verschweigen, reiht sich ein in die Girlande von Lobesblättern, die hier gewunden wird. Auch das totale Scheitern des „Chefregisseurs“ von Pfeil wird nicht erwähnt, den K. Harms bald entsorgen musste. Es heißt nicht, die Verdienste von K. Harms zu negieren, wenn auch ihre Versäumnisse erwähnt werden. Ich lebe nicht mehr in Berlin, konnte aber feststellen, daß andere Blätter hier abgewogener berichtet haben. Aber die „Berliner Morgenpost“ hatte eine Kooperation mit der Dt. Oper – und so besteht eben die Berliner Sauberkeit gelegentlich auch darin, daß eine Hand die andere wäscht.
Und Kirsten Harms selbst, was meint sie? Bitterer Abschied: Intendantin Kirsten Harms hat ihre Arbeit bei der Deutschen Oper verteidigt. «Möglicherweise haben viele zu spät bemerkt, welche enormen Qualitäten ich habe», sagte Harms im Deutschlandradio Kultur.
Wenig Wetterglück hatte die Bayerische Staatsoper an diesem Wochenende. "Fidelio" endete im Regen, aber "Oper für alle" musste sogar vorzeitig beendet werden. In der "München Abendzeitung formuliert Christa Sigg:
Er (Kent Nagano) wollte partout nicht aufgeben. Dabei harrte nur noch das stählerne Oper-für-alle-Volk eng zusammengeschrumpft unter einem Dächlein von Regenschirmen. Die anderen waren längst unter Bratwurststandl und in Toreinfahrten geflohen. Oder hatten – ihre „Scheiß Stöcklschuh’!” unterm Arm – das Weite gesucht. Sintflutartige Wassermassen prasselten auf den Max-Joseph-Platz, selbst die ersten Geiger und vor allem die Bratscher mussten sich auf der Bühne nach innen verzupfen. Kent Nagano wich keinen Millimeter, beschwor sein Staatsorchester. Und musste am Ende doch einsehen: „Es geht nicht, schon wegen der Instrumente. Und wir lieben unsere Instrumente!”.
Aus Erl ("Tannhäuser"-Premiere) liegt bislang nur die "Standard"-Kritik vor: Das nächste Staunen betraf Luis Chapa, dessen südländischer Zugang zur Titelpartie, dessen Permanenz der Attacke, des Forcierens bei fast jedem Ton den Minnesänger nah an einen liebestollen Torero rückte.
Vielleicht hat Schelm Kuhn den Tannhäuser bewusst derart hitzstimmig besetzt, um im Gegensatz dazu umso deutlicher aufzeigen zu können, wo die Vorzüge der deutschen Sangeskunst denn liegen: in der Zurückhaltung, in der Klarheit der melodischen Gestaltung und der Deutlichkeit der Artikulation. Michael Kupfer machte dies mit seinem unerhört noblen Wolfram von Eschenbach deutlich, Thomas Gazheli mit seinem feinen Landgrafen und auch der manierliche Rest der mittelalterlichen Song-Contest-Mannschaft.
Die mit blecherner Stimme zu verführen versuchende Venus Mona Somms war kostümtechnisch eher in der Sadomaso-Ecke angesiedelt, wohingegen die jungfräuliche Elisabeth (beglückend, souverän: Arpiné Rahdjian) Tannhäuser im zweiten Akt mit tiefem Ausschnitt begegnen durfte (Kostüme: Lenka Radecky).
Egal: Am Ende wurden Elisabeth und Venus eins und aus dem Schoße junger Frauen entsprossen frisch ergrünte Hirtenstäbe. Ach, Kuhn. Ach, Grün. Ach, Erl.
Mozarts "Don Giovanni" im Innenhof der Technischen Uni auf dem Wiener Karlsplatz
Auch hier, ausgewogene Berichterstattung ist bei mir ein Muss. Peter Skorepa befasst sich in seiner "Merker"-Kritik eingangs mit dem Schauplatz: Die Opernwerkstatt Wien war, zuletzt bis 2009 im großzügigen Ambiente eines Hofes der Rossauer Kaserne mit der Wiedergabe von Werken der italienischen Romantik beschäftigt, die Tribüne bot hervorragende Sicht, die Akustik war ebenso hervorragend wie das Catering stilvoll. Da kam es schon vor, dass zu einer Premiere sogar das Staatsoberhaupt mit Gattin von einem bekannten und mittels des rosshaarbespannten Bogens über sein Cello streichendes Orchestermitglied durch das von Ehrfurcht vibrierende Publikum geführt wurde. Vorbei die Zeit, in welcher die politischen Netzwerke in die Förderungsstellen und in das Verteidigungsministerium reichten, jetzt ist der Schauplatz ein enger und unattraktiver Hof im historischen Gebäude der Technischen Universität, es gibt keine ansteigende Tribüne mehr sondern steigungslose Plateaus, von denen man, hat man nicht gerade einen Sitz in der jeweils ersten Reihe einer solchen Ebene ergattert (so wie ich mit einer bezahlten Karte!), miserable Sicht auf die Bühne hat.
Der Rezensent hat also seine Karte gekauft und nicht eine Pressekarte "wohlwollend abgearbeitet". Das ist sowieso meine Vision für die Zukunft - soferne ich eine habe. Die frühere "Chefin", die beste Kontakte zu den "Roten" hatte (der Verteidigungsminister gehört dieser Partei an), gehört dem Vorstand nicht mehr an, was zumindest in diesem Fall nicht hilfreich ist. Allerdings, der Innenhof der Rossauerkaserne ist derzeit tatsächlich eine Baustelle (Tiefgarage).
Walter Weidringer nennt in der "Presse" die Produktion ein "anregendes Vergnügen", lobt Regie und Sänger, was ich hier auch nicht verheimlichen möchte: Beim Thema Liebe lügen wir doch am meisten. Ottavio wird in einem Versteck Zeuge des nächtlichen Stelldicheins zwischen seiner Freundin Anna und Giovanni: Keine Rede kann davon sein, sie habe den Mann nicht erkannt, der bei seinem Auftritt als erstes ganz lässig das Hosentürl zumacht und wenige Augenblicke später erneut in den Armen der willig auf dem Boden hingestreckten Anna landet.
Lange Zeit wird sie zu seinen Gunsten schweigen – und das, obwohl er ihren Vater mit dessen Pistole kaltblütig erschossen hat. Ottavio, zu zögerlich und schwach, um einzugreifen, wird von Anna zunächst nur pro forma auf Rache eingeschworen – niemals erfährt sie, dass Ottavio weiß, was sie weiß. Der lässt sich darauf ein, um zu kriegen, was halt geht: ihre Nähe – und erotische Spiele mit Rollstuhl und Waffe des Komturs (die ihm dennoch nicht geheuer ist). Im Vergleich mit diesem komplexen Intrigenspiel wirkt Giovanni mit seinem ständigen Triebstau simpel, berechenbar und geradezu ehrlich – eine Eigenschaft, die den anderen weitgehend fehlt . . .
Karlsruhe: "Büchner-Opern" Doppelpackt vit von Einem und einer Rihm-Uraufführung. Auf dem Foto: Diana Tomsche in Rihms "Eine Straße - Lucile"
Auszug aus der "Sueddeutschen Zeitung": Regisseur Alexander Schulin inszeniert schlüssig den Bogen von Rihm zu von Einems revolutionärer Vorgeschichte. Bettina Meyer hat dazu eine Drehbühnen-Konstruktion ersonnen, die Büchners unerbittliche Geschichtsvision langsam rotierend symbolisiert. Musikalisch geschieht das auf höchstem Niveau. Kapellmeister Jochem Hochstenbach animiert die Badische Staatskapelle zu präzisem, rhythmisch pointiertem Spiel.
Mandy Fredrich: ab 19. Juli ist sie die "Donna Anna" in St. Margarethen
Sie ist die erste Deutsche Gewinnerin der Competizione dell’Opera 2010 und wird die Contessa/Le nozze an der Deutschen Oper Berlin 2012 und in Tokyo 2013 , die Primadonna/Le convenienze ed incovenienze teatrali in Zürich 2011, Stimme des Falken/Hüter der Schwelle/Frau ohne Schatten an der Scala 2012 sein und wird 2012 bei auch bei den Salzburger Festspielen auftreten.
Choreograph Roland Petit gestorben
Ein Großer des französischen Balletts ist tot: Roland Petit, Tänzer und Schöpfer von mehr als 100 Choreografien, starb am Sonntag 87-jährig in Genf. Petit hatte seine Karriere in der Ballettschule der Pariser Oper begonnen und 1948 seine eigene Compagnie gegründet.
Die Choreografie zu "Carmen" (1949) begründete seinen Ruhm. In den 1950er-Jahren ging Petit mit seiner Frau und Muse Zizi Jeanmaire nach Hollywood, wo er Tanzfilme wie "Daddy Longlegs" mit Fred Astaire und Leslie Caron choreografierte. An Petits Produktionen wirkten Größen wie Jean Cocteau und Picasso, Yves Saint-Laurent und die Band Pink Floyd mit.
"Bachman-Preis" an Maja Haderlap
Maja Haderlap hat den Hauptpreis des Bachmann-Wettbewerbs gewonnen. Einen wesentlich innovativeren Kandidaten ließ die Jury dagegen leer ausgehen. Das meint die "Welt-online! Das wird immer so sein, Preisvergaben sind meist höchst subjektive Entscheidungen, nicht nur in Klagenfurt!
Unnachahmlich sexy: Marion Cotillard
Frankreichs aktuelle Film-Göttin ist Oscarpreisträgerin Marion Cotillard: Der Sommer, das Meer, die sanfte Nachmittagssonne. Ein Tisch, Menschen drumherum und Weingläser drauf, echte Gläser, kein dünnwandiger Luxus-Schrott. Sehen Sie im "Kurier" eine Bilderserie französischer Schauspielerinnen, die angeblich unnachahmlich sexy sind!
Einige Zeilen zur Frauen-Fußball-WM, die derzeit in Deutschland stattfindet: Gestern hätte ich doch glatt eine Fußballschiedsrichterin eigenhändig würgen können, zum Glück war ich hunderte Kilometer vom Schauplatz Dresden entfernt. Das Publikum hatte ein besseres Gespür als der inferiore österreichische Fernsehkommentator, der sich immer wieder wunderte, dass der arrogante und unsympathische weibliche Superstar der Brasilianerinnen, "Marta", ausgepfiffen wurde. Am Ende besiegten zehn US-Girls 13 "Brasilianerinnen" (die australische Schiedsrichterin sowie eine ihrer Assistentinnen durfte man getrost Brasilien hinzurechnen) durch Elfmeterschießen, wobei die US-Amerikanerinnen dieses erst durch einen Treffer in der letzten Sekunde der Nachspielzeit erzwangen.
Das Ausgleichstor in letzter Sekunde (Video) durch Abby Wambach
Angreiferin Abby Wambach (2. v.u.) spielt seit 2009 bei magicJack in Florida
Darf ich Ihnen meine neue Favoritin bei dieser Frauen-Fußballweltmeisterschaft vorstellen: Hope Solo, die Torfrau der USA:
Hope Solo
Am Mittwoch spielt USA gegen Frankreich um den Einzug in das Finale. Dabei mag ich die Französinnen auch, "Mann" hat es schwer auch als völlig neutraler Beobachter!
Ich wünsche eine schöne Woche!
A.C.
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DIENSTAG, 12. JULI 2011
Bill Clinton wird Held einer Oper!
Bill Clinton wird von Landsleuten zusehends verklärt, nun wurde seine turbulente Kindheit zur Oper
Der Vater soll ein lebenslustiger, charmanter Mensch gewesen sein. Bill Clinton muss sich da allerdings ganz auf Erzählungen stützen, denn selber bekam er ihn nie zu Gesicht. Bill Blythe starb drei Monate vor der Geburt seines Sohnes, als auf einem Highway in Missouri ein Autoreifen platzte, er aus seinem 1942er-Buick in einen Entwässerungsgraben geschleudert wurde und dort schwer verwundet ertrank.
Mutter Virginia, eine schöne Frau mit langen schwarzen Haaren, heiratete in zweiter Ehe einen Autohändler namens Roger Clinton, was für sie und ihren Jungen zur Qual werden sollte. Nicht nur, dass sich Roger Clinton regelmäßig betrank und sie verprügelte. Einmal schoss er sogar im Rausch in Virginias Richtung - vor den Augen seines schockierten Stiefsohns. Die turbulente Kindheit des 42. Präsidenten der Vereinigten Staaten, sie bot schon immer reichlich Stoff für Geschichten. Nun liefert sie sogar Stoff für eine Oper. Billy Blythe ist Teil des Metropolis-Opera-Projekts, mit dem experimentierfreudige Impresarios am New Yorker Broadway versuchen, auch bei Teenagern das Interesse an Arien zu wecken. (Auszug aus dem "Standard").
Kent Nagano erhält Orden
Der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, Kent Nagano, wird mit der Bayerischen Europamedaille geehrt. Nagano sei "ein Ausnahmetalent, das Bayern zu einem der weltweit führenden Opern- und Konzertstandorte macht", sagte Europaministerin Emilia Müller (CSU) am Montag in München. Mit seinem überragendem Können sei er in ganz Europa ein kultureller Botschafter des Freistaats. Nagano bekommt die Auszeichnung am Donnerstag überreicht
Darüber informiert uns "dapd". Wetten, dass nun fieberhaft nach einer "Pletschn" für Nagano-"Freund" Nikolaus Bachler gesucht wird?
Natalie Dessay - Samstag sehen wir sie auf "Arte" als Violetta.
Die "Neue Zürcher Zeitung" bereitet uns einen Vorgeschmack darauf: Dann Natalie Dessay, die temperamentvolle französische Sopranistin, die erstmals in Europa die Violetta sang: Hörbar litt sie unter einer Indisposition, liess sich den Auftritt jedoch nicht nehmen und gab alles. Da muss schon eine brillante Technik haben, wer mit angeschlagener Stimme diese grosse Partie so intensiv und farbig zu gestalten weiss. Und im letzten Akt ein so ergreifendes mezza voce riskiert. Auch schauspielerisch überzeugte sie, nichts wirkte aufgesetzt. Ausgeglichen und strahlend war Charles Castronuovo als Alfredo, und der sonore Ludovic Tézier hatte als Giorgio Germont einen grossen Abend.
Nach Berlin zum zelebrierten Kirsten Harms-Abschied: Zum Finale ihrer Intendanz an der Deutschen Oper Berlin schenkt sich Kirsten Harms (mithilfe des Fördervereins) ein „Siebenjahrbuch“: 512 Seiten in Gold, 300 Fotos, Chroniken, Bilanzen, Dokumentationen, Diskussionen und Essays von der „Idomeneo“-Debatte bis zur „Liebe der Danae“ für 39,95 Euro.
Eine Bibel, für die es nur zwei Erklärungen gibt. Entweder die weiße Dame – wie Harms ihrer Vorliebe für helle Kleidung wegen und in Anlehnung an Boieldieus gleichnamige Oper gerne genannt wird – will damit das Ende der Bescheidenheit einläuten, besser spät als nie. Oder an der Bismarckstraße ist endgültig der Größenwahn ausgebrochen. Die perfekte Mischung aus beidem macht es durchaus kompliziert, die „Ära“ Harms ausgewogen zu resümieren.
Genau das versucht der "Tagesspiegel" in unserer Presseschau.
Don Giovanni in der "Opernwerkstatt" am Wiener Karlsplatz. Klemens Sander (Don Giovanni) und der bereits gemeuchelte Komtur (Florian Spiess). Foto: Hans Schubert, "Opernwerkstatt Wien"
Der Pressereferent der "Opernwerkstatt" hat auf meine gestrigen Zeilen mit der Feststellung reagiert, dass die frühere Leiterin Wilhelmine Goldmann aus eigenem Wunsch die "opernwerkstatt" verlassen hat. Anderes habe ich auch nie behauptet, es kommt aber immer auf die Gründe an, weswegen man das oder dies tut. Bezüglich der nicht vorhandenen Tribünen am neuen Spielort wurde versichert, dass man um deren Notwendigkeit weiß und dies auch im nächsten Jahr ("Così fan tutte" wird gespielt) berücksichtigen wolle. Die Technische Uni hat die "opernwerkstatt" mit offenen Armen aufgenommen, aber wer je, so wie ich, lediglich die Form von Gaupen an Dachgeschoßfenstern ändern will - und dazu das Einverständnis des Magistrats braucht, wird verstehen, dass ein Tribünenaufbau in Wien nicht so einfach genehmigt wird. Hoffen wir also, dass es im nächsten Jahr auch wirklich klappt. Dominik Troger schreibt in seiner Site www.operinwien.at wie folgt: Schon die erste Szene machte klar, dass es um mehr gehen könnte: Wenn Don Ottavio herumschleicht und Donna Anna und Don Giovanni beobachtet und beide unvermuteter Weise ein Liebesspiel (!) beginnen, ehe der Komtur auftaucht. Der Komtur sitzt im Rollstuhl, Don Giovanni erschießt ihn kaltblütig. Das nimmt der Szene viel von ihrer Dramatik, die von einem Degenkampf ausgeht. Macht man es Don Giovanni nicht gar zu leicht, wenn er sich so billig aus der Affäre ziehen kann?
Das Verhältnis von Donna Anna zu dem bösen Vergewaltiger wird außerdem gleich am Beginn korrumpiert. Man denkt sogar, dass sie mit ihm unter einer Decke steckt! Ahnt Don Ottavio etwas – oder hat er sich nur ein Stelldichein erhofft und Don Giovanni ist ihm zurvorgekommen? Jedenfalls muss Donna Anna ihrem Don Ottavio einiges vorschwindeln, was ihr Verhältnis zu Don Giovanni betrifft.
Einen Epilog hängt Troger auch noch daran: Es wird in dieser Stadt, die sich im touristisch genutzten Umfeld so gerne mit kulturellen Meisterleistungen schmückt, im Juli und August ohnehin kaum Oper gespielt – insofern löste der Epilog mit dem die opernwerkstatt das Programmheft zur Aufführung beschließt, gemischte Gefühle aus: „Die opernwerkstatt wien erhält heuer keine öffentlichen Subventionen, das Sponsoring ist rückläufig. Diese Lage bedingt auch eine programmatische Wende: Wir sind auf Einnahmen an der Kassa angewiesen, blicken aber optimistisch nach vorn.“
Also dann: Nichts wie hin! Zum Heurigen können Sie auch an einem spielfreien Tag gehen. Die Termine finden Sie in Trogers Rezension!
Schauplatzwechsel nach Klosterneuburg. Peter Dusek besuchte für uns die Premiere von "Le nozze di Figaro" im Stiftshof: Die Regie setzt auf „zeitlose Stilisierung“, die eleganten Kostüme (Agnes Hamvas) verweisen in die Rokokozeit, dazu kommen Episoden von „Phantastischem Realismus“ wie der Auftritt des Blumenhüters Antonio oder Lichteinstellungen von mitunter filmischer Dichte (Lukas Siman)..Die Stimmung auf der Bühne und im Publikum wurde jedenfalls immer besser, man empfand ein Gefühl der Leichtigkeit und ertappte sich bei höchst konkreten Gefühls-Assoziationen zu Wolfgang Amadeus Mozart bzw. Lorenzo Da Ponte. Der Figaro hat leider nichts an Aktualität verloren. Und Klosterneuburg kann stolz sein – auf den Intendanten Michael Garschall, sein Team und auf diesen Figaro.
Auszug aus dem "Standard": Eigentlich würde man dem Opernunternehmen in Klosterneuburg - ob seiner hohen Qualität - grundsätzlich auch ein akustisch hilfreiches Dach überm Kopf wünschen. Andererseits: Da auch in Klosterneuburg im Laufe des Nachmittags mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen ist, kommt diese Inszenierung des Figaro durch die sich heranschleichende Nacht in den Genuss einer atmosphärischen Verdichtung samt angenehm kühlenden Temperaturen. Ein großer Vorteil gegenüber schweißtreibenden Indoor-Abenden.
Dominik Köninger, Thomas Tatzl, beiden tragen Zoe Nicolaidou. Foto: "operklosterneuburg"
Der "Kurier" beleuchtet die musikalische Seite: Und die musikalische Seite? Dirigent Vinzenz Praxmarer ist am Pult der sicheren Sinfonietta Baden auch um Pastell-Töne bemüht. Er begleitet die Sänger solide. Den
Esprit, den Witz und die Erotik in Mozarts Partitur könnte er aber wesentlich schärfer herausarbeiten. Dafür setzt man in Klosterneuburg - es wird ohne Verstärkung gesungen - auf junge Talente. An der Spitze: Nina Tarandek als vokal wie darstellerisch quirliger Cherubino sowie Zoe Nicolaidou als ideale Susanna. Nicolaidous schöner Sopran strahlt Frische und Noblesse aus; auch optisch ist diese Susanna perfekt. Netta Or als Gräfin Almaviva fällt mit ihrer eher dünnen Stimme dagegen ein wenig ab. Lesen Sie die gesamte Kritik in unserer Presseschau, da wird auch die Leistung der Herren besprochen!
Zizi Jeanmaire und Roland Petit
Er war ein Tänzer von ausserordentlicher Eleganz, gut aussehend, sexy – und das galt auch für seine Ballette. Roland Petit, der am 10. Juli in Genf 87-jährig gestorben ist, galt als Meister des französischen Ballet chic. Er gehörte zur Generation jener Choreografen, die dem französischen Ballett nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Wiedergeburt verhalfen. Und er gehörte, wie sein Landsmann Maurice Béjart, zu jenen Choreografen, die Ballett und Tanz weit über das übliche Opernhaus-Publikum hinaus popularisierten. Wie Béjart arbeitete er mit dem klassischen Vokabular, zog auch andere Tanzstile mit ein – er arbeitete an der Grenze von Revue, Musical und Ballett. (Quelle: "Neue Zürcher Zeitung")
Wer vom Virus dieses Festes befallen ist, der wird kaum „geheilt“, außer es passiert wie vor zwei Jahren, als der künstlerische Leiter Gidon Kremer sein Publikum in Stich gelassen hatte und dadurch ein großer Graben aufgerissen wurde. Seitdem bleiben viele Stammgäste, vor allem aus dem deutschen Raum aus.
Kammermusikfest Lockenhaus: Auch im Jubiläumsjahr sind am ersten Wochenende viele Reihen in der Kirche leer geblieben – das war früher undenkbar. Und dies, obwohl das Niveau der ersten Konzerte ein sehr, sehr hohes war und ein solches auch bis zum 17. Juli zu erwarten ist.
Nun wird Gidon Kremer also die künstlerische Leitung abgeben und verspricht bei einer Fortsetzung (die sich er ebenso wünscht), als Gastmusiker wieder zu kommen. Doch bis dato ist kein Nachfolger gefunden, fieberhafte Anfragen seien laut Insiderkreisen bisher negativ beschieden worden. Es wäre wohl sinnvoll gewesen, sich rechtzeitig, spätestens aber 2009, um einen Nachfolger zu kümmern. Dies wurde anscheinend unterlassen und nun steht man vor der unbekannten Zukunft eines Festivals, das zu einer Weltmarke geworden ist.
"Drehpunkt Kultur" fragt sich, wie es in Lockenhaus weitergehen soll!
So etwas hat wirklich niemand verdient und schon gar nicht Dieter Dorn. Bei einer Abschiedsgala im Münchner Residenztheater „beschenkten“ den scheidenden Intendanten Teile seines Ensembles mit einer weitgehend ungenießbaren Melange.
Irgendwie erinnert "Dogeyematador" aus dem Jahr 2010 an das Balzac-Denkmal von Rodin. Foto: John Chamberlain/Pinakothek der Moderne
John Chamberlain ist der Großmeister gepresster Blechskulpturen. In der Pinakothek der Moderne in München eröffnen sie den „American Summer” im Quartier – und setzen eine erstaunliche Fantasie in Gang.
Heute findet in Raiffeisenzentrum Am Stadtpark 9 in Wien ein "Benefizkonzert für Sanriku/Japan" statt. Initiator ist Volksopersänger Yasushi Hirano. Eintritt: Freie Spende für Japan!
Weiterer Tipp für heute: Dienstag, 12. Juli 2011 19.30 Uhr Liederabend Yuko Mitani in der Schubertkirche; Josef Böck, Klavier Lieder von Schubert, Yamada, Mahler, Zemlinsky, Wagner
Stop! Wenn Ihnen nicht nach Frauenfußball ist, lesen Sie ganz einfach nicht weiter. So einfach ist das, deshalb stelle ich Sport auch immer ganz unten ein. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen - und die Frauenfußball-WM ist am Sonntag bereits wieder Geschichte. In Deutschland wird gestritten, was das Zeug hält, aber wir widmen uns den Siegertypen. Meine Begeisterung für die amerikanische Torfrau Hope Solo muss ich mit einigen Lesern dieser Kolumne teilen, jedenfalls wollen diese mehr über Hope wissen.
Sie ist die Tochter eines zeitweise obdachlosen Vietnam-Veteranen, Nike widmet ihr eine eigene Schuhreihe. Jetzt greift die US-amerikanische Torfrau Hope Solo nach dem WM-Titel.
Hope Solo. Dieser Name ist wie geschaffen für eine Torhüterin. Im dramatischen Viertelfinale zwischen USA und Brasilien, das 3:5 im Elfmeterschießen endete, avancierte die 29-jährige zur Heldin des Spiels und beglich eine persönliche Rechnung.
Morgen geht es gegen Frankreich. Ein tolles Foto von Hope habe ich zur Feier des Tages aufgehoben. Wenn Hope mit ihren USA-Girls in das Finale einzieht, brechen alle Dämme!
Heute biete ich ein VIDEO über Hope Solo aus dem Jahr 2007 auf. Sie spielte mit Trauerflor, wegen des Todes ihres Vaters.
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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MITTWOCH, 13. JULI 2011
Morgen, Donnerstag, überträgt der ORF die Premiere des "Zigeunerbaron" aus Mörbisch
Es hat Turbulenzen um diesen "Zigeunerbaron" gegeben. Aber die Regisseurin Brigitte Fassbaender, ein Routinier des Musiktheaters, konnte der Profilierungssucht widerstehen und behielt die Nerven, was angesichts des Intendanten Harald Serafin sicher nicht leicht war. Noch dazu tritt Serafin in doppelter Ausfertigung an, denn Sohn Daniel Serafin soll dem Vernehmen nach "auch kein Einfacher" sein! Und da die Serafins nicht gerne hinten anstehen, lassen wir zuerst den Intendanten via "Oe24-Kultur" zu Wort kommen: Harald Serafin: Was Mörbisch betrifft, ist Der Zigeunerbaron die am meisten gespielte Operette. Der Jedermann von Mörbisch sozusagen! Ich wollte für meine vorletzte Premiere nicht nur einen Klassiker der Operette, sondern gleich das beliebteste Stück. – Nächstes Jahr ist mein Finale mit der Fledermaus ...
ÖSTERREICH: ... unter Kennern die beste Operette überhaupt!
Serafin: Ich bezeichne sie als "Königin der Operette". Nicht nur, weil ich sie mindestens 700 Mal gesungen hab’! Ich kenne jede Melodie, jeden Gag, jede Bearbeitung. – Den Zigeunerbaron hab’ ich viermal gesungen, einmal mit meiner Tochter Martina, heuer mit meinen Sohn Daniel .
ÖSTERREICH: Im "Zigeunerbaron" spielen Sie den Conte Carnero, werden Sie auch in der "Fledermaus" mitmachen?
Serafin: Ich bin mir noch nicht sicher ..., aber vielleicht lass’ ich mich überreden (lacht). Immerhin wird das mein großes Finale: 20 Jahre Happiness und Erfolg. Und dann geh’ ich ab ... Ich hoffe, noch 20 Jahre gesund leben und ein bisserl Pensionist sein zu können.
ÖSTERREICH: Wird Ihnen das "besser" gelingen als Ioan Holender , der eine TV-Sendung macht und Theater spielt?
Serafin: Es ist nicht leicht für jemanden, der Weltoper gemacht hat, plötzlich in der Einöde zu sein. Deshalb finde ich’s gut, dass er seinen Namen dazu benützt, weiter "dabei zu sein". Auch wenn’s nur in kleinen Rollen ist.
Eigentlich habe ich Ioan Holender anders eingeschätzt. Ich dachte, dass er uns mit seinem Reichenauer "Faninal"- Auftritt einen Gag bieten wollte, Serafin meint aber nun, dass er sich gewissermaßen selbst therapiert und sich dafür sogar bezahlen lässt - was wieder typisch für Herrn Holender wäre!
Aber nun doch zur Regisseuse Brigitte Fassbaender, die für eine Regiekünstlerin erfrischend "normale" Ansichten hat. Ein Auszug aus den "Oberösterreichischen Nachrichten": Wie weit haben Sie das Stück bearbeitet?
Fassbaender: Natürlich legt sich jeder Regisseur seine Dialoge zurecht, denn würde man den ganzen Text spielen, würde der Abend fünf Stunden dauern. Mir ist auch bewusst, dass in Mörbisch traditionell im besten Sinn gearbeitet wird, dass extremes Regietheater hier nichts zu suchen hat. Die Handlung habe ich in die Zeit kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges verlegt, in meiner Innsbrucker Produktion spielte sie zwischen den Kriegen. Das Elend des Krieges ist zeitlos, es gilt nur, zu überprüfen, welchem Zeitsprung die Geschichte standhalten kann. Wichtig ist, dass der Kern rüberkommt. Meine Absicht ist, Eitelkeit und Dummheit des Krieges ironisch zu streifen, die Handlung so stringent zu erzählen, alle Verhältnisse klar zu machen.
Ich erinnere mich noch einer Pressekonferenz über einen "Zigeunerbaron" bei der Mörbischer Konkurrenz, bei der eine Wiener Schauspielerin 30 Minuten lang über die Schrecken des Krieges dozierte und vollmundig ankündigte, dass sie dem Publikum diese Greuel bewusst machen möchte. Im Endeffekt hat sie dann die heimkehrenden Soldaten in zerfetzten Uniformen und mit allerhand Blessuren auftreten lassen, das war's dann...
"Im weißen Rössl" in Bad Ischl. Samstag ist Premiere. Foto: Hofer
Nun zur "Mörbisch-Konkurrenz" nach Bad Ischl, das den Titel "Mekka der Operette" auch für sich beansprucht. Seit sieben Jahren schwingt dort der promoivierte Jurist Dr. Michael Lakner das Zepter. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" haben ihn interviewt: Ralph Benatzkys Operette „Im weißen Rössl“ eröffnet am Samstag das Lehár Festival Bad Ischl, am 23. Juli folgt Franz Lehárs „Paganini“. Michael Lakner über sein gar nicht so verflixtes siebtes Jahr als Intendant, das Festival, Zukunftspläne und seinen Salzkammerguttraum.
OÖN: Die Operettenfestspiele – jetzt Lehár Festival Bad Ischl – feiern ihr 50-jähriges Bestehen. Nur eine Erfolgsgeschichte?
Lakner: In den letzten Jahren überwiegend ja. Wir spielen heuer das „Weiße Rössl“ – zum ersten Mal seit 37 Jahren – und der Vorverkauf ist gigantisch. Selbst der „Kontrapunkt“ – Franz Lehárs „Paganini“, der zur Rarität auf den Bühnen geworden ist – verkauft sich gut, und so ist das Konzept, Populäres mit selten Aufgeführtem zu kombinieren, schließlich und endlich doch aufgegangen.
Nun zum Carinthischen Sommer nach Ossiach. Die Kleine Zeitung" schreibt: Papierkostüme wie aus Stein gemeißelt, Papierblumen, Papierschmetterlinge, Papierschiffchen, Säulen aus Papier (Ausstattung: Gabriele Attl) ... Die griechischen Götter werden ganz schön "papierd'lt", so völlig respektlos, frech und menschlich kommen sie bei den drei Minutenopern "Der befreite Theseus", "Die Entführung der Europa" und "Die verlassene Ariadne" von Darius Milhaud zu Ehren.
Der Komponist Darius Milhaud steht heuer im Zentrum des Programms!
"La Traviata" in Aix. "Dominique Meyer beweist Mut"
Die Gießener Allgemeine" betrachtet das gesamte Programm des "Aix-Festivals" und konstatiert, dass Licht und Schatten abwechseln: Mehr Festivalglück gab es da schon mit Verdi und Schostakowitsch. Da die mit Wien koproduzierte »La Traviata« auch auf arte am 16. Juli übertragen wird, muss man dem Staatsoperndirektor Dominique Meyer schon einen gewissen Mut bescheinigen, wenn er diese zwar kammerspielpräzise, aber ausstattungskarge Produktion im Oktober seinem verwöhnten heimischen Publikum als neue Premiere verkaufen will.
In Bayreuth gibt es Karten in Hülle und Fülle! Für die Wagnerianer wäre das super, für die Festspiele eine Katastrophe. Aber gemach, gemach! Diese Info betrifft nicht den Grünen Hügel, sondern die Stadthalle, die "Don Sanche" von Franz Liszt, immerhin Richards Schwiegervater und einer der "Jahresregenten", gespielt hat. Jörn Florian Fuchs berichtet in "Drehpunkt Kultur": Die größte Enttäuschung fand freilich abseits von Bühne und Graben statt. In die große Bayreuther Stadthalle verirrten sich nur einige Handvoll Liszt-Enthusiasten.
Nach China: Das spektakuläre Guangzhou Opera House der Architektin Zaha Hadid ist zwar erst ein Jahr alt. Es scheint aber bereits buchstäblich auseinanderzufallen. Es zeigen sich Risse, die Decke fällt herunter und Fenster fallen aus dem Rahmen.
Wir beziehen diese Info aus "Codex flores": Die internationale Presse will den Chinesen "Pfusch am Bau" anhängen. Aus meiner Berufserfahrung kann ich sagen, dass sich die Architektin nicht "abputzen" kann, als Architekt ist man auch für die Bauausführung letztverantwortlich. Das Gehalt der Architekten ist auch nicht vergleichbar mit dem eines Baupoliers!
Bill Clinton wird Held einer Oper!
Bill Clinton wird von Landsleuten zusehends verklärt, nun wurde seine turbulente Kindheit zur Oper
Der Vater soll ein lebenslustiger, charmanter Mensch gewesen sein. Bill Clinton muss sich da allerdings ganz auf Erzählungen stützen, denn selber bekam er ihn nie zu Gesicht. Bill Blythe starb drei Monate vor der Geburt seines Sohnes, als auf einem Highway in Missouri ein Autoreifen platzte, er aus seinem 1942er-Buick in einen Entwässerungsgraben geschleudert wurde und dort schwer verwundet ertrank.
Mutter Virginia, eine schöne Frau mit langen schwarzen Haaren, heiratete in zweiter Ehe einen Autohändler namens Roger Clinton, was für sie und ihren Jungen zur Qual werden sollte. Nicht nur, dass sich Roger Clinton regelmäßig betrank und sie verprügelte. Einmal schoss er sogar im Rausch in Virginias Richtung - vor den Augen seines schockierten Stiefsohns. Die turbulente Kindheit des 42. Präsidenten der Vereinigten Staaten, sie bot schon immer reichlich Stoff für Geschichten. Nun liefert sie sogar Stoff für eine Oper. Billy Blythe ist Teil des Metropolis-Opera-Projekts, mit dem experimentierfreudige Impresarios am New Yorker Broadway versuchen, auch bei Teenagern das Interesse an Arien zu wecken. (Auszug aus dem "Standard").
Falsch oder echt?? Ein wieder entdeckter Leonardo da Vinci?
Das Bild "Salvator Mundi" (auf deutsch "Erlöser der Welt"), einst im Besitz des englischen Königs Charles I., konnte nun eindeutig als Werk Leonardo da Vincis identifiziert werden. Kenner sprechen von einem der bedeutendsten Funde der vergangenen 100 Jahre. "Das Ganze ist eine sehr interessante Hypothese, und man wird sehen, ob sie Bestand hat", sagt hingegen Leonardo-Experte Frank Zöllner. Für den Deutschen ist die Echtheitsfrage noch nicht vollständig geklärt. Es geht um die Frage, ob der "Salvator Mundi" ein Werk des Meisters selbst oder die hochklassige Kopie eines Schülers ist. Diese Frage zu klären, ist in höchstem Maße kompliziert, erläutert der Leipziger Professor.
Und das kann wohl nur er, hat er zu erwähnen vergessen!
Die Basilius-Kathedrale (l.) und der etwa 70 Meter hohe Erlöserturm (r.) des Kreml auf dem Roten Platz gehören zu den Wahrzeichen Moskaus. Seit 1990 steht das Ensemble auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes.. Foto: picture-alliance / akg-images
Es gibt Kirchen oder Tempel, die keineswegs nur dem Ruhm einer Gottheit geweiht sind, sondern vor allem vom Ruhm ihrer Erbauer Zeugnis ablegen sollen. Das gilt für den Parthenon in Athen, der die Größe der attischen Demokratie symbolisieren sollte, für die Hagia Sophia in Konstantinopel, in der Kaiser Justinian seine Wiederherstellung des Imperiums in Stein feierte oder für die Pfalzkapelle Karls des Großen in Aachen, die wiederum den Anspruch des westlichen Kaisertums gegenüber dem byzantinischen versinnbildlichte. Bauherr der Basilius-Kathedrale ist Iwan IV, genannt "Der Schreckliche" . Bereits mit 16 Jahren ließ er sich zum Zaren krönen. (Aus "Welt-online")
Bevor die "großen Festspiele" beginnen, ist die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft schon wieder zu Ende. Sonntag spielen dort im Finale die USA gegen Schweden, bereits Samstag kreuzen im Kampf um Platz 3 Japan und Frankreich die Klingen. Doch halt! Das ist nur eine Prognose von mir, tatsächlich müssen die Halbfinalbegegnungen heute erst einmal gespielt werden (18 h Frankreich-USA), 21 h Schweden - Japan, beide Spiele live auf ZDF). Aber es würde mich wundern, wenn es anders kommt. Die USA sind die kompakteste Mannschaft mit der besten Torfrau.
22,45 h Und es kam doch anders. Zwar hielt mein Tipp USA, aber der Gegner heißt Japan. Gewannen die Japanerinnen gegen Deutschland doch mit Glück, so waren sie gegen Schweden beim 3:1 Sieg die klar bessere Elf. Unfassbar, die Schwedinnen sind um mindestens einen Kopf größer - und konnten daraus kein Kapital schlagen! Jetzt ist am Sonntag alles möglich, denn gar so überzeugend spielten die USA gegen Frankreich (ebenfalls 3:1) auch nicht!
Ihr Leben soll nach der WM verfilmt werden: Hope Solo
Dazu müssen aber die US-Amerikanerinnen aber erst einmal Weltmeister werden. Tritt dieser Fall ein, dann werde ich mich dafür einsetzen, dass der Stoff auch "veropert" wird!!! Gewinnt heute nämlich Frankreich, redet kein Mensch mehr von Hope Solo und ihren Girls. So grausam ist das Sportgeschäft!!
Dass Hope Solo trotz des "männlichen Zugriffs auf den Ball" eine Frau ist, soll dieses Foto, dass ich aus rein dokumentarischen Gründen online stelle, beweisen.
Hope Solo, great goalkeeper - Video
Video - Hope Solo, The Hottest Goalkeeper
So hart wird trainiert!! - Video
Hartes Training für das große Ziel - Video
Einen schönen Tag - und spannende Spiele wünscht
A.C , der gelobt, dass ab der nächsten Woche nur mehr Festspiele hier Platz finden!
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DONNERSTAG, 14. JULI 2011
Die Pläne für Salzburg 2012 sickern durch!
Die "Salzburger Nachrichten" sitzen sozusagen an der Quelle, also ist ein Informationsvorsprung verständlich und auch gerechtfertigt. Was passiert bei den Festspielen 2012: Von einem „Feuerwerk toller Ideen“ sprachen die politischen Entscheidungsträger im Kuratorium der Salzburger Festspiele verzückt. Dieses soll der ab September amtierende Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, noch eine Saison lang auch Chef des Opernhauses in Zürich, gezündet haben, als er seine Pläne vorstellte.
Offiziell werden die Vorhaben in allen Details wie gewohnt erst im November präsentiert, doch nach und nach sickern aus unterschiedlichen Quellen, einem Puzzle gleich, schon konkrete Details durch. Sie zeigen, dass Pereira in Salzburg zwar alles neu produzieren, dabei aber oft auf seine Zürcher Seilschaften setzen wird.
Jedenfalls werden keine Produktionen aus der Vergangenheit übernommen. Ausnahme: die lang vertraglich vereinbarte Neuinszenierung der Osterfestspiele 2012, Bizets „Carmen“, mit Sir Simon Rattle am Pult, Magdalena Kozena in der Titelrolle und in der Regie der britischen Choreografin Aletta Collins. Die Produktion ist preislich „galawürdig“: 400 Euro (statt 370) wird die teuerste „Carmen“-Karte kosten.
In diese Kategorie fallen auch die neu produzierte „Zauberflöte“ und „La Bohème“. Für Mozarts „Zauberflöte“ soll Nikolaus Harnoncourt noch einmal nach Salzburg zurückkehren; im SN-Gespräch mit Martin Behr bekräftigte er vor einigen Wochen, in diesem Stück sei noch Stoff für Neuentdeckungen vorhanden.
Allerdings wird Harnoncourt als Regisseur wohl weder der lang kolportierte Tobias Moretti noch Philipp Harnoncourt, der mit dem Vater Nikolaus zuletzt mehrere Projekte realisierte, zur Seite stehen, sondern voraussichtlich Jens-Daniel Herzog.
Der vom Schauspiel kommende, seit Langem im Opernfach tätige, ab August als Nachfolger von Christine Mielitz als Dortmunder Opernchef amtierende Herzog war mit zehn Produktionen einer der meistbeschäftigten Regisseure bei Pereira in Zürich. Am 10. Dezember kommt dort seine Neuinszenierung von Pfitzners „Palestrina“ heraus.
Mit „La Bohème“ wird der seit 2009/10 tätige Zürcher Opernchef Daniele Gatti mit Festspielehren versehen; er soll übrigens 2013 auch die musikalische Leitung der „Meistersinger von Nürnberg“ übernehmen, mit der Salzburg den eigens auferlegten „Wagner-Bann“ (keine sommerliche Konkurrenz zu Bayreuth) einmalig für das Gedenken an Wagners 200. Geburtstag brechen will.
Als Regisseur für „La Bohème“ (geplant mit Anna Netrebko und Piotr Beczala) steht der 36-jährige Italiener Damiano Michieletto fest, der ebenfalls schon in Zürich arbeitete. Der Musikkritiker der „Welt“, Manuel Brug, hält einiges von dem Venezianer, dessen Arbeiten in italienischen Häusern und beim Rossini-Festival in Pesaro auffielen: „Er ist kein Bilderstürmer, er modernisiert lieber, klärt Beziehungen, schafft Spannungen und will auch etwas zum Sehen bieten.“ Wofür vornehmlich sein Bühnenbildner Paolo Fantin zuständig ist. Nächste Zürich-Premieren: Rossinis „La scala di seta“ (Die seidene Leiter), 7. September in der Dependance in Winterthur, Donizettis „Poliuto“, 6. Mai 2012.
Bayreuth: Der Förderverein der "Freunde" spendet für diese Saison 3 000 000 Euro
Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth unterstützt die diesjährigen Richard-Wagner-Opern-Festspiele mit drei Millionen Euro. Das kündigte der Vorsitzende des Mäzenatenvereins, Georg Freiherr von Waldenfels, in Bayreuth an. Die Mittel werden für die Betriebskosten sowie Investitionen, unter anderem für einen neuen Hauptvorhang, die Erneuerung der Böden der Seiten- und Hinterbühne sowie der Türen und Fenster des Festspielhauses verwendet. Zudem will die Gesellschaft ein Gutachten zur Generalsanierung des Festspielhauses in Höhe von etwa 100 000 Euro finanzieren. (Auszug aus "Codex flores")
Dass diese Mäzene natürlich Karten für sich beanspruchen, ist klar und verständlich. Wohlgemerkt, auch diese Karten werden zum Vollpreis gekauft. In unserem Forum erhob sich ein Lamento wegen der Kartenvergabe. Jetzt einmal Hand aufs Herz, liebe Kritiker der Vergabepraxis, wer will und kann da mithalten?? Die "Freunde" sind das Gegenteil von Kartenschnorrer, das muss auch einmal gesagt werden!
Nicht weniger als 396.555 Euro kosten die ARD allein die Hörfunk-Übertragungsrechte für die Bayreuther Festspiele - im Jahr, Produktionskosten nicht eingerechnet. Die Lizenzsummen für das Klassik-Event sind im Laufe der Jahrzehnte massiv gestiegen, wie aus dem "Bericht der Landesrundfunkanstalten an die Konferenz der Gremienvorsitzenden" hervorgeht: Bis 1965 lagen sie bei rund 92.000 Euro (damals 180.000 Mark), ab 1994 waren es etwa 215.000 Euro (420.000 Mark). Das interne Papier liegt dem Spiegel auszugsweise vor. (Quelle: "Der Spiegel")
Der Mailänder Dom - auf einer Terrasse wird Oper gespielt
Am kommenden Freitag wird erstmals auf einer der Terrassen des Mailänder Doms eine Oper von Giuseppe Verdi inszeniert. Mit der Aufführung der Oper "I Lombardi alla prima crociata" wird die Restaurierung der gotischen Kirche, ein Wahrzeichen der lombardischen Hauptstadt, finanziert. Mit der Oper, die Lorenzo Coladonato dirigiert, wird der 150. Jahrestag der italienischen Nationaleinheit gefeiert.
Im vergangen Jahr waren Stars wie Jose Carreras und Charles Aznavour auf der Terrasse des Mailänder Doms aufgetreten. Damit wurde die Restaurierung der Domspitze finanziert, auf der sich die goldene Statue der Muttergottes "La Madonnina" befindet. Die Restaurierung, die die für den Dom zuständige Stiftung finanziert, kostete neun Millionen Euro.(Auszug aus der "Kleinen Zeitung")
"Tannhäuser" in Erl/Tirol: Gustav Kuhn zeigt, dass die Sicht auf die Frau mitunter noch immer geteilt ist, zielt als Kernaussage auf die natürliche Vereinigung der scheinbaren Gegensätze und wählt dafür mit Kostümbildnerin Lenka Radecky, die in dieser Regie entscheidend zur Visualisierung beiträgt, gewagte Symbole. Was sich mit Tanga unterm Businesskostümchen nicht verständlich machen lässt, soll der Spitzenbody unter der Burka deutlich machen.
Venus, die weit gespreizt ihren Job erledigt – wie von Wagner beschrieben mit Tannhäusers Haupt in ihrem Schoß –, trägt goldene Frackschöße mit steil aufragenden Schulterpolstern überm schwarzen Glitzerfummel. Venus’ Schulterbetonungen ziehen sich verringert durch die Kostüme der Hauptfiguren, auch jener Elisabeths. Dafür hat diese ganz gülden gewandete Fromme, die ihre Ärmel wie Flügel vor dem blauen Himmel ausbreitet, Venus das bisschen Gold geliehen. Tannhäuser trägt flammendes Rot, in denselben Farben kommen seine Künstlerkollegen, die Minnesänger. Tannhäusers bester Freund, Wolfram von Eschenbach, liebt wie dieser Elisabeth, nur edler – sie aber warf ihr Auge auf den heißen Tannhäuser
So sind sie eben, die Frauen. Das hat schon Sixtus Beckmesser erkannt und beschrieben!
Die Zitate entstammen übrigens der "Tiroler Tageszeitung".
Heute hat der "Zigeunerbaron" in Mörbisch Premiere. Der ORF überträgt zeitversetzt. Die Wetteraussichten sind durchwachsen, Unwetter nicht ausgeschlossen. Intendant Harald Serafin soll also noch rasch in eine Messe in der Ortskirche investieren!
Gidon Kremer ist heuer letztmalig künstlerisch für Lockenhaus verantwortlich
Ich zitiere aus einem Interview der "Salzburger Nachrichten" mit Kremer:
SN: Wird Ihr Leben ruhiger verlaufen, wenn Sie Lockenhaus nicht mehr planen und vorbereiten müssen?
Kremer: Die Ruhe werde ich immer – und wahrscheinlich vergeblich – suchen, eben weil ich die Suche nach Neuem nicht lassen kann. Lockenhaus mit seinem inneren „Leben“ und seinen Anregungen wird mich daher auch in Zukunft stets begleiten.
SN: Dazu gehört auch der Kontakt mit den Jungen. Wie kommen Sie auf die vielen jungen Musiker, mit denen zusammen Sie auftreten?
Kremer: Ich verlasse mich auf meine Intuition und auf Empfehlungen gleich gesinnter Freunde.
SN: Was raten Sie jungen Menschen – z. B. auch Ihrer Tochter, die heuer 18 wird –, wenn die Rede auf Karriere kommt?
Kremer: Ich rate ihnen, das zu machen, was sie lieben
In Wien sind in den nächsten Tagen Liza Minelli (Sonntag beim Jazzfest in der Staatsoper) und Ringo Starr (dieser auch in Salzburg) mit Konzerten zu Gast!
Konzert/Theater Bern stellt sich bezüglich der Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten hinter den Intendanten Marc Adam. Wäre ich Herr Adam, würde ich bitten, sich vor mich zu stellen. Jemand im Rücken zu wissen, ist immer gefährlich!
"Rebecca": Wiener Musical startet 2012 am Broadway
Nach New York soll das Stück auch am Londoner Westend Premiere feiern. Seine Uraufführung
erlebte die Wiener Produktion 2006 am Raimund Theater
Tunick: Polsterschlacht mit 800 Nackten
Das belgische Gaasbeek war Schauplatz einer der berühmten Nackt-Installationen des US-Künstlers Spencer Tunick. Wenn Ihnen danach ist, können Sie 27 derartige Fotos in mittels Link aus unserer Presseschau sehen!
Die Österreichischen Zeitungen und natürlich auch der ORF empören sich, weil in Ungarn angeblich 570 Journalisten des staatlichen Rundfunks von der Regierung Orban gekündigt werden. Diese Empörung besteht natürlich zu Recht, weil in Österreich die Postenvergabe beim ORF wie auch bei Zeitungen völlig unabhängig von politischen Zugehörigkeiten erfolgt!
Die Frauensprecherinnen Dorothea Schittenhelm (ÖVP), Gisela Wurm (SPÖ) und Judith Schwentner (Grüne, v.l.) verkündeten heute die Änderung der Bundeshymne per Gesetzesbeschluss im Herbst
Jetzt wissen wir, dass alle Krisen überstanden sind und wir uns den wirklich wichtigen Problemen unseres Landes zuwenden können, der Änderung des von einer Frau verfassten Textes unserer Bundeshymne also. Wenn ich mir die drei Damen so ansehe, möchte ich mit König Heinrich ( Lohengrin) rufen " In keiner anderen Hand als eurer, möchte ich die Sache wissen" (leicht abgewandelt). Zur Lösung der großen Probleme dieser Zeit dürfte dies aber kaum etwas beitragen, zur lachhaften Kompensation persönlicher Defizite reicht es vielleicht.
Der "Standard" widmet aber auch Bedenken gegen eine Änderung Raum: Wenn nun die "Töchter" neben den "Söhnen" in die österreichische Bundeshymne kommen, dann gibt es aus sprachwissenschaftlicher Sicht zumindest ein auditives Problem. "Man hört eigentlich ein Kompositum, die 'Töchtersöhne', also die von der Tochter geborenen männlichen Enkel", sagt der Sprachwissenschafter Franz Patocka vom Institut für Germanistik der Uni Wien. Die Zeile "Heimat bist du großer Söhne" durch "Heimat großer Töchter, Söhne" zu ersetzen sei "grammatikalisch grenzwertig und ästhetisch ein Gräuel".
"Wenn Paula Preradovic schon den Auftrag gehabt hätte, die Töchter einzubauen, dann wäre das sicher anders geworden", so Patocka. Wolle man sich um eine schönere Lösung bemühen, "müsste man wahrscheinlich mehr ändern: man hat ja in der Zeile kaum Platz". So wäre zu überlegen, auch die Reimzeile "Volk begnadet für das Schöne" infrage zu stellen. "Man hat ja schon lang genug nachgedacht darüber und ist auf keine bessere Idee gekommen - in diesem engen Raum habe ich Bedenken.
Aber die drei oben abgelichteten Damen werden das schon machen!
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- Der amerikanische Traum geht weiter: Topfavorit USA hat zum dritten Mal das Endspiel einer Frauenfußball-WM erreicht. Der Olympiasieger gewann ein spannendes Halbfinale gegen Frankreich 3:1 (1:0) und steht vor dem dritten Titelgewinn nach 1991 und 1999. Er würde die USA zum alleinigen Rekord-Weltmeister machen. Gegner im Finale am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) ist Japan, das sich im Halbfinale gegen Schweden durchsetzte.
"Woman of the Match": Nahomi Kawasumi. Zwei Tore gegen Schweden, dabei ein "Heber" aus 30 Meter Entfernung! Kawasumi misst 1,57 Meter
Und da muss ich nun als selbsternannter Fußball-Weiser meiner Überraschung und Verwunderung Ausdruck verleihen. Meine Philosophie der "langen Kerles in der Abwehr) wurde völlig ad absurdum geführt, die "Riesin" der Japanerinnen ist die Abwehrchefin mit imponierenden 1,70 m Höhe! Wie diese Frauschaft vom Defensivverhalten am Samstag gegen Deutschland so plötzlich auf Offensivfußball gegen die langen Schwedinnen umschalten konnte, war unglaublich. Nun ist für Sonntag alles offen, wenngleich ich nicht wüsste, wie die Japanerinnen das 1,82 m hohe "Kopfballungeheuer" Abby Warmbach unter Kontrolle bekommen können? Fesseln gilt nicht, das ist unsportlich!
Hope Solo hat heute mal Pause, aber sie kommt bestimmt wieder!
Einen schönen Tag wünscht
A.C
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FREITAG, 15. JULI 2011
Das Foto des Abends: Vergebliches Warten auf den "Zigeunerbaron" in Mörbisch.
Man soll nicht sagen, ich hätte es nicht gut mit Harald Serafin gemeint. Gestern empfahl ich ihm an dieser Stelle, in eine Messe in der Ortskirche von Mörbisch zu investieren, weil die Wetteraussichten bestenfalls "so la la" waren. Aber der alte Sturschädel hat das sicher nicht getan - das Ergebnis ist mittlerweile bekannt. Am Nachmittag prognostizierte der Wetterdienst der "Austro Control" eine 60-prozentige Regen-Wahrscheinlichkeit, was immer noch kein Beinbruch gewesen wäre, wenn sich der Regen bald wieder verzogen hätte - wie etwa bei mir in Mauerbach, wo nach 20 Minuten Regen wieder gutes Wetter herrschte. Aber der "Zigeunerbaron" war in Mörbisch angesetzt, nicht im Wienerwald. So wurde unter "Regierungsbeteiligung" drei Stunden zugewartet, ehe sich die Besucher wieder an der Kasse zum "Geld-retour" anstellen durften. Die typischen Premierentiger hatten keinen Grund zum Verweilen, da sie unter "Aufputz" in den Repräsentationskosten geführt werden, ebenso natürlich die Regierungsmitglieder, die als "Sponsoren" firmieren - allerdings mit unser aller Steuergeld. Kurzum - Mörbisch war gestern für niemand eine Reise wert!
Abendliches Vergnügen von Vollzahlern in Mörbisch, für die "Vips" gibt es vermutlich einen gemütlicheren Bereich.
Auszug aus dem "Kurier": Leider, nein! Nach drei Stunden langen Wartens musste sich der Intendant schließlich vor dem "Wettergott" verneigen und die Premiere von "Der Zigeunerbaron" absagen. "Es tut mir leid", erklärte der 79-jährige "Mr. Wunderbar" mit gesenktem Kopf. Kritik kam dennoch auf: "Warum mussten wir hier solange in der Nässe ausharren? Ich hätte mir am liebsten schon vor zwei Stunden mein Geld zurück geholt!", so einer der verärgerten Gäste. Bis zur Absage um 22.05 Uhr gab sich Serafin "bewaffnet" mit einer Regenpelerine gewohnt positiv: "Ich rege mich nicht auf, das kenne ich schon seit 19 Jahren." Nun ja, man kann den Intendanten für vieles verantwortlich machen, aber für's Wetter wohl schlecht. Die vorletzte Premiere fiel also ins Wasser, nächstes Jahr wird Serafin dennoch den krönenden Abschluss seiner medienpräsenten Operetten-Intendanz zu seinem 20-Jahr-Mörbisch-Jubiläum feiern: "Da gebe ich zum Abschluss die Königin der Operette, die ,Fledermaus'." Bis dahin wird Serafins Abgang und -gesang zelebriert. Auch bei Schlechtwetter. Denn Donnerstagabend zeigte der liebe "Wettergott" mit voller Wucht, was er kann: Dicke Gewitterwolken zogen bereits gegen 19 Uhr über der Festspielbühne Mörbisch auf, - Blitze, Donner, Regen und Hagel folgten.
Im Fernsehen konnte man trotzdem den "Zigeuenerbaron" sehen, ohne nass zu werden. Vorsichtshalber wurde nämlich die Generalprobe aufgezeichnet - und statt der abgesagten Premiere ausgestrahlt. Was ich so nach gelegentlichen "Seitenblicken" auf den Bildschirm feststellen konnte (zu dieser Zeit stelle ich meist die Presseschau für den nächsten Tag zusammen), ist das eine flotte und harmlose Inszenierung mit einem feschen Barinkay und einer Saffi, bei der ich an Stelle Barinkeys erwogen hätte, deren Mutter (Monika Bohinec) anzubaggern! Aber die Berufskritiker werden uns nach der ersten Folgevorstellung wohl sagen, was wir von diesem Spektakel zu halten haben!
Insgesamt gesehen war dies wohl ein Plädoyer für die Ausstrahlung der jeweils dritten Vorstellung anstatt der Premiere, da ist das Risiko beträchtlich minimiert!
Die Gemeinde Mörbisch selbst hat angeblich vom Festival nicht viel, die Touristenzahlen stagnieren. Die Besucher werden mit Bussen angekarrt und verlassen nach dem unumgänglichen Feuerwerk raschest wieder die Festspielstätte!
Wünschen wir dem "Opernair Gars/Kamp" heute besseres Premierenwetter.
Der Don José stand offensichtlich "in einem guten Stall" - oder bringt Micaela täglich ein Esspaket vorbei?
Am 25. Juli gehen die Bayreuther Festspiele in ihre 100. Spielzeit. Zum runden Geburtstag des weltweit renommierten Richard-Wagner-Opernfestes wird Sebastian Baumgarten beim "Sängerkrieg auf der Wartburg" sein Regie-Debüt auf dem "Grünen Hügel" in Bayreuth geben. Unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock singt der Schwede Lars Cleveman die Titelrolle. Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier betonte zu Beginn der Proben den hohen künstlerischen Anspruch der Festspiele bei der Interpretation der Werke ihres Urgroßvaters: "Wir wollen weltweit das Beste bieten."
Wir sind also gespannt, mir ist es etwas zu ruhig. Gespannt bin ich, was aus der ersten Pressekonferenz tönt, denn ich gehe davon aus, dass die Festspielleiterinnen nach dieser weissen Rauch aus dem Schornstein steigen lassen: "Habemus Ring-Regisseur"!! Wenn nicht, dann unterstelle ich der Festspielleiterin doch glatt, dass sie selbst in den Ring steigen will! Angesichts des als Langweiler verschrieenen Christoph Loy wäre das vielleicht gar nicht die schlechteste Lösung!
Unter dem völlig irreführenden Titel "Der Sommer des Traumpaares" erfahren wir im "Kurier", was wir bei den Salzburger Festspielen und deren "Macbeth" sicher nicht sehen werden: Riccardo Muti hat seit vielen Jahren den Regisseur Peter Stein zu überzeugen versucht, sie beide sollten gemeinsam diese Verdi-Oper aufführen. Heuer wird die Zusammenarbeit in der Felsenreitschule stattfinden. Stein sagt dazu: "Wenn man von mir erwartet, dass die Leute auf der Bühne Jeans tragen, Handys benutzen, auf Computer starren und ihre Titten zeigen, tut mir das leid. Das machen wir ganz gewiss nicht."
Deshalb sehen wir diesen "Macbeth" auch nicht im Fernsehen!! Nein, im Ernst, Maestro Muti hat sich quergelegt. Er hat bereits das Alter erreicht, in dem man wunderlich sein darf!
Die Los Angeles Opera hat letztes Jahr mit der Gesamtaufführung von Wagners «Ring» ein Sechs-Millionen-Dollar-Defizit geschmiedet. Die San Francisco Opera macht's heuer besser. Ihr «Ring» ist zu 99,96 Prozent ausgelastet. Insgesamt hat die San Francisco Opera laut einem Bericht der «San Francisco Business Times» 44'055 Eintrittskarten für die Produktion verkauft, die im Juni und Juli realisiert worden ist.
Damit hat das Haus an der Kasse einen Umsatz von 7'236'673 Dollar generiert. Die Produktion der Regisseurin Francesca Zambello hat Besucher aus 21 Ländern und 46 US-Bundesstaaten angezogen (aus "Codex flores").
Erl: Schenkt man sich Wagner in Tirol: Arpiné Rahdjian (Elisabeth) und Luis Chapa (Tannhäuser) im Passionsfestspielhaus Erl
Der Kulturteil der "Rhein-Zeitung" benennt sich "Kulturbeutel". Über "Tannhäuser" wird wie folgt berichtet:: Die Inszenierungen in Erl müssen mit wenig Platz auskommen, als Regisseur konzentriert sich Kuhn aufs Geschichtenerzählen. Und das beginnt im „Tannhäuser“ deftig: Der Ritter liegt mit dem Gesicht voran im Schoß der Liebesgöttin Venus, junge Mädchen umtanzen sie im Ganzkörperschleier, unter dem bald Spitzenwäsche sichtbar wird. Chöre im Pilgergewand und alle Solisten vereinen sich nach drei von Kuhn frisch und zügig durchmessenen Akten zum Breitwand-Finale: Das sieht schon arg nach Passionsspielen aus, erzielt aber den gewünschten Effekt beim Publikum.
Für diesen „Tannhäuser“ hat Erl – und das ist schon eine Leistung – eine ziemlich homogene Besetzung ohne Ausreißer nach unten beisammen: Der mexikanische Tenor Luis Chapa schlägt sich mit lyrisch fundiertem Tenor und klug gesetzten dramatischen Höhepunkten wacker in der riesigen Titelpartie, ist darstellerisch aber extrem befangen – ihm hätte eine intensive Personenregie gutgetan. Erl-Stammsänger Michael Kupfer gibt einen edlen und konditionsstarken Wolfram von Eschenbach. Beachtlich die Damenriege, beginnend mit dem reizenden Hirten von Michelle Buscemi: Arpiné Rahdjian bringt für Elisabeth eine auffallend strahlend schöne Sopranstimme mit, und Mona Somm ist eine zur Partie passend schroffe Venus, die auch den Schluss meistert.
Die Pläne für Salzburg 2012 sickern durch! Die "Salzburger Nachrichten" sitzen sozusagen an der Quelle, also ist ein Informationsvorsprung verständlich und auch gerechtfertigt. Was passiert bei den Festspielen 2012: Von einem „Feuerwerk toller Ideen“ sprachen die politischen Entscheidungsträger im Kuratorium der Salzburger Festspiele verzückt. Dieses soll der ab September amtierende Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, noch eine Saison lang auch Chef des Opernhauses in Zürich, gezündet haben, als er seine Pläne vorstellte.
Offiziell werden die Vorhaben in allen Details wie gewohnt erst im November präsentiert, doch nach und nach sickern aus unterschiedlichen Quellen, einem Puzzle gleich, schon konkrete Details durch. Sie zeigen, dass Pereira in Salzburg zwar alles neu produzieren, dabei aber oft auf seine Zürcher Seilschaften setzen wird.
Jedenfalls werden keine Produktionen aus der Vergangenheit übernommen. Ausnahme: die lang vertraglich vereinbarte Neuinszenierung der Osterfestspiele 2012, Bizets „Carmen“, mit Sir Simon Rattle am Pult, Magdalena Kozena in der Titelrolle und in der Regie der britischen Choreografin Aletta Collins. Die Produktion ist preislich „galawürdig“: 400 Euro (statt 370) wird die teuerste „Carmen“-Karte kosten.
In diese Kategorie fallen auch die neu produzierte „Zauberflöte“ und „La Bohème“. Für Mozarts „Zauberflöte“ soll Nikolaus Harnoncourt noch einmal nach Salzburg zurückkehren; im SN-Gespräch mit Martin Behr bekräftigte er vor einigen Wochen, in diesem Stück sei noch Stoff für Neuentdeckungen vorhanden.
Allerdings wird Harnoncourt als Regisseur wohl weder der lang kolportierte Tobias Moretti noch Philipp Harnoncourt, der mit dem Vater Nikolaus zuletzt mehrere Projekte realisierte, zur Seite stehen, sondern voraussichtlich Jens-Daniel Herzog.
Der vom Schauspiel kommende, seit Langem im Opernfach tätige, ab August als Nachfolger von Christine Mielitz als Dortmunder Opernchef amtierende Herzog war mit zehn Produktionen einer der meistbeschäftigten Regisseure bei Pereira in Zürich. Am 10. Dezember kommt dort seine Neuinszenierung von Pfitzners „Palestrina“ heraus.
Mit „La Bohème“ wird der seit 2009/10 tätige Zürcher Opernchef Daniele Gatti mit Festspielehren versehen; er soll übrigens 2013 auch die musikalische Leitung der „Meistersinger von Nürnberg“ übernehmen, mit der Salzburg den eigens auferlegten „Wagner-Bann“ (keine sommerliche Konkurrenz zu Bayreuth) einmalig für das Gedenken an Wagners 200. Geburtstag brechen will.
Als Regisseur für „La Bohème“ (geplant mit Anna Netrebko und Piotr Beczala) steht der 36-jährige Italiener Damiano Michieletto fest, der ebenfalls schon in Zürich arbeitete. Der Musikkritiker der „Welt“, Manuel Brug, hält einiges von dem Venezianer, dessen Arbeiten in italienischen Häusern und beim Rossini-Festival in Pesaro auffielen: „Er ist kein Bilderstürmer, er modernisiert lieber, klärt Beziehungen, schafft Spannungen und will auch etwas zum Sehen bieten.“ Wofür vornehmlich sein Bühnenbildner Paolo Fantin zuständig ist. Nächste Zürich-Premieren: Rossinis „La scala di seta“ (Die seidene Leiter), 7. September in der Dependance in Winterthur, Donizettis „Poliuto“, 6. Mai 2012.
Heinz Reincke gestorben
Schauspielen, schauspielen, schauspielen. Und das Boxen” - das waren die Leidenschaften des Heinz Reincke. Ein Charakterdarsteller der alten Garde, das war Reincke. Die Jungen kennen ihn trotzdem eher als Ex-Pastor in der Seicht-TV-Serie „Der Landarzt” seit den späten 80ern. Da lag seine große Bühnenkarriere schon etwas hinter ihm. Das Theater zog ihn so magnetisch an, dass er früh als Souffleur arbeitete. In französischer Kriegsgefangenschaft war Reincke Mitglied einer Theatergruppe.
Eine Schicksalsbegegnung für Reincke war jene mit Gustaf Gründgens, der ihn 1955 an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg holte, wo er in Hauptmanns „Rose Bernd”, Shakespeares „Macbeth” oder Goethes „Urfaust” zu sehen war. In letzterem gab er den Mephisto, der auch eine seiner großen Rollen in Wien werden sollte (1976 neben Rolf Boysen und Maresa Hörbiger als Gretchen).
1968 folgte Reincke dem Ruf ans Burgtheater. Er gehörte dem Ensemble bis 1985 an und spielte in „Weh dem, der lügt”, „Die Katze auf dem heißen Blechdach”, „Biedermann und die Brandstifter”. Seinen Abschied von der Bühne nahm er mit dem „Hauptmann von Köpenick”. 1974 wurde er Kammerschauspieler. (Quelle: Wiener Zeitung")
Darmstädter Madonna geht um 40 Millionen an Schraubenmilliardär Würth.
Es geht um Geld. Um viel Geld. Um mehr als 40 Millionen Euro. Denn die wollte das Frankfurter Städel für Holbeins „Darmstädter Madonna“ zahlen. Nun hat es Reinhold Würth gekauft. Der Unternehmer aus Künzelsau, der ein eifriger Sammler ist – und ein nicht minder eifriger Museumsstifter. Vierzehn Häuser sind es inzwischen, für neue und für alte Kunst. Sein letzter Coup war 2003 der Kauf der Fürstlich-Fürstenbergischen Sammlung von Gemälden altdeutscher und schweizerischer Künstler des 15. und 16. Jahrhunderts, unter anderem von Lucas Cranach, dem „Meister von Meßkirch“ oder dem „Zürcher Veilchenmeister“.
(Auszug aus der "Berliner Morgenpost").
Medien-Zar Leo Kirch gestorben!
Was wäre das Fernsehen ohne Leo Kirch? Er war lange Jahre Hüter jenes Schatzes, aus dem sich die TV-Stationen Europas nährten. Als Kirch 2004 durch die Insolvenz seine Filmbibliothek verlor, hatte er dort, im Münchner Vorort Unterföhring, 64.000 Stunden Programm angesammelt – ein Archiv, mit dem man mehr als sieben Jahre lang 24 Stunden Fernsehen hätte bespielen können ohne eine einzige Sendung zu wiederholen. Und da waren die Filetstücke der größten Programmbibliothek Europas bereits verkauft. Nur an solchen Zahlen lässt sich ermessen, welche Bedeutung Kirchs Imperium für jeden von uns hatte – der „Spiegel“ fürchtete wegen der Kirch-Pleite gar um „das audiovisuelle Gedächtnis ganzer Generationen“.
Das ist ein Auszug aus dem Nachruf der "Presse"!
Gestern ist Leo Kirch im Kreise seiner Familie an den Folgen seiner langjährigen Diabetes gestorben!
BESUCHEN SIE RENATE WAGNERS FILMSEITE
Heute kein Wort über Frauenfußball. Das Finale steigt am Sonntag!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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SAMSTAG, 16. JULI 2011
Heute, 21,30 h, überträgt "ARTE" aus Aix en Provence" jene "La Traviata", die wir im September auch in Wien vorgesetzt bekommen! Natalie Dessay singt die Violetta
Vorher steht in Österreich das TV-Programm im Zeichen des Habsburg-Begräbnisses. Ab 12,10 h wird gesendet, zu Beginn werden Ausschnitte vom Zita-Begräbnis, aber auch von der Beisetzung von "Lady Di" gezeigt!
Der Regisseur Achim Freyer (77) übernimmt kurzfristig die Neu-Inszenierung des "Ring des Nibelungen" im Mannheimer Nationaltheater. Er füllt damit die Lücke, die sein Kollege Christof Nel hinterlassen hat, teilte Generalintendantin Regula Gerber am Donnerstag mit. Die Zusammenarbeit mit Nel war wegen Meinungsverschiedenheiten beendet worden. Die Premiere für "Rheingold" ist bereits für den 28. Oktober geplant. Damit bleiben Freyer nur noch wenige Wochen für die Proben.
Freyer habe zuletzt einen aufsehenerregenden "Ring" in Los Angeles inszeniert. Er könne die Arbeit übernehmen, weil sich ein weiteres "Ring"-Projekt mit der Staatsoper Budapest zerschlagen habe. Der Regisseur sehe sich trotz der engen Zeitvorgaben in der Lage, einen konzeptionell völlig eigenständigen "Ring" für Mannheim zu inszenieren. "Das ist ein Glück für beide Seiten", sagte Freyer laut Mitteilung.
Wenn Regula Gerber es schafft, binnen weniger Wochen einen renommierten Regisseur kurzfristig für ein "Ring-Projekt" zu gewinnen, müsste es doch für Katharina Wagner und deren Halbschwester möglich sein, einen "Ring-Regisseur für 2013 bereits bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen zu präsentieren. Ich baue fest darauf, dass die Entscheidung bereits gefallen ist!
Diese Männer schütten ihr Füllhorn über Bayreuth aus:
Georg Freiherr von Waldenfels (rechts) und Vorstandsmitglied Wolfgang Wagner bei der Pressekonferenz.
Nein, der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth fehlt es nicht an Selbstvertrauen. Halb lächelnd, halb ernst eröffnete Georg Freiherr von Waldenfels, der Vorstandsvorsitzende der ältesten deutschen Mäzenatenvereinigung aus dem Jahre 1951, gestern eine Pressekonferenz mit einem forschen Spruch: „Sensationen gibt es heute nicht zu vermelden – die GdF ist eine Sensation für sich.
In der Tat dürfen sich die weltweit 5150 Mitglieder auf die Fahnen schreiben, dass es die Festspiele in der heutigen Form ohne die jährlichen Millionenzuwendungen der geldstarken Wagnerfans nicht gäbe. Einzigartig: Die Freunde sind nicht nur – wie Bund, Land und Stadt – Gesellschafter der Festspiele GmbH, sie unterstützen zudem die Festspielleitung mit Millionenbeträgen – in diesem Jahr mit bis zu drei Millionen Euro.
Vor allem ein Projekt wird die Wagnerfreunde in den kommenden Jahren alles abverlangen: die Sanierung des Festspielhauses. Waldenfels bezifferte den Finanzbedarf alleine für diese Baustelle während der kommenden fünf Jahre auf rund 20 Millionen Euro. In einem Punkt freilich bleibt Waldenfels hart: „Die Freunde werden das nicht alleine bezahlen – da sind auch Bund und Land gefordert.“ (aus "Nordbayerischer Kurier")
Bitte mitrechnen: 5150 Wagnerianer zahlen jährlich namhafte Beträge in den Pool ein, wenn diese 5150 Personen mit Frau oder Freundin im Gefolge dann auch nur eine Vorstellung sehen wollen, dann wäre bereits ein Fünftel der Karten weg. Wer aber kommt wegen einer einzigen Vorstellung nach Bayreuth?? Es gibt also offensichtlich genug Freunde, die zwar zahlen, aber dennoch keine Gegenleistung in Form von Karten, die sie voll bezahlen müssen, beanspruchen. Seien wir also nicht ungerecht zu den Festspielleitern und schreien wir nicht lautstark "Skandal" - oder wollen Sie die Bayreuther Festspiele in voller Höhe mitfinanzieren?? Um das einmal klarzustellen: ich war 2004 (zwei Vorstellungen) und 2009 (ein "Ring" ) in Bayreuth, gehöre also nicht zu den Begünstigten. Mein Lebensglück hängt aber auch nicht von Bayreuth-Karten ab!
Nach der Umwandlung der Bayreuther Festspiele in ein maßgeblich von Bund, Land und der Stadt finanziertes Theater ist die Struktur zum Betrieb und zur Finanzierung dieser Kultureinrichtung so komplex, dass selbst Kenner Probleme damit haben, wer nun wofür zuständig ist. Vor dem Bauausschuss des Stadtrats hat Baureferent Hans-Dieter Striedl versucht im "Nordbayerischen Kurier", die komplexe Struktur zu erläutern: Die Festspiele GmbH ist seit 1986 für die Ausrichtung der Festspiele zuständig. Sie mietet das Festspielhaus von der Richard-Wagner-Stiftung. Seit September 2009 hat die GmbH vier Gesellschafter mit je 25 Prozent Anteil: die Bundesrepublik Deutschland, den Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.
Die Richard-Wagner-Stiftung, gegründet im Jahr 1973, pflegt den künstlerischen Nachlass Richard Wagners; ihre Aufgabe ist es zudem, das Festspielhaus, das mitsamt allen Nebengebäuden in ihrem Besitz ist, für die Nachwelt dauerhaft zu erhalten. Ganz wichtig: Die Stiftung bestimmt auch die Festspielleitung. Geschäftsführer des Stiftungsrates ist immer der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth.
Die Stadt Bayreuth ist Eigentümerin aller unbebauten Flächen rund um das Festspielhaus. In einem Vertrag aus dem Jahre 1973 ist mit der Stiftung vereinbart, dass sie die Grundstücke, die am Hügel bebaut werden sollen, der Stiftung übereignet. Die einzigen Gebäude, die der Stadt am Grünen Hügel gehören: die Polizei- und Toilettenbaracke.
Hélène Grimaud
Mit grossem Bedauern teilen Claudio Abbado und Hélène Grimaud mit», schreibt Lucerne Festival, «dass sie ihre für dieses Jahr geplanten gemeinsamen Konzerte aufgrund unterschiedlicher künstlerischer Auffassungen nicht verwirklichen können».
Beide Künstler würden um Verständnis für diese Entscheidung bitten. Die Absage betrifft die Auftritte vom 10., 12. und 13. August im Rahmen von Lucerne Festival und am 10. Oktober im Londoner Southbank Centre. Das Konzertprogramm bleibt unverändert. Die Konzerte in Luzern mit Claudio Abbado und dem Lucerne Festival Orchestra - mit dem d-Moll-Konzert von Brahms - bestreitet Radu Lupu anstelle von Hélène Grimaud
Die Dame scheint nicht einfach zu sein! Claudio Abbado anscheinend auch nicht!
Bernsteins "Candide" im Berliner Schillertheater (derzeit Staatsoper Berlin). Foto: Imago
Opernhauptstadt» nennt sich Berlin auf einem Plakat. In einer Hauptstadt des Musiktheaters sieht es indessen anders aus. Von den drei Häusern Berlins ragt keines mit besonderen Leistungen heraus.
Wie die "Neue Zürcher Zeitung" das meint, lesen Sie in der heutigen Presseschau!
Auszug aus www.kultur-vollzug.de betreffend "Ariadne auf Naxos" bei den Münchner Opernfestspielen:
Adrianne Pieczonka hatte das Festspielpublikum als Primadonna gelockt, schließlich ist sie eine weltweit bewunderte Ariadne, nicht zuletzt seit der Münchner Premiere. Für sie sprang Emily Magee ein. Sie ist nicht minder passend für die Rolle, hebt zu lyrischen Höhenflügen ab und verleiht Ariadnes Seelennöten Würde.
In fast ebenso große Fußstapfen tritt Daniela Fally als Zerbinetta, denn die Premiere sang der Münchner Darling Diana Damrau. Doch Fally singt die extrem schwierigen Koloraturen in „Großmächtige Prinzessin“ mindestens ebenso tadellos wie ausgefeilt – und sorgt beim Publikum für den einen oder anderen Lacher. Auch wenn ihr zu der Aufreißerin Zerbinetta der letzte Schuss Dreistigkeit fehlt.
Die Stadt Dortmund hat Jac van Steens Vertrag als Generalmusikdirektor des Theaters nicht verlängert. Wie Kulturdezernent Jörg Stüdemann bestätigte, habe er van Steen mitgeteilt, dass der in zwei Jahren auslaufende Vertrag nicht fortgesetzt werden soll. Ein offizieller Grund: das neue Profil des Musiktheaters.
Van Steen sei unter Opernintendantin Christine Mielitz eingestiegen und habe mit ihr eine bestimmte Auffassung von Musiktheater vertreten, so Stüdemann. „Schon jetzt ist ablesbar, dass Jens-Daniel Herzog das Repertoire ändern will und da sucht man sich einen musikalischen Chef, der zu den Wünschen passt.“
Ildiko Raimondi probt mit ÖVP-Lady Maria Rauch-Kallat die neue Bundeshymne. Foto: Hans-Klaus Techt
Das ist aber rasch gegangen. Die "neue Bundeshymne" ist noch nicht offiziell "im Amt", schon gelangt Ildiko Raimondi mit der Neu-Interpretation in die Medien. Dabei ist die Sache bereits ein "alter Hut", denn Christina Stürmer hat diesen Text schon vor Jahren gesungen - und gelangte ebenso in die Schlagzeilen. Damals war es recht still um die Austro-Bardin - und deshalb habe ich das schnelle Engagement auch verstanden.
Mörbisch: Wer bezahlt??
Kein Zuschauer bekam an Ort und Stelle sein Eintrittsgeld retour, diese Meldung muss ich dementieren. Vielmehr können die "Regen-Opfer" einen schriftlichen Antrag an die Festspielkasse richten - das Geld wird dann auf das Konto überwiesen. Für die entstandenen Anreisespesen etc. wird kein Anspruch anerkannt! Der entstandene finanzielle Schaden der Seefestspiele ist durch eine "Ausfall-Versicherung" gedeckt.
Die Münchner Abendzeitung fühlt sich berufen, uns "Ösis" Tipps zu geben: Gerne hätte man gewusst, ob der Anlass die Aufregung lohnte. Doch zum ersten Mal in der Geschichte der Seefestspiele musste die Premiere wegen Sturm und Regen abgesagt werden. Eineinhalb Stunden hatten die Besucher gehofft, dass sich die Unwetterfront verziehen würde. Vergebens. Zurückgekehrt ins Trockene konnte, wer wollte, im ORF die aufgezeichnete Generalprobe erleben.
Was dort zu sehen war, grau in grau, mit einem ständig durchs Bild hüpfenden Intendanten in der Rolle des Sittenkommissars Conte Carnero, stimmte wehmütig. Serafins Nachfolgerin Dagmar Schellenberger wird einiges ändern müssen, damit Mörbisch nicht endgültig zum Musikantenstadl der Operette verkommt.
Schön, dass Sie sich Sorgen um die "Wiener Operette machen, lieber Volker Boser! Dafür schätzen wir ja unsere deutschen Freunde - dass diese uns sagen, wo es lang zu gehen hat! Die Deutsche Dagmar Schellenberger, das ist jene Dame, die das beste Konzept abgeliefert hat, das allerdings Entscheidungsträger noch nicht gesehen haben wollen, wird das schon richten. Allerdings ist die Wiege von Brigitte Fassbaender, der Regisseuse des "Zigeunerbaron", auch nicht in Österreich gestanden. Der Intendant - von der "New York Times" "Walter Matthau der Operette" genannt - ist sogar in Litauen geboren! Nehmen Sie demnächst eine Schrotflinte, lieber Volker, damit Sie auch die Richtigen treffen!
Die kanadische Sopranistin Pierrette Alarie, die mit ihrem Ehemann, dem Tenor Léopold Simoneau, auch sängerisch ein erfolgreiches Duo bildete, ist im Alter von
89 Jahren verstorben.
Léopold Simoneau und Pierette Alarie in "Mireille" von Gounod
Nun zu den neuen Filmen der Woche. Renate Wagner weilt zwar derzeit in Deutschland (heute ist sie bei den "Karmelitinnen" - so schreibt man den Titel in Berlin tatsächlich) an der Komischen Oper, aber die Filme hat sie für uns aufbereitet, u.a. "Sennentuntschi": Wirklich spannend wird die Geschichte durch die Parallelhandlung eines französischen Touristen (Carlos Leal, sehr sympathisch, aber so hintergründig, wie es die Story braucht), der sich angeblich aus Zivilisationsmüdigkeit (natürlich steckt noch anderes dahinter!) auf die Alm begibt. Der knorrige Erwin (stark: Andrea Zogg) ist von einiger Rücksichtslosigkeit, nicht nur seinem stummen Sohn gegenüber (Joel Basman, berührend). Und als die Sennentuntschi vor den gefährlichen Dörflern davonläuft und dramaturgisch unvermeidlich bei den Männern auf der einsamen Hütte landet, die angesichts des rassigen Urweibchens die Hosen nicht geschlossen lassen können, verdichtet sich die Krimi-Handlung zum legitimen Horror.
Wenn der Autor / Regisseur bei seiner Schlußpointe landet, hat er den Fall gelöst (der Pfarrer kommt dem Gendarmen nicht davon) und die scheinbare Täter / Opfer-Konstellation ein paar Mal gedreht. Die Schweizer Alpen hat er auch ganz großartig fotografiert – in so schöner Umgebung schauert es einem noch lieber. Diese Sennentuntschi-Geschichte ist ein Wurf, gar nicht Heimatfilm, viele Genres gut und klug verrührt. In der Schweiz ein Hit. In Österreich als Alternative zu manchem US-Schmarrn zu empfehlen
Werner Thuswaldner macht sich in seiner Glosse auf "Drehpunkt Kultur" auch so seine Gedanken über die österreichische Bundeshymne: Gut, nun wären neben den Söhnen endlich die Töchter berücksichtigt. Wo aber bleiben die Schwiegersöhne und Schwiegertöchter? Wo die Enkelinnen und Enkel? Die Vettern und Cousinen? Sollen im Ernst Teile der Bevölkerung durch den Rost fallen? Wer will behaupten, dass sich unter ihnen nicht auch „Große“ und „Größinnen“ befinden?
Gewiss, die Strophe der Hymne wird dann länger sein, und die musikalische Untermalung müsste gestreckt werden, aber es wäre Balsam auf so manch aufgebrachtes Gemüt.
Freilich müsste in Kauf genommen werden, dass sich das Singen der Hymne bei diversen festlichen Anlässen in die Länge ziehen und die Geduld der Zuhörer und Zuhörerinnen noch mehr strapaziert werden würde. Aber es geht schließlich um die Sache.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
A.C.
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Jürgen Flimm ist 70 !!
„Nur weil ich einmal laut Lieder gesungen habe, mich immer wieder rheinische Frohnatur zu nennen“, sagt Jürgen Flimm, das sei „totaler Quatsch“. Aber auch den „romantischen deutschen Künstler“, der regelmäßig in Melancholie versinkt, will der Regisseur, der in Gießen geboren wurde und in Köln aufwuchs, nicht geben. Bei so einem tollen Job, zudem vom Staat bezahlt, sei das unglaubwürdig. Flimm, seit knapp einem Jahr Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, feiert an diesem Sonntag 70. Geburtstag.
Diese Botschaft überbringt uns der "Nordbayerische Kurier".
Der "Tagesspiegel" sprach mit Jürgen Flimm: Herr Flimm, warum geht man eigentlich zum Theater?
Dafür gibt es ein paar Gründe. Wenn man rote Haare hat. Oder eine zu lange Nase. Also wenn man sich als Außenseiter fühlt und deswegen schon als Kind gehänselt wurde. Da bietet das Theater viele Freiräume. Zweitens dynastische Gründe. Wenn man zu einer Theaterfamilie gehört, die Künstlerkinder: die Langhoffs, Thalbachs, Dresens. Romy Schneider, Geraldine Chaplin, Sophia Coppola. Das Dritte sind die armen Kinder. Nicht materiell arm, sondern Kinder, denen die Mutterliebe nicht gereicht hat oder die nie genügend Bonbons bekamen. Die glauben, sich die ersehnte Liebe durch Späße, durch Kaspereien zu ergattern.
Wie ich.
Das funktioniert nur im Theater?
Der Applaus, die Anerkennung können die vermisste Liebe ersetzen. Oder die Bonbons. Als ich jung war und Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln studierte, bekam ich nie genug Zuneigung. Also ging ich als Regieassistent an die Münchner Kammerspiele.
Wenn wir Jürgen Flimm glauben - und warum sollen wir das nicht - dann sind die Theaterleute allesamt irgendwie verklemmt! Aber fragen Sie mich bitte nicht, warum die "Merker"-Mitartbeiter zum Nulltarif, auf eigene Spesen, Opern- und Theaterkritiken schreiben und dafür statt Applaus Anfeindungen ernten! Sigmund Freud, "schau oba"!
Gars am Kamp, nicht Sevilla: Carmen im Wetterglück!
Von Elena Habermann bekam ich den ersten Bericht: Nach vielen Reden, gegenseitigem Lobhudeln, ging es mit der doch recht schwungvoll musizierten Ouvertüre los. Warum während des Vorspiels vom statierendem Ballett unbedingt „Cavalleria rusticana – Schluss“ als Pantomime sein musste,? Na ja. Der Beginn war etwas ungewohnt, weil das erste Drittel fehlte, also kein „Morales“ und kein Kinderchor, auch die Wachablöse und der erste Micaela-Auftritt waren gestrichen. Es begann mit dem „Rauch-Chor“ und Carmen-Auftritt.
Die Rezensentin setzt auch ihre Prioritäten: die Kostüme müssen stimmen und lebende Tiere dürfen keineswegs die Bühne bevölkern! Beides schien der Fall gewesen zu sein!
Auch Peter Skorepa ging das Risiko ein, im Waldviertel zu frieren: Regielich bewegt sich Karel Drgac in gewohnten Bahnen, lediglich der kleine Leichenzug mit dem Sarg der Mutter Don Josés im letzten Akt, welcher vor der Bühne vorbeizieht sowie die “Hinrichtung” Josés durch seine beiden Kumpane mittels Erdolchung – zwei Leichen zieren am Ende die Bühne – ist dessen Zutat. Dass der Regisseur die Eingangsszene mit Micaela und die Wachablöse mit dem doch so wirksamen Kinderchor entfallen lässt, ist bedauerlich. Geschickt kann das alte, schon devastierte Gemäuer der Burg als Hintergrund für Fabrik und Gebirge herhalten, Lillas Pastia´s Schenke ähnelt im gemalten Zustand eher einer älplerische Bauernstube, riesige Stierkampfplakate immaginieren zuletzt den Platz vor der Arena, auf deren oberen Rand der Chor die Besucher ahnen läßt. Josef Jelinek sorgte wieder für einfache, bunte Kostüme und Uniformen.
Gesungen wurde ganz ordentlich! Zum "Drüberstreuen" habe ich noch eine Kritik der "Kleinen Zeitung" anzubieten!
Wolfgang Bankl, Iva Mihanovic und Harald Serafin in Mörbisch. Das Maß muss voll sein!
Auszug aus "Oe24-Kultur": Die Nicht-Premiere sorgt für mehr Gesprächsstoff als jede andere Theateraufführung: Vergangenen Donnerstag fiel in Mörbisch ob der heftigen Regengüsse Der Zigeunerbaron ins Wasser. Intendant Harald Serafin musste selbst – „sehr deprimiert“ – die Besucher nach Hause schicken. Dafür klappte die zweite Vorstellung perfekt: „Es war Vollmond. Die Sänger gaben ihr Bestes. Und die Zuschauer nahmen mich bei der Hand und trösteten mich“, zeigt sich Serafin ganz gerührt. „Sie sagten: ,Nehmen Sie sich’s nicht so zu Herzen.“ Der anschließende Applaus war mindestens so groß wie bei einer regulären Premiere.“
Katastrophe? Ob man aus dem Wetterpech etwas für die Zukunft der Seefestspiele hat „lernen“ können? „Vielleicht, dass man bei so einem Unwetter früher absagen sollte“, sagt Serafin. Schränkt aber ein: „Allerdings schaut das in der Praxis so aus, dass man warten muss, bis dieses berühmte Gefäß, das bei der Bühne steht, einen bestimmten Wasserstand anzeigt. Denn wenn der nicht erreicht ist, zahlt die Versicherung nichts. Und das wäre – ich bitte mein Publikum dafür um Entschuldigung! – die wahre Katastrophe.“
Der Mann von der Versicherung lässt das Glas keinen Moment aus den Augen. Und das ausharrende Publikum weiß künftig nicht, ob es in der Hoffnung auf den Beginn der Vorstellung im Regen steht - oder bloß als Statist des Stücks "Das Maß ist voll - die Versicherung zahlt"!
Karlsruhe: Diana Tomsche in Rihms "Eine Straße - Lucile"
Das tolle Netzwerk des "Online-Merker" ermöglicht es, auch von dieser Rarität einen Eigenbericht anbieten zu können. Udo Pacolt war für uns dabei: Einen bemerkenswerten Opernabend produzierte das Badische Staatstheater Karlsruhe: zur Revolutionsoper „Dantons Tod“ von Gottfried von Einem schuf Wolfgang Rihm (geb. 1952 in Karlsruhe) den Einakter „Eine Straße, Lucile“, den er der weiblichen Hauptfigur aus Dantons Tod widmete, die als Gattin des Revolutionärs Camille Desmoulins dem Wahnsinn verfällt. Rihm, der zuletzt sehr erfolgreich mit seiner Oper Dionysos in Salzburg und Amsterdam war, komponierte den etwa 20-minütigen Einakter im Auftrag des Badischen Staatstheaters seiner Heimatstadt, wobei er mit seiner Musik nicht nur dramatische Akzente setzte, sondern auch mit lyrischen Klängen aufwartete
Die "Frankfurter Allgemeine" schreibt: Rihms Musik dringt mit feinen Klängen weniger in den Wahnsinn als in die Seele der Lucile ein: Die Musik öffnet hier den Blick von außen nach innen. Und drei kleine Trommeln grundieren an bestimmten Stellen suggestiv das Klanggeschehen: als die ferne Welt, in der Marschrhythmen verhängnisvoll die Menschen in Büchners dunkles „Loch“ begleiten. Diana Tomsche schien sich in Karlsruhe vollständig mit Rihms „Lucile“ zu identifizieren. So lieferte sie musikalisch, aber auch schauspielerisch eine bedrängende, ergreifende Studie menschlicher Verlassenheit, der angesichts einer aus allen Fugen geratenen Welt nur noch die Flucht in den Wahn bleibt.
Regensburg: Fürstin Gloria siedelt "Turandot" beit Verdi an!
Die Show stiehlt ihr so schnell keiner: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis befreit sich am Freitagabend grazil aus der pervers großen Menge von Fotografen und Kameraleuten. Sie erklimmt in Pelz-Stola und mit dickem Modeschmuck-Klunker behängt die Bühne und verkündet feierlich „ihre“ Schlossfestspiele „mit der Oper Turandot von Verdi für eröffnet!“ Ein Moment lang ist Stille – dann geht ein Raunen durch die Ränge, ein paar mitleidvolle Kulturbegeisterte rufen's Gloria zu, die ganz schnell ein Bein hebt und mit voller Röhre ins Mikro krächzt: „Puccini! Puccini!“
Die Fürstin ist bei jeder Schicki-Micki-Premiere dabei, da kann so eine Verwechslung leicht passieren. In Regensburg hat sie ein Heimspiel, sie ist die "Ermöglicherin" der Festspiele - also sehen wir über diesen Fauxpas großzügig hinweg!
Anna Prohaska bei den Salzburger Festspielen
Die Klischee-Opernsängerin ist eine füllige Mittfünfzigerin, die hölzern über die Bühne stolziert und sich bemüht, ihrer Rolle - gerne ein blutjunges Unschuldslamm - gerecht zu werden. Bei so viel Künstlichkeit nehmen zwei Dinge Schaden: die Authentizität und das Durchschnittsalter des Publikums.
Einen ganz anderen Auftritt legt eine 28-Jährige mit wirren, schwarzen Locken auf der Opernbühne hin: Anna Prohaska schmachtet, strahlt, strotzt vor Kraft. Zu Schuberts melancholischem Lied "Des Fischers Liebesglück" aus ihrem Debütalbum "Sirène" gibt es ein Video bei YouTube, in dem sie ihren Partnerdarsteller küsst - hemmungslos und leidenschaftlich. Privat hört sie russischen Folk-Metal, und sie verkündet trotzig: "Ich singe so, wie mir die Schnauze gewachsen ist."
Mehr über Anna Prohaska lesen Sie im "Spiegel"
Cyndi Lauper in der Wiener Staatsoper
Echte Rampensäue werden nicht alt, nur älter: Dies hat am Freitagabend Popstar Cyndi Lauper in der Wiener Staatsoper demonstriert. Im Rahmen des Jazz Fests Wien hat die 58-Jährige, die derzeit mit einer Memphis-Platte tourt, das große Auditorium am Ring am kleinen Finger durch einen Abend geführt, der zwischen 80er-Jahre-Reminiszenz, Bluesmelancholie und Partystimmung oszillierte - und dabei die erstaunliche stimmliche Entwicklung der Sängerin unter Beweis stellte.
Feuerrote Pumucklhaare, schwarzer Ganzkörperlederanzug - von Weitem erkennt man optisch keinen Unterschied zum Glamourstar der 1980er. Aber die Stimme ist reifer geworden. (Auszug aus der "Wiener Zeitung" )
Diese Männer schütten ihr Füllhorn über Bayreuth aus:
Georg Freiherr von Waldenfels (rechts) und Vorstandsmitglied Wolfgang Wagner bei der Pressekonferenz.
Nein, der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth fehlt es nicht an Selbstvertrauen. Halb lächelnd, halb ernst eröffnete Georg Freiherr von Waldenfels, der Vorstandsvorsitzende der ältesten deutschen Mäzenatenvereinigung aus dem Jahre 1951, gestern eine Pressekonferenz mit einem forschen Spruch: „Sensationen gibt es heute nicht zu vermelden – die GdF ist eine Sensation für sich.
In der Tat dürfen sich die weltweit 5150 Mitglieder auf die Fahnen schreiben, dass es die Festspiele in der heutigen Form ohne die jährlichen Millionenzuwendungen der geldstarken Wagnerfans nicht gäbe. Einzigartig: Die Freunde sind nicht nur – wie Bund, Land und Stadt – Gesellschafter der Festspiele GmbH, sie unterstützen zudem die Festspielleitung mit Millionenbeträgen – in diesem Jahr mit bis zu drei Millionen Euro.
Vor allem ein Projekt wird die Wagnerfreunde in den kommenden Jahren alles abverlangen: die Sanierung des Festspielhauses. Waldenfels bezifferte den Finanzbedarf alleine für diese Baustelle während der kommenden fünf Jahre auf rund 20 Millionen Euro. In einem Punkt freilich bleibt Waldenfels hart: „Die Freunde werden das nicht alleine bezahlen – da sind auch Bund und Land gefordert.“ (aus "Nordbayerischer Kurier")
Bitte mitrechnen: 5150 Wagnerianer zahlen jährlich namhafte Beträge in den Pool ein, wenn diese 5150 Personen mit Frau oder Freundin im Gefolge dann auch nur eine Vorstellung sehen wollen, dann wäre bereits ein Fünftel der Karten weg. Wer aber kommt wegen einer einzigen Vorstellung nach Bayreuth?? Es gibt also offensichtlich genug Freunde, die zwar zahlen, aber dennoch keine Gegenleistung in Form von Karten, die sie voll bezahlen müssen, beanspruchen. Seien wir also nicht ungerecht zu den Festspielleitern und schreien wir nicht lautstark "Skandal" - oder wollen Sie die Bayreuther Festspiele in voller Höhe mitfinanzieren?? Um das einmal klarzustellen: ich war 2004 (zwei Vorstellungen) und 2009 (ein "Ring" ) in Bayreuth, gehöre also nicht zu den Begünstigten. Mein Lebensglück hängt aber auch nicht von Bayreuth-Karten ab!
Rot! Diese eine Farbe ließ ihn sein Leben lang nicht los:"Eine Reise durch die Farbe Rot" nannte der österreichische Avantgarde-Maler Markus Prachensky seine künstlerische Arbeit gerne. Auch wenn sein Schaffen sich phasenweise über diese ursprünglichste Signalfarbe erhob, blieb Rot stets zentral.
Auf monumentalen Bildern zu spontanem Ausdruck gebannt, war dieses Rot Markenzeichen, Handschrift - und keinem Zwang zur Darstellung, zur Abbildung unterworfen. Prachensky war in den 1950ern unter den Ersten, die die Abstraktion ins Nachkriegs-muffige Österreich brachten.
Nun ist Markus Prachensky 79jährig gestorben!
Zu den Filmen der Woche.
Heute abend ab 20,45 h : Hope Solo Show auf ZDF
Um 20,45 h spielen heute die USA und Japan das Finale der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankfurt. Noch vor den Semifinalspielen hätte ich eine Bank auf die US-Girls gesetzt, nach Japans klarem 3:1 gegen die Schwedinnen, die dieses Resultat gestern noch durch den Gewinn des 3. Platzes (2:1 gegen Frankreich) aufwerteten, wage ich keine Prognose. Auf der einen Seite steht der Kraftfußball der US -Amerikanerinnen, auf der anderen die technische Überlegenheit der im Schnitt um 14 cm kleineren Japanerinnen. 80 % Erfolgsquote beim Zuspiel, kaum Fehler am Ball ("Stockfehler") - welche Herrenmannschaft kann auf solch eine Statistik verweisen? Und da ich nicht sicher bin, dass ich morgen noch auf dieses Hope-Foto zugreifen kann (vielleicht müssen Fotos der jubelnden Japanerinnen Vorzug genießen), stelle ich es heute ein
Kann Hope Solo heute "ihren Kasten rein halten?)
Noch einen Unterschied gibt es zum Fußball der Männer. Während bei diesem das Thema Homosexualität ein absolutes Tabuthema ist, bekennt Pia Sundhage, die aus Schweden stammende Trainerin des USA-Teams, dass sie lesbisch veranlagt ist!
Ich wünsche einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 18. JULI 2011
Wieder Zoff im Hause Bayreuth
Die Verwandtschaft kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Bevor ich der Parteilichkeit gescholten werde, sei betont, dass dies für beide Seiten in Bayreuths wohl prominentester Familie gilt. Würde ich nicht wissen, dass die Damen untereinander arg zerstritten sind, würde ich das sogar für einen Werbegag vor der bevorstehenden "Tannhäuser-Premiere halten. Denn so ruhig wie heuer war es noch nie vor einer Festspieleröffnung!
Nike Wagner (66) wirft ihren Cousinen, den Bayreuther Festspielchefinnen Katharina Wagner (33) und Eva Wagner-Pasquier (66), vor, den 200. Geburtstag des Komponisten Franz Liszt zu ignorieren.
"Der Standard" schreibt: "Das ist unverständlich, beschämend und skandalös", so die Chefin des Kunstfestes Weimar gegenüber dem "Spiegel". Die Bringschuld der Familie Wagner gegenüber Liszt, Richard Wagners Schwiegervater, sei gewaltig. "Ich bin tief getroffen, dass meine Cousinen taub waren für meine Bitte, das Festspielhaus zu öffnen für ein großes Fest- und Geburtstagskonzert am 22. Oktober", so Nike Wagner
Nike wirft ihren Verwandten vor, Franz Liszt, der stets nibelungentreu zu Richard Wagner gestanden hat, nach Wagners Tod "entsorgt" zu haben.
Aber wenn die streitbare Dame schon austeilt, dann muss es ein Rundumschlag sein: Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), eine regelmäßige Bayreuth-Besucherin, wurde bei der Kritik nicht ausgespart: Sie wundere sich über die "bedingungslose Verbundenheit von Frau Merkel mit dem politisch höchst krisenträchtigen Komplex Bayreuth", sagte Nike Wagner. Es wäre besser, "wenn unsere Regierungschefin einmal die Runde machen würde und den anderen Häusern und Festivals die Ehre gäbe - denen, die darben, die sich fürs Neue engagieren und von Medien und Geldgebern vernachlässigt werden".
Oh Gott, Frau Merkel war gestern auch beim Finale der Damen-Fußball-WM in Frankfurt, das sicher "politisch nicht krisenträchtig" war und feierte dort ihren Geburtstag! Mich wundert, dass die Kanzlerin trotz der Sorge um das Geld ihrer Landsleute immer noch Zeit für Nebenschauplätze aufbringt - und mehr als ein Nebenschauplatz ist auch Bayreuth nicht!
Franz Liszt, der von Bayreuth "Entsorgte"
Damit ich nicht in Reichweite der berühmter "Austeilerin" Nike Wagner gelange, stelle ich heute einen Artikel der "Presse über Franz Liszt in die Tagespresse: Der große Unbekannte unter den berühmten Komponisten: Es gibt noch ein paar Meister, auf die dieses Epitheton zuträfe. Bei Liszt ist es jedenfalls wirklich am Platz. Weniges aus seinem reichen Œuvre hat sich in den Spielplänen erhalten. Und von seinem Leben blieben die Gemeinplätze im Gedächtnis haften: Lebenmann, Tastentiger, Geistlicher und Salonlöwe, Asket.
Es ist schon so, dass bei diesem eigenwilligen Mann die Extreme einander die Hand gereicht haben. Liszt war, wie Fama es will, von allem ein bisschen, Faust und Mephisto in einer Person, tief katholisch und veritabler Frauenheld, Zertrümmerer von Konzertflügeln und bescheiden-großzügiger Förderer junger Talente. Seine Musik war richtungsweisend für alle Zeitgenossen; sein Spätwerk wurde erst von den Meistern der Moderne verstanden und ist bis heute nicht gänzlich aufgearbeitet
In Bregenz steht die Premiere der "See-Oper" "Andrea Chenier" vor der Türe. Der "Kurier" sprach mit dem Intendanten David Pountney: Nicht wenige Besucher der Bregenzer Festspiele werden vor der Aufführung einen Blick in den Opernführer werfen: Am Mittwoch hat mit Umberto Giordanos "André Chénier" auf der Seebühne eine Oper Premiere, die nicht zu den altbekannten Publikumshits gehört. Intendant David Pountney spricht über kalkuliertes Risiko, seinen Nachfolger und den Festspiel-Streit.
KURIER: Eine weniger bekannte Oper auf der Seebühne - wird sich dieses Risiko lohnen?
David Pountney: Ja. Ich merke bei jeder Probe, wie gut das Stück als Seebühnenoper funktioniert. Wir werden "André Chénier" als populäre Oper etablieren. Aber wir hängen sehr von der Resonanz auf die Premiere ab.
Wie läuft der Vorverkauf?
Der ist absolut in Ordnung.
Was heißt das im Vergleich zu den vergangenen Jahren?
Es ist weniger. Aber das haben wir kalkuliert. Es ist wichtig, für die Zukunft der Festspiele zu testen, inwieweit das Publikum uns vertraut.
Barockoper auf dem See kann sich David Pountney schwer vorstellen, denn bereits ein Verkaufseinbruch von 10 % wäre problemtatisch. Aber es kommt ja Herr Geyer nach Bregenz, der ein Verfechter dieses Genres ist. Allerdings, so großzügig wie die Gemeinde Wien unterstütz Bregenz die Festspiele auch nicht. Ich wünsche Roland Geyer trotzdem eine weiche Landung!
Mandy Fredrichs in St. Margarethen - und an der Mailänder Scala.
Besucher der Freiluft-Oper im Steinbruch von St. Margarethen werden heuer vermutlich die Initialzündung einer Sängerkarriere erleben. Die Donna Anna in der Neuproduktion von Mozarts „Don Giovanni“ singt die deutsche Sopranistin Mandy Fredrich, geboren 1979 in Bad Belzig (Brandenburg). Im Vorjahr gewann sie den Dresdner Competizione dell'Opera für italienische Opern. Danach absolvierte sie einige Vorsingtermine – und wurde jedes Mal vom Fleck weg engagiert: Sie hat nun Verträge mit der Mailänder Scala, mit der Deutschen Oper Berlin – und mit den Salzburger Festspielen, wo sie unter Nikolaus Harnoncourts Leitung 2012 die Königin der Nacht in einer Neuinszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ zum Start der Ära Alexander Pereiras singen wird.
Die Königin der Nacht ist auch jene Partie, die Mandy Fredrich bis dato am häufigsten gesungen hat, unter anderem bei ihren ersten Engagements in kleineren deutschen Häusern wie Hof, Detmold oder Essen. „In Hof“.
Das sagt die lebhafte junge Sängerin im Gespräch mit der „Presse“.
Er war der Rigoletto an der Met. Dieser Tage starb Cornell MacNeil.
Den Versuch eines Nachrufs lesen Sie in unseren Tagesinfos!
Giuseppe di Stefano wäre am 24.7. 90 Jahre alt geworden.
Giuseppe di Stefano war zwar ein klassischer Tenor, aber auch einer, der sich gerne zuweilen der leichteren Muse hingab. Geboren am 24. Juli 1921 in einem Dorf bei Catania und aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, nahm die Familie einige Opfer auf sich, um den Jungen in Mailand studieren lassen zu können. Während des Krieges wurde di Stefano in einem Gefangenenlager in der Schweiz interniert und fiel in diesem Zusammenhang mit einer von den Insassen selbst produzierten Rundfunk-Sendung auf. Radio Lausanne konnte es durchsetzen, dass der junge Tenor während seiner Internierung seine Stimme vor Ort weiter ausbilden durfte und bei einigen Sendungen mitwirken konnte. Seinen offiziellen Einstand gab er 1946 am Stadttheater von Reggio Emilia und von dort gelang ihm der Sprung an die Scala und an die Met in New York.
Von da an war Giuseppe di Stefano eine Art Superstar seiner Zeit. "Klassik Akzente" nutzt den Geburtstag, um auf Ton-Aufnahmen mit dem Tenor, der Maria Callas bei deren Abschiedstournee begleitete, hinzuweisen!
Zum Jazzfest an der Wiener Staatsoper: Ob sich Black Country Communion kurz gewundert haben, als man sie ausgerechnet für das Jazzfest Wien verpflichtete – es ist nicht überliefert. Schließlich ist diese Band dem Jazz in etwa so nahe wie Griechenland aktuell einer Triple-A-Bonität.
Passend zu ihrem Auftritt in der Staatsoper ließen BCC immerhin Richard Wagner abspielen, bevor sie die Verstärker zum Glühen brachten. Bezeichnet als Soupergroup, weil ihre Mitglieder einst bei Deep Purple spielten (Glenn Hughes) oder berühmten Lenden entsprangen (Jason Bonham, Sohn des Led-Zeppelin-Schlagzeugers John Bonham), sorgte sie auf ihren beiden bisher erschienenen Alben für zünftigen Hardrock. Ergänzt um den Bluesrockgitarristen Joe Bonamassa – Arbeitsmotto: Ein Solo kommt selten allein, und vierzehn Gitarren sind für ein Konzert gerade genug – sowie Derek Sherinian an den Tasten, erwiesen sich die Herren auch live als grobe Meister. So grundsolide die Band Deep Zeppelin bisweilen ins Heute rettet, ist ihre Kunst für die Zielgruppe so "wöd" wie für den Rest der Welt doch eher egal.
Jürgen Flimm ist 70 !!
„Nur weil ich einmal laut Lieder gesungen habe, mich immer wieder rheinische Frohnatur zu nennen“, sagt Jürgen Flimm, das sei „totaler Quatsch“. Aber auch den „romantischen deutschen Künstler“, der regelmäßig in Melancholie versinkt, will der Regisseur, der in Gießen geboren wurde und in Köln aufwuchs, nicht geben. Bei so einem tollen Job, zudem vom Staat bezahlt, sei das unglaubwürdig. Flimm, seit knapp einem Jahr Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, feiert an diesem Sonntag 70. Geburtstag.
Diese Botschaft überbringt uns der "Nordbayerische Kurier".
Der "Tagesspiegel" sprach mit Jürgen Flimm: Herr Flimm, warum geht man eigentlich zum Theater?
Dafür gibt es ein paar Gründe. Wenn man rote Haare hat. Oder eine zu lange Nase. Also wenn man sich als Außenseiter fühlt und deswegen schon als Kind gehänselt wurde. Da bietet das Theater viele Freiräume. Zweitens dynastische Gründe. Wenn man zu einer Theaterfamilie gehört, die Künstlerkinder: die Langhoffs, Thalbachs, Dresens. Romy Schneider, Geraldine Chaplin, Sophia Coppola. Das Dritte sind die armen Kinder. Nicht materiell arm, sondern Kinder, denen die Mutterliebe nicht gereicht hat oder die nie genügend Bonbons bekamen. Die glauben, sich die ersehnte Liebe durch Späße, durch Kaspereien zu ergattern.
Wie ich.
Das funktioniert nur im Theater?
Der Applaus, die Anerkennung können die vermisste Liebe ersetzen. Oder die Bonbons. Als ich jung war und Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln studierte, bekam ich nie genug Zuneigung. Also ging ich als Regieassistent an die Münchner Kammerspiele.
Wenn wir Jürgen Flimm glauben - und warum sollen wir das nicht - dann sind die Theaterleute allesamt irgendwie verklemmt! Aber fragen Sie mich bitte nicht, warum die "Merker"-Mitartbeiter zum Nulltarif, auf eigene Spesen, Opern- und Theaterkritiken schreiben und dafür statt Applaus Anfeindungen ernten! Sigmund Freud, "schau oba"!
Aber das Ereignis des gestrigen Tages war doch die Damenfußball-WM in Deutschland. In Frankfurt gab es ein hochdramatisches Endspiel, das selbst dem Fußball gleichgültig Gegenüberstehende (wie z.B. meine Frau) trotz später Stunde am Einschlafen hinderte. Die Entscheidung fiel erst kurz vor Mitternacht. Zuvor hatte "Her Airness" Abby Wambach mit einem tollen Kopfballtreffer die USA in Führung gebracht, die Japanerinnen schlugen aber noch einmal zurück! Unglaublich, die geben sich nie geschlagen! Die Spielerinnen der USA fragen sich nun ebenso wie eine Woche davor die deutschen Fußballerinnen, wie sie trotz einer Unmenge von Chancen dieses Spiel verlieren konnten! Es geht, wenn man auf eine "Frauschaft" trifft, die sich durch einen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lässt und ihr Spiel so durchzieht, als wäre nichts passiert. Sensationell war die Torhüterleistung von Ayumi Kaihorie, die - das sei aus männlicher Sicht festgestellt - einen doch weit weniger aufregenden Hintern hat, als etwa Hope Solo. Aber auf den "Super-Hintern" kommt es nicht an. Fantastisch, wie sie den ersten Strafstoß mit einem Beinreflex parierte.
Ayumi Kaihori bei ihrem zweiten parierten Strafstoß!
Aber jeder ist nicht so objektiv wie ich, die Fußballgewaltigen (in diesem Fall Männer) ließen sich doch von Hope Solos Hintern beeindrucken und wählten die US-Torfrau zur besten Torhüterin des Turniers. In weiser Voraussicht habe ich das Hope-Solo-Foto bereits gestern veröffentlicht, denn heute ist es nicht mehr aktuell. So vergänglich ist der Ruhm im Sport.. Unglaublich war auch die Ruhe (und Frechheit), mit der die letzte japanische Strafstoßschützin den Siegtreffer erzielte - sie bombte die Kugel unter die Latte in das Kreuzeck! Solo hatte wohl einen "Sicherheitselfer" erwartet und dementsprechend reagiert.
Das Foto des Tages: Jubelnde Japanerinnen!
Das entscheidende Strafstoßschießen
Jedenfalls war es eine Riesenwerbung für den Frauenfußball. Ein Kompliment auch an Deutschland als fairer Verlierer (immerhin waren die Deutschen Titelverteidiger) und als grandioser Veranstalter!
Einen Flop hingegegen gab es bei der inprovisierten Premiere der "neuen österreichischen Bundeshymne". Song-Contest - Teilnehmerin Nadine Beiler wollte diese partout zum Start der Österreichischen Männer-Bundesliga singen, wurde aber zurückgepfiffen - aus rechtlichen Gründen. Denn es geht um das liebe Geld. So eine Urheberrechtsverletzung kann teuer kommen - und die Erben nach Paula von Preradovic wittern das große Geld. Oe24-Kultur" Schreibt: „Heimat bist du großer SÖHNE“ Und so gar keine Spur von den umstrittenen Töchtern. Rückzieher von Österreichs großer Tochter, Nadine Beiler (21). Gestern um Punkt 15.58 Uhr waren vor dem Bundesliga-Kracher Red Bull Salzburg gegen Austria Wien in der Salzburg Arena die Augen und Ohren von 17.000 Fans im Stadion rund 300.000 TV-Zusehern auf die zierliche Tirolerin gerichtet. Nach der der umstrittenen Hymnen-Diskussion sollte sie als erste eine Neuversion mit den Töchtern im Text singen – doch daraus wurde nichts! Die Bundesliga hatte Nadine zwei Stunden vor Ankick zurückgepfiffen. So sang sie im rot-weißen Mini-Kleidchen bloß die Ur-Version. Ein herber Rückschlag für Maria Rauch-Kallat.
Eine schöne Woche wünscht
A.C
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DIENSTAG, 19. JULI 2011
Placido Domingo auf der Suche nach neuen Rollen!
An den Ruhestand denkt er nicht, vielmehr ist Placido Domingo erst am Anfang seiner Karriere als Bariton. er checkt ab, was für ihn in allnächster Zeit in Frage käme: neben dem Rigoletto und dem Simone denkt Placido noch an den alten Germont, den alten "Miller", den Athanael in "Thais" sowie an den "Samson" von Händel.
"Don Giovanni" ab heute in St. Margarethen! Was treiben Donna Anna, Donna Elvira und Don Ottavio da - Häschenhüpfen?
Vorweg, die Zahlen der heute beginnenden Festspiele im Römersteinbruch interessieren mich nicht, interessant werden diese in den Folgejahren. St. Margarethen wurde nämlich umgekrempelt, das Festival will sich mehr dem moderneren Inszenierungsstil anpassen. Heuer kann man leicht eine imponierende Auslastung erzielen, denn erstens wird wegen der gleichzeitig stattfindenden Passionsspiele im weitaus kleinerem Bereich der Nebenbühne gespielt und zweitens haben sich die Änderungen noch nicht zum typischen St. Margarethner Stammpublikum durchgesprochen! Vorsichtshalber liefert der Regisseur für seinen "Don Giovanni" gleich eine Gebrauchsanweisung mit:
Für mich ist er nicht nur ein unwiderstehlicher Verführer, sondern auch jemand, der eine neue Freiheit erahnen lässt. Eine Freiheit, die er selbst rücksichtslos ausübt. Er ist ein radikaler Selbstverwirklicher und damit auch ein Provokateur. Jeder wird sich fragen, wie es um die eigene Freiheit steht, wie weit er auf Dinge verzichtet. Für Frauen bedeutet das etwa: Wie weit habe ich den Mann, den ich wirklich möchte? Umgekehrt stellt sich diese Frage auch für die Männer. Don Giovanni ist die Kraft, die alles Bestehende auflöst. Gesellschaft wie Beziehungen.
Sein Diener Leporello gilt als Alter Ego seines Herrn, er ist auch schon als sein Zwilling angelegt worden. Wie verhält es sich in Ihrer Inszenierung?
REINHARDT: Es ist ein Verhältnis Meister und Schüler. Der Schüler hat große Sehnsucht nach Liebesabenteuern, die er nicht verwirklichen kann. Das Zusammensein mit Don Giovanni ermöglicht ihm immerhin Nähe. Er darf aber nur zuschauen. Und das ist, wie wir schon aus dem "Weißen Rössl" wissen, schwer: "Zuaschau'n kann i net ..."
Der Regisseur heißt Thilo Reinhardt. Nach Lektüre seiner in der "Kleinen Zeitung" veröffentlichten Ideen stellt sich bei mir ein "Aha-Erlebnis" ein - das hätte ich nie und nimmer gewusst!
Gustav Kuhn
Nun nach Erl in Tirol. Die "Meistersinger-Kritik von Harald Lacina steht bereits online. Wir ergänzen diese durch Gedanken aus dem "Kurier": Erl und Bayreuth vergleichen? Nein, das geht nicht. Zwar wird an beiden Orten Jahr für Jahr Wagner gespielt. Und es gibt beiderorts Würstel in der Pause. Am augenfälligsten sind aber die Unterschiede: Im Tiroler Ort Erl ist nicht nur ein Hügel grün. Das Passionsspielhaus liegt in idyllischer Wald- und Wiesenlandschaft, zum Erreichen desselben flaniert man an vorgelagerten Schafen vorbei...
... Dieser frisch durchlüftete Zugang zu Wagner zeigt sich heuer insbesondere bei den wieder aufgenommenen "Meistersingern": Das - wir sprechen es jetzt einmal rundheraus aus - zuweilen doch von einer gewissen Zähheit durchtränkte Werk flutscht unter Kuhns Antrieb so flott vorbei, als wären es nur vier statt fünfeinhalb Stunden. Da taucht man dann um halb elf aus der Aufführung auf, erstaunt über den resthellen Abendhorizont, und wundert sich, wo die Zeit geblieben ist.
Die für Erl typische sauerstoffangereicherte Kernigkeit äußerte sich aber auch exemplarisch in der Titelpartie des neu produzierten "Tannhäuser": Tenor Luis Chapa kommt mit einer derart energiereichen Ungestümheit auf die Bühne, dass man ihm gerne ein paar Drachen zum Töten vorsetzen würde. Doch halt, das wäre das falsche Wagner-Werk.
Schauplatzwechsel nach Macerata. Dort waltet Pier Luigi Pizzi als Chef seines Amtes. Mit ihm sprach die "Presse":
Am 22.Juli feiert Verdis „Maskenball“ Premiere, am 23. folgt „Rigoletto“. Mozart kommt mit „Così fan tutte“ im Teatro Lauro Rossi zu seinem Recht (ab 24.Juli). Intendant Pier Luigi Pizzi setzt auf junge Stimmen – und auf Regie-Arbeiten, die keine Zweifel darüber aufkommen lassen, welches Stück da eigentlich gespielt wird. Im Gespräch resümiert der Maestro mit gutem Humor: „Ich bin jetzt seit so vielen Jahren im Geschäft. Es hat sich viel verändert. Die Art, wie man Theater macht. Als ich anfing, da gab es große Stimmen. Und große Dirigenten. Die Regie war eigentlich nicht wichtig. Seit über Regie so viel diskutiert wird, gibt es eine Spaltung: Das Publikum wünscht sich große Show, die Kritiker suchen Verwirrung, Provokation vielleicht. Dadurch sind viele neue Gesichtspunkte auf die Bühne gekommen. Das ist nicht nur schlecht. Aber vieles, was provozieren soll, hat heute schon den Wert eines Déjà-vu-Erlebnisses. Es war ja alles schon da!“
Aix en Provence: Natalie Dessay als "Violetta". Unsere Forumsteilnehmer sind durchwegs enttäuscht
Der "Standard" bringt einen Bericht über Aix en Provence, unsere "Forums-Merker" haben sich angesichts der TV-Übertragung am Samstag bereits ein Urteil gebildet. Und dieses fällt für die Dessay, aber auch für den Wiener Staatsoperndirektor, der uns diese "Traviata" im September vozusetzen gedenkt, ziemlich vernichtend aus. Eine "gmahte Wiesn" wird Wien nie sein, Monsieur le Directeur! Ich zitiere "mefistofele":
Traurig, wenn man sich erinnert das Aix einmal das Paradies des Belcanto war. Diese Premiere wird wohl kein Hit wie Anna Bolena. Die Regie, findet nicht statt, nackte Bühne besser als Fabriksrohre, auch auf Betten wurde fast zu sehr verzichtet. aber das musikalische war eigentlich der absolute Tiefpunkt. Ich verstehe diese Künstlerin nicht, diese Rolle auch nur zu überdenken. sie hat soviele großartige Partien, warum?
Die Diskussion wurde von "Belcanto-Papst" Michael Tanzler eröffnet: Es Ist zwar noch gar nicht die ganze Arie vorbei, aber dieses Gewinsel der "Starsopranistin" hat mich schon zur Flucht bewogen... Und DIESE "Traviata" kriegen wir nach Wien,,, SUPER!! Wieder ein freier Abend mehr... Eine Zumutung, wie diese Frau NEBEN Verdi-Gesang steht,,, wie eine Parodie.... ( Castronovo sang ja recht ordentlich bis jetzt...) Die wunderschöne Bühne ist auch Top.... großer Einfall auch des Regisseurs,.,,,
Und "straniera" meint: jaja ... die Eva Mei ist halt immer noch die Beste Traviata ...die Dessay ist halt doch auch die beste Besetzung hierfür; wir wissen doch, sie ist vom Weg abgekommen .. la tra viata .... halt ... passt ja. Wien kann keine bessere Traviata erhalten .... voller Temperament und Beweglichkeit. Das muss Meyer schon vor Jahren, als er noch Intendant in Lausanne war, beeindruckt haben. Dort hat er die Dessay engagiert als Amina in La Sonnambula. Die Dessay hat die Nachtwandlerin auf einem Baumstamm getanzt (hoch oben), echt nachtwandlerisch halt. Die Nathalie Dessay hätte Akrobatin werden sollen. Und der Meyer Zirkusdirektor ....
Christoph Wagner-Trenkwitz (vorne) als "schöner Sigismund" im "Weißen Rössl" in Bad Ischl.
Christoph Wagner Trenkwitz ist zwar noch nicht Intendant - aber das kommt sicher noch. Er muss nur Geduld haben und die "deutsche Welle" abwarten! Oder selbst nach Deutschland gehen. Irgend einen Riss muss es da wohl im Netzwerk geben. Es gilt Holender nachzueifern. Als Schauspieler kann das nur gelingen, weil des Großmeisters Auftritt in Reichenau nicht zu unterbieten ist! Aber Wagner-Trenkwitz wird als Singschauspieler ernstgenommen, zum Beispiel von den "Oberösterreichischen Nachrichten": Ein entzückendes Paar geben Christoph Wagner-Trenkwitz als Sigismund mit Tonsur-Glätzchen und Caroline Vasicek als lispelndes Klärchen ab – beide verstehen es trefflich, dem menschlichen Makel seinen Charme abzutrotzen.
Anlässlich seines Siebzigers hinterlässt Jürgen Flimm vielerorts seine Duftnoten in Form von Interviews. "Die Zeit" richtet eine interessante Frage an Flimm: Apropos Liebe, es heißt immer, ein Regisseur kommt auch leichter an interessante Schauspielerinnen heran.
Flimm: Seltener als man denkt. Bei den jungen Frauen, die ein Regisseur anbaggern will, kann das ja nur heißen: Wenn du mich liebst, dann musst du mich auch besetzen, und deine Liebe ist sicher so groß, wie die nächste Rolle… Das ist gefährlich.
Da kann ich wieder in meinem fast unerschöpflichen Anekdotenschatz kramen: Es ist Jahrzehnte her, da stolperte ich in einer Hauseinfahrt nahe des Wiener Ronachers über Jürgen Flimm und seiner "Besetzung". Diese war eine mittlerweile sehr jung verstorbene Wiener Schauspielerin. Jürgen schleckte sie weltvergessend ab, wie das meine Hunde manchmal bei mir versuchen! Schwul ist er nicht, der Jürgen!
Interessant ist, wie die Kinorechte für Met-Übertragungen vergeben werden. Wir demonstrieren das am Beispiel Albstadt, wo der "Capitol-Fimpalast (ein sehr bescheidener Name) von Ralf Merkel betrieben wird. Der "Schwarzwälder Bote" nahm die Jubelmeldung des Kinobesitzers, unter 170 Bewerbern den Zuschlag bekommen zu haben, gerne entgegen:
Welcher Knüller es werden wird, wenn er Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera in New York City in sein Kino übertragen darf – das ist Ralf Merkel, dem Betreiber des Capitol-Filmpalastes, im Gespräch mit anderen Kinobetreibern klar geworden. So hat er sich darum beworben und nun unter 170 Kinos den Zuschlag für die Übertragungsrechte des Münchner Unternehmens "Clasart Classic" bekommen. Ab 15. Oktober darf Merkel Opern von Mozart und Wagner, von Händel, Verdi und anderen großen Komponisten live im Kinoformat übertragen: in hochauflösender Qualität. Zehntausende Opern-Liebhaber locken die Aufführungen seit fünf Jahren in die deutschen Kinos. Deshalb hat sich Clasart Classic – nach dem großen Erfolg der fünften Opernsaison, die mehr als 32 000 Zuschauer in die Kino brachte –, erneut die Ausstrahlungsrechte gesichert.
Ende August soll eine Satellitenschüssel mit mehr als einem Meter Durchmesser auf dem Dach des "Captiol" installiert werden. Lediglich bei sehr starkem Schneefall könnte es dann noch Empfangsschwierigkeiten geben. Mindestens 50 Kilometer Entfernung müssen zwischen den Kinos liegen, die Übertragungen zeigen dürfen – im Fall des Capitol-Filmpalastes ist das gewährleistet, denn die nächsten Kinos, die Opern aus der Met zeigen, liegen in Stuttgart und Überlingen am Bodensee.
Die "Münchner Abendzeitung" berichtet über das "Amigo-System des in der Vorwoche verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch. Der Aufstieg und Fall von Leo Kirch war eng mit der Politik verwoben. Immer hatte der fränkische Winzersohn die Nähe zu Politikern gesucht, damit seine Geschäfte noch besser liefen. Es ging darum, gesetzliche Schranken zu verhindern, attraktive Lizenzen zu bekommen – und das nötige Kleingeld dazu. Der staatlich kontrollierte Bayerische Rundfunk kaufte 1984 bei Kirch Filme für 25 Millionen Euro. Den Deal eingefädelt hatte der damalige Bundesinnenminister Fritz Zimmermann (CSU). Die weiß-blaue Staatspartei half, wo sie nur konnte.
Als Kirch 1997 in Geldnöte geriet, sollte ihm die staatseigene Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) mit 250 Millionen Mark unter die Arme greifen. Der Geheim-Deal flog auf. Edmund Stoiber bekam kalte Füße und schob die Schuld auf seinen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu. Die LfA war nur für den Mittelstand zuständig. Der drohte der CSU mit Wahlboykott. Der Kredit wurde storniert – die BayernLB sprang sofort und unbürokratisch ein.
Viel mehr darüber finden Sie in unserer Presseschau!
Quotenrekord beim Frauenfußball WM-Finale
Das Finale der Frauenfußball-WM hat eine Top-Quote erzielt. 15,34 Millionen Zuschauer sahen in Deutschland Sonntag Abend den Sieg der Japanerinnen gegen die USA.
Der "Spiegel" analysiert das Publikum im Frankfurter Stadion und kommt zu interessanten Erkenntnissen: Je mehr Mädchen in Trikots und mit "Hope Solo"-Schriftzug in den Gesichtern an einem vorbei ziehen, desto mehr gerät man ins Grübeln über weibliches Fantum: Was gibt es für junge Mädchen schon an Dingen, für die sie sich restlos begeistern können, ohne gleich als hysterisch oder hormonell vernebelt zu gelten? Außer Harry Potter fällt uns nichts ein. Offensichtlich füllt hier Frauenfußball eine Lücke, die viele Mädchen gespürt haben.
Aber die jungen weiblichen Fans sind nicht die Einzigen, die zum denkwürdigen Finale nach Frankfurt gekommen sind. Bei näherer Betrachtung des Publikums finden sich in dem riesigen Getümmel der ausverkauften Partie alle Gruppen von Menschen wieder, mit denen wir in den vergangenen Wochen die Spiele geschaut haben. Die Eventfans, die sich freuen, bunt angemalt etwas Lärm machen zu können; die Sportjournalisten, die ihre Mienen professionell neutral halten - auch noch, als es am späten Abend ans Elfmeterschießen um den Titel geht; die Lesben, die Regenbogenfahnen mitgebracht haben und sie in allen Ecken des Stations zwischen Sternen und Streifen der USA und den großen Punkten Japans aufleuchten lassen; und die Sportbegeisterten, die ihre Liebe für den Fußball einfach um die Frauenvariante erweitert haben und bei der Pokalübergabe später den umstrittenen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter gellend auspfeifen werden, weil sie sich nicht von der "20Elf von seiner schönsten Seite"-Harmoniewolke der Fifa einnebeln lassen wollen.
Der Bodyguard von Michelle Hunziker hat sein Nazi-Tattoo entfernen lassen und darf nun wieder Michelle beschützen. Welch rasche und schöne Wende!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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MITTWOCH, 20. JULI 2011
Heute starten die "großen Festspiele" in Bregenz, danach folgen Salzburg und Bayreuth
Mit Bregenz geht es heute los. Ob die der sogenannten "breiten Masse" weitgehend unbekannte Verismo-Oper André Chenier eine glückliche Wahl ist, wird sich zeigen. David Pountney ist davon überzeugt, der Kartenvorverkauf spricht eine etwas andere Sprache. Ich glaube aber auch, dass "André Chenier" nicht zum Flop wird, denn die Oper ist erstens relativ kurz, wenn sie Längen aufweist, dann zu Beginn. Ab der ersten Arie des Titelhelden geht es dann recht zügig bis zum tragischen Ende weiter, Giordano sind einige "Reißer" eingefallen, die ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlen werden. Wie man den Bodensee mit dieser Oper kombiniert, kann nur zur Überraschung werden. "André Chenier ist jedenfalls ein Experiment, zu dem den Bregenzer Festspielen Glück zu wünschen ist!
Die "Kleine Zeitung" bietet ein Überblick über die drei großen Festivals innerhalb eines überschaubaren Raumes an, von denen Bregenz das sympathischte, Bayreuth das spezifischte und auch exclusivste, Salzburg das elitärste und eigentlich auch arroganteste ist!
Spätestens wenn heute im 28.000-Einwohner-Städtchen Bregenz der Bundespräsident im Festspielhaus die Eröffnungsrede hält, ist der alljährliche Triumph der Provinz über die Metropolen perfekt: In Wien, Berlin, Hamburg etc. dämmern die großen Häuser in den Sommer. Am Bodensee, in Oberfranken und an der Salzach treffen einander die Größten der Branche. Und die Klientel reist ihnen zügig hinterher. Allein diese drei Festivals im überschaubaren Raum werden heuer wieder rund eine halbe Million Menschen in Bewegung gesetzt haben. Die einzig darstellbare Parallele erschöpft sich darin, dass an allen drei Schauplätzen (unter anderem) dem Genre Oper gehuldigt wird.
Zu Bregenz, das heute seinen Eröffnungstag hat: Die Bregenzer Festspiele mussten sich lange Zeit mit dem Status des "kleinen Bruders" der Salzburger Festspiele abfinden. Abgesehen von der staatstragenden Eröffnung hält sich der Glamour in Grenzen, Bühnenstars sind rar, alle Rollen sind mehrfach besetzt. Der eigentliche Star in Bregenz findet sich am Bodensee: die größte Seebühne der Welt, mit meist spektakulärer Ästhetik und Technik. Sogar James Bond ist schon auf ihr herumgeturnt.
Sie fordert Management und Publikum einige Flexibilität ab: Regnet es, können 1200 der 7000 Besucher ins Festspielhaus übersiedeln, dem Rest wird das Geld rückerstattet. Deshalb fällt die Entscheidung am See stets erst 15 Minuten vor Beginn. Wird mehr als eine Stunde über die Bühne gebracht, gilt die Vorstellung als gespielt, das Geld bleibt in der Kasse. Erwartet werden zu Giordanos "André Chénier" jedenfalls rund 200.000 Besucher.
Der ORF überträgt "André Chenier" übermorgen, am 22. Juli!
Markus Hinterhäuser, mehr als ein Lückenfüller
Jürgen Flimm ist weg, Alexander Pereira ist noch nicht da. Diese Lücke bei den Salzburger Festspielen wird von Markus Hinterhäuser als Interimsintendant gefüllt, der seit Jahren das Konzert der Salzburger Festspiele leitet und 2014 Chef der Wiener Festwochen wird. Das aktuelle Festspielprogramm in Salzburg aber wirkt absolut nicht nach Kompromiss oder Lückenfüller.
Auch das schreibt die "Kleine Zeitung". Der Vorverkauf in Salzburg läuft hervorragend, die Euro-Krise gibt es also nicht bzw. ist sie in Salzburg noch nicht angekommen!
Auch in München steht eine Premiere unmittelbar bevor. Mozarts "Mitridate" wird bei den Opernfestspielen gezeigt. Der Regisseur David Bösch sprach mit der "Münchner Abendzeitung": Mitridate” dreht sich um den Konflikt eines Vaters mit seinen Söhnen. Bösch ist überzeugt: „Das geht uns etwas an, auch wenn es heute anders abläuft. Mit seinem Vater muss man sich immer auseinander setzen, da gibt es immer Angst, die Suche nach Anerkennung, Bewunderung, Liebe, Hass. Und dieser Vater ist gar nicht das Monster, das er zu sein scheint, er ist ein Mensch, verletzlich und nachdenklich. Das ist alles nicht weit weg von uns.” Außerdem: „Besonders Aspasia, Mitridates Braut, die von beiden Söhnen begehrt wird, verweist schon auf Mozarts spätere große Frauenfiguren. Wie er sich so jung so in eine Frau hineindenken konnte, das ist schon erstaunlich!”
Annette Dasch ist derzeit beim Carinthischen Sommer im Einsatz
Sie hat zur Zeit genug Gründe, um zu feiern: Zum einen kann Annette Dasch seit diesem Jahr auf eine zehnjährige Karriere zurückblicken, die solide zu nennen wohl eine Untertreibung wäre; zum anderen hat die sympathische Deutsche Anfang dieses Monats geheiratet, und zwar den nicht minder netten Berufskollegen Daniel Schmutzhard. Gerade wird eine gemeinsame Wohnung in Frankfurt bezogen, wo Schmutzhard ab der Spielzeit 2011/2012 seinen lyrischen Bariton als Ensemblemitglied der dortigen Oper zum Klingen bringen wird. Das gesamte Interview mit Annette Dasch finden Sie im "Standard".
Bleiben wir beim "Carinthischen Sommer": Im Alban-Berg-Saal in Ossiach zeigt Regisseur Titus Hollweg bei der diesjährigen Musikproduktion des Carinthischen Sommers, "Götter und Söhne", sehr menschliche Götter, die alle in weißen Papierkostümen wie auf einem Catwalk zwischen den Zuschauern lieben, blödeln, leiden und töten. Die Musik des französischen Komponisten Milhaud (1892-1974), dem das Kärntner Festival heuer einen Schwerpunkt widmet, ist wunderbar farbig und melodiös. Trotz der kurzen Sequenzen der musikalischen Ideen - manche "Arie" dauert nur wenige Takte. (Auszug aus dem "Kurier").
In Aix en Provence sorgt nicht nur die umstrittene "Traviata" mit Natalie Dessay für Gesprächsstoff, Aix bietet weit mehr. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet: Ein schönes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn ein Regisseur und ein Dirigent sich gegenseitig inspirieren. Was man von der Premiere von Mozarts «La Clemenza di Tito» im selben Theater keineswegs berichten kann. Auch hier machte schon die Ouvertüre vieles klar: Der Dirigent Colin Davis ging mit dem LSO kein Risiko ein und sorgte für Schwerfälligkeit und gediegene Langeweile. Etwas mehr bot das Vokale. Zwar war der stimmlich überforderte Gregory Kunde als Titus kein Ersatz für den erkrankten John Mark Ainsley. Carmen Giannattasio steigerte sich indes in die Rolle der Vitellia hinein, Sarah Connolly gestaltete einen äusserst eindrücklichen Sesto, Anna Stephanys Annio war stark und Amel Brahim-Djellouls Servilia erfreulich.
Der Bühnenbildner und Regisseur David McVicar hat sich vor allem in seinen riesigen Rom-Kulissen verwirklicht, die vorzüglich hin und her geschoben werden können. Das macht Effekt – und lenkt von der mangelhaften Arbeit mit den Sängerinnen und Sängern ab: Klischee reiht sich an Klischee!
Eröffnet wurde Aix heuer mit Oscar Bianchis Kammeroper "Thanks to my Eyes", ein Höhepunkt ist William Kentridges Inszenierung von Schostakowitsch' "Die Nase"
Es gibt übrigens auch genug Leser, denen Natalie Dessays intensive Gestaltung der "Traviata" durchaus gefallen hat!
Auf die Berichterstattung aus Erl wird in den Tagesinfos hingewiesen und diese auch durch Fotos untermauert. Harald Lacina besuchte für uns die "Meistersinger" und "Tannhäuser".
Im "lustigen Rössl" in Bad Ischl. Ulrike Beimpold als Rösslwirtin. Einge "große Sängerin vor dem Herrn" soll sie angeblich nicht sein!
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" waren bei der Premiere dabei: Zur Eröffnungsgala kamen sie alle. Künstlerprominenz (etwa die legendäre TV-Rösslwirtin Waltraut Haas als Festrednerin), Politschickeria vom Landeshauptmann abwärts und Adabeis gaben sich ein Stelldichein. Und was für eines. Frei nach dem Motto „Darf’s ein bisserl mehr sein?” wechselten sich steppende Kühe, jodelnde Berliner Schnauzen und singende Kaiser mit Nummerngirls à la Esther Williams und hüftschwingenden Alpin-Bunnies ab. Wobei die Ausstattung in dem Werk zum guten Ton gehört: Bei der Uraufführung 1930 verschlang das Rössl mit 700 Mitarbeitern das Neunfache an Tagesspesen einer Opernaufführung.
Angeblich sollen aber die "Adabeis" klar in der Überzahl gewesen sein. Lesen Sie mehr darüber in den OÖ-Nachrichten!
Ich gehe davon aus, dass "Don Giovanni" in St. Margarethen von Wetterglück begleitet war. Da sich die Eröffnungsvorstellung bis lange nach Mitternacht hinzog,
langte der "Merker-Bericht erst mittags ein - dafür aber in doppelter Ausfertigung. Peter Dusek und Peter Skorepa berichten, die Rezensionen sind abrufbar!
Don Giovanni in München/Pasinger Fabrik
Also kommen wir kurz zu "Don Giovanni" in München/Pasinger Fabrik. Die "Münchner Abendzeitung" schreibt: Donna Anna (stimmlich schön scharf: Anne Wieben) unterstellt aus schlechtem Gewissen für ihren gierigen Seitensprung zur Ouvertüre eine Vergewaltigung. Ihr softer, betrogener Verlobter Ottavio (Philip Carmichael) soll sie jetzt rächen. Die so angenehm weder feministische noch moralinsaure, sondern geistreiche Regie setzt nicht auf eine ins Parkett hineinragende Mitspielbühne – nur einmal probiert Giovanni seine Verführungskünste an einer Dame aus der ersten Reihe aus. Sondern die feierliche, und doch witzige Show-Treppen-Bühne mit Bett am Höhepunkt und umgebender Schönheiten-Galerie ist wieder strenger frontal.
Hier stöckelt elegant, aber rasend wütend (mit Voodoo-Puppen-Vernichtungszauber) und doch auch hin- und hergerissen sehnsüchtig (lässt sich vom falschen Spiel noch einmal betören) Donna Elvira herum. Maria Helgath singt sie packend ausdrucksstark. Und dass sie deutlich schwanger ist, passt wunderbar zur vorausgegangenen Heiratsschwindler-Geschichte. So ist die geistreiche Pasinger Inszenierung von Mozarts – pointiert eingedeutschtem – Klassiker nie vergagt, dabei aber äußerst amüsant.
Mit 84 Jahren erlag der Wiener Grafiker und Maler Ernst Degasperi den Folgen eines Sturzes. Er verstand sich als "Künstler mit religiösem Anliegen". Der Künstler erlag am Sonntag den Folgen eines vor längerer Zeit erlittenen Sturzes, wie die "Kathpress" am Dienstag berichtet. Degasperi, der aus Südtirol stammte, verstand sich seit einem Berufungserlebnis 1963 in der israelischen Wüste als "Künstler mit religiösem Anliegen", dem es um den Brückenschlag zwischen Judentum, Christentum und Islam ging.
Werke von Degasperi finden sich heute unter anderem im Besitz der Vatikanischen Museen und der Albertina, aber auch in mehreren Kathedralen und Kirchen. Das Begräbnis Degasperis findet am 29. Juli um 12 Uhr auf dem Wiener Zentralfriedhof in der Karl-Borromäus-Kirche ("Lueger-Kirche") statt. (Auszug aus der "Presse")
Renate Wagner ist wieder aus Deutschland zurück und derzeit dabei, die gesammelten Eindrücke aufzuarbeiten.
Die FILMRUBRIK hat sie mittlerweile um den Harry Potter-Film erweitert!
Unter der Regie von Ron Howard und nach dem Drehbuch von Peter Morgan wird Niki Laudas
Schicksalsjahr 1976 verfilmt. In der Hauptrolle: Daniel Brühl.
André Hellers "Magnifico" meldet Konkurs an
Im November hätte André Hellers Pferdeshow "Magnifico" nach Wien kommen sollen. Nun wurde der Showbetrieb eingestellt. Am Dienstag hat die Magnifico Circus GmbH & Co. KG Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt, wie es in einer Aussendung mit dem Titel "Zu hohe Produktionskosten, zu wenig Publikumsinteresse" hieß.
Nach einem hoffnungsvollen Auftakt im Februar 2011 in München hat sich gezeigt, dass die Kosten dieser gigantischen Produktion sowohl im Vorfeld als auch während des laufenden Betriebs Dimensionen erreicht haben, die nicht mehr durch Einnahmen gedeckt werden können", hieß es in der Stellungnahme. Trotz hoher Investitionen sei für die Show kein ausreichendes Publikumsinteresse vorhanden und eine weitere Vermarktung führe zu keinem wirtschaftlich tragbaren Resultat. "Zu diesem Ergebnis kamen auch potenzielle Investoren, mit denen intensiv über eine Beteiligung verhandelt wurde."
Dass die Eintrittskarten nicht gerade billig waren, sei hier auch angeführt. Dass mit "Apassionata" eine ähnliche Show erst vor gar nicht langer Zeit gelaufen ist, hat er in seiner offensichtlichen Arroganz ignoriert! André Heller hat sich also verkalkuliert. Das soll und kann vorkommen und gegen eine ordentlich abgehandelte Insolvenz ist rechtlich nichts einzuwenden. Trotzdem - es bleiben immer Menschen finanziell dabei auf der Strecke, sogar Existenzen stehen auf dem Spiel. Meine Familie war selbst vor Jahrzehnten von Zahlungsschwierigkeiten betroffen, wobei ich den weiteren Kreis der Familie meine, nicht direkt mich. Aber ein Konkurs kam nicht in Frage, wir haben einen Rettungsschirm zur Abdeckung sämtlicher Verbindlichkeiten gespannt, der notfalls den Einsatz sämtlicher Besitzgüter der gesamten Familie beinhaltet hätte - wozu es gottlob nicht gekommen ist. Es hat kein Gläubiger finanziellen Schaden erlitten, das war der Familie wichtig!!
André Heller ist natürlich selbst nicht allein entscheidungsberechtigt und von seinen Investoren abhängig. Konkurs - also kommen Menschen und deren Familien zu Schaden! Rechtlich ist das in Ordnung. Als moralische Instanz möge Herr Heller aber nie mehr auftreten, diesbezüglich hat er die nächsten 100 Jahre Pause! Denn der Gang zum Konkursrichter wäre für mich nur dann unumgänglich, wenn ich selbst zuvor alle finanziellen Mittel bis zum Existenzminimum eingesetzt hätte. Aber Moral ist halt ein Begriff, den jeder anders auslegt! Auf meine Geschäftsmoral bin ich unsagbar stolz!
Ende Mai trat Moderatorin Barbara Schöneberger bei der Prominenten-Ausgabe von „Wer wird Millionär?“ auf. Sie beantwortete 13 Fragen richtig, bevor es zur millionenschweren Aufgabe kam. Die Frage lautete: „Wie heißt der Knabe, dem Wilhelm Tell den legendären Apfel vom Kopf schießt? A: Fritz, B: Heinrich, C: Walter, D: August“.
Falsch vor allem ist die Frage. Denn so einfach lässt sich vom legendären Apfel nicht sprechen, es sei denn, man nimmt den Inhalt von Schillers Drama „Wilhelm Tell“ als historisch verbürgte Wahrheit. Wilhelm Tell ist Schweizer Nationalheld, in vielen Überlieferungen auch Teilnehmer beim Rütlischwur am Vierwaldstätter See. „Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr“, lässt Schiller die Eidgenossen rufen.
...Egal, ob es Tell gegeben hat oder nicht, der Apfelschuss ist in jedem Fall pure Dichtung. Die Ursprünge liegen nämlich weit weg von der Schweiz, in Dänemark um 1200. In den „Gesta Danorum“ des Chronisten Saxo Grammaticus wird der Held Toko genannt. Er steht in Diensten des dänischen Königs Harald Blauzahn. Toko ist ein Prahler.
Der König zwingt ihn, den Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Er nimmt sich einen zweiten Pfeil, als der König fragt, wozu er den brauchte, lautet die Antwort: Für den König, falls der Sohn getroffen worden wäre. Dies ist identisch die Geschichte bei Tell. Toko muss zur Strafe für die Anmaßung eine schwierige Fahrt mit Skiern von einem Felsen unternehmen, was man sich in Dänemark eigentlich nicht so richtig vorstellen kann.
Lesen Sie diese Geschichte in der "Berliner Morgenpost weiter!
Für heute wünsche ich einen schönen Tag!
A.C
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DONNERSTAG, 21. JULI 2011
André Chenier in Bregenz begeistert aufgenomen!
Den Bregenzer Festspiel-Verantwortlichen ist gestern ein schwerer Stein vom Herz gepoltert: Zuerst schüttete es den ganzen Tag, um dann rechtzeitig zur Premiere des "Spiels auf dem See" aufzuklaren, dann wurde die doch recht mutige Entscheidung, mit "André Chenier" eine Oper etwas abseits des gängigen Repertoires auf den Spielplan eines Wasserspektakels zu setzen, laut erstem Bericht von ORF Radio Vorarlberg vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen! Am Pult der Wiener Symphoniker steht bei der Seeoper 2011 Ulf Schirmer, der auch das Spiel auf dem See "Tosca" leitete und als Mitinitiator und Spezialist für das einzigartige Akustiksystem BOA (Bregenz Open Acoustics) gilt. Inszeniert wird die Aufführung vom Briten Keith Warner.
Für das spektakuläre Bühnenbild von David Fielding wurde das Gemälde "Der Tod des Marat" des Revolutionsmalers Jacques Louis David digitalisiert. Ein 24 Meter über das Wasser ragender Männertorso macht den Bodensee zur Badewanne. Der Kopf wird im Laufe der Aufführung zurückgeklappt. Zu Beginn ist er von einem Tuch aus 1.000 Quadratmetern Stoff verhüllt, das im Laufe des Stücks weggezogen wird. 14 Techniker sind allein dafür nötig.
Präsident Günter Rhomberg
Zuvor hatte noch der Festspielpräsident Günter Rhomberg nach 31 Amtsjahren seinen bevorstehenden Abschied angekündigt. Der "Kurier" würdigt Rhomberg wie folgt: Ovationen für Präsident Rhomberg, der sich nach 31 Jahren zurückzieht
Dass sich ausgerechnet kurz vor Beginn der Bregenzer Festspiele deren Vizepräsident (Hans-Peter Metzler) in einem Interview selbst als möglicher neuer Präsident ins Spiel brachte, war nicht gerade ein Vorstoß von großer Eleganz. Günter Rhomberg, der amtierende Präsident am Bodensee, machte jedenfalls am Mittwoch bei der Eröffnung der 66. Festspiele von sich aus Schluss mit den Spekulationen: Es sei seine letzte Eröffnungsrede.
Danach präzisierte Rhomberg, 73, im Gespräch mit dem KURIER: Seine Amtszeit, die im Mai 2012 ausläuft, werde er selbstverständlich korrekt beenden, im Herbst solle aber mit der letzten Weichenstellung für die Zukunft begonnen werden. Eine wichtige Weiche ist bereits gestellt: Roland Geyer wird (schrittweise ab 2014) Nachfolger von Intendant David Pountney. Rhomberg hat die Geschicke der Festspiele seit 1981 als Präsident entscheidend geprägt und große Erfolge gefeiert. Unter seiner Präsidentschaft (und viele Jahre unter der Intendanz von Alfred Wopmann) wurden die Festspiele zum Fixpunkt auf der sommerlichen Kultur-Weltkarte. Nirgendwo anders wird Massenanspruch so raffiniert mit Qualität verknüpft!
Die Meldung des Tages liefert aber wieder einmal Anna Netrebko, auf dem Foto mit ihrem Erwin. Die beiden wollen Gastronomen werden!
Anna Netrebko schüttete dem "Stern" gegenüber ihr Herz aus: Anna Netrebko wird zur Gastronomin. Der weltweit umjubelte Popstar der klassischen Musik plant gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, dem Bariton Erwin Schrott, ein Restaurant zu eröffnen. Das verrät die Sängerin in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern . "Es soll etwas ganz Modernes, Interessantes sein", sagt Netrebko. "Wir gehen im Moment oft in Sternerestaurants, um herauszufinden, was es alles gibt. Wir haben auch schon einen Koch im Auge."
... Über die Erwartungen ihres Publikums an sie, sei sie sich völlig im Klaren, so die Sängerin weiter: "Sie wollen einen Hit nach dem anderen hören. Sie wollen nur die bekannten Arien. Und wenn ich zum Schluss meine Schuhe nicht in die Luft werfe und wild barfuß tanze, sind sie enttäuscht." Eine weitere Enttäuschung für ihre Fans dürfte auch der Abschied der Sopranistin von einer ihrer Paraderollen sein: "Ich kann 'La Traviata’ nämlich nicht mehr hören! Es ist wunderbare Musik, aber du kannst nicht die eine Rolle dein ganzes Leben lang wieder und wieder spielen." Andere beliebte Opernpartien werde sie ebenfalls nicht übernehmen, sie möge sie einfach nicht: Die Desdemona aus dem Othello zum Beispiel. Oder die Liu aus Turandot.
Ein ständiges Ärgernis für sie, sagt Netrebko im stern, seien die Eintrittspreise für ihre Auftritte: "Egal wo ich hinkomme kämpfe ich gegen diese überhöhten Ticketpreise, ich hasse das, es nervt mich. Ich habe auch nichts davon. Ich bekomme meine Gage und bezahle davon 50 Prozent Steuern. Den Rest bekommen andere."
Wem sagt sie das, die Anna. Auch ich habe die halbe Zeit meines Lebens für die Steuer gearbeitet! Wo das Restaurant eröffnet werden soll, geht aus dem Interview nicht hervor! Ist ja letztlich auch egal, ich reserviere für den Eröffnungstag einen Tisch für 2 Personen! Wenn möglich mit Kerzenschein!
Sebastian Baumgarten rückt "Tannhäuser" in die Nähe von "Rammstein"
Auszug aus dem "Tagesspiegel": Die Bayreuther Tannhäuser-Bühne, grob gesagt eine Art Recyclingzentrum mit Alkoholaufbereitungsanlage, hat ihm der niederländische Künstler Joep van Lieshout gebaut, ein "anarchischer Hedonist", wie Baumgarten sagt. Näheres müssen später die Opernkritiker entscheiden, aber zumindest so viel: An Raumleere leidet diese sehr spezielle Wartburg-Konzeption nicht und wird noch durchpulst von Filmsequenzen und ein paar projizierten Phrasen, die einem seltsam bekannt vorkommen: "Herzeleid", "Rosenrot", "Wir sind krank" und so weiter liest man, Chiffrenlyrik also von Till Lindemann, und "ja" sagt Sebastian Baumgarten, "da kommt schon viel von Rammstein vor". Rammstein. Sehr offensiver, sehr obskurer deutscher Rock. Und an Tannhäuser sei ja schließlich auch viel von eben diesem Till Lindemann, "er will dazugehören zur Gesellschaft und auch wieder nicht", sagt Baumgarten, Lindemann sei ja auch eher "kommerzieller Schockrocker". Nur so zum Vergleich.
Geteilte Meinungen über St. Margarethens "Don Giovanni"
Vorweg, Merker-Redakteur Dr. Peter Dusek war begeistert - und steht damit ziemlich einsam da! Eine moderne, zeitgemäße Lesart der wohl populärsten Mozart-Oper, eine Höllenfahrt der Lüste mit höchstem technischem Aufwand und ein blutjunger Titelheld namens Josef Wagner – der Erfolg der Premiere von „Don Giovanni“ hat mehrere Ursachen...
...Die Neupositionierung von Margarethen, die von Stefan Ottrubay und Joachim Arnold mit diesem Don Giovanni versucht wurde, ist weitgehend gelungen. Die Walt-Disney-Ära von Margarethen sollte ab sofort zur Vergangenheit zählen.
Hoffentlich laufen ihm nicht in nächster Zeit die Disney-Jünger Herzl und Waba über den Weg!
Kollege Peter Skorepa relativiert da schon etwas, aber lesen Sie selbst. Was ihn als Dauer-Eröffnungsbesucher der Steinbruchfestspiele (auf eigene Kosten, wohlgemerkt) störte, war das immer weiter ausufernde Zeremoniell der Eröffnung. Christoph Wagner-Trenkwitz (besonderes Merkmal: überall dabei!) versucht sich dabei als "Nachwuchs-Prawy", wird aber vom bereits ungeduldig wartenden Premierenpublikum mit "Anfangen-Rufen" - die höfliche Form der "Aufhören"-Chöre - zurechtgestutzt: Dass man eine Premiere mit Begrüßung von Gästen und Sponsoren oder Politikern beginnt, nimmt man halt mit einem gewissen Stoizismus zur Kenntnis. Dass aber eine Doppelconference, diesmal von Wagner-Trenkwitz und dem im Abseits stehenden Intendanten Werner so penetrant peinlich sein muß, ist nicht mehr erträglich. Erst die bösen Zurufe “Anfangen” aus dem Auditorium setzten dem Spuk ein Ende.
Was aber sagen die übrigen Kritiker? Dr. Wilhelm Sinkovics begibt sich bei diesen Open Air-Festivals gleich gar nicht selbst an die Front, sondern lässt für die "Presse" Stefan Musil den Vortritt. Und der meint:
Prinzipiell stellt sich da die Frage, welcher Anspruch an eine solche Freilichtaufführung zu stellen ist? Nachdem Wolfgang Werner sich einen Seitenhieb auf Niederösterreichs Sommerfestivallandschaft erlaubte, die wenigen „großen“ Ereignisse des Burgenlands – St.Margarethen, Mörbisch – gegen die vielen „kleinen“ Niederösterreichs auszuspielen versuchte, muss man annehmen: St.Margarethen verlangt für sich selbst den höchsten. Angesichts dieses „Don Giovannis“ ist man davon so weit entfernt wie der Steinbruch vom Schlosspark Grafenegg.
Das sind völlig neue Töne, die Herr Werner da spuckt. Bislang lieferte er - laut Peter Dusek - "Disney-Produktionen" ab!
Im Sinne der Ausgewogenheit müssen wir aber auch den "Kurier" zu Wort kommen lassen, der den neuen Margarethen Stil recht wohlwollend rezensiert: Alles riskiert und viel gewonnen. Auf diesen Nenner lässt sich die Premiere von Mozarts "Don Giovanni" bei den Opernfestspielen St. Margarethen bringen. ...
...Und das kleinere Ambiente (immerhin für mehr als 2000 Besucher) erweist sich als idealer Ort für einen "Don Giovanni", wie ihn St. Margarethen noch nie gesehen hat. Denn – Achtung! – dank Regisseur Thilo Reinhardt hält das Regietheater nun auch im Burgenland Einzug.
Wie das ungefähr abläuft, erklärt uns die "Kleine Zeitung": Zunächst befreit - und damit entfernt sich die Regie vom Textbuch Lorenzo da Pontes - Don Giovanni (Josef Wagner) die Stadt vom Tyrannen, dem Komtur (Dirk Aleschus), der schon während der Ouvertüre an der Spitze eines Trupps Uniformierter seinen herrisch-rabiaten Auftritt hat. Keineswegs wehrlos ist er auch im Duell mit Don Giovanni - Letzterer bekommt dabei einen Bauchstich ab. Die komische Seite der Oper blendet Regisseur Thilo Reinhardt weitgehend aus, dafür gelingen ihm beeindruckende Bilder: Don Giovanni inmitten der Schemen seiner Verflossenen; der Leichenzug mit dem Sarg des Komturs; die Feier im Palast während der Champagnerarie; das Maskenfest der Wölfe und Schafe. Die Schlussszene bietet Zombies, Sarg und Kutsche in Flammen (Lightdesign: Fabrice Kebour) und einen zerberstenden Bühnenboden.
Zur Besetzung: Leporello (Thorsten Grümbel) ist vom Erscheinungsbild Riffraff aus der "Rocky Horror Picture Show" ähnlich und Elvira (Cristina Baggio) einer Terry Gilliam'schen Trickfilmfigur. Ottavio (Benjamin Bruns) ist wie Generalissimus Franco ausstaffiert und Zerlina (Anna Virovlansky) fast eher Verführerin als Verführte. Am Pult steht der Steirer Johannes Wildner, dem es mit der eigens zusammengestellten "Orchesterakademie auf Schloss Esterházy" gelingt zu zeigen, welch revolutionäres Potenzial in Mozarts Partitur steckt
Dazwischen kurz ein Radio-Tipp für heute: Deutschlandradio - Kultur sendet heute das 4. Konzert des Orchesters der Deutschen Oper Berlin mit Klaus Florian Vogt in einer Aufzeichnung vom 8.7. 2011. Das Konzert wird von Deutschlandradio Kultur am 21. Juli 2011ab 20.03-22.00 Uhr auf UKW, im Kabel, über Satellit und DAB ausgestrahlt. Die Solo-CD (Sony) erscheint Anfang 2012. Deutschlandradio Kultur 21.07.2011 • 20:03 Uhr ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten
Renate Wagner hat ihre Rezension des Open-Air-"Freischütz" in Schwerin online gestellt. Sie spricht den Ostdeutschen das zu, was wir Wiener für uns gepachtet zu haben glauben. Charme!
Deborah Voigt lässt Chicago im Regen stehen!
Deborah Voigt lässt die Chicago Opera mit Richard Strauss' «Ariadne auf Naxos» im Regen stehen - zugunsten einer Wagner-Serie der New Yorker Met. Oder ist der Rollentausch Symptom eines Wandels ihrer Stimme? Laut einem Bericht der «Chicago Sun Times» erklärt die Chicago Opera, der Rückzug sei Voigts eigene Entscheidung. Sie habe die Strauss-Oper fallengelassen, weil die Aufführungen zwischen Auftritte Ende Jahr an der Met in «Siegfried» und «Götterdämmerung» gefallen wären.
Der Rückzug bringt die Chicago Opera in Verlegenheit, weil das Marketing des Hauses für die Saison 2011/12 wesentlich auf die Sopranistin abgestellt ist. Ersetzt wird sie - nomen est omen - durch eine Nachwuchssängerin namens Amber Wagner. Die «Chicago Sun Times» zitiert allerdings auch Branchenbeobachter, die vermuten, dass der Rückzug von einem Wandel von Voigts Stimme motiviert sein könnte - weg von den für sie bisher typischen lyrischen zu mehr dramatischen Partien.
Der Auszug stammt aus "Codex flores"
Der Grafikdesigner und Erfinder des Plattencovers, Alex Steinweiss, ist tot. Nach Angaben der "New York Times" starb der US-Amerikaner am 17. Juli 94-jährig in Florida. Bereits vor einem Jahr starb seine Frau, mit der er mehr als 70 Jahre verheiratet war. »Der New Yorker hatte nicht nur die Idee, Schallplatten in die noch immer üblichen Papphüllen zu stecken, sondern diese auch künstlerisch zu gestalten. (Auszug aus der "Presse".
André Heller lässt uns wissen, dass er selbst vom Konkursantrag seiner Pferdeshow überrascht wurde und nichts, aber schon gar nichts mit den geschäftlichen Usancen zu tun hat. Er ist ein Künstler, und kein Geschäftsmann! Das wird die Gläubiger trösten, überhaupt, wenn sie kein echtes, sondern Monopoly-Geld eingesetzt haben!
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
A.C.
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FREITAG, 22. JULI 2011
Salzburger Festspiele: Am Wochenende steigt das Fest zur Spielzeiteröffnung
Die offizielle Eröffnung erfolgt zwar erst am 27. Juli, aber bereits dieses Wochenende wird in Salzburg Eröffnung gefeiert - mit einem Fest zur Festspieleröffnung. Damit Sie sich in Salzburg auch "trendig" bewegen, haben wir Tipps für Salzburg-Besucher zusammengetragen. Hier kurze Beispiele aus dem "Europe Online-Magazin":
A - Applaus: Grundton des fünfwöchigen Festivals. In Salzburg nicht immer leicht erworben, und richtig verdient erst im Wettstreit mit sonoren Buh-Rufen.
B - Buhlschaft: Kaum Text, kaum Interpretationsmöglichkeit, aber 1001 Kameras. Bindeglied zwischen Kunst und Klatsch. Schillernde Ahnenreihe: Von Judith Holzmeister über Christiane Hörbiger, Senta Berger und Nadja Tiller bis Veronika Ferres und Birgit Minichmayr.
C - Charity: Gehört zum guten Ton. Wer 370 Euro für eine Opernpremiere hinlegt, hat auch noch das nötige Kleingeld in der Tasche, um Gutes zu tun oder die Festspiele selbst ein wenig zu unterstützen.
Die Salzburger Festspiele 2011 - Nachwuchsförderung und der Klassiker "Jedermann"
D - Dirndl: War vielleicht zur Karajan-Zeit noch eine Möglichkeit. Heute absolutes No-Go. Designerkleidung eignet sich besser zum Flanieren im Festspielbezirk. Zur Not geht auch klassisches Kulturschwarz
Und so geht es weiter bis zum Buchstaben Z wie Zorro!
Die Kritiken zeigen sich einig: dieser André Chenier in Bregenz ist meisterhaft gemacht
Davon können Sie sich heute ab 21,20 h in der Aufzeichnung des ORF überzeugen. Für die "Presse urteilt Walter Weidringer: Denn der spontane Jubel, der nach dem letzten Ton ausbrach, als Chénier und Maddalena in einem ekstatischen Liebes- und Todesduett das Fallbeil als gemeinsames Schicksal annahmen, galt wohl nicht bloß der richtigen Entscheidung, auf dem See zu spielen (der Regen hatte erst kurz vor Beginn aufgehört), sondern dem außerordentlich glücklichen Zusammenwirken von zündender, von einem guten Ensemble getragener Musik und eindrucksvoller szenischer Umsetzung, die nur mit einigen wenigen Ideen übers Ziel hinausschoss und im Plakativen landete: ein verdienter großer Erfolg, an dem auch das reizvolle Licht- und Schattenspiel von Davy Cunningham großen Anteil hatte.
Genau genommen steht freilich nicht allein Giordano auf dem Programm: Der Brite David Blake hat eine Verbindungsmusik geliefert, die zwischen erstem und zweitem Akt dem Regisseur David Warner Gelegenheit gab, die eigentliche Revolution zu inszenieren: passend tumultuöse Klänge, die sich von Giordanos Tonsprache weit genug abhoben, ohne völlig zu dieser querzustehen – eine geglückte stilistische Gratwanderung
"Arbeitsunfall" von Elisabeth Kulman
Dramatischer Bühnenunfall bei der ersten szenischen Probe (19. Juli 2011) zu “Tristan und Isolde”, einer Produktion der Ruhrtriennale in Bochum. Im Zuge der szenischen Arbeit kam es durch ein Missgeschick zu einem heftigen Schlag direkt auf den Kehlkopf der Sängerin, einhergehend mit totalem Stimmverlust sowie starken Schwellungen und Einblutungen der Stimmlippen. Die Sängerin wurde sofort ins Bochumer St. Elisabeth-Hospital eingeliefert und stationär behandelt. Nach Einschätzung der Ärzte ist unter Einhaltung absoluter Stimmruhe mit einer langsamen Genesung innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen. Die Chancen auf vollständige Heilung ohne bleibende Schäden sind aber gut!
Sebastian Baumgarten
Bei den sechs Vorstellungen der Wagner-Oper "Tannhäuser" werden jeweils 50 Mitglieder des Teams aktiver Festspielförderer (TAFF) auf der Bühne sitzen. Baumgarten will damit nach TAFF-Angaben vom Donnerstag den Zuschauerraum erweitern und den Förderern die einmalige Gelegenheit bieten, ganz nah am Geschehen im Festspielhaus zu sein. Allerdings seien die Klang- und Bild-Illusionen auf der Bühne nicht mit denen im Zuschauerraum zu vergleichen.
Das Team aktiver Festspielförderer wurde im vergangenen Jahr als Ergänzung zur großen Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gegründet, die weltweit mehr als 5000 Mitglieder zählt. TAFF hat mittlerweile rund 300 Mitglieder, bekommt aber im Gegensatz zu den Freunden kein Kartenkontingent für die 30 Aufführungen der Festspiele.
Über Bayreuth wird in nächster Zeit viel zu berichten sein! Bezüglich des "Tannhäuser" kenne ich bereits einige Details, habe aber versprochen, diese nicht vor der Premiere an die Öffentlichkeit zu tragen. Also beschränken wir uns auf die klaren Aussagen des Regisseurs in der "Welt-online", die sicher jeder Opernfreund versteht:
Welt Kompakt: Worum geht es bei Ihnen?
Sebastian Baumgarten: Das steht doch im Stück. Um das antike System Apoll und Dionysos, bei Wagner auch auf einer anderen Ebene verweiblicht und religiös konnotiert als Maria und Venus. Jeder kreative Mensch schwebt in der Gefahr, im Exzess zu versinken. Wie gerade die junge Schauspielerin Maria Kwiatkowsky, die gestorben ist, mit der ich zusammengearbeitet habe. Hochbegabung ist eine Gefährdung. Auf der anderen Seite droht man zu pragmatisch, zu "apollinisch" zu werden. Ich will keine Interpretationstheaterlösung, das ist für mich vorbei. Ich will den Kern des Stoffes, wie ihn Wagner gelesen hat, aufspüren. Und wenn dieser Kern für uns heute noch eine Bedeutung hat, dann ist er es wert, es heute noch zu spielen
Alles klar?? Na also!!!
Renate Wagner war in der Vorwoche in Deutschland.
In ihrer Kritik über eine Operngala im Theater Stralsund schreibt sie: Und noch ein Sänger, den anzuhören man nur empfehlen kann (selbst Herren von der Größenordnung wie Meyer 1 und Meyer 2 in Wien, wobei sich letzerer alle zehn Finger abschlecken könnte, hätte er einen solchen Tenor in seinem Haus): Der Türke Kerem Kurk bietet Kraft, Timbre, Technik, prächtige Höhe, vollen Persönlichkeitseinsatz und war mühelos der Star des Abends – als Ottavio, als Edgardo, als Rudolf, als Alfred: Immer, wenn er auf der Bühne stand, herrschte herausragendes Opernglück. Wenn er stets in solcher Form ist, sollte er bald – tut mir Leid, Stralsund – größere Bühnen im Sturm erobern.
Tenor Kerem Kurk, von Renate Wagner in Stralsund "entdeckt"
Und sie berichtet auch, dass der Abend für einen weiteren Online-Merker-Mitarbeiter, für Heiner Wesemann, besondere Freuden brachte: Der Chor – zehn Damen, zehn Herren – ließ Beachtliches hören (wobei mein Mann besonders begeistert davon war, wie durchwegs jung und hübsch sich die Choristinnen gestalteten, eine Erfahrung, die er, wie er brummte, in Wien nicht machen kann…).
Derweil sucht Wiens Staatsoperndirektor Dominique Meyer Tenöre auf einem Kreuzfahrtschiff - und findet eine Mezzosopranistin.
Dominique Meyer, Gala el Hadidi, Michael Schade auf dem Kreuzfahrtschiff. Foto: Stella Maris
Im Rahmen einer Reise übers Meer – diesmal rund um die britischen Inseln – bekommen sieben Künstler bei „Stella Maris“ die Chance, sich einmal in allen Facetten vorzustellen. Wer eine Kreuzfahrt unternimmt, der hat Zeit. Er hört sich in Ruhe Opernarien, Ausschnitte aus Oratorien wie auch Lieder an, um den jeweils vielseitigsten Gestalter eines Jahrgangs zu ermitteln.
Dass das Repertoire bei Stella Maris so weit gespannt ist, liegt am Spiritus Rector des Wettbewerbs, Michael Schade, der sich mit Feuereifer der Jugendausbildung widmet, was Musikfreunde spätestens seit Schades Engagement für das Salzburger Young Singers Project wissen. Bei Stella Maris kommen die jungen Profis an die Reihe. Grund genug, dass sich wichtige Juroren Zeit nehmen, eine ganze Woche mit den Probanden zu verbringen. 2011 waren unter anderem auch die Intendanten der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, und der Hamburgischen Staatsoper, Simone Young, an Bord der MS Europa. Außerdem entsandte die Deutsche Grammophon ihre Produzentin Marita Prohmann.
Den ersten Preis in der Höhe von 15.000 Euro vergibt auf der Jacht zwar das Publikum – wer die meisten Stimmen in allen drei Runden auf sich vereinigen kann, gewinnt, egal, welche Wertung die Fach-Jury abgegeben hat. Die Juroren freilich kommen, um die von den Studios entsandten Sänger besser kennenzulernen und um eigene Preise zu vergeben.
So vereinigte die Ägypterin Gala El Hadidi, eine temperamentvolle Mezzosopranistin mit angenehm dunkel timbriertem Mezzo, gleich zwei der Sonderpreise auf sich: Sie darf ein Test-Recording der DG machen und hat damit bald eine professionell aufgenommene CD im Karrieregepäck. Und sie wird in einer der kommenden Spielzeiten für eine noch zu bestimmende Partie an der Wiener Staatsoper gastieren.
Das ist erstens eine wirklich gute Idee, die Juroren zu zwingen, sich eine ganze Woche lang ernsthaft mit sieben jungen Sängern zu befassen! Für den Direktor der Wiener Staatsoper ist es eine Dienstreise, die ihm natürlich nichts kostet. Das sind die Annehmlichkeiten dieses Jobs. Nicht erwähnt wird aber, wer noch bei dieser Kreuzfahrt auf Dienstreise (oder Einladung des Staatsoperndirektors?) dabei war. Mir fiel auf, dass die "Presse" in St. Margarethen durch Stefan Musil, in Bregenz durch Walter Weidringer vertreten war. Wo war der "Chef" Dr. Sinkovicz?? Richtig geraten! Auf der Kreuzfahrt mit Dominique Meyer! Bravo, das macht so richtig unvoreingenommen - ist aber auch schon wurscht, denn Dr. Sinkovics hat ja bereits ein Buch über Monsieur Meyer geschrieben.
Um jetzt Lästerern vorzubeugen sei erwähnt. dass ich keineswegs neidisch auf den Presse-Chef bin und mich auch nicht mit ihm messe. Ich könnte gar keine ganze Woche unterwegs sein, da könnte einladen, wer will - ich ginge nämlich in der Redaktion ab!
Aber jetzt mal völlig weg vom relativ unbedeutenden Online-Merker. Die Hinwendung zu einem bestimmten Journalisten (böse Zungen mögen sogar das Wort "Hofschreiber" verwenden) halte ich für etwas undiplomatisch, denn die "Presse" hat ja Konkurrenz. Und Monsieur Meyer ist bekanntlich Diplomat!
Das Stadttheater Mödling bietet heute, Sonntag und Montag um jeweils 18 h "Der Zauberer von Oz" - für Kinder und Erwachsene. Die weiteren Termine sind unter "Aktuelles/ Tagesinfos" ersichtlich!
Catherine Deneuve gilt als die kühle Blonde des französischen Films. Eine Retrospektive im Zürcher Kino Xenix zeigt, dass die Schauspielerin in ihren Rollen vielschichtiger und fragiler ist, als ihr Ruf glauben macht!
Renate Wagner schreibt in ihrer Filmrubrik über diesen Film: Der Film lebt vom Kontrast der beiden Hauptdarsteller: Dany Boon, dessen Ausstrahlung wirklich liebenswert ist, setzt sich wirkungsvoll zu dem großspurig-aufbrausenden Benoit Poelvoorde in Kontrast, der natürlich die viel bessere Rolle hat und sie schamlos auskostet (wenn er etwa mit heuchlerischem Blick sogar Gott in der Kirche in seinen Kampf einbeziehen will). Dass am Ende dann natürlich doch Friede, Liebe, Eierkuchen herrscht, bügelt den Film, der ohnedies nie anders als sehr leichtgewichtig gemeint war, ganz glatt. Aber hübsch ist er doch. Die Franzosen haben den Film gestürmt. Wir können ihn verlustlos ansehen – auf andere Art betrifft er uns zweifellos auch.
Zur Filmrubrik
André Heller lässt uns weiters wissen, dass am "Magnifico"-Debakel alle schuld sind - außer er selbst!
Wenn Sie Wiener sind, dann freuen Sie sich, die Gebühren für die Müllabfuhr, Kanal und Kurzparkzonen werden angehoben, damit ist natürlich auch eine Erhöhung der Mieten verbunden. Nur moderat - versteht sich. Dafür öfter! Das meldet "Radio Arabella".
Wiens Bürgermeister Michael Häupl sagt, er werde nicht gegen eine Aussetzung dieser Regelung sein. Denn wer dies tue, trete für eine Destabilisierung des öffentlichen Haushaltes ein. "Damit ist eine Ver- und auch eine Entsorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet. Das ist das Chaos, auf das die Opposition wartet", warnt Häupl.
Die Opposition wartet auch auf Preiserhöhungen, Herr Bürgermeister!
Der Bürger hingegen wartet auf Einsparungen in der Verwaltung, damit sich die Gebührenerhöhungen in Grenzen halten!
Damit wünsche ich einen schönen Tag!
A.C.
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SAMSTAG, 23. JULI 2011
Stemmt er 2013 Bayreuths Jubiläums- "Ring"? Frank Castorf
Der Berliner Theatermacher Frank Castorf ist angeblich als Regisseur für die "Ring"-Neuinszenierung im Jahr 2013 bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth im Gespräch. Dies berichtete der Berliner "Tagesspiegel" am Freitag. Die Bayreuther Festspiele lehnten jede Stellungnahme dazu ab. "Kein Kommentar", sagte Festspielsprecher Peter Emmerich. Ein Name werde von den Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier erst veröffentlicht, wenn der Vertrag unterschrieben sei, sagte Emmerich am Freitag
Die in Wien erscheinende Zeitung "Kurier" schreibt: Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner (1813-1883) steht in zwei Jahren eine Neuinszenierung der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" in Bayreuth auf dem Spielplan. Nach der Absage von Filmemacher Wim Wenders stehen die Festspielleiterinnen bei der Suche nach einem Regisseur enorm unter Druck. Castorf ist seit 19 Jahren Intendant der Berliner Volksbühne und hat das Haus zum "Kult-Theater" gemacht. Statt werktreuer Stück-Interpretation bieten er und seine Schauspieler bis heute lieber anarchische, assoziative Happenings mit intellektuellen Seitenhieben auf die aktuelle politische Weltlage.
"Weißt Du, wie das wird"? Wir werden es sehen - oder auch nicht!
In unseren Tagesinfos stellen wir heute Michael Nagy vor, den Wolfram der neuen "Tannhäuser-Produktion!
So soll sie Aussehen, die Berliner Wannsee-Bühne - wenn es denn zur "Zauberflöte" kommt
Wenige Wochen vor der Premiere der Mozart-Oper "Die Zauberflöte“ auf einer Seebühne im Wannsee gerät die Veranstaltung in Turbulenzen. Die Senatsverwaltung für Umwelt hat dem Veranstalter, der Deutschen Entertainment AG (Deag) von Unternehmer Peter Schwenkow, am Mittwoch ein Schreiben zugestellt, das die erforderliche behördliche Genehmigung verweigert. Das bestätigte Schwenkow Morgenpost Online.
Es würden Unterlagen fehlen, vor allem, was die Statik der riesigen, schwimmenden Seebühne bei Wind und Wetter anbelange, soll die Behörde bemängeln. Am Donnerstag fand aus diesem Grund ein Krisentreffen in der Senatskanzlei statt. Mit dabei neben Schwenkow auch der zuständige Umweltstaatssekretär Benjamin Hoff (Linke), Vertreter des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf und des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Kommenden Mittwoch soll es ein weiteres Treffen geben. Ins Wasser gefallen ist die Veranstaltung offenbar nicht, so wie es das Schreiben der Verwaltung vermuten ließe. „Dazu ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagte Senatssprecher Richard Meng. „Das Gespräch war konstruktiv und sehr positiv“, sagte Unternehmer Schwenkow der Morgenpost. Bis zum nächsten Termin würden die fehlenden Gutachten vorliegen, sie seien bereits fertig. „Nichts ist abgesagt, das Verfahren geht weiter“, sagte Schwenkow. „Wir haben knapp 30.000 Karten verkauft und da zeichnet sich ein großer Erfolg ab!
Der Artikel ist der "Berliner Morgenpost" entnommen. Wenn die Produktion nun doch durchgewinkt wird, hätte sie keine bessere Werbung als dieses Behördentheater haben können!
"Mitridate-Premiere bei den Münchner Opernfestspielen. Prof. Dr. Michael Bordt schreibt in "Klassik.com": Zur Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit der Inszenierung von David Bösch passt die musikalische Interpretation von Ivor Bolton. Bolton nimmt der Partitur alles Liebliche, das man musikalisch betonen könnte. Seine musikalische Deutung ist oft hart, kühl und beinahe distanziert. Das passt großartig zu einigen Arien von Mitridate, weniger aber zu dem erwähnten Liebesduett am Ende des zweiten Aktes, dem es an Atem fehlt. Auch Farnaces große Arie im dritten Akt, eigentlich musikalisch ein sehr berührendes Stück, mag in Boltons kontrollierter Deutung kaum bewegen.
Gesungen wird durchweg auf sehr hohem Niveau. Patricia Petibon (Aspasia) steigert sich von Akt zu Akt, hat aber zunächst Probleme mit der Tiefe und auch Schärfen in den Höhen. Barry Banks (Mitridate) verfügt über eine für die Rolle ansprechende helle und beinahe metallische Stimme, mit der er den ungeheuren Anforderungen an Höhe und Ausdruck der Partie gewachsen ist. Manchmal vermisst man vielleicht ein wenig die Durchschlagskraft. Anna Bonitatibus als Sifare und vor allem Lawrence Zazzo als Farnace überzeugen ebenso mit großer Expressivität und unglaublicher Virtuosität wie Lisette Oropesa als Ismene. Herzlicher Applaus für alle Beteiligten nach einem zu Recht auch anstrengenden vierstündigen Opernabend.
Emma Bell in Judith Weirs "Achterbahn. Der Erfolg der Produktion hält sich in Grenzen!
Bregenz steht und fällt mit dem "Spiel auf dem See! Die Experimente können im Stadttheater gewagt werden - und können auch mal schiefgehen, ohne dass die Festspiele in ihren Grundfesten erschüttert werden.
"Drehpunkt Kultur" führt uns in das Werk ein: Die britische Komponistin und Librettistin hat das italienische Volksmärchen „Sfortuna“ (Schicksal) in die Gegenwart übertragen. In einem Börsencrash verliert die Familie Fortune den grössten Teil ihres Vermögens. Während die Eltern mit ihren letzten Habseligkeiten fliehen, will Tochter Tina mit harter Arbeit wieder hochkommen. Der Weg ist mühsam, denn noch zweimal macht ihr das personifizierte Schicksal (Fate) mit seiner Gang einen Strich durch die Rechnung. Statt den Einstieg in die Modebranche zu schaffen, wird sie in einer Kleiderfabrik als Putzfrau ausgenutzt. Als Tina einen Kebab-Stand hütet, muss sie mit ansehen, wie Fates Gang diesen in Brand setzt. Ihr Schicksal wendet sich erst in einem Waschsalon, weil die Besitzerin ihr einen persönlichen Kontakt mit Fate verschafft. Auf die Sonnenseite des Lebens kehrt Tina mit einem Lottogewinn zurück, doch darauf verzichtet sie gerne, weil sie die Liebe zu Simon entdeckt.
Weirs Botschaften sind dem Zuschauer nach wenigen Minuten klar: Es geht um das Auf und Ab im Leben und die Vergänglichkeit von materiellem Glück.
In der "Wiener Zeitung" meint Christoph Irrgeher unter dem Titel "Niete im Opernlotto": Klar, dass dieser Wirrwarr geradezu nach sozialkritischem Dekor brüllt. Regisseur Chen Shi-Zheng fackelt auch nicht lang. Mit trudelnden Börsenkursen und Dollarzeichen hat er sich einen Brecht-Sonderpreis für platten Agitprop-Aufputz verdient. Erfreulich immerhin: dass er die teils auch verwaiste Bühne mit artistischen Tänzern dekoriert. Womit wir bei der Musik wären. Stimmt zwar: Ein Feingefühl für Harmonien, für eine würzende Prise Dissonanz ist der Schottin eigen. Doch damit polstert sie semitonale Melodien auf, die sich beliebig kringeln - wobei verschärfend hinzukommt, dass Weir ihre Kringel gern wiederholt oder sequenziert. Und leider: Für Protagonistin Emma Bell liegen sie mitunter zu hoch.
Applaus gibt’s in Bregenz trotzdem. Und für kritische Geister Hoffnung: In den nächsten zwei Jahren stehen wieder Uraufführungen auf dem Programm. Und schlechter geht’s nicht.
Und da der Prophet im eigenen Lande nichts gilt, lassen wir noch die "Neue Zürcher Zeitung" zu Wort kommen, die auch noch den "André Chenier" auf der Seebühne gleich mitrezensiert. Aber was meint die NZZ zur "Achterbahn": Was auf der Seebühne die Akrobaten, sind im Festspielhaus sechs Breakdancer, die als Fates Gang dem Schicksal zu Diensten stehen. In Bregenz weiss man, dass zur (geistigen) Nahrung auch die Spiele gehören und Kunst ohne Kommerz nicht zu haben ist.
"André Chenier" habe ich gestern auf DVD gebannt und schaue mir diese Aufzeichnung so mit einem Auge an, während ich diesen Kommentar schreibe. Mein Eindruck: ganz ausgezeichnet gemacht - und dass der erste Akt - abgesehen von der Ansprache des Chenier - der schwächste ist, habe ich schon vorher gewusst.
Die "Wiener Zeitung" rezensiert mit etwas Verspätung "Don Giovanni" in St. Margarethen: Klingt nach oberflächlichem Spiel mit Klischees von Strapsen bis Liebesgestöhne. Doch es wirkte, nicht zuletzt dank der geschmackvollen Ausstattung von Annette Braun. Johannes Wildner hatte das (outdoor-technisch bedingt) ebenfalls verstärkte Orchester voll im Griff. Bei all den Sinneseindrücken sollte der Ursprung der Opernfestspiele nicht vergessen werden. In Sankt Margarethen nahe dem burgenländischen Rust (nicht uninteressant für Navigationsgeräte) liegt die Wurzel des Wiener Zentrums. Esterházys Steinbruch formte zuvor schon die Römersiedlung Carnuntum, später entstand neben zahlreichen profanen Bauten aus diesem Sand ein Wunderwerk der Gotik: der Wiener Stephansdom. Insofern muss die einmalige Kulisse mit allergrößter Verantwortung behandelt werden.
Der Verantwortung gegenüber dem Publikum blieb Sankt Margarethen treu: Beeindruckende Größe und eine perfekt austarierte Tontechnik erzeugten viel Spannung. So kann der Typus "Oper" getrost seiner Zukunft entgegensehen.
Das soll mir nur recht sein, für mich als Kaufmann ist wichtig, was unter'm Strich herauskommt. Und wenn St. Margarethens neuer Weg bei der breiten Masse - denn nur auf die kommt es bei der dort praktizierten Rechnungsart an - gut ankommt, dann haben die Strategen richtig gehandelt. Entscheidend werden aber die beiden nächsten Jahre sein - der diesjährige Kassabericht hat überhaupt keine Aussagekraft!
Die neue "Mörbisch-Dame" hat die Chance, den St. Margarethen-Weg zu beobachten, bevor sie sich selbst positioniert. Allerdings: ein Jahr Beobachtungszeitraum ist gar nichts, die Weichenstellungen müssten eigentlich bereits jetzt erfolgen. Später sind nur mehr kleine Kurskorrekturen möglich. Und das Konzept der Frau Schellenberger soll ja angeblich bereits stehen und soo toll sein!
Der Bühnenunfall von Elisabeth Kulman beschäftigt uns zwar alle und wir wünschen der Sängerin baldigste Genesung! Interessant wäre freilich zu wissen, wie man sich am Kehlkopf verletzten kann, ohne dass dramatisch mehr passiert! Da dürfte sie vielleicht Glück im Unglück gehabt haben!
Ein nackter Mann bei "impulstanz" in Wien
Im Prinzip gehört Nacktsein auf der Bühne heutzutage schon fast zum guten Ton. Was früher noch als skandalös galt, entlockt heutzutage vielen Zusehern nur mehr ein müdes „Aha“ und vielleicht noch die Frage, ob das denn jetzt wirklich wieder notwendig gewesen sei. Ja, ist es. Zumindest für die Tanz-Performance des belgischen Choreografen und ImPulsTanz-Urgesteins Wim Vandekeybus, dessen Arbeit „Monkey Sandwich“ beim diesjährigen ImPulsTanz-Festival in Wien sich eher untypisch anlässt. Denn die Hauptrolle in „Monkey Sandwich“ übernimmt ein Film, in dem die Mitglieder des Schauspiels Köln sich selbst spielen. (Auszug aus der "Presse")
Salzburger Festspiele: Am Wochenende steigt das Fest zur Spielzeiteröffnung
Die offizielle Eröffnung erfolgt zwar erst am 27. Juli, aber bereits dieses Wochenende wird in Salzburg Eröffnung gefeiert - mit einem Fest zur Festspieleröffnung. Damit Sie sich in Salzburg auch "trendig" bewegen, haben wir Tipps für Salzburg-Besucher zusammengetragen. Hier kurze Beispiele aus dem "Europe Online-Magazin":
E - Entdeckung: Nehmen die Festspiele gerne für sich in Anspruch. Andererseits ist das Etikett «Salzburger Festspiele» für aufsteigende Künstler immer ein Adelsprädikat.
F - Fächer: Reichlich barockes Utensil, aber gar nicht so von gestern, leistet es doch in der Hitze des Kulturgefechts wirklich gute Dienste. Manchmal besinnen sich Sponsoren darauf und verteilen die edlen Stücke an dankbare Smokingträger.
G - Glanz und Glamour: Hoch- oder Geldadel, Kunst- oder Klatschprominenz, Politik oder Wirtschaft - der Festspielbezirk führt sie alle zusammen. Wer schon nicht in Bayreuth gesehen wird, muss zumindest an der Salzach abgelichtet werden.
H - Hofmannsthal: Möglicherweise hatte er sich so manches ganz anders vorgestellt, als er für ein noch zu gründendes barockes Welttheater seinen «Jedermann» schuf.
Lucian Freud, der Enkel von Sigmund und bedeutendster Porträtist des 20. Jahrhunderts, ist nun im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Eine Auswahl seiner Bilder kommt 2013 ins Kunsthistorische nach Wien.
Die Queen hielt sich mit einem öffentlichen Urteil zurück, als sie 2001 das Porträt geliefert bekam, das sie von Lucian Freud hatte malen lassen, Aber ein Palastsprecher lobte es als „äußerst kraftvolles Bild“. Das traf es gut, das ganze Werk des Künstlers, der seit Beginn der 1960er-Jahre mit Wucht und dicken Farbschichten einem Thema nachspürte: Freud suchte das Innerste des Menschen in seinem Äußersten, im Fleisch und in der Haut; schonungslos legte sein sezierender Blick die Details bloß, oft die des Hässlichen und des Verfalls.
(Quelle: "Die Presse")
Nun ein Auszug aus www.kultur-vollzug.de, einer in München erscheinenden Internetseite mit namhaften Autoren. Der heutige Beitrag befasst sich mit dem Verhalten des Publikums: „Wünschen die Herrschaften ein Opernglas?“ – „Nein, danke, wir trinken aus der Flasche.“ Kein neuer Witz, aber ein guter. Einer, in dem das Verhalten einer kleinen unbedeutenden Randerscheinung auf die Schippe genommen wird, die bei keiner Kulturveranstaltung fehlen darf: das Publikum. Da wird eine Masse an Individuen dreist in einem einzigen neutralen Wort zusammengefasst. Das bedeutet, der Einzelne zählt nicht. Selbst wenn einer aus dem Rahmen fallen will, geht er in dieser Masse unter. Schön wär's. Ich – heimlich, still und leise wie es sich gehört - bin da ein gebranntes Kind.
Da gab es nämlich diese Oma, die erst eine halbe Stunde hustete und dann eine weitere halbe Stunde unter ungeheurem Geraschel ein Bonbon in ihrer überdimensionalen Handtasche suchte und auspackte. Mendelsohns Elias, der aufgrund dieser Geräuschkulisse temporär in den Hintergrund rückte, wurde dann auch noch von gelegentlichem Schmatzen untermalt. Ich war tolerant und übte mich in meditativer Ausblendung.
Noch schwieriger wird es bei dem intellektuellen Typen neben einem, der während des Konzerts einen Vortrag über das Werk hält. Auch dieser freundliche Herr kann sich offenbar nicht damit abfinden, für ein paar Stunden zu einer Masse zu gehören. Menschen wie er sind nun einmal Individuen, und wenn es nur der Nebenmann oder die Nebenfrau auf Kosten des Kulturgenusses bemerkt, ist das schon okay. Dann wurde es wenigstens registriert.
Es gibt Beobachter, die scheinen dem Publikum generell mehr Aufmerksamkeit zu schenken als den Künstlern. Die ziehen daraus dann ganz interessante Schlüsse. Als ich wie jedes Wochenende meinen Stammjazzclub besuchte, bat mich die Dame an der Kasse, nicht zu schnarchen. „Die spielen heut nämlich nich’ so laut“, meinte sie etwas pampig, und packte ihr Buch aus. Ich wedelte mit Block und Stift und versuchte, wichtig auszusehen, doch es half nichts, denn der Julia-Roman hatte sie schon in seinen Bann.
Wenn Sie der Artikel interessiert, dann können Sie ihn vollständig unter der oben angegeben Internetanschrift lesen!
Bitte merken Sie sich dem 26.7., also den Dienstag kommender Woche vor. Im Schlosshotel Weikersdorf in Baden bei Wien findet dort eine gut besetzte "Italienische Operngala" statt, siehe Ankündingung unter Aktuelles. Der Innenhof des Hotels ist überdacht, das derzeit unsichere Wetter ist also kein Problem!
Auch Anna Ryan, gestern im Wiener Rathaus im Einsatz (siehe Kritik), ist Montag und Dienstag im Schlosshotel Weikersdorf dabei!. Foto: Cupak
Unsere Heft-Chefredakteurin Dr. Sieglinde Pfabigan befindet sich derzeit auf Wanderurlaub in Norwegen, bevor sie sich in den Festspieltrubel stürzt. Sie lässt alle grüßen, die tragischen Ereignisse hat sie zwar mit Entsetzen registriert, persönlich ist sie aber nicht involviert.
Trotz dieser unfassbaren Tat wünsche ich Ihnen ein halbwegs angenehmes Wochenende!
A.C.
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SONNTAG, 24. JULI 2011
Der Festspielherr: Enoch Freiherr von und zu Guttenberg.
Leiter des Herrenchiemsee-Festivals
Elke Heidenreich lässt und via "Frankfurter Allgemeine" an ihren Eindrücken beim Herrenchiemsee-Festival teilhaben: Festspiele sind anstrengend. Dezent grüßt auf Hinweisschildern die Deutsche Bank, großzügiger Sponsor dieses Festivals seit Jahren, denn Josef Meinrad Ackermann liebt die Musik, singt, spielt Klavier. Wenn er demnächst geht und einer kommt, der eventuell Formel 1 oder Fußball mehr schätzt, sind diese Festspiele ernsthaft bedroht. Das wäre bitter: Sie haben hohes Niveau und machen jeden Sommer rund 11.000 Besucher zwei Wochen lang glücklich.
Es gibt Busse und Pferdekutschen von der Anlegestelle zum Schloss, aber es geht sich nach neun Stunden im Auto auch gut die fünfzehn, zwanzig Minuten durch den Park. Ich zähle 40 Abenddirndl, dann höre ich zu zählen auf. Wir sind in Bayern. Da trägt man das, Schürzen, Loden, Joppen, Lederhosen, man kennt Ort und Wege, also: wenig Highheels. Gesundes Schuhwerk...
...An die „Missae in Angustiis“ erinnert Enoch zu Guttenberg im Vorwort zu seinem diesjährigen Programm, an die Messen in bedrängten Zeiten. Er hat bedrängte Zeiten hinter sich, hat sie noch immer. Seinem Festival merkt man das nicht an. Es ist ein sehr ambivalentes Programm, das 2011 geboten wird, eines, das zurück und nach vorne weist und tröstend zeigt: Könige, Skandale, Minister gehen. Die Kunst bleibt und gibt ewige Antworten in Zeiten der Bedrängnis.
"Die Presse" hätte Riccardo Muti eigentlich fragen können, was er gegen die Fernsehübertragung des "Macbeth" einzuwenden hatte (er hat die Übertragung verhindert, deshalb heute kein Muti-Foto), aber sie beschied sich mit der simplen Frage nach der Gesundheit des Maestros: Gut. Es gab kein wirkliches Problem, als ich bei den Proben in Chicago am Pult zusammenbrach. Die Ärzte sagten, dass mein Herz in einem hervorragenden Zustand ist, ich litt an Herzrhythmusstörungen, ein Thema, das mich seit meiner frühesten Jugend begleitet. Mein Pulsschlag ist sehr langsam, damals war er noch langsamer. Unglücklicherweise stürzte ich vom Podium. Nicht das Herz war das Problem, sondern der Kopf. Aber ich habe einen harten Schädel (lacht), so hatte ich nur einige Kieferfrakturen, auch das ist verheilt.
Das "Volksblatt" bietet die wohl positivste Rezension über Judith Weirs "Achterbahn" bei den Bregenzer Festspielen an. Die Zeitung attestiert der Produktion einen Publikumserfolg, was andere Zeitungen so nicht sehen: Dabei fiel die Wahl heuer auf ein Werk der britischen Komponistin Judith Weir: der Originaltitel lautet „Miss Fortune“, von Pountney wenig glücklich „Achterbahn“ genannt. Um es vorwegzunehmen: Ein Meilenstein als Musiktheater der Gegenwart ist dieses Unternehmen nicht.
Dennoch: Publikumserfolg! Wie meint doch Merker-Redakteur Klaus Billand: "Auch das Publikum kann irren".
Es soll sogar schon Fälle gegeben haben, bei denen Kritiker geirrt haben!
Unterschiedliche Ansichten gibt es auch zum "Berliner Wannsee-Spektakel". Der Magistrat lehnte die Aufführungen der "Zauberflöte" in erster Instanz ab, weil Veranstalter Peter Schwenkow angeblich Unterlagen nicht rechtzeitig beigebracht hat. Schwenkow widerspricht: Dass die Verwaltung aus der Zeitung von dem Projekt erfahren habe, sei „natürlich Quatsch“. Ebenso falsch sei die Darstellung, „wir hätten nicht geliefert“. Man habe nur immer wieder umplanen müssen, weil beispielsweise die Beleuchtungstürme am Strand nicht genehmigt worden seien und deshalb auf die Bühne verlegt werden mussten. Das bedeute eine größere Bühne, für die wiederum eine neue Statikprüfung notwendig sei. „Wir haben inzwischen über 15 statische Gutachten.“ Immerhin seien die Behörden nach dem Krisentreffen in der Senatskanzlei kompromissbereiter, und eine so neuartige Aufführung wie bei den Seefestspielen sei eben immer ein Lernprozess für alle Beteiligten. Deshalb wolle er jetzt „keine schmutzige Wäsche waschen“.“ Angesichts schon 29 000 verkaufter Karten für die zwölf Aufführungen würden die Seefestspiele „ein Riesenerfolg.
"Mitridate" in München. Barry Banks in der Titelrolle
Die "Münchner Abendzeitung" schreibt: Alle Jubeljahre wieder werden Mozarts Jugend-Opern hervorgeholt. Man bewundert pflichtschuldig die frühe Genialität, klammert sich an Vorahnungen von „Figaro” oder der „Zauberflöte” und gähnt ein bisschen. Vor allem aber tut einem der Hintern weh, weil die Stücke so elendig lang dauern.
Wer außerhalb eines Mozart-Jahres die Opera seria „Mitridate, re di Ponto” des 14-Jährigen ungekürzt spielt, muss pfundweise gute Gründe in die Waagschale werfen. Die Staatsoper hat sie: Da wäre einmal das Bayerische Staatsorchester unter Ivor Bolton, das trotz historisch informierter Spielweise die Musik nicht harsch knallen lässt, sondern die federnde Brillanz hervorkehrt. Das passt zu dieser festlich-virtuosen Oper mit ihrer hellen Musik, in der keine tieferen Gesangsstimmen als Tenöre singen. Der empfindsam blasende Naturhorn-Solist Zoltán Mácsai war allerdings ein Gast vom Mozarteumorchester aus Salzburg.
Aber die Sänger sind nahezu perfekt!
Ernst Kopica besuchte "Parsifal" in Erl und sandte mir in der Nacht den Bericht: So steht man am Ende vor dem sich leerenden Haus, blickt auf den immer noch wolkenverhangenen Gewitterhimmel der Tiroler Berglandschaft, stellt sich die Frage, ob Wagner seinen Parsifal nicht besser für diesen Ort mit dem unvergleichlichen Ambiente geschrieben hätte und nicht für den Grünen Hügel mit Schicki-Micki-Society. Und ungeachtet der Tatsache, ob man selbst religiöse Ansichten teilt, kommt man ins Grübeln und Nachdenken: Wagner selbst schrieb ja, dass sein Parsifal eine „entrückende Auswirkung auf das Gemüt“ habe. Und so wendet sich man jenen Themen zu, die Robert Schindel im Programmheft prägnant aufzählt: „Das Mitleid, die Rache, die Erlösung, die Liebe und deren Entsagungen, der Schmerz.“ Wenn Oper etwas bewirken soll, dann dieses. Und es hier zu empfinden, das ist Gnade. Egal, ob göttlich oder nicht!
Peter Dusek war nach "Aida" zumute - und wenn es die Musicalfassung der Felsenbühne Staatz ist: Großer Jubel und echte Begeisterung über Aida – nicht von Verdi sondern von Elton John und Tim Rice. Nicht in Wien, Berlin oder San Francisco, sondern mitten im Weinviertel, auf der romantischen Felsenbühne von Staatz. Der Broadway-Musical-Hit des Jahres 2000, der vier Jahre en suite in New York lief und seither weltweit nachgespielt wurde, kam erstmals in einer deutschen Version heraus und Werner Auer, der Intendant von Staatz, kann sich wohl nun über einen neuen Kassenmagneten freuen.
Auszug aus den "Oberösterreichischen Nachrichten" über "Der Watzmann ruft" bei den Musikfestspielen Steyr: Die Seilschaft unter Intendant Karl-Michael Ebner endete am Donnerstag nicht mit einem „Berg Heil“, die Expedition scheiterte. Die Handlung der Alpensaga vom Buam, der auf den bösen Berg hinauf will und abstürzt, verlor sich wie ein schlecht markierter Fußsteig auf einer Geröllhalde. Nur hin und wieder hellte sich der Nebel mit Parodie auf die österreichische Volkstümlichkeit auf, wie der „Watzmann“ von seinen Erfindern eigentlich gedacht war.
Anderen Informationen zufolge soll der "Watzmann" beim Publikum sehr gut angekommen sein! Wer irrt nun diesmal? Das Publikum oder der Schreiber?
Amy Winehouse ist tot!
Amy Winehouse ist im Alter von nur 27 Jahren gestorben. Es ist das tragische Ende einer Geschichte, die auf dieses Ende immer wieder hinzuzielen schien. Denn Winehouse zeigte mit ihren Drogen- und Alkoholexzessen schon oft eine geradezu zerstörerische Lust am eigenen Untergang. Und mit mindestens ebenso großer Lust wurde die hochtalentierte Musikerin mit der Bienenkorb-Frisur und dem markanten Lidstrich dabei von der Öffentlichkeit beobachtet. (Quelle: "Wiener Zeitung")
Eine hochveranlagte Sängerin ist gegangen!
Musikkritiker bezeichneten Amy Winehouse als eines der größten Musiktalente der Gegenwart. Ihr zweites Album "Back to Black" hatte sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Sie heimste fünf Grammy-Awards dafür ein. Winehouse hatte im Falle eines erfolgreichen Comebacks die Veröffentlichung eines dritten Albums geplant.
Viele Musikerkollegen und Freunde zollten der Sängerin über den Kurznachrichtendienst Twitter Tribut. Mick Hucknall von der Gruppe Simply Red würdigte Amy Winehouse als "bei weitem beste britische Sängerin aller Zeiten" und sprach von einem "tragischen Verlust". "Es ist so traurig, solch ein Talent gehen und ihr Leben in einer Tragödie enden zu sehen", schrieb US-Country-Sängerin LeAnn Rimes.
Kelly Osbourne gestand: "Ich kann gerade kaum atmen, so sehr weine ich. Ich habe eine meiner besten Freundinnen verloren. Ich werde dich immer lieben, Amy.
Wieder einmal ist eine hochbegabte Künstlerin am Leben, vielleicht auch an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert. Der Druck, der auf Amy Winehouse lastete, ist wahrlich nicht zu vergleichen mit jenem von Künstlern im klassischen Bereich. Diese bewegen sich wie auf Schienen im Rahmen von vorgegebenen Rollen. Amy Winehouse hatte keine Schienen zur Verfügung, sie musste bei jedem Auftritt ihren eigenen Weg suchen! Den hat sie leider nicht immer gefunden!
Video von einem Winehouse-Auftritt
Salzburger Festspiele: Am Wochenende steigt das Fest zur Spielzeiteröffnung
Die offizielle Eröffnung erfolgt zwar erst am 27. Juli, aber bereits dieses Wochenende wird in Salzburg Eröffnung gefeiert - mit einem Fest zur Festspieleröffnung. Damit Sie sich in Salzburg auch "trendig" bewegen, haben wir Tipps für Salzburg-Besucher zusammengetragen. Hier kurze Beispiele aus dem "Europe Online-Magazin":
I - Insidertipps: Wenn man sie endlich bekommt, ist es schon zu spät.
J - Jedermann: So unvermeidlich wie der Tod, der Ersterem zu plötzlicher moralischer Läuterung verhilft. Theatralisches Herzstück der Festspiele. Fast so alt wie der Text allerdings ist die Diskussion, ob es wirklich ein Theaterstück ist.
K - Krimpelstätter: Wer zur Premierenfeier des «Jedermann» hierher geladen ist, gehört dazu. Der Bieranstich ist der Prüfstein für Künstler, ob sie auch im realen Leben bestehen.
L - Luxus? Nein! «Nicht Luxusmittel für die Reichen und Saturierten, sondern ein Lebensmittel für die Bedürftigen» sollten die Festspiele sein. Das wünschte sich kein Geringerer als Mitbegründer Max Reinhardt.
Die Salzburger Festspiele 2011 - Nachwuchsförderung und der knallrote Klassiker "Jedermann".
M - Mönchsberg: Riesiger Felsen, der seinen Schatten über die Altstadt wirft. Bietet oben Platz für ein Museum, innen Platz für viele Autos und dann noch Platz für Oper: Barockbaumeister Fischer von Erlach schuf die Arena der Felsenreitschule mit 96 Arkaden auf drei Stockwerken, in der zunächst Reitvorführungen und Tierhatzen veranstaltet wurden.
N - Nepp. Oder wie soll man es nennen, wenn es in manchen Hotels nicht nur Vor- und Hauptsaison, sondern dann auch noch eine Festspiel-Saison mit noch mal gesteigerten Preisen gibt?
Elfriede Ott im Kampf mit dem Wetter
Auf Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf bei Wien kämpft die Intendantin gegen das Wetter. Bei der Premiere hat sie dem Kampf gewonnen. Renate Wagner legt uns diese Produktion ans Herz: Immer ist die Rede von den „schlechten“ Frauenrollen, die Nestroy geschrieben habe (dass sie schlechter sind als die Männerrollen, lässt sich allerdings nicht leugnen): Immerhin zeigen Claudia Waldherr als entschlossenes Mündl (mit kraftvoll ungarischem Zungenschlag), Sabrina Rupp als resolute Bäckerstochter und Stephanie-Christin Schneider als nur scheinbar schüchternes Geschöpf, dass man eine Menge aus den jungen Damen herausholen kann. Wie immer bei der Ott gibt es ein paar Auftritte für Athena Zervos – sie ist einfach ein uriges Maskottchen dieser Nestroy-Spiele.
Sie gehen in dem überaus geschickten Bühnenbild von Andreas Lungenschmid in Szene, der aus den geringen Möglichkeiten ein Maximum herausholt, und erfahren jede Unterstützung von drei Musikern unter der Leitung von Klaus Erharter – am Ende hat Hans Weigel die allesamten Happyends einfach in ein riesiges Quodlibet münden lassen, das die Ott virtuos tänzerisch auflöst… und wenn die Gelsen nicht wären, gäbe es gar nichts zu deuteln an diesem g'spaßigen, witzigen, beschwingten Abend.
"Wer ein solches Weib errungen, stimm in unseren Jubel ein" kann Rupert Murdoch singen.
Mit einem Schlag wurde Wendi Murdoch weltberühmt. Ihr passionierter Ganzkörpereinsatz zugunsten ihres Gatten Rupert signalisiert nicht nur Fürsorge, sondern auch eine neue gesellschaftliche Bewertung von Paaren mit großem Altersunterschied. Über sie die Nase zu rümpfen, ist nicht mehr zeitgemäß.
Video der Attacke
Das schreibt der "Spiegel" unter dem Titel "Tigermuttis echte Liebe". Als meine Frau die Szene erstmals sah, meinte sie, dass das wohl nicht die Frau, sondern ein weiblicher Bodyguard sei! Ich musste sie erst überzeugen, dass jeder Mann von seiner Angetrauten so einen Einsatz erwarten darf!
Auch Anna Ryan, Freitag im Wiener Rathaus im Einsatz (siehe Kritik), ist Montag und Dienstag im Schlosshotel Weikersdorf bei den Italienischen Operngalas dabei!. Foto: Cupak
Montag und Dienstag werden zwei völlig verschiedene Programme geboten. Unsere besondere Empfehlung gilt dem Dienstag
Einen schönen Sonntag wünscht
A.C.
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MONTAG, 25. JULI 2011
Das Bayreuther Festspielhaus 1876 - ohne Vorbau
Heute beginnen die Bayreuther Festspiele 2011 mit der "Tannhäuser"-Premiere. Wenn alles klappt, steht kurz nach Beendigung der Vorstellung bereits die Rezension online, die Mitarbeiterin Dr. Kerstin Voigt hat mir einen Bericht versprochen. Aber auch Dr. Klaus Billand ist bei dieser Premiere und will sich dann morgen melden. Offiziell sind wir vom Online-Merker durch Friedeon Rosén vertreten, der aber seine Karte erst für die dritte Vorstellung hat. Der "Heft-Merker" macht Bayreuth zur Chefsache, also wird Dr. Sieglinde Pfabigan für die Print-Ausgabe berichten! Wenn noch Berichte (nicht nur von "Tannhäuser" ) unvermutet dazukommen, stelle ich natürlich sofort ein. Im Vorjahr umfasste die Berichterstattung des "Online-Merker" über Bayreuth 150 Seiten - da gab es aber auch den "Aufreger" Neuenfels mit dessen "Lohengrin", der heuer sogar im Fernsehen übertragen wird (auch Public-Viewing" am 14. August, nebst der "Kinder-Oper" am Vormittag).
Dr. Klaus Billand sendet die neuesten Infos aus Bayreuth: Das Bayreuther Festspiel-Fieber steigt an! Heute ist die Premiere des neuen „Tannhäuser“ in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten. Gestern hielt die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V. anstelle des sonst üblichen Gesellschaftsabends ein Sommerfest in der nahe bei Bayreuth liegenden Eremitage ab. Im Mittelpunkt des Festes stand ein Künstlergespräch mit ehemaligen Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele, den SängerInnen Eva Randová, Hans Sotin, Manfred Jung, Ekkehard Wlaschiha, sowie Ulf Klausenitzer, ehemaliges Orchestermitglied (Violine). Donald McIntyre und Franz Mazura saßen bei bester Laune und offenbar auch ebenso guter Gesundheit im Publikum, ein bemerkenswertes Wiedersehen nach so langer Zeit ihrer legendären aktiven Mitwirkung.
Ausführlicheres lesen Sie in den Tagesinfos von morgen!
Natürlich ist dieser Tageskommentar zur "Feier des Tages" in erster Linie Bayreuth gewidmet.
Die "Welt-online" weist auf das 100-Jahr Jubiläum Bayreuths hin, das eigentlich mit großem Pomp gefeiert gehört. Genau genommen werden die Bayreuther Festspiele zum 100. Mal veranstaltet, sind aber bereits 135 Jahre alt! Da aber der 200. Geburtstag des Komponisten 2013 bevorsteht, hält man sich heuer mit feiern zurück - eine kluge Dramaturgie!
Man hat hierzulande überreiche kulturelle Schätze: Die Hälfte aller Opernhäuser weltweit stehen und spielen in Deutschland, aber man nimmt das gelassen als gegeben hin. Wer einmal den inszenierten Pomp einer Opernsaisoneröffnung in New York oder Mailand erlebt hat, der kann über den eher albern verdrucksten Einmarsch deutscher Politiker und Stars in der oberfränkischen Bratwurstprovinz nur schmunzeln.
Die Brüder Wolfgang und Wieland Wagner
Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr zum hundertsten Mal veranstaltet. Sechzig Jahre nach dem entschiedenen mutigen Neuanfang ist es um die Erinnerung an Wieland Wagner im heutigen Bayreuth indes nicht gut bestellt. 1991 gab es noch eine Ausstellung zu seinen Inszenierungen, nichts dergleichen in diesem Jahr. Dagegen, neben den Festspielaufführungen, sehr viel Divertissement, Marketing und publikumswirksame "Öffnung". Die Bayreuther Festspiele, sechzig Jahre nach Eröffnung ihrer zweiten Chance, haben allen Grund, sich wieder den Impulsen und dem Beitrag Wieland Wagners zuzuwenden, wie sie sich überhaupt mit allen Kapiteln ihrer eigenen Geschichte ernsthaft werden auseinandersetzen müssen, wenn sie nicht wollen, dass sie nur ein Kult-Event seien und aus den Richard-Wagner-Festspielen dereinst, Disneyland ähnlich, Wagnerland werde. (Ingrid Kapsamer: Wieland Wagner. Wegbereiter und Weltwirkung. Styria, Wien. 412 S., 24,95 Euro.)
Weiter in einem Ártikel des "Hamburger Abendblattes" über die Zeit nach 1945: Wieland Wagner hatte die Bühne seines Großvaters nicht nur behutsam abgestaubt, sondern entrümpelt. Bis zu seinem frühen Tod im Oktober 1966 prägte der Enkel Richard Wagners mit seinen kargen Bühnenbildern den Begriff „Neu-Bayreuth“. Die Inszenierungen seines im März 2010 gestorbenen Bruders Wolfgang blieben dagegen – zur Freude manch konservativer Wagnerianer – eher hausbacken.
Wieland war der große Regisseur, Wolfgang der umsichtige Buchhalter. Er war vor der Wiedereröffnung der Festspiele rund 40.000 Kilometer mit dem Motorrad gefahren, um die finanziellen Voraussetzungen für die Festspiele zu schaffen. „Ohne mich können die Festspiele weiter gehen, ohne den Wolfgang nicht“, lobte Wieland das Organisationsgeschick seines zwei Jahr jüngeren Bruders.
Schwierig gestaltete sich zunächst auch die Suche nach (unbelasteten) Künstlern. Als Dirigenten für die ersten Festspiele engagierten die beiden Brüder Hans Knappertsbusch und Herbert von Karajan. „Von Deutschlands Bühnen holten sie sich den Nachwuchs“, blickte Wolfgang Lammel 1983 in Bernd Mayers Buch „Bayreuth – Die letzten 50 Jahre“ zurück.
Wolfgang Windgassen sang den Parsifal, Martha Mödl die Kundry, Leonie Rysanek die Sieglinde und Astrid Varnay die Brünnhilde. Sie prägten Neu-Bayreuth teils über viele Jahre. Der "Grüne Hügel“ wurde für viele zum Sprungbrett. Mit Wolfgang Windgassen und Birgit Nilsson als Tristan und Isolde hatte Bayreuth sein erstes Traumpaar.
Die "Kleine Zeitung" berichtet über das Bemühen Katharina Wagners, das "Kartenproblem"in den Griff zu bekommen": Festspielchefin Katharina Wagner will nach der Kritik des Bundesrechnungshofes an der Kartenvergabe für Bayreuth die Kontingente überprüfen. Zwar wolle sie das Kontingent von 14.000 Tickets für den Mäzenatenverein "Freunde von Bayreuth" nicht antasten, sagte die 33-Jährige dem Nachrichtenmagazin "Focus". Aber andere Kontingente kämen auf den Prüfstand.
Das gelte etwa für zwei Aufführungen, die an verschiedene Gewerkschaften gehen. "Oder das Kontingent, das mein Vater an Reiseveranstalter vergeben hat. Aus reinem Sicherheitsdenken, gut verkauft zu sein", zitiert "Focus" die Tochter des im März 2010 gestorbenen Wolfgang Wagner. Zudem wolle sie endlich den Schwarzmarkt in den Griff bekommen, wo Karten teils für mehr als 1.000 Euro verkauft würden. Wenn diese Maßnahmen gelängen, kämen auch größere Stückzahlen zu den Wagnerianern, die bis zu neun Jahre auf ein Festspiel-Billett warten müssen.
Zwei Karten weren aber heute bei der Festspielpremiere frei, ob sie in den freien Verkauf kommen, weiß ich nicht: Sowohl IWF-Chefin Christine Lagarde als auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble haben ihr Kommen abgesagt.
Beide haben derzeit wohl andere Sorgen, was man von "Bundes-Angie" Merkel nicht behaupten kann - die kommt doch glatt!
Kommunikationstitan Wagner, er wäre heute wohl der eifrigste Poster in unserem Forum!
"Die deutsche Welle" kommt bei uns heute "Unter'm Strich" zu Wort: Wagner war zu seinen Lebenszeiten eindeutig das, was man heute einen Zukunftsfreak nennen würde. "Kinder, macht Neues!" ist daher bis heute sicher auch einer seiner bekanntesten Ausrufe geblieben. Die Visionen vom eigenen Theater nur für seine Werke und vom unsichtbaren Orchester hat er zu Lebzeiten verwirklicht; den bayerischen Staat sowie andere Sponsoren hat er damit übrigens in entsprechende finanzielle Engpässe getrieben.
Wagner: der erste Netzwerker? Das heutige Medium Internet hätte ihn insofern auch vor dem Hintergrund der Geldgenerierung begeistert. Der "Netzwerker" und Kommunikationstitan Richard Wagner - immerhin existieren noch circa 10.000 seiner Briefe - hätte es ebenso geliebt, seinen Freunden und Gönnern per E-Mail Druck machen zu können oder seine Werke und Ideen auf Knopfdruck um den Globus zu schicken. Seine seidene Unterwäsche hätte er vermutlich bei einem Online-Händler bestellt. Kurzum: Das Internet wäre sein Medium gewesen.
Mit etwas Phantasie kann man Wagners seilspinnende Nornen in der "Götterdämmerung" vielleicht auch schon als frühen Hinweis auf spätere Webmaster im Internet deuten, aber auch ansonsten versteht der "Meister" es wie kaum ein anderer, seine Jünger weltweit in Foren und newsgroups zu versammeln. Es gibt harmlose, eher informative Foren wie http://wagneropera.net, die eine Art liebevolles Rundum-Sorglos-Paket zum Thema "Wagner" bieten. Aber Wagner wäre nicht Wagner, wenn seine Anhänger ihrem Idol lediglich in trauter Einigkeit huldigen würden.
In diversen "Wagner-Foren wird gestritten, als ginge es um die wichtigste Sache der Welt. Sogar Katharina Wagner und Christian Thielemann werden verdächtigt, unter Nicknames fleißig mit zu posten! In unserem Forum meldet sich der Meister gelegentlich selbst zu Wort, will es sich aber nicht mit einigen Sendungsbewussten anlegen, die seine Wortmeldungen als unhygienisch bezeichnen würden.
Wagner wird aber auch in Erl/Tirol gespiel, wo Gustav Kuhn eifrig an einem zweiten Bayreuth bastelt - einem, wo aber auch andere Komponisten ein Bleiberecht haben. Nach dem "Tannhäuser" und den "Meistersingern" hat mit dem "Parsifal" auch die dritte
Wagner-Oper unter der Federführung von Gustav Kuhn bei den 14. Tiroler Festspielen in Erl punkten können. Die Wiederaufnahme von 2007 wusste trotz einiger Regieschwächen im dritten Akt zu gefallen - vor allem musikalisch - und wurde mit minutenlangem Beifall bedacht. Dort erfolgreich mit dabei sind die Wiltener Sängerknaben, die mir das natürlich sofort berichtet haben.
Amy Winehouse ist tot!
Heute soll sie obzuziert werden, um die genaue Todesursache feststellen zu können! Fremdverschulden ist auszuschließen!
Video von einem Winehouse-Auftritt
Salzburger Festspiele: Tipps für Salzburg-Novizen
Die offizielle Eröffnung erfolgt am Mittwoch. Damit Sie sich in Salzburg auch "trendig" bewegen, haben wir Tipps für Salzburg-Besucher zusammengetragen. Hier kurze Beispiele aus dem "Europe Online-Magazin":
Q - Querelen: Ohne geht es nicht. In diesem Jahr ging es um die Eröffnungsrede, die ursprünglich der Intellektuelle Jean Ziegler halten sollte. Als er ausgeladen wurde, vermutete der Globalisierungskritiker, potente Geldgeber aus der Schweiz könnten interveniert haben.
R - Rabl-Stadler, Helga: Die Salzburgerin ist Langzeit-Präsidentin der Festspiele, überdauerte bereits die Intendanz Mortier, und ein Ende ihrer Regentschaft ist nicht abzusehen.
S - Sponsoren: Tragen wesentlich zur Existenz des Festivals bei, verlangen dafür nur den nötigen Respekt in Form omnipräsenter Logos und dezenter Limousinen-Konvois im Festspielbezirk.
T -Trophäe: Wer als Komparse mitwirkt, zweigt sich gerne ein kleines Andenken ab. Legendär etwa die Augenmasken oder Flügel aus der Skandal-Aufführung von Hans Neuenfels“ «Fledermaus»-Inszenierung von 2001. Wer davon noch ein paar zu Hause hat, ist wirklich ein alter Hase.
U - Uraufführung: Immer wieder vehement gefordert, vor allem in der Oper. In den vergangenen Jahren leistete sich das Festival diesen risikoreichen Luxus zweimal: Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm kamen zum Zuge.
Das erste "Bond-Girl" ist tot: Linda Christian, hier mit Gatten Tyrone Power, starb 84jährig!
Auszug aus dem "Spiegel": Ihren Durchbruch hatte Christian, die als Blanca Rosa in Mexiko geboren wurde, Ende der vierziger Jahre, als sie in "Tarzan in Gefahr" die Rolle der Jane übernahm und von Johnny Weissmüller gerettet wurde.
Christian hatte deutsche Vorfahren. Weil sie in ihrer Kindheit oft umzog, konnte sie sich in mindestens sechs Sprachen unterhalten, auch auf Deutsch. Eigentlich hatte sie Ärztin werden wollen, aber nach einem zufälligen Treffen mit ihrem Filmidol Errol Flynn ging sie nach Hollywood. Die Schauspielerin heiratete 1949 den Hollywood-Star Tyrone Power. Die Ehe wurde 1956 geschieden. Aus ihr gingen zwei Töchter hervor: Die Schauspielerin Taryn Power ("Sindbad und das Auge des Tigers") und Schlagersängerin Romina Power, die in Deutschland vor allem durch die Zusammenarbeit mit ihrem früheren Ehemann Al Bano bekannt wurde und große Erfolge feierte ("Felicità").
Heute und morgen in Baden bei Wien, Schloßhotel Weikersdorf. Anna Ryan
Eine "Italienische Operngala" (siehe Flyer unter "Aktuelles" ) harrt Ihres Besuches. Mit von der Partie sind Christina Khosrowi (derzeit "Boccaccio" in Baden), Daniel Magdal, Vitomir Marof, Andreas Schager ("Rienzi" in Meiningen), Florian Gröhs u.a.. Es spielt die "Europasymphonie" unter Wolfgang Gröhs, Meiningens Operndirektor Dr. Klaus Rak moderiert die beiden Abende. Besonders anempfohlen sei der zweite Abend am Dienstag (26. Juli) . Ich sitze heute wegen der Bayreuther Festspielöffnung vor meinem PC sozusagen auf der Kommandobrücke (wer sonst soll rasch auf neu eintreffende Infos reagieren?), aber Dienstag bin ich live in Baden dabei! Es werden zwei völlig verschiedene Programme geboten!
"Wer ein solches Weib errungen, stimm in unseren Jubel ein" kann Rupert Murdoch singen.
Mit einem Schlag wurde Wendi Murdoch weltberühmt. Ihr passionierter Ganzkörpereinsatz zugunsten ihres Gatten Rupert signalisiert nicht nur Fürsorge, sondern auch eine neue gesellschaftliche Bewertung von Paaren mit großem Altersunterschied. Über sie die Nase zu rümpfen, ist nicht mehr zeitgemäß.
Video der Attacke
Das schreibt der "Spiegel" unter dem Titel "Tigermuttis echte Liebe". Als meine Frau die Szene erstmals sah, meinte sie, dass das wohl nicht die Frau, sondern ein weiblicher Bodyguard sei! Ich musste sie erst überzeugen, dass jeder Mann von seiner Angetrauten so einen Einsatz erwarten darf!
Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne Woche!
A.C.
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DIENSTAG, 26. JULI 2011
Bayreuth 2011: Die schwangere Venus (Stephanie Friede) und Tannhäuser (Lars Clevemann), der es bereits geschafft hat, sich die Hose anzuziehen. Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath
Ratlose Gesichter gab es in der zweiten Pause des "Tannhäuser" bei den Bayreuther Festspielen. Die Promis wählten den Standardsatz "Aber die Musik ist sehr schön!", um nicht destruktiv zu wirken. Immerhin gestand der deutsche Bundespräsident Wulff, dass er Sebastian Baumgartens Deutung nicht versteht, sich aber freut, dass es "Tannhäuser" Lars Clevemann bis zum Ende des ersten Aktes doch gelingt, sich die Hose anzuziehen. Edmund Stoiber meinte gar, dass dagegen Schlingensief geradezu harmlos war. Aber lassen Sie sich von mir nicht vollquasseln, sondern überzeugen Sie sich selbst: PAUSENGESPRÄCHE.
Um 7 h früh fand ich noch keine Kritik in den von mir besuchten Tageszeitungen, alle scheinen ziemlich sprachlos zu sein. Somit hatte der Online um 22 h wohl weltweit die erste Premierenkritik im Netz stehen, geschuldet allerdings einer "Mischvariante": Merker-Mitarbeiterin Dr. Kerstin Voigt, Landeskirchenrätin in Thüringen und somit doppelt berufen, beobachtete die Szenerie bei der Generalprobe direkt auf der Bühne sitzend und überprüfte dann ihre musikalischen Eindrücke im Radio bei der Premierenübertragung!
Der Venusberg-Käfig (Foto: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath)
Auszug aus dem Bericht von Kerstin Voigt: Doch von vorn: Der Venusberg, ein Käfig voller Tiere (exzellent gearbeitete Kostüme!) fährt aus der Unterbühnenwelt nach oben. Venus ist hochschwanger und Tannhäuser von üblem Ausschlag befallen. Oder haben ihn die Tiere zerkratzt? Nach nur zwei von drei Preislied-Strophen verlässt er den Käfig und befindet sich in der Biogasanlage (was dort niemanden stört). Der Hirt ist kein Hirt, sondern vielleicht ein Lehrling, der an der Flasche hängt. Irgendwie geht die Pilgerszene vorüber, da kommen die Minnesänger in Tarnumhängen herein. Der Text, den sie singen müssen, passt schon lange nicht mehr. Spätestens bei Biterolfs Einwurf „Nach seiner Tracht ein Ritter“ krümmt man sich vor Lachen oder Weinen, denn Tannhäuser trägt einen ärmellosen Grobstrickpullunder und sehr knappe Shorts.
Die Kluft zwischen Text und Szene wird im 2. Akt noch schlimmer. „Dich, teure Halle, grüß ich wieder“ singt Elisabeth in Einheitsarbeitskleidung begeistert (es klingt auch so, aber keiner glaubt es angesichts des Bühnenbildes), bevor sie mit Tannhäuser kurzzeitig in der Unterwelt verschwindet. Die Arbeiter, unter die sich „feine Gesellschaft“ gemischt hat (aber wie peinlich ist das, wenn die von „Thüringens Fürsten Landgraf Hermann“ singen) folgen brav auf ihren Holzbänken dem Sängerwettstreit und schunkeln wie bei einem Betriebsfest im jeweiligen Rhythmus der Lieder. Wer sind dann die, die, seltsam verkleidet, da „Tannhäuser“ spielen? Ihre Kostüme tragen wenig zur Klärung der Rollen bei. Nur bei Elisabeth stutze ich, denn sie hat jetzt ein Kleid und eine Frisur, die an Winifred Wagner erinnern. Als sie die schwangere Venus (für mein Verständnis viel zu früh im szenischen Ablauf) entdeckt, verletzt sie sich mit einem Messer selbst, so dass ihre Hände bluten. Tannhäuser reagiert hilflos; in der gekürzten Fassung des Final-Ensembles (Landgraf/Sänger/Chor) sind seine „Erbarm dich mein“-Rufe kein Höhepunkt mehr.
Die erste externe Kritik wird uns von A. Thien zugesandt und stammt aus "der westen.de". Es sei gleich vorweg genommen, es ist ein Verriss mittlerer Dimension: Man könnte die Stationen dieses nicht zuletzt handwerklich höchst mittelmäßigen Abends (Sängerführung, Sichtebenen etc) im Detail nachkarten, landete aber wesentlich bei besagter Kompost-Botschaft: Beide Tannhäuser-Welten sind scheiße, am besten man lässt sich recyceln. Was Titelheld und Elisabeth auch tun. Bei ihr muss allerdings etwas nachgeholfen werden: Wolfram von Eschenbach, ein Edelmann, dessen kontrollierte Eifersucht wir bislang schätzten, stopft sie bei Baumgarten eigenhändig in die Biogasanlage.
Von einer Handvoll Kammerspiel-Preziosen abgesehen, ist diese Deutung eine Quälerei. Musikalisch gibt es immerhin Meriten. Zwar kann man über Stephanie Friedes Venus (die Ausgebuhte) wirklich kaum Rettendes sagen, ihr Minne- Gegenpart ist mit dem keuschen Sopran Camilla Nylunds als Elisabeth traumhaft besetzt. Während Lars Clevemann in der Titelpartie an seine Grenzen stößt, hat man in Bayreuth einen Bass wie Günther Groissböcks Landgraf seit Jahren nicht gehört: markig ohne billiges Muskelspiel, klangschön, ein Meistersinger! Michael Nagys beweglicher Wolfram kann sich hören lassen, auch wenn er die rollentypische vokale Noblesse noch vermissen lässt.
Auch Dr. Klaus Billand will uns seine Sicht mailen. Heute liefert er seine neuesten Eindrücke vom Vorabend der Premiere in den Tagesinfos!
Den Aufmarsch der Promis können Sie bereits verfolgen, wir bieten in der Presseschau Fotostrecken an!
Ein geradezu historisches Ereignis findet heute statt. Nicht auf dem Grünen Hügel, sondern in der Bayreuther Stadthalle spielt ein israelisches Orchester Werke jüdischer Komponisten, aber auch Wagner: Musik – klingt. Binsenweisheit. Und Musik sagt mehr als tausend Worte – weiß sogar der Schlager. Und das Kammerorchester Tel Aviv weiß das auch. Es hat Wochen über das geschwiegen, was heute in Bayreuth stattfindet: Erstmalig spielt ein israelisches Orchester Wagner – und dies in der Stadt jenes deutschen Komponisten, der in Israel als Antisemit, als Inspirator von Hitlers Rassenwahn gilt. Wagner-Musik erklang auch in Konzentrationslagern. Am Tag nach der »Reichskristallnacht« 1938 hatte die Palästinensische Philharmonie das Vorspiel zu den »Meistersingern« spontan vom Programm abgesetzt. Seither gilt jener Boykott, der also älter ist als der Staat Israel.
Das Schweigen der Musiker des Kammerorchesters hatte also Fug. Jede Äußerung hätte jenes Konzert nur immer stärker gefährdet, das nicht Teil der gestern eröffneten Festspiele ist, sondern des Liszt-Jubiläumsprogramms – und nicht auf dem Grünen Hügel, sondern in der Stadthalle. Bayreuth fungiert als Veranstalter, Schirmherrin ist allerdings eine der Leiterinnen des Wagner-Festivals, des Komponisten Urenkelin Katharina Wagner. Besagte Schirmherrschaft übernahm sie als Privatperson. »Es gibt keine antisemitische Musik«, betonte sie gegenüber der »Jüdischen Allgemeinen« – Vorbesprechungen in Israel sagte sie jedoch ab, um die Stimmung nicht anzuheizen
Dieser Bericht stammt aus "Neues Deutschland"
"Der Standard" übernimmt eine APA-Meldung, in der bestätigt wird, dass Katharina Wagner mit Frank Castorf ernsthaft verhandelt: Der Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, wird voraussichtlich den "Ring des Nibelungen" im Jahr 2013 in Bayreuth inszenieren. Festspielleiterin Katharina Wagner bestätigte am Montag in Bayreuth Medienberichte, wonach sie in Verhandlungen mit dem 60-jährigen Theatermacher stehe. "Das ist aber noch keine definitive Zusage", sagte sie. Als Bühnenbildner ist der Serbe Aleksandar Denic im Gespräch.
"Das Team für den neuen Ring muss noch gefunden werden, solange können wir noch nicht sagen, dass das Ding perfekt ist", erklärte Wagner beim Empfang wenige Stunden vor Beginn der 100. Richard-Wagner-Festspiele.
Bayreuth aus kirchlicher Sicht (Auszug aus "evengelisch.de): Du sollst keine anderen Götter neben mir haben: Richard Wagner (1813-1883) war ein genialer Komponist und stilisierte sich zum "Bayreuther Meister", für den christlichen Gott war da wenig Platz. In seinen Werken allerdings verwendete Wagner immer wieder Motive des Glaubens. Die "Bayreuther Theologie" wurde zur Inspiration für die Deutschen Christen im NS-Staat. Zur Eröffnung der 100. Bayreuther Festspiele haben wir mit dem Politologen Udo Bermbach über Wagner und die Religion gesprochen.
Morgen beginnen die Salzburger Festspiele. Deren meistbeschäftigter Regisseur ist Claus Guth. Der "Standard" warf die Frage auf, wie es möglich ist, drei Produktionen auf einmal zu betreuen: STANDARD: Wie schwierig ist es, diese drei Opernproduktionen parallel zu betreuen, ohne dass es Fließbandarbeit wird?
Guth: Es relativiert sich insofern, als ich mich bisher ganz auf Così fan tutte konzentriert habe. Figaro habe ich über die letzten Jahre stark verändert. Auch beim Don Giovanni bin ich im zweiten Jahr noch einmal ganz heftig rangegangen, habe Arien umgestellt, ein neues Lichtkonzept gemacht, einige Szenen geändert. Natürlich muss ich mit neuen Sängern arbeiten. Aber die massivere Baustelle ist dieses Jahr die Così. Da war ich mit der Premiere vor zwei Jahren nicht ganz zufrieden und mache nun mehr oder weniger eine komplette Neuinszenierung.
Yannick Nezet Seguin dirigierte "Don Giovanni" in Baden-Baden
Auszug aus der "Badischen Zeitung" : Unumwunden: ein Mozart-Ereignis! Die "Baden-Baden-Gala" gilt in diesem Sommer dem "Don Giovanni". Er wird konzertant dargeboten, was das genial einkomponierte theatrale Moment ignoriert, der genauen Partitur-Dokumentation gleichwohl nutzt. Auf den Mitschnitt der Deutschen Grammophon wartet man ungeduldig. Am Pult des Mahler Chamber Orchestra steht der Kanadier Yannick Nézet-Séguin. Er führt seine Bilderbuchkarriere im Festspielhaus auf denkwürdige Weise fort. Ihm zur Seite ein Oktett, dessen hinreißendes vokales Agieren in kaum einer Partie zu übertreffen ist...
...Und schließlich: Rolando Villazón, kurz nach "Il re pastore" in Zürich nun als Ottavio: ein vokal leicht verschleiertes Singen von individueller tenoraler Farbe, mit nur noch wenigen Anleihen bei Verismo-Usancen. Vor allem in der zweiten Arie ("Il mio tesoro") findet er endgültig zu bestrickender mezza voce und geschmeidiger Koloratur. Es ist, als finde da einer sein Heil bei Mozart. Kurz vor Mitternacht: Beifallswogen.
Nach Gidon Kremer hat sich auch der britische Bariton Bryn Terfel vom Verbier Festival zurückgezogen. Ein prominenter Branchenbeobachter protokolliert, die Atmosphäre am Festival sei «sehr angespannt».
Terfel hätte am Sonntag in einer Tosca-Produktion mitwirken sollen. Ersetzt wurde er laut einer Mitteilung des Festivals durch Ambrogio Maestri. Der Branchen-Kolumnist Norman Lebrecht erklärt, der Rückzug akzentuiere den Eindruck einer Krise des Festivals.
Auch «die traditionelle Raclette-Grillade der Freunde des Verbier Festivals» ist dieses Jahr abgesagt worden. Verantwortlich dafür sind laut einer offiziellen Meldung des Festivals allerdings das heuer ungewöhnlich schlechte Wetter und die tiefen Temperaturen.
Das meldet "Codex flores"
Gerhard Ernst , "der was in Kittsee nicht mehr weitermachen will"
Ein gespanntes Verhältnis scheint es auch beim Festival in Kittsee /Burgenland zu geben. "Kiss me, Kate" war nun 10Mal ausverkauft - trotzdem gibt es Stimmen, die die Festspiele nach Beendigung der heurigen Saison abwürgen wollen. Intendant Gerhard Ernst, der sich sogar um die Pressearbeit kümmern müsste, macht auf keinen Fall im nächsten Jahr weiter - auch wenn das Festival fortgesetzt wird. Das teilte er mir soeben in einer Mail mit!
Bad Ischl bitet als zweiter Produktion "Paganini" an. Die "Wiener Zeitung fasst zusammen: Regisseur Leonard Prinsloo führt eine zunächst recht elegante Schickeria vor, der Schlussakt spielt im Rocker- oder Punkermilieu, sehr heruntergekommene Gestalten lungern um brennende Mülltonnen herum. Sehr gut herausgearbeitet sind der Autismus und das Dämonische Paganinis sowie seine Vermarktung durch den von Gerhard Balluch schön polternd gespielten Agenten Bartucci. An einer Stelle zitiert Lehár tatsächlich den Komponisten Paganini, Marko Radonic tritt als ausgezeichnet geigendes Double auf. Leider lässt Prinsloo hier lemurenhafte Tänzer auftreten - der einzige Schwachpunkt einer musikalisch wie szenisch ansonsten sehr gelungenen Aufführung.
Die Vorkommnisse in Norwegen sind schrecklich - und haben eigentlich in einer Musiktheater-Website nichts verloren. Unsere Heft-Chefredakteurin Dr. Sieglinde Pfabigan war in Norwegen und ist angesichts der tragischen Vorkommnisse froh, wieder in Wien zu sein. Das ist sie allerdings nur kurz, denn schon rufen Erl und Bayreuth. Mit den Hintergründen der Vorkommnisse in Norwegen hat sich der "Tagesspiegel" beschäftigt: Ein Ausbruch bestialischer Gewalt in einem europäischen Land, das man mit Erdölreichtum, herrlicher Natur, Hurtigrouten und olympischen Winterspielen assoziiert, und man glaubt, es habe vor der eigenen Haustür eingeschlagen. Aus dem „Nichts“, wie es in ersten Analysen heißt, sei Anders Breivik, der Attentäter von Oslo gekommen, und gleichzeitig kommt er aus einer unauffälligen Normalität, aus der „Mitte der Gesellschaft“, wie es so schön heißt. Norwegen ist ein kleines Land. Mitte und Rand dürften da nicht allzu weit auseinanderliegen.
Es beginnt die Suche nach Abgründen, Milieus, nach Rissen in der Zivilisation.
Nach dem Amoklauf von Winnenden hat man sich mit Schützenvereinen und Waffengesetzen beschäftigt. Regelmäßig taucht in solchen Situationen die Frage auf, ob brutale Computerspiele Auslöser oder Wegbereiter des Bösen sein können. Das Böse hat in westlichen Gesellschaften viele Gesichter, viele Namen, es ist letztlich namenlos, gesichtslos. Rechtsextremismus, Nationalsozialismus, Fundamentalismus, ob christlich oder islamistisch geprägt – es sind Hilfsbegriffe, hinter denen sich ein ganzes Bündel von Motiven, Verirrungen, Entwicklungen verbirgt.
Angesichts dieses Ereignisses fällt es natürlich schwer, mit einem "lustigen Gschichterl" zu enden. Dennoch will ich es versuchen. Ernst Kopica besuchte gestern das erste der beiden Konzerte im Schlosshotel Weikersdorf in Baden bei Wien. Über den Tenor Andreas Schager schreibt er:
Andreas Schager oder Andreas Schagerl?
Es folgte mit Andreas Schager ein Sänger, dem man unschwer eine große Karriere voraussagen kann. Er entlockte dem Hit von Franz Lehars Giuditta (Freunde, das Leben ist lebenswert) den zu so einer Veranstaltung passenden süßlichen Schmelz. Ich sah den aus Rohrbach an der Gölsen (Niederösterreich) stammenden Tenor (u.a. derzeit in Meiningen als Rienzi zu hören) erst zwei Tage zuvor in Erl als David in Wagners Meistersinger von Nürnberg.
"Rienzi" und "David" - ein bemerkenswerter Cocktail! Aber der Clou an der Geschichte kommt noch. Schager heißt eigentlich Schagerl - und hat das l ganz einfach unter den Tisch fallen lassen - wie uns Kopica mitteilt:
Übrigens, sollten sie verwirrt sein, ob der Tenor nun Andreas Schager oder Schagerl heißt, hier ist die Lösung, die mir der Sänger nach dem Konzert erzählte: „Ich habe einfach das L weggelassen, denn wenn man früher Schagerl gegoogelt hat, kam man nur auf meine Operettenrollen, die ich gesungen habe. Ich wurde nicht einmal zum Vorsingen im Wagnerfach eingeladen. Seit ich Schager heiße, habe ich den Florestan, den Max und 2012 sogar den Siegfried im Repertoire!“
Schager-Schagerl ist zwar heute schon wieder im Sinne Siegfrieds "zu neuen Taten" unterwegs, das Programm, bestritten von Mihaela Ungureanu, Anna Ryan, Vitomir Marof und Daniel Magdal kann sich aber durchaus mehr als bloß hören lassen. Viel "Aida" und so! Heute zweiter Teil der Operngala im Schlosshotel Weikersdorf. Es gibt noch Karten, Beginn ist 19,30 h!
Ich hoffe, wir sehen einander heute dort!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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MITTWOCH, 27. JULI 2011
Bayreuths "Tannhäuser" wird auch im
internationalen Pressespiegel aus weitgehend missglückt bezeichnet - dabei hat Sebastian Baumgarten nicht einmal einen Skandal geschafft. Auf den Foto: Camilla Nylund (Elisabeth) und Lars Clevemann (Tannhäuser).
Die internationale Presse ist sich einig: dieser "Tannhäuser" wird nicht in die Festspielgeschichte eingehen. Die "Berliner Morgenpost" meint: Zu viel Kopf, zu wenig Bauch: Ausgerechnet beim "Tannhäuser", dem Kämpfer für das Sinnliche,
versteigt sich Regisseur Sebastian Baumgarten bei seinem Bayreuth-Debüt zu einer
über-intellektuellen Inszenierung. Dafür gab es ausgiebig Buhrufe.
Dafür müsste man allerdings eine Gebrauchsanweisung dazuliefern, was Herr Baumgarten nicht wirklich getan hat - im Vorfeld hat er viel gequasselt, aber nichts gesagt!
Einer unserer Forumsteilnehmer empfiehlt die Betrachtung nachstehenden Videos - durch das wir vielleicht etwas tiefer in die Gefühlswelt des Publikums eindringen können:
HURZ - ein Hape Kerkeling-Video
Dr.Klaus Billand war als wohl einziger "Merker" bei dieser Premiere und schreibt: Im Mittelpunkt der Inszenierung von Baumgarten steht aber das alles beherrschende Konzept des geschlossenen Systems der Wartburg, die hier freilich keine mehr ist, sondern eine ausgeklügelte, in sich perfekt mechanisch funktionierende Öko-Maschinen-Installation, die den gesamten Raum als Einheitsbühnenbild ausfüllt. Sie hat drei geschlossene, in große Stahlkessel mündende Systeme, die mit grünen, braunen und gelben Schläuchen verbunden sind. Sie sorgen für die Nahrungszufuhr aus zu Brei gehexelten Zuckerrüben und Sellerie, die Abfuhr der Exkremente zu ihrer ökologischen Wiederverwertung, und den Sauerstoffaustausch (Gaswäsche) der Insassen (Wartburggesellschaft). Die Stahlbehälter dienen zur Wiederaufbereitung im geschlossenen System und werden von den Pilgern im 2. Akt nach der Rückkehr aus Rom wie Götzen angehimmelt und liebevoll geputzt. Das erinnerte etwas an die Jones-Sekte vor Jahren in Guyana, wo sich schließlich alle für ihn umbrachten. Hinzu kommt bei Baumgarten jedoch ein knallrot gestrichener sog. Alkoholator mit einer Kapazität von 4.000 Litern pro Tag, denn er will „fröhliche Insassen und keine Revolution“... Dass dieses System Neurosen fördert, wird durch das Benehmen der „Wartburg-Gesellschaft“ inkl. der Ritter und Sänger schnell klar. Der Venusberg ist in einem vergitterten Zylinder unter den Bühnenboden verdammt, denn dieses System funktioniert mit Verdrängung. Dort hopsen affenartige Menschen häufig kopulierend durch den Zwinger. Kaulquappen scheinen die kalte Unmenschlichkeit dieses Unterweltlebens zu verdeutlichen. Besonders anziehend ist es eigentlich nicht...
Peter Hagmann drückt sich meist sehr gewählt aus, deshalb darf er auch für die "Neue Zürcher Zeitung" berichten: Nein, einen solchen «Tannhäuser» mochte das Publikum, das sich zur Eröffnung der 100. Bayreuther Festspiele auf den Grünen Hügel begeben hatte, auf gar keinen Fall. Mag sein, dass die Diskrepanz zwischen den Herrschaften mehrheitlich älterer Generation im Zuschauerraum und der Crew um den Regisseur Sebastian Baumgarten mit ihrer Neigung zu Internet- und Multimedia-Ästhetik zu gross ist. Vielleicht ist aber doch auch deutlich geworden, dass hier erneut Form vor Inhalt gegangen ist, dass Denkansätze nur spärlich durchgeführt waren, in der szenischen Verwirklichung jedoch ein Brimborium gigantischen Ausmasses angerichtet wurde.
Ich darf festhalten, dass die Merker-Rezensentin Kerstin Voigt den "Tannhäuser" so gut kennt, dass sie mich bereits vor der Premiere auf Abweichungen von der üblichen Praxis aufmerksam gemacht hat. Dirigent Thomas Hengelbrock hat Teile einer nicht mehr gebräuchlichen Fassung eingebaut, was nun auch andere Kritiker bestätigt haben. Dennoch wurde die Premiere auch für Hengelbrock nicht zum rauschenden Erfolg.
Wie steht es die Sänger, die bejubelt wurden? Nicht so ganz zu recht akklamiert, wie die "Wiener Zeitung" meint: Angeblich gibt es auf dem Grünen Hügel mit Eva Wagner-Pasquier ja eine Sängerexpertin. Diese Produktion jedoch ist schlechter besetzt als eine durchschnittliche Stadttheateraufführung. Lars Cleveman etwa müht sich monochrom durch die Titelpartie, Stephanie Friede ist als Venus schlicht indiskutabel. Camilla Nylund singt so wie immer: mit Schärfen in der Höhe, nur solider Mittellage, aber recht angenehmer Tiefe. Einzig Michael Nagy (Wolfram von Eschenbach), Günther Groissböck (als Landgraf, der sich kurzzeitig sehr ungalant an Elisabeth ranmacht) und Katja Stuber (als Hirte) sind festspieltauglich.
Auch die Münchner Abendzeitung" ist etwa dieser Meinung: Das Etikett „Festspiele” verdienen nur Chor und Orchester unter Thomas Hengelbrock. Mit ihm steht erstmals ein Mann der historischen Aufführungspraxis am Bayreuther Dirigentenpult. Obwohl das versenkte Orchester eigentlich einen breiten Mischklang begünstigt, klingt alles schwebend und licht. Der Einzug der Gäste bleibt elegant und ohne teutonisches Dröhnen. Im dritten Akt holt Hengelbrock die düster-fahle Verhärtung faszinierend heraus, ehe er den Schlusschor zu gewaltiger Kraft steigert, ohne das Flirren der Streicher untergehen zu lassen.
So weit, so spannend. Aber leider muss Wagner auch gesungen werden. Der Schwede Lars Clevemann kräht die Titelrolle mit metallischem Tenor wacker, ohne ihr irgendein persönliches Profil zu verleihen. Das passte zu Camilla Nylunds blasser Elisabeth. Michael Nagy, der den Abendstern in der Hauptprobe noch auf dem Klodeckel sitzend besang, wäre mit etwas mehr lyrischer Zurückhaltung ein optimaler Wolfram. Rundum erfreute nur der Bassist Günther Groissböck als Landgraf.
Camilly Nylund vor dem Alkoholator
Überhaupt sieht Dr. Robert Braunmüller in der "Münchner Abendzeitung" schwarz für Bayreuth und ortet den Supergau für 2013 mit dem "abgenudelten" Frank Castorf als "Herr des Ringes": Am Ende wurde ein Satz von Richard Wagner projiziert: „Ich bin der Welt noch den ,Tannhäuser’ schuldig.” Sich so um den Schluss zu drücken, ist zu billig. Sebastian Baumgartens denkfaule Inszenierung unterbietet selbst den Ratten-„Lohengrin" des ausgebrannten Regieprovokateurs Hans Neuenfels aus dem Vorjahr. Sollten die Wagner-Schwestern wirklich den abgenudelten Frank Castorf für den kommenden Nibelungenring verpflichten, wird das künstlerische Niveau in Wagners Werkstatt langsam ganz lächerlich.
Schon jetzt fällt es schwer, Bayreuth noch ernst zu nehmen. Baumgarten findet „Tannhäuser” einfach nur blöd. Weder der Gegensatz zwischen Venus und Elisabeth, noch das anarchische Außenseitertum des Titelhelden waren ihm wichtig. Die Göttin der Liebe herrscht als hochtoupierte Zicke über einen Hörselberg, den Kaulquappen und rammelnde Affen bevölkern. Ihre Gegenspielerin ist eine eitle Gans, die sich bei der Hallenarie Schmuck ansteckt und zuletzt aus Erlösungswahn in einen Tank springt.
Der "Tannhäuser wird uns wohl auch in den nächsten Tagen mehr beschäftigen, als diese Inszenierung eigentlich wert ist!
Aber einen Premierenerfolg haben die Bayreuther Festspiele dennoch bereits eingefahren: Mit seiner Kinderoper "Der Ring des Nibelungen" ist Jungregisseur Maximilian von Mayenburg
ein Meisterstück gelungen. Das ist auch wichtig, denn Kinder lassen sich nicht für blöd verkaufen!
Gestern konzertierte erstmals ein israelisches Orchester in Bayreuth und spielte u.a. Wagners "Siegfried-Idyll". Klaus Billand fand das Auftreten großartig und wird morgen darüber berichten!
Renate Wagner war gestern im Wiener Theresianum bei der "Csardasfürstin" und empfiehlt den Besuch dieser Produktion - was etwas zu bedeuten hat. Wird doch unsere meistbeschäftigte Rezensentin eher von einigen unserer Forumsdiskutierer als "Runterschreiberin" gesehen - was absolut nicht den Tatsachen entspricht!
Heute werden die "Salzburger Festspiele" mit mehr oder weniger salbungsvollen Reden eröffnet. Weiters zieht Schauspielchef Thomas Oberender eine Bilanz. Ich selbst warte mit einer Bilanz erst mal ab, bis das Spektakel vorbei ist - aber jeder Mensch ist eben anders. Thomas Oberender zieht die Bilanz als Schauspielchef. Er spricht über den Erfolgsdruck bei diesem Festival, die blanken Nerven, wenn ein Flop droht, und sein Abschiedsprogramm 2011, das
er als gereift bezeichnet.
"Jedermann". Ben Becker spielt heuer wieder den Tod!
Ben Becker bekennt sich im Interview mit dem "Standard" als "Sensibelchen" und verleiht dem Tod im "Jedermann" zum dritten Mal furchterregende Gestalt.
Welche Sängerin gibt die meisten Interviews? Wenn alle Gespräche wirklich authentisch sind, dann wird wohl Anna Netrebko am meisten gefragt - international gesehen. In unseren Breiten bin ich nicht sicher, ob nicht Elina Garanca die Nase vorne hat - und das zu erwartende Baby wirft wieder völlig neue Perspektiven auf. An dritter Stelle der "Interviewten" steht aber bereits Mojca Erdmann - sie merken es bloß in dieser Kolumne nicht so sehr, weil ich nicht für eine Inflation sorgen möchte und deshalb manche Wortmeldung der Frau Erdmann absichtlich übersehe. Diesmal hat Sie uns aber wieder etwas mitzuteilen - und irgendwie ist sie nun "wieder dran" - ich möchte ja nicht ungerecht sein!
Ioan Holender
Und um unseren speziellen Freund Ioan Holender ist es nun auch schon seit fast zwei Wochen still - was viele als unhaltbaren Zustand empfinden. Sein schauspielerischer Auftritt in Reichenau wurde von der Presse sehr wohlwollend aufgenommen - hinter vorgehaltener Hand witzelt man freilich etwas. Aber Herr Holender wäre nicht Herr Holender, würde er sich nach so langer Abstinenz nicht wieder in die Gazetten hieven. Zu diesem Behufe hat er wieder einmal den "Kurier" zu sich zitiert. Da für ihn nun der ORF nichtmehr wichtig scheint, hat er sich dessen Intendanten Dr. Alexander Wrabetz aufs Korn genommen: Vor wenigen Wochen wurde der neue ORF-Kultur- und Informationssender ORF III präsentiert. In Anwesenheit von Sendungsgestaltern wie Barbara Rett. Nicht vor Ort: Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender, dessen Sendung "Apropos Musik" ebenfalls als Bestandteil des ORF III-Programms vorgestellt wurde. Sendeplatz: Donnerstagabend. Die Gesprächsreihe war im Lauf der letzten Monate im Radiokulturhaus vor Publikum aufgezeichnet und auf Ö 1 gesendet worden. Über eine Ausstrahlung im Fernsehen sei er aber nie informiert worden, erklärt Holender nun: "Mich hat keiner gefragt."
Er hätte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auf diesen Sachverhalt bereits unmittelbar nach der Präsentation hingewiesen, auf sein Schreiben aber keine Antwort bekommen. Jetzt fragt er in einem offenen Brief an Wrabetz nach, auf welcher Grundlage man seine Serie "ohne einer entsprechenden Vereinbarung, ja nicht einmal einer mündlichen Anfrage, im zukünftigen ORF III als Fernsehaufzeichnung ankündigt." Ob Zufall oder nicht: Mit seiner Sendung "KulTour" ist der Ex-Staatsoperndirektor ausgerechnet an Donnerstagen auch auf Servus TV präsent...
Anwälte hätten ihm geraten, die Ausstrahlung abzuwarten und "danach finanziell zuzuschlagen", schreibt Holender süffisant. "Ich habe jedoch nicht die Absicht, den unter Ihrer Leitung bereits finanziell verarmten ORF noch mehr zu schädigen, meine aber, dass die Zeitungsleser doch wissen sollten, wie Sie Ihre Amtsführung handhaben. Dass dies Ihre politisch verpackelte Wiederbestellung nicht beeinträchtigen wird, ist mir selbstverständlich bewusst."
Laut ORF sei Holender "nachweislich bekannt gewesen", dass eine TV-Verwertung geplant ist. Dafür gebe es u.a. schriftliche Nachweise.
Egal, wer nun Recht hat, Holender ist wieder im Gespräch!
Nicht ins Gespräch, sondern ins Gerede kam nun der in München engagierte Schauspieler Benny Claessen: Publikumsschmähung in den Münchner Kammerspielen: Am Samstag wurde im Schauspielhaus Shakespeares „Macbeth“ (Regie: Karin Henkel) gegeben. Beim Schlussapplaus wurde Benny Claessens, der Banquo und Banquos Geist spielt, von einem Zuschauer ausgebuht.
Der Schauspieler, 1981 in Antwerpen geboren und seit dieser Spielzeit Mitglied im Kammerspiele-Ensemble, reckte beide Mittelfinger in Richtung des Rufers. Eine Reaktion, die juristische Konsequenzen haben kann: Strafrechtlich zählt das Zeigen des „Stinkefingers“ als Beleidigung. Das heißt, der Zuschauer, dem die obszöne Geste galt, kann theoretisch innerhalb von drei Monaten Strafantrag stellen.
Experten gehen davon aus, dass Claessens mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu zwei Monatsgehältern rechnen müsste – vorausgesetzt, er ist nicht vorbestraft und man legt ihm die nervlich aufreibende Situation, ausgebuht zu werden, mildernd aus. Zum Vergleich: Zeigt ein Verkehrsteilnehmer den „Stinkefinger“, kann es zusätzlich fünf bis sieben Punkte in Flensburg geben. Wird ein Polizist auf diese Art beleidigt, folgt fast immer eine Anzeige.
Intendant Johan Simons ist nicht erfreut und entschuldigt sich beim Publikum!
Ich bedanke mich beim Publikum, das den Weg zu den beiden "Italienischen Operngalas" im Schlosshotel Weikersdorf in Baden bei Wien gefunden hat. Nachträglich darf ich gestehen, dass ich die Werbetrommel deswegen rührte, weil sich das zweite Konzert im Vorverkauf nicht gut verkauft hat. Der Erfolg war, dass ich gestern bloß nur mehr einen illegalen Stehplatz bekam. Und dieses Publikum war sensationell. Es bravierte und trampelte, dass es eine Freude war. Die Sänger Mihaela Ungureanu, Anna Ryan, Daniel Magdal und Vitomir Marof durften sich an Ovationen erfreuen, die auch die "Europasymphonie" unter Wolfgang Gröhs mit einbezogen!
Die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft ist nun vorbei - trotzdem greife ich ein Thema auf, das uns bei der WM bewegte. Ein Fußballdress nach "Männerart" ist nicht unbedingt kleidsam für Frauen. Für die nächste WM muss da unbedingt umgedacht werden. Als Vordenker biete ich mich da an - und habe ein Foto aus der Frauen-Liga des American Football als Anregung anzubieten:
Frauen-Football: Ich denke, dieser Dress ist für Frauen kleidsamer.
Worum ich mich noch alles kümmern soll! Es wird natürlich wenige Frauen geben, denen dieser Dress nicht steht, aber ein Anfang zur Besserung gehört einmal gemacht!
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
A.C.
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DONNERSTAG, 28. JULI 2011)
Nun sind auch die Salzburger Festspiele eröffnet. "Le Nozze di Figaro". Uli Kirsch (Cherubim) und Simon Keenlyside (Conte). Foto: DI. Dr. Andreas Haunold
Die erste Premiere ist nun erfolgreich geschlagen, so viele Wellen, wie der Bayreuther "Tannhäuser" hat "Le Nozze di Figaro" nicht geschlagen - weil es eben keine Premiere, sondern eine Wiederaufnahme war. Am Freitag wird es dann spannend - "Die Frau ohne Schatten" (TV-Übertragung im ORF) soll sehr statisch inszeniert sein, eigentlich soll sie ja eine konzertante Aufführung nachstellen. Wozu man dann aber einen Regisseur brauchte, wird die Überraschung des Abends werden!
Nun aber die erste Nachtkritik zur "Figaro"-Premiere - entliehen dem "Kurier": Mozarts "Le Nozze di Figaro", inszeniert von Claus Guth. Dieser zeigt einen nüchternen, kalten "Figaro". Viele Szenen wirken unlogisch - nach wie vor oder jetzt erst richtig, weil das Dirigat von Robin Ticciati, der am Pult des tollen Orchestra of the Age of Enlightenment steht, nicht immer dazu passt. Die musikalische Umsetzung ist viel frischer, dynamischer als die szenische Starre.
Die Besetzung ist großteils fabelhaft. Am meisten besticht Marlis Petersen als Susanna, auch Genia Kühmeier gestaltet die Partie der Gräfin berührend. Erwin Schrott ist ein profunder Figaro, Simon Keenlyside ein sehr guter Graf. Nicht annähernd so überzeugend agiert Katija Dragojevic als Cherubino.
Aber der Regisseur konzentiert sich ohnehin mehr auf die Figur, die er hinzugefügt hat: Uli Kirsch als Cherubim, eine Art Alter Ego des Cherubino, der das Spiel bestimmt und Cherubino letztlich sterben lässt. Viel Applaus.
Vorher wurden noch die Eröffnungsreden gehalten. Wem danach ist, der kann Joachim Gaucks Rede sogar vollständig lesen (siehe Presseschau).
Natürlich läuft auch bereits der "Jedermann". Man kann nach Salzburg fahren, muss man aber nicht: Auch für Daheimgebliebene gibt es quasi eine Direktverbindung nach Salzburg via ORF, Ö1 und Servus TV. Ein besonderes Highlight für Jedermann-Fans gibt es am 31. Juli mit der "Jedermann-Tischgesellschaft".
Was ist eine Einladung? Eine amtlich erfolgte Einladung gilt für mich als Vorladung - und diese ist weniger angenehm als eine Einladung. Hat nun Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Jean Ziegler überhaupt als Eröffnungsredner eingeladen? Oder hätte dieser auf eine Vorladung warten sollen? Ziegler weist einen Brief vor, indem Frau Burgstaller ihn zuerst heftigst umschleimt, um ihn dann zu bitten, Salzburgs diesjähriger Eröffnungsredner zu sein. Ziegler hat sich daraufhin gefreut, dass "die Geldsäcke" ihm nun eine halbe Stunde zuhören müssen". Frau Burgstaller betrachtet ihr "Einladung" aber bloß als Anfrage, der eine offizielle Einladung mit Stadtsiegel hätte folgen sollen. Jetzt wäre natürlich interessant zu wissen, ob Jean Ziegler diese Einladung auch schriftlich akzeptiert bzw. bestätigt hat, ansonsten neige ich eher dazu, die Version der Landeshauptfrau zu glauben. Allerdings, wenn sie ihn nicht eingeladen hat, warum hat sie Herrn Ziegler dann überhaupt ausgeladen?
Bei Einladungen der Frau Burgstaller wird man künftig vorsichtig sein müssen! Mir müsste sie eine Vorladung schicken, sonst komme ich nicht!
Dr. Klaus Billand besuchte in der Bayreuther Stadthalle ein wahrhaft historisches Konzert: Es war tatsächlich ein historischer Moment, und das merkte man dem zahlreich nach der vorabendlichen „Tannhäuser“-Premiere der 100. Bayreuther Festspiele erschienenen Publikum in der Bayreuther Stadthalle an. Nachdem das Konzert bereits mit der Israelischen Nationalhymne begonnen hatte, erklang ein sorgsam zusammengestelltes Programm, das in symbolischer Art voller Querbezüge steckte. Nach Tzvi Avnis „Prayer“, Gustav Mahlers Rückert-Liedern (in einer Bearbeitung für Streichorchester von Dietrich Henschel - mit ihm als Solist), und Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 4 A-Dur („Italienische), alle also Komponisten mit jüdischen Wurzeln, folgte der katholische Franz Liszt mit dem „Angelus“ und schließlich Richard Wagners „Siegfried-Idyll“. Alle waren sich der Bedeutung des Augenblicks bewusst, als ROBERTO PATERNOSTRO, seit 2009 künstlerischer Leiter des Orchesters, den Taktstock hob und ihn lange hielt, bevor die ersten Takte eines mit romantisch verklärten zauberhaften Tonfarben musizierten „Siegfried-Idylls“ erklangen. Mit bedächtigen Tempi schien er das Stück fast zu zelebrieren. Auch am Schluss wieder ein langes Innehalten, bevor sich die Begeisterung über diese große Premiere in einem Gefühlsausbruch des Publikums mit standing ovations entlud.
Zwischen diesen beiden Fotos liegen bloß einige Monate. Katharina Wagner vor und nach ihrer Gewichtsreduzierung.
Aber jetzt mal ganz ehrlich, wenn ich eine dieser beiden Damen heiraten könnte/sollte/dürfte, dann nähme ich mir lieber die gemütlich aussehende links! Aber ich könnte Katharina die Mailadresse unserer Fotografin Barbara Zeininger geben, die nimmt ihr glatt die Fältchen weg und macht sie so zur Märchenprinzessin!
Auf diesem Foto (geknipst bei der heurigen Festspieleröffnung), sieht die Sache schon etwas anders aus. Katharina Wagner (hier mit Halbschwester Eva Wagner-Pasquier) ist zweifellos die derzeit eleganteste Festspielleiterin!
Aber lassen wir uns nicht von Äußerlichkeiten blenden, betrachten wir statt dessen, was Katharina Wagner heuer mit den "Meistersingern" gemacht hat:
Ein Plädoyer für Beckmesser (Adrian Eröd). Burkhart Fritz als Stolzing, hier mit Norbert Ernst (David). Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath.
So sitze ich beim Fernsehen zwar auch meist da - aber aus medizinischen Gründen. Meine Ärztin empfiehlt eine bessere Durchblutung der Beine.
Die "Presse" (Walter Weidringer) meint, dass Katharinas Inszenierung viel intelligenter ist, als ihr von manch Altvorderen zugestanden wird und schreibt: Kein Lehrbubengewusel also, keine Schusterwerkstatt, keine Festwiese (Bühne: Tilo Steffens). Was sie dagegensetzt, ist aber wert, genau bedacht zu werden.
Da huldigt eine verschworene, zackig agierende Gesellschaft (angeführt vom edlen Pogner Georg Zeppenfelds und Markus Eiches wunderbar schmierigem Kothner) einer kruden Kunstreligion, betet Klassiker an und spendet Kommunion mit Fetzen aus Reclam-Bändchen – obwohl die Großen von einst, so suggeriert eine Traumszene, dann und wann auch bloß geile Böcke waren, die sich's gut gehen lassen wollten.
Ja, dergleichen „ärgert unsere Alten“, lässt sich mit Hans Sachs anmerken. Ist dieser zunächst der lockere Alt-68er, der sich bloßfüßig, rauchend und in seine Schreibmaschine klopfend mit verächtlichem Lächeln über bürgerliche Konventionen hinwegsetzt, verändert ihn die alte, aber ins Leere führende Beziehung zu Eva (Michaela Kaune klingt recht reif und in der Höhe wackelig) genauso wie sein jüngeres Alter Ego, Walther von Stolzing –, und nicht zum Besseren: Aus dem kaum zu bändigenden Allround-Künstler mit Hang zum Action-Painting, der auf verknöcherte Strukturen mit Malzwang reagiert, wird ein bieder-angepasster Vater an der Seite der nun treudeutschen Hausfrau. Burkhart Fritz kann zwar nicht wirklich aus dem heldentenoral Vollen schöpfen, steht aber die unangenehm liegende und gute Kondition fordernde Partie mit schlank tönender Nonchalance durch. An Stamina gebricht es auch dem Sachs von James Rutherford nicht – wohl aber an Bühnenpräsenz und sauber fokussierter Stimme. Packend jedoch seine Schlussansprache.
Die "Kleine Zeitung" fasst zusammen: Noch etwas bleibt verstörend: Das Preislied wird hier zum Inbegriff der neuen, fernsehtauglichen Ästhetik, die Walther und Sachs geschaffen haben. Walther passt sich dem Publikum an und siegt - ein Schlag ins Gesicht der Zuhörer, die gern zu dieser Musik schwelgen, dessen Kitschpotenzial sich aber zeigt. Wer lässt sich schon gern schlechten Geschmack vorhalten?
In schöner Regelmäßigkeit werden Bayreuther Inszenierungen zum Ärgernis, und das ist gut so. Wagner, dem widersprüchlichen Gesamtkünstler, ist mit gefälligen Laubsägearbeiten, wie sie Katharinas Vater Wolfgang gerne auf die Bühne brachte, nicht beizukommen. Nur beharrliches Bohren nach neuen Bedeutungsebenen der Werke rechtfertigt den riesigen Aufwand, in Bayreuth allsommerlich nichts als sein Werk darzubieten. Scheitern inbegriffen
Beckmessers Vertreibung von der Festwiese wird bei Katharina Wagner zur Vertreibung der Kunst durch den Kommerz-Kitsch, repräsentiert durch das goldene Bambi, das nur aus Gründen des Urheberrechts Hirschgeweih trägt. Adrian Eröd gestaltet den Wandel vom Tölpel zum Kunstfreak höchst plausibel, ein Ausnahmesänger im Ausnahmezustand.
Eva Wagner-Pasqier sagt bei der jährlichen Versammlung der "Freunde" (und Geldgeber) der Bayreuther Festspiele das, was die "Geldsäcke" gerne hören wollen, dass nämlich auch der Staat in die Pflicht genommen werden muss: Eva Wagner-Pasquier erinnerte bei der Jahresversammlung daran, dass das Münchner Gärtnerplatztheater für 65 Millionen Euro saniert werde, das Deutsche Museum sogar für 100 Millionen Euro. "Da kann man auch in Bayreuth schon etwas großzügiger sein vonseiten der öffentlichen Hand", forderte die Urenkelin Richard Wagners.
Oh je! Aufrechnen, das hat der Staat schon gerne! "Ansonsten sperren wir zu" ist die Grundaussage Evas. Ein ganz klein wenig Erpressung steckt da schon dahinter - obwohl die Mär vom Zusperren ohnedies niemand ernst nimmt!
Man kann noch so viele Kritiken über den Bayreuther "Tannhäuser" lesen, niemand gelingt es, diese Inszenierung schön zu schreiben. Die wahren Experten auf diesem Gebiet lässt man freilich nicht ran - aber da bin ich schon wieder ruhig!
Mir wurde auch hinterbracht, dass Michael Nagy als Wolfram sein Lied an den Abendstern noch auf der Hauptprobe auf den Klo sitzend singen musste. Kann das jemand bestätigen oder dementieren?
Der "Frankfurter Allgemeinen" darf man doch wohl Glauben schenken, die gibt sich immer herrlich intellektuell: Von der Musik, die zartfiligran neben alledem herlief, ist zu sagen, dass sie absolut unwagnerisch klang an diesem Abend: weder auftrumpfend noch berauschend, weder festlich noch fesselnd, weder opulent noch klangsinnlich. Aber doch, in all dieser ungewohnt durchsichtigen Magerkeit, sehr schön. Es ist gewiss ein Manierismus, den Wagnerschen „Tannhäuser“ so historisch-kritisch zu entkernen und ihn zu musizieren, als sei er Schönbergs Kammersymphonie, aber es hat Reiz.
Thomas Hengelbrock studierte die Quellen, er hat sich in die Fassungen vertieft, er nimmt das Vergrößerungsglas, das Lineal, er seziert Details: diese betörende Fagottmelodie, jenes feine Piccoloflötenzirpen, dieser Oboenschlenker. Die Dynamik ist so konsequent heruntergetunt, die Tempi sind so flexibel zurückgenommen, dass man manchmal fast fürchtet, es ginge gar nicht mehr weiter.
Für die Sänger ist das von Vorteil, sie müssen nicht brüllen. Lars Clevemann als Tannhäuser tut es trotzdem. Er hat ein starkes, klares, etwas zu monochrom gefärbtes Organ. Und auch die unglückliche Stephanie Friede als Venus ist schlecht beraten, sie singt so laut und mit einem so gewaltigen Tremolo, dass es wie eine Karikatur des Wagnergesangs wirkt.
Nun stehen auch die Sieger des diesjährigen "Operalia-Gesangswettbewerbs" ("Domingo-Wettbewerb" fest. "Codex flores" benennt diese: Erste Preise gewonnen haben der amerikanische Tenor René Barbera und die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende. Der 27-jährige Barbera heimste gleich drei Preise ein: den ersten Preis für Oper, den Zarzuela-Preis und den Publikumspreis.
Pretty Yende, die den ersten Preis für eine Frauenstimme gewann, singt in der kommenden Saison an der Mailänder Scala in Aida und der Hochzeit des Figaro. Einem breiten Publikum ist die Sängerin von der Abschlussfeier der Fussballweltmeisterschaft in Südafrika bekannt, wo sie zusammen mit Andrea Bocelli im Station von Johannesburg einen Auftritt hatte. Zweite Preise gewannen die moldawische Sopranistin Olga Busuioc und der russische Bariton Konstantin Shushakov, dritte der südkoreanische Tenor Jaesig Lee und die russische Sopranistin Olga Pudova.
Unser Mitarbeiter Peter Skorepa hat anlässlich des letzten Wiener Belvedere-Wettbewerbs schüchtern Einwände gegen die Praxis eingebracht, Sänger und Sängerinnen mit Engagements an bereits größten Häusern (trotz Monsieur Lissnér ist das die Scala immer noch) an solchen Bewerben teilnehmen zu lassen, nur weil sie noch das Alterslimit erbringen. Eigentlich läuft dies den Intentionen eines Wettbewerbs entgegen, der neuen Sängern die Chance zur "Entdeckung" geben will. Pretty Yende wurde bereits im Vorjahr bei Wiener Bewerb entdeckt, nun lässt sich sich nochmals entdecken! Ganz ehrlich, ich verstehe es nicht!
Jonas Kaufmann
Dass Jonas Kaufmann auch mit einem Liederabend mühelos die Bayerische Staatsoper füllen kann, habe ich nie bezweifelt. Diese Info wurde von mir nur in Verbindung zu einem neuen Kaufmann-Foto erwähnt, weil ich weiß, dass viele Leserin ganz süchtig nach Kaufmann-Fotos sind.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer kennt zwar seinen Richard Wagner nicht so genau, sodass er Hilfe bei seiner Kanzlerin Angela Merkel in Anspruch nehmen muss, was ihn jedoch nicht daran hindert, zur Eröffnungspremiere mit seiner ganzen Regierung anzutanzen. Aber ich verstehe schon, die Herrschaften wollten sich selbst davon überzeugen, wie ungerecht die Kartenvergabe in Bayreuth erfolgt. Da muss doch der Bund eingreifen - allerdings erst außerhalb der Premieren!
Derzeit herrscht Kinowetter! Also gehen Sie dorthin.
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Somit wünsche ich Ihnen einen schönen Tag. Die Wetteraussichten dürften nicht gut sein, denn das Konzert von Natalia Ushakova heute auf Schloss Hof im Marchfeld wurde in den Reitstall verlegt, damit es den Besuchern im Freien nicht den Hintern abfriert. Der Sommer ist längst nicht mehr, was er einmal war!
A.C.
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FREITAG, 29. JULI 2011
Thielemann da, Thielemann dort" - heute hat der Kapellmeister in Salzburg Premiere . mit einer seiner Lieblingsopern. Der ORF überträgt "Die Frau ohne Schatten" aus Salzburg
Die "Frau ohne Schatten" ist die erste Opern-Neuinszenierung in diesem Festspielsommer. Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, sein Librettist, bemühten sich jahrelang um diese Oper. Sie gilt als das Hauptwerk von Strauss und ist für Musiker und Sänger eine enorme Herausforderung.
Beim Publikum richtig durchgesetzt hat sich das Werk bis heute nicht, obwohl es traumhafte Musik enthält. Denn die Geschichte rund eine Kaiserin, die nicht schwanger wird und deshalb einer Färberin das Kind abkaufen will ist mit einer Vielzahl an geheimnisvollen Bezügen verwoben, weshalb die Oper nicht einfach zu verstehen ist.
Die Handlung ist also ähnlich verworren wie jene des Troubadours Für das Verständnis hat Thielemann einen Tipp: Den Operntext lesen und zusätzlich jene Inhaltsangabe, die der Regisseur selbst geschrieben hat. Sie steht im Programmheft und auch auf der Webseite der Festspiele.
"Und wenn Sie nicht alles verstehen, grämen Sie sich nicht. Die Mitwirkenden verstehen auch nicht Alles", sagt der Dirigent. (Auszug aus "ORF.at)
Probenvideo
Die Premiere der "Frau ohne Schatten" ist am Freitag im Großen Festspielhaus um 18.00 Uhr. Um 19.30 beginnt die Übertragung auf Ö1. Ab 20.00 Uhr kann man die Oper bei den Festspielnächten auf dem Kapitelplatz sehen. Auf 3 SAT beginnt die Übertragung um 20,15 h.
Publikumsjubel gab es bei den ersten Wiederaufnahmen (hochtrabend Premieren genannt), was nicht verwundert. Wer sich zu keineswegs wohlfeilen Preisen eine Eintrittskarte geleistet hat, jubelt allein schon deswegen. Und dass Claus Guths Inszenierung des "Figaro" eigentlich schon "ein bisserl fad" ist, wird bestenfalls hinter vorgehaltener Hand, im engsten Familienkreis und wenn der Nachbar nicht zuhört, gemunkelt! Der "Jedermann" gilt zudem ohnedies als Selbstläufer.
Also ist die heutige echte Premiere die erste Nagelprobe und wohl auch einer der Höhepunkte des Elite-Festivals. Die Inszenierung ist unkonventionell - soviel darf bereits verraten werden. Die Promis mögen sich also für die Pauseninterviews bereits Redewendungen wie "ist interessant" oder "für mich im ersten Moment gewöhnungsbedürftig" zurechtlegen! Lassen wir uns also überraschen!
Das ist kein Foto von einer Schallplattenaufnahme in den ungeheizten Wiener Sophiensälen oder im Musikverein, sondern die tatsächliche Szenerie der heutigen Premiere!
Anne Schwanewilms hat als "Kaiserin" gegen große Vorbilder anzukämpfen
"Drehpunkt Kultur" gegenüber erzählt sie, wie sie überhaupt in das "Strauss-Fach" gekommen ist: Angefangen hat sie mit einem "tiefem Altklang", sie habe ihr Stimmfach über Mezzo zum Sopran also zweimal gewechselt, erzählt Anne Schwanewilms. „Irgendwann dachte ich mir „Ich bin kein Alt’. Dann wurde ich ein Mezzo.“ 1995 habe sie sich gesagt: „Ich glaube, du bist auch kein Mezzo. So wurde ich ein Sopran.“ Dieser Fachwechsel habe sie - „Weil es mir so leicht fiel“ - gleich ins dramatische Wagnerfach geführt: „Lohengrin hat wunderbar geklappt. Aber ich erkannte bald: Ich kann auch Lyrisches!“
Nach einiger Zeit habe sie zu spüren begonnen, „wenn ich weiter nur Wagner singe, gehen mir Feinheiten verloren“. 2002 hat sie sich verordnet: „Nur mehr Elisabeth und Elsa! Alles andere - Isolde, Brünhilde - wurden gestrichen. Dafür der Ruf: Gebt mir doch mal ´nen Rosenkavalier! Und so wurde ich zu einem Strauss-Sopran“, fasst Anne Schwanewilms zusammen.
Nun aber wieder zu Bayreuth. Nach der Eröffnungswoche wird es dort ohnedies wieder ruhig.
Die "Berliner Morgenpost" nimmt in ihrer Titelzeile eine Anleihe bei der Bildzeitung: Baumgartens "Tannhäuser" ist Dionysos-Kompost. Pack den Wagner in den Tank: Sebastian Baumgartens "Tannhäuser", der Bayreuth eröffnet, bleibt am Ende rätselhaft.
Die "Tannhäuser"-Kritiken werden also nicht besser. Es bleibt nur die Hoffnung, dass diese Inszenierung in den kommenden Spielzeiten zum Kult wird, wie viele andere bereits zuvor!
Dabei ist aber der "Eröffnungs-Tannhäuser" bisher der einzige Flop der Wagner-Festspiele, denn die "Meistersinger" wurden gut aufgenommen (da sie letztmalig auf dem Spielplan stehen, hat man Katharina Wagners Inszenierung überstanden und ein weiterer Aufstand lohnt nicht), von "Lohengrin" haben wir bereits eine ausgezeichnete Rezension der "Zeit" in der Presseschau - und soeben erreicht mich die Nachricht, dass "Parsifal" umjubelt wurde. Persönliche Erfolge konnten der Titelheld Simon O'Neill und die Kundry Susan MacLean verbuchen!
"Lohengrin" in Bayreuth: Klaus Florian Vogt und Annette Dasch. Foto: Bayreuther Festspiele.
Die Ratten regen also niemand mehr wirklich auf, deswegen wenden wir uns der Besetzung zu - wie "Die Zeit- online" sie sieht:
Eine überirdische Stellung des Gralsritters, seine "höhere Natur", wird von der Regie nicht intendiert. Dennoch ist Klaus Florian Vogt weniger der Mann von nebenan als ein Auserwählter in der Rattenmenschenwelt. Sein Lohengrin, der in der Gralserzählung unvermutet an die Grenze stößt, klingt mozartisch mit anrührenden Momenten. Die Darstellung unter Neuenfels, den der Sänger zu Einzelproben getroffen hat, lässt in ihrer Inbrunst keine Starallüren aufkommen. Samuel Youn als Heerrufer, Tómas Tómasson als Telramund und Georg Zeppenfeld als König imponieren mit stimmlicher Verve im jeweils klaren Rollenprofil. Annette Dasch und Petra Lang sind die Gegnerinnen Elsa und Ortrud. Die beiden Frauen scheinen an diesem Abend um ihr Leben zu singen. Sie überbieten ihre Kräfte. Lyrik und Dramatik fließen mit Klängen wie im Traum. So lässt sich, mag gehen und kommen was will, Bayreuth wieder einmal umarmen.
Auch Merker-Redakteur Dr. Klaus Billand kündigt eine ähnlich euphorische Rezension des "Lohengrin" an, kam bisher aber noch nicht dazu, diese in den PC zu hämmern. Immer wieder laufen ihm Promis über den Weg, mit denen er unbedingt sprechen muss - ja sogar Pannenhilfe musste er schon leisten - bei Bayreuth-Urgestein Donald McIntyre.
Über das Gastspiel des "Israel Chamber-Orchestra" berichtet Billand heute (siehe Tagesinfos). Aber natürlich legen wir auch Wert auf die Meinung des "Frankfurter Allgemeinen". Dass das Konzert in erster Linie politische Dimension annehmen würde, war klar: So habe man aus Respekt vor den Holocaust-Überlebenden Wagner nicht auf israelischen Boden geprobt, sondern erst nach der Ankunft in Bayreuth. Er habe nicht provozieren wollen. Auch der nach Bayreuth gereiste Anwalt Jonathan Livny, der jüngst in Jerusalem die erste Richard-Wagner-Gesellschaft Israels gegründet hat, findet, es müsse doch „endlich möglich sein, Politik von Kunst zu trennen“.
Dass man zum Auftakt des Konzerts nach einer Begrüßungsrede des Bayreuther Oberbürgermeisters Michael Hohl im Stehen der israelischen Nationalhymne Ha Tikva lauschte, stellte die Unternehmung dann doch in exakt jenen politisierenden Rahmen, der von Beginn an nicht auszuklammern war. Dies auch deshalb nicht, weil das Ereignis, für das die Wagner-Festspielleiterin Katharina Wagner die Schirmherrschaft übernommen hatte, mit einer von allen Seiten beschworenen symbolischen Bedeutung aufgeladen wurde.
Rund um dieses Gastkonzert kursierte das vage Wort vom „Brückenschlag“. Worin aber sollte die in Anspruch genommene „Versöhnungsgeste“ von der Seite Bayreuths bestehen? Die so absurde wie monströse Möglichkeit, dass man die Bereitschaft israelischer Musiker, mit einer Komposition Wagners im Dunstkreis der ehemaligen Lieblingsfestspiele und eines geistigen Hauptquartiers Adolf Hitlers aufzutreten, hätte ausschlagen können, wird sicher niemand auch nur im Geiste durchgespielt haben.
Bleibt der Brückenschlag des Orchesters, der in der Tat hohe Achtung verdient. Ob die Musiker auch gekommen wären, wenn sie geahnt hätten, dass Sebastian Baumgarten nur wenige Stunden vor ihrem Konzert die Elisabeth seiner „Tannhäuser“-Inszenierung zum Sterben in die „Biogas“-Kammer schicken würde?
In Bregenz musste Mittwoch erstmals eine Vorstellung von "André Chenier" wegen einsetzenden Regens abgebrochen werden, ein Teil des Publikums wurde in das Theater evakuiert, der andere Teil kann die Karten umtauschen (keine "Geld-zurück-Garantie"). Schuld war der engagierte Wetterfrosch, der ein "Regenloch" prognostizierte, das sich später als kleine Ritze von 25 Minuten Dauer erwies. Durch diesen Flop war die Logistik arg gefordert.
Ich war gestern auf Schloss Hof bei Natalia Ushakovas Konzert, das diese wiederum zur Ushakova-Show umfunktionierte. Dort war ein erfahrenerer Meteorologe am Amt, denn bereits am Vortag wurde das Konzert in den Reitstall verlegt. Als wie zum Hohn unmittelbar vor Konzertbeginn relativ schönes Wetter herrschte, dachte ich, dass sich die Veranstalter nun in den Hintern beissen werden. Aber pünktlich zu Beginn setzte starker Regen ein, der sogar das Konzert empfindlich störte - das Dach multiplizierte sozusagen akustisch die Regenmassen. Der Wettermann war aber Spitze - vor den Vorhang mit ihm!
Der Tenor Plácido Domingo wird Chairman (Vorstandsvorsitzender) der International
Federation of the Phonographic Industry (IFPI). Er sieht seine Hauptaufgabe in der Bekämpfung der Musikpiraterie. (Auszug aus "Codex Flores")
Dabei dachte ich, dass Domingo neue Rollen für sich sucht! Ist der Chairman für Bariton geschrieben???
Da fällt mir gerade ein, dass ich Sie etwas fragen wollte: Der in Österreich übliche Begriff "Gschaftlhuber" heißt doch in Deutschland "Vereinsmeier" - oder irre ich da! Wie heißt "Gschaftlhuber" auf Spanisch??
Die Oper Frankfurt gilt Kritikern weiterhin als das führende Musiktheater Deutschlands. Das Haus
von Intendant Bernd Loebe belegt in der jährlichen Kritiker-Umfrage des Theatermagazins
"Die Deutsche Bühne" erneut den ersten Platz in der Kategorie "Überzeugende Gesamtleistung".
Eine Zumutung war gestern die Schauspielproduktion "Faust I und Faust II" auf der Salzburger Perner Insel. von 17 h bis lange nach Mitternacht währte die Tortur für Schauspieler und Publikum. Am Ende hat es gefallen, was vielleicht "therapiebedürftig" erscheint - um mit Helmut Thoma, seines Zeichens RTL-Chef, in Bezug aus einen seiner TV-Macher-Kollegen bezogen, zu sprechen (siehe weiter unten).
Gegen 20 Uhr war sie geschafft, die erste Etappe des "Faust"-Marathons bei den Salzburger Festspielen. In weniger als drei pausenlosen Stunden fegte Nicolas Stemann durch der Tragödie ersten Teil.
Stemanns Inszenierung ist in der Tat eine Zumutung für Publikum und Darsteller. Doch es ist eine, bei der es sich lohnt, sich ihr zu unterziehen. Wie mehrfach angekündigt, löst Stemann die Rollenzuordnungen weitestgehend auf. Eine gute Stunde lang gestaltet Sebastian Rudolph ganz allein den Text, tanzt durch die Rollen. Das funktioniert hinreißend. Mit wenigen Gesten und Requisiten schafft es Rudolph, das Stück im Kopf des Zuschauers zu entwerfen.
Es handelt sich um einen Auszug aus dem "Kurier" . Der Rezensent bedarf derzeit der Labung!
Für die einen ist es Kunst, für die anderen Sachbeschädigung: Immer wieder besprüht der
Graffitisprayer OZ Häuser. Acht Jahre saß er deshalb schon in Haft.
Der gute Mann ist in Deutschland daheim. Aber auch bei mir in Meidling wüten die Graffitisprayer. Ein Ecktüre in meinem Firmenhaus wird da manchmal in Mitleidenschaft gezogen. Unlängst habe ich Anzeige erstattet, weil Fußballfans diese freie Fläche für einen gegen den verhassten Gegner gerichteten Spruch benützt haben. Den Spruch habe ich in mühsamer Arbeit weggewaschen. Dabei kam mir aber die Idee, diese freie Fläche (boß 2,40 mal 1 Meter) mit einer wirklich künstlerisch ansprechenden Arbeit besprayen zu lassen. Wer also die Fläche Eck Zeleborgasse/Vivenotgasse in Wien 12 künstlerisch gestalten will, kann sich bei mir melden. Dann geht er/sie nicht nur straffrei aus, ich lade ihn/sie sogar zum Essen ein!
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Gestern ist die Frist abgelaufen. Wenn Sie sich also nicht beworben haben, können Sie nicht bei der anstehenden Wahl ORF-Generalintendant werden. RTL-Chef Helmut Thoma hat von sich aus verzichtet und versteht seinen Kollegen Gerhard Zeiler nicht, der ursprünglich eine Kandidatur nicht ausgeschlossen hat (er hat sie aber letztlich doch nicht angemeldet): Dass RTL-Boss Gerhard Zeiler zu diesem Wechsel bereit gewesen wäre, auf ein 2,5 Millionen Euro Gehalt verzichtet und sich stattdessen mit 400.000 Euro begnügt hätte, findet Thoma "therapierungswürdig".
Warum Thoma selbst nicht kandidiert (mal abgesehen davon, dass er 72 Jahre alt ist), begründet er mit dem "Spruch des Tages": Wer mit Bayern München schon mal Europameister geworden ist, der kehrt nicht zum FC St. Pölten zurück."
Starten Sie gut in das Wochenende. Das wünscht Ihnen
A.C.
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SAMSTAG, 30. JULI 2011
Die erste Nachtkritik kündet von flauer Aufnahme der "Frau ohne Schatten" in Salzburg. Evelyn Herlitzius und Michaela Schuster. Foto: Festspiele
Die erste Opern-Neuproduktion, "Die Frau ohne Schatten" von Richard Strauss, der Salzburger Festspiele 2011 wurde vom Premieren-Publikum zwiespältig, ja, alles in allem eher lau zur Kenntnis genommen. Großer und einhelligen Applaus gab es für die Wiener Philharmoniker und Dirigent Christian Thielemann sowie für einen Teil des Sängerensembles, allen voran Evelyn Herlitzius als "Weib des Färbers".
Bei der Regie von Christof Loy hielten sich Zustimmung und Ablehnung aber die Waage. Loy hat das Zauber-Märchen von Hugo von Hofmannsthal vom Zauber-Märchen "befreit" und stattdessen eine zusätzliche Handlungsebene eingeführt, nämlich eine Platten-Aufnahme der Oper in einem Konzertsaal. Diese psychologisch durchaus nachvollziehbare Überlegung erschloss sich auf der Bühne aber nicht - Loys Inszenierung wirkte allem Bühnenaufwand zum Trotz seltsam leer, förmlich konzertant.
Volle Punkte hingegen für Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker. Zwar wurde die Ankündigung Thielemanns, die Sänger nicht zuzudecken, sondern zu tragen, nicht immer konsequent durchgehalten. Aber der Klang des Orchesters, die Wucht im Forte, die Noblesse und die Innigkeit in den zarten Stellen sowie die Durchhörbarkeit der gesamten Partitur war eine Klasse für sich. Viel besser ist Strauss musikalisch kaum realisierbar. Dennoch - "Die Frau ohne Schatten" ohne wirklich gelungene Regie kann nur partiell als gelungen bezeichnet werden, und die Euphorie der Zuschauer hielt sich spürbar in Grenzen.
Aber dies ist nur die allerste Kritik der "Kleinen Zeitung". Für die Produktion spricht, dass sie meiner Frau gefallen hat. Und die behält meist Recht - zumindest mir gegenüber!
Die Leser des "Online-Merker" sind meist kompetentere Experten als diverse Kulturtanten wie die ORF-Allgegenwärtige. In zwei Mails wurde ich darauf hingewiesen, dass die legendäre Schallplattenaufnahme der "Frau ohne Schatten" , auf die sich der Regisseur Christoph Loy in der aktuellen Inszenierung bezieht, 1955 nicht in den Wiener Sophiensälen - wie von Frau Rett verkündet - , sondern im Wiener Musikverein erfolgte. Ich gestehe, dass auch ich an die Sophiensäle gedacht habe - dort habe ich nämlich meine Frau kennengelernt. Aber ich habe ja die Oper nicht inszeniert - hätte ich es getan, dann würde ich mich auch genau erkundigt haben, bevor ich Frau Rett einen Blödsinn erzählt hätte, die diesen dann prompt an das Publikum weitergibt!
Erwin Schrott, "Figaro" und Publikumsliebling in Salzburg. Foto: DI. Dr. Andreas Haunold
Festspiele hie, Festspiele da: Während im Wagner-Pilgerort Bayreuth die Buhschreier Experimente abstrafen, herrschte am Mittwoch bei den Salzburger Festspielen im Haus für Mozart so etwas wie allseitige Glückseligkeit über ein gelungenes Ergebnis. „Le nozze di Figaro“, die erste Oper des Erfolgsduos Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte, wurde einhellig und ehrlich gefeiert, auch ohne den Nimbus der Eröffnungsoper der diesjährigen Salzburger Festspiele mit dem dazugehörigen Promifotografenauflauf. Samt Beobachteranmarsch. Vielleicht ist Claus Guth, der Regisseur aller drei da-Ponte-Opern, dort angelangt, wo er hinwollte: So homogen im Ensemble, so spielfreudig sämtliche Darsteller, so „mozartisch“ im besten Sinn hat man den „Figaro“ selten gehört – oder auch gesehen. Derlei Enthusiasmus ist Ernst P. Strobl in den "Salzburger Nachrichten" zu entnehmen.
Angeblich soll Dominique Meyer bei der Bayreuther Eröffnungsvorstellung seiner Genugtuung Ausdruck verliehen haben, dass die Wiener Staatsoper Claus Guth und nicht - wie eben an der Wagner-Pilgerstätte - Sebastian Baumgarten den Vorzug gegeben hat.
Auch diesbezüglich gehen natürlich die Ansichten auseinander, es gibt Stimmen, die Guths Inszenierungen schlichtweg für langweilig halten.
Jubel gab es schon vor der Figaro-Premiere: Als am Mittwoch der uruguayische Bassbariton Erwin Schrott gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Anna Netrebko im weißen BMW 650 Cabrio beim Haus für Mozart vorfährt, wird Salzburgs Traumpaar von den Zaungästen akklamiert. Später dann, in der Figaro-Pause, wieder Jubel: Die beiden Superstars erscheinen auf der Balustrade des Opernhauses, und Schrott schwenkt ein Trikot der in der "Copa America" siegreichen uruguayischen Nationalmannschaft.
Immer diese Hinweise auf Fußball! Der "Online-Merker wird bald verzichtbar sein - oder sich zur Sportzeitung wandeln müssen, meinte eine Leserin! Was kann ich dafür, verehrte Dame, wenn Sängerstars auch Fußballfans sind??
Nach der Figaro-Premiere, erwartungsgemäß, wieder Jubel. Auch die Kritik reagiert enthusiastisch: "Erwin Schrott ist der beste Figaro der Opernbühne" , urteilt Karl Löbl in der Zeitung "Österreich"!
Die Römische Oper lässt nicht locker und bietet Riccardo Muti den "Direktorsposten auf Lebenszeit" an. Dies ist allerdings ein Ehrenamt, weil die Römische Oper "blank" ist. Der Maestro will über diese Ehre trotzdem nachdenken!
In Bayreuth denkt man darüber nach, ob es eine glückliche Idee war, die "Tannhäuser-Elisabeth" ausgerechnet in einer Biogasanlage sterben zu lassen. Merker-Redakteur Dr. Klaus Billand sendet uns wieder die neuesten Infos aus Bayreuth (siehe "Tagesinfos"), wo bei einer Versammlung des Mäzenatenvereins dieses Thema zur Sprache kam. Das liest sich dann so: Anschließend kam der Dramaturg der Neuinszenierung des „Tannhäuser“, Carl Hegemann mit Janine Ortiz, der szenisch-musikalischen Assistentin der Produktion, ans Podium. Sie beantworteten ebenfalls Fragen, nach einigen allgemeinen Erläuterungen zum für viele unverständlich gebliebenen Regiekonzept. Der wesentlichste Punkt des Anstoßes schien zumindest für viele Anwesenden die Vergasung der Elisabeth im Biodigester am Schluss des Stücks zu sein, wobei Wolfram noch tatkräftig mithalf… Ausgerechnet in Bayreuth, und dazu noch im Festspielhaus, eine Person ins Gas gehen zu lassen, zeugt zumindest von einer gewissen Naivität, wenn nicht gar von einer intellektuellen und geschichtlichen Fahrlässigkeit angesichts der hier möglichen Assoziationen. Hegemann konzedierte, dass man offenbar nicht vermitteln konnte, was man damit meinte. Nach seinen Kommentaren ist zu erwarten, dass schon in der 1. Reprise dieser „Szeneneinfall“ gestrichen werden wird.
Natürlich kam auch das Thema Frank Castorf zur Sprache, der für viele Geldgeber als "Gottseibeiuns" gilt. Auf die Frage nach der wahrscheinlichen Bestellung von Frank Castorf von der Volksbühne Berlin für den neuen „Ring“ 2013 sagte Katharina Wagner, es handele sich in gewissem Sinne um ein (positiv zu sehendes) Alters-Revival, wenn man bedenkt, dass Castorf schon in den 1980/90er Jahren mit seinen unkonventionellen Arbeiten bekannt war. Sie wies insbesondere auf seine letzen beiden Produktionen hin, die sie für sehr gelungen hält und die offenbar auch mit den Anstoß für diese Wahl gegeben haben.
Wie unglücklich derzeit in Bayreuth von vielen Seiten agiert wird, zeigt das dritte Thema der "Billand-News": Ein ganz anderer Stein des Anstoßes zeigte sich am 27. Juli im Nordbayerischen Kurier (Nr. 171), der auf Seite 18 „Festspiele 2011/Kultur“ über das wahrlich denkwürdige Konzert des Israel Chamber Orchestra am 26.7. in Bayreuth mit Foto kompetent und detailliert berichtet und ausgerechnet auf der gegenüberliegenden Seite 19 „Lokal - Extra“ einen ganzseitigen Bericht unter dem Titel „Im Marschtritt zum Kunstgenuss“ über die Frontsoldaten und Verwundeten als „Gäste des Führers“ bringt. Er ist reich bebildert, u.a. mit einem Foto des dem Führer zujubelnden Festpielpublikums am Seitenfenster des Königsportals und der „Leibstandarte Adolf Hitler“, wobei „…Angehörige der Waffen-SS auf dem Balkon des Königsportals für die Fanfaren in den Festspielpausen sorgen.“ Es ist anzunehmen, dass Musiker und andere Mitwirkende des Orchesters, welches zum ersten Mal Wagner in Deutschland nach dem Holocaust spielte, Ausgaben dieser Zeitung mit nach Hause nehmen und sie ihren Angehörigen und Bekannten zeigen werden, die dann auf der Nebenseite diesen Artikel sehen. Bei aller Würdigung der Bedeutung einer weiteren Aufarbeitung der Geschehnisse jener Zeit hat der Kurier den so sehr beabsichtigten Brückenschlag und die Geste zur Versöhnung der Bayreuther Verantwortlichen damit wohl nicht gerade unterstützt. Man hätte diesen Artikel sicher auch an einem anderen Tag bringen können, zumindest aber nicht gerade in der Nachbarschaft des Konzert-Berichts...
Wieland Wagner: Belastet??
Gestern, Freitag, vor 60 Jahren wurde "Bayreuth-Neu" eröffnet. Über den "Parsifal" - und nicht nur über diesen - urteilte damals Bernard Gavoty vom "Figaro":
Bayreuth ist wieder auferstanden: Die Aura des Geheimnisvollen, die Bayreuth umgibt, ist keine Illusion. Wagner lebt noch; seine Botschaft ist nicht tot.
"Die Stunde Null ist natürlich ein Mythos, den man brauchte, um überhaupt irgendwie wieder anzufangen. Es ist natürlich gar kein Geheimnis, dass das Publikum in den 50er-Jahren im Festspielhaus genau das gleiche war wie in den 40er-Jahren, sicherlich zum Teil auch mit den gleichen Ansichten, man hat halt das Parteiabzeichen nicht mehr getragen. Und da gibt es schon Kontinuitäten auch in der Person Wieland Wagners, der als Kronprinz und erklärter Liebling Hitlers durchaus auch von seiner herausgehobenen Stellung in den 40er Jahren profitiert hat, dann sicherlich innerlich einen Damaskusweg vollzogen hat, aber gleichwohl auch als belastet zu gelten hat."
Im Interesse einer reibungslosen Durchführung der Festspiele bitten wir von Gesprächen und Debatten politischer Art auf dem Festspielhügel freundlichst absehen zu wollen. HIER GILT'S DER KUNST!
Das stand auf Plakaten rings um das Festspielhaus. Zur Eröffnung waren die Hohen Kommissare der drei westlichen Besatzungsmächte gekommen. Durch Abwesenheit glänzte Bundespräsident Theodor Heuss. Er hatte sich in den Urlaub verabschiedet.
Da sieht man auch, wie sich der Stil der Politiker im Laufe der Zeit gewandelt hat. Gut, die deutsche Kanzlerin kam schon nach Bayreuth, als sie ihre Karten noch selbst bezahlen musste, aber dieses Jahr schleppte Horst Seehofer die gesamte Bayerische Minister-Riege auf den Grünen Hügel (und muss sich selbst den "Tannhäuser" erst vom Merkel-Gatten erklären lassen), in Österreich waren zur Festspieleröffnung in Salzburg gleich 10 von 13 Bundesministern angerauscht!
Der Theodor Heuss hatte auch noch einen echten "Genierer" - allerdings war das Flugnetz auch noch nicht so ausgebaut! Was ein echter österreichischer Politiker ist, der fliegt doch glatt auf Regimentsunkosten vom Urlaubsort zur Festspieleröffnung - und wieder zurück!
Die Autorin des Buches über Wieland Wagner, Dr. Ingrid Kapsamer (aus meinem Nachbarort) weist mich darauf hin, dass das von mir vor einigen Tagen verwendete Zitat nicht von ihr, sondern von Klaus Schultz stammt, der in der Samstag-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“ eine sehr ausführliche Besprechung über das Buch lancierte:
„Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr zum hundertsten Mal veranstaltet. Sechzig Jahre nach dem entschiedenen mutigen Neuanfang ist es um die Erinnerung an Wieland Wagner im heutigen Bayreuth indes nicht gut bestellt. 1991 gab es noch eine Ausstellung zu seinen Inszenierungen, nichts dergleichen in diesem Jahr. Dagegen, neben den Festspielaufführungen, sehr viel Divertissement, Marketing und publikumswirksame "Öffnung". Die Bayreuther Festspiele, sechzig Jahre nach Eröffnung ihrer zweiten Chance, haben allen Grund, sich wieder den Impulsen und dem Beitrag Wieland Wagners zuzuwenden, wie sie sich überhaupt mit allen Kapiteln ihrer eigenen Geschichte ernsthaft werden auseinandersetzen müssen, wenn sie nicht wollen, dass sie nur ein Kult-Event seien und aus den Richard-Wagner-Festspielen dereinst, Disneyland ähnlich, Wagnerland werde.“
Auch der Tenor René Kollo ist Buch-Autor !
Wagner hat nicht nur in Bayreuth derzeit Saison. Auch die Darmstädter Residenzfestspiele haben dafür René Kollo eingeladen. Der singt nicht nur Wagner-Arien, sondern stellt auch noch seinen Krimi "Die Morde des kleinen Tannhäuser" vor.
Kollos Buch handelt von einem "Tannhäuser der Gegenwart", einem Serienmörder, der versucht, seine Art der Sinnlichkeit, eine gewalttätige Sexualität, mit Hilfe eines Psychiaters zu bekämpfen. Doch nicht nur er hat blutig-erotische Tagträume. Parallel dazu laufen die Ermittlungen von Hauptkommissar Wellman und seinen Leuten, die im Verlauf der Handlung auf eine außergewöhnliche Familiengeschichte stoßen.
"Alle Opern sind Krimis, mehr oder weniger", sagt der Sänger, "es wird gemordet und geliebt, das ist klar. Das Buch jedoch, das ich geschrieben habe, hat mit dem Stoff des Tannhäuser gar nichts zu tun. Das hat mit dieser Ambivalenz des Menschen zu tun, gut zu sein und schlecht zu sein. Das ist die Idee, die dahinter steht, und das ist das, was mich daran eigentlich immer interessiert hat."
Buchtipp: René Kollo "Die Morde des kleinen Tannhäuser" , 267 Seiten, € 12,95 , ISBN 978-3941400320 . Lau Verlag
Zum Schluss noch zum Salzburger "Faust-Marathon. Die "Welt-online" urteilt etwas "durchwachsen": Leider hebt "Faust II" nicht minder enttäuschend an, Akt eins und zwei sind ein Ärgernis. Schwer zu glauben, dass derselbe Stemann beides ersonnen hat, das Davor und das Danach. Keiner sei gescholten, der vor Goethes Parforce-Tour durch die antiken Mythengebirge kapituliert: Beherzte Striche helfen meist ungemein. Wie Stemann freilich den ökonomischen Komplex verpanscht, die Erfindung des Papiergelds am Kaiserhof, immerhin eins der genialsten Schwindelunternehmen der Menschheitsgeschichte, ist läppisch. Eine um drei Spieler verstärkte Truppe, darunter Barbara Nüsse und Josef Ostendorf, hat sich mit einer platten Trash-Revue zu begnügen. Die von der Salzburger Landeshauptfrau abgesagte Rede des Schweizer Globalisierungskritikers Jean Ziegler zur Festspieleröffnung darf nicht fehlen. Doch der Griff zur Aktualität gleicht Haschen nach dem Wind: In der Hand bleibt nichts zurück. Über weite Strecken herrscht das längst öde gewordene Prinzip Dekonstruktion. Statt Goethes "sehr ernsten Scherzen" serviert uns Stemann höheren Blödsinn. Gottlob erholt sich der bereits Nacht gewordene Abend in der Folge: Die Geschichte des Homunkulus (anrührend: Birte Schnöink) und des unglückseligen Sohnes von Faust und der Schönen Helena, Euphorion (hinreißend: der Tänzer Franz Rogowski) wird ironisch, trotzdem in sich stimmig erzählt. Manches kommt zu kurz. Aber der Einsatz der grotesken Schaumstoffpuppen der Gruppe "Das Helmi" tröstet darüber hinweg. Heiter beschwingt bewahren sie Fausts Seele vor der Verdammnis. Morgens um ein Uhr 15 zieht ihn das ewig Weibliche hinan. Und von oben erschallt, vor unserem inneren Ohr, die auch Stemann erlösende Stimme: "Ist gerettet!"
Termine: 30. Juli; 6., 7., 14., 15., 20., 21. August. Karten: (0043 662) 8045 500, Hamburger Premiere: 30. September
Genug der Worte für heute. Ich wünsche Ihnen einen schönen Samstag!
A.C.
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SONNTAG, 31. JULI 2011
Ein szenischer Flop! "Die Frau ohne Schatten" in Salzburg. Evelyn Herlitzius (Färberin). Foto: Festspiele
Nun sind bereits Kritiken wichtiger Tageszeitungen öffentlich - und auch die Salzburger Festspiele haben ihren szenischen Flop. Wobei mir eine Frage wirklich keine Ruhe lässt: Wenn Regisseure, in der Regel praktizierende Klugscheißer (aber Ausnahmen bestätigen die Regel), in seitenlangen Erklärungen ihre Deutungen mit umfangreichen Recherchen begründen und zu untermauern versuchen, warum recherchieren sie dann so schlampig wie Christof Loy im konkreten Fall? Der Regiekünstler beruft sich auf die legendäre Plattenaufnahme unter Karl Böhm in den Wiener Sofiensälen, die dort nie stattgefunden hat. Schauplatz war der Wiener Musikverein, damals auch anscheinend ziemlich schlecht beheizt. Ich habe anfangs auch die Sophiensäle als Aufnahmestudio gewähnt, aber unser Leser Andreas Schnabl machte mich auf den Irrtum aufmerksam. Später schlug der in diesem Genre ziemlich allwissende Fritz Krammer in die selbe Kerbe, wogegen die Moderatorin Dr. Barbara Rett und neuerdings auch der "Presse"-Kulturchef Dr. Wilhelm Sinkovicz , den ich bislang auch für ziemlich allwissend hielt, auf den Sofiensälen beharren. Gert Korentschnig vom "Kurier" schwenkt freilich wieder auf "unsere Linie" ein: Apropos Aufnahmen: Christof Loy, der Regisseur, geht szenisch von einer Platteneinspielung unter Karl Böhm in den 1950er-Jahren aus. Die hat dieses Werk wieder zurück auf die Spielpläne gebracht, war also ein Meilenstein. Loy stellt den ganzen, knapp fünfstündigen Abend lang die Aufnahmesituation nach. In den nachgebauten Sofiensälen, was historisch falsch ist: Dort wurde zwar viel eingespielt, etwa der legendäre Solti-"Ring", nicht aber die "Frau ohne Schatten". Die wurde im Musikverein aufgenommen.
Da hat doch tatsächlich der Regisseur fälschlich die Sofiensäle nachstellen lassen - und das ist niemand aufgefallen!! Muss das Konzept nicht mit dem Auftraggeber eingehend besprochen werden?? Welche Zustände herrschen da??? Da ist ein Konzept schon vom Anfang an und von den Fakten her falsch!!!
Weiter im Korentschnig-Text: Nun kann man intellektuell schönreden, was immer man will, auch diese Regie. Unterm Strich führt sie aber ins Desaster und ist eine Frechheit. Wenn schon Theater im Theater: Hätte Loy doch besser eine DVD-Aufnahme nachgestellt ...
Außer dem Nachplappern falscher Fakten hat Dr. Sinkovicz in der "Presse" aber dennoch etwas zur Produktion beizutragen: "Buh!“, rief der Mann. Und zwar präzis in die Generalpause zwischen dem vorletzten und dem letzten Akkord am Ende des ersten Akts (Anm.d.Red.: Radiohörer und Fernsehzuschauer haben das gehört). Wir wollen einmal davon ausgehen, dass er nicht vorhatte, den versammelten Musikfreunden den Hörgenuss zu verderben. Er dachte wohl, die Musik sei bereits zu Ende.
Die Sache mit dem Sich-nicht-Auskennen wirkt an diesem Abend insgesamt fatal. Es ermöglichte dem Pausentratsch, sich über die Unflätigkeit zu mokieren, mitten in die herrliche Musik zu randalieren. Darum ging es dem Störenfried wahrscheinlich gar nicht.
Die musikalische Umsetzung und die Sängerleistungen waren hervorragend - darüber sind alle Rezensenten einig. Auch unser Merker-Redakteur Dr. Peter Dusek, dessen Kritik bereits seit gestern online steht, vertritt diese Ansicht . Deshalb können wir uns weiter dem Fazit des "Presse"-Kulturchefs widmen:
Schon Hofmannsthal hat übrigens versucht, während der Arbeit die Aufmerksamkeit seines Komponisten von der blutvollen Färbersfrau auf die Kaiserin zu lenken, die doch eigentlich die Hauptfigur des Stücks sein sollte. Aber, wenn man sich entschließt, die „Frau ohne Schatten“ nicht zu inszenieren, spielen solch grundsätzliche Überlegungen ja keine Rolle. Ein wenig säuerlich, um zum Anfang unserer Betrachtungen zurückzukehren, könnte einer schon werden.
Wo, wenn nicht in Salzburg hätte man das Potenzial, eine solche Oper auch zu zeigen, wenn man sie schon, wie diesmal, musikalisch so hinreißend gestaltet und insgesamt bis in die kleinsten Rollen gut bis außerordentlich besetzen kann? Die Premiere war also jedenfalls das, was man eine seltene Gelegenheit nennt. Ich vermute, von den Premierengästen wussten an die 80 Prozent nicht, worum es in dieser Oper geht, als sie ins Festspielhaus kamen. Nach der Vorstellung dürften es 100 Prozent gewesen sein. Eine reife Leistung.
Da schätzt Herr Sinkovicz das Premierenpublikum zwar wenig schmeichelhaft, aber sicher richtig ein!
Wenn das neue "Traumpaar der Oper" auftritt, hat selbst Jonas Kaufmann Pause. Oder doch nicht?
Unter freiem Himmel haben die Opernstars Jonas Kaufmann, Anna Netrebko und ihr Lebensgefährte Erwin Schrott am Freitagabend auf dem Münchner Königsplatz zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne gesungen. Für das „Gipfeltreffen der Stars“ suchten sie sich Musicalsongs und mehrere Arien aus, die zum Großteil nicht zu den Ohrwürmern der Opernwelt gehören. Während des Konzerts sangen die Künstler mehrere Soli, fanden sich aber auch immer wieder zum Duett oder Terzett zusammen.
Für die größte Begeisterung sorgte aber Bewährtes: Star-Tenor Kaufmann (42) mit Richard Taubers Stück „Du bist die Welt für mich“, das er zugleich mit einer kleinen Liebeserklärung an seine Heimatstadt München verband, in der er auch musikalisch groß geworden ist. „Sie können sich vorstellen, wie wohl es mir geht“, sagte er dem Publikum, das sich mit Regenkleidung und warmen Jacken gegen die Kälte schützte – und zur Freude Kaufmanns bis zum Ende des Konzerts trocken blieb. „Ich bin Münchner, und ich hätte mich furchtbar geschämt, wenn das hier heute baden gegangen wäre.
Das Konzert findet bekanntlich in Berlin und Wien seine Fortsetzung!
Am Wetter leiden übrigens sämtliche Veranstalter. Festspiele sind oft knappest kalkuliert, eine Absage ein kleines Drama. Aber auch wenn gespielt werden kann, frieren die Besucher heuer wie noch nie zuvor. Lasst uns endlich mit diesem Klimamärchen in Ruhe!
Soeben sehe ich, dass Renate Wagner von ihrem Ein-Tages-Tripp zu Salzburgs "Figaro" in den frühen Morgenstunden wieder heimgekehrt ist. Sie wundert sich etwas über das Publikum, aber mehr davon morgen!
Das Publikum der Bayreuther Festspiele ist nach dem fast skandalösen Auftaktdesaster mit "Tannhäuser" zutiefst verstört, empört, beunruhigt. Was Sebastian Baumgarten auf die Bühne gestemmt hat, bringt die Leitungsschwestern Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner in große Schwierigkeiten.
Die "Emsdettener Zeitung" schreibt: Den "Tannhäuser" zur Überarbeitung in die "Werkstatt Bayreuth" zu schicken, ist hoffnungslos. Er gehört, wenn man auf Wert und Würde der Festspiele achtet, entsorgt. Bei der jüngsten Sitzung der wichtigen Mäzenatenvereinigung der Freunde, die mit über 5000 großzügig zahlenden Mitgliedern (drei Millionen Euro für 2011) wichtiges Standbein ist, war Empörung angesagt. Als "peinlich", "primitiv", "lächerlich" und "unappetitlich" wurde dieser "Tannhäuser" empfunden.
Ob der "Fliegende Holländer", den Christian Thielemann nächstes Jahr dirigieren wird, besser ausfällt, ist noch nicht ausgemacht. Der 1981 geborene Regisseur Jan Philipp Gloger, der in Gießen angewandte Theaterwissenschaft und in Zürich Regie studiert hat, ist ein kaum beschriebenes Blatt in Oper und Schauspiel.
Sieht man die Wiederaufnahmen dieses Jahres, ist Marthalers belangloser "Tristan" ein kaum vermisstes Auslaufmodell. Katharina Wagners "Meistersinger" sind auch nach erneuter Überarbeitung künstlerisch nicht überzeugend. Stefan Herheims sorgfältig erarbeitete, aber mit allzu viel deutscher Geschichte voll gestopfte "Parsifal" - Inszenierung ist bei Daniele Gatti in ziemlich uninspirierten Händen. Klasse hat nur Hans Neuenfels' "Lohengrin".
Aber Castorf könnte Bayreuth in Gefahr bringen!
Wenn denn wirklich Frank Castorf der im Musiktheater keine stabile Erfahrung aufzuweisen hat und 2004 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen für einen künstlerischen und finanziellen Reinfall sorgte, 2013 mit der Regie von Wagners "Ring des Nibelungen" betraut wird, könnte Bayreuth in Gefahr geraten. Die Damen Wagner, die Geldgeber, Staat, Land und Stadt müssen jetzt aufpassen, dass der Hügel nicht platt inszeniert wird.
Frau Katharina Wagner lässt übrigens ausrichten, dass sie Waschkörbe voller Tipps für die "Ring-Regisseursbesetzung erhalten hat, aber schon alleine mit dem Problem fertig wird.
Genau das hätte ich nicht gesagt, Frau Wagner! Jetzt zieht nämlich im Fall des Falles die Karte von der besonders unglücklichen Situation nicht mehr! Ich würde diese Bemerkung als taktischen Fehler bezeichnen - aber Sie können mich gerne Lügen strafen!!
Neuenfels "Lohengrin" ist heuer die herausragende Inszenierung auf dem "Grünen Hügel"
Mit "Lohengrin" wird erstmals eine Aufführung aus Bayreuth direkt den Fernsehzuschauern ins Haus geliefert (ARTE hat den Zuschlag bekommen) und damit eine neue Epoche eingeläutet. Via Webstream wird man den Lohengrin sogar in der ganzen Welt empfangen können (15.8.).
Susan MacLean als "Kundry" im Bayreuther "Parsifal"
Das Publikum nahm die Inszenierung von Stefan Herheim positiv auf: Der Regisseur deutete das Erlösungsdrama politisch und setzte an zu einem Ritt durch die Geschichte Deutschlands – Erster Weltkrieg, Nazi-Diktatur, Hakenkreuzfahnen. Die Erlösung des siechen Amfortas durch Parsifal wird schließlich mit der deutschen Nachkriegsdemokratie gleichgesetzt.
Der Premierenreigen endete gestern mit einem der berühmtesten Liebespaare der Oper: Richard Wagners „Tristan und Isolde“. In den Titelrollen der amerikanische Tenor Robert Dean Smith und die schwedische Sopranistin Iréne Theorin, am Pult steht Peter Schneider. Die Inszenierung von Christoph Marthaler stammt aus dem Jahr 2005. Sie setzte zwischenzeitlich aus und wird nun im fünften Jahr gespielt. (Aus "Oberösterreichische Nachrichten")
In Bayreuth hat sich ein weiterer "Förderverein konstituiert, das "Taff" (Team aktiver Festspiel-Förderer". Merker-Mitarbeiterin Dr. Kerstin Voigt ist bei diesem Team dabei und stellt dieses heute in den Tagesoinfos vor: Noch liegen die Finanzen des Vereins bei „übersichtlichen“ 62.000 Euro; es sind aber schon um die 35.000 Euro Spenden eingegangen. Taff konnte durch Sponsoring die Erneuerung des Kartensystems für das kommende Jahr im Wert von 200.000-300.000 Euro zusagen, die Kinderoper fördern (u.a. finanzielle Unterstützung der DVD und der Unterbringung der Künstler) und übernimmt die o.g. Künstlerempfänge. Vorschläge und Ideen für die kommenden Jahre gibt es genug, von Regionaltreffen der Mitglieder bis zu Reiseangeboten zu Konzerten, Vorträgen u.a.m. Ich bin sicher: der Verein wird weiter wachsen. Und die besten Multiplikatoren sind die begeisterten Mitglieder, für die der Slogan „Mittendrin, nicht nur dabei“ bereits Realität geworden ist.
Gut, die Ziele scheinen etwas anders als bei den "Freunden" zu liegen, allerdings auch die Möglichkeiten! Platz ist aber durchaus auch für weitere Förderer, wenn nicht letztlich doch Begehrlichkeiten geweckt werden!
Das Mainfrankentheater Würzburg hat einen Theaterpreis gewonnen, aber Zuschauer verloren!
Liegt es womöglich gerade am „couragierten Theater“, dass oft nur die Hälfte der 738 Plätze im Großen Haus besetzt waren? Der Preis wurde von einer Fachjury vergeben. Und das, was sich Fachleute unter Theaterkunst vorstellen, deckt sich nicht zwangsweise mit dem, was das Publikum gerne sieht. Bei den Theatertagen waren die Würzburger mit dem Stück „In Schrebers Garten“ als großer Produktion vertreten. Was die Theatertage-Jury lobte, kam beim Publikum nicht wirklich gut an: Die Uraufführung des Dramas um den historischen Psychiatriepatienten Paul Schreber war lediglich zu knapp 48 Prozent verkauft.
Aber dafür gab es eben den begehrten Preis. Spinnt man den Gedanken weiter, kommt man zu dem genialen Schluss, dass Theater gänzlich ohne Publikum das allerbeste Theater sein müsste!
Dieses Thema bereitete für uns die "Mainpost" auf!
Natalia Ushakova auf Schloss Hof/Marchfeld/NÖ
Sie trotzte dem Regen und wich in die Reithalle aus!
Nun reicht auch der "Kurier" seine Rezension des Konzertes nach, meine steht bereits seit Freitag online. Jetzt stelle ich die Behauptung auf, dass das Publikum auf Schloss Hof nicht unbedingt haargenau über den "Sängermarkt" informiert ist und manch Wertung glaubt, die ihm seitens der Moderatorin vorgesagt wird. Natalia Ushakova kann man nur als "Gesamtpaket" sehen - da ist sie einzigartig! Nimmt man nur die Opernsängerin, ist sie eine unter vielen! Das Publikum hat aber längst entschieden - und ist begeistert!
Paul Anka ist 70! Er war der Justin Bieber vergangener Zeiten!
Das kann ich auch“, dachte sich der junge Paul Anka selbstbewusst, als er den ersten Rock’n’ Roll-Song seines Lebens hörte. Und wie er es konnte. Er setzte sich ans Klavier, dachte an ein Mädchen in seiner Schule und schrieb innerhalb von 20 Minuten den
Schmachtfetzen „Diana“. Heute feiert Anka seinen 70. Geburtstag.
Das Portrait, das ich dieser Tage über Amy Winehouse sah, hat mich tief beeindruckt. Wir Arroganzler von der Klassik wissen gar nicht, wer sich da von der Welt verabschiedet hat. Es ist letztlich unerheblich, ob sie starb, weil sie "konsumiert" hat, oder weil sie mit dem Konsum zu rasch aufgehört hat!
Zum Schluss noch ein kleiner Abstecher in die Wirtschaft. Der Unternehmer der 1000 Kilometer Kabel für das Linzer Musiktheater geliefert hat, wird heute von den "Oberösterreichischen Nachrichten" inm Portrait vorgestellt. Dem Unternehmen geht es ausgezeichnet, weil die Marktentwicklung günstig verläuft: In die Hände spielen dem Kabelhändler dagegen zurzeit die steigenden Metallpreise, insbesondere für Kupfer und Aluminium. Was bereits im Lager ist, kann zu den aktuell höheren Preisen verkauft werden. Lagerhaltung ist ein Service, den Meinhart seinen Kunden bietet.
Ein Riesen-Lager ist natürlich eine Frage des Kapitals, und daran scheitern nicht nur heute viele Firmen. "Nur Bares ist Wahres" lautete auch meine Philosophie. Wenn man heutzutage imstande ist, mit Geld in der Hand zu wacheln, erzielt man Traumrabatte. Anständig wäre es aber, an diesen Rabatten auch die Kunden teilhaben zu lassen - es muss ja nicht zu 100 % sein!
Einen schönen Sonntag wünscht
A.C.
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MONTAG, 1. AUGUST 2011
Salzburgs "Frau ohne Schatten" - die Kritiken für Christof Loys Inszenierung werden etwas erfreulicher.
Dass der Platzhirsch "Drehpunkt Kultur die freundlichste Kritik abliefert, war irgendwie zu erwarten. Schließlich ist der "Drehpunkt" auf Salzburg fokussiert - und wer legt sich schon gerne mit den Mächtigen an. Aber auch andere Zeitungen relativieren, nicht zu vergessen ist natürlich die Ansicht meiner Frau, deren erster Eindruck ein positiver war - und die irrt sich selten!
Zuerst zu "Drehpunkt Kultur": Was macht nun Regisseur Christof Loy aus der „Frau ohne Schatten“, diesem symbolistisch hoffnungslos überladenen und deshalb schon den Zeitgenossen suspekten Libretto-Unding? Er erinnert sich der Rezeptionsgeschichte. 1955 hat Karl Böhm in den Wiener Sophiensälen eine legendäre Schallplatteneinspielung gemacht – und die wird vom Regisseur und vom Bühnenbildner Johannes Leiacker quasi nachgestellt. Tonmeister wachen über das Geschehen, ihre Schanis rücken Mikrophone und stellen Notenpulte auf, weisen den Sängerinnen und Sängern, denen Ursula Renzenbrink Nachkriegs-Kostüme hat schneidern lassen, ihre Plätze zu.
Christof Loy erzählt ganz unaufdringlich eine Sub-Geschichte, nämlich: Die Sängerin der Kaiserin ist neu im Metier. Sie beobachtet, wie sich ihre Kollegen immer mehr identifizieren mit den Rollen, darin aufgehen. Unerfüllte Privatheit wird von der Musik als Katalysator verstärkt und nach außen gespült. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Rolle und dem jeweiligen Ich. Der Kinderwunsch führt dazu, dass die Sängerrinnen und Sänger sogar in den Tontechnikern Kinder sehen!
Das ist anschaulich gezeichnet. Das „Arte“-Publikum und jenes bei den Festspielnächten auf dem Kapitelplatz war vielleicht ein wenig im Vorteil, weil die Kameras wohl näher dran sein konnten als der Zuschauer im Großen Festspielhaus. Ein bisserl boshaft könnte man auch sagen: Christof Loy hat sich aus dem Erzählen einer über-komplizierten Geschichte heraus gestohlen und mit seinem Konzept ganz unverschämt Rampensingen ermöglicht.
Einig sind alle Zeitung über die kaum zu überbietende Leistung von Christian Thielemann und den Wiener Philharmonikern.
In der "Münchner Abendzeitung" streift Volker Boser lediglich die Leistung der Sänger: Szenische Flops müssen einen Opernbesuch nicht überflüssig machen – solange die Musik stimmt. Christian Thielemann, wurde am Ende mächtig bejubelt, auch von den Wiener Philharmonikern. Immer wieder entlockte er ihnen herrlichste instrumentale Farben. Sein Versprechen, die Sänger nicht zuzudecken, löste er nicht ein. Was daran gelegen haben mag, dass Salzburg die derzeit Besten für dieses schwierige Stück wohl suchte, aber nicht fand. Anne Schwanewilms war eine viel zu leichte, lyrische Kaiserin. Tenor Stephen Gould (Kaiser) stemmte sich mit unschöner Wagner-Kraft durch die Noten. Barak ließe sich samtener, balsamischer singen (Wolfgang Koch). Michaela Schuster (Amme) und Evelyn Herlitzius (Färberin) wirkten angestrengt, nie wirklich souverän.
Und nur nebenbei: Eine Produktion, die so unverblümt an eine historische Schallplattenaufnahme erinnert, sollte sich auch an den damaligen Sängern messen lassen. Denen gelang ebenfalls nicht alles – aber insgesamt doch erheblich mehr
Die Wiener Sofiensäle heute - desolat!
Ich weiß nicht, ob mit den Umbauarbeiten schon begonnen wurde. Die historische Fassade soll jedenfalls erhalten bleiben - innen wird alles neu!
Die Diskussion, wo nun die von Loy nachgestellte legendäre Aufnahme der "Frau ohne Schatten" stattgefunden hat, können wir heute abschließen. Mehrere Leser - drunter sogar aus der Slowakei (Stanislav Trnovsky, das "Beweisfoto" in unseren Tagesinfos hat er geliefert) - stellten mir Beweismaterial zur Verfügung, das ganz klar den Wiener Musikverein ausweist. Wilfried Rott trug ebenfalls zur Faktenfindung bei: "Die Frau ohne Schatten" wurde innerhalb weniger Tage November/Dezember 1955 produziert. Es sollte ein triumphaler Abgesang für die Mono-Schallplatte werden (Ein Stereo-Versuchsband lief bereits parallel mit). Die stereophone Aufnahmetechnik hatte mit geringer Verspätung Österreich erreicht. Ewald Markl war Produzent der Deutschen Grammophon Gesellschaft und ist heute Konsulent dieses Unternehmens und der Schallplattengesellschaft Universal Music.
Jedoch - man sollte jedoch auch das Pressemappe zur Produktion genau lesen - auch alle Journalisten, die ihre Hausaufgaben anscheinend nicht gemacht haben. Rainer Schauberger lässt uns einen Blick in diese Pressemappe werfen:
...Weshalb wurden dann aber die Sofiensäle als Schauplatz gewählt und nicht der Große Saal des Musikvereins, wo die Aufnahme damals stattfand?
Die Sofiensäle sind der typischere Ort für eine Schallplattenaufnahme, denken Sie an den berühmten Solti-Ring mit Birgit Nilsson. Die Decca hatte dort das modernste Aufnahmestudio Europas eingerichtet. Außerdem haben die Sofiensäle eine frappierende, das Weltgeschehen reflektierende Geschichte:..."etc
Im TV sagteRett:..."Er verlegt die Handlung in die 50er Jahre und zwar in die Wiener Sophiensäle, die waren damals ein sehr berühmtes Aufnahmestudio. Es gibt Fotos (...) und die Sophiensäle konnten nicht beheizt werden."
Wenn man will, kann man´s mißverstehen. Gesagt oder geschrieben wurde es nicht.
Die größten Kapazunder unter den Kritikern haben das prompt überlesen und falsch informiert!
Nun nochmals zum Salzburger "Figaro". Renate Wagner war 17 Stunden eigens dafür unterwegs: Freilich, als der 28jährige britische Dirigent Robin Ticciati zur Verbeugung auf die Bühne kam (ehrlicherweise muss man sagen, dass auch die Sänger ihm zuklatschen – oder ist das nur die Kollegenhöflichkeit?), wirkte er mit seinem Wuschelkopf so hinreißend jugendlich, dass er vermutlich den besseren Cherubin abgegeben hätte als die Interpretin auf der Bühne…Oder strahlt man einfach so, wenn man in diesem Alter in Salzburg Mozart dirigieren darf?
Es war die zweite Vorstellung, aber so, wie das Publikum in Begeisterung schwelgte, hätte es wohl auch keine Gefahr für einen Regisseur gegeben: Dieser „Figaro“, dessen Defizite so gewaltig sind, gefiel offenbar auch gewaltig. Volkes Stimme, Gottes Stimme?
Den Abschluss der "Münchner Opernfestspiele bildete diesmal "Tristan und Isolde"
Unsere Presseschau bietet zwei Rezensionen an!
www.kultur-vollzug.de macht den Tristan dabei zum Schwanenritter: Weise war's, nicht gleich mit Buhs zu ätzen. Denn Heppner machte, obschon erst im dritten Aufzug im Reha-Sessel, eine ausgezeichnete, beinahe vollendete Tristan-Figur. Das ist rein gesanglich gemeint. Von einem gut anzu- und aussehenden Isolde-Lover war Heppner nämlich so weit entfernt wie damals, vor 13 Jahren, als Peter Konwitschnys zweite Nationaltheater-Regie Premiere hatte. Da kam Jon Frederic West als Schwanenritter daher. Der US-Amerikaner sang allerdings alle drei schweren „Tristan“-Akte durchweg formidabel.
Bei"kultur-vollzu.de" hat man übrigens um 9 h den Fehler bemerkt und den Schwanenritter aus dem Titel gestrichen! Warum man ihn im Text belassen hat, zählt zu den Rätseln!
Saukalt war es auf dem Münchner Königsplatz
Bei Kartenpreisen von 95 bis 341 Euro regierte überhaupt der Überfluss: Im Unterschied zur Arienabend-Normalroutine drängten sich die Orchesterstücke nicht übermäßig in den Vordergrund. Gounods „Rondo vom Goldenen Kalb” und die Kerkerszene aus Verdis „Troubadour” gab es hochseriös komplett mit dem Philharmonischen Chor. Sind die Netrebko, ihr Verlobter und Kaufmann wirklich einen Haufen Geld wert, mag sich mancher Zuhausegebliebener fragen. Sie sind es, weil sie das Konzertpodium in jeder Szene in eine Opernbühne verwandeln und jedem Einzelnen der rund 15000 Zuhörer das Gefühl geben, sie würden für ihn persönlich singen. (Robert Braunmüller in der "Münchner Abendzeitung".)
Das ZDF überträgt das Konzert auf der Berliner Waldbühne am 16.8.
Frank Castorf könnte Bayreuth in Gefahr bringen!
Er könnte freilich auch Bayreuth zum Gesprächsstoff in aller (Musik)Welt machen. "Morgenweb.de" analysiert: Niemand weiß, wie das wird. Castorf ist riskant. Castorf ist mutig. Castorf ist gefährlich. Castorf ist aber vor allem alles, was Bayreuth nie war und nie sein durfte: postdramatisch, also in Auflösung (des Werks) begriffen, was beim Gedanken eines Gesamtkunstwerks freilich besonders prekär ist. Wenn Castorf sich den "Ring" anzieht, dann wird der "Ring" hinterher nicht mehr derselbe sein. So viel ist klar. Seine einzige Opernregie, "Otello" 1998 in Basel, darf da als Vorgeschmack dienen: Natürlich hat er auch Verdis vorletztem Geniestreich Textbausteine, Witz und Slapstick injiziert. Erfolgreich. Für die Wagnerwelt könnte dies der Weltuntergang sein; deshalb ist der Mut der Festspielführerinnen riesig und, ja, bewundernswert. Für die Übrigen bleibt das Unterfangen aber das vielleicht größte Abenteuer, das je mit Wagner stattfand. Wagner überlebt das. Kein Zweifel. Seien wir also neugierig!
Nun ein Auszug aus der "Emsdettener Volkszeitung" - den wir schon Sonntag in der Presseschau hatten: Wenn denn wirklich Frank Castorf der im Musiktheater keine stabile Erfahrung aufzuweisen hat und 2004 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen für einen künstlerischen und finanziellen Reinfall sorgte, 2013 mit der Regie von Wagners "Ring des Nibelungen" betraut wird, könnte Bayreuth in Gefahr geraten. Die Damen Wagner, die Geldgeber, Staat, Land und Stadt müssen jetzt aufpassen, dass der Hügel nicht platt inszeniert wird.
Frau Katharina Wagner lässt übrigens ausrichten, dass sie Waschkörbe voller Tipps für die "Ring-Regisseursbesetzung erhalten hat, aber schon alleine mit dem Problem fertig wird.
Genau das hätte ich nicht gesagt, Frau Wagner! Jetzt zieht nämlich im Fall des Falles die Karte von der besonders unglücklichen Situation nicht mehr! Ich würde diese Bemerkung als taktischen Fehler bezeichnen - aber Sie können mich gerne Lügen strafen!!
Ich habe Frank Castorf nachgegoogelt, das Ergebnis, die Rezension seiner bislang offenbar einzigen Operninszenierung ("Otello" in Basel 1998) finden Sie in den Tagesinfos. Ein Auszug daraus: Desdemona säuselte ,,Weidenlied“ und ,,Ave Maria“ in der Pizzeria mit Spaghetti dahin - unverstanden von der falschen Freundin, der mondänen Emilia. Der Tod kam schliesslich aus dem Supermarkt: Mit einer Plastiktüte erstickte Otello seine Frau und bedeckte sie mit Gazetten. Das war zuviel. Mit einem lockeren ,,Ach was...“ stahl sich Desdemona aus dem Leben und schlenderte von der Bühne.
Aus journalistischer Sicht bin ich unbedingt für das Engagement des angeblichen "Werkezertrümmerers". Sollte ich 2013 noch in der Lage sein, diese Seite zu betreuen, bräuchte ich nicht krampfhaft Sommerthemen suchen!
Merker-Mitarbeiter Dr. Hans Sabaditsch berichtet über eine glanzvolle Aufführung des Verdi-Requiems bei den Tiroler Festspielen Erl.
Theo Adam feiert heute den 85er!
Irrtümlich hat unsere Mitarbeiterin Ingrid Gerk in der Vorwoche den Achtziger vermeldet. Ich habe also Theo Adam um fünf Jahre jünger gemacht. Die Proteste kamen freilich nicht von ihm, sondern von Freunden Adams. Für die Verjüngung darf er mich auf ein Achterl einladen!
Dolores Schmidinger und Heinz Zuber in Raimunds "Verschwender" in Baden bei Wien
Es war im Vorjahr fast eine Sensation, als in der Badener Sommerarena eine Produktion des Landestheaters Niederösterreich Premiere hatte, denn es war kein Geringerer als Jérôme Savary, der Raimunds „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ klug inszenierte, und das Fernsehen war gleich dabei, spielte doch Karl Markovics die Hauptrolle. Heuer geht das Unternehmen Savary / Raimund am gleichen Ort in die zweite Runde, und das Fernsehen ist nicht mehr dabei, wohl weil das Unternehmen diesmal keinen Star aufzuweisen hat – oder hat irgendjemand geahnt, dass „Der Verschwender“ etwas zweifelhafter ausfallen würde? Dennoch: Dass die Zusammenführung von Dichter und Regisseur im nächsten Sommer mit dem „Bauer als Millionär“ in die dritte Runde geht, ist zu hoffen, denn mehr als mancher aufgeplusterter Regiezwerg hat Savary schon zu bieten.
Aus Renate Wagners Rezension - online in unseren Kritiken)
Das Mainfrankentheater Würzburg hat einen Theaterpreis gewonnen, aber Zuschauer verloren!
Liegt es womöglich gerade am „couragierten Theater“, dass oft nur die Hälfte der 738 Plätze im Großen Haus besetzt waren? Der Preis wurde von einer Fachjury vergeben. Und das, was sich Fachleute unter Theaterkunst vorstellen, deckt sich nicht zwangsweise mit dem, was das Publikum gerne sieht. Bei den Theatertagen waren die Würzburger mit dem Stück „In Schrebers Garten“ als großer Produktion vertreten. Was die Theatertage-Jury lobte, kam beim Publikum nicht wirklich gut an: Die Uraufführung des Dramas um den historischen Psychiatriepatienten Paul Schreber war lediglich zu knapp 48 Prozent verkauft.
Aber dafür gab es eben den begehrten Preis. Spinnt man den Gedanken weiter, kommt man zu dem genialen Schluss, dass Theater gänzlich ohne Publikum das allerbeste Theater sein müsste!
Dieses Thema bereitete für uns die "Mainpost" auf!
(Presseschau vom Sonntag)
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche!
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DIENSTAG, 2. AUGUST 2011
Peter Steins "Macbeth"-Inszenierung hat am Mittwoch in Salzburg Premiere. Foto: Neumayr
Der bedeutende Regisseur inszeniert Verdis „Macbeth“ in der Felsenreitschule. Ein Gespräch der der "Presse" über die Zeitlosigkeit großer Kunst, die elisabethanische Basis des Kapitalismus und ein 17 Meter langes Festmahl:
Bei Macbeth schlägt das Schicksal gnadenlos zu. Es trifft alle. Gibt es in diesem Stück von Shakespeare, das die Vorlage für Verdis Oper ist, überhaupt gute Menschen?
Peter Stein: Gute Menschen gibt es in der Tragödie überhaupt nie. Die sind ganz normal. Wenn Macbeth in merkwürdiger Art und Weise am Anfang dem Schicksal begegnet und ihm mitgeteilt wird, wie die Zukunft aussieht und sich die Prophezeiung gleich bestätigt, dann hat er noch gar nichts gemacht. Er hat niemanden umgebracht, als er sozusagen vom Grafen zum Herzog aufsteigt. Sein Vorgänger war von König Duncan aus dem Weg geschafft worden. Klar macht der den nächsten Schritt und hilft dem Schicksal nach, um König zu werden. Er tötet den rechtmäßigen Herrscher. Dabei ist er todunglücklich und versinkt in melancholische Selbstbetrachtungen. Er wird von seiner Lady gepusht – in der Oper noch stärker als im Drama – und entwickelt dann Tendenzen zum leichten Irrsinn...
...Mord zieht mehr Mord nach sich, die Dinge überschlagen sich bei Macbeths Versuch, seine eigene Position zu halten, bis er selbst zum Opfer wird. Es ist zu befürchten, dass sich das Schicksal seines Nachfolgers nicht wesentlich anders entwickelt.
Diese Krieger haben eben nichts anderes gelernt. Macbeth wird am Anfang auch deshalb befördert, weil er ein so erfolgreicher Krieger ist. Übel wird ihm nur genommen, dass er sich gegen die Ordnung wendet.
Damit können wir in Europa heute nichts anfangen. Wir sind Friedenshysteriker, wenn es sich um Krieg handelt, fangen wir gleich an zu wackeln und haben Angst – eine völlig andere Situation. Die Geschichte, die wir erzählen, findet sozusagen im finsteren Mittelalter statt. Die höchste Ausprägung staatlicher Tätigkeit war damals der Soldat. Als Geschäftsgrundlage muss man das eben akzeptieren, sonst hat man keinen Spaß daran. Wenn man Macbeth von vornherein verteufelt, kann man den Vorgang von Schuld und Verstrickung darin überhaupt nicht zeigen, weil er von vornherein ein Krimineller ist. Solch entlarvende Inszenierungen, die ihn als Arsch zeigen, sind ganz, ganz langweilig. Diese Regisseure sind zu dämlich, um das Stück dramaturgisch zu denken. Da gibt es dann gar keine Entwicklung.
Antonio Poli
Der Malcolm ist zwar keine der ganz großen Rollen im Macbeth, aber sein Sängerdarsteller ist bemerkenswert. Antonio Poli ist erst 25, aber seit seinem Sieg beim Wiener Belvedere-Gesangswettbewerb gut im Geschäft. Mit dem "Standard" sprach er über seine "Strategie": Mirella Freni hat einmal gesagt: Die Karriere macht ein Künstler mit dem Wort "nein", nicht mit "ja". Man muss sehr wählerisch sein und sich das Repertoire langsam, Schritt für Schritt erarbeiten, auch wenn manche Angebote sehr verlockend wären. Ich hatte vor vier Monaten ein Angebot für Bohème an einem wirklich großen Opernhaus. Auch eine DVD hätte produziert werden sollen. Doch ich habe -wenn auch schweren Herzens - abgesagt, weil ich noch nicht an einem so großen Haus mit der Bohème debütieren wollte. Ich bin erst 25 und will vorher noch viele Belcanto-Partien singen, Bellini, Donizetti, auch Mozart und einige wenige Verdi Partien.
STANDARD: Sie haben heuer in Rom unter Muti den Ismaele in „Nabucco" gesungen, bei den Pfingstfestspielen in Mercadantes Oper „I due Figaro" Graf Almaviva; jetzt Malcolm in „Macbeth": Wie ist es für einen jungen Sänger, mit einem so großen Künstler zu arbeiten?
Poli: Jeder Tag mit Maestro Muti ist etwas Besonderes. Natürlich arbeite ich mit meinem Gesangslehrer Romualdo Savastano, wann immer ich in Italien bin. Aber die wichtigsten Erfahrungen macht ein junger Sänger auf der Bühne - mit großen Kollegen.
An der Bayerischen Staatsoper beerbte Matthew Polenzani den Premierentenor Giuseppe Filianoti als Nemorino im "Liebestrank". Die "Sueddeutsche" zeigt sich nicht sonderlich begeistert: Der mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Mann aus Illinois gab weniger den rührend tumben Toren als den immer zu kurz gekommen Zweiten: agil spielfreudig, mit glasklar geführtem schlankem, hellen Tenor, dem, leider, das für diese Partie so wirkungssichere italienische Timbre abgeht. Es rührt sich nichts; selbst nach der 'Tränenarie' nur eine kurze Begeisterungsaufwallung. Man wollte Polenzani feiern wie überhaupt den ganzen Abend, aber - es gab keinen Anlass: die schöne Stimme erzählte nichts vom Leiden an der Liebe.
Die Tiroler Festspiele Erl gingen am Sonntag mit "Parsifal" zu Ende. Bei dieser letzten Vorstellung gab es einen Unfall, der zum Glück relativ glimpflich endete: Sonntagmittag ist auf der Bühne der Festspiele Erl eine 50 kg schwere Holzsäule auf eine Musikerin gestürzt. Die 28-jährige Weißrussin erlitt dabei eine Platzwunde am Kopf und musste über Nacht im Krankenhaus zur Beobachtung bleiben.
Der Unfall ereignete sich etwa eine Stunde nach Vorstellungsbeginn bei "Zum Raum wird hier die Zeit". Online-Merker-Leser Dr. Paul Oberndorfer war - wie das gesamte Publikum - ziemlich geschockt, weil man ja nicht wusste, wie schwer die Verletzung tatsächlich ist. Die Vorstellung wurde kurz unterbrochen, die Musikerin in das Spital gebracht, aus dem sie gestern bereits wieder entlassen werden konnte.
Sehr zufrieden zeigt man sich in Erl mit der Bilanz der abgelaufenen Festspiele: Insgesamt seien 2011 in Erl 20.000 Besucher gezählt worden: „Die Besucher kommen dabei aus der näheren Umgebung, aus Salzburg, Innsbruck, München und dem gesamten deutschsprachigen Raum.“ Zudem würden jedes Jahr Gäste aus der ganzen Welt begrüßt, „legendär sind Neuseeländer, Japaner und Amerikaner aus Kentucky“, heißt es aus Erl.
Vier Veranstaltungen im Passionsspielhaus waren ausverkauft. Die Gesamteinnahmen betrügen mit 700.000 Euro um hunderttausend Euro mehr als im Vorjahr. Das Budgetziel sei um 13 Prozent überschritten worden, die Auslastung liege, wie jedes Jahr, 90 Prozent. (Auszug aus "Drehpunkt Kultur")
Nun nach Bayreuth:
Das Festspielhaus, noch ohne Vorbau
Angeblich werden die Protestschreiben gegen Frank Castorf als "Ring"- Regisseur in Wäschekörben in das Festspielbüro angeliefert, aber davon ist hier heute nicht die Rede. Vielmehr wendet sich Intendant a.D. Werner P. Seiferth in einem offenen Brief an die Festspielleiterinnnen, in dem er die Modifikationen /Kürzungen/Amputationen durch den "Tannhäuser"-Dirigenten Thomas Hengelbrock anprangert:
Werner P. Seiferth
Dem Chor der schimpfenden Kritiker über die neueste „Tannhäuser“-Aufführung im Festspielhaus kann und will ich mich nicht anschließen, obwohl ich leider keinen Grund zu der Annahme habe, dass diese Brüder und Schwestern sich irren. Den eigentlichen Skandal dieses Abends aber beschreiben sie allesamt nicht: – das ist der gravierende Eingriff in die Partitur Richard Wagners, ein in dieser Form bisher einmaliger Vorgang in der jüngeren Bayreuther Festspielgeschichte und ein absolut undiskutabler dazu. Dabei geht es mir nicht um die Frage von Strichen grundsätzlich – obwohl es unausgesprochen guter Brauch ist, dass man alle Werke ohne Kürzungen spielt, übrigens an allen ernst zu nehmenden Theatern, nicht nur (bisher) auch in Bayreuth – es geht mir um die Missachtung des ausdrücklichen Willens von Richard Wagner, was die betreffenden Stellen angeht, die gestrichen wurden.
Den gesamten offenen Brief können Sie in unseren "Infos des Tages" lesen. Es bleibt noch anzumerken, dass Merker-Rezensentin Dr. Kerstin Voigt die Eingriffe in die Partitur bereits vor der Premiere bemerkt hat (Generalprobe) - und mir davon berichtete!
Der "Südwest-Kurier" listet aber auch andere Probleme der Bayreuth-Leiterinnen auf: Sollte aber nun Frank Castorf tatsächlich unterschreiben und 2013 das Ring-Abenteuer wagen, wäre das für viele Wagnerianer in Bayreuth und in aller Welt eher ein weiterer Anlass zur Sorge und keineswegs Beruhigung. Die wenigsten trauen ihm, dem langjährigen Intendanten der Berliner Volksbühne zu, das 15-Stunden-Werk erfolgreich in den Griff zu bekommen. Zum einen hat Castorf so gut wie keine Opern-Erfahrung, zum anderen ist sein dekonstruktivistischer Regie-Stil, der mit Werken großzügig umgeht, sie kürzt, mit anderen Werken vermischt und neu zusammensetzt im Umgang mit einer Oper kaum vorstellbar.
Dass jetzt ausgerechnet Sebastian Baumgarten mit seiner Tannhäuser-Inszenierung so erbärmlich scheitern musste, kommt zur Unzeit. Denn Baumgarten gilt als Castorf-Schüler, und hat an der Volksbühne schon häufig inszeniert. In ihm sehen besorgte Bayreuther Geister die Vorhut Castorfs und wittern bereits einen üblen Vorgeschmack auf den Ring 2013. Dabei können die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier Negativ-Schlagzeilen im Moment so gar nicht brauchen.
Denn das 135 Jahre alte Festspielhaus benötigt dringend eine umfassende technische Sanierung, möglichst noch vor dem Jubliäumsjahr. Und das wird teuer. Von 20 Millionen Euro ist die Rede. Weder die Festspiele selbst, noch die rührigen Mäzene von der „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“ sind zu diesem Kraftakt in der Lage. Und deshalb müssen die Wagner-Halbschwestern nun den schweren Gang als Bittstellerinnen zu Bund, Land und Stadt unternehmen. Das ist nicht einfach, wenn gleichzeitig nach den Vorstellungen die Buhrufe aus dem Hause schallen.
Seit dem Tod Wolfgang Wagners hängt außerdem der soziale Haussegen auf dem Hügel etwas schief. Denn hemdsärmelig, wie Wolfgang Wagner war, hat er mit ein paar geschlossenen Vorstellungen für die Gewerkschaften die Vertreter der Bühnenarbeiter besänftigt, wenn es darum ging bei überlangen Probezeiten ein Auge zuzudrücken. Damit ist nun Schluss und die jetzige Festspielleitung muss deutliche Abstriche einplanen, um keinen Arbeitskampf zu riskieren.
Wie die Hügel-Chefinnen das in den Griff bekommen wollen, steht in den Sternen. Wie sagt Hans Sachs doch in den Meistersingern: "Wahn, Wahn, überall Wahn"!
Mein Vorschlag war, sich die Visualisierungen von Johannes Deutsch einmal anzusehen - das ergäbe herrliche Bilder für einen Ring. Nun hat Arthaus die "Manfred" (von Schumann)- DVD auf den Markt gebracht (erscheint demnächst).
Ich würde mir das an Katharinas Stelle einmal ansehen, das ist ein ungewöhnlicher Stil, aber einer mit Zukunft! Castorf ist abgelutscht, ein alter Hut!
Wir bieten auch weitere Kritiken über "Die Frau ohne Schatten" in Salzburg an, die aber nicht wesentlich von den bisherigen abweichen!
Eine Achtzigerin: Ruth Maria Kubitschek
Trotz ihres Alters schafft die Schauspielerin ein großes Pensum: Gerade stand sie in den USA für das 30-jährige "Traumschiff"-Jubiläum vor der Kamera, dreht diesen Monat eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung. Ganz nebenbei präsentierte sie kürzlich ihr zehntes Buch "Sterne über der Wüste". Und am heutigen Dienstag wird sie 80 Jahre alt. (Aus der "Berliner Morgenpost")
Wenn die Flut kommt, ist das Kunstwerk kaputt
Seit mehr als zehn Jahren verziert Jim Denevan die Strände zwischen Santa Cruz und der Half Moon Bay mit seinen Kunstwerken. Klicken Sie sich in unserer Presseschau durch Fotografien seiner Werke!
Angela Merkel und ihr Modebewusstsein!
Merkel sorgte gleich auf doppelte Weise für Aufsehen an der Salzach. Nicht nur, dass sie an zwei Tagen die Premiere der Strauss-Oper «Die Frau ohne Schatten», eine Probe zu Verdis «Macbeth» und dann noch die Schauspiel-Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs «Die vier Himmelsrichtungen» besuchte - und damit einen wahren Kulturmarathon hinlegte.
Mit ihrem glänzenden lila Kostüm löste sie auch eine Debatte im Internet aus: Darf eine Kanzlerin das selbe Outfit dreimal zur gleichen Gelegenheit tragen? Fotografen belegten mit Archivbildern, dass die die Kanzlerin bereits im Vorjahr sowie 2008 in der Kombination geglänzt hatte. «In Zeichen der Sparsamkeit ein gutes Signal», hieß es in einem Posting zum Thema, andere meinten, die Kanzlerin beweise «wenig modischen Spürsinn».
Die "Berliner Zeitung" macht sich diese Sorgen!
"Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner attackiert "journalistische Bettnässer" von "Kurier" und"Kleine Zeitung". Seine Kontrahenten haben ihm Käuflichkeit vorgeworfen.
Solange es Presseförderung gibt, wird auch willfährig geschrieben werden. Fellner hat zum Beispiel dem österreichischen Kanzler die Rettung des letzten EU-Gipfels über die "Griechenland-Hilfe" attestiert, worüber nicht nur die Hühner lachen.
Der "Online-Merker" ist absolut unabhängig, bekommt keinerlei Förderung und hat auch noch nie darum angesucht. Ist er deswegen nicht zu kaufen? Probieren Sie es doch einmal!
Einen schönen Tag wünscht
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MITTWOCH, 3. AUGUST 2011
Heute "Macbeth"-Premiere in Salzburg - und Riccardo Muti sperrt uns alle aus. Es gibt keine TV-Übertragung (wohl aber Rundfunk). Auf dem Foto: Tatiana Serjan , Zeljko Lucic.
Es ist die publikumsträchtigste Produktion der Salzburger Festspiele. Verdis "Macbeth", das Drama rund um den Feldherren Macbeth und seine intrigante Lady, wartet mit zwei Theatergiganten auf: Es wird die letzte Oper sein, die Stardirigent Riccardo Muti in Salzburg leitet - nach 40-jähriger Operntätigkeit an der Salzach betont er, dass damit nun Schluss sei. Und Regie-Titan Peter Stein - er leitete von 1992 bis 1997 die Sparte Schauspiel bei den Festspielen - kehrt für den "Macbeth" in die Felsenreitschule zurück.
Glücklich, wer dafür eine Karte hat: 1437 Zuschauer finden in der Felsenreitschule Platz. Alle Folgevorstellungen sind ausverkauft. Und auch im nächsten Jahr gibt es für Opernliebhaber keine Chance, das bildgewaltige Shakespeare-Spektakel zu sehen: Der künftige Salzburg-Intendant Alexander Pereira will keine Wiederaufnahmen ansetzen.
Dabei hätte dieser Opernabend ein großes Publikum ansprechen können. Das hat jedoch diesmal keine Chance, sich mit einer Liveübertragung im ORF zu trösten. Im Rahmen des groß angekündigten televisionären Festspielsommers wurden zwar Operette aus Mörbisch, Oper aus Bregenz, Konzerte aus Schönbrunn und Grafenegg gezeigt, die Salzburger Renomee-Produktion bleibt den Zuschauern aber heuer vorenthalten. (Auszug aus dem "Kurier")
Wenn Sie sich erinnern können, geschätzte Leser, habe ich bereits vor vielen Wochen an dieser Stelle geschrieben, dass es keine Fernsehübertragung des Salzburger "Macbeth" gibt. Ich habe das sozusagen von höchster Stelle exclusiv erfahren - weil ich ein Netzwerker bin, der sein Netzwerk auch hegt und pflegt. Sie würden sich wundern, wenn Sie wüssten, wer mich aller mit Infos versorgt. Aber ich nehme dieses Wissen um die Identität meiner Informanten - so diese dies wünschen - mit mir in das Grab - nicht einmal engste Familienanghörige werden eingeweiht. Nur so funktioniert dieses Netzwerk! Und so erfuhr ich frühzeitig, dass Riccardo Muti sich querlegt, es also mit Sicherheit zu keiner TV-Übertragung kommen wird. Da kann der "Kurier" noch so die Schuld dem ORF zuschieben wollen und weniger wichtige Events aufrechnen - verhindert hat die TV-Übertragung einzig der Maestro!
Riccardo Muti & Peter Stein, Salzburgs "Macbeth-Macher".
Peter Stein, am 1. Oktober 1937 in Berlin geboren, ist Sohn aus gutem Hause, studiert Germanistik und Kunstgeschichte. Er beginnt als Assistent in den Münchner Kammerspielen beim großen Regie-Meister Fritz Kortner, 1967 inszeniert er erstmals selbst – das Jugendgang-Stück „Gerettet“ von Edward Bond: zur „Aufführung des Jahres“ gewählt und zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Als er 1968 beim Publikum für den Vietcong sammeln lässt, feuert ihn Intendant August Everding. Auch das macht den jungen Regisseur weit über die (Theater)Grenzen hinaus bekannt. Neben Peter Zadek arbeitet er an Kurt Hübners legendärem Bremer Theater (inszeniert u. a. 1969 Goethes „Torquato Tasso“ mit Bruno Ganz, Edith Clever, Jutta Lampe). An der Berliner Schaubühne ist er ab 1970 Theaterdirektor, holt Regisseure wie Klaus Michael Grüber und Claus Peymann ans Haus.
Der Höhenflug hält an. Bis die Kritik den Star zu zerzausen beginnt und er sich Mitte der 80er zurückzieht, Interviews nur mehr im Ausland gibt, mit Ehefrau Maddalena Crippa (war die „Jedermann“-Buhlschaft 1994 bis 1997) sich in ein Landgut nahe Rom zurückzieht. 1992 bis 1997 leitet er die Sparte Schauspiel bei den Salzburger Festspielen. Nun ist er wieder dort gelandet.
Der Zeitung "Österreich" gibt Muti ein Interview:
ÖSTERREICH: Muti gilt als „konservativ“ ...
Stein: Wenn ein Dirigent, der die Partitur und das Libretto den Vorstellungen des Komponisten und des Textdichters gemäß umsetzen will, konservativ ist, dann soll er es sein. Mir klebt man ja auch dieses Etikett auf. Ich sitze zu dem, was im deutschen Theater stattfindet, so quer, dass man sich das schöner gar
ÖSTERREICH: Muti gilt als „konservativ“ ...
Stein: Wenn ein Dirigent, der die Partitur und das Libretto den Vorstellungen des Komponisten und des Textdichters gemäß umsetzen will, konservativ ist, dann soll er es sein. Mir klebt man ja auch dieses Etikett auf. Ich sitze zu dem, was im deutschen Theater stattfindet, so quer, dass man sich das schöner gar nicht vorstellen kann. Man betreibt ja in Deutschland und Österreich seit dreißig Jahren „nicht-konventionelles“ Theater, dabei ist die Konvention des Unkonventionelles das Einfachste und Dümmste überhaupt.
Österreich: Haben Sie weitere Pläne mit Brandauer?
Stein: Er war meine einzige Motivation, im deutschsprachigen Theater zu arbeiten. Wir sind beide alt und fühlen uns brüderlich verbunden. Wir wollten am Berliner Ensemble König Lear oder Heinrich IV. machen. Peymann hat das aus merkwürdigen Gründen platzen lassen. Wenn Sie ihn fragen, warum, wird er Sie anlügen – wie alle Intendanten lügen. Ich habe viele Opernangebote, da kann ich gar nicht alles machen. Aber im Sprechtheater gibt es nichts. Nur mein Freund Luc Bondy hat mir für 2013 im Pariser Odéon eine Inszenierung angeboten.
Interviews mit Peter Stein gibt es heute in Hülle und Fülle. Nun zum Stein-Interview mit der "Kleinen Zeitung": ...Wobei bei ihm der Drang, dieses Werk zu inszenieren, ursprünglich nicht unbedingt heftig war: "Riccardo Muti hat mich zwei Mal umworben, das mit ihm zu machen. Ich habe abgelehnt. Aus banalen Gründen. Es gibt zwei, drei Szenen, die für einen Theatermacher ganz, ganz schwer zu inszenieren sind. Macbeth begegnet seinem Schicksal. Schön, das passiert uns allen ja täglich, wenn wir unsere Spiegelbilder sehen. Bei Macbeth findet diese Begegnung jedoch mit drei Hexen statt. Das übergibt Verdi dem Chor. Drei Mal sechs Hexen, bei uns sind es jetzt sogar drei Mal fünfzehn. Die treiben sich um einen Topf herum und sollen was kochen. Das zu zeigen, ist bei so vielen Personen schwer. Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Das ging zunächst nicht in meinen Kopf hinein."
Dann noch was: "Mörder lauern Banco, dem Freund von Macbeth, auf. Es gelingt ihnen aber nicht, auch seinen kleinen Sohn umzubringen. All das soll ebenfalls vom Chor bewerkstelligt werden. Das zu inszenieren, schien mir unmöglich."
Wie er es gelöst hat, sehen heute nur wenige Auserwählte. "Macbeth" ist siebenmal überbucht, da sind wir bereits in Bayreuth-Dimensionen, wobei diese Bayreuth-Zahlen nicht so ganz stimmen, weil man dort sein "Kartenrecht" in sieben bis zehn Jahren nur dann halbwegs absichert, wenn man auch in Jahren bestellt, in denen man gar nicht nach Bayreuth fahren will!
Am 10. August hat in Salzburg Janaceks "Die Sache Makropulos" Premiere. Der "Standard" sprach mit der Bühnenbilnerin Anna Viebrock:
Anna Viebrock
Standard: Was erzählen Ihre Räume in "Vec Makropulos"?
Viebrock: Das ist eine verworrene und komplizierte Geschichte über eine 337-jährige Frau, die da zu erzählen ist. Das Stück spielt 1927 und die Frau sucht verzweifelt nach dem alten Rezept, das ihr Leben, das zu Ende geht, noch einmal verlängern soll. Ich habe die Bühne dreigeteilt. In der Mitte befindet sich ein alter Gerichtssaal, da der Ausgangspunkt für die Handlung ja ein hundertjähriger Prozess ist und das Leben ja geprägt wird von Urkunden, Prozessen, Gerichtsbeschlüssen und dergleichen. Dieser Gerichtssaal ist flankiert von einem Hotelgang samt Schaufenstervitrine und einem Wartesaal, der eine Art Unendlichkeitsbild darstellt. In diesem Raum befinden sich die Sänger, bevor sie auftreten, und Christoph nennt diesen Warteraum "Denkraum".
Standard: Sie recherchieren sehr viel. Wie wichtig ist Ihnen historische Perfektion, etwa auch bei den Kostümen?
Viebrock: Ich finde schon richtig, dass man sich die Zeit genau anschaut; es ist ja auch immer wieder inspirierend, was man da entdeckt. Aber wenn es ganz zeitgetreu ist, wenn man nicht spürt, dass wir es heute machen, wird es langweilig. Deshalb gibt es auch in Makropulos, kostümtechnisch gesehen, einige bewusste Ausrutscher.
Das Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela unter Gustavo Dudamel enttäuschte in der
Felsenreitschule. Mehr darüber berichtet Walter Weidringer in der "Presse".
Annette Dasch musste gestern in Bayreuth kurzfristig die "Elsa" in "Lohengrin" absagen, dadurch kam Astrid Weber, als Cover für Elsa, Elisabeth und Eva in Wartestellung, zu einem umjubelten Festspiel-Debüt. Unsere Heft-Chefin Dr. Sieglinde Pfabigan meldete sich sofort mit einer speziell auf Weber bezogenen Rezension zu Wort, die bereits online steht!
Aus Bayreuth bringen wir noch einige Nachzügler-Rezensionen, die sich aber weitgehend am bisher Geschriebenen orientieren. Stefan Herheim, der Regisseur das "Parsifal", sagt uns zwar auch im Interview mit der "Deutschen Welle" nichts Weltbewegendes, aber immerhin etwas über die Arbeitsbedingungen in Bayreuth:
Opernsängern wird ja sehr häufig nachgesagt, dass sie ganz schlechte Schauspieler seien. Welche Erfahrungen machen Sie als Regisseur hier in Bayreuth?
Grundsätzlich ist natürlich die Arbeit in Bayreuth sehr besonders, weil Leute, die das ganze Jahr über in aller Welt professionell Oper machen, freiwillig ihre Sommerferien hier verbringen, um Wagner in Wagners eigenem Haus, in Wagners eigenem Theater zu machen. Sie kommen mit einem sehr hohen Anspruch an das "Gesamtkunstwerk", wie Wagner es selbst genannt hat. Insofern hat man hier eigentlich nie ein Problem, was die Motivation angeht. Man hat auch die Ruhe und einen unglaublichen Fokus auf die neu zu produzierende Produktion. Und das war natürlich eine einmalige Erfahrung, hier arbeiten zu dürfen. Das ist nicht selbstverständlich, auch hier vor Ort nicht. Das muss geschützt und bewahrt werden. Da sehe ich jetzt auch Probleme kommen, denn es hat sich einiges geändert in den letzten Jahren. Für die vorhandenen Produktionen, aber erst recht auch bei Neuproduktionen wird viel zu wenig Zeit angeboten, um ein Ziel zu erarbeiten und zu erreichen. Das hat viel mit Finanzen zu tun.
Katrin Adel
Als Opernsängerin ist Katrin Adel wie viele eine Seiteneinsteigerin: Nach einem Pädagogikstudium war sie zunächst fünf Jahre als Religionslehrerin in Würzburg und später in Wien tätig. Wie aber entdeckte sie ihr Herz für den Gesang und die Welt der Oper? Im Jahr 2004 im Staatstheater Nürnberg: „Ich sah Hoffmanns Erzählungen und war total begeistert. Witzigerweise war es genau die Oper, in der ich dann als Giulietta im Landestheater Linz zum ersten Mal auf der Bühne gestanden habe.“ Auf die große Bühne drängte es sie, seit sie in Nürnberg im Extrachor mitwirkte („Ich stand in der zweiten Reihe und nahm mir fest vor, eines Tages ganz vorne zu stehen“).
Katrin Adel wird nun ein Jahr freischaffend tätig sein und dann ein einjähriges Festengagement in St. Gallen antreten. Dass es ein großer Traum für sie wäre, in Nürnberg (aus der Umgebung dieser Stadt stammt sie) auf der Bühne zu stehen, kann wohl nur ein lokales Blatt wie die "Nürnberger Zeitung" schreiben!
Die Neuinszenierung der "Zauberflöte" durch Katharina Thalbach bei den ersten Berliner Seefestpielen ist laut Veranstalter Deag endgültig gesichert. Der Umzug der Bühne aufs Land scheint die Mozart-Fans nicht verschreckt zu haben
In letzter Minute ist in den USA doch noch eine Einigung erzielt worden. Nein, die Rede ist nicht
vom Schuldenpoker zwischen Demokraten und Republikanern. Gefunden haben sich die
Musiker-Gewerkschaft Local 802 und die New Yorker Met.
Die Einigung kam wenige Stunden nachdem der letzte Vertrag der gewerkschaftlich organisierten Orchestermusiker und der Oper als Arbeitgeberin ausgelaufen war.
Ebenfalls einen neuen Arbeitsvertrag ausgehandelt haben die Musiker der Los Angeles Opera. Er umfasst unter anderem Lohnerhöhungen für die 69 Mitglieder des Orchesters. Einsparungen gibt's unter anderem beim Gesundheitssystem. (Auszug aus "Codex flores"
Gastspiel der "Bad Boys of Dance" im Münchner Prinzregententheater.Tanz rocken in „Rock the Ballet“ Foto: münchenmusik
Man könnte jetzt sagen, das sei zu sehr Mainstream. Man könnte sagen, das sei einzig und allein auf Erfolg ausgerichtet, auf die Begeisterung von Massen. Man könnte sagen, dass die Männer zu schön, die Frau zu sexy und die Musik zu poppig sei. Doch dann sollte schnell die Frage kommen: Warum eigentlich nicht, wenn es doch Spaß macht?
Der Tänzer und Choreograf Rasta Thomas hat mit „Rock the Ballet” eine Tanzveranstaltung für das breite Publikum geschaffen. Zu Klassikern wie Michael Jacksons „Billy Jean”, „With or without you” von U2 oder Queens „We will rock you” bewegen sich sechs Männer, „The Bad Boys of Dance”, und eine Frau mit einer Mischung aus Ballett und zeitgenössischem Tanz. (Quelle: Münchner Abendzeitung).
ORF: "Zeit im Bild"-Moderator Gerald Groß (geb. 1964) verlässt den ORF. Der Anchorman, der von Mai bis August Bildungskarenz nahm, um seine Ausbildung als Mediencoach abzuschließen, will sich selbstständig machen, bestätigte der ORF einen Bericht der Programmzeitschrift "tvmedia". In den nächsten Wochen wird Groß die "ZiB"-Moderation noch einmal übernehmen, bevor er sich voraussichtlich ab Oktober von seinen Zuschauern verabschieden wird. Seine Nachfolge ist laut ORF noch offen.
Angela Merkels Modebewusstsein füllt jedes Jahr das Sommerloch. Es kann nur Frauen auffallen, dass Merkel heuer dreimal zu Festspieleröffnungen dasselbe Kostüm getragen hat. Die "Badische Zeitung" ortet aber noch einen weit größeren Skandal: Was sie in der Oper am Leibe trägt, ist, ob neu oder alt, noch nie ob avantgardistischer Eleganz aufgefallen – und das scheint auch nicht ihr Thema zu sein. Wen sie jedoch ganz nahe bei sich hat, ist Angela Merkel wohl sehr wichtig. Es ist nämlich immer ihr Ehemann, Joachim Sauer. Der Professor für physikalische und theoretische Chemie teilt mit seiner Frau die Leidenschaft für Opern. Und wenn man ganz genau hinschaut: Herr Sauer tritt immer im schwarzen Smoking, weißem Hemd und schwarzer Fliege auf. Immer. Hat diesen Skandal eigentlich schon mal jemand thematisiert?
Das ging schnell: "Germany´s Next Topmodel" Jana Beller ist nun bei der renommierten
Modelagentur Louisa Models in München unter Vertrag. Und die bestätigt: Jana selbst schmiss bei
Heidi Klums Agentur hin.
Herrlich, wie Heidi Klum da klassisch ausgebremst wurde. Man bedenke, die Siegerinnen der Staffel erhalten einen Vertrag mit einer Agentur, die Heidi Klums Vater gehört! Wer nun vermutet, dass Heidi auf das Ergebnis der "Model-Wahl" Einfluss nimmt, ist selbst ein Schelm!
Nun hat einmal ein Topmodell den Aufstand geprobt und einen Rausschmiss geradezu provoziert - die nächste Agentur stand bereits im Türrahmen! Da ist Heidi einmal an die Falsche geraten - und wird sich nun in ihren knackigen Hintern beißen!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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DONNERSTAG, 4. AUGUST 2011
Modenschau bei der Salzburger "Macbeth"-Premiere. Finanzministerin Maria Fekter mit Tochter Carola Denise (vermute ich zumindest, denn meine Weisheit beziehe ich aus Wikipedia).
Foto: Neumayr
Eine ganze Serie von Neumayr-Fotos über den Promi-Aufmarsch bei "Macbeth" finden Sie bereits in unserer Presseschau.
Tatiana Serljan als verwirrte Lady. Zum Zeitpunkt dieser Szene hatte der "Standard" bereits seine Kritik online gestellt! Foto: Ursula Kaufmann (Essen)
Das Rahmenprogramm für das Promi-Schaulaufen bildete gestern Verdis "Macbeth" in der Inszenierung von Peter Stein, dem "Meister der Felsenreitschule" . Um 22,25 h hatte der "Standard" bereits seine Kritik (auch über die Sängerleistungen) online gestellt, um 22,50 h lief aber in der Rundfunkübertragung erst die Nachtwandel-Szene. Frage an "Standard": Hatte es der Redakteur eilig oder lief die Rundfunkübertragung zeitversetzt?
Aber auch an den "Kurier" habe ich diesmal eine Frage: Was, bitte, ist ein "Publikumserfolg"?? Ist das eine gemilderte Form des Erfolgs ("war zwar für die Kritiker zu schwach, aber wenigstens dem doofen Publikum hat es gefallen") oder hat das Publikum mit Erfolg erschwingliche Eintrittspreise durchgesetzt? Ist es bereits ein Erfolg, überhaupt eine Eintrittskarte ergattert zu haben? Für mich gibt es Erfolg oder Misserfolg - in welche Kategorie reiht der "Kurier" den "Publikumserfolg" ein??
Michael Schade wird sich zwar nicht um die Leitung des "Theater an der Wien" in der Zeit nach Geyer bewerben, will aber darum gebeten werden.
Der kanadische Tenor Michael Schade (46) würde gerne das Theater an der Wien übernehmen. Im Magazin "News" äußert er auch bereits konkrete Pläne für diesen Fall: Neben dem RSO und den Wiener Symphonikern soll der Concentus Musicus das dritte zentrale Orchester bilden, der Stagione-Betrieb soll bleiben, als Repertoire kann er sich Weber, Lortzing, den späten Lehar und die französische Oper vorstellen.
Außerdem würde Schade gerne die Kammeroper als Spielstätte für Avantgarde-Stücke übernehmen. Als Nachfolger von Intendant Roland Geyer, der 2015 nach Bregenz wechselt, doch bis 2016 in Wien tätig ist, will er sich allerdings nicht bewerben: "Aber wenn mich jemand fragt, ob ich es machen will, sage ich ja. Die Zeit ist reif, nicht immer dasselbe Intendantenkarussell zu bedienen.
Wenn sich jetzt bereits geradezu jugendliche 46jährige Sänger um eine Intendanz bewerben, wie finden wir dann eine Job für jene, die sich in letzter Zeit vergeblich um Intendanzen beworben haben, weil viele Jobs von Absolventen der "Alexander Pereira Intendanten-Akademie" besetzt wurden - wie etwa vom weitgehend unbekannten Herrn in Klagenfurt?
Aber Michael Schade hat das Wort "Barock" nicht in den Mund genommen, weswegen Barockfans bereits vorsichtig protestieren und in diversen Foren ihre Duftnoten hinterlassen!
Dr. Klaus Billand schickt uns Fotos aus Bayreuth (zu sehen unter "Tagesinfos", wo er auch den alten Bayreuth-Recken Donald McIntyre interviewte. Der warf sich für das Merker-Interview in Schale - oder war das bloß deswegen, weil unmittelbar nach Ende der Befragung die "Meistersinger" angesetzt waren?
Auch unsere Heft-Chefin Dr. Sieglinde Pfabigan weilt derzeit auf dem Grünen Hügel und erlebte dort das Bayreuth-Debüt der Sopranistin Astrid Weber.
Astrid Weber sang die "Elsa"
Annette Dasch sagte ab, Astrid Weber bekam die Chance, in Bayreuth zu debütieren. Laut der Rezensentin soll sie es mit großem Erfolg getan haben! Was nach Ansicht des italienischen Musikjournals "Il Corriera della Grisi" insoferne wieder nicht allzu schwierig ist, da es mit den Sängerleistungen bergab zu gehen scheintt: Bei den diesjährigen – den hundertsten – Bayreuther Festspielen ist die Premieren- und Wiederaufnahmerunde seit einigen Tagen zu Ende. Man muss mit Bedauern feststellen, dass das Jubiläum des Kultfestivals (vielleicht des Festivals schlechthin) äußerst trist ausfällt und dass das allgemeine künstlerische Niveau jedes Jahr weniger Festspielreife aufweist, ja dass es mit Qualität mittlerweile steil bergab geht.
In der herrschenden Durchschnittlichkeit oder sogar Unzulänglichkeit der musikalisch-theatralischen Leistungen zeichnen sich einzig der Festspielchor unter der Leitung des großen Eberhard Friedrich und der Ausnahmekünstler Kwangchul Youn als Festspiel- und Wagner-würdige Elemente durch bewundernswerte Stabilität aus. Es sei noch auf die überraschende Leistung von Thomas Hengelbrock im neuen Tannhäuser hingewiesen, den er im Großen und Ganzen mit sicherer Hand und guter Klangtransparenz dirigierte, oder auch auf die zweifellos sehr gelungene Parsifal-Inszenierung von Stefan Herheim, der mit seinem Konzeptansatz gegenwärtig das einzige überzeugende, d.h. gedanklich kohärente und visuell ansprechende, Regieexperiment des zum Regie-Workshop radikalisierten Grünen Hügels bietet. Es werden manchmal noch die Bässe Georg Zeppenfeld und Günther Groissböck hervorgehoben, aber nur mit korrekten, keineswegs glanzvollen Darstellungen des Landgrafen, Pogner oder König Heinrich allein wird bestimmt kein erfolgreiches internationales Wagnerfestspiel zustande gebracht. Dass es sich im Falle eines Groissböck nicht einmal um einen echten Bass, sondern um eine in der Tiefe inexistente, forcierende und schlecht projizierte Baritonstimme handelt, wird von niemandem bemerkt (man höre nur seinen Sarastro).
Das geht ziemlich endlos so weiter - wer sich das antun möchte, findet es in der Presseschau. Dort finden sich sich auch bereits die ersten Bayreuth-Bilanzen - zu einem Zeitpunkt, an dem die Journalisten der Wochen - und Monatsmagazine (wie es der "Merker" ist) erst langsam antanzen! Wer aber allen Ernstes behauptet, dass die Sängerbesetzungen in Erl in Tirol besser sind, dem fährt Bayreuth-Spezialist Klaus Billand an die Gurgel. Dort singen nämlich Leute, die selbst in Bayreuth ausgemustert wurden!
Meine Herren, ergeht es Ihnen auch so: da stolziert Ihre Frau in neuer Gewandung vor Ihnen auf und ab - und sie merken gar nicht, dass der Fummel neu ist? Mir geht das sogar bei einer neuen Frisur meiner Angetrauten so - was stets heftige Irritationen auslöst. Was das mit Bayreuth zu tun hat?? Ich werde es Ihnen sagen - und nehme dazu die "Frankfurter Allgemeine" zu Hilfe: Niemand bemerkt die neue Gardine - so ein Jammer! Da bringen die Sponsoren Sechsstelliges auf, um dem Festspielhaus einen neuen Hauptvorhang zu spendieren - im Bayreuther Hügel-Jargon frech „Wagner-Gardine“ genannt -, und das allgemeine „Ah!“ und „Oh!“ bleibt aus. Kein Wunder: Die neue Gardine sieht fast so aus wie die alte, genauso undefinierbar grau mit einem Einschlag von Tannhäuser-Grün, nur entschieden weniger verstaubt und von großer Theatergeschichte ramponiert. Und natürlich hebt sie sich noch immer in jener eigentümlichen Weise in den Schnürboden, wie es der Meister einst selbst verfügt hat. Ein Wagner-Vorhang geht nämlich, wer hätte das gedacht, nicht einfach schnöde auf wie ein Mozart- oder Verdi-Vorhang; von unsichtbarer Hand geteilt und gerafft, entschwebt er vielmehr magisch in den Bühnenhimmel.
Das Zaubergardinenritual verfolgt, wie der gesamte Bau des Festspielhauses, nur einen Zweck: Es soll den Zuschauer vom ersten Moment an gefangen nehmen und förmlich hineinsaugen in Wagners wundersame Sagen- und Mythenwelt. Im Festspielsommer 2011 allerdings braucht man anfangs überhaupt keinen Vorhang. In Sebastian Baumgartens „Tannhäuser“-Inszenierung steht die Bühne schon beim Einlass offen, zum ersten Mal in der Festspielgeschichte - also ein Politikum!
Christoph Lieben-Seutter und seine Arbeit als Intendant der Elbphilharmobie
Christoph Lieben Seutter hat schon drei oder vier Eröffnungszeremonien geplant, ebensoviele Spielpäne erstellt - und all das ruht in einer Schublade. Seit zwei Jahren sollte die Elbphilharmonie in Hamburg bereits fertig und bespielbar sein, nun ist von einem Eröffnungstermin in 2014 die Rede. Christoph Lieben-Seutter hört dies zwar - aber er glaubt es nicht ganz. 2015 endet sein Vertrag - und er hat im Grunde genommen noch nicht viel arbeiten können. Wäre er Baupolier, sähe die Sache etwas anders aus. So aber ist er nur Kulturmanager - und einen solchen braucht die Elbphilharmonie derzeit weniger als besagten Polier!
Nun hofft der Manager auf Verlängerung seines Vertrages, damit er endlich das machen kann, wofür er nicht schlecht bezahlt wird! So um 2018 herum und viele Millionen später als jetzt, wird man doch endlich im Getreidesilo spielen können!
"impulstanz" Wien
Die kanadische Choreografin Marie Chouinard begeistert mit einer alten und einer neuen Arbeit
- einmal mythisch, einmal rasant.
Hitchcock-Film entdeckt!
Alfred Hitchcock hätte das Drehbuch nicht besser schreiben können: der erste Film, an den der Meister Hand angelegt hat, galt Jahrzehnte lang als verschollen - jetzt taucht er plötzlich in Neuseeland auf. Drei von sechs Filmrollen zu "White Shadow" aus dem Jahr 1923 schlummerten jahrelang in einem Safe, berichtete das neuseeländische Filmarchiv. Das Material ist etwa 30 Minuten lang. "Es ist zwar nicht komplett, aber man kann schon einen werdenden Meister erkennen", berichtete die amerikanische Stiftung für die Erhaltung von Filmen. Laut "Los Angeles Times" soll der Film am 22. September in Beverly Hills in den USA gezeigt werden. (Auszug aus "Welt - online" )
Nach Planking und illegalen Partys haben Facebook-Nutzer jetzt den öffentlichen Nahverkehr für sich entdeckt. In Facebook-Gruppen warnen sie sich gegenseitig vor Fahrkarten-Kontrollen. Die Verkehrsbetriebe sind machtlos.
Aus der "Frankfurter Rundschau": Zehntausende Facebook-User warnen sich inzwischen gegenseitig vor Fahrkartenkontrollen.
Schwarzfahrer haben soziale Netzwerke im Internet als Frühwarnsystem für Fahrkartenkontrollen entdeckt. In Hamburg sorgt derzeit eine Facebook-Gruppe "Schwarzfahren Hamburg" für Schlagzeilen, die am Mittwochnachmittag bereits mehr als 6300 Mitglieder hatte, die sich über die Bewegungen von Fahrscheinprüfern in S- und U-Bahnen sowie Bussen informieren.
Seit ich das Alter erreicht habe, indem ich verbilligte Fahrkarten für die Öffis bekomme, macht Schwarzfahren auch keinen richtigen Spaß mehr, verleiht nicht den Kick, nicht dabei erwischt worden zu sein! Das und noch mehr sind halt die Probleme der Senioren!
Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen!
A.C.
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Freitag, 5. AUGUST 2011
Rampentheater in Salzburg, man nennt es "Salzburger Eleganz". Dieser "Macbeth ist kein großer Wurf, aber dem Pubikum gefällt er. Foto: Ursula Kaufmann (Essen)
Diesmal gehen die Meinungen der Rezensenten stark auseinander, vor allem das deutsche Feuilleton ätzt Richtung Salzburg. Namentlich tun sich die beiden Münchner Zeitungen bereits mit sehr sachlich anmutenden Titelzeilen hervor : "Wenn zwei Opas Oper machen" titelt die "Münchner Abendzeitung, als "Veteranentreffen am Hexenhügel" bezeichnet der "Münchner Merkur" diese neueste Salzburger Produktion.
Ich zitiere den "Münchner Merkur": Das schönste Detail der Inszenierung findet sich ab Seite 21. Im Programmheft stellt sich Peter Stein den Fragen von Intendant Markus Hinterhäuser, vielmehr: posiert, gockelt und führt aus, wie er („Mein Selbstbewusstsein ist nicht sehr groß“) Muti vom einzig wahren „Macbeth“, selbstredend von seinem, überzeugt habe. Schließlich habe der Verdi-Experte noch nie einen solchen Regisseur getroffen. Einen, der „die Musik nicht nur liebt, sondern auch durchschaut“.
Kein Titanen-, ein Veteranentreffen geschieht da in der Felsenreitschule. Hier der Ex-Schauspielchef der Festspiele, der seinerzeit vor dem Salzburg-Umkrempler Gerard Mortier floh, dort der womöglich letzte Maestro alter Schule, der mit dem „Macbeth“ nun seinen Salzburger Opernabschied zelebriert.
Bescheidenheit mag eine Zier sein, Peter Steins Sache ist sie nicht
Die "Berliner Zeitung" bringt es meiner Ansicht nach auf den Punkt: Teamwork von zwei Operngiganten vor historischer Kulisse: Die Premiere der von Riccardo Muti dirigierten und von Peter Stein in Szene gesetzten Verdi-Oper «Macbeth» hat bei den Salzburger Festspielen Begeisterungsstürme ausgelöst. Die am Mittwochabend erstmals in der Felsenreitschule gezeigte Zusammenarbeit der beiden Großmeister ist die zweite wichtige Opernpremiere beim diesjährigen Festival.
Anders als die umstrittene «Frau ohne Schatten» zum Festspielbeginn löste «Macbeth» überwiegend Wohlwollen aus. Beobachter beurteilten die szenische wie musikalische Umsetzung am Donnerstag als packend und absolut stimmig, aber auch als konventionell und ein wenig altmodisch.
Die heimische Presse jubelt zum überwiegenden Teil, wie etwa "ORF.at": Der aus Serbien stammende Zeljko Lucic wurde ebenso bejubelt wie die aus Russland kommende Tatiana Serjan. Beide haben ihre Rollen schon an vielen anderen Orten gesungen, Lucic hat den Macbeth sogar schon an der Metropolitan in New York gegeben. Sie bewältigen die Felsenreitschule darstellerisch wie gesanglich, immer ideal begleitet von Ricardo Muti, der gestern natürlich viele, viele Bravos bekommen hat - genauso wie Regisseur Peter Stein.
Dieser hat eine geradezu klassische Operninszenierung abgeliefert, mit opulenten Massenszenen, aber auch dramatischen Höhepunkten zwischen den Protagonisten. Macbeth, und seine Lady in rotem Samt mit Krone, eine Bankettszene mit Geistererscheinungen, die die Nähe zum "Jedermann" am Domplatz deutlich macht, das Rad der Geschichte, auf dem Könige aufsteigen und fallen, die drei Hexen im Stil von Füßli und der Chor aus menschlichen Bäumen und veritable Fechtszenen.
Ungeklärt ist für mich weiterhin, wie Ljubisa Tosic vom "Standard" es geschafft hat, bereits um 22,25 h eine fertige Rezension auch unter Berücksichtigung der Sängerleistungen online zu stellen (sich quasi selbst überholt hat) , obwohl die Premiere erst eine Stunde später endete. Wenn unsereins das macht (namentlich unsere rasende Reporterin R.W.), dann ist in unserem Forum wieder der Teufel los.
Pereira mustert aus, alle Produktionen werden zu "Schnee von gestern" Auch "CosÌ fan tutte" wird heuer letztmalig gezeigt.
Nicht nur die spektakuläre Macbeth-Produktion , sondern auch Claus Guths Zyklus der drei Mozart-Opern nach Da-Ponte-Texten wird nächsten Sommer nicht mehr gespielt. Grund: Der neue Intendant, Alexander Pereira, will auf das Recht der ersten Nacht nicht verzichten, wie Graf Almaviva in Le nozze di Figaro . Pereira mag keine Wiederholungen, auch wenn das die Kosten-Nutzen-Rechnung einzelner Produktionen verschlechtert.
Daher wird Mozarts Così fan tutte in Guths Inszenierung jetzt zum letzten Mal gespielt. Die Wiederaufnahme am Freitag hat interessante Neubesetzungen. Zunächst das Orchester. Es spielen heuer nicht die Wiener Philharmoniker, sondern Les Musiciens du Louvre aus Grenoble. Von Marc Minkowski, ihrem dirigierenden Chef, ist eine spannende Interpretation mit Originalklang-Tendenz zu erwarten.
Die Wiener Sopranistin Anna Prohaska (28), kürzlich in Salzburg mit Alban Bergs Lulu-Suite erfolgreich, singt die Kammerzofe Despina. Die junge Sängerin macht seit ein paar Jahren eine aufsehenerregende Karriere. Als Dorabella debütiert in Salzburg die Kanadierin Michèle Losier, als Fiordiligi die Schwedin Maria Bengtsson. Neu in der Besetzung ist auch Tenor Alek Shrader als Ferrando, dessen Karrierestart nicht nur in seiner US-Heimat euphorische Kritiken erhielt. (Quelle: Oe24 - Kultur)
Anna Prohaska ist heute die "Despina". Foto: Barbara Gindl
Mit der in letzter Zeit sehr in Mode gekommenen Sopranistin sprach die "Kleine Zeitung": Wie ist Ihre Despina in "Cosi fan tutte" angelegt?
ANNA PROHASKA: Als Mischung aus Zauberlehrling, psychiatrischer Assistentin und gefallenem Engel. Marc Minkowski lässt großartig musizieren, mit saftigem Klang und viel Leidenschaft. Das wird kein Darmsaitengesäusel.
Sie stammen aus Wien. Wann haben Sie gewusst, dass Sie Sängerin werden wollen?
PROHASKA: Eine meiner frühesten Inspirationen war Patrice Chéreaus "Ring" im Fernsehen, mit Peter Hofmann. Der war zum Schwärmen. Als ich sechs, sieben Jahre alt war, kam "Phantom der Oper" ins Theater an der Wien. Ich habe mir die Noten besorgt, alle Lieder gelernt und mir gesagt: "Das will ich eines Tages auch singen!" In diesem Alter begann ich auch mit Klavier und Ballett. Ab 14 hatte ich Privat-, ab 17 richtigen Gesangsunterricht.
Unter dem Titel "Der wahre Avantgardist heißt Gustav Mahler" befasst sich die "Frankfurter Allgemeine" mit den Konzerten bei der Salzburger Festspielen: In einer Zeit, die vor Lärm und Bilderflut zunehmend das wirkliche Hören verlernt, kommt Markus
Hinterhäuser, der Intendant für einen Sommer, zum Erfolg - mit einer eigenwilligen Dramaturgie:
Der Konzertreigen bei den Salzburger Festspielen.
Auf dem Balkon des Bayreuther Festspielhauses, früher Schauplatz von "Wink-Aklionen", posieren Österreichs Finanzministerin Maria Fekter, Alt-Kanzler und nunmehr "Nur Nationalratsabgeordneter" Wolfgang Schüssel, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit Gatten Joachim Sauer sowie Günther und Marga Beckstein. Foto: Dr. Klaus Billand
Was unsere Politiker im Sommer so treiben, lässt sich mit diesem Foto belegen. Nichts ist da mit Faulenzen auf dem Strand - sie repräsentieren bei diversen Kulturevents - auch wenn sie - wie Ex-Kanzler Dr. Wolfgang Schüssel- nur mehr einfacher Nationalratsabgeordneter sind. Aber es ist wichtig, dass die Herrschaften überall dabei sind - eingeladen, versteht sich! Dafür bekommen wir "Normalbürger" keine Karten, obwohl wir diese bezahlen würden! Ich bin gar nicht davon überzeugt, dass sich die Politiker an die "Applausordnung" in Bayreuth halten, mit der uns "Die Zeit-online" vertraut macht:
Anders als im normalen Opernbetrieb hat der Applaus bei den Bayreuther Festspielen eine mehr als nur dekorative Bedeutung: Hier wird noch mit Inbrunst gebuht und mit den Füßen getrampelt, als handle es sich um ein Plebiszit über Minarette in einem Schweizer Kanton. Bei aller Bühnenweihfestspielhaftigkeit wird zum Beispiel durchaus mal in die laufende Musik ein scharfes Buh hineingerufen – woraufhin das Publikum grübelt, an wen die Missfallensäußerung wohl adressiert war: Galt sie dem Regisseur oder dem Sänger, dem Bühnenbildner oder dem Dirigenten?
Den Dirigenten kann man ausschließen. Er wird nie, nie, nie ausgebuht. Der Dirigent ist sakrosankt. Er mag über seinem Pult einschlafen, ihm mag der Taktstock aus der Hand fallen – das Äußerste an Kritik, mit dem er rechnen muss, ist ein lauer Schlussapplaus.
Auch die Sänger werden in Bayreuth in der Regel wohlwollend behandelt. Man würdigt gewissermaßen unter Sportsfreunden ihre schiere Durchhaltekraft, so wie man ja auch bei einem Marathon den letzten, der ins Ziel einläuft, nicht verspottet, sondern seine Moral würdigt.
Die Meinung der "Zeit" teilt Klaus Billand nicht ganz: "In der Tannhaeuser Premiere wurde Hengelbrock auch durchaus signifikant ausgebuht, also mehr als nur 5-10 Buher,. Das war aber ungerechtfertigt, wie ich in meiner Rezension sogar schrieb".
Noch eine Ergänzung zur Story von gestern über den neuen Vorhang im Festspielhaus Bayreuth. Klaus Billand bestätigt, dass bei Eröffnungsproduktion "Tannhäuser" der Vorgang nie auf oder runter ging, nicht mal während der Pausen, wohl erst nach Abschluss des Hauses spät in der Nacht...
Eigentlich ist es verrückt, da kaufen die Mäzene um teures Geld eine neue Gardine - und der Schnösel von Regisseur ignoriert diese wie mit Absicht! Zustände herrschen neuerdings in Bayreuth, das hätte sich Wolfgang Wagner nie gefallen lassen!
Zubin Mehta erhält den "Echo-Klassik" für sein Lebenswerk. Soll er sich darüber freuen? Im Grunde genommen bedeutet diese Auszeichnung, dass die Preisverleiher Methas Lebenswerk für abgeschlossen halten!
Beim Wiener Festival "impultstanz" gibt es ein Skandälchen. Angeblich soll dort das Baby einer Tänzerin einige Minuten lang in das Bühnengeschehen miteinbezogen worden sein und dabei unbeaufsichtigt auf der Bühnen rumgelegen haben: Bei "Oedipus / Bet noir" lag ein Baby kurz unbetreut auf der Bühne des Volkstheaters. Polizei und Veranstaltungsbehörde wurden eingeschalten
Es wurde Anzeige wegen Kindesmissbrauchs erstattet - freilich eine völlig überzogene Reaktion. Aber an überzogenen Reaktionen ist Österreich nicht gerade arm!
An Dr. Barbara Rett scheiden sich die Geister, nicht nur in unserem Forum. Aber zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt, dass sie erstens gut aussieht und zweitens gegen ihr Pendant Annette Gerlach geradezu ein Labsal ist. Wir stellen Barbara Rett kurz vor:
In etwas seltsamen Outfit (Werbung für www.berufsschwuchtel.org) : Dr. Barbara Rett
Barbara Rett ist promovierte Germanistin (Dissertation 1978 an der Universität Innsbruck unter dem Titel „Johann Nestroy und die Bürgerliche Revolution“) und Romanistin. Noch während ihrer Schulzeit machte sie erste Schritte im Journalismus bei der ORF-Radiosendung “Die Musicbox”.
Sie arbeitete von 1979 bis 1986 in der Erwachsenenbildung als Direktorin der Volkshochschule Hietzing.[1] Im Jahr 1988 kehrte sie zum ORF zurück und war auch Gastgeberin der legendären Sendung “Club 2” und zwar als Spezialistin für Sensibles, wie Homoehe, Magersucht, Kinder, Kirche, Kunst. Ab 1992 beim Radio in der Reihe „Von Tag zu Tag“. Hier wurde sie auch als Opernspezialistin (Das Unsichtbare Opernhaus) auf Ö1 eingesetzt.
Für den deutsch-französischen Kulturkanal ARTE moderierte sie Themenabende über österreichische Kultur und Geschichte und leitete als unabhängige Kuratorin Ausstellungs- und Kulturprojekte wie die „Wittgenstein-Begegnungen“ (Secession 1989, Museum für Angewandte Kunst 1994) und im Jahr 1996 „Die Strudlhofstiege und Doderers Wien“.
Im März 1995 wurde die “ZIB Kultur” eingeführt, ab diesem Zeitpunkt wurden die auf „ZIB 1“ ausgestrahlten Kulturnachrichten von ihr moderiert, abwechselnd mit Clarissa Stadler, Erna Cuesta und Paul Kraker, sowie von März 1999 bis Dezember 2004 die wöchentliche Fernsehkultursendung „Treffpunkt Kultur“. An Sonn- und Feiertagen wurde von Jänner 2006 bis März 2007 in ORF 2 von ihr „Streifzug Kultur“ vorgestellt. (Quelle: Wikipedia)
Bubba Smith ist tot!
Eigentlich sind die "Police Academy"-Filme ein furchtbarer Klamauk, allerdings so überzogen, dass sie bereits wieder zum Kult wurden. Einer der Hauptdarsteller ist dieser Tage 66jährig gestorben: Bubba Smith, der den "Moses Hightower" verkörperte!
Bubba Smith, dessen athletischer Körperbau den ehemaligen Spitzensportler vermuten ließ, war NFL-Star und gewann 1967 mit den "Baltimore Colts" die Superbowl.
Für jede Oper ein Parfüm!
„Ebenso wie meine Seele von der Musik getragen wird, wird sie gleichermaßen von Düften getragen“, sagte der große Dichter Charles Baudelaire. Musik entwickelt ihre eigene Sprache und Duft auch.
Das Beste aus diesen zwei Welten vereint nun die aus Italien stammende Parfüm-Linie „Opera Prima“. Meisterparfümeure wurden gebeten, Musik in Duft zu übersetzen und eine Duftpartitur zu kreieren, die einem erlaubt, einem Parfum „zuzuhören“.
Zur Auswahl stehen folgende berühmte Opern. „Aida“, mit der Verdi seine Vielseitigkeit zeigen wollte, duftet nach Mandarine, Zitrone, Bergamotte, Iris, Jasmin und Zedernholz. Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ mit seiner lebhaften Musik und den unwiderstehlichen Arien ist in Duft übersetzt ein Oeuvre aus Madarine, Zitrone, Wassernoten, weissem Moschus und Patschuli. Bizets Leidenschaftsdrama „Carmen“ braucht Orange, Zitrone, Veilchen, Jasmin, Zedernholz und Vanille, um als Duft hörbar zu werden.
Nicht fehlen darf natürlich auch Mozarts „Don Giovanni“. Da Pontes Meisterstück als Duft ist eine Komposition aus Zimt, Zitrone, Lavendel, Jasmin, Patschuli und Vanille. Zitrone, Mandarine, Jasmin, Veilchen, Amber und Zeder sind die Noten, mit denen denen Puccinis „Tosca“ im Flakon zum Klingen gebracht wird.
Die „Opera Prima“–Düfte sind exklusiv im Le Parfum in Wien, sowie bei Nägele & Strubell www.naegelestrubell.at ) in Salzburg am Makartplatz und in Innsbruck erhältlich.
Dieser Artikel stammt aus den Salzburger Nachrichten. Wer meint, dass ich für diese Werbung auch nur ein Fläschen Parfüm für meine Frau bekommen habe, der irrt. Ich setze mich doch in Zeiten wie diesen keinen Korruptionsvorwürfen aus!
Gleiten Sie langsam in ein erholsames Wochenende. Jenen Kultursüchtigen, die von Festspielen zu Festspielen hetzen, ist ohnedies nicht zu helfen!
A.C.
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SAMSTAG, 6. AUGUST 2011
Die "Anna-Süchtigen" pilgern heute in die Wiener Stadthalle, die Sparsamen schauen sich das "Gipfeltreffen der Stars" am 16.8. (Übertragung aus der Berliner Waldbühne) im TV an.
Die Netrebko scheint zurzeit den kulturellen Alpenraum zu beherrschen: Einerseits mit ihrer Omnipräsenz mit Ehemann Erwin Schrott bei Premieren der Salzburger Festspiele (zuletzt bei "Macbeth"), andererseits mit Meldungen über ihren bevorstehenden Einstieg in die gehobene Gastronomie. Nun ist die russisch-österreichische Sopranistin aber auch künstlerisch wieder aktiv. Kommenden Montag singt sie in Salzburg ein Konzert mit dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Solisten wie Ildebrando D'Arcangelo. Auf dem Programm stehen Haydn und Rossini.
Schon zuvor, am Samstag, singt Anna Netrebko in der Wiener Stadthalle bei einem der größten Klassik-Einzel-Events des Jahres - gemeinsam mit Erwin Schrott (Bassbariton) und dem Star-Tenor Jonas Kaufmann. Ein "Gipfeltreffen der Stars" nennt sich das dann. Gesungen wird "Musik, die einfach Spaß macht", versprach das vielerorts als Operntraumpaar titulierte Gespann Netrebko-Schrott bei einer Pressekonferenz im April.
"Macbeth" nicht nur von Verdi: Salvatore Sciarrinos Version wurde konzertant in der Salzburger Kollegienkirche aufgeführt. Auf dem Foto sehen Sie den Komponisten mit Musikern des "Klangforum Wien"
Am Tag nach Verdis "Macbeth", als noch intensiv darüber diskutiert wurde, ob die Regie von Peter Stein nun ideal oder doch zu starr sei, ob Riccardo Muti die nötige "Italianità" getroffen habe und ob Anna Netrebko dereinst eine bessere Lady Macbeth sein werde als ihre St. Petersburger Kollegin Tatiana Serjan, gab es in der Kollegienkirche das zeitgenössische Kontrastprogramm zu hören: "Macbeth" von Salvatore Sciarrino, 2002 in der Regie von Achim Freyer in Schwetzingen uraufgeführt.
In Salzburg war dieses Werk leider nicht szenisch zu erleben, dafür die Konzentration der Besucher auf die Musik der knapp zweistündigen Oper umso größer.
Diese Zeilen sind dem "Kurier" entnommen. Zwei Rezensionen finden Sie in unserer Presseschau!
"Makropulos-Gipfeltreffen": Esa-Pekka Salonen und Christoph Marthaler
Kommenden Mittwoch hat Leos Janáceks Oper "Die Sache Makropulos" Festspiel-Premiere im Salzburger Großen Festspielhaus. Regisseur Christoph Marthaler und Dirigent Esa-Pekka Salonen erläutern im Gespräch mit Ronald Pohl und Ljubiša Tošić vom "Standard" die Besonderheiten eines Schlüsselwerks der Moderne. Salzburg soll ein Labor sein - und sollte eines bleiben.
STANDARD: Herr Marthaler, nach "Katja Kabanova" ist "Die Sache Makropulos" die zweite Janácek-Oper, die Sie in Salzburg inszenieren. Was unterscheidet die beiden Werke für Sie mit Blick auf die szenische Herangehensweise?
Marthaler: Szenisch eigentlich wenig. Es ist eine wunderbare Musik, Janáceks Opern sind Konzentrate, und sie sind auch kurz - man hat mehr Freizeit! Die Art und Weise, wie beide Opern komponiert sind, ist sehr ähnlich. Es kann sein, dass ich irgendwann eine dritte mache. Das ist wie bei Ödön von Horváth, den möchte ich auch noch nicht zu Ende inszeniert haben...
...Janáceks Musik besitzt organische Qualitäten. Andere entwickeln eine DNA-Struktur und lassen diese wuchern. Der Komponist ist dann der Gärtner, der die Wucherungen beschneidet. Nehmen Sie jemanden wie Berio: Er schrieb Metaopern - Opern über Opern. Die letzte Oper, die zeigt, dass sie glücklich ist, eine Oper zu sein, ist Bergs Wozzeck. Pierre Boulez schreibt übrigens gerade eine Oper. Librettist ist Patrice Chéreau. Und der Stoff basiert auf Warten auf Godot
Tatiana Serjan (Lady Macbeth) gilt als "festspielwürdig"
Ansonsten erleben wir bei den Rezensionen für Peter Steins "Macbeth" - Breitwandspektakel das typische Szenario: Was in Österreich wohlwollend aufgenommen wird, wird von Deutschlands Feuilleton zerrissen. Dabei wissen auch wir Ösis, dass Stein keinen Meilenstein der Salzburger Festspielgeschichte gesetzt hat, sein "Macbeth" als "gediegen" durchgehen mag und irgendwie auf die "Kundschaft", die Salzburger Lodenmantelträger abgestimmt ist. Aber das war keine Überraschung! Kommen wir zuerst zur guten Nachricht, zur "Presse"-Rezension des Walter Weidringer: Drei Szenen waren es, die bei dieser Premiere enormen Eindruck machten – weil Peter Stein auf archaische, ja archetypische Symbole bauend, Hand in Hand mit Verdis alle Emotionen bündelnder Musik die Gesamtwirkung zu potenzieren wusste. Die erste: Wenn zum monumental tönenden ersten Finale die blutige Leiche des Königs in einer Zeremonie mit dem Mantel bedeckt wird – und kraft der bestürzenden Musik das Entsetzen der Höflinge und die Heuchelei der Mörder eins werden.
Die zweite: Wenn schottische Flüchtlinge zwischen Publikum und Orchestergraben vorbeiziehen und ihren bewegenden Klagechor singen, worauf Macduff auf der Bühne von Frau und Kindern Abschied nimmt, allesamt erschlagen von Macbeths Schergen, die Bahre von Blut getränkt. Und die dritte: Wenn Macbeth nach imposanten Kampfszenen (Heinz Wanitschek) besiegt ist – und das Licht (Joachim Barth) auch uns im Publikum in die Untertanen einreiht, obwohl doch die vom Staatsopernchor inbrünstig angestimmte Vasallentreue keinerlei Verbesserung der politischen Verhältnisse erhoffen lässt: Das Recht des Stärkeren wird weiter regieren.
Manuel Brug reagiert in der "Berliner Morgenpost" auch so, dass es wenig überrascht - mit deutscher Rezensenten-Lesart: Und wieder wurden Legenden gewoben. Sechs Stunden lang habe Muti ihm in seinem Haus in Ravenna den ganzen "Macbeth" am Klavier vorgespielt und gesungen, "ohne zu trinken und zu pissen", so Stein. Und dann war ihm apodiktisch klar, was er schon vorher gewusst haben dürfte: "Ich biete keine Interpretation, sondern Fakten."
So kann man sich jetzt, während die wenigen gesicherten "Fakten" über einen von Shakespeare und Verdi erfundenen Diktator und ein wüstes, zwischen Groteske und Schlachterei schlingerndes Stück aus heidnisch mordbereiter Schottenvorzeit ablaufen, entspannt zurücklehnen, um rührend reaktionäres Musiktheater zu genießen. Über das man sich nicht weiter aufregen muss. Denn bald ist es Geschichte...
...Sonst hat vielfach Altersmilde eine frühere Rigorosität abgeschwächt. Den Dimensionen der Felsenreitschule geschuldet klappern die Chöre beträchtlich, bei den Philharmonikern gehen vor allem Holzbläserdetails daneben.
Weil Muti die nachkomponierte Balletteinlage wollte, wurde die vor den dritten Akt gestellt, während man minutenlang auf die bunt beleuchtete Felswand starrt. Der schwächere Schluss der ersten "Macbeth"-Fassung passt zwar zu Steins gedankenfaulem Finale, dem so visionären, gerade in einem Risorgimento-geschüttelten Italien von Verdi dezidiert politisch gemeintem Werk tut er freilich Unrecht.
So bleibt reaktionär. Was radikal sein könnte. Hier aber nur gefällig war!
Peter Stein hat die Geschichte haarklein nacherzählt, nicht selbst interpretiert. Exakt das werfen ihm praktisch alle Rezensenten aus dem Land, ohne das das die Regie in den Vordergrund rückende Theater nie so eine Verbreitung gefunden hätte, vor. Er hat seinem Publikum auch keinen Spiegel vorgehalten, ihm nicht ins Bewusstsein gerückt, wie schlecht diese Welt immer schon war und natürlich immer noch ist. Wobei ich aber ohnedies nicht glaube, dass uns Regisseure diesbezüglich wirklich etwas zu sagen haben. Wieso sollen gerade sie den Durchblick haben, bessere Menschen sein??
Wer nun glaubt, dass ich eine Lanze für Peter Stein breche, der irrt! Im Grunde genommen faselt er ebenso wie seine "fortschrittlichen Kollegen" herum, handelt aber rückwärts gewandt. Irgendwie passt das nicht recht zusammen!
Die Bregenzer Festspiele legen eine Halbzeit-Bilanz - und die fällt postiv aus. Klar auch, wer legt schon unaufgefordert Rechenschaft ab, wenn diese negativ ist. "Aida" hatte im ersten Jahr 99% Auslastung, "Tosca" war auch nicht weit von dieser Traumzahl entfernt, "Andrea Chenier" schwächelt auf hohem Niveau bei 80 %. Das ist allerdings ein Prozentsatz, von dem viele der deutschen Freiluftveranstaltungen nur träumen können!
Die schlechte Nachricht in diesem Zusammenhang: Auch bei "Aida" lief das zweite Jahr schwächer - und das steht bei "Andre Chenier" noch bevor. Aber Herrn Pountney wird das mittlerweile ziemlich wurscht sein!
Dr. Klaus Billand war beim Bayreuther "Parsifal" - die Rezension steht online! Billand sorgt sich aber auch um die irgendwie verflachende, vereinheitlichende Reaktion des Festspiel-Publikums. Ähnliches ist auch aus Salzburg zu vermelden: Ansonsten war es wieder einmal der in letzter Zeit in Bayreuth immer typischer werdende, wenig differenzierende Applaus, den der Rezensent in Anlehnung an den Pawlowschen Hund des Nobelpreisträgers Iwan Petrowitsch Pawlow als Pawlowschen Applaus bezeichnen möchte. Er dauert in der Regel acht (wie an diesem Abend) bis maximal zehn Minuten, nahezu unabhängig von der Qualität der SängerInnen, und ist dann abrupt zu Ende. Selbst bei O´Neill und Maclean brach das Publikum in eine Klatschorgie und heftiges Trampeln auf den Boden aus, was noch vor 20 Jahren erst nach einigen Vorhängen und nur bei wirklich hervorragenden Sängerleistungen der Fall war. Da gingen auch schon mal der eiserne Vorhang runter und die kleine Tür darin auf, was der Rezensent seit wohl über 15 Jahren nicht mehr erlebt hat. Damals wurde wirklich mit Leidenschaft und aus purer Begeisterung oft für wirklich festspielreife Leistungen von signifikanten Teilen des Publikums bis zu einer halben Stunde lang geklatscht, wie an der Wiener Staatsoper bei entsprechenden Anlässen heute noch. Das Trampeln wurde von den SängerInnen als ganz besondere Auszeichnung verstanden. Heute ist es fast der Normalfall in einer Bayreuther Repertoire-Aufführung. Will man sich damit selbst beklatschen, dass man endlich nach langer Wartezeit eine Karte erhalten hat?! Oder ist man einfach so begeistert, dass man einmal dabei ist und sich eigentlich gar nicht vorstellen bzw. eingestehen mag, dass es auch besser hätte sein können? In jedem Fall hat der Applaus immer mehr etwas von der sog. Klassischen Konditionierung nach Pawlow.
Wer nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt fährt, zur fast leeren St.-Burchardi-Kirche, und dort einfach nur dem Klang lauscht, der könnte glauben, die Zeit stünde still. Ein stetiger Akkord dringt aus den Orgelpfeifen, pausenlos, rund um die Uhr. Das langsamste Konzert der Welt, ein Standbild.
Der Eindruck täuscht. Auf St. Burchardi steht die Zeit nicht still. Sie rast seit jenem Abend des 5. September 2001, an dem sich eine feierlich gestimmte Menge in der Ruine versammelt hatte, um den Beginn einer musikalischen Aufführung zu erleben, die in der Geschichte ohne Beispiel ist: ein kurzes Orgelstück so zu spielen, dass es länger dauert als ein Menschenleben. Die Interpretation ist angelegt auf 639 Jahre. Manch einer tippte sich damals gegen die Stirn: Selbst wenn kein Organist auf einer Bank sitzt, sondern Sandsäckchen die Tasten fixieren – wie will man das durchhalten? Und wer soll das hören? Was für ein Quatsch!
Und nun, in diesem Sommer, sind zehn Jahre herum. Die Orgel tönt immer noch Tag und Nacht, ohne dass es eine Unterbrechung gegeben hätte.
Annette Charles 63jährig gestorben
Annette Charles, John Travoltas aufreizende Tanzpartnerin aus „Grease“, ist tot. Die Schauspielerin starb nach Angaben der „Washington Post“ vom Freitag sowie von „E! Online“ bereits am 3. August 2011 in Los Angeles nach einem Krebsleiden. Auch andere US-Medien beriefen sich bei der Todesmeldung auf ihren Sprecher oder die Mutter. Die Schauspielerin wurde 63 Jahre alt. (Auszug aus "Welt-Online")
Angela Merkel kann es niemand recht machen! Taucht sie im Urlaub ab, bemängelt man fehlende Volksverbundenheit, hüpft sie von einem Kirtag zum anderen (statt Kirtag bitte Festspiele einsetzen), dann fragen die Leute, ob die Dame keine anderen Sorgen hat! Dabei haben Merkels Festspielbesuche einen geradezu masochistischen Charakter. Wo immer sie hinkommt - es stehen nur Probleme zur Schau, die sie an ihre Arbeit und ihre eigenen politischen Probleme erinnern (vielleicht wählt die Kanzlerin auch die falschen Events): Der zweite Tag in Bayreuth wird für die Kanzlerin nicht besser. „Die Meistersinger von Nürnberg“ stehen auf dem Programm. Endlich was Nettes. Und: „Verachtet mir die Meister nicht“, das kann man wohl laut sagen, wird sich Frau Merkel dabei denken. Aber was ist das denn? Beckmesser erschleicht sich ein Notenblatt von Hans Sachs und gibt es öffentlich als das seine aus. Ein Plagiatsskandal, ausgerechnet in Bayreuth, keine 1000 Meter von der dortigen Universität entfernt. Hört das denn nie auf? Vor einem Jahr, da hat das Volk noch gejubelt, als sich der Freiherr mit den vielen Vornamen auf dem roten Teppich vor dem Königsportal gezeigt hatte. Jetzt verkriecht er sich in den USA.
Es muss ein Fluch auf diesen Opernbesuchen liegen. Doch Aufgeben wäre das Letzte, was unserer eisernen Kanzlerin in den Sinn käme. Immerhin steht jetzt „Lohengrin“ auf dem Programm. Auch kein Vergnügen. Bruderzwist, Indiskretionen, Verrat, Misserfolg, mein lieber Schwan, sind wir denn in Berlin?
Wie gut, dass in Bayreuth auch „Parsifal“ gespielt wird. Endlich eine Lichtgestalt, endlich ein Erlöser, nach dem das darbende Volk so lechzt. Das wäre doch schon eher was für unsere Kanzlerin. Entzückenderweise darf in Stefan Herheims Inszenierung der Held sogar eine Rede halten im Deutschen Bundestag. Aber doch nur, um den alten, dahinscheidenden König abzulösen. Ein Nachfolger muss her, der dem Volk endlich den Glanz des goldenen Grals zeigen soll. Man hat es nicht leicht als Kanzlerin in Bayreuth.
„Tristan und Isolde“, die letzte Produktion im diesjährigen Hügel-Zyklus, kann sich Angela Merkel eigentlich sparen. Wozu sechs Stunden lang stillsitzen, um am Ende doch nur mit großem Wagner-Getöse zu erfahren, dass es mit dem Partner nichts mehr werden kann und nur der gemeinsame Untergang als Happy End empfunden wird?
Dabei hatte sich Angela Merkel so auf die Festspiele gefreut. Aber schon dämmert der Göttin die späte Einsicht: „O Wonne voller Tücke! O truggeweihtes Glücke“. Nichts wie raus hier. Dass ihr der Chor noch „Heil dem König“ hinterher singt, bekommt sie nach ihrem überstürzten Aufbruch aus der Königsloge gar nicht mehr mit.
Vielleicht macht Bayreuth im nächsten Jahr mehr Freude, vielleicht sogar in einem neuen Kleid. „Der fliegende Holländer“ ist für 2012 versprochen. Aber was, wenn sie den Ruf der Matrosen „Steuermann lass'die Wacht“ als Rücktrittsforderung auslegt? Oder schlimmer noch, wenn sie als Kanzlerin für alle Zeiten die stürmischen Weltmeere bereisen müsste? Zumindest bis 2013. Dann soll Frank Castorf den „Ring des Nibelungen“ inszenieren. Mitten im Wahlkampf. Dann sehen wir auf der Bühne, wie Wotan seine Schulden nicht mehr bezahlen kann und ihm schließlich das Ende seiner Macht heraufdämmert.
Nein, aus, Schluss. Nie wieder Bayreuth, nie wieder Oper. (Auszug aus dem "Südkurier")
Und die Kleiderfrage, die Merkel immer wieder nachhängt, wäre dann auch geklärt.
Einen schönen Samstag wünscht
A.C.
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SONNTAG, 7. AUGUST 2011
Gipfeltreffen der Stars in der Wiener Stadthalle. 85 % Auslastung bei horrenden Eintrittspreisen - und der Spediteur vergaß auf die Programmhefte. Foto: DI. Dr. Andreas Haunold
Für den Tiefschlag sorgte die Logistik. Die sicherlich teuren Programmhefte lagern immer noch in einer Spedition, können am Montag gleich der Vernichtung zugeführt werden. "Am Montag ist auch noch ein Tag" gilt in diesem Falle nicht, in der Haut des hierfür Verantwortlichen möchte ich nicht stecken. Der Schaden ist beträchtlich und wird sicher eingeklagt! Ein Ruhmesblatt für die Veranstalter ist die Sache dennoch nicht, denn wenn er rechtzeitig selbst noch am Samstag daran gedacht hätte, wäre es aus meiner Sicht immer noch möglich gewesen, diese Hefte notfalls selbst zu holen. Für mich ist das absolut unverständlich und hätte mir auch nie passieren können, denn der Samstag war für mich immer ein Arbeitstag wie jeder andere.
Nun aber zum Konzert selbst. Drei Merker-Rezensenten berichteten bereits in der Nacht (Dr. Peter Dusek, Dr. Georg Freund und Ing. Peter Skorepa), der Fotograf DI. Dr. Andreas Haunold lieferte die Fotos so rechtzeitig, dass Sie diese heute früh bereits betrachten können.
Bei uns funktioniert eben die Organisation!
Anna Netrebko - soll sie wirklich abspecken?? Foto: DI. Dr. Andreas Haunold
Peter Skorepa ist dieser Ansicht, die ich nicht so ganz teile. Bei Anna wäre es doch schade um jedes verlorene Kilogramm. Auszug aus dem Bericht von Skorepa: Eines sei gleich vorweg genommen, Anna Netrebko überstrahlte ihre Partner durch satten Wohlklang, ob sie nun zum Einsingen Puccinis “Un bel di, vedremo” oder ihre Verführungsariosi in der St.Sulpice-Szene aus der “Manon” sang oder im Miserere aus dem “Trovatore” mit dem “Vanne, lasciami” und der Stretta “Tu vedrai che amore in terra” brillieren konnte, oder gar aus Gianni Schicchi” den Babbino Caro als Zugabe hingebungsvoll anbetete.
Nun, viel stand ihr Bayerns Tenorstar nicht nach, das Italienische kam Jonas Kaufmann zwar weniger gut über die Lippen als das Französische, trotzdem war sein Abschied von der Mutter aus der “Cavalleria” Sonderklasse an gesanglicher Intensität, wie ich es seit Corelli nicht mehr zu hören vermeinte, weniger gefiel er allerdings anfangs mit einem eher unbeteiligt wirkenden “Cielo e mar”. Richtig große Oper machte er aus Taubers “Du bist die Welt für mich” und Lehars “Freunde, das Leben ist lebenswert” aus dessen Giuditta als Draufgabe. Siegmund glänzte hier in der Welt der Operette.
Georg Freund hob den heimlichen Star des Konzerts hervor: Mit Marco Armiliato war einer der weltbesten Dirigenten für das italienische und französische Fach aufgeboten. Erwartungsgemäß leitete er die Prager Philharmonie und den Wiener Kammerchor mit Verve und soviel Enthusiasmus, dass er sich ständig den Schweiß mit einem Handtuch abwischen musste. Wieder wurde einem schmerzlich bewusst, welche schlimme Lücke sein nicht verlängertes Engagement an der Wiener Staatsoper hinterlassen hat. Was Armiliato aus dem nicht gerade erstklassigen Klangkörper des vornehmlich mit jugendlichen Musikern besetzten Orchesters herausholte, war erstaunlich
Peter Dusek meint: Dirigent des „Abends der Ohrwürmer“ war Marco Armiliato, der mit der Prager Philharmonie zum großen Erfolg des Abends beitrug. Da es keine Programme gab – sie wurden einfach nicht zeitgerecht geliefert- musste man den Chor erraten. Mittlerweile wurde uns bestätigt, dass es sich um den "Wiener Kammerchor" handelte. Jedenfalls bewarb Erwin Schrott seine neue Tango-CD, erwies sich als profunder Banquo und brillierte einmal mehr als Leporello; und Jonas Kaufmann folgte einmal mehr den Spuren eines Franco Corelli: sein Turridu (Abschied von der Mutter), sein Manrico, aber auch ein Terzett aus Lombardi und das Faust-Finale wiesen ihn als die größte Tenor Entdeckung der letzten Jahre aus. Dazu kam die große Arie aus La Gioconda und zwei Titel von bzw. für Richard Tauber (Du bist die Welt für mich, Freunde das Leben ist lebenswert). Die Begeisterung war jedenfalls enorm.
Die Eintrittspreise auch! Das dritte "Gipfeltreffen", diesmal auf der Berliner Waldbühne, wird jedenfalls im TV übertragen (16.8.)
"Così" in Salzburg. Foto: Neumayr
Da stehen sie nun, die vier jungen Leute – die alten Beziehungen kaputt, die neuen bedeutungslos. Ein bisschen Lust, aber letztlich nur Schmerzen: So lautet die triste Gefühlsbilanz am Ende. Gefangen im klinischen Weiß eines Liebeslabors, in welches der Wald als Ort unheimlicher Sinnlichkeit eindringt (Bühnenbild: Christian Schmidt), sind alle wie Versuchstiere den Manipulationen des schwarzen Engels Don Alfonso ausgeliefert, der mit seiner Spießgesellin Despina ein unmenschliches Experiment durchzuführen scheint – und das Ergebnis verbiegt, bis es seiner Verbitterung entspricht. (Auszug aus der "Presse")
Der "Kurier" bezeichnet diesese Produktion als enttäuschend, in Claus Guths Version ist nicht lustig, sondern nur bedeutungsschwer und tragisch. Auch die Sängerleistungen sind nicht zum Niederknien: : Enttäuschend sind auch einige Sänger. Christopher Maltman als Guglielmo ist die einzige Topbesetzung - gut, dass für ihn sogar die oft gestrichene Arie "Rivolgete a lui sguardo" geöffnet wurde. Maria Bengtsson schafft als Fiordiligi berührende Momente, hat große Bühnenpräsenz, kämpft aber mit dem stimmlichen Umfang der Rolle. Michèle Losier ist eine allzu brave, nicht verführerische Dorabella. Bei Alek Shrader, seinem Timbre und seiner Technik darf man gar nicht daran denken, wer den Ferrando in Salzburg schon alles gesungen hat. Bo Skovhus' Don Alfonso wirkt stimmlich kraftlos.
Und Anna Prohaska, die neue Despina? Sie gibt glaubhaft ein süßes, 15-jähriges Mädchen, ist eine famose Sängerin mit feinem Sopran und guter Höhe - diese Partie liegt ihr aber zu tief, weshalb sie sich abmüht. Der Chor agiert erfreulich, aber unsichtbar. Umgekehrt wär's besser: Man sieht alle Sänger statt der Inszenierung, die schon nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert.
Von Alexander Pereira nach 13 Jahren "geschieden": Franz Welser-Möst
Den "Salzburger Nachrichten" verrät Franz Welser-Möst, dass der Haussegen mit den Salzburger Festspielen - namentlich mit Alexander Pereira, derzeit etwas schief hängt: „Die Zeit in Zürich war toll und wichtig, dort konnte ich als Dirigent reifen.“ Er habe 43 Premieren und über 500 Vorstellungen dirigiert. Allerdings dürfte sich die einstige Zusammenarbeit bei den Salzburger Festspielen kaum fortsetzen, wenigstens nicht in den ersten Jahren der im Herbst beginnenden Intendanz Alexander Pereiras.
Zunächst war geplant, dass Franz Welser-Möst 2012 in Salzburg die Urfassung von „Ariadne auf Naxos“ dirigiert. Aber: „Pereira hat mir eine Besetzung präsentiert, ohne mich zu fragen. Da hab ich gesagt: ,Nein, das tu ich nicht.““ Denn: „Bei der Besetzung will ich mitreden.“ Ein zweites Projekt – „Così fan tutte“ für 2013 – habe er abgesagt, schilderte Welser-Möst. Die Proben seien nicht so disponiert gewesen, als dass dies Festspielansprüchen genügt hätte. Denn: Festspiele müssten anders sein als „der Alltag eines Opernbetriebs“.
Also dirigiert er im Sommer 2012 in Salzburg zwei Tournee-Konzerte des Cleveland Orchestra, dessen Chefdirigent er seit 2002 ist. Erst für 2014 „gibt es einen schönen Plan“ für eine Oper, die er in Salzburg dirigieren würde, sofern dafür Besetzung und Probenbedingungen passten.
In den Salzburger Nachrichten" finden Sie auch ein Video dieses Gespräches!
Renate Holm wird am Dienstag "zweimal 40!"
Beim Rundgang durch den Weinviertler Hof ahnt man das pralle Leben der Koloratur-Sopranistin und "Jahrhundert-Adele". An den Wänden hängen Fotos mit allen Großen der Oper, Urkunden, Konzert- und Filmplakate (siehe Foto weiter unten). Bei den alten Mühlrädern steht ein Flügel. "Da gebe ich regelmäßig Konzerte mit meinem Ensemble, Workshops und Meisterklassen", verkündet die gebürtige Berlinerin vergnügt. Am 10. August wird Renate Holm 80. Der ORF sendet eine Doku, am Rathausplatz wird ihr zu Ehren die "Fledermaus" gespielt.
[Auszug aus dem "Kurier"! )
Lars Cleveman als Sänger der Band "Dom Dummaste" und als Bayreuths "Tannhäuser". Foto: domdummaste.net, dpa/David Ebener
Auszug aus dem Interview mit "Welt online": Der Schwede Lars Cleveman ist 53 Jahre alt. Früher war er erst Punk, dann Opernsänger, heute ist er beides. Seine elektronische Underground-Band heißt Dom Dummaste (schwedisch: Die Dümmsten). Derzeit läuft Clevemans Debütsaison bei den Bayreuther Festspielen, er singt im „Tannhäuser“ die Titelpartie. Im Interview mit "Welt Online" erklärt er, was die Klassik vom Rock lernen könnte.
Welt Online: Herr Cleveman, in welchem Club in Bayreuth kann man am besten feiern gehen?
Lars Cleveman: Oh, das müsste ich Sie fragen. Ich gestehe, dass ich seit meiner Ankunft hier praktisch keine Freizeit hatte. Die Probenzeit war schon ziemlich hart. Ich gehe in letzter Zeit sowieso nur noch sehr selten in den Club. Ich bin 53, wissen Sie. Ich gehe lieber auf Konzerte.
Welt Online: Es hat nie so viel Rock im Bayreuther Festspielhaus gegeben wie im neuen „Tannhäuser“. Sie in der Titelrolle, und Rammstein-Zitate als Projektionen an der Wand. Waren Sie mal auf einem Rammstein-Konzert?
Cleveman: Ich konnte sie bisher leider nicht live sehen. Nächstes Jahr werden sie nach Schweden kommen, dann will ich da sein. Aber ich habe Platten. „Liebe ist für alle da“ ist bei mir im Auto im CD-Player.
Welt Online: Sind Sie gar nicht eifersüchtig, dass Katharina Wagner in der Öffentlichkeit immer über Rammstein spricht und Ihre Band Dom Dummaste nie erwähnt?
Wenn Sie die Antwort interessiert, lesen Sie in der Presseschau weiter!
In Bayreuth wird generationenübergreifend musiziert. Mit heftiger Kritik an den Kürzungen der Zuschüsse von Bund und Land hat in Bayreuth das 61. Festival junger Künstler begonnen. Intendantin Sissy Thammer verwies darauf, dass das Festival seit Jahrzehnten der Förderung der internationalen Jugendarbeit und Friedensarbeit verpflichtet sei.
Das Festival habe den Aufbau neuer Demokratien in Osteuropa ebenso unterstützt wie die Versöhnung von Israelis und Palästinensern, erklärte Thammer. «Gemeinsamkeiten von scheinbar sich fremd Gegenüberstehendem werden erlebbar gemacht, Unterschiede als Chance zum schöpferischen Dialog entdeckt.»
Das sind sehr starke Ansagen, meiner Ansicht nach etwas zu stark! Und das will die Intendantin nun honoriert haben. Der Auszug stammt aus der "Berliner Zeitung"
William Turner stellt im Hamburger Bucerius Kunst-Forum aus!
Zeitgenossenschaft im Industriezeitalter und kühne Formensprache, die dem Betrachter das Glück beschert, etwas wie zum ersten Mal zu sehen, zeichnen Turners Landschaftsbilder aus. Das ist die Meinung der "Neuen Zürcher Zeitung"
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Wenn Sie unbedingt wissen wollen, wer bei der Salzburger "Così"-Premiere war - und wer nicht - dann empfehle ich die Lektüre der "Presse": Ein bisschen Enttäuschung war schon dabei – die seit Tagen erwartete Prinzessin Madeleine von Schweden ist am Freitagabend doch nicht gekommen. Immerhin, mit Modeschöpferin Vivienne Westwood bekamen die rund 1000 Schaulustigen bei der Premiere von „Così fan tutte“ in Salzburg zumindest einen schrillen Auftritt zu sehen. In einem Kleid in der Modefarbe „Nude“ tanzte sie mit ihrem Tiroler Ehemann Andreas Kronthaler im Haus für Mozart an.
Das Tolle an diesem Kleid: es war nicht fertig, man sah die Unterhose, was von Frau Westwood voll beabsichtigt war!
Diese Kreation ist zwar nicht von Vivienne Westwood, aber aus der "Koldi School of Design" in Kopenhagen - und zwar aus der Frühjahrskollektion 2012.
Das Oberteil kann man entweder als Tischlampe oder als Burka sehen - der Vorhang kann zweifellos auch optische Vorteile haben. Unten ist die Design-School augenscheinlich auch nicht fertig geworden (wie Frau Westwood in Salzburg) - aber bis zum Frühjahr ist auch noch Zeit!
Wie rede ich das Kostüm meiner Frau bloß aus??
Einen schönen Sonntag wünscht
A.C.
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MONTAG, 8. AUGUST 2011
Die nächsten Tage gehören eindeutig Anna! Heute und morgen Festspielkonzert in Salzburg mit der Accademia di Santa Cecilia unter Antonio Pappano, dann die Iolanthe-Premiere - und am 16.8. das dritte "Gipfeltreffen" auf der Berliner Waldbühne
Aber das Hauptaugenmerk bei den beiden Konzerten liegt beim Orchester der "Accademia und seinem Dirigenten Antonio Pappano, dem künftig in Salzburg eine größere Rolle zudedacht ist!
Antonio Pappano
Antonio Pappano, Musikchef von Covent Garden London, dirigiert am Montag ein Festspielkonzert mit Anna Netrebko – und bringt dazu seine Accademia di Santa Cecilia aus Rom erstmals nach Salzburg.
Er wird demnächst eine größere Rolle bei den Salzburger Festspielen zu spielen haben. Der designierte Intendant, Alexander Pereira, hat ihn angeblich für eine Neuproduktion von Verdis „Don Carlos“ verpflichtet. Damit wird Antonio Pappano, einer der führenden Operndirigenten unserer Zeit, erstmals eine Festspiel-Einstudierung in Salzburg machen. Heuer kommt er als Konzertdirigent ins Große Festspielhaus: Er dirigiert heute, Montag, und morgen ein Programm mit Joseph Haydns letzter „Londoner“ Symphonie und dem „Stabat mater“ von Gioachino Rossini – mit einem von Anna Netrebko angeführten Solisten-Quartett, dem Chor und dem Orchester der Accademia di Santa Cecilia aus Rom.
(Auszug aus "Die Presse")
Kartenpreise bis zu € 471.- beim Konzert in der Wiener Stadthalle
Wenn Tausende Menschen Bravo rufen, wie wild mit den Füßen trampeln und in kollektives Verzückungsgeschrei ausbrechen, dann, ja dann muss etwas Besonderes passiert sein. Und ja, es ist etwas Besonderes passiert am Samstag in der für Veranstaltungen dieser Art akustisch nur sehr bedingt geeigneten Wiener Stadthalle.
Sie waren da: Jonas Kaufmann, Anna Netrebko und Erwin Schrott. Die drei zur Zeit - salopp formuliert - wohl angesagtesten Opernstars. Und sie boten ihren Verehrern so ungefähr alles, was Lust auf Klassik macht, was in Oper, Operette und Musical gut und teuer ist. Ein privater Veranstalter hatte die Wirkung dieses Operntriumvirats bereits in München erfolgreich erprobt; am 16. August ( ORF 2 überträgt zeitversetzt) darf sich das Publikum der Berliner Waldbühne über die drei Goldkehlchen freuen. Wie auch die Wiener Besucher bei Ticketpreisen bis zu 471 Euro ihre Helden enthusiastisch hochleben ließen. Dermaßen enthusiastisch berichtet der "Kurier". Ich gehe davon aus, dass der Jubler im Besitz einer Pressekarte war, während sich unsere "Merker" ihre Karten selbst bezahlt haben!
"Oe24-Kultur" sprach die Netrebko wegen weiterer Pläne auch abseits der Bühne an:
Normalerweise sind diese Konzerte Open Airs. Und es sollte auch in Wien ein Open Air sein. Aber offenbar gab es da Probleme mit der Location, deshalb waren wir in der Stadthalle … Normalerweise sind das große Sommer-Fest-Konzerte, mit netter Musik von verschiedensten Komponisten – aber immer mit einem seriösen Opernprogramm! Das macht Freude, und deshalb werden wir weitermachen!
ÖSTERREICH: Apropos Wien: Gibt es Neuigkeiten hinsichtlich Ihrer Restaurant-Pläne?
Netrebko: Es passiert, aber wir wissen noch nicht wann, da wir beide – Erwin und ich – zurzeit sehr beschäftigt sind. Dieses Projekt ist spannend, wir sind glücklich damit, und wir freuen uns darauf, es zu realisieren. Denn jedes Projekt, in das wir Zeit und Liebe investieren, wird wahr. Wie auch die Foundation, die wir heuer im Sommer noch starten …
ÖSTERREICH: … erzählen Sie uns davon …
Netrebko: Wir planen eine Menge Charity-Aktionen. Das ist für uns neben der Oper das Allerwichtigste. Als wir begriffen haben, was wir in dieser Hinsicht alles tun können, wollten wir es auch tun! Aber: Wir wollen genau wissen, wohin das Geld fließt. Wir haben Projekte in Österreich, Deutschland, Russland und Uruguay.
ÖSTERREICH: Sie helfen vor allem Kindern?
Netrebko: Vor allem Kindern. Wobei wir im Besonderen jene Spitäler unterstützen, die sich auf die Erforschung besonders schwerer Krankheiten spezialisiert haben. Ich habe ja schon längere Zeit Kontakt zu einem Spital in St. Petersburg, das sich auf Operationen an der Wirbelsäule und am Herzen konzentriert … Das ist uns – Erwin und mir – ausgesprochen wichtig
Wird Netrebko auch jungen Opernsängern helfen? "Ich bin selbst noch jung" meint sie.
Warum soll sie Leute fördern, die scharf auf ihren Thron sind - das meine ich!
Angela Denoke hat in dieser Woche mit "Vec Makropulos" Premiere
Die Oberösterreichischen Nachrichten" sprachen mit der viel beschäftigten Sopranistin: OÖN: Kann ein Sänger noch etwas ändern, wenn eine Vorstellung einmal begonnen hat?
Denoke: Man kann nur hoffen, dass der Abend gut läuft. Ändern? Nein, das geht nicht mehr. Obwohl es Sänger gibt, die manchmal noch etwas „drauflegen“. Das betrifft jedoch sehr das italienische Repertoire. In meinem Fach dürfte man das nicht ungestraft tun.
OÖN: Gesungen wird auf Tschechisch?
Denoke: Ja, es ist aber nicht meine erste tschechisch gesungene Partie, daher finde ich mich ganz gut zurecht.
OÖN: Könnten Sie eine tschechische Konversation führen?
Denoke: Nein, aber ich würde einiges verstehen.
Ildebrando d'Arcangelo ist kein Frauenheld!
Auch Ildebrando d'Arcangelo ist in Salzburg dabei und spricht mit der "Kleinen Zeitung" über den "Don Giovanni in jedem Mann":
Steckt auch in D'Arcangelo ein bisschen Don Giovanni?
D'ARCANGELO: Eine Spur Don Giovanni hat wohl jeder Mann in sich. Wie viel davon rauskommt, hängt vom jeweiligen Leben ab. Ich bin jedenfalls kein Frauensammler. Das bekommt ja auch Don Giovanni nicht gut. Je mehr Frauen, umso mehr Troubles.
Was ist Ihnen in Bezug auf Frauen wichtig?
D'ARCANGELO: Zur richtigen Zeit den richtigen Menschen zu treffen, das ist schwer genug. Ich war einmal verheiratet, bin geschieden. Ich war damals 24 und wohl zu jung. Seither bin ich ein Suchender, wie Don Giovanni.
Private Krisen haben bei manchen Sängerkollegen schon Stimmkrisen verursacht.
D'ARCANGELO: Ein gescheiter Mensch hat einmal gesagt: "Wenn die Seele krank ist, spiegelt sich das in unserer Stimme." Das hat was für sich. Deshalb ist für einen Sänger der innere Friede am wichtigsten. Nur so können wir dem Publikum die Wahrheit und Wahrhaftigkeit der Opernwerke vermitteln. Wobei Perfektion nicht immer das Wichtigste ist. Ich liebe Kollegen, die nicht total perfekt sind - und trotzdem kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich ihnen zuhöre.
Bei wem haben Sie eine besondere Gänsehaut bekommen?
D'ARCANGELO: Bei einem, der wirklich perfekt ist. Nachdem ich Ferruccio Furlanetto in einem "Don Carlos" in London sah, sagte ich ihm: "Ferruccio, ab heute dürfte ich eigentlich nicht mehr singen."
In Bayreuth bröckelt der Putz
Es ist noch keine Woche her, da wurde mir in unserem Forum vorgeworfen, dass meine Berichterstattung "Bayreuth-lastig" ist. Eine Woche später ist sie eindeutig "Salzburg-lastig", weil erstens Bayreuth nach der Eröffnungswoche medial praktisch gelaufen ist, zweitens Salzburg denn doch ein unvergleichbar vielseitigeres Programm mit echten Top-Stars aufbietet. Und aus Bayreuth kommen derzeit viele Negativmeldungen, wie eben jene aus der "Berliner Zeitung": Mehr als 30 Millionen Euro haben die Mäzene der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth in den vergangenen 20 Jahren in das Festspielhaus investiert. Und dennoch herrschen dort vielfach noch Zustände wie kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
«Selbst im Knast haben sie bessere Waschräume», betont Karl-Heinz Matitschka, der technische Direktor der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth.
Nicht nur am Königsbau sieht der Sandstein aus wie vom Marder zerfressen. Von den Simsen unter dem Dach fallen Betonteile in die Tiefe und gefährden die Besucher. Wasser dringt durchs Dach und sucht sich seinen Weg bis in die Büros im Erdgeschoss. Ein Teil der Kilometer langen elektrischen Leitungen verfügt noch über uralte Bleiummantelungen. Die meisten der mehr als ein Dutzend Heizungsanlagen in dem riesigen Gebäudekomplex haben annähernd 50 Jahre auf dem Buckel.
Der längstdienende Sänger auf dem Grünen Hügel ist der Tenor Clemens Bieber. Dieser Tage wurde er dafür mit dem "Eichala" geehrt. Der "Nordbayerische Kurier" sprach mit ihm: Wie lange kann man den Beruf Tenor ausüben?
Bieber: Bis es nicht mehr geht, oder bis man pensioniert wird. Es hängt sehr viel von der Technik ab, ob eine Stimme durchhält. Ich habe vor zehn Jahren noch einmal richtig Unterricht genommen, drei Jahre lang bei Hermann Winkler in München, inzwischen ist er leider verstorben. Da habe ich noch mal sehr viel gelernt. Winkler hat mit 70 noch Töne gesungen, da wären viele jüngere glücklich, wenn sie das könnten. Wichtig ist auch, dass man in seinem Fach bleibt und sich weiterentwickelt.
Frage: Wie sehen Sie Ihr Fach? Wagner-Tenor?
Bieber: Im lyrischen Fach auf jeden Fall. Ich würde keinen Tristan singen, keinen Siegfried. Aber Lohengrin habe ich schon gesungen, als Nächstes mache ich Parsifal; auch der Erik aus dem „Holländer“ liegt für mich im Spektrum des Möglichen. Im Herbst singe ich Max aus dem „Freischütz“ in Macao.
Frage: Sie haben auch noch ein Engagement an der Deutschen Oper Berlin. Viel Urlaub haben Sie anscheinend nicht ...
Bieber: Wenig. Das ist unser Los als Sänger: Entweder man arbeitet 150 Prozent oder null. Über Ostern war ich aber mit der Familie sehr erholsam auf Föhr.
Über diesen "Eichala" gibt es ein "Gschichterl", das so unglaublich ist, dass man es für gar nicht so gut erfunden hält. Auch darüber gibt das lokale Blatt Auskunft: Noch vor wenigen Monaten hatte es in Bayreuth einen veritablen Eichala-Zoff gegeben. Eine Prüfung durch das Finanzamt Bayreuth hatte ergeben, dass die Eichala, Stiche und Medaillen einen Sachwert von über 40 Euro haben – und also versteuert werden müssen.
Nachdem weder die Stadt noch die Festspiele Nutznießer der Präsente sind, hätten also die Beschenkten selbst für ihre Geschenke in die Tasche greifen müssen. Vor diesem Hintergrund war auch überlegt worden, die Ehrung ganz aufzugeben. Dann aber einigten sich die Kommune und die Festspielleitung mit dem Finanzamt.
Also kann weiter geehrt werden.
Und da aller guten Dinge drei sind, erklärt uns der "Nordbayerische Kurier" auch den neuen Tannhäuser. Zehn Fragen dazu werden beantwortet, eine Antwort greife ich auf:
Warum geht Elisabeth ins „Gas“? Und Wolfram hält auch noch die Tür zu?
Genau genommen geht sie gar nicht ins „Gas“, sondern verabschiedet sich vom weltlichen Leben, indem sie den Gasbehälter durch die Eingangstür für das Reinigungs- und Wartungspersonal betritt. Nachdem Tannhäuser aus „Rom“ nicht zurückgekehrt ist, hat sie die Hoffnung auf eine reale Liebesbeziehung aufgegeben. Und der sehnsuchtsvolle Wolfram, der jetzt vielleicht bei Elisabeth zum Zuge kommen könnte, bekommt es mit der Angst. Hohe Minne und ewige Sehnsucht sollen die diesseitige Liebe ersetzen. Wolfram will Elisabeth als idealisiertes „fernes“ Objekt und nicht als reale Frau mit sinnlichen Bedürfnissen, deshalb achtet er darauf, dass die Tür zwischen ihm und ihr geschlossen bleibt. Man muss Wolfram nicht so interpretieren. Aber Wagner hat dies zweifellos mit angelegt. Bereits im Sängerwettstreit definiert Wolfram seine Liebe zu Elisabeth: „Du nahst als Gottgesandte, / ich folg’ aus holder Fern’, – / so führst du in die Lande, / wo ewig strahlt dein Stern
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Papst Benedikt XVI. ist doch kein Terrorist
Die Breivik-Keule ist sicher, sie ist wirksam, sie kann von jedem Deppen geschwungen werden.
Wer immer von dem Massenmörder in seinem Manifest zitiert wird, meint Matthias Matussek,
steht in dem Verdacht, zu dem Verbrechen angestiftet zu haben. Nur einer hat Glück: der Papst. Lesen Sie die Hintergründe im "Spiegel"!
Apropos Deppen: Ich versuche manchmal bewusst mit Worten zu provozieren. Folgende Zeilen hätte ich aber nie zu veröffentlichen gewagt. Das tut für mich Wolfgang Fellner in der Zeitung "Österreich". "Europa wird nur noch von den Schwachmatikern Merkel und Sarkozy regiert, mit dem politischer Über-Trottel Barroso als Chef der EU-Kommission, der die Märkte von einer Panik in die nächste redet!
Eigentlich sollten wir doch andere Sorgen als jene haben, die uns als Opernfreunde bewegen. Wenn ich so die Nachrichten von den Börsen anhöre, können wir nur auf ein Wunder hoffen!
Eine schöne Woche wünscht
A.C.
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DIENSTAG, 9. AUGUST 2011
Renée Fleming sang in Salzburg - die Kritiken sind unterschiedlich.
Zuerst einmal bieten wir eine Fotostrecke über "Salzburger Diven" - natürlich ohne jede Wertung, die einfach subjektiv sein muss. Der "Kurier" kündigt eine Bilderserie über elf "Salzburger Diven" wie folgt an: Mit den Rankings ist das ja so eine Sache: Sie sind allseits beliebt, subjektiv und darob nur bedingt seriös. Daher hier dezidiert keine Reihung der besten Sängerinnen der Welt, sehr wohl aber eine Momentaufnahme derjenige, die die Salzburger Festspiele 2011 bisher geprägt haben.
Bedingt seriös sind alle Kritiken, weil sie subjektiv sind und nur die persönliche Meinung der Rezensenten wiedergeben. Die alleinige Wahrheit haben einige unserer Forumsteilnehmer gepachtet, aber - welch Jammer - diese schreiben keine Rezensionen.
Also müssen wir auf die subjektiv empfindenden professionellen Kritiker zurückgreifen, wie eben auf Walter Weidringer in der "Presse": Renée Fleming und die Wiener Philharmoniker unter Christian Thielemann mit Richard Strauss: Das ist von Rang und Namen her wohl das aktuelle Pendant zu 1987, als Karajan im Großen Festspielhaus Jessye Norman in Sachen Wagner als Solistin vor die Philharmoniker gebeten hat. Künstlerische Potenz im Verein mit dem nicht nur in Salzburg so geliebten, größtmöglichen Starglanz – aber ganz im Dienste der Musik. Und ein Publikum, das zum Teil dem Was und Wie nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zu schenken scheint wie dem Wer – dabei aber doch andächtig lauscht und ergeben jubelt.
Dieser ergebene Jubel fällt uns bei so ziemlich allen Salzburger Festspielevents auf. Wer so viel für seine Karte bezahlt hat, redet sich selbst das Erlebnis schön! Die "Presse"- Rezension ist aber noch keine Wertung der Leistung von Renée Fleming. Diese versucht nun "Oe24-Kultur": Richard Strauss, die Wiener Philharmoniker und Dirigent Christian Thielemann passen zusammen. Das ist vor gut einer Woche in der Frau ohne Schatten deutlich geworden. Und gestern, Sonntag, Abend im zweiten Konzert der Philharmoniker in diesem Festspielsommer hat das "Topteam hochromantisch-deutscher Klangmalerei" noch eins drauf gelegt: Die Alpensymphonie aus dem Jahr 1915 als symphonisches Großereignis - Riesenapplaus für den Deutschen und die Wiener im Großen Festspielhaus. Thielemann und die Wiener Philharmoniker haben mit dieser Wiedergabe ein Glanzlicht gesetzt.
Glanz hat auch Renee Fleming ins Festspielhaus gebracht. Nicht nur mit atemberaubend opulentem Kleid, sondern mit Tönen und Ausstrahlung. Die Vier Lieder für Sopran und Orchester und Mein Elemer! aus Arabella waren zu allererst schön anzuhören und professionell gemacht. Die Tiefe satt und ein wenig dreckig, die Höhen strahlend und voluminös, genau wie Strauss es haben will - Renee Fleming hat nach wie vor Substanz.
Etwas differenzierter sieht es die "Münchner Abendzeitung": Renée Fleming weiß, worauf es ankommt. Einst erfrischend natürlich, gibt sie sich nun als mondäne Primadonna. Die Blumen, die sie am Ende ihres Salzburg-Trips bekommt, lässt sie wieder heraustragen. Sie hat keine Hand frei. Das Abendkleid muss gerafft werden.
Vier Lieder und die Final-Szene aus dem ersten Aufzug der „Arabella” genügten, um das Publikum im Großen Festspielhaus einzulullen. Und auch Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker lagen der Diva zu Füßen. Fernsehkameras hielten das Ereignis fest. Es wird eine DVD geben. Doch ob man die wirklich haben muss, darf leise angezweifelt werden.
Denn mittlerweile klingt die Stimme vor allem dann, wenn sie auf kurzem Raum zu reagieren hat („Winterliebe”), reichlich spröde. Die Melodiebögen gelingen zwar perfekt, doch längst nicht mehr mühelos („Gesang der Apollopriesterin”). Der Arabella scheint Renée Fleming entwachsen. Und was schon bei ihren Münchner Auftritten verärgerte: Von den Texten war kaum etwas zu verstehen.
Wie gut die Philharmoniker sein können, wenn sie nur wollen, war in der „Alpensinfonie” allgegenwärtig. Christian Thielemann konnte es sich leisten, selbst im größten Getümmel gelassen zu bleiben...
Angela Denoke in "Die Sache Makropulos". Mittwoch ist Premiere in Salzburg.
Auszug aus einem Interview von Angela Denoke mit dem "Münchner Merkur": Das Werk spielt mit den Sehnsüchten nach und der Angst vor dem endlosen Leben. Wie beschäftigt man sich selbst mit dieser Problematik?
Mich begleitet diese Problematik schon lange, weil meine Mutter sehr früh gestorben ist. Sie war damals 37, also in der Mitte ihres Lebens, ich 15. Gerade deshalb, und vielleicht mehr noch als manch anderer, denke ich viel darüber nach, wie man sich das Leben lebenswert gestaltet. Und ich finde: Das Leben muss so gelebt werden, wie es eben kommt. So, dass man unterm Strich damit zufrieden ist. Sicher gibt es Tiefs. Aber ich glaube, ich habe bisher in jeder Beziehung ein gutes Leben gehabt. Das gibt einem eine gewisse Ruhe.
So, wie es hier dargestellt wird, ist die ewige Jugend also ein Fluch.
Genau. Man kommt dabei auf solche Fragen: Ist es überhaupt erstrebenswert, immer jung erscheinen zu wollen? Ich finde so etwas ganz verkehrt. Gut, ich habe das Glück, dass ich mich relativ jung fühle und mit meinem Aussehen recht zufrieden bin. (Lacht.) Wenn ich so altern kann wie meine Großmutter, fände ich das toll. Und die hat ihr ganzes Leben lang nur Niveacrème benutzt! Natürlich ist sie gealtert. Aber sie war eine schöne Frau, als sie gestorben ist.
Eine ganze Serie von Rezensionen bieten wir heute über die Salzburger "Così fan tutte" an. Die "Münchner Abendzeitung" fasst zusammen: Zu Recht erhielt der Dirigent am Ende den meisten Beifall. Mit besseren Sängern hätte die Aufführung zumindest musikalisch ein Fest werden können. So aber konnten die kopflastigen Analyse-Versuche der Regie, gespickt mit intellektuellen Floskeln, allenfalls einen Achtungserfolg verbuchen.
Und Volker Boser setzt in www.kultur-vollzug.de nach:
Von seinen Inszenierungen der drei Da-Ponte-Opern gefiel ihm (Anm. d.Red.: gemeint ist Claus Guth) die letzte, „Cosi fan tutte“, am wenigstens. Einmalig für Salzburg: Claus Guth bekam die Chance, das Ergebnis zu korrigieren. Doch auch die grundlegend revidierte Neufassung gibt keine Antworten. Den heftigen Schlussapplaus hatten sich allenfalls Dirigent Marc Minkowski und seine prächtigen „Musiciens du Louvre“ verdient.
Selbst dort, wo man es am wenigsten erwartete, gab es mehr Schatten als Licht. Das Sängerensemble wirkte willkürlich zusammen gestellt. Christopher Maltmans vorwitzig robuster Bariton (Guglielmo) passte nicht zum wenig schönen, dünnen Tenor-Timbre von Alek Shrader (Ferrando). Der flackernde Mezzo der Kanadierin Michèle Losier (Dorabella) ließ jeglichen Ausdruck vermissen. Anna Prohaska, als Geheimtipp gehandelt, verwandelte die Kammerzofe Despina in ein humorloses Nervenbündel. Lediglich Bo Skovhus (Don Alfonso) und Maria Bengtsson (Fiordiligi) genügten höheren Ansprüchen.
"Lohengrin" aus Bayreuth - am Sonntag auf unseren Bildschirmen. Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath
Auszug aus dem "Nordbayerischen Kurier": Die Premieren 2011 auf dem Grünen Hügel sind schon wieder Geschichte. Eine freilich steht – buchstäblich – noch ins Haus: Zum ersten Mal wird am 14. August eine Aufführung der Bayreuther Festspiele live ins deutsche Fernsehen übertragen. Auf dem Spielplan dann: „Lohengrin“.
Martin Schneider ist beim ZDF Redakteur im Programmbereich Musik. Er war bereits mit einem Team in Bayreuth, um erste Einspielfilme und Interviews zu produzieren. Das ZDF dreht – aber die Liveübertragung kommt vom Sender Arte. Wie das? Schneider: „Das ist ein ganz normales Verfahren, dass ARD oder eben, wie in diesem Falle das ZDF, Beiträge Arte zuliefern.“ Das ZDF arbeitet dabei mit dem Videoprovider Skyline und auch mit der ARD zusammen.
Ob der „Lohengrin“ – wie bei der Siemens-Festspielnacht auf dem Bayreuther Volksfestplatz – in kompletter Länge in Echtzeit übertragen wird? „Wir mogeln so ein bisschen“, räumt Schneider augenzwinkernd ein: „Wir fangen mit der Übertragung etwas später an, damit die einstündigen Pausen kürzer werden – die erste Pause dauert bei uns etwa 15, die zweite 30 Minuten. Aber im dritten Akt sind wir dann live live. Wir holen also auf.“ Wir lernen also: Es gibt nicht nur Liveübertragungen, sondern sogar Live-live-Sendungen.
Die Aktien unserer Kultur-Lady Dr. Barbara Rett werden an diesem Sonntag wieder steigen, denn es moderiert Annette Gerlach. 1:0 für Rett, das vorauszusagen, ist keine Kunst. Ebenfalls im Übertragungsteam ist Prof. Dr. Stefan Mösch, Chefredakteur der "Opernwelt" und Bayreuther Platzhirsch. Kein Wunder also, dass der sich dort sehr wichtig macht! So wichtig, wie seine Zeitung, die sich berufen fühlt, Kritikerpreise zu vergeben und "Opernhäuser des Jahres" zu küren! Über die Ergebnisse darf man sich alljährlich wundern!
In Kiel wurde Mozarts erste "Türkenoper" "Zaide" "komplettiert?" und aufgeführt. Bei uns steht die Kritik schon seit Sonntag online, nun ziehen die lokalen Zeitungen nach.
Strudengau/Donaufestival Grein: Eine Entdeckung: Sebastián Duróns barockes Kleinod, die Óper „La Guerra de los Gigantes“, geriet anlässlich seiner österreichischen Erstaufführung in Schloss Greinburg im Strudengau Samstag (6. 8.) zum bejubelten Triumph für alle Beteiligten. Darüber berichtet "Drehpunkt Kultur" . Zum Wochenende stehen Vorstellungen auf dem Programm.
Die Bregenzer Festspiele widmeten der britischen Komponistin Judith Weir einen Schwerpunkt. Die Begeisterung über "Achterbahn" und "Der blonde Eckbert" hielt sich in Grenzen.
Auf den Spuren des nicht ganz so perfekten Körpers: impulstanz Wien
Was ist Schönheit? Wer ist schön und wer nicht? Diese mitunter nicht leicht zu beantwortenden Fragen stellte sich am Wochenende die österreichische Choreographin und Perfomance Künstlerin Doris Uhlich in ihrem Stück "more than enough", das im Rahmen des ImPulsTanz-Festivals im Museumsquartier zu sehen war.
Auf Schloss Tabor in Neuhaus am Klausenbach wird derzeit Mozarts "Die Entführung aus dem Serail gespielt. Die Region ist mit der touristischen Entwicklung sehr zufrieden. Sogar "Merker"-Leser
aus dem Ausland wurden zum Besuch animiert!
Zum ORF - und dessen heute stattfindender Wahl des Generalintendanten: Ein Programm, das, so dünn es auch ist, vielen nicht mehr verdaulich scheint, eine Wahl mit - de facto - nur einem Kandidaten und der Geruch politischer Vereinnahmung: Der ORF wählt sich selbst - und der TV-Kunde hofft noch immer auf seine Fernbedienung als Stimmzettel. (Quelle: "Kleine Zeitung")
Künftig soll jeder Österreicher für den Staatsfunk zahlen müssen, auch wenn er gar keinen Fernsehapparat besitzt. Die einzig ernstzunehmende Opposition stimmt zu, weil sie dafür einen Direktionsposten zugestanden bekommt!
Esther Williams ist 90!
In ihrer Jugend war sie mehrfache US-Schwimmmeisterin, im Film paddelte sie mit einem Diamantkrönchen auf die Unterwasserkamera zu. Esther Williams, die Hollywood-Göttin des Pools, feiert ihren 90. Geburtstag.
Das neue Buch von Charlotte Roche ist auf dem Markt!
Die Besprechungen sind positiv, drei davon bieten wir in der Presseschau an! Kurzes Zitat aus dem "Münchner Merkur": Tabubruch ist sicher das falsche Etikett für “Schoßgebete“ - selbst wenn die gebürtige Britin auch diesmal kein Blatt vor den Mund nimmt. Die Geschichte der (wie Roche) 33-jährigen Elizabeth Kiehl und ihres Mannes Georg und das, was die beiden in ihrem eigenen Bett und dem von Prostituierten so treiben, beschreibt die Autorin zwar in allen Details. Dabei überschreitet sie sicher auch immer wieder die Grenzen zur Pornografie. Aber das ist - ganz im Gegensatz zu den “Feuchtgebieten“ - nicht der Kern des Buches.
Einen schönen Dienstag wünscht
A.C
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MITTWOCH, 10. AUGUST 2011
Christoph Marthaler: Kann seine Sicht auf "Vec Makropulos" heute überzeugen?
Seit die reinen Bebilderer in den Reihen der Regisseure wie Aussätzige behandelt und bestenfalls dann auf eine Inszenierung losgelassen werden, wenn man mit dieser in Italien oder in den USA reüssieren will, müssen sich die Damen und Herren schon etwas einfallen lassen.
Leos Janaceks Bühnenwerke sind allesamt relativ kurz - also lässt sich etwas "dazupacken", ohne dass die Salzburger Gastronomie, angeführt vom "Goldenen Hirschen", gleich auf die Barrikaden springt. So soll es bei der heute Premiere habenden Inszenierung von Christoph Marthaler einige stumme Szenen geben, welche die Oper um etwa 30 Minuten in die Länge ziehen. Vorsicht also bei der Tischreservierung, meine Damen und Herren Premierenbesucher.
Ein Informant war in der Generalprobe, den brauchen wir aber gar nicht bemühen (vielleicht käme er dann auf die "Watch-List"), sogar Rainer Elstner auf "ORF.at" deutet diese "Verlängerungen" an: Diese Oper beginnt stumm: Zwei Sängerinnen sind in einem gläsernen, vollgequalmten Raucherzimmer eingeschlossen, aus dem kein Ton nach außen dringt. Dass sie dabei singend über den Tod und die Möglichkeiten einer Verlängerung des Lebens philosophieren, kann man nur an den Übertiteln mitverfolgen. Ein köstlicher Einstieg in eine nicht leicht verständliche Oper, die von einer Frau handelt, die über 300 Jahre gelebt hat.
"Die Raucherkabinen auf Flughäfen sind ja inzwischen so eine Art öffentliche Diskussionsorte", so Bühnenbildnerin Anna Viebrock, die Christoph Marthaler seit seiner ersten Inszenierung begleitet und mit ihren Einbauten das Regiekonzept oft maßgeblich beeinflusst. "Da wird philosophiert. In dem Fall sind es zwei Damen, von der eine die üble These des Übermenschen vertritt."...
..."In dem Fall ist es ja ein Prozess, der schon 100 Jahre geht. Da ist es im Grunde schön, wenn man etwas hat, wo die Zeit eine Rolle spielt. Es sind die Zeiten ja auch gemischt - dieser Wartesaal ist viel moderner, der Hotelgang ist ungefähr 30er-Jahre und es gibt ein paar Kostüme, die von heute sind. Dr. Kolenaty ist inspiriert von Herrn Kachelmanns Anwalt."
Mit diesem ebenso atmosphärischen wie witzigen Bühnenbild, mit Angela Denoke in der Hauptrolle und Esa-Pekka Salonen als musikalischem Leiter, scheint diese Inszenierung wieder zu einem großen Wurf von Christoph Marthaler zu werden.
Angela Denoke in "Die Sache Makropulos". Heute ist Premiere in Salzburg.
Anna Netrebko sorgt für Hype, egal wo sie hinkommt. Rossinis "Stabat Mater" war in Salzburg natürlich völlig ausverkauft.
Anna Netrebko
Mit viel Schwung und ohne sich groß um aktuellere Schulen der Aufführungspraxis zu kümmern, spielte das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Antonio Pappano zunächst eine Haydn-Symphonie. Da sowieso alle auf Rossini warteten, schien die Symphonie D-Dur Hob. I:104 „Londoner“ die undankbare Rolle des Pflicht-Klassikers (an Mozart hat man sich vielleicht in Salzburg doch nicht herangewagt) vorab zu spielen. Das war zugleich eine gute Aufwärmübung für das Orchester, das danach mit einem deutlich brillanteren Streicher- und einem präsenteren Bläser-Sound durch die Emotionswogen des Rossini’schen „Stabat Mater“ navigierte.
Es sang der von Ciro Visco perfekt einstudierte Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia: mit schier unerschöpflichen Reserven für Lautstärke und Dramatik und mit den stimmtechnischen Voraussetzungen für ein duftig leichtes und doch klangvolles Pianissimo.
Das handverlesene, in Stimmklang und -qualität perfekt harmonierende Solistenquartett bestand aus Anna Netrebko, Marianna Pizzolato, Matthew Polenzani und Ildebrando D’Arcangelo (Quelle: "Drehpunkt Kultur")
Die "Salzburger Nachrichten" sehen das so: Aber Anna Netrebko ist eine ernsthafte, große Künstlerin. Sie fügt sich – wie einst bei Mozart – ganz wunderbar ins Solistenensemble des kuriosen, mehr opernhaft schmissigen als dem Schmerzensthema von Christi Mutter unter dem Kreuz verpflichteten „Stabat mater“ von Rossini ein. Ihr Sopran, wunderbar golden und gerundet, aber nie sich vordrängend, ist eine Stimme unter Gleichen in einem wohlausgewogenen, exzellenten Quartett. Im Gegensatz zu den Mitstreitern gönnt ihr Rossini nicht einmal eine Arie allein, sondern ihr „Inflammatus et accensus“ ist eine dramatisch aufgeladene Szene mit Chor. Anna Netrebko erfüllt sie ganz aus dem Geist des Werks.
Stefan Musil bringt es in der "Presse" auf den Punkt: Der unausgesprochene Höhepunkt: wenn Netrebko das herrlich gesteigerte „Inflammatus“ mit zwei kraftvollen hohen Cs krönt.
Die "Merker"-Rezension von Peter Dusek steht bereits seit gestern online!
Renate Holm, hier auf ihrer Mühle nahe Hollabrunn, feiert heute "zweimal 40". Der "Merker" gratuliert.
Elena Habermann hat in den Tagesinfos/Aktuelles eine kurze Würdigung geschrieben!
Die Rezensionen treffen auch in den Sommermonaten verlässlich ein. In Bayreuth ist Friedeon Rosén für den "Online-Merker" gerade vor Ort und berichtet heute über seine Sicht des Bayreuther "Lohengrin", den wir Sonntag auf "Arte" sehen können. Die "Main-Post" nennt auch technische Details: Der deutsch-französische Kulturkanal Arte überträgt am Sonntag, 14. August, von 17.15 Uhr bis 21.50 Uhr die Oper „Lohengrin“ aus dem Festspielhaus, am Anfang allerdings zeitversetzt. Denn das Werk beginnt um 16 Uhr und ist ab diesem Zeitpunkt auch live auf dem Bayreuther Volksfestplatz auf einer 180 Quadratmeter großen Leinwand zu sehen. Es ist das vierte Mal, dass in Bayreuth eine Wagner-Oper im Public Viewing gezeigt wird. 86 Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von mehr als 270 000 Watt sollen dabei auch für einen akustischen Hochgenuss sorgen. „Lohengrin“-Regisseur Hans Neuenfels zeigte sich jedenfalls begeistert: „Mit dem Public Viewing kann man der Kunst zu mehr Popularität verhelfen.“
Die Aktien unserer Kultur-Lady Dr. Barbara Rett werden an diesem Sonntag wieder steigen, denn für Arte moderiert Annette Gerlach - und die gilt in unseren Breiten als Schreckschraube! 1:0 für Rett, das vorauszusagen, ist keine Kunst. Ebenfalls im Übertragungsteam des französischen Senders ist Prof. Dr. Stefan Mösch, Chefredakteur der "Opernwelt" und Bayreuther Platzhirsch. Kein Wunder also, dass der sich dort sehr wichtig macht! So wichtig, wie seine Zeitung, die sich berufen fühlt, Kritikerpreise zu vergeben und "Opernhäuser des Jahres" zu küren! Über die Ergebnisse darf man sich alljährlich wundern!
Leicht als Bühnenbild für "Un ballo in maschera" zu erkennen.
Dr. Robert Quitta berichtet aus Macerata von "Rigoletto" und "Ballo". Die Rezension finden Sie in unseren Kritiken - wo sonst! Renate Wagner fährt morgen nach Salzburg und wird uns ebenfalls beliefern, wenngleich wir für Premieren keine Karten bekommen. Aber "Makropulos" wird auch am Samstag noch ziemlich frisch sein!
Vladimir Ashkenazy gastiert Sonntag beim Carinthischen Sommer in Villach
Der "Kleinen Zeitung" gab er ein Interview: Als Wahlschweizer haben Sie die Bezahlung Ihres carinthisches Konzertes hoffentlich in Franken vereinbart und nicht in schwächelnden Euro...
VLADIMIR ASHKENAZY: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Was immer mit dem European Union Youth Orchestra vereinbart wurde, ich bin ja nur sein Musikdirektor, wird ok sein. In puncto Geld bin ich ziemlich anspruchslos.
Rührt das von Ihrer eher bescheidenen Kindheit her?
ASHKENAZY: Durchaus. Meine Eltern und ich lebten bis zu meinem 14. Lebensjahr in einem acht Quadratmeter großen Raum in Moskau. Darin stand ein Klavier, mein Vater war ein sehr populärer Pianist, sowie je ein Bett für mich und meine Eltern. Wir hatten kein Bad und teilten die Toilette mit einem Dutzend anderer Leute. Es war fantastisch. Wann immer sich die Verhältnisse in meinem Leben verbessert haben, war ich dankbar dafür. Aber ich brauchte eigentlich nur das Klavier, um glücklich zu sein.
Sechs Monate musste sich Jeffrey Tate, 68, Chefdirigent der Hamburger Symphoniker seit der Saison 2009/10, wegen einer schweren Erkrankung völlig vom Konzertleben zurückziehen. Heute kehrt er als Dirigent des letzten Rathaus-Konzerts mit Musik von Britten, Mozart und Händel in die Öffentlichkeit zurück. Im Hamburger Abendblatt" spricht Tate, vital und tatendurstig, erstmals über das Ausmaß seiner Erkrankung, sein neues Verhältnis zu Deutschland und Hamburg und über das absehbare Ende seiner Laufbahn.
In Hallstatt /OÖ hat heute "Le Nozze di Figaro", die Wiederaufnahme der Vorjahresproduktion, beim "Salzkammergut Mozart-Festival Premiere. Am 14.8. ist eine zweite Vorstellung angesetzt!
Die isa geht in die 21. Runde: Unter dem Motto „Liszt und die Sehnsucht nach dem Süden“ öffnet sich im südlichen Niederösterreich von 29. Juli bis 28. August 2011 der musikalische Sommercampus und das größte durchgehende Projekt der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ganz dem Mediterranen, der Leichtigkeit und der Virtuosität. Wir freuen uns auf Musik und MusikerInnen aus Südeuropa, der Türkei und Israel!
Zum Sprechtheater und damit natürlich auch nach Salzburg: Gert Voss spricht über die Machtgier von Schauspielern, seine großen Shakespeare-Rollen, Peter Steins Trick mit der Toga und die tolle Aufgabe, bei den Salzburger Festspielen den Herzog in "Maß für Maß" zu spielen. Nachzulesen ist dies in unserer Presseschau!
Zum Film, dem ich nun wieder eine bessere Zukunft prophezeiem kann. Denn in Wien wurde Alexander Wrabetz wieder zum ORF-Intendanten gewählt - und das ist eine große Chance für alle Konkurrenten des ORF - und dazu gehört eben der Film.
Fazit: Moralisch ist der Film einwandfrei, wirft den bösen Menschen vor, was man ihnen zu Recht vorwerfen kann, nämlich ihre gnaden- und hemmungslosen Tierversuche und ihre Respektlosigkeit dem Tier als Geschöpf Gottes gegenüber. Dafür bekommt man am Ende die Strafe knüppeldicke, denn quasi im Nachspann erzählt der Film noch als Draufgabe, wie es zu AIDS kam. Ja, genau so, als ein (natürlich böser) Mensch von einem Affen, der reichlich Wirkstoff in sich trägt, angehustet wird: Das Virus ist da, unser Befallener ist Pilot, am Ende zeigt nur eine Weltkarte, wie die Vernichtung von einem Ort zum anderen springt und alle Kontinente erfasst. Die Rache der Affen… Aber deshalb muss man nicht unbedingt ins Kino gehen.
Das meint Renate Wagner in ihrer Filmrubrik
Was sich dieser Tage in London und seit heute auch in Manchester abspielt, ist sehr ernst. Es hier zu diskutieren, würde entschieden zu weit gehen. Aber in Großbritannien haben derartige Eskalationen Tradition - wie "Welt online" zu berichten weiß: London wird nach dieser Nacht nicht mehr sein wie zuvor“, erklärte ein Nachrichtensprecher vor der rauchenden Ruine eines Wohnhauses, das marodierende Jugendliche niedergebrannt haben. Wir befinden uns im Süd-London des Jahres 1981 inmitten jener Tage, die als die Brixton Riots in die britische Zeitgeschichte eingegangen sind.
Wie sich die Bilder gleichen. In Tottenham brannten vor wenigen Tagen erst ein Polizeifahrzeug, dann ein Bus und schließlich Wohnhäuser – genau wie damals in Brixton, 1981 und abermals 1985. Und noch ist die endgültige Bilanz der Gewalt nicht abzusehen. In Brixton zählte man damals rund 350 Verletzte und mehr als hundert ausgebrannte Fahrzeuge – davon die Hälfte Polizeiwagen...
...Entzündet hatte sich eines der heftigsten Riots der Nachkriegszeit – auch dies eine Parallele zu heute – an Vorwürfen gegen die Londoner Polizei. Monatelang hatten Beamte auf offener Straße Jugendliche in einer Aktion gefilzt, die Drogendealer treffen sollte, von Schwarzen aber als purer Rassismus empfunden wurde.
Freuen wir uns, dass wir Sorgen in diesem Ausmaß noch nicht haben und freuen wir uns gleichzeitig auf einen schönen Mittwoch!
A.C
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DONNERSTAG, 11. AUGUST 2011
Erste Kurzkritik: Erfolgreiche Premiere "Vec Makropulos" in Salzburg. Anna Viehbrock und Christoph Marthaler dürfen zufrieden sein!
Foto: APA
Die "Kleine Zeitung" bedient sich für ihre Nacht-Kurzkritik der APA:
"Vec Makropulos" ("Die Sache Makropulos") ist die dritte und letzte szenische Opern-Neuproduktion der Salzburger Festspiele, und sie ist die einzige, die sowohl szenisch als auch musikalisch überzeugt. Regisseur Christoph Marthaler fuhr mit seinem Team am Mittwochabend im Großen Festspielhaus einen durchschlagenden Erfolg ein und verbuchten herzlichen und langen Applaus auf ihr Premierenkonto.
Auch die Bühnenbildnerin Anna Viebrock, Dirigent Esa-Pekka Salonen, die Wiener Philharmoniker sowie das von Angela Denoke angeführte Solisten-Ensemble konnten vollends überzeugen. Marthaler findet die Balance zwischen Freilassen und Führen - seine Darsteller singen entspannt und nahe der Rampe und schaffen trotzdem innere Spannung im schauspielerischen Miteinander. Viebrocks Bühne ist großzügig und bleibt in allen drei Akten ein einziger, variantenreicher Raum. Darin spielen sich viele szenische Details ab, die die komplexe Geschichte um ein dreihundertsiebenunddreißig Jahre langes Menschenleben umspielen. Allerdings, nicht alle Regie-Einfälle und Neben-Handlungen erschließen sich beim bloßen Zuschauen, permanentes Mitlesen der Übertitel ist unumgänglich.
Die Philharmoniker unter Salonen klingen eher hart und direkt, was der Janacek-Partitur zu Transparenz und Verständlichkeit, nicht aber zu Sinnlichkeit verhilft. Aus dem insgesamt guten Solistenensemble ragt Hauptdarstellerin Angela Denoke heraus, sie bewältigt diese mit Abstand größte Partie in "Vec Makropulos" mit technischer und musikalischer Souveränität.
Anna Netrebko bei der "Iolanta-Pressekonferenz. Auch die Präsidenten (Rabl-Stadler) schreckte nicht vor dummen Fragen zurück!
Wer keine der begehrten Karten mehr für einen der raren Auftritte von Anna Netrebko bei den Salzburger Festspielen mehr ergattert hat, kriegt jetzt noch eine Chance: Die Generalprobe am Samstag, 14 Uhr für "Iolanta/Le Rossignol" wurde geöffnet. Der Reinerlös kommt dem Wiederaufbau der zerstörten "Muza Kawasaki Symphony Hall" in Japan zu Gute.
Netrebko rührte am Mittwoch noch selbst die Werbetrommel, warum man die konzertante Tschaikowsky-Oper "Iolanta" auf keinen Fall verpassen sollte: "Ich weiß nicht, warum ,Iolanta' so unbekannt ist außerhalb von Russland. Die Musik ist so schön, es gibt ein Happy End, die Oper rührt zu Tränen - und sie ist kurz", meinte sie mit einem Augenzwinkern. (Quelle: Kurier")
"'Iolanta' ist die meistgeliebte Oper in Russland. Sie hat ein Happy End, das Hoffnung bringt und zu Tränen rührt. Vor allem aber ist sie kurz". Das sagte Star-Sopranistin Anna Netrebko am Mittwoch über Tschaikowskys letzte Oper "Iolanta", die zusammen mit "Le Rossignol" von Igor Strawinsky am kommenden Montag, dem 15. August, Premiere im Großen Festspielhaus haben wird.
Harald Serafin musste in Mörbisch nur die Premiere absagen - bei leichtem Regen wird nämlich gespielt
Beim Publikum der Seefestspiele Mörbisch kursiert ein Slogan: "Der Serafin spielt bei jedem Wetter – außer wenn’s schneit oder Kübel regnet!" Tatsächlich hat "Mr. Wunderbar" noch keine Zigeunerbaron-Vorstellung – bis auf die völlig verregnete Premiere – ausfallen lassen. "Die Zuschauer reisen aus allen Bundesländern an, nur 29 Prozent kommen aus Wien", erläutert Serafin. "Und da müssen sie die Gewissheit haben, dass – auch wenn’s nieselt – planmäßig gespielt wird." Im Übrigen sei sein Publikum bestens konditioniert: "Ich sage meinen Zuschauern jedes Jahr, wenn’s regnet, nehmt’s euch für Kopf und Dauerwelle ein Cape mit. Und deshalb kommen auch viele schon mit ganzen Koffern zu den Vorstellungen!"
Gelüftet ist nun das Geheimnis um Serafins Rolle bei der nächstjährigen "Fledermaus" - Serafins Abschied von Mörbisch. Helmut Lohner spielt den "Frosch" - da bleibt für Harald Serafin somit der Gefängnisdirektor Frank über.
Unser "Opernfreund" (www.deropernfreund.de) Dr. Peter Bilsing kommt soeben aus Bregenz zurück und empfiehlt den Besuch der Festspiele wärmstens: Man kann zu Festivals und Freiluftaufführungen stehen wie man will; da gibt es Firlefanz für Wohlhabende (ich brauche wohl keine Namen zu nennen, wo die Karte 700 Euro kostet), manches artet zum Volksfest und Zirkus aus, mit Gelati, Mitsingen und Picknickbeutel (wie in jener berühmten Arena) und gelegentlich versinkt auch das große Ereignis, für das man nach zehnjährigem Warten endlich eine Karte bekommen hat, im enttäuschenden Kulturmüllbeutel des Unverständnisses; ist man intellektuell überfordert oder will uns der Regisseur einfach nur verarschen? Das haben sich viele Wagner-Jünger dieses Jahr in auf dem heiligen Hügel gefragt und viel, viel Geld für die Karte bezahlt. Unter uns, liebe Opernfreunde, da könnt Ihr das Geld gleich verbrennen, oder investiert einen Bruchteil für den Besuch der Bregenzer Festspiele; immerhin gibt es an Werktagen schon Karten für 29 Euro - und das sind nicht die Schlechtesten. ;-).
Auf nach Bregenz. Die Chance, für eine der letzten Vorstellungen des André Chenier noch eine Karte zu bekommen, liegen bei 100 %.
"Les Misérables" in Baden bei Wien - auch eine Empfehlung wert!
Renate Wagner war gestern in Baden: Bei den Bregenzer Festspielen ist die „Revolutionsoper“ („André Chenier“) das große Spektakel, in Baden bei Wien gibt man es bescheidener, aber das Publikum empfindet das „Revolutions-Musical“ zweifellos ebenfalls als Event erster Ordnung: Trampelnde Beifallsorgien auch nach der zweiten, faktisch ausverkauften Vorstellung von „Les Misérables“ im Stadttheater Baden, wo die Intendanz mit der Wiederaufnahme dieser Produktion von 2007 neben der Sommerarena nun auch noch diese zweite Spielstätte öffnet. Wenn man das richtige Angebot hat, strömt das Publikum auch in der Ferienzeit…
Dabei erstaunt der Zuzug ein wenig, denn bei näherer Betrachtung sind die Qualitäten des Werks von Autor Alain Boublil und Komponist Claude-Michel Schönberg nicht wirklich bedeutend.
Dann muss es wohl die Umsetzung sein, die für die Produktion begeistert!
Nach Salzburg - und zum Thema "Tonträger": Bildträger stehen im Veröffentlichungsprogramm im Vordergrund, die, dank der langjährigen Partnerschaft mit Unitel Classica und dank anderer Medienunternehmen (Arthaus, C Major Entertainment, ORF), zu einem umfassenden Angebot führen. Mozarts da-Ponte-Opern in den Inszenierungen Claus Guths liegen ebenso vor wie „Elektra“ von Strauss (aus dem Sommer 2010), Händels „Theodora“ in der Inszenierung von Christof Loy (2009), „Così fan tutte“ unter Riccardo Muti (1983) oder Karajans „unvollendete“, nach dessen Tod von Georg Solti dirigierte Produktion des „Maskenballs“ von Verdi. Der neue „Jedermann“ mit Nicholas Ofczarek und Birgit Minichmayr ist auch schon fürs heimkinematografische Auge aufbereitet.
Jan Mojto (Unitel) versicherte bei der Präsentation am Dienstag in Salzburg neuerlich, dass Qualität vor Quantität gehe. Gleichwohl sind 60 realisierte Produktionen aus Salzburg auch numerisch ein stattlicher Leistungsbeweis. Dieser ist nicht immer leicht zu erbringen: Der Druck der medialen Aufbereitung lastet nämlich auch – so die Präsidentin der Festspiele, Helga Rabl-Stadler – auf den Interpreten. Dafür bekämen sie aber in Salzburg die Zusicherung höchster Aufnahmequalität.
Im Falle von Verdis „Macbeth“ nutzte auch das nichts: Die Rechtsanwälte Riccardo Mutis stellten so hohe Forderungen, „dass wir ihnen nicht nachkommen konnten – und auch nicht wollten“. Auch für Festspiele gibt es also eine nicht überschreitbare finanzielle Schmerzgrenze.
Gehen wir also wegen der ausgebliebenen "Macbeth"-Fernseh-Übertragung aus Salzburg nicht auf den ORF los (für ein Minderheitenprogramm sind keine Unsummen gerechtfertigt), sondern halten wir uns an den, der den Hals nicht voll genug bekommen kann. Die Anwälte des Riccardo Muti sind nicht schuld, die machen nur das, wozu sie der Maestro beauftragt und wofür er sie bezahlt. "Der Muti war's" - Sie erinnern sich, das schrieb ich hier bereits vor Monaten!
Lars von Trier: "Die Political Correctness ist dabei, die Welt zu töten. Wenn man in diese Falle gerät, wird unser Denken arm. Es darf keine verbotenen Themen geben.
Nach dem Eklat in Cannes, den Lars von Trier mit seinen Nazi-Äußerungen ausgelöst hat, will sich der dänische Regisseur von nun an in Schweigen hüllen. „Ich werde keine Pressekonferenzen mehr geben. Damit ist jetzt Schluss“, sagte er der Tageszeitung „Libération“ in einem Interview.
Die Sanktion hatte von Trier in Cannes bereitwillig angenommen und sich mehrmals entschuldigt. Dazu steht er auch heute noch. Was ihn jedoch beunruhige sei die Political Correctness, die dabei sei, die Welt zu töten. „Wenn man in diese Falle gerät, wird unser Denken arm“, meinte er. Es dürfe keine verbotenen Themen geben.
Diese Aussage steht in der "Berliner Morgenpost" ebenso wie in der "Berliner Zeitung" und in mehreren weiteren Zeitungen Europas. Gestern abend wurde sie auch auf ORF.at veröffentlicht, heute früh war sie bereits wieder weg! Warum wohl??
Die Ausschreitungen in England lassen an Intensität nach, die Bildung von Bürgerwehren veranlasste auch die Regierung zu zu härterem Vorgehen. Auch diesbezüglich sei vermerkt, dass Sonntag abends wohl auf allen Sendern Europas über die Tumulte berichtet wurde, der ORF aber in seiner ZIB um 22 h kein Wort darüber verlor.
Egon Schiele: Selbstbildnis (1912)
Joanneum-Restaurator entdeckte unter Schiele-Gemälde Porträtskizzen des Künstlers. Auch in
Wien wurden Skizzen entdeckt.
Als erstes Fachmagazin publiziert kommenden Freitag das deutsche Branchenorgan "Der Kunsthandel" den "wertvollen kunsthistorischen Fund", der zunächst in der "Kleinen Zeitung" vermeldet worden war. Als Ursache für die bei Schiele nicht übliche Übermalung eigener Skizzen nimmt Eipper "eine kriegsbedingte Materialknappheit" an. Eipper arbeitete monatelang an der Restaurierung des Gemäldes, das Schiele in seinem letzten Lebensjahr malte. (Auszug aus dem "Kurier").
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Magdalene Brzeska
Die deutsche Ex-Turnerin Magdalena Brzeska hat für den Playboy alle Hüllen fallen lassen. Es war nicht das erste Mal, dass das Männermagazin auf sie zugekommen ist. "Das erste Angebot für ein solches Shooting habe ich mit 17 bekommen. Aber erst jetzt war ich bereit dafür", sagt sie im Interview. Beim Shooting auf Capri bewies die Ex-Turnerin, dass sie auch ohne Leistungssport einen super Body hat. Das alles begann mit einer recht simplen Überlegung:"Jetzt oder nie" soll sie sich gedacht haben, bevor sie "Ja" sagte.
Das "Hamburger Abendblatt" dringt tiefer in die Story ein: ."Mit ihren elf und neun Jahre alten Töchtern habe sie über ihre Nacktfotos in der aktuellen Ausgabe gesprochen. Sie habe sie vorher um Erlaubnis gefragt. "Und sie hatten nichts dagegen“, erzählte Brzeska. Die Turnerin ist seit einiger Zeit Single, steht jedoch nicht auf One-Night-Stands. Gegenüber der "Bild“ sagte sie: "Ich kann keinen Mann anfassen ohne Gefühle“. In einer Beziehung sei ihr Sex aber durchaus wichtig. "Das muss schon irgendwie zusammenpassen. Ich muss aber auch nicht jeden Tag Sex haben“, erzählte sie. Für sie müsse ein Mann selbstständig sein und gut riechen. Er solle aber auch ein wenig machohaft sein.
Die Nacktfotos brauchen wir an dieser Stelle nicht! Der "Playboy" will auch ein Geschäft machen!
Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft hat gestern nach einer Pause von 18 Jahren wieder einmal den fünffachen Weltmeister Brasilien besiegt. Das 3:2 spiegelt die deutsche Überlegenheit keineswegs wider, die Brasilianer hatten nie eine echte Chance, dieses Spiel nicht zu verlieren. Peinlich waren aber die Interviews nach Spielende. Ich hatte das Gefühl, dass der Reporter in Deutschlands Jungstar Götze (der eine mehr als passable Leistung bot) schwer verliebt ist! Was sollen da Löw und Schweinsteiger zu derart aufgelegten Antworten noch Eigenes sagen? Traurig ging es hingegen in Klagenfurt zu. Österreich unterlag der Slowakei mit 1:2, diesmal können wir uns aber nicht damit trösten, dass wir als bessere Mannschaft verloren haben - diese Ausrede hatte jüngst gegen Deutschland ihre Gültigkeit!
Die Erderwärmung schreitet zügig voran: Heute um 6 h früh entließ ich meine Hunde in den Garten meines bescheidenen Hauses im Wienerwald - die kamen flugs wieder zurück. Bei 6 Grad im August war das kein Wunder!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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FREITAG, 12. AUGUST 2011
Insgesamt hervorragende Kritiken gibt es für "Vec Makropulos in der Marthaler-Inszenierung der Salzburger Festspiele. Angela Denoke wird sogar als Idealintertretin der Emilia Marty bezeichnet! Foto: Kerstin Joensson/dapd
Erst marschiert ein Herr langsam durch den riesigen Gerichtsaal und fixiert die Tuba im Orchestergraben. Dann treffen sich zwei Damen in einem seitlichen Raucherkammerl und streiten darüber, ob die Welt durch die Verlängerung der menschlichen Lebenszeit auf 300 Jahre nicht erheblich zu bessern wäre.
Was sie reden, erfährt man wegen der Verglasung nur aus den Übertiteln. Man muss solche hinzuerfundenen Inszenierungs-Anfänge nicht mögen, doch die Idee des Regisseurs Christoph Marthaler hat Witz und Charme. Sie führt ins Zentrum von Leoš Janáceks Oper „Die Sache Makropulos”: Sie verhandelt auf der Bühne des Großen Festspielhauses in zwei pausenlosen Stunden den Fall einer unsterblichen Primadonna, deren Alterung durch ein Elixier eines Alchemisten seit der Zeit des Habsburgerkaisers Kaiser Rudolf II. angehalten wurde.
Angela Denoke ist die ideale Besetzung für die Rolle der Emila Marty, die leider viel zu oft von spätherbstlich tremolierenden Hochdramatischen übernommen wird. Das kühle und geschmeidige Metall ihres Soprans passt zu der eisigen Härte, mit der diese lebende Leiche ihre Mitmenschen behandelt. Und wenn die Denoke eine schlanke Femme fatale mit Bubikopf spielt, bleibt das auf der Bühne keine Behauptung. Die von ihrer fröstelnden Erotik betörten Prozessgegner wirken mit Absicht der Regie in ihren Trenchcoats austauschbar.
Soweit ein Auszug aus der "Münchner Abendzeitung"
Und nochmals die Denoke als Emilia Marty
Nicht altern wollende Sängerinnen kennt man eigentlich auch in Salzburg -übrigens ein Dorado der Schlauchbootlippen und Faltenfreizombies - zur Genüge. Trotzdem hat die 337 Jahre junge Emilia Marty noch nie bei den Festspielen gastiert. Auch nicht unter ihren anderen Namen, Ellian MacGregor, Ekaterina Mysink, Eugenia Montez oder Elsa Müller. Aber dafür erlebte hier 1998 ein junge Norddeutsche, Angela Denoke, ihren internationalen Durchbruch. Mit Leos Janaceks wolgawogender Ehebruchstragödie "Katja Kabanova", damals inszeniert - natürlich ohne Wolga - von Christoph Marthaler in einem tschechischen Kleinbürger(alb)traumbühnenbild von Anna Viebrock.
Es wurde in seiner schrägen, dabei herzgreifenden Wahrhaftigkeit einer der größten Operntriumphe der an Erfolgen nicht armen Mortier-Ära. Jetzt kehrten alle drei Protagonisten - mit Esa-Pekka Salonen, der hier ebenfalls zuletzt 1992 unter Mortier für die bahnbrechende "Saint Francois d'Assise"-Produktion im Orchestergraben stand - für eine weitere Leos-Janacek-Premiere, eben "Die Sache Makropulos", an die Salzach zurück. Und scheinen ebenfalls nicht gealtert. Jedenfalls haben sie ihre theatralischen Tugenden wirkungsmächtig gut konserviert.
Im Marthaler-Opernwunderland hat sich also nicht viel verändert. Was bestens zu einem Stück passt, in dem die Titelfigur dank eines um 1600 am Hofe Rudolphs II. in Prag ersonnenen Elixiers nicht altert. Jene Elena Makropulos, so ihr erster Name, kehrt stets als Sängerin wieder, treibt Männer ins Verderben und zählt sogar noch mehr Jahre: 340, wenn man die Uraufführung 1926 zum Maßstab nimmt, 385, wenn man die jetzige Seventies-Bühnenästhetik berücksichtigt, und satte 425 Jahre bis zum heutigen Tag.
Anna Viebrock durfte sich diesmal sogar im großen Festspielhaus austoben. Und wieder ist ihr ein großartiger, dreiteiliger Rätselhybridraum gelungen.
Dieser Seitenhieb auf die Salzburger Festspielgesellschaft entstammt der "Welt-online"
Anna Netrebko
Nun nochmals zu Rossinis "Stabat Mater", bei dem Anna Netrebko einmal mehr bewies, dass sie auch eine hervorragende Teamarbeiterin ist: Mit Ovationen gefeiert wurden am Ende des Konzerts aber nicht nur die russische Diva, sondern alle Mitwirkenden gleichermaßen. In Rossinis „Stabat Mater” ist kein Platz für Stimm-Egozentriker. Ensemblekultur heißt die Devise. Und einmal mehr war zu bestaunen, mit welchem Ernst Anna Netrebko sich anzupassen versteht, diesmal den ausgezeichneten Solisten Marianna Pizzolato (Mezzo), Matthew Polenzani (Tenor) und Ildebrando D’Arcangelo (Bass).
Ein kurioses Werk: Marschmusik erklingt, wenn Maria zu ihrem gekreuzigten Sohn aufblickt. Rossinis „Stabat Mater” ist alles andere als ein traurig-lethargischer Klagegesang. Die musikalischen Einfälle bleiben dem religiösen Text einiges schuldig. Aber wer wollte da schon pingelig sein. Oper, Belcanto und A-cappella-Stil sind schwungvoll zu einer Einheit zusammen gefügt. Und so glanzvoll präsentiert wie von Chor und Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia hört man dieses Werk, das Richard Wagner einst als „opernhaft oberflächlich” abtat, ohnehin selten.
Dem Dirigenten Antonio Pappano gebührt denn auch trotz Superstar Anna Netrebko die Palme: Stets fand er die richtige Balance zwischen Effekt und Glamour. Von den Münchner Orchestern wird er noch immer sträflich vernachlässigt. In Salzburg darf er 2013 Verdis „Don Carlo” dirigieren. Man kann sich schon jetzt darauf freuen. Auch dieser Auszug stammt aus der "Müchner Abendzeitung" .
Derselbe Autor schreibt auf www.kultur-vollzug.de über die große Anna: Aber auf dem Programmzettel stand der Name Anna Netrebko. Sie könnte den Flohwalzer singen – und der Saal wäre voll.
Der Sieger des "Young Conductors Award" in Salzburg: Ainars Rubikis
Der zweite "Young Conductors Award" der Salzburger Festspiele geht heuer an den 33-jährigen Letten Ainars Rubikis. Der Dirigent wurde von einer Jury in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gekürt. Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele und Jury-Mitglied, sagte am Donnerstag, die Entscheidung für Rubikis sei intensiv diskutiert worden, dann aber einhellig gefallen. "Rubikis hat durch Technik, Musikalität, Ökonomie und Psychologie in der Probe sowie Charisma überzeugt. Zudem ist diese Entscheidung eine Art Karriere-Hochrechnung, das heißt: Was glaubt die Jury, von diesem Dirigenten in Zukunft erwarten zu können."
Mit "Tristan und Isolde" ging dieser Tage die 2.500ste Vorstellung über die Bühne des Bayreuther Festspielhauses (gerechnet seit der Gründung 1876). Sonntag ist ein historischer Tag für die Festspiele. Erstmals wird eine Oper ("Lohengrin") direkt im TV (ARTE) übertragen. Vormittags beginnt in Bayreuth bereits das "Publiv Viewing" mit dem "Ring für Kinder".
Endlich konnte die "Zauberflöte" am Areal Wannsee in Berlin zur Premiere gelangen. Die "BZ-Berlin meint: Wer Mozarts „Zauberflöte“ auf die Bühne bringt, kann sich auf ein paar ganz sichere Bänke verlassen – von der Königin der Nacht bis zum Papageno bietet sie die wohl größte Operngassenhauer-Menagerie überhaupt. Inhaltlich schwankt das Stück zwischen Schwere und Schwerenöterei, gar nicht so einfach, da eine Klammer zu finden. Eigentlich hat Katharina Thalbach alles richtig gemacht: Eine großartige Bühne, trotz der durch den Spielort vorgegebenen Statik erstaunlich wandelbar, ja, geradezu wundertütenhaft mit antiquiert-charmanten Schiebekulissen, Lichtkaskaden, Vulkanausbruch, Donnerguss und Feuerwerk. Das muss man erst mal hinbekommen!
Flavius Bertaridus von G.P.Telemann in Innsbruck
Der Online Merker-Mitarbeiter Udo Pacolt war für uns dabei: Jens-Daniel Herzog verlegte die Handlung in die heutige Zeit und veränderte auch einiges, was naturgemäß etliche Diskrepanzen zum Text nach sich zog. Doch was schert einen Regisseur schon der Text eines Librettos? Er lässt die Oper nicht in der Lombardei, sondern irgendwo in einem faschistischen Staat des 20. oder 21. Jahrhunderts spielen. Dadurch werden logischerweise aus Schwert und Degen ein simples Messer sowie Revolver und Gewehr. Die Königin schläft nicht im Wald, sondern begibt sich in den Wartesaal eines Bahnhofs, wo sie sich Rauschgift besorgt und nach dessen Einnahme ohnmächtig wird. Grimoaldus stirbt nicht auf der Jagd, sondern wird in seinem Schlafzimmer ermordet, als er Rodelinda, die statt ins Gefängnis geworfen an sein Bett angekettet wird, zu vergewaltigen versucht. Zuerst schneidet ihm Bertaridus die Kehle durch und anschließend wird er von seinem General Orontes zu Tode gewürgt. Auch für die Schlussszene hat sich Regisseur Herzog, eine abstruse Idee einfallen lassen: Urplötzlich taucht Grimoaldus aus dem Totenreich auf, um sich mit seinen Sexgespielinnen früherer Szenen zu vergnügen. Positiv zu vermerken ist seine stringente Personenführung, die über so manche Länge des Werks hinweghalf und seine große Theatererfahrung zeigte.
Und weil wir schon beim Sex sind, hat Charlotte Roche einen Vorschlag parat!. Der "Kurier" gibt den an uns weiter: Einen Tipp hat sie für alle Singles: "Ich rate jedem Single: 'Bums jeden, den du finden kannst, dann bleibst du in der Übung!'", weil Flirten, Frauen ansprechen und Sex haben Dinge seien, die man verlernen könne.
Von Sport und Diäten nur um der Schönheit willen will sie nichts mehr wissen: "Nach Schönheit zu hecheln heißt, sich selbst ein Gefängnis zu bauen. Ich sehe viele Frauen, die stundenlang ins Fitnessstudio gehen, um minimale Veränderungen an ihrem Körper zu erreichen. Männer nehmen das oft gar nicht wahr. (...) Ich mache keine Übungen mehr für meinen Hintern. Ich habe keine Lust mehr darauf." Und weiter: " Ich verachte Frauen, die Yoga machen, um keine schlaffen Oberarme zu bekommen. Sport ist für mich fast ein geistiger Zustand geworden."
Die 33-Jährige hat den Anspruch mit ihren Büchern was absolut Neues zu erzählen und bis zur Selbstaufgabe ehrlich zu sein. Dass "Schoßgebete" ein Sexbuch ist, findet Roche nicht. "Im neuen Buch geht es im Grunde genommen um viel wesentlichere Sachen als Sex. Die eingestreuten Beischlafszenen sollen aber gern auch geil machen."
Zum Schluss noch einige Worte in eigener Sache. Ich möchte Sie nicht ständig mit Serverproblemen behelligen, aber ich weiß nicht, wie der Betrieb der Seite in den nächsten Tagen weitergeht. Probleme tauchen meist während oder unmittelbar vor langen Wochenenden auf. Nun steht ein langes Wochenende ins Haus - und wir haben wieder Probleme, von denen Sie hoffentlich weniger merken als ich. Ich glaube das nur nicht ganz! Die Seite ladet sich unheimlich langsam (schon seit Donnertag nachmittags) und ich habe für diesen Kommentar drei lange Stunden gebraucht. So zu arbeiten macht wirklich keine Freude.
Seien Sie daher auf Störungen eingestellt, mich kann nichts mehr erschüttern bzw. überraschen! Die Probleme liegen nicht in unserem Bereich bzw. können von uns nur zur Lösung weitergegeben werden. .
Einen schönen Start in das Wochenende wünscht
A.C.
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SAMSTAG, 13. AUGUST 2011
Wetterglück für Bayreuths Public Viewing??
Angeblich soll es Sonntag in und um Bayreuth keinen Regen geben! Heute soll es regnen, Montag und die darauffolgenden Tage auch - aber zum großen "Oper für Alle-Fest" wird das Wetter "halten". Die Bayreuther sind ihrer Zeit voraus, denn dort liefert "Siemens" bereits ab 16 h - also zur Originalzeit - den "Lohengrin" - ARTE - und das ist für die überwiegende Zahl der Opernfreunde interessant, sendet zeitversetzt ab 17,15 h - leider mit Annette Gerlach als Kommentatorin. Einer unserer treuesten Leser hat mich gestern gefragt, ob ich irgend eine Idee hätte, die Gerlach zu verhindern. Nur eine kriminelle, lieber Freund - also ist die Gerlach nicht verhinderbar!
Bereits vormittag wird der "Nibelungenring für Kinder" beim Public Viewing (nicht im Fernsehen) zu erleben sein. Opernfreunde in aller Welt können den "Lohengrin auch mittels Web-Stream auf dem Computer-Bildschirm verfolgen!
Die "Bild-Zeitung" nennt auch technische Details: Die Oper wird live aus dem Festspielhaus übertragen. 40 000 Wagner-Fans kamen voriges Jahr. Am Sonntag dürften es ähnlich viele sein.
Und die Veranstalter rüsten auf. Die LED-Wand ist jetzt doppelt so groß wie bei früheren Übertragungen: 180 Quadratmeter. Auch an der Tontechnik wurde gefeilt. 86 Lautsprecher sind über den Platz verteilt. Sie haben 273 000 Watt Gesamtleistung, werden digital gesteuert.
Das Programm startet morgens um 11 Uhr. Im Festspielhaus singt um die Uhrzeit noch niemand. Gezeigt wird die Aufnahme der aktuellen Produktion „Wagner für Kinder“. Es ist eine 90-Minuten-Version des Riesen-Werks „Der Ring des Nibelungen“. Die Zeit bis zum Start des „Lohengrin“ um 16 Uhr können sich Eltern und Kinder im Erlebnisparcours vertreiben: Sie dürfen malen, basteln und sogar komponieren.
Probenfoto aus "Lohengrin". Foto: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath
Die "Münchner Abendzeitung" besuchte die Pressekonferenz: Es war die sicherlich dümmste Frage auf der Pressekonferenz der Bayreuther Festspiele: Ob denn die Festspielleitung nicht traurig sei, dass Jonas Kaufmann nach nur einer Spielzeit auf dem Grünen Hügel für den „Lohengrin” nicht mehr zur Verfügung stehe. Allgemeines Schulterzucken, deutliche Antwort von Katharina Wagner: „Wir sind unglaublich froh, dass Klaus Florian Vogt den Lohengrin singen und bei der Fernsehausstrahlung dabei sein wird.”
Tatsächlich hatte sich die öffentliche Wahrnehmung der Festspiele 2010 in hohem Maße um den als Star gefeierten Jonas Kaufmann gedreht, der seine Sache auch – wie zuvor im Münchner „Lohengrin” gut machte, von vornherein aber nicht verhehlte, dass sein Bayreuth-Engagement mit den damit verbundenen Anforderungen an Proben- und Aufenthaltszeiten nur eine kurze Stippvisite auf dem internationalen Rundweg zu Ruhm und Ehre sein würde.
Es spricht für das Festspielpublikum, dass es Klaus Florian Vogt in der Wiederaufnahme der Neuenfels-Inszenierung enthusiastischer und herzlicher als seinen Vorgänger feierte. Kein Zweifel, als Stolzing in den „Meistersingern”, Parsifal oder Lohengrin ist der Tenor mit der Unschuldsmiene und der jugendlichen Klarheit in der Stimme eine Klasse für sich.
Sebastian Baumgarten erklärt seinen "Tannhäuser"
Zum Glück sehen wir heuer den Lohengrin, nicht Sebastian Baumgartners "Tannhäuser"-Inszenierung. Wer weiß, vielleicht ist diese aber in zwei Jahren Kult!
Jedenfalls versucht Baumgarten in der "Deutschen Welle" nochmals, dem Betrachter seinen "Tannhäuser" ins Verständliche zu übersetzen: Ich komme vom Brecht-Theater her und mich interessieren systemische Zusammenhänge und das Agieren der verschiedenen Figuren darin. Wir haben uns überlegt, dass es einen Raum geben müsste, eine Installation, die für 200 Teilnehmer gedacht ist. Es ist ein geschlossenes System von strenger Ordnung, Ernährung, Rauschzuführung und ökologischer Energieerzeugung, in dem die Menschen existieren und vegetieren. Und darin ist der "Tannhäuser" so was wie das Mysterienspiel oder der Gründungsmythos. Die Kunstinstallation auf der Bühne ist nicht im realistischen Sinne wahrzunehmen, sondern ist eine Beschreibung von Gegenwart. Darin sind Venuswelt und Wartburg als ein großes geschlossenes System zu deuten.
Bei Ihrem "Tannhäuser" wird schon vor dem Beginn des ersten Akts gespielt. Die Leute, die so langsam eintrödeln, werden denken: Oh mein Gott, ich hab' was verpasst…
Ja, wenn man reinkommt, sieht man diese Installation in Betrieb. Das ist ein bestimmter funktionaler Ablauf, und der wird dort bereits an zwanzig Leuten demonstriert. Dann geht die Oper los, und wenn der I. Akt zu Ende ist, geht das Licht an und man sieht, dass die Tätigkeiten auf der Bühne fortgesetzt werden: essen, schlafen und Religionsausübung. Ich hoffe, dass wir dadurch doch ein gewisses Interesse auslösen können, dass wir uns über bestimmte Normalitäten oder Rituale, die hier existieren, ein wenig hinwegsetzen.
Wer hat in Baumgartens Wartburg-System eigentlich gearbeitet?? Oder gehört das nicht zum täglichen Leben??
Auf den müden Erfolg hingearbeitet? "Die Sache Makropulos" in Salzburg. Foto: Salzburger Festspiele/Aigner
Das ist klassischer Marthaler-Proviant, dessen Verfallsdatum einmal genau untersucht werden sollte. So beginnt Ulrich Amling in der "Zeit" den bislang einzigen etwas kritischen Bericht über den Festspielerfolg "Die Sache Makropulos". Bei der Premiere soll es noch Karten in allen Preisklassen gegeben haben. Nun haben die Zeitungen die Produktion "hochgeschrieben" - damit werden wohl auch Festspielbesucher auf Janacek aufmerksam, die diesen bisher für einen Fußballspieler der Wiener Austria gehalten haben.
Wer Perfektion erreicht, wird kalt, erklärt die sich durch die Jahrhunderte singende Emilia Marty. Kunst bedeute nur etwas, solange man an ihr scheitern kann. Im Besser-Scheitern hat es Marthaler weit gebracht. Doch in Salzburg will ihm dazu wenig einfallen. Ist es die Liebe des Musikers Marthaler zu Janacek, die Die Sache Makropulos so glatt abrollen lässt, auf einen unwidersprochenen, aber müden Erfolg zu? Esa-Pekka Salonen am Pult der Wiener Philharmoniker sekundiert da nur zu gerne. Er sucht nach großen, kräftigen Bögen, nach triumphierender Statik, wo alles veränderlich ist und ungewiss, bis auf die raren Momente der Erinnerung.
Bleiben wir bei "Makropulos". Daniel Ender schreibt nicht nur für den "Standard", sondern auch für eine echte Qualitätszeitung, die "Neue Zürcher Zeitung". Und er verhehlt nicht, dass er Markus Hinterhäuser als Langzeitintendant in Salzburg favorisiert hätte: Bei der Neuinszenierung von Leoš Janáčeks Oper «Věc Makropulos» («Die Sache Makropulos») zeigte sich aber erst in vollem Umfang, dass Hinterhäuser nicht nur – wie schon in den vergangenen vier Jahren – bei der Programmierung der Sparte Konzert, sondern auch in der Sphäre Musiktheater eine äusserst glückliche Hand hat. Deutlich erkennbar wurde hier seine Handschrift – und erahnbar, in welche Richtung sich ein traditionell gewachsenes Festival wie das in Salzburg unter seiner Gesamtleitung entwickeln könnte.
Wer seine Arbeit der letzten Jahre verfolgt hat, für den kam das Projekt freilich nicht überraschend: Janáček gehört zum festen Repertoire Hinterhäusers als Pianist, und mit Christoph Marthaler hat er schon mehrfach zusammengearbeitet – auf der Bühne wie auch als Programmmacher. Marthaler seinerseits hat seine Affinität zu Janáček bereits mit einer «Kátja Kabanová» im Rahmen der Salzburger Festspiele 1998 dokumentiert – und sie nun erneut unterstrichen.
Berlin hat Seefestspiele! Die "Sueddeutsche Zeitung" vermeldet dies: Sogar Vogelfänger Papageno kletterte mit einem Schlauchboot auf die Bühne - aber es fiel kein Regen, es sollte tatsächlich trocken bleiben an diesem Opernabend.
Fast 4000 Menschen kamen am Donnerstag an den Berliner Wannsee, um sich die Premiere der ersten «Seefestspiele» der Hauptstadt anzusehen. Geboten bekam das Publikum Mozarts «Zauberflöte», aufgeführt auf einer pompösen, 18 Meter hohen Bühne direkt am Ufer. Auf der pyramidenartigen Konstruktion gaben Papageno, Prinz Tamino, Sarastro und die anderen «Zauberflöte»-Protagonisten das bekannte Singspiel zum Besten. Die Königin der Nacht schwebte - von einem stählernen Schwebearm getragen - gar in gut 20 Metern Höhe zur ersten Arie ein - beklatscht und bejubelt vom Publikum.
Das von Katharina Thalbach inszenierte Spektakel lockte auch Prominente an - und zwar die üblichen Verdächtigen wie Klaus Wowereit, Guido Westerwelle etc.
Im südöstlichsten Eck Österreichs liegt in einer wunderschönen Gegend, umgeben von Weingärten,
Schloss Tabor. Das Open-Air-Opernfestival J:Opera Jennersdorf im halboffenen Schlosshof in Neuhaus/Klausenbach ist seit Jahren gut eingeführt. Heuer spielt man Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Aber nur mehr an diesem Wochenende. Beeilen Sie sich also!
Anna Prohaska: Der ganz große Durchbruch kam in Salzburg heuer noch nicht - aber die Sopranistin ist ja noch sehr jung!
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" haben sie interviewt: OÖN: In der Welt der Oper scheint es, als ob viele Sänger bereits mit phonetisch schmucken Namen geboren wurden. Und plötzlich gibt es da eine mit dem „urwienerischen“ Namen Prohaska?
Prohaska: Sie sagen es. Ein klassisch „wienerischer“ Hausfrauenname. Mein Onkel wollte verhindern, dass ich auch noch Anna genannt wurde. „So heißt eine Hausbesorgerin“, sagte er. Dann waren wir sogar fünf Annas in der Schulklasse.
Zum Carinthischen Sommer nach Villach: lldikó Raimondi, Peter Matic und Eduard Kutrowatz ließen Lieder von Franz Liszt und dessen
Zeitgenossen in schlichter Schönheit erklingen.
Mehr Info dazu in der "Kleinen Zeitung"!
Peter Handke machte aus seiner Familie lauter Widerstandskämpfer. Zu sehen ist das derzeit bei den Salzburger Festspielen. Eine erste Nachtkritik ist online!
Gerd Anthoff ist 65!
Den Herren mit der markanten Stimme und dem unverkennbaren bayrischen Zungenschlag kennen wir Ösis vor allem aus den Fernsehen. Aber er spielt in erster Linie Theater. Man fragt sich tatsächlich, wann dieser Mann all die Filme und Serienfolgen dreht, die bald täglich über den Bildschirm flimmern. Gar nicht nebenbei spielt er noch Theater, bis vor kurzem jedenfalls am Bayerischen Staatsschauspiel. Aber am Residenz Theater brechen mit Martin Kušej jetzt andere Zeiten an.
Immerhin war Anthoff dort seit 1970 Ensemblemitglied. So was galt früher schon als Rarität im Metier. Aber vermutlich blieb auf diese Weise immer die Verbindung mit München, mit der Bühne, mit der Kulturszene der Stadt, in der er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde. Im Westend ist er aufgewachsen, und das Ur-Münchnerische blieb immer seine Sprache, sie durchdringt selbst die hohen Klassiker des Theaters. Ganz zu schweigen von all den bayrischen Helden, die er wie selbstverständlich auf Bretter und Mattscheiben hebt. Übrigens immer ohne zu dimpfeln oder in gefährliche Nähe zu irgendwelchen Holdrio-Stadeln zu geraten.
Eigentlich ist das hervorstechendste Ereignis des heutigen Tages, dass vor exakt 50 Jahren mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen wurde. Auch damit besfasst sich die heutige Presseschau!
Während man in Teilen Europas und natürlich in Deutschland und Österreich Verständnis für die Demolierer, Plünderer und leider auch Totschläger in England aufbringt, übt sich der englische Premierminister David Cameron in harten Tönen:
Der britische Premierminister David Cameron hat seine Unterstützung für die Forderung geäußert, Randalierern staatliche Hilfen zu entziehen. Wer „seine eigene Gemeinde ausraube und ausplündere“ solle nicht länger das Recht haben, in Sozialwohnungen zu leben, sagte Cameron am Freitag dem Fernsehsender BBC. Offenkundig müssten sie dann eine Wohnung auf dem freien Markt finden. Das werde schwieriger werden, doch hätten „sie daran denken sollen, bevor sie mit Einbrüchen begannen“.
Der konservative Regierungschef verfolgt eine harte Linie gegen die Randalierer und Plünderer, die vier Tage in Folge in London, Manchester und Birmingham für Chaos gesorgt hatten. Die Ausschreitungen hatten zu einer Welle öffentlicher Empörung geführt.
Dieser Artikel stammt aus der "Welt - online" - ebenso wie ein weiterer, der mit "Wir müssen die rosa getönte, liberale Brille ablegen - Europa übt sich in Verständnis für den tobenden Mob auf Londons Straßen. Wie wäre es zur Abwechslung mit Verachtung für diese Orgie der Gewalt?" übertitelt ist!
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SONNTAG, 14.August 2011
"Königin der Nacht" in den Lüften - von einem Kran gehievt. Spektakuläre Zauberflöte am Berliner Wannsee. Foto: Ursula Wiegand
Merker-Mitarbeiterin Ursula Wiegand besuchte die B-Premiere der "Zauberflöte" am Berliner Wannsee - und wurde dabei nass. Nässe ist das Markenzeichen des heurigen Sommers, nicht nur in Berlin, auch in Bregenz und Mörbisch. Nun hat auch das wasserreiche Berlin endlich seine Seefestspiele. Bravo! Doch lange hing das mutige, privat finanzierte Unternehmen am seidenen Faden. Erst sollte die Aufführung der „Zauberflöte“ auf einer Insel im benachbarten Potsdam stattfinden, doch die Umweltschützer protestierten.
Kurzerhand ließ der Veranstalter, die DEAG, die Kulissen zum Wannsee in Berlin-Zehlendorf verschiffen, darunter eine 18 m hohe und 20 Tonnen schwere Pyramide, die an Ägypten erinnert. (Bühnenbild: Momme Röhrbein). Diese auf Pontons ins Wasser zu stellen, wurde ebenfalls nicht genehmigt. Also steht sie jetzt – anders als in Bregenz - im Strandbad Wannsee, d.h. auf dem Land hoch über den Strandkörben.
Hier aber wirkt das in wechselnder Beleuchtung erstrahlende Dreieck durchaus faszinierend, schimmert doch der Wannsee durch das Loch in der Mitte und an den beiden Seiten als ferne Spielfläche. Außerdem sitzt das Publikum nun näher an der Pyramide, sieht also die Akteure und Fabeltiere nicht nur als winzige Pünktchen.
Gut so, denn bei Regisseurin Katharina Thalbach gibt es immer was zu gucken. Dem Publikum soll die Zeit nicht lang werden. Schlangen mit feurigen Augen bedrohen den Prinzen Tamino. Kröten, Wildschweine, Schmetterlinge, Blumen – alles im Großformat – jagen dem ohnehin ängstlichen Papageno gehörig Furcht ein. Die fantasievollen Kostüme von Angelika Rieck beschäftigen die Augen ebenfalls, und auch an Slapsticks fehlt es nicht.
Mit diesem Zauberflöten-Märchenland für Erwachsene tun Frau Thalbach und Mitstreiter also genau das Richtige bei solch einer Freiluftaufführung, zu der auch weniger opernkundige Menschen strömen. Insbesondere der recht zähe zweite Aufzug mit den Prüfungen für Tamino, Pamina und Papageno, der selbst Opernhäusern Schwierigkeiten bereitet, profitiert von den optischen Zutaten.
Eine weitere gedankliche Ebene einzuziehen, die Puristen vermissen, wäre für viele Zuschauer ohnehin unverständlich. Es ist eine Zauberei für das Kind in uns allen, und so wird diese Aufführung, die B-Premiere, zuletzt begeistert gefeiert.
Natürlich vergleiche ich die Rezensionen der Online-Merker-Mitarbeiter mit jenen der Tageszeitungen. Wenn jemand zuviele Ausreißer liefert, wird man mit ihm/ihr sprechen müssen. Nun ein Auszug aus der "Frankfurter Allgemeinen: Obwohl es keine Subventionen gibt (und darauf ist man stolz), nennt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit das Unternehmen in seinem gedruckten Grußwort gleich „unsere neuen Seefestspiele“. Er kommt auf „demokratische Theatertraditionen der antiken Amphitheater“ zu sprechen, freut sich, dass „Hochkultur niedrigschwellig“ angeboten werde und sich „an breite Bevölkerungsschichten“ wende. Ganz in diesem Sinne feiert Elke Heidenreich in einem Aufsatz für das Programmheft „Die Zauberflöte“ als ein Werk an alle und für alle.
Und genau so, quasi als basisdemokratische Volkstheaterrache der Kirmesgaukler an der Diktatur der subventionierten Regisseurscliquen, hat Katharina Thalbach das Stück inszeniert. Es ist ein großer, lustiger Kindergeburtstag geworden. Schon während der Ouvertüre - gespielt von der übrigens exzellenten Kammerakademie Potsdam unter Judith Kubitz - schoben schwarzkuttige Mönche zwei rotäugige See-Ungeheuer herein: Nessies auf dem Rollator. Ein drittes wurde dann von den drei Damen so herrlich lautstark abgemurkst, dass hier schon die ersten Sechsjährigen in die Hände klatschten. Kurz darauf glotzte dann das Schulanfängerpublikum eher gelangweilt seine Fußspitzen an, während die drei Damen sich über Prinz Tamino hermachten, ihre Nonnenhabits aufrissen, bis fleischfarbene BHs mit dick aufgemalten Brustwarzen hervorploppten. Nach diesem altersspezifischen Zielgruppensplitting ging doch wieder eine hohe szenische Integrationskraft aus von einem großartigen, absolut irren Bild: Die Königin der Nacht, mit Silberglitzerkrone, wurde durch den Arm eines Hubdrehkrans in die Luft gehievt und sang in wirr flatternder Kreppseide, pechschwarz, ihre erste Arie vor dem noch hellen Abendhimmel.
Ja, gesungen wurde auch. Lesen Sie also Wiegands Kritik ebenso wie die der "Allgemeinen"
Ein farbenfroher Lohengrin steht uns heute ins Haus. ARTE überträgt ab 17,15 h
Heute ist ein "Historischer Tag" für die Bayreuther Festspiele: Erstmals wird eine Aufführung der Festspiele live im Fernsehen gezeigt. Zwar nicht so ganz live, denn die beiden ersten Akte müssen leicht zeitversetzt präsentiert werden, sind doch die Bayreuther Pausen berühmt-berüchtigt für ihre Dauer von einer Stunde. Einen Werbeblock in dieser Länge kann keine TV-Anstalt der Welt anbieten, eine Stunde Plauderei mit Annette Gerlach wäre ein Höchststrafe, die wohl niemand von uns verdient hat, abgesehen davon, dass Folter bei uns verboten ist! Also kürzt man die Pausen auf das übliche Maß und findet sich dann wieder im 3. Akt, der dann echt live rüberkommt!!
Die "Kleine Zeitung wirft eine interessante Frage auf: Anstelle von Jonas Kaufmann singt Klaus Florian Vogt den Lohengrin. Mühelos, mit schlanker, fast geschlechtsloser Stimme porträtiert er den Gralsritter aus einer fernen Welt. Annette Dasch ist in die Rolle der Elsa hineingewachsen. Andris Nelsons dirigiert die Partitur frisch und aufpeitschend. Besonders imposant singen und spielen die bösen Zentralfiguren des Abends, Petra Lang als Ortrud und Tomas Tomasson als Telramund. Ein Opernvergnügen.
Könnten Sie uns das mit der "geschlechtslosen Stimme" noch genau erklären, liebe "Kleine Zeitung"?
Aber in Bayreuth selbst ist heute "Public Viewing" - also eine Art Volksfest für Groß und Klein. Mit dem Wetter haben die Veranstalter ein Arrangement getroffen - heute soll es trocken bleiben, der nächste Regen ist für Montag angesagt! Bereits vormittag wird der "Nibelungenring für Kinder" beim Public Viewing (nicht im Fernsehen) zu erleben sein. Opernfreunde in aller Welt können den "Lohengrin auch mittels Web-Stream auf dem Computer-Bildschirm verfolgen!
Die "Bild-Zeitung" nennt auch technische Details: Die Oper wird live aus dem Festspielhaus übertragen. 40 000 Wagner-Fans kamen voriges Jahr. Heute dürften es ähnlich viele sein.
Und die Veranstalter rüsten auf. Die LED-Wand ist jetzt doppelt so groß wie bei früheren Übertragungen: 180 Quadratmeter. Auch an der Tontechnik wurde gefeilt. 86 Lautsprecher sind über den Platz verteilt. Sie haben 273 000 Watt Gesamtleistung, werden digital gesteuert.
Es geht um 11 h mit der Kinderfassung des "Rings der Nibelungen (90 Minuten) los!
Thomas Hengelbrock spricht über Bayreuth
Ich weiß schon, dass heute Andris Nelsons und nicht Thomas Hengelbrock dirigiert, aber just heute bringt das "Hamburger Abendblatt" ein Interview mit Hengelbrock, das auf die Arbeitsbedingungen in Bayreuth eingeht: Wie klingt Wagner dort im Epizentrum, wo Sie saßen?
Hengelbrock: Der Dirigentenposten hat den Vorteil, das Orchester so zu hören, wie sie wohl kein anderes je hören werden. Sie sind umgeben von einer Klanglawine, die ihresgleichen sucht. Der Nachteil ist, dass man von der Bühne fast nichts hört, und bei Balance und Dynamik haben Sie überhaupt keine Handhabe, Dinge zu korrigieren. Man ist vollständig in der Hand der Assistenten, die sagen, wo man lauter oder leiser spielen muss.
Also gilt die Faustregel: Wenn ich einen halben Takt voraus bin, passt es in etwa, es sei denn, der Chor steht ganz weit hinten?
Hengelbrock: Es gibt etliche solcher Regeln, das ist vollkommen absurd. Man muss sehr schnell sein, und, ganz wichtig, man darf nicht die Nerven verlieren...
... Ein ganz großer Konfliktbereich war und ist jedoch, dass es auch für die Szene viel zu wenig Probenzeit gibt.
Sie hatten zwölf Stunden vor der Premiere.
Hengelbrock: Ziehen Sie mal die Pausen davon ab, dann sind Sie bei zehn Stunden für ein Drei-Stunden-Stück. Das war schon ein Himmelfahrtsunternehmen.
Die Salzburger Festspiele wurden auch indirekt in die Tumulte in London miteinbezogen. "Oe24-Kultur" nennt die Hintergründe: Aufregung bei Le nozze di Figaro am vergangenen Donnerstag bei den Salzburger Festspielen. 45 Minuten nachdem die Vorstellung hätte beginnen sollen, trat Präsidentin Helga Rabl-Stadler vor den Vorhang und entschuldigte sich bei den Gästen: Aufgrund der Unruhen in England sei die Maschine des englischen Orchestra of the Age of Enlightenment in London verspätet abgefertigt worden. So begann Le nozze statt um 19 erst um 20 Uhr und endete um 23.15 Uhr. Dennoch Jubel, besonders für Genia Kühmeier (Gräfin) und Erwin Schrott (Figaro), der beim Verbeugen lachend auf seine Armbanduhr klopfte.
Die Salzburger Festspiele freuen sich, dass die Benefiz-Generalprobe der konzertanten Opernaufführungen von Iolanta / Le Rossignol mit Anna Netrebko, Piotr Beczala und Ivor Bolton am 13. August im restlos ausverkauften Festspielhaus insgesamt € 158.065,- einspielte. Der erwirtschaftete Kartenerlös kommt zur Gänze dem Wiederaufbau der Muza Kawasaki Symphony Hall in Japan zugute.
„Ein riesiger künstlerischer und sozialer Erfolg“, jubelte die Präsidentin, und dankt den Künstlern und dem Publikum. Bürgermeister Schaden, der selbst schon mit dem Mozarteumorchester Salzburg in der Muza Kawasaki Symphony Hall gewesen ist, konnte spontan für die Stadtregierung versprechen, diese Summe auf € 200.000 Euro aufzustocken. „Eine Städtepartnerschaft zeigt ihren Sinn, wenn man einander in schlechten Zeiten hilft“, betont Bürgermeister Heinz Schaden. Kawasaki ist seit 1992 Partnerstadt von Salzburg.
Die Stadtregierung hat den Aufschlag aber nicht aus eigenen Taschen bezahlt. Herr Schaden hat somit nicht für die Stadtregierung, sondern für die Steuerzahler ge- und versprochen!
Elisabeth Schwarzkopf
Für Elisabeth Schwarzkopf hat die Schubertiade ein kleines Museum in Hohenems eingerichtet, das ab heute zugänglich sein wird. Die große Sopranistin Schwarzkopf hatte ihren Lebensabend in Vorarlberg verbracht und war 2006 in Schruns im Alter von 90 Jahren gestorben. Ebenfalls am Sonntag ist in ORF 2 eine neue Dokumentation über die Sängerin zu sehen.
Handkes Familienstory bei den Salzburger Festspielen. Foto: Barbara Gindl
Auszug aus der Rezension der "Presse": Der Schluss aber, den Gotscheff zu einem viel zu langen Monolog macht, in dem Harzer wütend in der Klage und allzu belehrend wird, wirkt wie ein schwaches Nachspiel zu den besinnlichen vier Stunden davor. Man fragt sich, ob der Regisseur nun nicht gar ein dekonstruktives neues Spiel begonnen hat, das den Autor ironisch persifliert. Schon in einer Szene zuvor war das Ich mit einem langen Bart aufgetreten, wie ein wütender Prophet, der seine Jeremiaden gegen die Welt schleudert. Harzer schwankt über die Bühne, fällt hin, richtet sich auf, fällt wieder hin. So niederschmetternd kann sentimentale Erinnerung sein?
Die Bild-Ikone zum Berliner Mauerbau: Mit einem Sprung rettet sich am 15. August 1961 ein DDR-Soldat von Ost nach West. (Bild: Key/Peter Leibing)
50 Jahre Mauerbau ist ein Jubiläum, das auch zur Aufarbeitung von Mythen geeignet ist. Zum Beispiel den Mythos John F. Kennedy, mit dem sich immerhin die "Sueddeutsche Zeitung" befasst: Kein Präsident machte mehr Fehler im ersten Jahr als John F. Kennedy.
In diesem Moment startet der erst 43-jährige, aber relativ kranke Kennedy seine Präsidentschaft mit einer Serie außenpolitischer Fehltritte, die Kempe zu einem vernichtenden Urteil bringen: Kein moderner Präsident machte mehr Fehler im ersten Amtsjahr als Kennedy. Der Präsident akzeptierte den Mauerbau und ließ Chruschtschow früh wissen, dass die Abriegelung des Ostens - ein klarer Verstoß gegen das Vier-Mächte-Statut - keine Konsequenzen nach sich ziehen würde.
Kennedy zeigte bereits Schwäche, als er im April Chruschtschow zu einem Treffen in Wien animierte. Wien "war die schlimmste Sache in meinem Leben", erzählte Kennedy später, "er ist geradezu über mich hergefallen." Für Chruschtschow war dann spätestens am 25. Juli klar, dass er von den USA keinen ernsthaften Widerstand zu erwarten hätte, wenn er einseitig die Spielregeln änderte. In einer Rede bezog sich Kennedy, wie zuvor in Wien, mehrfach auf die Unantastbarkeit des "Westens" - und machte damit klar, dass ihn die Verhältnisse im Osten nicht interessierten.
Als fünf Tage später der einflussreiche Senator William Fullbright den Vorschlag machte, den Exodus der Menschen aus der DDR mit einer Grenzsperre zu stoppen, musste der Kreml das als eine Botschaft Kennedys interpretieren. Das Weiße Haus ließ Fullbrights Aussage unwidersprochen stehen. Chruschtschow wusste damit, dass der Mauerbau zumindest keine militärische Krise und schon gar keinen Nuklearkrieg heraufbeschwören würde. Als das Bauwerk stand, sagte Kennedy seinem Umfeld: "Das ist keine sehr schöne Lösung, aber eine Mauer ist verdammt noch mal besser als ein Krieg."
Kennedy war somit kein Berliner!!!
Sollen Ernie und Bert heiraten??
Zum Schluss noch ein ganz wichtiges Thema, um das sich der "Stern" sorgt: Wann werden sie sich endlich trauen? Wenn es nach dem US-Schwulenrechtler Lair Scott geht, sollten sich Ernie und Bert bald das Jawort geben. Und die fast 7000 Menschen, die seine Onlinepetition bereits unterschrieben haben, sehen das genauso. Ernie und Bert leben schließlich seit mehr als 40 Jahren zusammen und sind mit der Zeit zu Ikonen der Schwulenbewegung geworden. Die beiden seien das perfekte Beispiel, um Kindern zu zeigen, dass Homosexualität sowie die Homoehe völlig normal seien, argumentiert Scott.
Dazu fällt mir nichts ein, beurteilen Sie das Thema ganz individuell für sich!
Einen schönen Sonntag wünscht A.C
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MONTAG, 15.8.2011
Bayreuther "Public Viewing". Foto: Nordbayerischer Kurier
Vermaledeites Wetter, nicht einmal zum Bayreuther Public Viewing hat es Wort gehalten. Entgegen den Prognosen der Wetterfrösche schüttete es wie aus Eimern, zwar nur kurzzeitig, aber so, dass viele Besucher durchnässt das Weite suchten. Als sich das Wetter besserte, füllten sich die Reihen wieder.
Trügerisch blauer Himmel - Bayreuth vor dem Regenguss!
ARTE Märchentante Annette Gerlach erzählte uns, dass für den Sendeausfall bei "Arte" - der Weltpremiere der ersten Live-Übertragung aus dem Bayreuther Festspielhaus - auch der Regenguss verantwortlich sei. Das hätte ihr nicht einmal meine Großmutter geglaubt (die schon gar nicht), da muss "Arte" schon eine bessere Ausrede aufbieten. Jedenfalls war diese "Weltpremiere" mit einem argen Schönheitsfehler behaftet!
"Der Opernfreund" Dr. Peter Bilsing hat während der Übertragung seine Eindrücke niedergeschrieben. Während sich Telramund (ein auch optisch richtig fieser Möpp, dessen Friseur schon vor Jahren gestorben zu sein scheint) ein großes Schwert besorgt, bricht die Live-TV-Übertragung von ARTE, die ohnehin mit 75 minütigem Nachlauf (welche Lachnummer!) gesendet wird, ab. Wie bitte? Das kann doch wohl nicht wahr sein.?
BOING – ob da der alte Richard aus dem Himmel dazwischen gefunkt hat, um seine ehernen Rechte zu wahren? Oder hat es sich Kathi doch noch überlegt und letztendlich den Stecker gezogen? Millionen Fernsehzuschauer sind entsetzt! Ist damit die weltweit erste TV Übertragung vom heiligen Hügel beendet. Wir sind entsetzt. Peinlicher geht es nicht mehr. Es ist als befänden wir uns im der Frühsteinzeit des Fernsehens. Hallo! Kommt noch was???Derweilen spielt ARTE Dosenkost aus dem Archiv ein. Frevel!! Unverschämtheit.
EIN WUNDER… Ja wir brauchen anscheinend das Wunder sofort! Oder straft so der sprichwörtliche „Liebe Gott“ den Regisseur Neuenfels für soviel verquirlte Scheiße und möchte verhindern, dass wir noch mehr des Unsinns sehen – heilige Maria.
Da !!! Hurra das Bild ist jetzt nach gut 20 Minuten wieder da, was bedeutet, dass der Live-Nachlauf jetzt 95 Minuten beträgt. Als wäre nichts geschehen.
Link zum gesamten Artikel!
Dazu muss ich sagen, dass mir und meiner Familie diese Inszenierung eigentlich ganz gut gefallen hat, sogar meine Opern-abstinente Tochter opferte etwa eine Stunde ihrer Zeit dafür! Dabei merkte sie, die den Lohengrin nicht kennt, plötzlich an "Diese Elsa ist doch strohdumm!" Aber bitte, es gibt auch genug "Merker", die in Elsa eine Lichtgestalt sehen! Meine Frau wieder kommentierte den Auftritts Lohengrins mit "Welch schrecklicher Softy". Und später "Jetzt kneift er auch noch, wenn es ans Eingemachte geht! Wäre ich der König, dem würde ich einen Spitz in den Hintern verpassen und auf die Lüftung seines Inkognitos gar nicht mehr neugierig sein. Zuerst bringt er alles durcheinander, dann haut er ab! ! Es ist ein "Gfrett" mit den Frauen!
Bereits am Vormittag gab es bei warmem Sommerwetter rund um den „Ring des Nibelungen“ für Kinder ein Programm mit Wagner-Erlebnisparcours. Außerdem war eine 90 Minuten lange Version des „Rings“ in einer Fassung speziell für Kinder als Film zu sehen. 3.000 Gäste, darunter rund 1.000 Kinder, nutzten diese Möglichkeit. Anschließend konnten sich die jungen Wagnerfans aktiv die Welt der Nibelungen erschließen: Der Wagner Erlebnisparcours lud zum Malen, Basteln, Schminken und Instrumente kennenlernen mit Theaterprofis ein. (Auszug aus der "Hamburger Abendzeitung" )
Anna Netrebko: Foto: Barbara Zeininger
Drei der derzeit prominentesten Opern-Stars, Anna Netrebko , Jonas Kaufmann und Erwin Schrott, sind am 16. August auf der Berliner Waldbühne zu sehen. Dort kommen 18.000 Zuschauer im Rahmen der Produktion der Deutschen Entertainment AG (DEAG) in den Genuss der Meisterwerke großer Komponisten wie Verdi, Massenet, Gershwin oder Lehàr. Das ZDF sendet zeitversetzt, ab 22.15 Uhr, in der "Sommernachtsmusik" einen Mitschnitt des Konzerts, das im Rahmen der "Gipfeltreffen der Stars"-Reihe stattfindet.
Hoffen wir, dass diesmal das Wetter in diesem verregneten Sommer eine Ausnahme macht und nicht als Ausrede für eine technische Panne herhalten muss!
Vom Wetter völlig unbeeinflusst ist die heutige Premiere der Salzburger Festspiele "Le Rossignol"/ "Iolanta" .
Samstag gab es bereits eine als Benefiz durchgeführte Generalprobe, von der Martin R. Botz für den Online-Merker berichtet. Bevor bei mir wieder Proteste eingehen, nach denen man von einer Generalprobe nicht berichtet, sei klargestellt, dass für diese Vorstellung Eintrittsgeld abverlangt wurde. Wenn bezahlt wird, darf man auch darüber berichten!
Jolanta war die einmalige, unvergleichliche Anna Netrebko. Ein so beseeltes Singen wird man kaum irgendwo erleben. Da sie die Rolle beherrscht, braucht sie keine Noten und spielt im Rahmen des Möglichen. Sie braucht kein Notenpult und belebt die Jolanta mit den entsprechenden Gefühlen - und das geht bis ins Innerste der Seele – auch bei den Zuschauern. Ich erlebte sie zum ersten Mal 1995 als ganz junge 22-Jährige. Seit damals blieb sie mir unvergesslich und ich erlebte ihre Entwicklung zur ganz großen Künstlerin. Ziemlich zu Anbeginn hat sie eine Arie, dann das große, überwältigende Duett mit Vaudémont und dann das große, hymnische Finale.
"Die Zauberflöte" auf dem Wannsee in Berlin. Foto: Ursula Wiegand
So gewalttätige Damen trifft man selten. Mit Morgenstern, Knüppel und Axt schlugen sie kurz entschlossen die böse Schlange tot, die so dumm war, den Prinzen Tamino (Musa Nkuna) zu bedrohen.
Ab dieser temperamentvollen Szene gleich zu Beginn von Mozarts "Zauberflöte" ging das Publikum gut gelaunt mit. Immer wieder belohnte Szenenapplaus Sänger und Statisten.Verdient, denn selten hat man ein so spielfreudiges Ensemble auf einer Opernbühne gesehen. Schon gar nicht, wenn das Spektakel unter freiem Himmel stattfindet und die Wege auf der 16 Meter hohen Pyramide nicht gerade leicht zu bewältigen sind.Überhaupt wartete diese "Zauberflöte" mit vielen positiven Überraschungen auf. So machte es nichts aus, dass Momme Röhrbeins Riesen-Bühne mit Palmen, Schiebekulissen und Feuerzauber nicht, wie geplant, im Wannsee schwamm. Dann muss das Orchester der Kammerakademie Potsdam mit seiner Dirigentin Judith Kubitz genannt werden. Die Musiker spielten einen frischen, blitzsauberen Mozart, der dank hervorragender Bühnentechnik glasklar zu hören war. Dann das Ensemble, bis in die kleinsten Rollen hervorragend besetzt. Alles sehr junge Sänger am Beginn ihrer Karriere. Vor allem Sophie Klußmann als Pamina begeisterte. Beim Papageno ging Regisseurin Kathi Thalbach das größte Risiko ein. Denn sie besetzte die Rolle des komischen Vogelfängers nicht mit einem Sänger, sondern mit dem Schauspieler Guntbert Warns. Mit Glück! Warns meisterte seine Sangespartien mit viel Geschick und hatte die meisten Lacher auf seiner Seite.Doch gerade an der Figur des Papageno leidet diese "Zauberflöte" im zweiten Teil. Oft als reines Kindertheater zum Thema "Prinz sucht Prinzessin" inszeniert, versucht Thalbach auch die Schwere der Oper auf die Bühne zu bringen. Sarastro (Andreas Hörl) und seine Priester singen als tibetanische Friedensmönche sehr weihevoll über Moral und Verantwortung. Ein riesiger Fuß steht auf der Bühne, bei den alten Ägyptern das Sinnbild des Lebens.Neben diesen gewollt seriösen, aber unfreiwillig komischen Regieansätzen fällt das bemühte Kalauern des armen Papageno immer unangenehmer auf. Nach drei schlechten Scherzen braucht man wenigstens einen guten. Hier sind es leider nur zehn weitere schlechte. Hätte die Thalbach die weggelassen und sich auf ihren guten Start verlassen, wäre es ein hervorragender Abend geworden. So ist er "nur" sehenswert.
Salzburg: Young conductors Award: Da die Felsenreitschule, die spätestens mit diesem Konzert auch ihre Feuertaufe für Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts bestanden hat, nicht ausverkauft war, stellte sich die Frage, ob die Festspiele nicht den Termin überprüfen sollen. Die Qual der Veranstaltungswahl war am Samstag (13.8.) zu groß. Ainârs Rubiíis und die Musiker des Gustav Mahler Jugendorchesters aus ganz Europa hätten jedenfalls den Applaus eines komplett ausverkauften Hauses verdient. Und Standing Ovations, wie die Kollegen aus Venezuela. (Auszug aus "Drehpunkt Kultur)
Elisabeth Schwarzkopf
Für Elisabeth Schwarzkopf hat die Schubertiade ein kleines Museum in Hohenems eingerichtet, das absofort zugänglich ist. Die große Sopranistin Schwarzkopf hatte ihren Lebensabend in Vorarlberg verbracht und war 2006 in Schruns im Alter von 90 Jahren gestorben.
Robert Redford ist 75!
Klicken Sie sich durch Fotos aus seinen Filmen!
In den vergangenen Jahrzehnten wurden Millionen Fernsehzuschauer von legendären TV-Shows wie "Ruck Zuck" oder "Dalli Dalli" begleitet. Diese Spieleshows erreichten in ihren besten Zeiten 50 % Einschaltquoten. Davon können heutige Formate wie "Das Dschungelcamp" oder "Die Millionenshow" nur träumen, natürlich ist aber auch die Konkurrenz härter geworden.
Damit diese Klassiker nicht in Vergessenheit geraten, haben wir hier einige dieser TV-Highlights zum Reinklicken.
Auszug aus dem "Kurier". Klicken Sie sich durch Klassiker wie "Einer wird gewinnen"!
Zu den Videoclips
Früher war alles besser! Oder doch nicht? Darüber gibt es eine Diskussion in unserem Forum. Da aber derlei nicht durch Zahlen messbar und damit durch Fakten zu untermauern ist, verwende ich bei solchen Diskussionen gerne Vergleiche aus dem Bereich Sport.
Zieleinlauf beim olympischen 100 Meter-Finale 1960. Im Vordergrund Armin Hary
Als vor zig-Jahren der Deutsche Armin Hary als erster Mensch die 100 Meter in (handgestoppten) 10,0 Sekunden lief, schieb er damit Sportgeschichte. Heute gewinnt man mit 10,0 keine nationale Meisterschaft - zumindest nicht jene in den USA.
Einen schönen Feiertag wünscht
A.C
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DIENSTAG, 16. AUGUST 2011
Anna auch heute wieder Mittelpunkt: ZDF und ORF übertragen zeitversetzt ab 22,15 h das Berliner Waldbühnen-Konzert.
Übrigens ätzte eine Dame meiner Umgebung: "Es ist eindeutig, dass sich die Netrebko keinen Style-Berater mehr leistet: So etwas wie dieses gelbe Kleid wäre ihr früher nicht passiert."
Wenn Anna Netrebko, Erwin Schrott und Jonas Kaufmann gemeinsam auftreten ist das natürlich ein „Event“, zu dem sich ein Publikum einfindet, das in „normalen“ Klassik-Konzerten und Opernaufführungen wahrscheinlich eher selten zu finden ist. Das Programm ist eine bunte Mischung von Arien, Duetten und Terzetten aus Opern und von Mozart, Verdi, Gounod bis zu Gershwin. Allerdings werden nicht nur die populären „Highlights“ gesungen, sondern z.B. auch ein Terzett aus der eher unbekannten Verdi-Oper „I Lombardi alla prima crociata“. Als Zugabe singt Anna Netrebko die Arie „O mio babbino caro“ aus „Gianni Schicchi“, Erwin Schrott einen Tango aus seiner Heimat und Jonas Kaufmann „Freunde das Leben ist lebenswert“ von Franz Lehár. Änderungen sind natürlich möglich.
Anna Netrebko hat wieder mal ein Interview gegeben und ihre Restaurant-Pläne schon etwas relativiert:" Momentan ist das nur eine Idee. Ich weiß, dass so was nicht einfach ist." Und sie hat verraten, dass sie 2014 bei der Eröffungszeremonie der Olympischen Winterspiele in Sotschi singen wird.
Diese Info stellt uns A. Thien zur Verfügung.
Er profitiert ganz klar von der Verbindung zu Anna Netrebko: Erwin Schrott. Foto: DI. Dr. Andreas Haunold
Eleonore Büning spricht das in der "Frankfurter Allgemeinen" auch ganz klar an: Erwin Schrott tritt heuer in Salzburg sehr viel öfter auf als Anna Netrebko, er singt sowohl den Figaro im „Figaro“ als auch den Leporello im „Don Giovanni“. Schrott sagt es gern und oft, wahlweise zur „Kronen-“ oder zur „Bild“-Zeitung: „Meine Frau ist wunderschön, meine Frau ist höchst talentiert, ich liebe meine Frau.“ Das ist authentisch. Das versteht jeder.
Ohne seine talentierte, schöne Frau hätte Schrott, das wissen auch alle, diese Rollen nie bekommen. Er ist ein Bariton, wie es viele gibt. Ja, es gibt etliche, die mehr Volumen haben, mehr Farbe, mehr Ausdrucksvarianten, die weniger chargieren und es doch niemals zu einer Hauptrolle in Salzburg bringen werden. Aber Schrott sieht sehr gut aus, und er ist Netrebkos Mann. Das sind andere Baritone nicht.
Zur Pressekonferenz bezüglich "Iolanta": Gesagt hat Anna Netrebko nicht viel beim Pressetermin. Nur: Sie liebe die „Iolanthe“-Musik, sie sei wunderschön. Kein Wort dazu, dass das gleiche Stück in exakt derselben Sängerbesetzung vor zwei Jahren schon einmal in Baden-Baden szenisch gezeigt wurde. Salzburg ist ein exklusiver Ort, alles, was in Salzburg stattfindet, findet bekanntlich nur in Salzburg statt.
Auch blieb unerwähnt, dass alle Generalproben hier sowieso öffentlich sind. Die Überraschung dieser „Iolanthe“-Probe besteht nur darin, dass die Eintrittskarten teurer sind, von 30 bis 120 Euro. Es handelt sich um eine Benefiz-Veranstaltung, der Reinerlös ist bestimmt für den Wiederaufbau der Muza Kawasaki Symphony Hall in Japan, die im März beim Erdbeben zerstört wurde.
Über diese Voraufführung haben wir gestern bereits berichtet, von der gestrigen Premiere ist zur Stunde nur bekannt, dass sich der Promi-Auflauf in Grenzen hielt. Dass Anna umjubelt wurde, setzen wir einmal voraus!
Riccardo Muti dirigierte das Verdi-Requiem
Auszug aus "Drehpunkt Kultur": Schäfchenwolken, auf einer jeden ein frohlockender Engel. Gegen das „Hosanna“ zu leichte Quellwolkenbildung ohne Gewittergefahr: Das war der meteorologische Befund im Sanctus, und ein solcher tut gut in diesem Sommer. Himmlisch schwerelos hat die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor das umgesetzt, und die Wiener Philharmoniker sind sowieso in erdferner Stimmung, wenn sie zu Ferragosta im Großen Festspielhaus unter Riccardo Mutis Leitung aufspielen. Es war wieder mal sogar der Orchestergraben bestuhlt zu dem Anlass – und ausverkauft ist man sowieso.
Wunderbar wird gesungen bei diesen Festspielen, wie schon seit Jahren nicht. Da machte das Konzert mit dem Verdi-Requiem keine Ausnahme. Das „Recordare, Jesu, pie“ ließ die Sopranstimme von Krassimira Stoyanova und den Alt von Olga Borodina gleichsam zu einer verschmelzen. Ildar Abdrazakov (Bass) fand fürs dramatische „Mors stupedit“ mindestens gleich überzeugende Färbung wie für die lyrischen Teile. Besonders gelungen das differenzierte „Confutatis maledictis“ – das ist ja schon in jenem Abschnitt des „Dies irae“ nach dem entscheidenden Stimmungsumschwung, wenn der furchterregenden Schilderung vom Jüngsten Gericht abgelöst ist von Hoffnung und Vertrauen. Das ist dann jene Stimmung, in der sich auch die Tenorstimme von Saimir Pirgu aufs Schönste verströmen kann – es war an diesen beiden Vormittagen (14.,/15.8.) überhaupt ein Solistenquartett beisammen, das jede gewünschte Stimmung ohne jeden Kompromiss und in absoluter Balance umzusetzen vermochte.
Renate Wagner ist aus Salzburg zurück und stellte ihre Rezensionen online. Auszug aus der "Macbeth"-Kritik :
In Wien bislang noch nicht angekommen: Tatiana Serjan sang eine fulminante "Lady"
Verdi vom Feinsten, nie das Auskosten der vielen, populären Effekte, die sich bestens dreschen und donnern ließen, sondern immer die exquisite Ausformulierung der Musik nach ihren psychologischen Schattierungen. Der Mann (in diesem Fall ist Muti gemeint, nicht Verdi) ist ja nicht umsonst so berühmt. Ein Glücksschrei der Besucher in der Felsenreitschule nach dem durch zwei Pausen auf dreidreiviertel Stunden Länge gestreckten Abends – aber dem Publikum konnte es gar nicht lang genug sein.
Zu "Die Frau ohne Schatten": So sehr das Publikum zwischendurch auch geschlafen oder sich gelangweilt haben mochte, am Ende gab es für die Protagonisten heftigen Applaus, der beim Erscheinen von Christian Thielemann geradezu überkochte. Er hat sich sein Lieblingswerk von der Inszenierung her nicht madig machen lassen und den Erfolg des Abends entschieden.
P.S. In der Pause traf ich in meinem geliebten Großen Festspielhaus (geliebt, weil es Karajans Wohnzimmer war und sich die schönsten Erinnerungen daran knüpfen) höchst missgelaunte Freunde aus Wien, die pro Karte 225 Euro gezahlt hatten. Nach der Fernsehübertragung wollten sie diese, im Wissen um die Null-Inszenierung, gerne verkaufen – aber sie waren nicht an den Mann zu bringen gewesen…
Zu Janaceks "Vec Makropulos": Man kennt Janáčeks Musik, man kann nur bewundern, wie er in den zwanziger Jahren auf alles verzichtete, was Opernkomponisten aktuell (und modisch) zur Verfügung stand, von den zwölf Tönen bis zu den Einflüssen amerikanischer Musik, und er behalf sich hier auch nicht (wie etwa der „Jenufa“) mit Einflüssen der Folklore. Leoš Janáček blieb in seiner tonalen, aber höchst differenzierten Tonsprache ganz er selbst, schuf das Markenzeichen und Gütesiegel Janáček, das man sehr gut beherrschen muss, um ihm zu seiner „Gänsehaut“-Wirkung zu verhelfen. Das gelingt Esa-Pekka Salonen in hohem Maße, und es ist doch immer schön (Muti und Thielemann werden es auch bestätigen), wenn man vor den Wiener Philharmonikern steht, die dergleichen wunderbar realisieren.
Es gab viel Beifall am Ende, aber so enthusiastisch wie bei Verdi und Strauss heizte er sich nicht auf. Immerhin hat man es mit einem – Details ausgenommen – sehr gelungenen Opernabend zu tun.
Nun zu "Arte" und zur Übertragung des Bayreuther "Lohengrin". Bis heute wissen wir nicht, warum die Übertragung 20 Minuten lang unterbrochen war. Die Situation gemahnte an die Anfänge des Fernsehens. Dass das Gewitter daran schuld war - wie Annette Gerlach treuherzig versicherte - ist nach Ansicht von Experten ein Blödsinn, das "Siemens"-Kabel zum Public Viewing hat nämlich ohne Probleme funktioniert - und das war durch den Regen gefährdeter.
"Barbara Rett zum Quadrat": Annette Gerlach.
Die Dame kommt nicht nur bei uns schlecht an. Auch in München scheint man sie nicht zu schätzen. Christa Sigg schreibt in der Münchner Abendzeitung: Wer keine Lust auf Open-Air oder Internet hatte, aber Hans Neuenfels’ rattenreiche Inszenierung trotzdem live verfolgen wollte, konnte dies zum auch ganz bequem auf dem Sofa tun. Arte übertrug die Aufführung. Man musste in den Pausen nur eine ungemein schlaue Moderatorin über sich ergehen lassen, die sich am Ende zur wohlwollenden Sängerkritikerin aufschwang. Man konnte aber auch Bier holen oder Würstel braten. Wie es zu Bayreuth gehört.
Ob nun Gerlachs besserwisserischer oder Retts einschleimender Tonfall penetranter ist, darüber scheiden sich die Geister. Arg wird es bei Gerlach dann, wenn sie sich in der Pause einen Klugscheißer von der "Opernwelt" vor das Mikro holt, der ganz einfach seinen Senf dazugeben muss, weil seine Zeitung gewissermaßen Partner von "Arte" ist .
Die "Badische Zeitung" will wissen, warum Arte gerade auf den Pausenfüller Jonas Kaufmann gekommen ist: Aber schon nach 25 Minuten war es erst mal vorbei mit "Lohengrin" – technische Störung, wir bitten um etwas Geduld. Nachdem diese dann aber doch hart strapaziert wurde, setzte man in der Straßburger Arte-Zentrale zum Befreiungsschlag an – und sendete Ausschnitte aus einem Konzert mit Jonas Kaufmann als Tamino und Florestan. Mal abgesehen davon, dass Mozart und Beethoven in Wagner hinein implantiert für einen kuriosen Klassikeintopf sorgen, entbehrt die Wahl ausgerechnet dieses Sängers nicht einer gewissen Ironie: Kaufmann sang im Vorjahr den Lohengrin in Bayreuth und durfte sich jetzt also sozusagen ein Fernduell mit seinem Nachfolger Klaus Florian Vogt liefern. Das ist ungefähr so, wie wenn man in die Live-Übertragung einer Bundestagsdebatte in die Rede Angela Merkels eine ihres Vorgängers Gerhard Schröder hineinflickt. Aus technischen Gründen. Warum der Pausenfüller? Wir hätten es gerne vom Sender gewusst. Doch in Frankreich war gestern Feiertag – und bei der Arte-Auskunft gleich mit. Nicht heut’ sollst Du mich befragen. Ach so, warum es überhaupt zu der langen Störung kam? Unwetter. Und zwar sowohl über Bayreuth als auch Straßburg, da kann schon der stärkste Satellit mal schlappmachen. Beim (in Echtzeit ausgestrahlten) Public Viewing in der Festspielstadt gab’s ob des plötzlichen sintflutartigen Regens und eines heftigen Sturm zwar ein paar demolierte Sonnenschirme. Aber die meisten harrten wohl aus, die LED-Großbildleinwand blieb unversehrt und das Bild immer gut. Der Grund: Übertragung via Glasfaserkabel – unnahbar allen Wetter-Schritten.
Dr. Robert Quitta berichtet für uns aus Pesaro - und zeigt sich wenig begeistert. Besonders Jessica Pratt dürfte nicht zu seinen Favoritinnen gehören.
Jessica Pratt
Insgesamt hält Quitta "Adelaide di Borgogna" für einen eher schwachen Rossini, mit einer derart desinteressierten Interpretin (neben Daniela Barcellona) wie Jessica Pratt ist das Werk aber besonders schwer auszuhalten: Ihre (seine) Liebste Adelaide - die Australierin Jessica Pratt-dürfte nicht zu jener "neuen, modernen Generation von Sängern, die außer singen auch noch etwas anderes können" (wie Intendant Mariotti vollmundig, um nicht zu sagen großmaulig, ankündigte) gehören.
Rein stimmlich eher für Donizetti denn für Rossini prädestiniert, bewältigt sie zwar Koloraturen und Pianopassagen mit Anstand, dürfte aber ihre Aufgabe mit der Tönemission wirklich als beendet angesehen haben. Schauspielkurs? Geschwänzt. Mimik? Wie ihre Landsmännin Nicole Kidman nach einer Tonne Botox. Ihren Liebsten Ottone vielleicht einmal im Laufe der drei Stunden anschauen, womöglich sogar wenigstens bei den Liebesduetten Aug in Aug mit ihm zu singen? Kommt nicht in Frage. Sie ist doch ein anständiges Mädchen....
Für die Bühne denkbar ungeeignet (aber leider Gottes für die nächste Saison bereits europaweit gebucht).
Albrecht Dürer: Selbstbildnis im Pelzrock. Sammlung Alte Pinakothek München
In der Sonderausstellung "Drunter und drüber - Altdorfer, Cranach und Dürer auf der Spur" gibt die Alte Pinakothek in München anläßlich ihres 175. Geburtstags Einblick in die Forschungsarbeit an Gemälden und überrascht mit technischen Finessen. Auszug aus www.kultur-vollzug.de ".
Kate Moss
Eine Ausstellung in Paris zeigt Bilder von Starfotografen wie Ellen Von Unwerth, Ranking oder Patrick Demarchelier, die das Top-Model ablichteten.
Einen schönen Tag wünscht
A.C
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Mittwoch, 17. AUGUST 2011
Gipfelstreffen der Stars gestern auf der Berliner Waldbühne
Picknickkörbe stehen bereit. Das Orchester legt eine flotte Ouvertüre vor. Selbst das Wetter ist festlich gestimmt. Beim Gipfeltreffen der Klassikstars in der Berliner Waldbühne, präsentiert von der Berliner Morgenpost, durchleidet Anna Netrebko die tragische Butterfly-Arie.
Ein wenig dunkler und voller ist ihre Sopranstimme in letzter Zeit geworden, und das etwas herbere Timbre steht ihr ausgezeichnet. Die russische Diva hat ihren Verlobten mitgebracht. Erwin Schrott aus Uruguay schlüpft als Leporello in eine seiner Paraderollen. Er begrüßt das Publikum in drei Sprachen und setzt auch musikalisch auf Vielseitigkeit. Der dritte im Bunde der Klassikstars ist Jonas Kaufmann. Er verspricht, Petrus ein Bier zu bestellen. Mit seiner mächtigen Stimme und seiner ungekünstelten Art singt er das leidenschaftliche Manon-Duett mit Anna Netrebko. Eine Sternstunde für die 18.000 Besucher – Begeisterung zur Pause.
Mit dem Programm voller Opern- und Operettenmelodien aus drei Jahrhunderten – von Mozart über Verdi und Gounod bis hin zu Gershwin und Tauber – waren Netrebko, Schrott und Kaufmann bereits im Juli in München gefeiert worden.
Zum Berliner „Gipfeltreffen der Stars“ in der Waldbühne war die Netrebko aus Salzburg angereist. Dort hatte sie bei den Festspielen am Montag noch in Peter Tschaikowskys selten gespielter Oper „Iolanta“ mitgewirkt.M. H.
Dieser "Halbzeitbericht" stammt aus der "Berliner Morgenpost" - aber ich gehe davon aus, dass Sie sich via Fernsehen selbst ein Bild machen konnten. Der gute Erwin Schrott kommt in ein echtes "Gipfeltreffen der Stars" wie die Jungfrau zum Kind - aber so sind eben die Gesetze des Show-Geschäfts. Wenn man Anna und Erwin zusammen bucht, bekommt man als Veranstalter sicher einen Rabatt. Auf Jahre hinaus ist ist so eine Planung freilich angesichts der Scheidungsraten eine Gefahr, aber erstens muss dies nicht Anna und Erwin betreffen, die zweitens noch gar nicht verheiratet sind!
Ohne zur Regenbogen-Presse verkommen zu wollen, kann ich in diesem Sommer auf die die Szene beherrschende Russin nicht verzichten. Da kann sie noch so "zulegen" - sie beherrscht eben die Festspielsaison.
Anna Netrebko mit dem selben Kleid vor nicht ganz zwei Wochen in der Wiener Stadthalle. Wandelt sie auf Angela Merkels Spuren und trägt ihre Kleider auf?. Foto: DI. Dr. Andreas Haunold
Jörn Florian Fuchs hat in der "Wiener Zeitung", aber auch in der "Münchner Abendzeitung" (doppelt hält bekanntlich besser) Rat für den künftigen Salzburger Festspielchef parat: Ein guter Rat für den künftigen Salzburger Festspielintendanten Alexander Pereira: Stockhausens "Indianerlieder" ins Programm nehmen, mit Anna Netrebko besetzen und die Kartenpreise kräftig erhöhen. Damit kommt Geld in die Kassa, das Feuilleton kann auch nicht meckern, und die Netrebko kriegt das vermutlich sogar ganz gut hin. Dem Publikum ist ja eh wurscht, was läuft, Hauptsache die Nachtigall aus Krasnodar singt und trägt dazu ein hübsches Kleid.
In "Drehpunkt Kultur" befasst sich Heidemarie Klabacher nicht mit den Indianerliedern, sondern mit Tschaikowskis "Iolanta - in der Gestalt von - drei Mal dürfen Sie raten - natürlich Anna Netrebko: Keine Regie: Das könne der Imaginationskraft der Zuschauer weite Räume öffnen, sagte die Sopranistin jüngst bei einem Pressegespräch. Auf der Bühne tastet Anna Netrebko ohne großes Getue nach den Blumen - und stößt an jene Grenze, von der ihre Figur schon längst spürt, dass sie da sein muss. Die klügste Regie brächte nicht mehr Spannung in diese „Selbsterkenntnis-Szene“, als Anna Netrebko mit reiner Soprankunst. Technisch perfekter Registerausgleich lässt ihre Stimme in jeder Lage strahlen. Ihre vielen leisen Töne sind ebenso klangvoll und reich timbriert, wie die triumphierenden großen Linien.
Mit Anna Netrebko stehen in Tschaikowskis letzter Oper gleich zwei Helden in strahlender Tenor-Rüstung auf der Bühne: Alexey Markov als Herzog Robert von Burgund, der mit der ihm unbekannten Iolanta aus Staatsräson von Kindesbeinen an verlobt ist und längst ein „Vollblutweib“ liebt. Und Piotr Beczala als Graf Vaudémont, der den Freund auf seiner unfreiwilligen Brautfahrt begleitet und sich nach einer jungfräulichen Göttin sehnt.
Julia Novikova. Ist ihre Stimme zu klein oder durchaus ausreichend?
Seltsames Frauenbild! "Oe24-Kultur" schreibt meist sehr subtil und wählt als Überschrift "Triumph für Anna Netrebko - Erfolg für Julia Novikova". Denn Unterschied kennen Sie, meine Damen und Herren! Die Novikova sang neben der großen Anna die "Nachtigall" in der "Iolanta". Eines ist mir aber nicht klar: In wien motzen die Opernfreunde, weil die Novikova angeblich eine zu kleine Stimme für die Wiener Staatsoper aufweist, in Salzburg füllt eben diese Stimme das Große Festspielhaus! Kann mir das jemand schlüssig erklären?
Daniel Barenboim probt schon fleißig für den Friedensnobelpreis! Ich meine, das ist schon etwas. Als Dirigent kommt man eigentlich im Normalfall nicht in die Nähe dieser Auszeichnung, da muss man schon ein Politiker sein, der Krieg führt. Barenboim wird mit seinen Aktionen die Welt nicht retten, aber mehr verdient als besagter Politiker hätte er sich den Preis schon. In diesem Zusammenhang sei aber erwähnt, dass der Gründer der "Kinderdörfer", Hermann Gmeiner, den Friedensnobelpreis trotz mehrerer Anläufe nie geschafft hat. Entweder bekommt man diesen Preis heute leichter und gewissermaßen
"nachgeschmissen" - oder es spielen ganz andere Faktoren mit. Meiner Ansicht nach stimmen die Relationen nicht - aber vielleicht bin ich schlichtweg zu blöd, dies zu begreifen!
Ferzan und Ferhan Önder gastieren zum Wochenende in Gmunden
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" kündigen das Konzert an: Die Pianistinnen Ferhan und Ferzan Önder verbindet mehr als ihr fast aufs Haar gleiches Äußeres. Für ihren Auftritt bei den Festwochen Gmunden am Sonntag wurden die türkischen Zwillingsschwestern mit Standing Ovations bedacht.
Welche ist nun Ferhan und welche Ferzan Önder? Ein Rätsel, das an diesem Abend ungelöst bleiben wird. Zu sehr gleichen sich die beiden Schwestern, in ihren figurbetonten, weißen Abendkleidern, ihrem langen, braunen Haar, lose zum Pferdeschwanz gebunden, und in ihrem anmutigen Auftreten.
Schein und Sein sind bekanntlich selten ein und dasselbe, die 1965 geborenen und immer noch fast jugendlich wirkenden Zwillingsschwestern scheinen in dieser Hinsicht eine Ausnahme zu sein. So sehr sie sich äußerlich gleichen, so sehr wirken sie auch seelisch verschmolzen wie ein Herz und eine Seele, wenn sie an ihren Flügeln sitzend in die Tasten greifen.
Ferzan Önder ist übrigens mit dem 18 Jahre jüngeren Percussions-Künstler Martin Grubinger verheiratet! Wie kennt Herr Grubinger Frau und Schwägerin auseinander??
Gert Voss kehrt nach Salzburg zurück! Sein Jedermann auf dem Salzburger Domplatz 1995 bis 1998 war atemberaubend; keiner seiner Vorgänger oder Nachfolger konnte ihm das Wasser reichen. Nun kehrt Gert Voss , „der beste Schauspieler Europas“ (Times), nach 13 Jahren zum Elitefestival zurück, wo er den Herzog in Shakespeares Maß für Maß spielt. „Ich freue mich, in Salzburg gibt es viele Theaterenthusiasten“, sagt er. „Darüber hinaus ist Salzburg eine wunderschöne Stadt. Noch schöner wäre es hier nur, wenn man nicht arbeiten müsste.“
Voss hatte 1986 in der Uraufführung von Thomas Bernhards Ritter, Dene, Voss als genialer irrsinniger Ludwig bei den Festspielen debütiert. Seine Brandteigkrapfen-Arie im zweiten Akt – „Ludwig, der die Brandteigkrapfen liebt! Die ganze Zeit habe ich in Steinhof an nichts anderes als an die Brandteigkrapfen gedacht!“ – ist in die Theatergeschichte eingegangen.(Auszug aus "Oe24-Kultur").
Krista Pauer
Renate Wagner besuchte gestern das "Arme Theater" in Wien, dasTschechows "Onkel Wanja" auf dem Programmzettel stehen hat: Das „Arme Theater Wien“ gibt es seit 2005, es ist mehr oder minder ein „Familienunternehmen“ von Regisseur Erhard Pauer und seiner schauspielernden Tochter Krista Pauer. Man arbeitet ohne einen Groschen Subvention auf der Basis von Enthusiasmus, Anspruch und Selbstausbeutung. Aber das Publikum lohnt die Mühe: Es mögen nicht allzu viele Leute in den großen Saal des Bockkellers in die Gallitzinstraße 1 hineingehen, aber er war bis auf den letzten Sitz gefüllt. Und das Ensemble hat den Ruf, den es sich erarbeitet hat, mit Tschechows „Onkel Wanja“ wieder bemerkenswert erfüllt.
Die "Berliner Morgenpost" sucht den "Kuriosesten Buchttitel des Jahres" : Ein Buch über die kaputte Hand Gottes? Keine Frage, da dürfte sich ein weiterer Autor an einer Biografie über Fußballspieler Diego Armando Maradona versucht haben. Mit der Hand Gottes will der argentinische Ballkünstler mit Hang zur Selbstzerstörung schließlich einst ein wichtiges Tor bei der Weltmeisterschaft in Italien erzielt haben.
Doch welche Geschichte steckt hinter dem Buchtitel "Das kaputte Knie Gottes", ein Roman, den Marc Degens in diesem Monat veröffentlicht hat? Kein Fußball, nicht einmal Sport. Stattdessen schreibt der Autor die Erlebnisse von Dennis, dem Bildhauer, Lily, der Zigarillo rauchenden Kommunistin, und Mark, dem ambitionierten Lehramtsanwärter nieder. Die Geschichte soll urkomisch sein, der Titel ist es allemal. Ein Wettbewerb sucht genau nach solchen Buchtiteln. Die kuriosesten aktuellen Werke werden auf der Frankfurter Buchmesse prämiert. Die Vorschläge reichen Leser und Buchhändler ein. Eine der jüngsten Einsendungen kommt von jemandem, der sich im Internet Hilda T. nennt und das Werk "Nicht alle Russen haben Goldzähne, sind immer betrunken und auch nicht jeder russische Beamte ist korrupt" unschlagbar findet. Viele Fans hat auch das Buch "Kleiner Penis – große Lügen".
Tausende Vorschläge sind mittlerweile registriert. Auch Morgenpost Online mischt munter mit. Deshalb haben wir schon einmal intensiv die Neuerscheinungen von August und September auf Kuriositäten durchsucht. Hier unsere Top Ten.
"Humor is alle – Schenkelklopfer hätt' ick noch"
Der Cartoonist OL ist einer der aufmerksamsten Chronisten Berlins – und sehr lustig. Wie er seine Stadt und seinen Beruf sieht, zeichnet er im Interview
Ein Interview in Form von Zeichnungen bietet "Die Zeit - online"!
Einen schönen Tag wünscht
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DONNERSTAG, 18. AUGUST 2011
Oroczo-Estrada leitet morgen, Freitag, das erste Konzert des Grafenegger Sommer/Herbstprogramms
Ein kluges Timing: Die "großen Festspiele" wie Salzburg und Bayreuth sind bereits auf der Zielgeraden, Grafenegg startet sein Programm: Er wolle die Besten der Besten zu seinem Festival bringen, erklärt Starpianist und Intendant Rudolf Buchbinder. Und tatsächlich: Das Musik-Festival Grafenegg ist unter Buchbinders Leitung zu einem Fixstern in der internationalen Konzertlandschaft aufgestiegen. Die Weltstars der klassischen Musik geben sich hier in entspannter Atmosphäre ein Stelldichein; auch die inzwischen fünfte Auflage lockt zwischen 19. August und 7. September hochkarätige Künstler an den Wolkenturm oder ins Auditorium.
Los geht es am Freitag: Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich spielt unter seinem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada Beethovens Neunte und ein Werk von HK Gruber. Gruber ist heuer Composer in Residence und als Dirigent zu erleben. Am 4. 9. leitet er die Uraufführung seines Werkes "Northwind Pictures" und Weills "Die sieben Todsünden" u. a. mit Angelika Kirchschlager und Ian Bostridge. (Auszug aus dem "Kurier")
H.K.Gruber ist "Composer in residence"
Lesen Sie Sequenzen aus einem Interview mit dem "Standard" (Daniel Ender): Wir sind ja alle irgendwie wien-geschädigt durch den Schönberg und den Webern, weniger durch den Berg, aber durch den Schönberg, der ja ein unglaublich strenger Lehrer war und einen unheilvollen Satz ausgesprochen hat: "Ich habe eine Erfindung gemacht, die die Vorherrschaft der deutschen Musik für die nächsten 100 Jahre sicherstellt." (gemeint war die Zwölftontechnik, Anm. ) Dadurch hat der Mann so unheimlich viel Respekt für das Technische entwickelt, dass sich kaum jemand mehr in Zentraleuropa zu komponieren getraut hat, ohne sich auf irgendeine Weise auf Schönberg zu beziehen.
Standard: Es gibt aber auch noch einen anderen Satz von Schönberg, nach dem es nicht so wichtig ist, wie ein Kunstwerk gemacht ist, sondern viel mehr das, was es ist.
Gruber: Natürlich, das hat er dann, nachdem sich sicherlich einige bei ihm beschwert haben, zum Trost gesagt (lacht lautstark).
Standard: Sie haben sich dann recht bald uneingeschränkt zur Tonalität bekannt. Warum denn das?
Gruber: Wenn die Tonalität wegfällt, ist der Hörer im luftleeren Raum, und letztlich würde ich sagen, sucht eigentlich jeder irgendwo tonale Zusammenhänge.
Gestern wure ich im Forum gerügt, weil ich zuviel über Anna Netrebko an dieser Stelle veröffentlicht habe. Zuvor wurde ich der Bayreuth-Lastigkeit geziehen. Wie man es macht, macht man es falsch!
Aber es ist doch evident, dass die "Netrebka" (die Nammensnennung durch die unvermeidliche Barbara Rett beim Berliner Waldbühnenkonzert war nicht so falsch, wenn man den Namen so ausspricht, wie er in Russland ausgesprochen wird) das Elite-Festival mühelos beherrscht. Ich mache mir auch keineswegs Sorge über das Styling von Anna, vielmehr mache ich mir in diesem Zusammenhang Sorgen über mich. Denn ich habe das Kleid der Netrebko als in dunkelblauer Farbe gehalten in Erinnerung (die TV-Bilder zeigen das so), unsere Berliner Rezensentin beschreibt die Farbe als dunkelgrün. Jetzt weiß ich nicht, ob ich nun Neuenfels weiße Mäuse sehe - oder ob die Scheinwerfer das Kleid aus Sicht der Kritikerin grün erscheinen ließen.
Was aber würde ich machen, wenn ich von der Aussage dieser Dame als Zeugin vor Gericht abhängig wäre - und unsere Ansichten gingen so weit auseinander. Sollten sich Richter unter den Lesern befinden, dann möge sie dieser Aspekt zum Nachdenken anregen!
Aber nun nochmals zur "Iolanta": Dr. Wilhelm Sinkovicz von der Presse tourt derzeit nicht mit Wiens Staatsopernchef Dominique Meyer herum und hat deshalb zeit für Salzburg und Anna Netrebko: Wer wissen möchte, was Anna Netrebko zu Anna Netrebko macht, der besucht am besten einen konzertanten Opernabend mit der Diva.
Inszenierungen, um gleich noch eine Binsenweisheit hinzuzufügen, gehören ja mittlerweile auch bei den Salzburger Festspielen in der Regel zu den Ärgernissen. Sie tragen jedenfalls meist wenig zum Verständnis eines Stückes – und erfahrungsgemäß gar nichts zur ästhetischen Erbauung der Zuschauer bei.
Bei einer konzertanten Wiedergabe hingegen sind die Sänger ganz auf sich selbst gestellt. Und das bedeutet im Falle der Netrebko: Theater. Vollbluttheater.
Ein paar rote und weiße Rosen in einer Vase hinter dem Dirigentenpult – das ist genug der Ausstattung, um die Geschichte von der blinden Königstochter und ihrer Entdeckung des Lichts anrührend zu erzählen.
Dass Tschaikowskys „Iolante“ zuerst seelisch erleuchtet werden muss, bevor sie die Schönheit der Schöpfung in ihrem strahlenden Glanz realiter erschauen kann, erfährt man bei Anna Netrebko dank der immensen Ausdruckskraft ihres Gesangs.
Auch Online-Merker-Mitarbeiter Dr. Georg Freund lieferte seinen zusammenfassenden Salzburg-Bericht ab (online!) und zeigt sich vor allem von Anna begeistert: Anna Netrebko braucht für eine überzeugende Gestaltung der Titelrolle gar keine Bühne. Mit ein paar Gesten zeichnete die charismatische Künstlerin ein eindringliches Bild der blinden Königstochter Iolantha, die durch Liebe sehend wird. Ihre unvergleichlich schöne Stimme wird immer größer und dramatischer. Verdis beide Leonoren müssten längst im Bereich von Annas Möglichkeiten liegen. Auch Pjotr Beczala singt wunderschön, besitzt aber nicht Charisma und Bühnenpräsenz der Netrebko. Leider sang er den Schluss seiner Arie nicht mit Bruststimme, sondern nur im Falsett. Alexey Markov als Robert begeisterte das Publikum ebenso wie Evgeny Nikitin als Arzt. Ein weiterer Bassbariton namens John Relyea als König konnte da nicht ganz mithalten.
Julia Novikova. Ist ihre Stimme zu klein oder durchaus ausreichend?
"Online-Merker-Redakteurin Dorothea Zweipfennig aus München bricht eine Lanze für Julia Novikova, deren Stimme für manche Wiener Opernfreunde als zu klein für Wien erachtet wird. Es geht um meine gestrige Formulierung, die so lautet: In Wien motzen die Opernfreunde, weil die Novikova angeblich eine zu kleine Stimme für die Wiener Staatsoper aufweist, in Salzburg füllt eben diese Stimme das Große Festspielhaus! Kann mir das jemand schlüssig erklären?
Zweipfennig: Da weiß ich zwei Beispiele, bzw. drei:
1. In Wien reüssierten früher sogen. Brülltenöre, die bei uns (Anm. d. Red.: in München) niemand leiden konnte ...
2. Bei den Meistersingern, wo wir uns kennen gelernt haben, stellte ich fest, dass euer Orchester so extrem hoch positioniert ist, was mir ein "ah, drum..." entlockte.
3. In Wien bemängelte man die angeblich kleine Stimme der Zaremba, die bei uns immer als Riesenorgan seine Wirkung tat.
4. In diese Reihe fällt nun wohl auch die Novikova-Sache. oder die Akustik ist in der Wiener STO gar nicht so gut... Bei besagten Meistersingern war ich nämlich gar nicht recht angetan...
Eisenstadt: Die Esterhazy-Betriebe haben einen neuen Gesamtleiter für den Bereich Kultur. Der
US-Amerikaner Robert Tannenbaum ist offiziell seit 1. August zuständig für den Opern-
und Konzertbetrieb sowie für Ausstellungen.
Austellungen und Konzertbetrieb sind etwas anderes als Opern im Römersteinbruch. In zwei Jahren kann man eine erste Bilanz ziehen - nicht früher. Das Publikum muss erst registrieren, wie der Hase nun läuft. Eigentlich ist das ja eine Entmachtung des Veranstaltern Werner. Oder sehe ich das falsch?? Kann uns jemand genau erklären, wie das in St. Margarethen nun läuft??
Ich unterschlage keine Infos, die sicht nicht mit der überwiegenden Meinung der Redaktion decken. Es war zwar nicht einfach, aber ich habe eine Zeitung gefunden ("NWZ-online"), die von den bei der Bayreuther "Lohengrin-Übertragung die Pausen füllenden Moderatoren Annette Gerlach und Dr. Stefan Mösch begeistert waren: Leicht zeitversetzt die ersten beiden Akte, nach verkürzten Pausen in Echtzeit der dritte. Wem wird das am meisten nutzen? Wagner selbst könnte diese Dimension begeistert begrüßt haben. Wer den kundigen Interviews von Moderatorin Anette Gerlach lauscht, hätte sie zu gern im Gespräch mit dem Komponisten erlebt. Aber das geht ja nun mal nicht.
Doch die Erörterungen etwa mit „Opernwelt”-Chefredakteur Stephan Mösch zu dieser „Ratten“-Inszenierung von Hans Neuenfels aus dem Vorjahr erklären viele Hintergründe: „Der Mensch als Ratte steht unter der Kontrolle einer anonymen Macht und verliert seine Persönlichkeit.“
Ich kann mich dem Wunsch nur anschließen, ein Gespräch zwischen Richard Wagner und Annette Gerlach hätte ich auch gerne erlebt! Was hätte bloß Richard mit dieser Annette gemacht??
"Drehpunkt Kultur" berichtet aus Macerata. Macerata wird 2012 in seine 48. Saison gehen. Pier Luigi Pizzi wird sich trotz Sparmaßnahmen um den Weiterbestand des Festivals kümmern. „Ich höre Vorsingen und Vorstellungen weltweit, um Talente entdecken zu können“, so der 81jährige Intendant eines Opernfestivals, das im Vergleich zu Verona noch richtig familiär wirkt. Und wenn man einmal die weite Reise in die Marken antritt, dann sollte man sich unbedingt auch Zeit nehmen für das wunderbare Hinterland westlich von Macerata. Zudem hat fast jeder kleine Ort hier sein eigenes Theater oder sogar Festival.
Infos zum Opernfestival von Macerata unter: www.sferisterio.it. Kartenpreise von 15 bis 150 €
Renate Wagner hat ihre Filmseite aktualisiert, sagen Sie daher nicht, Sie wissen nicht, welche Filme gerade laufen
Ein Stück von Woody Allens liebevoller Vergangenheits-Reflexion ist allerdings auch der Frage gewidmet, ob man nicht jede Gegenwart (die in den zwanziger Jahren geben vor, sich schrecklich zu langweilen!) als furchtbar empfindet und sich in schön gefärbte Vergangenheiten rettet (Gil rutscht einmal sogar in die Belle Epoque, wo Toulouse-Lautrec am Tisch sitzt und zeichnet und Offenbach erklingt). Also, welches ist das „Goldene Zeitalter“? Gil jedenfalls darf sich eine goldene Gegenwart fern von L.A. in Paris erhoffen… so viel Liebe zur Hauptfigur muss sein. Mit „Verschwinde und sage Hi zu Trotzki“ haben ihn seine Landsleute aus seiner Heiratsverpflichtung entlassen, welch ein Gnadenakt.
Einen schöneren, leichteren, liebenswerteren, hintergründig-klügeren Film hat man selten gesehen, und wenn man selbst ein Kunst- und Literaturfreund ist, weiß man ihn in aufrichtiger Bewunderung zu schätzen.
Zur Filmrubrik
Menschliche Rührung: Gerard Depardieu
Vor den Augen seiner verdutzten Mitreisenden hat der französische Film-Star Gérard Depardieu in ein Flugzeug gepinkelt und damit den Start der Maschine um zwei Stunden verzögert. Der Vorfall geschah in der Kabine unmittelbar vor dem Abflug von Paris nach Dublin, wie eine Air-France-Sprecherin bestätigte. Als alle Passagiere angeschnallt in ihren Sitzen auf den Start warteten, wollte Depardieu noch schnell die Toilette aufsuchen. "Er sagte nur: Ich will pinkeln, ich will pinkeln", erzählte eine Augenzeugin dem Radiosender Europe 1. "Man konnte sehen, dass er getrunken hatte."
Eine Stewardess hatte den Schauspieler gebeten, mit dem Toilettengang bis nach dem Start zu warten. Depardieu sei aber aufgesprungen mit den Worten "Ich kann nicht mehr", berichtete die Augenzeugin. Er habe sich dann in der Kabine erleichtert. Das "ungewöhnliche Verhalten" - wie es die Airline-Sprecherin ausdrückte - des prominenten Fluggastes hatte bei den Passagieren jedoch keine Unmutsstürme ausgelöst. "Niemand sagte ein Wort", so die Augenzeugin. Der Schauspieler habe sich wieder hingesetzt, als wäre nichts geschehen.
Gérard Depardieu bereut nach Angaben aus seinem Umfeld den Vorfall. Er habe sogar angeboten, den mit seinem Urin beschmutzten Teppich selbst zu säubern, hieß es von Vertrauten des Schauspielers. Er habe nicht provozieren wollen. Die Flugbegleiterinnen seien aber wenig verständnisvoll gewesen: Anstatt sein Angebot für die Reinigung anzunehmen, habe er das Flugzeug verlassen müssen!
Den Bericht lieferte "Welt-online". Das kann jedem von uns passieren. Ich erinnerne mich an ein eigenes Erlebnis. Ich steckt mit meinem Auto im Stau auf dem Wiener Gürtel bei der U-Bahn-Station Michelbeuern, in den heimatlichen "Hafen" in Meidling war es somit noch weit. Als ich den Drang nicht mehr aushielt, ließ ich das Auto mitten auf der Fahrbahn stehen und sprintete zu einer Grünfläche. Das war relativ einfach, ich erntete lediglich einige Huper. Was aber macht man in Depardieus Situation im Flugzeug, unmittelbar bevor man sich anschnallen muss? Jetzt denke ich darüber nach, wie ich reagiert hätte. Auf keinen Fall hätte ich mich vorher vollaufen lassen, dann hätte sich das Problem gar nicht ergeben. Aber im Leben passieren immer wieder Dinge, die anders verlaufen, als man sich das vorher vorgestellt hat!
Einen schönen Tag wünscht
A.C.
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FREITAG, 19. AUGUST 2011
Angela Denoke singt Weill in Salzburg und "Christmas in Vienna" in Wien
Sie könnte ja als Schauspielerin jederzeit ihr Geld verdienen. An der Sprechkultur der Sopranistin sollten sich manche Kollegen der darstellenden Zunft, die auf den Festspielbühnen umgehen, ein Beispiel nehmen. Wie sie in „Nana’s Lied“ (auf einen Text von Brecht) den Refrain drei Mal in etwas anderer Färbung gestaltet, das macht Lebenserfahrung und aufbrechende Lebenslüge unmittelbar anschaulich.
„Lust in Kleingeld zu verwandeln / ist doch niemals leicht“ heißt es in diesem Lied. Die Kasse klingelte auch in den Ehen des Komponisten und der Schauspielerin Lotte Lenya. Zweimal haben die beiden geheiratet, das zweite Mal im Exil in der Neuen Welt, an die sich Kurt Weill wie kaum ein anderer europäischer Komponist angepasst hat. Im Gegensatz etwa zu Korngold, der seinen orchestralen „Sound“ Hollywood quasi übergestülpt hat, nutzte Weill die Angebote der auf unmittelbaren Publikumserfolg zielenden Musiktheaterproduktion. Ein nicht unlogischer Schritt für den Mitstreiter von Brecht.
Lesen Sie weiter in "Drehpunkt Kultur /Reinhard Kriechbaum.
Paul Armin Edelmann
Im Zusammenhang mit den Auftrittsterminen von Paul Armin Edelmann erfahren wir, dass Angela Denoke zusammen mit Ramon Vargas und P.A. Edelmann heuer "Christmas in Vienna" gestaltet.
"Don Giovanni" in Salzburg : Dorothea Röschmann und Erwin Schrott.
"Don Giovanni" in Salzburg: Letzte Opernpremiere bei den Salzburger Festspielen, und schon bei den ersten Akkorden hört man: Diesmal sitzen wieder die Wiener Philharmoniker im Graben. So überzeugend die Idee war, die drei Mozart/DaPonte-Opern von unterschiedlichen Orchestern (zwei davon Originalklang-Ensembles) spielen zu lassen - für "Don Giovanni" ist das Eliteorchester ideal. Unter dem Dirigenten Yannick Nézet-Séguin spielen die Philharmoniker temporeich, fein differenziert, dynamisch, klanglich ausbalanciert. Ein musikalischer Erfolg im Haus für Mozart.
Die Inszenierung von Claus Guth, die schon bei der Premiere polarisiert hatte, geht davon aus, dass Don Giovanni von Beginn an ein Sterbender ist, während der Komtur überlebt. Nicht nur das ist bei dieser Produktion, die nur im Wald spielt, unlogisch. Dass Masetto eleganter ist als Don Giovanni, dass viel gekifft und sogar gespritzt wird, dass statt Champagner Bier aus Dosen strömt - all das trägt nicht zu einer überzeugenden Sichtweise bei. Dass Donna Anna ihre große Arie auch bei dieser Wiederaufnahme auf einem Felsen kletternd singen muss, ist sänger-feindlich.
Fortsetzung im "Kurier" (Gert Korentschnig)
In Bayreuth musste am Dienstag der Tristan in "Tristan und Isolde" kurzfristig umbesetzt werden. Stefan Vinke, der seine Anfänge als Kirchenmusiker (Organist) hatte, kam so unerwartet zu seinem Bayreuth-Debüt.
Stefan Vinke
Stefan Vinke feierte am Dienstag als Tristan ein unerwartetes Debüt bei den Bayreuther Festspielen. Weil Robert Dean Smith aus persönlichen Gründen die Partie absagen musste, sprang Vinke ein – und erhielt vom Publikum nach der Aufführung viel Beifall.
Stefan Vinke, Heldentenor, Mitglied des Leipziger Opernensembles und Ehrenmitglied des Richard-Wagner-Verbands Leipzig e.V., singt heute, 16. August 2011, bei den Bayreuther Festspielen. Die Rolle des Tristan in der Oper „Tristan und Isolde“ ist ihm wie auf den Leib geschneidert, hat er doch erst Mitte Januar 2011 in Leipzig und beim Gastspiel im März 2011 in Hongkong bewiesen, was die Strahlkraft seines Gesanges ausmacht. Der Leipziger Wagner-Verband freut sich mit ihm – ist es doch ein Beleg auch für die Leistungskraft dessen, was in Sachen „Wagner-Oper“ in Leipzig geformt wurde und von hier in die Opernwelt geht. Der Richard-Wagner-Verband Leipzig gratuliert mit Stolz Stefan Vinke, dass er sich im Gralstempel des Wagner-Werkes beweisen kann. (Leipziger "RichardWagner-Verband")
An der Oper Leipzig sang der Heldentenor bereits Tristan, Rienzi, Parsifal, Erik und Lohengrin. Weiter heißt es dazu auf der Homepage der Bayreuther Festspiele: „Seitdem er hier (in Leipzig, Anm. d. Red.) in 2010 auch als Walther von Stolzing debütierte, gehört Stefan Vinke zu den wenigen Tenören, die das gesamte dramatische Repertoire Richard Wagners singen und pflegen.“ Vinkes weitere Pläne: „Lohengrin“ in Toulon, Siegfried im „Ring“ in London und Seattle, Lohengrin in Peking, Siegmund („Walküre“) in Leipzig und Siegfried („Götterdämmerung“) in Stuttgart. 1996 war Vinke Stipendiat der Bayreuther Wagner-Stipendienstiftung
(Auszug aus dem "Nordbayerischen Kurier").
Mittlerweile kam auch eine Kurzkritik der Merker-Mitarbeiterin Kerstin Voigt in die Redaktion geflattert. Unerwartetes Bayreuth-Debut: Weil Robert Dean Smith aus persönlichen Gründen die Vorstellung absagen musste, sprang nach knapp zweitägiger Vorbereitung der „Leipziger Tristan“ Stefan Vinke ein. Er, der 1999 R.D. Smith in Mannheim „abgelöst“ hat, singt inzwischen alle Heldentenorpartien Wagners. Sein Timbre ist angenehm, wenn er nicht zu viel Druck auf die Stimme gibt. Wunderschön lyrisch klang sein „Wohin nun Tristan scheidet, willst du, Isold, ihm folgen?“ Auf der Bühne wirkte er manchmal naiv; ist mehr ein unbedarfter Siegfried denn ein wissender Tristan. Den 3. Akt versuchte er durchzusingen, hielt auch durch, selbst wenn das manchmal zu Atemlosigkeit führte und er zeitweise vergaß, dass er einen Todkranken spielen sollte. Das Publikum belohnte ihn mit viel Applaus. Nur ein Wermutstropfen blieb: Vinke hat den „Tristan“ nur in der gekürzten, um 323 Takte gestrichenen Fassung des 2. Aktes studiert, die in Bayreuth nicht üblich ist, aber seinetwegen an diesem Abend gemacht werden musste.
Auch Günther Groissböck ist Bayreuth-Debütant
Der "Nordbayerische Kurier" bat ihm zum Interview: Operette oder typisch Wienerisches jedenfalls sind nicht so mein Ding. Ich mag eher die deutsche Romantik, bin auch großer Bruckner-Fan. Naja, und Wagner sowieso.
Frage: Das Wienerische war also nie Thema in Ihrer Karriere?
Groissböck: Sagen wir’s so: Es wird jetzt bald ein Thema. Weil ich in absehbarerer Zeit eine Rolle ins Repertoire nehmen werde, die zu meiner Herkunft und zu meiner Stimme passt: den Ochs im „Rosenkavalier“. Aber ansonsten ist man als Bass ja meistens ernst oder böse und kaum zuckersüß.
Frage: Das kann ja auch etwas Reinigendes haben, wenn man sich als Bass das Böse von der Seele singen kann. Dann braucht man es schon nicht zu Hause tun ...
Groissböck: Stimmt – wobei man das auch mal psychoanalytisch untersuchen lassen müsste: Das hat schon etwas von „Die Sau rauslassen“! Und wenn man sich danach mal einen Mitschnitt anschaut, wo man selber eine böse Figur gibt, dann fragt man sich in der Tat: Was schlummert da in dir? Aber ins normale Leben nehme ich diese bösen Gefühle nicht mit. Ich versuche, sehr viel dieser negativen Energie über Sport zu kanalisieren. Das hilft auch.
Frage: Sport und Gesang – verträgt sich das überhaupt?
Groissböck: Sehr gut sogar, finde ich. Vor allem bezogen auf die Atemtechnik ist es sogar eine Hilfe, wenn du richtig fit bist. Und man sollte auch den psychohygienischen Faktor nicht unterschätzen: Ich finde es wahnsinnig wichtig und hilfreich, Stress und Druck auf diesem Wege abzubauen – und dadurch wieder Kraft zu schöpfen. Will heißen: das verträgt sich nicht nur, es ist eine perfekte Ergänzung
Daniela Fally
Daniela Fally singt am 27.8. in Bad Schallerbach. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" wollten von ihr wissen, wie sie an die Wiener Staatsoper gekommen ist: Das war ein totaler Zufall. Franz Welser-Möst war auf Urlaub in seiner Heimatgegend und hat sich aus mir unbekannten Gründen in unsere Vorstellung, in den „Bettelstudenten“ verirrt. Da hat er mich gehört und sich wohl gedacht, ich wäre die Idealbesetzung für die Fiakermilli. Mein Agent hat versucht, mich für diese Rolle an der Staatsoper anzupreisen, aber man hat ihn vertröstet: ,Wir müssen noch abwarten, weil der Herr Welser-Möst jemanden in Ischl gehört hat.’ Meine Karriere startete also in Oberösterreich. Diesen Ursprungswurzeln bin ich heute noch verbunden und immer sehr gern im Salzkammergut.
OÖN: Eigentlich wollten Sie Journalistin werden. Weshalb?
Fally: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, nicht, was das Privatleben anderer angeht, sondern gesellschaftliche Geschehnisse. Als Journalist hat man die Möglichkeit, eine Aussage zu tätigen, zum Nachdenken zu bewegen. Das fand ich immer reizvoll. Schon neben der Schule hab’ ich für die Niederösterreichischen Nachrichten geschrieben, dann Publizistik und Theaterwissenschaften studiert. Erst später wurde das Singen zum Hauptberuf.
Andres Oroczo-Estrada leitet heute das erste Konzert des Grafenegger Sommer/Herbstprogramms
Ein kluges Timing: Die "großen Festspiele" wie Salzburg und Bayreuth sind bereits auf der Zielgeraden, Grafenegg startet sein Programm: Er wolle die Besten der Besten zu seinem Festival bringen, erklärt Starpianist und Intendant Rudolf Buchbinder. Und tatsächlich: Das Musik-Festival Grafenegg ist unter Buchbinders Leitung zu einem Fixstern in der internationalen Konzertlandschaft aufgestiegen. Die Weltstars der klassischen Musik geben sich hier in entspannter Atmosphäre ein Stelldichein; auch die inzwischen fünfte Auflage lockt zwischen 19. August und 7. September hochkarätige Künstler an den Wolkenturm oder ins Auditorium.
Los geht es am Freitag: Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich spielt unter seinem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada Beethovens Neunte und ein Werk von HK Gruber. Gruber ist heuer Composer in Residence und als Dirigent zu erleben. Am 4. 9. leitet er die Uraufführung seines Werkes "Northwind Pictures" und Weills "Die sieben Todsünden" u. a. mit Angelika Kirchschlager und Ian Bostridge. (Auszug aus dem "Kurier")
Der Star des Schauspiels bei den heurigen Salzburger Festspielen ist unangefochten Gert Voss.
Gert Voss mit Jenny König in "Maß für Maß". Foto: Gindl
Dieser schillernde Herrscher eines Kleinstaates, der bloß zufällig Wien heißt, ist die ideale Rolle für Gert Voss. Schade, dass er sie nicht am Burgtheater, sondern an der Schaubühne in Berlin spielen wird – von wo diese Koproduktion zu den Salzburger Festspielen kommt. Vielleicht kann man die Aufführung als Gastspiel nach Wien einladen. Voss, der Herzog, das ist ein absoluter Patriarch, selbstgewiss in der Fülle seiner Macht, aber auch ein schlauer Politiker, dem es darum zu tun ist, dem Geschehen immer mindestens zwei Schritte voraus zu sein.
Auszug aus der "Presse". Um für eine Rolle eine tiefere Stimme zu bekommen, ist Voss früher schon mal brüllend durch den Wienerwald gelaufen!
Politik: Wofür man früher gekämpft hat, ist heute egal. Viele linke Politiker verdienen in der Wirtschaft
großes Geld. Darauf angesprochen, reagiert Gerhard Schröder bissig.
Informieren Sie sich darüber selbst in der Presseschau, ich kommentiere nicht. Von deutscher Politik habe ich zu wenig Ahnung, um meinen Senf dazuzugeben. Irgendwie erwarte ich das aber auch von unseren deutschen Freunden, obwohl Zurückhaltung nicht gerade zu deren Stärken zählt!
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Der Vorname eines Menschen ist eine Entscheidung füs Leben, die aber die Eltern treffen müssen. Und da entwickeln manche Eltern einen seltsamen Humor. Wenn Famile Schlüpfer ihre Tochter Rosa oder Familie Mantel den Stammhalter Hubertus nennen will, versucht der Magistrat die Eltern davon abzubringen - geht es doch um das Wohl des Kindes.
Generell lassen sich zwei Strömungen beobachten: Akademiker nutzen Literatur und Geschichte als Inspiration für die Namenwahl, "bildungsferne Schichten verwenden die Medien als Quelle", erklärt Rodriguez. So gibt es zurzeit bei gebildeten Eltern in Deutschland eine Rückkehr zu altdeutschen Namen wie Leopold, Wilhelm oder Ida, der Trend bei den bildungsfernen Schichten hat längst einen Namen: Kevinismus. Die weibliche Form dazu heißt Chantalismus. "Kevinismus ist ein Synonym für Unterschicht", sagt Rodriguez.
Lesen Sie über die Wahl des Vornamens den Artikel in "Wiener Zeitung".
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
A.C.
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SAMSTAG, 20. AUGUST 2011
Mariss Jansons dirigiert heute und morgen bei den Salzburger Festspielen.
Die Festspielsaison geht in Salzburg und Bayreuth in die letzte Runde, in Bregenz wird bereits Bilanz gezogen, die Festspiele enden am Sonntag (21.8.). Grafenegg hat allerdings erst gestern wieder begonnen, kleinere Festivals wie die Domstufen-Festspiele in Erfurt beginnen erst.
Aber nun zu Salzburg und den beiden Konzerten mit Mariss Jansons. Die "Oberösterreichischen Nachrichten haben den Maestro interviewt: Das Ende der Festspiele naht. Aber nach wie vor gibt es große Ereignisse: Heute und morgen leitet Mariss Jansons Konzerte mit Werken von Strawinsky, Liszt und Ravel (Gaststar: Pianist Lang Lang). Jansons wird auch das nächste Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigieren.
OÖN: Was wäre zum Repertoire der Konzerte zu sagen?
Jansons: Strawinsky hat die „Petruschka“-Szenen als Ballett geschrieben, dennoch ist das keine Ballettmusik. Er hat ein Märchen vertont, mit durchaus symphonischer Dramaturgie. Ähnlich ist das bei Ravels „La Valse“. Auch zeitmäßig passen diese Werke zusammen. Und Liszts Konzert für Klavier und Orchester? Ja, erstens natürlich: sein 200. Geburtstag, aber das Stück ist auch eine gute Kombination zu Strawinsky und Ravel.
OÖN: Die Wiener Philharmoniker scheinen Sie zu lieben. Nach 2006 wurden Sie zum zweiten Mal für das Neujahrskonzert eingeladen. Wie war Ihnen, als Sie das erfuhren?
Jansons: Ich fühlte mich sehr glücklich und sehr geehrt. Beim zweiten Mal kennt man auch schon die Atmosphäre, und das ist ein Vorteil. Wie Sie wissen, war Johann Strauß in St. Petersburg sehr beliebt. Ich habe während meiner dortigen Studienzeit viele Kompositionen von ihm gehört und auch dirigiert. Seine Werke zählen zu meiner Lieblingsmusik.
"Don Giovanni" in Salzburg: Gerald Finley in der Titelrolle und Dorothea Röschmann (Donna Elvira). Foto: Monika Rittershaus.
Regisseure sind Buhs gewöhnt. Dass aber ein paar Andersdenkende schon nach der Pause von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen und den Dirigenten lautstark abstrafen, passiert nicht jeden Tag. Und schon gar nicht in Salzburg, wo die Höhe der Preise ohnehin für eine positive Grundstimmung sorgt.
Was hat Yannick Nézet-Séguin bei der Wiederaufnahme von „Don Giovanni” falsch gemacht? Eigentlich nicht viel. Der Dirigent sorgte mit erhöhtem Pulsschlag für dramatische Nervosität. Die Wiener Philharmoniker nahmen keine Note selbstverständlich. Don Giovannis Geschichte stürzte vom ersten Takt an dem Untergang entgegen. Das passte perfekt zu Claus Guths Psychokrimi. Bühne und Graben bildeten eine festspielwürdige Einheit. Und darauf kommt es letztlich an.
Soweit die "Münchner Abenzeitung".
Die "Kleine Zeitung" macht es relativ kurz: Yannick Nézet-Séguin am Pult lieferte mit ihnen eine runde Sache, die noch mehr Ecken und Kanten vertragen hätte.
Im Wald, da sind die Herzensräuber: Guths Transponierung in einen heutigen Fichtentann (Bühne: Christian Schmidt) hatte ja bei der Premiere 2008 entzweit. Mit Verfeinerungen schildert der 47-Jährige jedoch schlüssig die Geschichte des lüsternen Alphatiers Giovanni, das als einsamer Wolf dem bitteren Ende entgegenstrauchelt.
Die Debütanten der Neueinstudierung überzeugten: Gerald Finley in der Hauptrolle, Malin Byström (Donna Anna), Christiane Karg (Zerlina). Umwerfend bleibt Erwin Schrott als Leporello.
Setzen wir mit der Rezension des "Standard /Daniel Ender fort: Adam Plachetka bietet diesem Duo infernale als Masetto durchaus auch stimmlich die Stirn, ebenso wie die leichtfüßige, aber bestimmte Zerlina von Christiane Karg. Währenddessen wird die Donna Elvira von Dorothea Röschmann zur zentralen tragischen Figur der Inszenierung, wenn sie mit ihrer reifen Stimme eine Rollenstudie von verzweifelter Dramatik bietet.
Geballte Dramatik war offenbar auch das Ziel von Dirigent Yannick Nézet-Séguin, der einen interessanten Kompromiss zwischen widerstreitenden Interpretationsansätzen, zwischen klanglicher Rundung und Schärfe zu verfolgen schien. Mit den Wiener Philharmonikern verleugnete er nicht ganz jene Traditionen, wie sie Böhm oder Karajan pflegten.
Zugleich darf man vermuten, dass er auch bei Harnoncourt aufmerksam zugehört hat: Nézet-Séguin lässt breit und füllig musizieren, trachtet aber auch danach, exponierte Einzelstimmen freizulegen und markante Akzente zu setzen. Freilich fehlt zuweilen die letzte Koordination mit der Bühne (etwa mit dem kultivierten Don Ottavio von Joel Prieto).
Insgesamt gesehen war es eine gelungene Premiere, nicht neu ist für mich allerdings die These, dass mit der Höhe der Eintrittspreise auch die positive Grundstimmung steigt. Die "Geldsäcke" (Zitat Jean Ziegler) wollen sich eine Fehlinvestition - und sei diese nur in Festspielkarten erfolgt - eben nicht gerne eingestehen!
Festspiel-Edition: Bruno Walter
Bruno Walter war einer der herausragenden Dirigenten der Gründungsjahre der Salzburger Festspiele, am allerwichtigsten in der Phase, in der Deutschland bereits vom Nationalsozialismus beherrscht wurde und Österreich noch versuchte, unabhängiges Kulturleben zu bewahren. Bruno Walter, der als Jude seine deutschen Verpflichtungen nicht mehr wahrnehmen durfte, war dabei Garant für höchste Qualität. Anders als mancher Exilant kehrte Bruno Walter nach 1945 zurück in deutschsprachige Lande. Dass er noch im Alter der ideale Mahler-Interpret war, dokumentiert ein Livemitschnitt von 1950: Die Wiener Philharmoniker spielen da nach einer energetischen Beethoven'schen Egmont-Ouvertüre Mahlers Vierte in einer dramaturgischen Reichhaltigkeit, die man unter der geschmeidigen melodischen Führung leicht überhören könnte: Das ist ein Mahler voller Fallstricke, Musik der doppelten Böden, der halb verborgenen Anspielungen und bedrohlichen Attacken. Nur die Oberfläche tönt lieblich – auch in Irmgard Seefrieds hinreißendem Sopransolo im Finale. (Auszug aus der "Presse").
Ein Opernhaus in Afrika, die Biennale in Venedig, seine Memoiren - Christoph Schlingensief
hatte noch unendlich viel vor. Vor einem Jahr starb er. Was ist aus seinen Projekten geworden? Diese Frage will die "Berliner Zeitung" beantworten!
75 % Auslatung bei den Bregenzer Festspielen
Wenn die Bregenzer Festspiele 2011 am 21. August zu Ende gehen, werden das Festival voraussichtlich 165.000 Gäste (2010: 195.000) besucht haben. Festspielpräsident Günter Rhomberg, Intendant David Pountney und der kaufmännische Direktor Michael Diem zeigten sich bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag trotz des verregneten Sommers mit der Saison zufrieden. Weil das nasse Wetter aber Auslastung kostete, werde man 2012 "hie und da den Gürtel enger schnallen müssen", so Diem.
Das Spiel auf dem See, Umberto Giordanos "Andre Chenier", wird nach der Hochrechnung der Verantwortlichen heuer 121.445 Besucher (inklusive Generalprobe und "crossculture night") erzielen - drei Vorstellungen stehen noch auf dem Spielplan. Das entspreche einer Auslastung von 75 Prozent. Angesichts des Wetters könne man fast von Glück sprechen, dass es nur zwei Regenabsagen gab. Im ebenfalls regnerischen Vorjahr hatte "Aida" auf dem See eine Auslastung von 85 Prozent erreicht. Mit 3.539 Besuchern war die heurige Hausoper, das Auftragswerk "Achterbahn" von Judith Weir, ein Erfolg. Die Auslastung betrug 89 Prozent.
"Dass wir heuer keinen Publikumsrekord erzielen werden, war von Anfang an klar", sagte Festspielpräsident Rhomberg. Man habe sich bewusst für ein weniger bekanntes Werk auf der Seebühne und für ein neues im Haus entschieden. Für ihn habe sich damit das Spiel auf dem See als künstlerischer Kern "wieder gestärkt gezeigt". Dieses künstlerische Risiko einzugehen, habe man sich leisten können, weil man seit "West Side Story" Reserven gebildet habe.
Diese Bilanz liefert uns der "Kurier". Wie relativ Zahlen sind, veranschaulicht uns Judith Weirs "Achterbahn" - laut Kritik kein Erfolg! Aber 3.539 Besucher (zum Vergleich: André Chenier hatte 121.445) ergibt eine Auslastung von 89 %.
Ein Mann mit angeborenem Geschäftssinn: Harald Serafin. Aber er wollte ursprünglich Opernsänger werden. Mit Carlos Kleiber verbindet ihn die selbe Wohnung!
Daniel Ender hat Serafin für den "Standard" interviewt: Zunächst war für uns klar, dass ich Opernsänger werden wollte und nicht Operettensänger. Dann lernte ich aber in Zürich den Otti Schenk kennen. Der hat mich mit seinem vollen Ernst für dieses Genre von der Operette überzeugt, hat mit mir die eine Fledermaus gemacht. Durch ihn kam ich auch in den Genuss, mit Dirigent Carlos Kleiber acht oder zehn Vorstellungen zu machen, was mich dann so für die Operette einnahm, dass ich mit Eifer und Ernst an dieses Genre ging.
STANDARD: Kleiber war ja auch ein Mensch, der die Operette, vor allem natürlich "Die Fledermaus", ebenso ernst genommen hat wie jede Oper auch.
Serafin: Ja, wirklich. Wir waren zwar nicht Freunde, aber er mochte mich, und als ich in Zürich engagiert wurde, hieß es, man bekommt dort eine Wohnung. Ich sagte: "Ich bekomme doch auch eine Wohnung?" - "Ja, ein Kapellmeister geht weg, und den müssen Sie heute besuchen, melden Sie sich an, der geht jetzt nach Stuttgart, der heißt Keibl, Keibler, Kleiber ..." So habe ich gerade den Umzug von Kleiber und seiner Frau erlebt und lebte dann drei Jahre in dieser Wohnung.
Nun zu den Bayreuther Festspielen: Große Geheimnistuerei herrschte um die Zahl der Public-Viewing-Besucher - nun rückte man doch mit Zahlen heraus. Der "Nordbayrerische Kurier" weiß das natürlich aus erster Hand: Jetzt haben die Veranstalter die Besucherzahl doch bekanntgegeben. Gut 20.000 Menschen besuchten vorigen Sonntag auf dem Bayreuther Festplatz das „Public Viewing“ mit Kinder-Ring und Lohengrin-Übertragung. Diese Zahl gab Verkehrsdirektor Jan Kempgens auf wiederholte Anfrage unserer Zeitung nach Rücksprache mit Hauptsponsor Siemens bekannt.
Der Grund für die Zurückhaltung ist klar: In den Vorjahren war die Besucherzahl stets mit bis zu 40.000 angegeben worden. Allerdings war damals ein ungenaues Zählverfahren eingesetzt worden, heuer wurden rein- und rausgehende Besucher mit Kameras erfasst und die Köpfe abgeglichen – präziser kann bei einer kostenlosen Veranstaltung nicht gemessen werden.
Man hat also aufgehört, sich selbst zu belügen. 20.000 "echte" Besucher sind doch auch eine stolze Zahl, auch wenn tatsächlich etwas weniger Besucher als in den Vorjahren zu registrieren waren. Aber die TV-Übertragung des "Lohengrin", die man in der wettergeschützten Wohnung mit preisgünstigerem Bier in der Hand genießen konnte, ramponiert natürlich die Quote. Dafür braucht man sich nicht zu schämen, das ist völlig logisch!
Bleiben wir in Bayreuth: Museumsdirektor Sven Friedrich will bis zu eine Million Euro für die Wahnfried- Sanierung aufbringen
Ein Bayreuther Sommer ohne Wagner? Unvorstellbar! Ein Sommer ohne Richard-Wagner-
Museum? Eigentlich auch. Und doch bleibt Haus Wahnfried heuer und wohl auch in den
kommenden eineinhalb Jahren geschlossen.
Die Requisiten des Dorst-Ringes werden nun in Bayreuth aufgestellt, eine davon ziert die Reichshof-Passage!
Katharina Wagner gab dem NA-Magazin ein Interview. Die künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Bayreuther Festspiele und Urenkelin von Richard Wagner, Katharina Wagner, hat nie gegen die Familientradition rebelliert. "Es gab nie offenen Druck: Du musst hier ein Erbe antreten", sagte die 33 Jahre alte Wagner dem ZEITmagazin. "In der Pubertät wurde ich allerdings anstrengend. Mein Vater reagierte klug: Lasst sie, sie wird das schon selber machen. Das hat mich selbstständig gemacht", sagte sie.
Wagner, die auch selbst Opern inszeniert, warnte ihre Berufskollegen vor zuviel Empfindlichkeit: "Wer keine Buhs aushält, sollte nicht Regisseur werden", sagt die Künstlerin, deren Inszenierungen oft umstritten waren.
Dieses Bild wurde von einer Vierjährigen gemalt
Wandelt diese damit auf den Spuren von Picasso und Pollock? Lesen Sie mehr darüber in der "Wiener Zeitung".
In Berlin gingen innerhalb einer Woche 37 Autos in Flammen auf. Ein besonders kluger Politiker weiß aber Rat: "Stellen Sie Ihr Auto nicht auf der Straße ab". Was habt ihr da für einen "Wiffzack" gewählt, liebe Berliner? Ich sage nun nichts mehr gegen unsere Wiener "Bankkauffrau" mit den Franken-Krediten. Nehmen Sie also Ihr Auto mit in die Wohnung! Damen haben es leichter, die packen es ganz einfach in die Handtasche!
Ein schönes Wochenende wünscht
A.C.
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SONNTAG, 21. AUGUST 2011
Drei Erfolgsgaranten der Salzburger Festspiele: Muti, Denoke, Thielemann. Foto: Gindl
Die Premieren sind vorbei, für die Zeitungen sind die Salzburger Festspiele somit gelaufen. Die letzten neun Tage bis zum endgültigen Finale werden aber nicht so fad wie in Bayreuth verlaufen, wo nach der ersten Woche "die Luft raus" ist.
Auszug aus "ORF.at": Neun Tage, bis zum 30. August, dauern die Salzburger Festspiele noch und man darf weiterhin gespannt sein: auf die Auftritte des Chicago Symphony Orchestra unter Ricardo Muti und auf die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle. Dienstag kann man den jungen Salzburger Musiker Martin Grubinger mit einem vierstündigen Schlagwerkmarathon erleben.
Auch die Rückschau auf die Festspiele bisher kann mit herausragenden Konzertereignissen glänzen, ob man nun die sogenannten Mahler-Szenen, oder die Kontinent-Konzerte mit Musik von Nono bis Stockhausen in der Kollegienkirche anführt. Pierre Boulez mit Mahlers "Das klagenden Lied", Ricardo Muti mit dem "Requiem "von Verdi und die konzertante Aufführung von Tschaikowskis Oper "Iolanta" mit Anna Netrebko sind nur drei dieser unvergesslichen Konzert-Ereignisse.
Bilanz kann jedoch bereits getrost über den Interimsintendanten Markus Hinterhäuser gezogen werden. Der "Kurier" tut das mit einem Beispiel aus der Sportwelt:
Nehmen wir als Beispiel die Formel 1.
Gesetzt den Fall, ...
... dass der weltbeste Rennstall (zur Zeit ebenso wie in der Kunst ein Salzburger) eines Fahrers verlustig geht, weil sich dieser vorzeitig zu einer deutschen Marke absetzt;
... dass sich die Suche nach einem neuen Chefpiloten sehr schwierig gestaltet;
... dass man nach einem langwierigen Prozess als kleinsten gemeinsamen Nenner einen findet, der den Job immer schon haben wollte;
... dass dieser jedoch erst ein Jahr zu spät ins Cockpit steigen will, sodass man zu einer Übergangslösung gezwungen ist;
... dass man dafür doch den Ersatzmann aus den eigenen Reihen nimmt, eine Art Testpilot der vergangenen Zeit, dem man zunächst zu wenig vertraut hatte;
... und dass dieser plötzlich so gut wie alle Rennen gewinnt und überlegen Weltmeister wird.
Was würde dann passieren?
Der Teamchef und die Geldgeber würden darauf drängen, dass der interimistische Pilot weiterfährt; dass er auch fürderhin Rennen mit diesem Auto gewinnt; und dass man mit dem engagierten Piloten, der noch gar nicht angetreten ist, ein Agreement, welcher Art auch immer, trifft.
In der Kunst mit ihren langen Planungszeiten ist das undenkbar. Daher kann man sich in Salzburg in den Hintern beißen, dass nach der erfolgreichsten Opern- und Theater-WM seit Langem wieder ein Neustart ansteht.
So sieht der "Kurier" die Situation der Salzburger Festspiele. Markus Hinterhäuser hat die Latte für Alexander Pereira sehr hoch gelegt - und das ist gut so! Pereira ist immerhin aber auch ein Weltmeister: Im Netzwerken - und das hat meist auch nicht geschadet. Allerdings - Herr Pereira ist nur so gut, wie sein Netzwerk gut ist!
Erwin Schrott und Anna Netrebko
"Oe 24-Kultur" sieht den Star der diesjährigen Festspiele allerdings in Erwin Schrott, wohl auch oder auch nur, weil dieser mit seinem Hintern auf mehreren Kirtagen tanzte. Autor Christoph Hirschmann meint seine Analyse offenbar wirklich ernst:
Wer der Star dieses Festspielsommers ist, liegt auf der Hand: Erwin Schrott. Zunächst wurde der uruguayische Bassbariton von den Kritikern zum „besten Figaro der Opernbühne“ ausgerufen; schließlich betörte und verstörte der mittlerweile erblondete Lebenspartner von Anna Netrebko auch wieder in Mozarts Don Giovanni – als zappelig-fahriger „Junkie“ Leporello. Inszeniert hatte beide Opern Claus Guth; er wurde heuer – eine Seltenheit für einen Regisseur – mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes Salzburg belohnt.
Auch für den Festival-adäquaten Glamour hat Schrott – gemeinsam mit Netrebko – gesorgt: Als die beiden in der Figaro-Pause am Balkon des Hauses für Mozart auftauchten und Schrott ein Dress seiner in der „Copa“ siegreichen Kicker schwenkte, spendete die Menge dem „Traumpaar der Oper“ Ovationen.
Weitere Opern-Erlebnisse 2011: Tschaikowskys Iolanta mit Netrebko, die profunde Peter-Stein-Inszenierung von Verdis Macbeth, Angelika Denoke als 330-jährige Diva in Janáceks (zunächst kaum besuchter) Die Sache Makropulos.
Auch die Schauspiel-Premieren interessierten: Gleich zu Beginn forderte Nicolas Stemanns achtstündiger Doppel-Faust Schauspieler (und Publikum) zu Höchstleistungen. Die ursprünglich minder nachgefragte Handke-Uraufführung von Immer noch Sturm zog bald auch an den Festspielkassen an. Und für Gert-Voss-Fans ist dessen Salzburg-Comeback in Shakespeares Maß für Maß ein Extra-Fest.
Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler schwärmte schon von ihrem „schönsten Sommer“ und erwartet eine Auslastung von 95 %.
Das Young Directors Project der Salzburger Festspiele präsentiert die grandiose History-Performance "Mission Drift" und die theatrale Selbstbespiegelung "A Game of You".
Auszug aus der "Presse": Amerikas Heiligenschein schwindet. Die US-Truppe Team (Theatre of the Emerging American Moment, sinngemäß: Theater des entscheidenden Moments) zeigt beim Young Directors Project (YDP) der Festspiele im Salzburger „republic“: „Mission Drift“ (frei übersetzt: „Verlorene Mission“). „Die Presse am Sonntag“ durfte die Generalprobe besuchen. Es geht um zentrale US-Mythen: Die Eroberung des Westens, die Rolle der Religion in Gods own country. Gottes Segen wurde bemüht, um die Indianer auszurotten, das Land zu besetzen, auszubeuten. Bis heute muss er herhalten, wenn die Amis ausziehen, um der Welt zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Weg von Salzburg - aber bleiben wir bei den USA: Die Metropolitan Opera hat vom Betreiber eines Blogs verlangt, seine Seite mit Hinweisen auf zukünftige Produktionen des New Yorker Opernhauses zu schliessen - und damit etwas Staub aufgewirbelt.
Der Blog «A Bit B. E. Wilbered» des Buchhändlers und Opernfans Bradley E. Wilber listete zum Teil auf Jahre hinaus geplante Produktionen der Met inklusive vorgesehener Besetzung auf. Die Met begründete die Forderung nach der Schliessung der Seite damit, dass die Angaben teils falsch, teils bloss Gerüchte seien und ihre Handlungsfreiheit einschränkten.
Obwohl Wilber die Vorwurfe zurückweist, îst er laut lokalen Presseberichten dem Ansinnen mehr oder weniger widerstandlos nachgekommen. Er habe die Informationen in öffentlich zugänglichen Quellen - unter anderem bei Künstleragenturen und Websites von Künstlern - zusammengesucht. Unter Opernfans hat die Schliessung Verärgerung ausgelöst, und die lokale Presse berichtete über das heikle Vorgehen der Met. (Auszug aus "Codex flores")
Na Hallo, was ist im angeblich so freien Amerika los? Im Grunde genommen bezieht auch der Merker Teile seines Wissens von Künstlern und deren Agenturen. Natürlich arbeiten wir auch mit Pressebüros zusammen. Aber verbieten lassen wir uns von denen mit absoluter Sicherheits nichts! Ein derartiges Ansinnen soll einmal wer an mich stellen - dann zeige ich ihm, "wo der Hammer hängt"!
Die Neuköllner Oper in Berlin rüstet sich zum Doppeljubiläum 2013, wenn sowohl Richard Wagner als auch Giuseppe Verdi ihren 200. Geburtstag feiern. In Zusammenarbeit mit griechischen Künstlern wollen die Musiktheatermacher von der Karl- Marx-Straße „Aida“ „mit Blick auf die weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Turbulenzen“ neu lesen. Zudem will der Autor Nuran David Calis für sie die „Götterdämmerung“ überschreiben. Zum Start der Themenreihe aber gibt es als Uraufführung „Rheingold Feuerland“, einen „Wagner Wiedergänger“, konzipiert von Bernhard Glocksin, dem Programmmacher der Neuköllner Oper, sowie dem Komponisten Simon Stockhausen.
Weil Glocksin weg will von der „Brauchtumspflege“ bei der Wagner-Interpretation, bricht er die Götter-Riesen- Zwerge-Geschichte radikal auf, sucht nach Möglichkeiten, das „Rheingold“ mit Menschen von heute als „Welterzählung“ zu präsentieren...
...Das Problem bei der ganzen gesellschaftskritisch engagierten Chose ist nur: Hier strebt nichts, aber auch gar nichts einer Umsetzung als Oper. Am wenigsten die Partitur von Stockhausen. Wer sich an Wagner misst – und ihn ausgiebig zitiert – sollte schon mehr bieten können als Solistenpartien zwischen Sprechgesang und pseudodramatischem Musical- Überdruck, einfältigen Rhythmen, spirreligen Blechbläsern und wabernde Elektronik. Dieses „Rheingold“ ist leider eine Wasserleiche (Quelle: "Tagesspiegel")
Domstufen-Festspiele Erfurt -und die Angst vor der Pause
Der Verzicht auf eine Pause bei Open Airs wird meist damit erklärt, dass der Regisseur/die Regisseuse eine atemlose Spannung bis zum Finale erhalten will. Der eigentliche Grund ist aber weit banaler: die Veranstalter fürchten, dass die Toilettenanlagen dem Anstum in der Pause nicht gewachsen sind. Besonders die Situation vor den Damentoiletten bietet auch in Theatern oft ein peinliches Bild.
Guy Montavon, Intendant und Regisseur der "Zauberflöte" , im Interview: Manchmal glaube ich, ich bin der einzige Mensch, der an den Erfolg der Pause glaubt. Wie immer, wenn man etwas verändern will, erklären einem alle, warum es nicht geht. Aber ich habe kürzlich "Die Zauberflöte" auf der Seebühne Wannsee erlebt, da waren die Toiletten sogar 800 Meter von der Tribüne entfernt, die Pause dauerte exakt 31 Minuten, es waren über 4000 Besucher da, und alles hat reibungslos funktioniert. Mit Pause spielen zu können, eröffnet uns ganz neue Optionen - das wird sich erst recht im nächsten Jahr zeigen, wenn wir Verdis "I Lombardi" spielen. (Aus der "Ostthüringer Tageszeitung")
Shermin Langhoff macht "postmigrantisches Theater" und schaffte damit sogar den Sprung an die Intendanz der Wiener Festwochen. Die "Neue Zürcher Zeitung" widmet ihr einen Artikel:
Migration ist das Thema der Gegenwart. Shermin Langhoff indessen, als Kind aus der Türkei nach Deutschland eingewandert, macht postmigrantisches Theater – zurzeit noch in Berlin, bald in Wien.
Gut so, zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle - mit einer guten Geschäftsidee. Die Stadt Wien will mit dieser Bestellung einen Beitrag zur Migration leisten. Wir werden sehen, ob die Rechnung aufgeht! Ich denke, die meisten Leute, die Veranstaltungen der Wiener Festwochen besuchen, müssen nicht missioniert werden - und die anderen gehen gleich gar nicht in das Theater, auch nicht in das "postmigrantische"!
Vermiest die Finanzkrise auch das Geschäft des Kunstmarktes? Der "Tagesspiegel" befasst sich mit dieser Frage näher: Auch wenn das manche Auktionatoren in Krisenzeiten gern bestreiten, so ist der internationale Kunstmarkt doch extrem abhängig davon, was auf anderen Märkten geschieht. Infolge der US-Hypothekenkrise brach – mit einer leichten Zeitverzögerung – auch der Kunstmarkt 2008 ein, insbesondere der für zeitgenössische Kunst. Auf den großen Auktionen in New York und London konnte teilweise nur noch die Hälfte des Aufgebotenen verkauft werden, und manche Galeristen fanden keine Abnehmer mehr.
Zwar hat sich der Kurs der Sotheby’s-Aktie mit den Börsendaten zwischenzeitlich wieder erholt, doch die Prognosen für die Kunstverkäufe im Herbst sehen nicht rosig aus. Wer in den vergangenen Wochen einen guten Teil seines Vermögens verloren hat, wer noch immer Bankeninsolvenzen befürchtet, der wird sich in den kommenden Monaten wohl kaum beim Kunstkauf verausgaben. Selbst manch ehemaliger Krisengewinnler unter den New Yorker Hedgefondsmanagern – von denen bekanntlich einige bereitwillig etliche Millionen für Kunst hinblättern – hat in den vergangenen Wochen bis zu zehn Prozent Verlust gemacht.
In London mussten sogar einige Trader aufgrund der allgemeinen Verunsicherung zuletzt den Handel zeitweise einstellen. Jetzt geht die Angst um, dass die Boni dieses Jahr sehr gering ausfallen – oder ganz ausbleiben. Zudem entlassen Banken wie Barclays und HSBC Tausende Investmentbanker. Und somit wird dort derzeit eine Klientel geschwächt, ja sogar dezimiert, die bislang gern zeitgenössische Kunst kaufte.
Vom 31. Mai bis zum 4. September 2011 findet die Austellung "Dürer, Cranach, Holbein – Das deutsche Porträt um 1500" im Kunsthistorischen Mueum in Wien statt. Das Werk "Die Prinzessinnen Sibylla, Emilia und Sidonia von Sachsen" (1535) wurde gemalt von Lucas Cranach, der ab 1505 eine Festanstellung als Hofmaler am kursächsischen Hof hatte.
Die Ausstellung im Wiener "Kunsthistorischen" ist nur noch wenige Tage - bis zum 4. September - zu besuchen. Informieren Sie sich sowohl in der Presseschau, als auch via "Merker"-Eigenbericht von Heiner Wesemann, zu finden unter "Ausstellungen" auf dieser Startseite!
Heute 75! Alice und Ellen Kessler
Es gibt Stars, die gibt es eigentlich nur im Doppelpack. In Hollywood sind das zum Beispiel die Coen-Brüder oder die Olsen-Twins. In Deutschland sind es vor allem die Kessler-Zwillinge. Alice und Ellen, die „Königinnen des Tanzes“, werden 75 Jahre alt.
Sie leben gemeinsam in einem Haus im Münchner Nobelvorort Grünwald, jede hat dort ihren eigenen Bereich. Denn – das haben die Schwestern nach mehr als sieben Jahrzehnten Seite an Seite gelernt: Nähe ist gut, zu viel Nähe kann nerven.
„Wir können uns den ganzen Tag sehen, wir müssen aber nicht“, sagt Alice Kessler. „Wir haben eine große Schiebetür im Wohnzimmer.“ Zu ihrem Ehrentag können sich die Zwei vor Interview-Anfragen kaum retten – zum Unverständnis der Schwestern. „So ein 75. Geburtstag ist doch nicht so etwas Aufregendes.“
Ich schließe mich den Geburtstagswünschen an und wünsche gleichzeitig einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 22. AUGUST 2013
Das am 2. Juli wegen starken Regens abgesagte Konzert der Berliner Philharmoniker auf der Waldbühne wird nun am kommenden Dienstag nachgeholt und zum "Saison-Eröffnungskonzert" umfunktioniert.
So wie auf obigem Foto sah es am 2. Juli rund um die Waldbühne aus, kurz darauf erfolgte die Absage. Wenn diese Meldung an der Spitze der heutigen Infos steht, können Sie daraus schließen, dass die "Sauregurkenzeit" nun ihren Höhepunkt erreicht hat. Die Festspiele hängen den Leuten schön langsam zum Halse raus, die Höhepunkte sind vorbei, auf die neue reguläre Theatersaison müssen wir uns erst einstellen.
Nun zum Waldbühnenkonzert, ich berufe mich auf die "Berliner Morgenpost: Das traditionelle Abschlusskonzert wird zum inoffiziellen Auftakt der neuen Saison: Unter der Leitung von Riccardo Chailly laden die Berliner Philharmoniker am Dienstag zu einem italienisch inspirierten Sommerabend in die Waldbühne - zum zweiten Mal in diesem Jahr.
Das eigentlich für den 2. Juli geplante Saisonabschlusskonzert war sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Dauerregen und heftiger Wind hatten selbst die Musiker in den hinteren Reihen um ihre Instrumente fürchten lassen. Nur Minuten vor dem Beginn war das Konzert deswegen abgesagt worden.
Mit Folgen: Zahlreiche Konzertbesucher hätten ihre Karten wegen der Verlegung zurückgegeben, sagte eine Sprecherin. Etwa 3000 der eigentlich vergriffenen rund 20.000 Tickets seien Mitte der Woche noch zu haben gewesen. Auch an der Abendkasse soll es noch Karten geben. Genaue Zahlen wurden aber nicht genannt.
Der offizielle Saisonauftakt unter Sir Simon Rattle erfolgt am 26.8., also am Freitag.
In Bayreuth wirbt man für 2013 Foto: E. Ritter
Mit diesem auf den ersten Blick verwirrenden Plakat will die Stadt neugierig machen auf das Wagner-Doppeljubiläum 2013. Nur wer hinschaut, erfährt, um was es geht. Aber das tun viele ...
Es zeigt viel Weiß – und in der Mitte, auf rotem Grund, jenes W, das der Unterschrift Richard Wagners nachempfunden ist.
Aus der Entfernung wird aus diesem Plakat niemand wirklich schlau. Das räumt auch Nicolaus Richter, städtischer Beauftragter für Musik und Theater schmunzelnd ein: „Wir wollten mit dieser Aktion neugierig machen. Schlau wird nur, wer nach dem ersten Staunen auch hingeht.“ Denn dann kann man, ganz weit unten, den Zusatz lesen: „Bayreuth 2013 – 200 Jahre Richard Wagner.
Insgesamt rechnet Richter für das Jubiläumsjahr 2013 mit einem Etat von bis zu vier Millionen Euro. Die Stadt selbst lässt sich die Ganzjahresfeier ihres berühmtesten Botschafters maximal 1,5 Millionen Euro kosten, den Rest der beschlossenen Wunschsumme sollen Bund, Oberfrankenstiftung, der Bayerische Kulturfonds, weitere Zuschussgeber sowie Sponsoren aufbringen.
Ich habe mich gewundert, dass Bayreuth trotz zehnfacher Überbuchung wirbt. Es handelt sich allerdings um das Ganzjahresprogramm, nicht um die ohnedies hoffnungslos überlaufenen Festspiele!
Die Bayreuther Festspiele haben nach eigenen Angaben für die erste weltweite Radioübertragung gesorgt.
Die Bayreuther Festspiele, die als „Mutter aller modernen Festspiele“ gelten, haben auch Radiogeschichte geschrieben. Gestern vor 80 Jahren wurde aus dem Bayreuther Festspielhaus die Oper „Tristan und Isolde“ (Dirigent damals: Wilhelm Furtwängler) in über 200 Länder der Welt ausgestrahlt.
Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks handelte es sich dabei um die erste weltweite Radioübertragung der Rundfunkgeschichte.
Auf seiner Homepage berichtet der Bayerische Rundfunk (BR), welcher Aufwand damals betrieben wurde: „Eine riesige Verstärkeranlage musste in den beengten Räumen untergebracht werden. Von dieser aus verlegte die deutsche Reichspost zwei Kilometer Freileitung zum nächsten Verstärkeramt. Per Kabel und per Funk gingen die Übertragungen zu fast allen europäischen Rundfunkstationen sowie zu Stationen in Nordamerika und Afrika.“
Für die Festspiele war das damals ein gutes Geschäft – die Deutsche Rundfunkgesellschaft bezahlte dafür laut BR 30 000 Mark.
Die beiden Bayreuth-Meldungen stammen aus dem " Nordbayerischen Kurier"
Daniel Barenboim erhält den Salzburger Toleranzpreis
Auszug aus "Drehpunkt Kultur": Der Salzburger Toleranzpreis ist einer in einer langen Kette einschlägiger Ehrungen, die Daniel Barenboim bereits bekommen hat. Er dirigiert Mahler ebenso überzeugt wie Wagner – und als Dirigent war er von 1981 bis 199 jeden Sommer in Bayreuth engagiert – ein Jude in der Höhle der einst von den Nazis vereinnahmten Löwen sozusagen.
Überhaupt keine Frage: Daniel Barenboim verdient den Toleranzpreis, den vor ihm mehr Leute der schönen Wörter und Gedanken als solche der guten Taten bekommen haben. Das wäre vielleicht eine Hausaufgabe für die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste: weniger Kardinäle und Theologen zu ehren, die Toleranz quasi professionell auf ihre Fahnen geschrieben haben, sondern die echte Initiativen setzen, wie eben Daniel Barenboim.
Dass Daniel Barenboim den Toleranzpreis verdient, ist also unbestritten. Der Friedensnobelpreis, für den er auch "gehandelt" wird, ist aber sicher zumindest eine Nummer zu groß!
Das meint auch der Pianist Lang Lang
Kann Musik, Kunst wirklich die Welt verändern?
LANG LANG: Ja und nein. Früher hatte ich oft das Gefühl, sie kann es, und die Welt würde dadurch schöner und besser werden. Aber die Wahrheit sieht anders aus. Wenn ich mich umschaue, sehe ich, dass die Welt nach wie vor schlimm ist, dass nach wie vor gekämpft wird, dass es Kriege gibt. Kann sein, dass wir Kleinigkeiten verändern können. Musik ist vielleicht eine Brücke. Doch eine Brücke ist nicht genug.
Sie kennen ja Daniel Barenboims Arbeit?
LANG LANG: Ja, und er sagt dasselbe. Musik ist eine Brücke, aber die Welt verändern kann sie nicht. Noch nie wurde mit einem Konzert ein Krieg gestoppt. Derlei zu glauben, ist nur ein frommer Wunsch.
Lang Lang konzertiert dieser Tage bei den Salzburger Festspielen!
Markus Hinterhäuser nutzte seine Chancen für höhere Weihen!
Bilanz kann in Salzburg bereits über den Interimsintendanten Markus Hinterhäuser gezogen werden. Der "Kurier" tut das mit einem Beispiel aus der Sportwelt:
Nehmen wir als Beispiel die Formel 1.
Gesetzt den Fall, ...
... dass der weltbeste Rennstall (zur Zeit ebenso wie in der Kunst ein Salzburger) eines Fahrers verlustig geht, weil sich dieser vorzeitig zu einer deutschen Marke absetzt;
... dass sich die Suche nach einem neuen Chefpiloten sehr schwierig gestaltet;
... dass man nach einem langwierigen Prozess als kleinsten gemeinsamen Nenner einen findet, der den Job immer schon haben wollte;
... dass dieser jedoch erst ein Jahr zu spät ins Cockpit steigen will, sodass man zu einer Übergangslösung gezwungen ist;
... dass man dafür doch den Ersatzmann aus den eigenen Reihen nimmt, eine Art Testpilot der vergangenen Zeit, dem man zunächst zu wenig vertraut hatte;
... und dass dieser plötzlich so gut wie alle Rennen gewinnt und überlegen Weltmeister wird.
Was würde dann passieren?
Der Teamchef und die Geldgeber würden darauf drängen, dass der interimistische Pilot weiterfährt; dass er auch fürderhin Rennen mit diesem Auto gewinnt; und dass man mit dem engagierten Piloten, der noch gar nicht angetreten ist, ein Agreement, welcher Art auch immer, trifft.
In der Kunst mit ihren langen Planungszeiten ist das undenkbar. Daher kann man sich in Salzburg in den Hintern beißen, dass nach der erfolgreichsten Opern- und Theater-WM seit Langem wieder ein Neustart ansteht.
So sieht der "Kurier" die Situation der Salzburger Festspiele. Markus Hinterhäuser hat die Latte für Alexander Pereira sehr hoch gelegt - und das ist gut so! Pereira ist immerhin aber auch ein Weltmeister: Im Netzwerken - und das hat meist auch nicht geschadet. Allerdings - Herr Pereira ist nur so gut, wie sein Netzwerk gut ist!
Nach Erfurt zu den Domstufenfestspielen: Die rund 1800 Premierengäste dankten den Künstlern unter Regie von Theaterintendant Guy Montavon mit langem Beifall. "Die Zauberflöte" wird bis zum 4. September zwölfmal vor der nächtlichen Dom-Kulisse aufgeführt. Geboten werden zudem Haydns Oratorium «Die Schöpfung» und für Kinder «Die Bremer Stadtmusikanten» sowie das Musical «Nicht wie bei Räubers...
...Montavon hat gekürzt und gestrichen - unter anderem an den Dialogen und Erklärungen. Er hat aus der Schlange, die das Leben des Prinzen Tamino bedroht, eine rote Riesenschnecke gemacht. Aus dem alten Weib wurde ein betagtes Wildschwein, das sich später als Papagena entpuppt. Und er setzt wie in den Jahren zuvor auf kleine Gags: Die Königin der Nacht kommt in der Schaufel eines modernen Baggers hereingerauscht, die als Thron, aber auch als Kommandozentrale fungiert. Wie ihre bewaffneten Hofdamen und Sicherheitsleute ist auch sie bis an die Zähne bewaffnet und erinnert mit Helm und dunkelblauer Uniform an einen Feuerwehrmann im Einsatz. Das gläserne Führerhaus des Baggers lässt dagegen im ersten Moment Assoziationen zum Papamobil von Papst Benedikt XVI. aufkommen, der in etwa einem Monat den Erfurter Domplatz besuchen wird. (Auszug aus "News de.")
Der wahre Grund für pausenlose Open-Air-Events
Der Verzicht auf eine Pause bei Open Airs wird meist damit erklärt, dass der Regisseur/die Regisseuse eine atemlose Spannung bis zum Finale erhalten will. Der eigentliche Grund ist aber weit banaler: die Veranstalter fürchten, dass die Toilettenanlagen dem Anstum in der Pause nicht gewachsen sind. Besonders die Situation vor den Damentoiletten bietet auch in Theatern oft ein peinliches Bild.
Guy Montavon, Intendant und Regisseur der "Zauberflöte" , im Interview: Manchmal glaube ich, ich bin der einzige Mensch, der an den Erfolg der Pause glaubt. Wie immer, wenn man etwas verändern will, erklären einem alle, warum es nicht geht. Aber ich habe kürzlich "Die Zauberflöte" auf der Seebühne Wannsee erlebt, da waren die Toiletten sogar 800 Meter von der Tribüne entfernt, die Pause dauerte exakt 31 Minuten, es waren über 4000 Besucher da, und alles hat reibungslos funktioniert. Mit Pause spielen zu können, eröffnet uns ganz neue Optionen - das wird sich erst recht im nächsten Jahr zeigen, wenn wir Verdis "I Lombardi" spielen. (Aus der "Ostthüringer Tageszeitung").
Aber auch in Braunschweig wurde eine Freiluft-"Turandot" mit der gebührenden Begeisterung aufgenommen.
Hingegen war der Wiener Stadtsaal (Mariahilferstraße) beim "Watzmann-Musical" nicht ausverkauft, obwohl das Publikum sogar Rossäpfel fangen durfte!
Die Welt stand still, in jenen Augusttagen des Jahres 1911, als der größte je dagewesene Kunstraub gemeldet wurde. Unbekannte Täter hatten das Bild aller Bilder, Leonardo da Vincis Mona Lisa, aus dem Pariser Louvre gestohlen. Es folgte ein zweieinhalbjähriger Kunstkrimi, in dem kein Geringerer als der weltberühmte Maler Picasso in den Kreis der Verdächtigen geriet.
Paris, am 21. August 1911. Der Louvre ist wie jeden Montag für Reinigungsarbeiten geschlossen. Um sieben Uhr früh betritt ein Mann das Museum. In seinem Arbeitskittel fällt er nicht weiter auf, da an diesem Tag viele Arbeiter aus- und eingehen. Er läuft durch die langen Gänge des Museums, bis er zum Salon Carré kommt, in dem die Perle der Sammlung hängt. Die Mona Lisa.
Lesen Sie die Kriminalstory im "Kurier".
1.68 Millionen Zuschauer sahen die erste Alm-Folge auf RTL, keine schlechte Auslastung, wenn man denkt, dass nur B- und C-Promis am Werk sind. Von Fußballtrainer Werner Lorant hörte ich, dass ihn seine Frau rausgeschmissen hat und er auch finanziell Probleme hat. Da passt irgendwie dazu, dass er auf der "Alm" anheuert!
Zeit spielt keine Rolle in den Leben der Menschen von Tottenham. Vor den Krawallen nicht und auch danach nicht. Niemand braucht sich zu beeilen, niemand muss hetzen. Zeit, das ist so ziemlich das Einzige, was sie hier im Überfluss haben. »Das verstehen die Politiker nicht«, sagt Henry Met, 22, und bemüht sich, leise und gezügelt zu sprechen, er weiß, dass britische Medien sie, die arbeitslosen Jugendlichen aus Tottenham, als laut und wild beschrieben haben, als seien sie Tiere, »hier in Tottenham sind wir von der Zeit vergessen worden, alles steht still«. Henry ist weiß, er steht neben seinem schwarzen Freund Jake vor der ausgebrannten Post, und sie versuchen zu erklären, was hier geschehen ist. »Ich habe mit meiner Freundin gevögelt, als die anderen das hier gemacht haben«, sagt Jake lachend und hebt den Vorderreifen seines rostigen Fahrrads kurz in die Luft in Richtung der schwarzen Fassade und der Polizisten, die davorstehen, »mit Schwarz und Weiß hat das nichts zu tun, wir sind hier doch alle ein einziger armer Mix.« In rassischen Unterschieden zu denken, wie manche Kommentatoren im Fernsehen, die von einem angeblich vornehmlich »schwarzen Mob« sprechen, das ist ein Luxus, den sie sich hier nicht leisten können.
Lesen Sie weiter in der "Zeit"!
Und nun zur wohl aktuellsten Nachricht des Tages. Hoffen wir, dass nach Gadaffi Besseres nachkommt ! Sicher bin ich nicht, die Welt jubelt meist viel zu früh!
Ich wünsche eine schöne Woche!
A.C.
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DIENSTAG, 23. AUGUST 2011
Grafenegg hat wieder Saison. Intendant Rudolf Buchbinder, flankiert von den Schauspielern Erwin Steinhauer und Karl Merkatz.
Mit Beethovens „Neunter“ begann am Wochenende das Musik-Festival Grafenegg. Intendant Rudolf Buchbinder, der am zweiten Tag ein Klavierkonzert gab, hat für sein Programm ein scheinbar simples Konzept: „Für mich ist wichtig, dass sich alle wohlfühlen. Die besten Musiker sollen sich in entspannter Atmosphäre präsentieren können. Daher darf jeder Künstler spielen, was er gern spielen möchte. Das ist das einzige Motto, das ich gelten lasse. Wir veranstalten „normale“ Konzerte auf höchstem Niveau zu vernünftigen Preisen.“
Diese „entspannte Atmosphäre“ wird von Musikern offenbar besonders geschätzt, weil sie im hektischen internationalen Tourneebetrieb eher die Ausnahme als die Regel ist. Solchem Klima ist es zu verdanken, dass die weltbesten Orchester, denen man im Spätsommer früher nach Salzburg, Luzern, Edinburgh nachreisen musste, jetzt gern auch in Grafenegg Station machen. Heuer zunächst das Philadelphia Orchestra (am 25. und 26. 8.), das Orchestre de Paris (am 28. 8.), Israel Philharmonic unter Mehta mit Buchbinder als Solist (30. 8.), Pittsburgh Symphony (am 1. und 2. 9.) und die Wiener Philharmoniker unter Franz Welser-Möst (am 3. 9.). Die Konzerte finden als Open-Air-Evens im „Wolkenturm“ oder im „Auditorium“ statt. Beste Akustik beide Male garantiert.
Diese Termine liefert uns "Oe24-Kultur".
Myung-Whun Chung gastierte eben erst in Grafenegg, mit dem Seoul Philharmonic Orchestra
Das Seoul Philharmonic Orchestra etwa gibt es erst seit 2005; unter der Leitung des Gründers, Chefdirigenten und Messiaen-Experten Myung-Whun Chung eröffnete der (sehr junge, sehr weibliche) Klangkörper souverän mit einem frühen Messiaen, Les Offrandes oubliées. 1931 aus einer Fassung für zwei Klaviere entstanden, lässt der französische Solitär in diesem Triptychon religiösen Inhalts erahnen, in welche Richtung sich seine Tonsprache entwickeln wird (statische Harmoniefelder, vertrackte Rhythmen), aber auch, welche Quellen den jungen Komponisten damals inspirierten (spätestromantische).
Nach diesem ersten Appetizer der gemäßigten Moderne servierte Nikolaj Znaider mit Brahms' Violinkonzert den ersten Hauptgang der Abends: Konzentriert, streng gefasst, abgezirkelt gab der gebürtige Däne, ein Schüler Boris Kuschnirs, das wundervolle Werk.
Auszug aus dem "Standard"/ Stefan Ender
Niederösterreich hat mit Grafenegg sein Renommierfestival in wirklich idealem Ambiente, mit Rudolf Buchbinder den wohl best vorstellbaren Intendanten hierfür und mit dem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll einen ziemlich allmächtigen Gönner. Der kann sozusagen als Draufgabe noch dem Gastronomen Toni Mörwald, den er schon einmal vor der Insolvenz gerettet hat, ein relativ krisensicheres Restaurant zur Verfügung stellen! In Grafenegg passt - so scheint es - derzeit so ziemlich alles!
Beim Ambiente kann Grafenegg locker mithalten, beim Fassungsvermögen sicher nicht: die Berliner Waldbühne in der Abenddämmerung. Foto: Ursula Wiegand
Daniel Barenboim gastierte mit seinem Israelisch-arabischen Orchester auf eben dieser Waldbühne, was Ursula Wiegand in der "Online-Merker"-Rezension wie folgt kommentiert: Doch erst Beethovens Neunte in d-Moll op. 125, dieses viel gewaltigere und facettenreichere Werk, schlägt die Zuhörer in ihren Bann. Nach fast beiläufigem Beginn findet Barenboim schöne Übergänge, kostet das geforderte Majestätische und die Dramatik dieses langen Satzes mit den Musikern voll aus.
Und so als wolle der damals schon seit Jahren taube Komponist das Hören nochmals herbeizwingen, türmt er die Klangwelten aufeinander. Barenboim tut es ihm nach. Er beginnt den ebenfalls in d-Moll gehaltenen 2. Satz (Molto vivace – Presto) knallig und schlägt beim Marschrhythmus ein flottes Tempo ein. Ein Bravo gebührt auch hier den Bläsern.
Zuvor gastierten Dirigent und Orchester beim Lucerne-Festival, allerdings mit anderem Programm. Jenny Berg äußert in der "Neuen Zürcher Zeitung durchaus aber Einwände: Interpretatorisch, so hat es den Anschein, steht Barenboim Wilhelm Furtwängler näher als John Eliot Gardiner. Ein Einfluss der historisch informierten Beethoven-Interpretation war jedenfalls nicht spürbar. Barenboim kultivierte einen dicklichen, schweren Klang, liess stets breit und ohne Attacke artikulieren, vibratoreiche Oberstimmen dominierten das Klangbild. Das Spiel des Orchesters, in dem junge israelische und arabische Musiker die Pulte teilen, schien eigenartig charakterlos, von jugendlicher Frische kaum eine Spur. Selbst die feinen Schattierungen in der Pastorale wirkten in ihrer langsamen Überbetonung eher wie statische Malerei denn als lebendige Empfindung – womit das Motto, das Beethoven der Sinfonie einst voranstellte, ins Gegenteil verkehrt wurde.
Bleiben wir beim Lucerne-Festival und der "Neuen Zürcher Zeitung". Die halbszenische Aufführung der "Zauberflöte" wird auch nicht uneingeschränkt bejubelt - das Gegenteil ist der Fall: So freute man sich auf die halbszenische Aufführung im KKL Luzern mit dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Daniel Harding. Eine Klanginstallation von Andrew Staples mit fernem Donnergrollen, einigen Vögelein und einem Uhu begrüsste einen im Saal, verhallte Atem- und Flüstergeräusche sorgten vor der Ouvertüre für gruftige Fantasy-Stimmung.
Dann, oje, trat aber der Salzburger «Regisseur und Puppenspieler, Dramaturg und Kulturmanager» Christopher Widauer als Erzähler mit seinem «Onkel» in Erscheinung, einer Puppe, die aussieht wie weiland der Totengräber bei Lucky Luke. Schon ist es passiert. Die Scherze werden deftiger – schade, dass Widauer nicht auch Bauchredner ist, das würde helfen. Gags sonder Zahl sind ihm eingefallen, wie lustig und geistreich. Und ach, da waren noch einige Videoprojektionen, vergessen wir sie. Doch fast noch schlimmer als die selbstverliebte Blödelei war das Gerenne hinter dem Orchester mit den Auf- und Abtritten der Sängerinnen und Sänger, vor allem aber des Chors, denn die Bewegungen waren nicht in ein den Abend steuerndes Timing eingebunden. Das brachte Unruhe (das Hustenbarometer im Saal stieg denn auch bedenklich), und letztlich steht dahinter eine unkünstlerische Haltung.
"Die Zauberflöte" ist in diesen Tagen ohnedies die meistgespielte Oper (weltweit ist sie es auch zu "normalen Zeiten"), Guy Montavons Inszenierung in Erfurt (wir berichteten gestern) wird als harmlos bezeichnet. Wie soll es auch anders sein, viele Kinder werden reingeschleppt - und die sind ein kritischeres Publikum als die jubelbereiten Erwachsenen.
Aber auch bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel macht man sich Gedanken über "Die Zauberflöte": Sie (Anm. d. Red.: "Die Entführung aus dem Serail" und "Die Zauberflöte") sollen also in ihrer Aussage unbedingt vom Publikum verstanden werden. Und nach der im "Serail" propagierten Toleranz entspricht die Oper mit ihren Freiheitsideen voll dem Geist der Zeit zwei Jahre nach Beginn der Französischen Revolution.
Die Handlung leidet etwas unter der plötzlich nötigen Umstellung während der Entstehung, die "Sarastro" zur guten und die "Königin der Nacht" zur fragwürdigen Autorität umfunktionierte, aber die Inszenierung von Therese Schmidt bändigt diese Grundsituation durch glaubhaftes Agieren der Personen für ihre Ziele. Immerhin geht es um die Selbstfindung von Menschen, die auf der Suche nach dem für sie richtigen Lebensweg sind. (Auszug aus "Oberpfalz.de)
Hans Neuenfels: "Hans, du bist raus!" - aber wirklich nicht! Foto: Timm Schamberger
Regie-Altmeister Hans Neuenfels stellt derzeit seine Biografie vor, das "Bastard-Buch". Der "Nibelungen-Kurier" sprach mit ihm über sein Leben: Schon häufiger sah er in den letzten Jahren sein Karriereende nahen, sah sich von Opernhaus-Intendanten ins Abseits gestellt, so etwa nach seiner umstrittenen "Idomeneo"-Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin. "Hans, alter Knabe, das war"s! Du bist raus!", schreibt er in seinem Buch nach diesen Erfahrungen.
Doch es ging immer weiter für ihn, schließlich kamen sogar die Bayreuther Festspiele und fragten an. Und er beschreibt ein feucht-fröhliches Treffen mit Gudrun Wagner, die bis zu ihrem plötzlichen Tod die eigentliche Chefin am Grünen Hügel war. "Ich erlebte eine engagierte, witzige, attraktive Frau - direkt und übermütig", schreibt er. Es sei ihm gleichgültig, was er vorher und nachher über sie und ihre Position in Bayreuth gehört habe.
Dass es auch nach seinem 70. noch mit der Opernregie weitergeht, dafür sorgt jetzt auch sein Freund Jürgen Flimm, der neue Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden: 2012 wird Neuenfels erstmals an dem traditionsreichsten der drei Berliner Opernhäuser inszenieren.
Eine Peinlichkeit sondergleichen gibt es in Wien. Nur 1.400 Besucher wollten "Don Giovanni" in der Produktion der "Opernwerkstatt" in der TU-Wie/Innenhof sehen, was einer Auslastung von 30 % gleichkommt. Nun sitzt die "Opernwerkstatt" auf einen Berg von Schulden, die Künstler haben immer noch keine Gagen erhalten - und so arg schwimmen diese auch nicht in Geld. Der "Standard" berichtet:
Dabei habe man im vergangenen Jahr erstmals keine Oper gespielt, um die diesjährige Produktion auf finanziell gefestigte Beine stellen zu können und sich mit einiger Vorlaufzeit um Subventionen zu bemühen - letztlich ohne Ergebnis. Effektiv fehlen der Opernwerkstatt zu Begleichung der ausstehenden Löhne und weiteren Kosten rund 70.000 Euro, obwohl etwa die Hälfte des Orchesters umsonst spiele. "Das Gros des Ensemble ist ein loyales Team", betonte Schlosser, der aber auch die Gehaltsforderungen anderer Beteiligter nachvollziehen könne. Schließlich sei die Pauschale von rund 600 Euro "für 17 oder 18 Dienste inklusive aller Proben ohnehin kein fürstliches Honorar".
Nun müsse man sich nachträglich um Unterstützungen bemühen. Neben einem Termin bei der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) will Schlosser an die Kultursprecher aller Fraktionen herantreten. Eine Entscheidung erwarte er nicht vor September.
Verstehe einer die Wiener! Da fahren sie in Kuhdörfer - aber den Weg zum Karlsplatz finden sie nicht. Anderseits entspricht es aber auch einer seltsamen Geschäftsgebahrung, sich "nachträglich um Subventionen zu bemühen"!
Manuela Bress - als "kleine Walküre" in der weiten Welt
Derzeit ist sie bei den Bad Hersfelder Festspielen die Kathinka, also die Mutter der Marie in der "Verkauften Braut". Sie schaffte es aber dennoch nach Bayreuth ("Rossweiße" - also eine "kleine Walküre" im Dorst-Ring) und nun sogar 2013 nach Buenos Aires, in Katharina Wagners "Sieben Stunden-Ring". Und letztlich schaffte sie es auch mit Foto auf diese Startseite. Die "Hersfelder Zeitung" sprach mit ihr!
Bevor ich mir das "zigste Rheingold" ansehe, gehe ich wirklich einmal zur "Rheingold-Version" in die Neuköllner Oper in Berlin. Ich darf es an dieser Stelle nicht laut sagen, aber eigentlich liebe ich solch verdrehten Darstellungen - auch wenn diese in unserem Forum "verquirrlte Scheiße" genannt werden. Ein Auszug aus "Neues Deutschland" - als Empfehlung gedacht: Die aktuelle Handlung, die auf »Feuerland«, der brennenden Müllhalde bei Neapel, beginnt, widmet sich unterschiedlichen Lebenszielen. Auf der Halde lebt die schwarze Immigrantin Erda (Dennenesch Zoudé) und streitet sich mit dem 14-jährigen Roma-Jungen Christo (Janko Danailow), der sich beim Arbeiten im Giftmüll sein Geld verdient. Sie hat keine Illusionen mehr. Dass er an den Folgen sterben könnte – was 15 Jahre später geschieht – will er nicht glauben. Längst hat er sich da mit seinen Kontakten nach Rumänien bei der Mafia eingekauft und steht finanziell dicke da. Er besitzt nun den Ring, nach dem er strebte. Dass er sich nun alles kaufen kann, nutzt ihm nichts mehr.
Dingen auf den Grund zu gehen, treibt die bolivianische Journalistin Mercedes (Andrea Sanchez del Solar) voran. Sie interviewt den erfolgreichen Finanzmenschen George Warren (Thorsten Loeb) in New York und konfrontiert ihn mit den Ereignissen beim Wasserkrieg in Bolivien, der im Jahr 2000 begann. Er will nichts davon wissen, gibt sich knochenhart. Geld zu machen ohne Rücksicht auf Verluste, sei der Lauf der Dinge, meint er: »Schlag nach bei Wotan!« Alles andere sei Sache der Politik, behauptet er wider besseres Wissen. Darauf lässt sich Mercedes nicht ein. Immer wieder kommt sie auf Bolivien zurück. Darauf, dass Privatisierung von Wasser gegen das Menschenrecht verstößt.
Irgendwann hat sie den Finanzmagnaten weichgeklopft. Da meint er, sie solle das Reportergerät mal ausschalten. Er wolle ihr erzählen, wer er wirklich ist und dass er anfangs ganz andere Ziele hatte. Eine Szene, die jeden Journalisten grienen lässt. Und obwohl es dann so scheint, als würde sich Mercedes von dem Geschäftsmann einwickeln lassen, verfolgt sie ihre Ziele weiter...
Das Cineplexx-Kino nahe der Wiener Reichsbrücke sperrt im Oktober zu, dafür werden andere Kinos dieser Firma ausgebaut. Unternehmenstrategie - die Verantwortlichen werden wissen, was sie tun!
Dreht Woody Allen in München? Hat Wien eine Chance verpasst?
Traurig über die Entwicklung ist jedenfalls unsere Filmexpertin Renate Wagner: Ich habe so gehofft, dass Woody – nachdem er so viele europäische Städte abgefeiert hat, zuletzt so hinreißend Paris –jetzt nach Wien kommt.
Ich bin blaß vor Neid, dass es München ist. Und ein Budget von 17 Millionen Dollar für einen Film – das ist ein Klacks, das ist ein Fliegenschiß, wenn man die Branche kennt. Die Bayern sollten schneller zugreifen, als sie „Ja moi!“ sagen können!!!!!
Woody Allen: Nächster Film in München?
Der nächste Film von Regisseur Woody Allen wird möglicherweise in München entstehen. Die Filmgesellschaft Bavaria verhandelt derzeit mit Allen, wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf Bavaria-Produzent Frank Buchs am vorab berichtete. Mit der ländlich bayerischen Idylle wolle Allen in seinem Film allerdings nichts zu tun haben. Der Regisseur will Buchs zufolge keine Berge oder Kühe, sondern nur die Stadt München an sich.
Buchs geht von einem Dreh im Sommer 2012 aus. Im Moment bemühe sich das Bavaria-Filmstudio, das von Allen geforderte 17-Millionen-Dollar-Budget zu finanzieren, hieß es weiter.
Einen schönen Tag wünscht
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MITTWOCH, 24. AUGUST 2011
Ab 3. September an der Wiener Staatsoper: Placido Domingo singt den "Simone Boccanegra"
Der Sommer liegt praktisch in den letzten Zügen, dafür öffnen die Musiktheater der Republik demnächst wieder ihre Pforten. Den Auftakt macht am 3. September die Wiener Staatsoper, wo das Führungsduo Dominique Meyer und Franz Welser-Möst mit der Wiederaufnahme von "Simon Boccanegra" seine zweite Saison eröffnet. In der Volksoper amüsiert sich indes ab 4. September "Die lustige Witwe", während im Theater an der Wien Benjamin Brittens "Turn of the Screw" am 14. September den neuen Reigen eröffnet. Und auch im Musicalbereich stehen Neuerungen an, wenn am 15. September im Ronacher "Sister Act" Premiere feiert.
Die erste Premiere der neuen Saison wird in der Staatsoper am 9. Oktober gefeiert - mit der unverwüstlichen "La Traviata" als Koproduktion. Opernfreunde konnten die Regiearbeit von Jean-Francois Sivadier mit Natalie Dessay als Violetta und Charles Castronovo an ihrer Seite bereits am 6. Juli im südfranzösischen Aix-en-Provence sehen. Ein "komplexes Spiel" und die "brillante Technik" der 46-jährigen Dessay, die trotz Indisposition antrat und begeisterte, lobte die "NZZ".
Die Wiener Volksoper geht es indes lustiger an und startet mit einer Feier in die neue Saison. Beim Volksopernfest wird "eine abwechslungsreiche Reise durch den Theateralltag" geboten, so die Ankündigung. Am Abend kann man sogar kostenlos einer Probe der "Lustigen Witwe" beiwohnen - die kostenlosen Platzkarten sind ab 1. September an den Kassen der Bundestheater erhältlich. Mit der Witwe startet Direktor Robert Meyer dann auch gleich am 4. September das reguläre Programm, bevor am 9. September mit Strauß' "Wiener Blut" die erste Premiere 2011/12 in der Regie von Thomas Enzinger folgt. Nach diesem Operetteneinstand folgt dann am 15. Oktober erneut ein Strauss, aber ein Richard: Als Koproduktion mit der Opera de Monte Carlo inszeniert Margerite Borie "Salome".
Für die Richtigkeit der Angaben verbürgt sich der "Kurier"
Loriot ist tot!
Victor von Bülow, alias "Loriot" war unbestritten ein Gigant in der ansonsten manchmal recht fragwürdigen Landschaft deutschen Humors. Verzeihen Sie, dass ich das aus Sicht eines Österreichers sage, der sich manchmal wundert, was und wer bei unseren Nachbarn als humorig empfunden wird. Bei "Loriot" gab es jedoch keine Diskussionen - das war Satire vom Feinsten.
Heute sagt man "Comedy". Und das ist schlimm genug. Comedy hätte man Loriots Werk niemals nennen können. Eher wäre man wohl an einer Nudel erstickt. An so einer, wie er sie in einem seiner legendärsten Sketches zur Hauptfigur gemacht hat. Wer kennt nicht das Filmchen, in dem er Hildegard (die kongeniale Partnerin Evelyn Hamann) unter einer sagenhaften Siebzigerjahre-Perücke seine Liebe gesteht - Hildegard ist aber doch recht abgelenkt von der mobilen Suppennudel auf Loriots Gesicht. "Hildegard, sagen Sie jetzt nichts", ist wie so viele Sätze, die Loriot geschrieben hat, zu subtilem Zitate-Allgemeingut geworden. (Auszug aus der "Wiener Zeitung")
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber es ist sinnlos" - so einer der zahlreichen Sprüche von "Loriot"
Der Autor Axel Hacke hat einmal das Lebenswerk von Loriot, so weit es gedruckt vorliegt, auf eine Waage gestapelt.
Seitdem weiß man: Es sind 4,1 Kilo. Loriot gehörte zu den seltenen Menschen, die einerseits sehr genau arbeiteten, mit äußerster Sorgfalt, und die trotzdem sehr produktiv waren.
Bei wenigen Künstlern kann man sich so sicher sein wie bei diesem, dass auch die Nachwelt mit ihrer Kunst noch etwas anzufangen weiß. Man muss nur, probehalber, einem Kind von heute die alten Bildergeschichten zeigen, die Loriot 17 Jahre lang für den „Stern“ gezeichnet hat. Reinhold, das Nashorn. Auf den Hund gekommen. Später die Sketche im Fernsehen – eine Liebeserklärung, die an einer Nudel scheitert, einer Nudel auf Loriots Lieblingsorgan, der Nase. Ein Mann, der im Wartezimmer des Arztes versucht, ein schiefes Bild gerade zu rücken. Ein Lottogewinner, Herr Lindemann, der mit dem Papst eine Boutique in Wuppertal eröffnet. Wum und Wendelin. Professor Grzimek, der über die Steinlaus spricht. Ein Jäger im Reisrand.
Diese kleine Auswahl an Klassikern liefert der "Tagesspiegel". Die heutige Presseschau ist voll mit Nachrufen auf "Loriot"!
Daniel Barenboim gastiert mit seinem "Divan-Orchestra" derzeit in Köln bei den Jubiläumsfeierlichkeiten der dortigen Philharmonie. Sonntag folgt als Höhepunkt Beethovens "Neunte".
In Salzburg läuft das Auslaufprogramm - und das ist immer noch hochkarätig genug. Die Presseschau berichtet vom Liederabend Simon Keenlyside.
Telemanns "Pimpinone" bei den Festwochen der Alten Musik Innsbruck
So nebenbei, Mozart und Richard Strauss haben sich bei Telemann ziemlich unverschämt bedient! Das bezeugt Jörn Florian Fuchs in "Drehpunkt Kultur": Uraufgeführt wurde das knapp einstündige Mini-Öperchen vermutlich während einer Premiere von Händels „Tamerlano“ in Hamburgs Musiktheater am Gänsemarkt Anno 1725, als Telemann dort seinen Einstand als Chef gab. Damals war es üblich, große schwere Opern mit unterhaltsamen Komödien aufzulockern, ein Akt Händel, ein Akterl Telemann und so weiter. Das Tragische und Komische nebeneinander, geht das denn? Tja, verehrter Richard Strauss, ganz so originell bzw. originär ist Ihre Antwort wohl doch nicht, aber natürlich bleibt „Ariadne auf Naxos“ ein tolles Stück…
Just fällt dem Rezensenten aber noch etwas ein. Der alte Doofe und die jugendliche Xanthippe? Gibt es da nicht einen selten aufgeführten Strauss namens „Die schweigsame Frau“? Wir werfen mal das Wörtchen Plagiatsverdacht in die Runde!
Doch zurück nach Innsbruck, zu den Festwochen, zu Telemann und mitten hinein in den Spanischen Saal von Schloss Ambras, wo das Ganze stattfand. Weil der Abend mit Pimpinone allein arg kurz wäre, rüsteten Pierre Pitzl (von der Barockgitarre aus dirigierend) und seine ziemlich knackig disponierten Kollegen vom Ensemble Private Musicke Telemanns in Arien wie Rezitativen sehr lebendige Partitur mit ein paar Gustostücken des Meisters auf. Man hörte etwa Menuette, Ouvertüren oder eine Caprice.
Eine weitere Kritik erreicht uns von der "Zauberflöte" beim Domstufen-Festival in Erfurt ("Ostthüringer Zeitung"). Da wird Prinz Tamino (souverän gut: Uwe Stickert, der bereits im Vorjahr auf den Domstufen zu begeistern wusste) von der KDN-Chefin ins Reich ihres Widersachers Sarastro (glänzend stimmgewaltig: Albert Pesendorfer) entsandt, der Töchterchen Pamina (sehr einfühlsam und melodisch: Julia Neumann) gefangen hält. Jener hat keinen Baukonzern, sein Reich ist der Zaubergarten samt Palme und Bienenstöcken. Zusammen mit dem sinnenfreudigen Papageno (klarer Publikumsliebling: Maté Solyom-Nagy) und mit Hilfe der Zauberflöte sowie Papagenos Glockenspiel will Tamino hier seine Traumfrau Pamina erobern. Koste es, was es wolle.
Auch das "Turandot" Open Air in Braunschweig ist durchaus sehenswert und ziemlich fernab der gängigen Klischées: Bei aller Präsenz der Parteitagsgänger konzentriert sich Robert Lehmeiers Inszenierung auf die Protagonisten Turandot und Calaf. Er zeigt beide als Taktiker der Macht; um Liebe, die ja immerhin behauptet wird, geht es hier nicht mehr. Sie will ohne einen Mann an ihrer Seite im Land herrschen, er plant, durch die Verbindung mit ihr Kaiser zu werden, und geht dafür über Leichen. So ist es nur konsequent, wenn Lehmeier (anders als Thomas Bischoff an der Staatsoper Hannover) den von Franco Alfano nach Puccinis Tod ergänzten Schluss der Oper spielen lässt. Am Ende kann sich Calaf so als neuer Herrscher inszenieren – er ist der Sieger in diesem Machtkampf der Liebe.
Tritt man so wie Yuja Wang bei einem seriösen klassischen Konzert auf??? Ich sage ja - wenn man es sich leisten kann!
Ist sie nun zu weit (oder wohl eher zu kurz) gegangen oder nicht? Die amerikanische Qualitätspresse debattiert heftig, ob ein gewagter modischer Auftritt der Pianistin Yuja Wang noch jugendfrei war oder nicht. Hierzulande lösten einst Anne-Sophie Mutters schulterfreie Bühnen-Outfits Kontroversen über Zucht und Sitte in klassischen Konzerten aus. Wangs eher untenrum provokanter Auftritt in der Hollywood Bowl hat nun in den USA die Emotionen hochkommen lassen.
Die Chinesin trat in einem orangen, sehr körperbetonten und sehr kurzen Kleid auf. In der «Washington Post» bemerkte die Musikkritikerin Anne Midgette dazu, die Zeiten offen sexistischer Komentare zu Kleidern von Musikerinnen seien zwar vorbei, Wangs Kleid hätte aber eher auf den roten Teppich einer Glamourveranstaltung gepasst als aufs Konzertpodium. Mark Swed von der «Los Angeles Times» hatte sich zuvor auf den Standpunkt gestellt, dass ein derartiger Kleiderstil einfach von der Musik ablenke.
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Dass Politiker wie man so schön sagt „Dreck am Stecken“ haben, ist des Normalbürgers heilige Überzeugung. Auch dass man sich gerade in der Politik nie an die Spitze kämpft, wenn man nicht über ein Bündel Eigenschaften verfügte, die nicht als die besten gelten: Gewissenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, nach unten treten und nach oben buckeln, sich bei den richtigen Leuten einschleimen. Politiker wird man, so meinen viele, indem man sich Seilschaften anschließt, wo alle dieselben Leichen im Keller haben. Eine Untersuchung hat einmal festgestellt, dass das Prestige von Politikern in wenigen Ländern so gering ist wie bei uns… Berechtigt oder unberechtigt, wer will das entscheiden? Wo doch unser Kanzler ausschaut, als könnte er kein Wässerchen trüben, und unser Präsident der Vorzeige-Bürger schlechthin ist! Wir tun den Politikern sicher Unrecht.
Allerdings bestätigt dieser Film von Peter Payer alle nur denkbaren Vorurteile gegen diesen Menschenschlag – in einen Krimi verpackt, so dass man die Kritik hinterrücks anbringt und dabei dennoch nach alten „Spannungs“-Schemata verfährt, die das Publikum anlocken sollen… Nur dass das Drehbuch letztendlich doch nicht so wirklich stimmt. Und die Spekulation etwas höchst Künstliches hat...
...„Am Ende des Tages“ sei ein Spruch, den österreichische Politiker angeblich besonders gern verwenden, Alfred Gusenbauer zum Beispiel, heißt es. Sei’s drum. Am Ende der Vorstellung hat man einen spekulierten Krimi gesehen, der sich mit Politiker-Schelte seinen Anteil an medialer Erregung holen will.
Zur Politik passt auch eine Story, die durch den Protagonisten gerade wieder aktuell wird - und die ich selbst erlebt habe. Die Zeitung "Österreich" hält die "Kampusch-Geschichte" mit einem mysteriösen Zeugen am Kochen, der gerade wieder einmal einsitzt, aber angeblich sämtliche prominenten Hintermänner (kommt jetzt ein Protest, weil ich nicht auch Hinterfrauen geschrieben habe?) der angeblich längst nicht aufgeklärten Kriminalsache Natascha Kampusch kennt. Gestern widmete auch der ORF in seinen Radioprogrammen diesem Mann in den Tagesnachrichten Platz und Zeit.
Nun habe ich die zweifelhafte Ehre, als einer der ganz wenigen Österreicher diesen ominösen Zeugen persönlich zu kennen. Anderseits brauche ich mich dafür nicht zu schämen, weil der zu mir vom damaligen Wiener Sportstadtrat und jetzigen Bürgermeister Dr. Michael Häupl geschickt wurde, natürlich nicht persönlich, sondern durch den damaligen Leiter der Magistratsabteilung 51/ Sportamt der Stadt Wien. Es ging um ein Sporthallenprojekt in der Cumberlandstraße in Wien Penzing, ich war damals Obmann eines Fußballclubs, der das Grundstück der Stadt Wien langfristig als Fußballplatz gemietet hatte. Die Stadt wollte den Vertrag auflösen, um das Projekt zu verwirklichen, ich fand die angebotene Entschädigung als geradezu lächerlich und verweigerte die Unterschrift. In dieser Zeit tauchte der Herr A.K. bei mir auf und wollte den Club großzügig fördern, wenn ich zurücktrete und er in absehbarer Zeit meine Nachfolge antreten könne.
Nun war ich schon in Kindertagen ein Netzwerker - und es dauerte auch in diesem Fall nur wenige Stunden, bis ich aus unmittelbarster Umgebung des Stadtrats auf den Zusammenhang zwischen diesem und den "Big Spender" aufmerksam gemacht wurde. Ich war natürlich jetzt in einer tollen Situation, ich wusste etwas, von dem die Gegenseite nicht wusste, dass ich es weiß! Dazu gehört natürlich auch die Disziplin, nicht einmal den engsten Familienangehörigen vom Wissen zu erzählen!
Mein Spiel begann, ich transportierte über diesen Mittelsmann all diese Infos zum Magistrat, die dieser dieser wissen sollte (aber nicht jene, die er eigentlich wissen hätte wollen), legte falsche Spuren und agierte demnach genauso, wie es die Gegenseite mit mir versuchte. Die Rechnung ging auf, der gute Mann beerbte mich, nachdem er ein Jahr lang ordentlich geblecht hatte, wirklich, leistete dann jene Unterschrift, die ich zuvor verweigerte. Aber mein Rücktritt war für die Stadt oder besser gesagt für die Errichtungsgesellschaft der nunmehrigen Sporthalle eine sehr teure Lösung. Hätte man mit mir bereits am Anfang vernünftig verhandelt, wäre die Sache weit billiger gewesen!
Besagter Mann mit dem dubiosen Vorleben zerstritt sich dann binnen weniger Monate mit seinen neuen "Freunden" aus dem politischen Lager, was diese wenig kratzte, zumal "der Mohr seine Schuldigkeit getan hatte".
Und eben dieser A.K. ist nun der dubiose Zeuge, der alles über den Kampusch-Fall wissen will, wegen dem Drohbriefe an den Arbeitgeber seiner Lebensgefährtin, an die Staatsanwaltschaft etc. geschrieben werden. Seitdem denke ich nach, wie man vom "Häfen" aus - der Mann sitzt nämlich derzeit in Haft - eine derartige Kampagne inszenieren kann! Aber bei Österreichs Justiz ist scheinbar alles möglich!
Denn, eines ist sicher: ich kenne seine "Handschrift ganz genau, der Mann weiß überhaupt nichts, narrt die Behörden, wie er es immer schon getan hat! Und bleibt trotzdem ein ewiger Verlierer!
Ich biete eine Wette an: wenn an der "Kampusch-Verschwörungstheorie des A.K." auch nur eine Kleinigkeit wahr ist, verspeise ich in aller Öffentlichkeit im Merker-Archiv ein Klobesen!
Sie sind dann zu dem Spektakel eingeladen, versprochen!!
"Merk, wie's endet".
Ich weiß es allerdings bereits, es kann gar nicht anders sein!
Einen schönen Tag wünscht
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DONNERSTAG, 25. AUGUST 2011
Nike Wagner motzt wieder wegen Bayreuth herum
Foto: Schutt
Die Verwandtschaft kann man sich bekanntlich nicht aussuchen, das wissen nicht nur die Bayreuther Festspielleiterinnen. Nicht nur Polit-Prominente wie der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber haben sich negativ über die Neuinszenierung des "Tannhäuser" bei den Bayreuther Festspielen geäußert. Auch die Urenkelin von Richard Wagner, Nike Wagner, kritisiert die Inszenierung von Regisseur Sebastian Baumgarten: "Man soll, darf, muss mit Wagner experimentieren", sagte die Leiterin des Weimarer Kunstfestes in einem Bunte-Interview. Sie hat sich für die Absetzung der Neuinszenierung ausgesprochen, da "nichts mehr zusammenpasst". (Zitat aus der "Presse")
Will Nike Wagner also tatsächlich bezüglich Kunstgeschmack mit Edmund Stoiber in einen Topf geworfen werden?? Der "Kurier" nähert sich den eigentlichen Gründen schon eher: Die 66-Jährige hatte sich wiederholt vergeblich um die Leitung der Richard-Wagner-Festspiele beworben. Sie geht davon aus, dass in absehbarer Zeit ein ideenreicher externen Kunstkenner die Festspielleitung übernimmt. "Das dynastische Prinzip dürfte inzwischen seine Schwächen gezeigt haben", betonte Nike Wagner. "Die Idee, dass die Familie fortwährend an der Spitze stehen muss, stammt ohnehin nicht vom Gründer, sondern von seiner Witwe (Cosima)", ergänzte sie.
Irgendwie erinnert mich das an den Kindergarten: "Wenn ich das Spielzeug nicht bekommen kann, dann sollst Du es auch nicht haben! " Dann geben wir es eben irgendwem - und wenn das ein kleiner Belgier ist, der im Moment gar nicht so erfolgreich werkt, wie uns ihm gewogene Gazetten glaubhaft machen wollen!
Glimmerglass Festival
Zwischen New York und Boston findet das prominenteste Opernfestival der USA statt - am Otsega-See, den die Indianer in Coopers "Lederstrumpf" Glimmerglass nennen. So heißt auch das 1975 gegründete Festival, das in diesem Jahr erstmals von zwei Frauen geleitet wurde.
Medea, Carmen und Annie aus Irving Berlins Musical "Annie get your gun". Starke Frauen bestimmen die Opern, die Francesca Zambello als neue künstlerische Leiterin für ihre erste Saison ausgesucht hat. Aber nicht nur deshalb weht ein neuer Wind durch das Festival.
Francesca Zambello (links) während der "Carmen"-Proben.
Zambello setzt selbstbewusst auf die Tradition des amerikanischen Musiktheaters. Da bei erinnert Glimmerglass durchaus an den europäischen Theaterbetrieb. Ein Ensemble, das in vier Produktionen drei Monate zusammenarbeitet und diese wie im deutschen Repertoirebetrieb Tag für Tag in einem für amerikanische Verhältnisse mit knapp 1.000 Plätzen relativ kleinen Theater zeigt.
Mehr darüber in "Deutschlandradio.de"
Wenn man "Codex flores" Glauben schenken darf, dann arbeiten in den USA die Dirigenten beinahe umsonst: Der Dirigent Yannick Nézet-Séguin arbeitet mit dem konkursiten Philadelphia Orchester eine Woche gratis, und Leonard Slatkin verzichtet in Detroit auf Lohnbestandteile. Verlumpen werden die beiden auch so nicht, die Opfer sind aber willkommen.
Die Berliner Philharmoniker hatten mit ihrem "Nachholkonzert" auf der Waldbühne diesmal Wetterglück . Am Pult stand Riccardo Chailly. Die "Berliner Morgenpost" schreibt: Mit den Berliner Philharmonikern kann man open air nicht nur Spaß haben - die Weltklassemusiker können auch Spaß machen. Das vom Publikum so geliebte Waldbühnenkonzert startete am Dienstagabend noch vor dem ersten Takt mit La Ola-Wellen, die auch die Philharmoniker mit der Geige oder Flöte in der Hand von den Stühlen rissen. Sogar die Männer am Kontrabass hat man lächeln sehen. Mit Dmitri Schostakowitschs Suite für Jazz-Orchester Nr. 2, Nino Rotas Filmmusik zu Fellinis „La Strada“ und Otto Respighis Fontane di Roma und Pini die Roma servierte das Hauptstadtorchester unter Riccardo Chailly ein reichhaltiges, beschwingt bis schwelgendes Klangwunder, das ganz im Sinne des Publikums war. Vom Marsch über den Walzer bis zum sentimentalen Rausch bewiesen die Profis, dass sie auch in Feierabendstimmung fast alle anderen Orchester an die Wand spielen können.
Martin Grubinger
Salzburg: Stundenlang kann Martin Grubinger sein Publikum mitnehmen auf die verführerischen Erkundungsreisen durch die Welt der Hölzer, Metalle und Felle. Da hört man gebannt mit anderthalb Ohren aufs Wie und bestenfalls mit einem halben Ohr aufs Was. Nach ein paar Stunden aber – und so geschah’s am Dienstag (23.8.) im Großen Festspielhaus – beginnt man doch darüber nachzudenken, ob die unendlich vielen Töne all das sportive und energiegeladene, fantasievolle und kunstreiche, verführerische und überrumpelnde Tun auch wirklich lohnen.
In Salzburg wird bereits Bilanz gezogen. Christian Thielemann macht dies in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen":
In Salzburg stehe man unter hohem Qualitätsdruck, findet Christian Thielemann. Aber er habe sich gesagt, „wann, wenn nicht jetzt“. Thielemann ist in Hochstimmung und an Selbstbewusstsein hat es ihm nie gefehlt. Es wird von ihm erwartet, es gehört zu seiner Aura. Das ganze Festspielhaus tost und tobt, wenn der Dirigent nach knappen fünf Stunden „Die Frau ohne Schatten“ den Stab senkt, um sich nicht nur vom Publikum, sondern auch von den sonst so heiklen Wiener Philharmonikern frenetisch feiern zu lassen. Von 2013 an wird Thielemann mit seiner Dresdner Staatskapelle die künstlerischen Geschicke der Osterfestspiele prägen. Doch schon jetzt, wo er zum ersten Mal in Salzburg Oper dirigiert, ist er hier der ungekrönte König.
Wieder zurück nach Bayreuth, wo die Festspiele auch bald enden:
Peter Schneider, der "Dienstälteste" Foto: Bayreuther Festspiele
Peter Schneider hat Bayreuth-Geschichte geschrieben: Seit 19 Spielzeiten sitzt er im mystischen Abgrund des Festspielhauses. Er sagt: Ohne die Wiener Sängerknaben wäre ich nicht im Opernbereich gelandet. Schneider war nämlich Sängerknabe und spricht über diese Zeit mit dem "Nordbayerischen Kurier": Es war sehr anstrengend. Wir machten ständig Tourneen, schon damals war ich überall in Deutschland unterwegs. Untergebracht wurden wir immer privat. Unser Bus kam an, irgendwo auf einem Rathausplatz, da standen dann Damen und Herren und wir wurden verteilt. Das war nicht immer angenehm. Man musste jedes Mal wieder die gleichen Fragen beantworten, auch das Gefälle zwischen diesen „Pflegeeltern“ konnte groß sein. Einmal kam ich zu einer Familie, der der größte Blumenhandel Deutschlands gehörte, da wurde ich vom Chauffeur abgeholt. Im nächsten Ort konnte man dann wieder Gast beim Organisten sein, der ganz bescheiden lebte.
Frage: Sind Sie neben der Chor-Ausbildung auch noch zur Schule gegangen?
Schneider: Wir wurden an einer eigenen Privatschule unterrichtet, die an ein normales Realgymnasium angegliedert war. Aber wir waren ja so viel unterwegs, manchmal ein halbes Jahr lang, und hatten dann die ganze Zeit keinen Unterricht. Leider, muss ich heute sagen. Für mündliche Prüfungen mussten wir hinüber ins Gymnasium gehen und wurden dort vor der ganzen Klasse befragt. In der Matrosenuniform des Chores, die wir auch im Alltag trugen, standen wir vor den „normalen“ Kindern. Die saßen da und grinsten. Nach dem Stimmbruch musste ich auf dieses Realgymnasium wechseln – als ein ziemlicher Fremdkörper. Ein frustrierender Übergang.
Im Zuge eines "Wagner Concils" konnte man in Bayreuth auch mit den "Tannhäuser"-Machern reden. Es gab viel Lob, viele Fragen - und die Kritik war sehr verhalten.
Und kaum verlassen diese Leute den Saal, geht die Motzerei wieder los. Was soll man von diesen Helden halten?
Der "Nordbayerische Kurier" bietet auch ein Interview mit dem Bayreuther Chorleiter Eberhard Friedrich an, der stolz darauf ist, noch nie in seinem Künstlerleben mit einem Buh-Ruf konfrontiert worden zu sein.
Zur täglichen Dosis Anna Netrebko: Exklusiv: Operndiva Anna Netrebko spricht mit dem Seitenblicke Magazin nicht nur über ihre Babypläne, sondern auch darüber, ob sie nun geheiratet hat oder nicht.
Hans Neuenfels stellt sich in der Frankfurter Oper am Sonntag um 18 h nicht nur Fragen, sondern er pusht auch sein "Bastard-Buch" - und das überall und ganz massiv!
Das Wiener "Sirene"-Theater bespielt die alte Ankerbrotfabrik in Wien-Favoriten mit Opern aus "1001 Nacht".
Einen Eklat lieferte (nicht nur) Klaus Maria Brandauer als Juror beim Salzburger "Young Directors Project". Die "Wiener Zeitung" war dabei:
Für Diskussionen sorgten indes die Jury-Mitglieder Klaus Maria Brandauer und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Beide Juroren hatten die Produktion "Das ehemalige Haus" der Gruppe Signa vorzeitig verlassen, Brandauer sogar lauthals schimpfend. Die Aufführung thematisierte Zwangsprostitution als eine Art Live-Installation, für diese Art der extremen Bühnenerfahrung sind Signa weithin bekannt. Auch die belgische Gruppe Ontroerend Goed beklagte, dass Juror Brandauer zwar am Aufführungsort in der Großen Aula gewesen sei, die Teilnahme bei "A Game of You" aber verweigert habe. Man könne eine Aufführung auch von außen beobachten und so das Konzept beurteilen, verteidigte der Galerist Thaddäus Ropac seinen Jury-Kollegen. YDP-Sieger Lundahl widersprach: "Konzept und Erfahrung sind gerade in dieser Form von Theater nicht voneinander trennbar." Auch das Siegerprojekt war eine theatrale Selbsterfahrung, bei der die Zuschauer durch das Museum der Moderne geführt wurden.
Bei Brandauer kann ich es verstehen, wenn ihm etwas nicht gefällt, hat er als Juror seine Meinung zu sagen. Die Festspiel-Präsidentin verstehe ich schon weniger. Was hat sie in einer Jury verloren? Und wenn schon, dann sollte sie zumindest bis zum bitteren Ende ausharren!
Salzburgs Schauspielchef Thomas Oberender spricht in einem Interview mit dem "Standard" über seine Zeit in Salzburg und seine künftigen Pläne für Berlin!
Der ehemaliger Linzer Posthof-Manager Christian Strasser wird nun Manager im Wiener Museumsquartier und kehrt damit zur von ihm geliebten Kunst und Kultur zurück!
Die Ausstellung "Gesichter der Renaissance" ist bis zum 20. November im Bode-Museum zu sehen. Unter anderem wird Antonio del Pollaiuolos Bildnis einer Dame (um 1465 Berlin)...
Noch nie wurde in Berlin eine Ausstellung so massiv beworben wie diese. Die Eröffnung im Berliner Bode-Museum erfolgte heute!! Der "Tagesspiegel" berichtet ausführlich!
Grossbritannien hat Paul Potts und Susan Boyle, die Eidgenossen dank den «grössten Schweizer
Talenten» die «singende Busfahrerin» Maya Wirz. Das Berner Symphonieorchester sieht Hochkultur
nicht so eng und konzertiert neben letzterer auf dem Bundesplatz
Tritt man so wie Yuja Wang bei einem seriösen klassischen Konzert auf??? Ich sage ja - wenn man es sich leisten kann!
Ist sie nun zu weit (oder wohl eher zu kurz) gegangen oder nicht? Die amerikanische Qualitätspresse debattiert heftig, ob ein gewagter modischer Auftritt der Pianistin Yuja Wang noch jugendfrei war oder nicht. Hierzulande lösten einst Anne-Sophie Mutters schulterfreie Bühnen-Outfits Kontroversen über Zucht und Sitte in klassischen Konzerten aus. Wangs eher untenrum provokanter Auftritt in der Hollywood Bowl hat nun in den USA die Emotionen hochkommen lassen.
Die Chinesin trat in einem orangen, sehr körperbetonten und sehr kurzen Kleid auf. In der «Washington Post» bemerkte die Musikkritikerin Anne Midgette dazu, die Zeiten offen sexistischer Komentare zu Kleidern von Musikerinnen seien zwar vorbei, Wangs Kleid hätte aber eher auf den roten Teppich einer Glamourveranstaltung gepasst als aufs Konzertpodium. Mark Swed von der «Los Angeles Times» hatte sich zuvor auf den Standpunkt gestellt, dass ein derartiger Kleiderstil einfach von der Musik ablenke.
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Umstritten: Coco Chanell
Morphinistin sei sie gewesen, Antisemitin und Nazi-Agentin: So schlecht wie bei dem US-Autor Hal Vaughan ist Coco Chanel (1883-1971) selten weggekommen.
In der gerade auf Deutsch erschienenen Biografie «Coco Chanel - Der schwarze Engel» wird die wohl bedeutendste Modeschöpferin des 20. Jahrhunderts als skrupellose Geschäftsfrau dargestellt, «mit einer starken Neigung zur Destruktion».
Das Buch hat nicht nur in Frankreich einigen Wirbel verursacht - schließlich ist die Frau eine von vielen verehrte Stil-Ikone.
Lesen Sie mehr darüber in der "Berliner Zeitung"!
Nicht reif für Europa! Gemeint ist Österreichs Fußballmeister Sturm Graz, der gestern völlig verdient gegen den Titelträger aus Weißrussland, Bate Borisow, mit 0:2 den Kürzeren zog. Aus ist der Traum von den vielen Millionen in der Königsklasse, die Grazer müssen sich mit Almosen begnügen!
Ich wünsche einen schönen Donnerstag!
A.C.
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FREITAG, 26. AUGUST 2011
Tristan und Isolde" bei der Ruhrtriennale in der Bochumer Jahrhunderthalle. Die Premiere der Willy Decker-Inszenierung erfolgt morgen!
Es ist jene Produktion, bei der Elisabeth Kulman als Brangäne vorgesehen war, sich aber bei den Proben so sehr verletzte, dass eine mehrwöchtige Pause unabdingbar wurde. Morgen nun hat Deckers Tristan-Produktion mit Anja Kampe, Claudia Mahnke, Christian Franz u.a. Premiere. Ganz wichtig: Kirill Petrenko wird dirigieren!
Im Zeichen des Buddhismus steht die dritte und letzte Spielzeit von Willy Decker als Intendant der Ruhrtriennale – "Ankunft" hat er sie überschrieben. "Ein Wort, das Verwirrung auslöst", gibt Decker zu, doch im Buddhismus habe der Begriff Ankunft eine andere Bedeutung als im westlichen Verständnis: "Wenn ich wirklich ankomme, merke ich, dass ich immer schon da war." Und hier sei auch eine der Verbindungen zu Richard Wagners Musikdrama "Tristan und Isolde", der diesjährigen Eröffnungsproduktion der Ruhrtriennale. "Ich war, wo ich von je gewesen" singt Tristan im dritten Akt kurz vor seinem Tod – "das gibt einen Hinweis darauf, warum nur der 'Tristan' die diesjährige Eröffnungsproduktion sein konnte", erklärt Decker. "Es ist das Stück, das Wagner ganz stark unter dem Eindruck des Buddhismus geschrieben hat."
(Auszug aus "WDR.de).
Die Deutsche Oper Berlin beginnt ihre Spielzeit am 10. September ungewöhnlich, nämlich mit zwei Durchläufen von Wagners "Ring". Die "Berliner Morgenpost" greift dieses Thema auf: Eine neue Saison gleich mit zwei geschlossenen Zyklen von Wagners "Ring des Nibelungen" einzuleiten, ist ganz und gar ungewöhnlich. Man kann gar keinen Urlaubsort nennen, an dem sich die Musiker, die Sänger in der herkömmlich knappen Ferienzeit derart unherkömmlich erholen könnten, um auf die musikalische Mammutaufgabe verlässlich vorbereitet zu sein.
Dennoch - die Deutsche Oper geht mit dem "Ring" an den Start. Da hilft nur kräftiger Applaus als Beistand - und Daumendrücken. Es ist natürlich schön, dass man noch einmal Götz Friedrichs Inszenierung, diesen Triumph des "Zeittunnels", noch einmal durchleben kann. Seine Monumental-Einstudierung trägt ja inzwischen Ewigkeitscharakter, vor ...
Donald Runnicles dirigiert, von der Besetzung fallen mir auf Anhieb Janice Baird, Petra Maria Schnitzer, R.D.Smith, Torsten Kerl, Stephen Gould, Mark Delavan, Matti Salminen ein, diese Liste ist natürlich nicht vollständig.
Jonas Kaufmann sagt für die Japan-Tournee der Bayerischen Staatsoper ab
Startenor Jonas Kaufmann fährt nicht mit der Bayerischen Staatsoper nach Japan. Er müsse operiert werden und sagte die umstrittene Tournee deshalb ab. "Tatsache ist, dass ich mich einer Operation unterziehen muss: Ein Knoten im Brustbereich muss entfernt werden", ließ der 42-Jährige am Donnerstag über die Oper in München mitteilen. "Ich möchte niemanden mit dieser Nachricht beunruhigen, nur haben meine Ärzte mir geraten, den Eingriff so bald wie möglich machen zu lassen."
Seine Absage habe nichts mit der Erdbeben- und Atom-Katastrophe in Japan zu tun, betonte Kaufmann. "Ich hatte mich sehr darauf gefreut, wieder nach Japan zu kommen, und ich versichere Euch, dass diese Entscheidung nichts mit der schwierigen Situation zu tun hat, in der Ihr Euch seit Monaten befindet."
Die Meldung verbreitet der "Kurier". Da man mit derlei Begründungen sehr vorsichtig umgehen muss, glaube ich Jonas Kaufmann wirklich, obwohl die Tournee sehr umstritten ist und ein Viertel der Belegschaft der Bayerischen Staatsoper zur Absage veranlasste!
Gutes Mädchen (Annette Dasch) und böses Mädchen (Petra Lang) beim Bayreuther "Lohengrin". Foto: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath.
Der "Nordbayerische Kurier" hat beide Mädchen interviewt - zuerst das böse (Petra Lang): Frage: Was, wenn es nun eine Inszenierung gewesen wäre, die Ihnen überhaupt nicht gefallen hätte?
Lang: Als Sänger unterschreibe ich einen Vertrag. Und also muss ich mich in so eine Inszenierung einfügen. Unabhängig davon, ob mir das dann gefällt oder nicht, stelle ich mich in den Dienst des Regisseurs. Dafür bekomme ich mein Geld. Und so verlangt es die Professionalität. Am Ende den Sängern vorzuhalten, dass sie an „furchtbaren“ Inszenierungen mitwirken, halte ich für die falsche Herangehensweise. Da muss man sich dann schon an die Theaterleitungen wenden. Wobei ich bisher relativ viel Glück hatte mit Inszenierungen. Mag die eine oder andere verrückt gewesen sein, mag auch vieles nicht gestimmt haben – aber es war nichts jenseits des guten Geschmacks dabei.
Frage: Nun sind Sie eine strahlende Ortrud – gibt es da noch Träume, Partien, die Sie unbedingt noch machen wollen?
Lang: Ich werde mich auch in Zukunft vor allem im Wagner- und im deutschen Bereich tummeln. Und bin auch sehr, sehr glücklich damit, wie es jetzt ist.
Frage: Singen Sie die Ortrud auch im kommenden Jahr wieder?
Lang: Nein, leider nicht. Da mache ich einen „Parsifal“ in Amsterdam – und das ließ sich bezüglich der Endproben leider nicht realisieren. Aber ich werde hoffentlich wiederkommen.
Und das "gute Mädchen", nämlich Annette Dasch, schießt eine Breitseite gegen die Wagner-Festspiele in Wels ab, die sich gewaschen hat: Frage: Im Moment wird sehr aufgeregt über Sinn und Unsinn des Regietheaters diskutiert. Ihre Position?
Dasch: Ich habe das natürlich auch gelesen in Ihrer Zeitung. Und mich inbesondere „gefreut“ über einen ,wahnsinnig klugen“ Brief von einer Gesangsprofessorin, die sinngemäß schrieb: Das, was in der Musik passiert, gäbe es – Beispiel Mona Lisa – in der bildenden Kunst niemals. Da habe ich mir gedacht: Kennt die Dame eigentlich Andy Warhol? Wenn wir uns auf einem solchen Niveau unterhalten, dann weiß ich nicht mehr, in welchem Land ich lebe. Leider wird diese Debatte auf einem derart niedrigen Niveau geführt, dass man eigentlich schon wieder zweifeln muss daran, ob Oper überhaupt noch Sinn macht. Wenn die Leute so reden, dann haben die Freunde der sogenannten Werktreue die wahren Inhalte dieser Stücke nicht begriffen. Wenn ihr es für die wahren Inhalte haltet, dass man im Ritterkostüm herumsteht und hehre Sachen von sich gibt, dann seid ihr dermaßen schiefgewickelt! Nein, wenn Oper und Theater in der heutigen Zeit überhaupt eine Berechtigung haben, dann doch nur, wenn wir Theater als heutige Menschen machen. Um zu erfahren, wie sich heutige Menschen an diesen Werken reiben. Weil nur so eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur stattfindet. Auseinandersetzung aber kann nicht bedeuten, dass ich mich nur in den Sessel setze und mich berieseln lasse. Dann kann ich auch RTL gucken. Solche Meinungen machen mich tief traurig und lassen mich wirklich zweifeln. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass Leute, die überhaupt ins Theater gehen, schon mal auf der guten Seite sind. Anscheinend liege ich da völlig falsch. Wobei eines auch klar ist: Es gibt natürlich gute und schlechte Inszenierungen. Heute wie damals. Aber wenn schon jemand zornig wird, wenn es nicht altmodisch aussieht, dann kann man nur sagen: Dann geht einfach nach Wels! Und schaut euch dort die Aufführungen an. Oder geht ins Museum und nehmt nicht mehr am Leben teil. Eigentlich ist diese Debatte unerträglich!
Bumm! Das sitzt!! Ab nach Wels mit Euch Grufties!!
Wer ist nicht bisweilen genervt, wenn er in der U- oder S-Bahn unfreiwilig Zeuge von Handy-Telefonaten anderer Fahrgäste wird? Karl Heinz Jeron (49) schlägt jetzt zurück. Der Elektronikkünstler plant eine Oper aus nervigen Handygesprächen. Jahrelang habe er sich auf Bahnfahrten über die lauten und sinnlosen Telefonate von Sitznachbarn geärgert. „Jetzt räche ich mich. Ich schreibe mit. Zwei Notizbücher sind schon voll.“ Aus den skurrilsten Sätzen, die er aufschnappte, will der Künstler ein Libretto verfassen. „Das wird eine Oper.“ Die Texte werde er digitalisieren und von Robotern aufsagen lassen. Für die Musik wolle er sich an einen Komponisten wenden.
Mit 16 ist der Stimmbruch noch nicht erfolgt: Alois Mühlbacher. Heute singt er in seinem Heimatort Hinterstoder
Was wird auf das Publikum in Hinterstoder zukommen?
Mühlbacher: Vor allem Opernarien – zum Beispiel aus Carmen oder Turandot. Die ganze Verwandtschaft, die ganze Nachbarschaft sitzt im Publikum – das ist viel aufregender als sonst. Ich wollte es trotzdem durchziehen, auch unbedingt ein Open-Air-Konzert. Ich hab’ überlegt, ob ich es in Linz machen soll, damit mehr zuhören können. Aber dann hab’ ich mich für meinen Heimatort entschieden, weil viele Leute aus Hinterstoder nicht die Möglichkeit haben, für ein Konzert woanders hinzufahren.
OÖN: Du hast Dinge hinter dir, von denen erwachsene Sänger ein Leben lang nur träumen. Welche Ziele steckst du dir noch?
Mühlbacher: Hmmmm, schwierig, ich möchte das alles auch als Erwachsener erreichen – und natürlich meine bisherige Karriere noch toppen.
OÖN: Hast du einen beruflichen Plan B?
Mühlbacher: Ich möchte bei der Bühne und bei der Musik bleiben – vielleicht als Dirigent. Das ist natürlich ganz anders, und ich müsste zuerst ein Instrument sehr gut erlernen. Es ist aber eine Seltenheit, dass die Stimme nach dem Stimmbruch komplett kaputt ist.
Wünschen wir dem jungen Mann alles Gute! Der Stimmbruch ist kein Beinbruch - ist er einmal erfolgt, kann Mühlbacher erst wirklich ernsthaft für sein Leben planen!
Der rekonvaleszente Dirigent Seiji Ozawa hat einen Auftritt an einem Festival im japanischen
Matsumoto absagen müssen, nachdem sein Gesundheitszustand sich verschlechtert hat.
Nach der Kaiserin Elisabeth, dem Kronprinzen Rudolf und dem Musikgenie Mozart wird es nun bald auch ein Musical über den Literaten Arthur Schnitzler in Wien geben. Das Projekt befindet sich derzeit aber erst in der Recherchephase.
Narzisstisch unterfütterte Unverschämtheit? Klaus Maria Brandauer
Festspielpräsidentin Helga Rabl Stadler hat eine Aufführung als Jurorin vorzeitig verlassen. Das ist meiner Ansicht nach der größere Skandal, denn von Klaus Maria Brandauer ist man bereits einiges gewöhnt. Ein Kritiker, der ein Stück nur bis zur Pause gesehen hat, möge mir bitte seine Rezension erst gar nicht mehr schicken. Als Jury-Mitglied hat man die Verpflichtung, auszuharren und sich mit dem, was man sieht, auseinander zu setzen. Kritiker können auch nicht das Weite suchen, wenn ihnen eine Produktion nicht in den Kram passt.
Ein Juror, der eine Aufführung, die er beurteilen sollte, verlässt, sollte das Juror-Sein besser bleiben lassen. Das gilt auch für Rabls Jury-Kollegen Klaus Maria Brandauer, der ebenfalls „Das ehemalige Haus“ verließ und an der charmanten, aber eher harmlosen Selbsterfahrung „A Game of You“ von der belgischen Gruppe Ontroerend Goed nicht teilnehmen wollte: Besucher erzählen hier aus ihrem Leben und bekommen die Geschichten anschließend von Schauspielern vorgeführt.
Auszug aus der "Presse"
Die Ausstellung "Gesichter der Renaissance" ist bis zum 20. November im Bode-Museum zu sehen. Unter anderem wird Antonio del Pollaiuolos Bildnis einer Dame (um 1465 Berlin)...
Noch nie wurde in Berlin eine Ausstellung so massiv beworben wie diese. Gestern wurde eröffnet. Der "Tagesspiegel" berichtet ausführlich!
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE. "Cowboys und Aliens" wird dort bereits besprochen, wir kommen morgen noch darauf zurück.
Nun spielen wir "Wo ist Gadaffi??". Ich bekomme auch Stellungnahmen von Lesern, die mit Oper nicht viel am Hut haben. Mit Theater hat die Gadaffi-Farce freilich schon zu tun! Ehrlich, kennen Sie sich noch aus?? Schurke Gaddafi spielt mit seinen Gegnern anscheinend Katz und Maus. Somit bekommt die Bürgerkriegstragödie in Libyen auch noch einen gewissen Unterhaltungswert. Einen solchen hätte der improvisiert wirkende Vorstoß der Rebellen auch gehabt, hätten nicht die NATO entgegen den tatsächlichen Vorgaben der UNO-Resolution von Anfang an so massiv und ohne Rücksicht auf zivile Opfer auf deren Seite eingegriffen.
Ganz im Widerspruch zu den von unseren Medien verbreiteten Jubelmeldungen und Desinformationen der Aufständischen, darunter auch jede Menge Schurken, haben diese die Lage aber noch nicht wirklich im Griff. Und diese ist verworrener denn je und könnte sich noch zu einem Klotz am Bein von Obama, Sarkozy und Co. entwickeln. Von nicht enden wollenden Guerilla-Kämpfen bis zur Teilung des Landes scheint alles möglich. Was unter Umständen längerfristig nicht ohne Folgen für Europa bliebe.
Allein die Ermordung von General Junis vom einflußreichen Stamm der Obeidi und die vom Übergangsrat (bestehend aus Wendehälsen, Exilanten, Stammesfürsten und Islamisten) verschleppte Aufklärung des Verbrechens könnte spätestens in der Nach-Gaddafi-Ära noch ein gefährliches innerlibysches Problem werden. Chef des Übergangsrates ist ja bekanntlich der Ex-Gaddafi-Mann Dschalil, und der soll Junis als Konkurrent gesehen haben. Dschalil gilt als Mann des Westens.
Warten wir ab. Die Entwicklung kann sich stündlich ändern. Freilich, diese Situation, nämlich ständige Änderungen, kann aber oft erfolgen! Übrigens: Der Chef des Übergangsrates hat die Todesurteile gegen die vier bulgarischen Krankenschwestern, deren Geschichte vor einigen Jahren um die Welt ging, damals bestätigt - mit Einverständnis von Gadaffi wurde es später aufgehoben und die Frauen nach Bulgarien entlassen. So viel nur zum Jubel vieler österreichischer Blätter!
Zum Schluß noch eine Farce aus Österreichs Seitenblicke-Szene: Die "Kronen Zeitung" berichtet gestern über zwei Seiten von einem Vorfall am Flughafen Wien-Schwechat. Dort soll eine sich stets sehr fein gebende Dame am Samstag in einer Drogerie Kosmetika im Wert von € 1078.- gestohlen haben. Das ist wieder einmal typisch "Krone" - gleich mit dem Hammer. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die Dame bloß auf das Zahlen vergessen hat - in der Hektik, so unmittelbar vor einem Flug. Die Krone glaubt zu wissen, dass es sich um eine sehr bekannte Seitenblicke-Lady handelt, die stets darauf bedacht ist, sich im Fernsehen vor jede Kamera zu drängen und ihre Meinung kund zu tun. Also ehrlich, ich glaube das nicht, so etwas hat die Dame nicht nötig. Wenn ein Dementi kommt, veröffentliche ich gerne und natürlich sofort. - Und eigentlich hat ein Dementi bereits die "Krone" erreicht (Verwechslung und so). Aber eines ist klar: Sollte sie es doch gewesen sein, dann machen "Krone" wie auch ich aus dieser Geschichte einen Fortsetzungsroman!
Sollten aber Leute aus der Seitenblicke-Gesellschaft bei mir auftauchen, wird vorsichtshalber doch "das Silber weggeräumt"!
Einen schönen Start in das Wochenende wünscht
A.C.
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SAMSTAG, 27. AUGUST 2011
Das Erfolgstrio der diesjährigen Salzburger Festspiele: Thomas Oberender (Schauspielchef), Helga Rabl-Stadler (Geschäftsführende Präsidentin) und Markus Hinterhäuser (Intendant).
"Der Sommer war gut.“ Er sei „nicht so gut im Rückspiegel-Schauen“, sagte Intendant Markus Hinterhäuser Freitag bei der Bilanzpressekonferenz der Festspiele. „Erfolg“ lasse sich leicht in Zahlen messen. Die Präsidentin Helga Rabl-Stadler hatte diese Erfolgszahlen präsentiert: 251.062 Besucher, 24.800.000 Euro Gesamteinnahmen, 95 Prozent Platzauslastung.
Thomas Oberender und er seien tatsächlich verantwortungsvoll mit den Finanzen umgegangen, bestätigte Intendant Hinterhäuser - dafür hatte es zuvor Lob und Anerkennung von der Präsidentin gegeben. Ihm sei es dennoch vor allem wichtig, „dass es um Kunst geht, und nicht um eine numerische Aneinanderreihung von Veranstaltungen“. Um Festspiele als „Nachdenken über Kunst“ und nicht als „Dauerpartyservice“.
Diese Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Kunst sei in diesem Sommer spürbar gewesen: „Ich glaube, dass das am Publikum abzulesen ist“, so Markus Hinterhäuser. Es habe sich viel verändert in Salzburg: „Wir haben ein aufmerksames, mitdenkendes Publikum.“ Er habe das etwa in der Kollegienkirche erlebt, bei zwei Stunden Prometeo, oder im Mozarteum beim Schostakowitsch-Zyklus. „Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung kann sich zeigen in der Art, wie man zuhört - dass den Menschen bewusst ist, dass etwas Einzigartiges passiert.“
Dieser Bericht von der Pressekonferenz stammt von "Drehpunkt Kultur"!
Warum man dann unbedingt einen neuen, teureren Intendanten brauchte? Man konnte ja nicht wissen, dass es so gut klappt. Hinterhäuser hat vorgelegt, Alexander Pereira wird sich um sein Geld anstrengen müssen!
Auch der nächstjährige Festspielredner scheint schon festzustehen, wie Rabl-Stadler dem "Standard" gegenüber betonte. Schlecht gefahren ist aber der heuer ausgeladene Jean Ziegler mit seiner nicht gehaltenen Rede nicht - in Buchform verkauft sie sich prächtig!
Standard: Haben Sie mit der Landeshauptfrau schon gesprochen, dass man die Auswahl des Eröffnungsredners optimieren könnte?
Rabl-Stadler: Ja. Pereira und ich haben der Landeshauptfrau auch schon unseren Wunschredner genannt. Ich bemühe mich seit Jahren um ein Mitspracherecht. Wir wollen und müssen die Eröffnung als Plattform für den kulturpolitischen Diskurs nützen, etwa mit so unterschiedlichen Denkern wie Rüdiger Safranski, Ilija Trojanow, Konrad Paul Liessmann oder Zaha Hadid.
Standard: Wen haben Sie fürs kommende Jahr vorgeschlagen?
Rabl-Stadler: Das soll die Landeshauptfrau zur gegebenen Zeit verkünden. Ich weiß jedenfalls zu schätzen, dass sie die Verantwortung für die schlechte Ouvertüre dieser Festspiele übernommen hat.
Standard: Welches Motto werden die kommenden Festspiele haben?
Rabl-Stadler: Keines. Es wird ein dichtes, weitgreifendes Programm in Oper, Schauspiel und Konzert geben. Wir werden beispielsweise eine neue Zauberflöte und die von Schikander weitgehend unbekannte Fortsetzung Zauberflöte Teil 2 machen. Die Programmpräsentation möchte ich aber dem Intendanten überlassen
Nun zu unserem Forum, das neben viel Ärger auch einige Unterhaltung und manch Information bietet. Ein Teilnehmer macht sich Sorgen über den Saisonauftakt an der Wiener Staatsoper: Ich war heute sehr erfreut zu sehen, dass auf der Website der Wr. Staatsoper zwei Plätze in der Mittelloge für Simon Boccanegra am 3.9. angeboten wurden. Als dann allerdings noch weitere Tickets der teuersten Kategorie freigeschaltet wurden, kam mir die Sache doch etwas merkwürdig vor und ich warf einen Blick auf Plácido Domingos offizielle Homepage. Dort mußte ich feststellen, dass die beiden Boccanegra-Vorstellungen bei seinen aktuellen Terminen - Stand vom 12.8. - nicht aufscheinen.
Hat vielleicht jemand Informationen zu diesem Thema? Es wäre äußerst ärgerlich, so viel Geld auszugeben, wenn Herr Domingo möglicherweise schon längst abgesagt hätte. Herzlichen Dank!
Ich habe nachgefragt - an der Wiener Staatsoper weiß man nichts von einer Domingo-Absage!
Elisabeth Kulman geht es bereits besser, im Oktober wird sie wieder singen. Foto: Elisabeth Novy
Heute hätte sie die Brangäne bei der Ruhrtriennale singen sollen, ein Probenunfall erfodert aber eine längere Pause. Ebenfalls in unserem Forum weiß ein Teilnehmer zu berichten, dass es Elisabeth Kulman laut Homepage ihres Lebensgefährten Georg Breinschmidt schon recht gut geht und sie im Oktober wieder wird singen können!
In Grafenegg gastieren in den nächsten Blöcken noch das Philadelphia Orchestra unter Charles Dutoit (26.8.), das Orchestra de Paris unter Paarvo Järvi (28.8.), das Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Metha (30.8.), das Pittsburgh Symphony Orchestra unter Manfred Honeck (1.9. und 2.9.), die Wiener Philharmoniker unter Franz Welser-Möst (3.9.) und das Königliche Concertgebouworchester unter Andris Nelsons (6. und 7.9.).
Grundsätzlich sind die Konzerte seit Monaten ausverkauft, vielleicht kann man mit etwas Glück noch eine Karte ergattern, zumindest gibt es im Freien in diesem herrlichen Ambiente noch Rasenkarten. Zubin Metha kommentierte Grafenegg und Wolkenturm so: „Hier habe ich die beste Open-Air-Bühne der Welt gefunden“.
Den Tipp mit den Rasenplätzen gibt uns "Drehpunkt Kultur"
Abschied für Bayreuths "Meistersinger"-Produktion! Katharina Wagner, Tilo Steffens, Sebastian Weigle und Eberhard Friedrich nacher in der Kantine!
Natürlich haben sich die Mitwirkenden – das ist guter Theaterbrauch – für diese letzte Aufführung auch etwas Komisches einfallen lassen. So trat ein Meister in einem Bild in Reizwäsche auf. Und der übrigens großartige Stolzing Stefan Vinke, der nicht nur singend für den erkrankten Burkhard Fritz einsprang, sondern die Rolle auch brillant spielte, textete kurzerhand Richard Wagner an entscheidender Stelle um: Statt „Morgendlich leuchtend im rosigen Schein“ anzustimmen, schenkte er dem Publikum ein „Morgendlich leuchtend wie Rosi, das Schwein“. Vor allem seine Mitspieler hatten Mühe, Contenance zu wahren.
Und dann, danach? Da trafen sich viele, sehr viele Mitwirkende und einige Gäste auf Einladung von Taff in der Kantine zur „Meistersinger“-Nachfeier bei Würstchen, Bier – und den ersten Portionen Wehmut. Schließlich hat diese Inszenierung vielen, sehr vielen Spaß gemacht. Zuvorderst Katharina Wagner – Buhrufe hin, Anfeindungen her. 2015 kommt dann ihre nächste Inszenierung – der „Tristan“.
Stefan Vinke ist also auch als Stolzing eingesprungen! Die Infos stammen aus dem Nordbayerischen Kurier".
Nach Beendigung der Festspiele wird auch der "Ring"-Regisseur offiziell bekannt gegeben. Er wird Frank Castorf heißen, eine neuerliche Pleite können sich die Festspielleiterinnen zu diesem Zeitpunkt nicht leisten.
Frank Castorf, sicher kein "Junger Wilder" mehr!
Auszug aus der "Sueddeutschen Zeitung":
Katharina Wagner wies Gerüchte als «absoluten Quatsch» zurück, dass auch Frank Castorf, der Intendant der Berliner Volksbühne, und Dirigent Kirill Petrenko abgesagt hätten. Der Vertrag mit Petrenko stehe seit längerem. Die Verhandlungen mit Castorf und Bühnenbildner Aleksandar Denic seien auf einem guten gutem Weg, betonte Katharina Wagner.
Möglicherweise hatte «Lohengrin»-Regisseur Hans Neuenfels mit seiner Bemerkung, er könne sich als Teil eines Teams für den «Ring» vorstellen, die Fantasie von Beobachtern beflügelt. So wurde spekuliert, Neuenfels werde «Rheingold» und «Walküre» inszenieren, Stefan Herheim den «Siegfried» und Katharina Wagner selbst die «Götterdämmerung». Dazu erklärte die Festspielleiterin kopfschüttelnd: «Ich würde nie die "Götterdämmerung" inszenieren wollen, schon eher die "Walküre".» Nach einer siebenstündigen Kurzfassung des «Rings» im Herbst 2012 in Buenos Aires will sie in Bayreuth erst 2015 bei «Tristan und Isolde» wieder als Regisseurin aktiv sein.
Da hat der gute Hans Neuenfels wieder einmal zuviel geredet!
Georg Friedrich Haas' Oper "Bluthaus wurde zuletzt bei den Schwetzinger Festspielen aufgeführt. Mit dem zeitgenössischen Komponisten sprach die "Badische Zeitung": BZ: Sehen Sie sich als Komponist in einer bestimmten Tradition oder auch Schule?
Haas: Schule hoffe ich nicht – die Tradition kann ich nicht verleugnen. Ich glaube, das hört man, dass es da irgendetwas gibt wie eine Linie Schubert-Bruckner-Mahler-Berg-Webern. Vielleicht sogar, Sie werden verblüfft sein, Helmut Lachenmann, dessen romantische Ader ich sehr, sehr liebe. Ich denke aber, dass ich andererseits so etwas wie ein Eklektiker bin...
BZ:...im positiven Sinne...
Haas:...ich sage immer: Komponisten sind Diebe. Bei einem schlechten sieht man sofort, wo er gestohlen hat, bei jemand, der’s besser macht, sieht (oder hört) man’s vielleicht nicht. Um noch mal zurück zu "Bluthaus" zu kommen. Ich wusste natürlich, dass das stellenweise klingt wie Phil Glass (Prominenter Vertreter der Minimal Music, Anm. d. Red.). Warum nicht? An einer anderen tonalen Stelle steckt Berg dahinter, aber das merkt man vielleicht nicht beim ersten Mal hinhören. Ich glaube wirklich, dass es wichtig ist, sich die Dinge zu holen, dort, wo man sie findet, und zu integrieren.
BZ: Was unterscheidet demnach einen Komponisten vom Baron zu Guttenberg und seiner Doktorarbeit?
Haas: (überlegt kurz) Ich denke, dass die Publikumsresonanz auf das "Bluthaus" besser war (lacht). Aber im Ernst: Es ist ein Unterschied, ob man ein Plagiat macht oder fremdes Material in das eigene einarbeitet. Auch Mozart hat ständig "gestohlen"...
Dr. Klaus Billand hat auf die Aussagen von Annette Dasch (siehe unten) reagiert, jedoch anders, als man sich dies von einem "typischen Merker" (den es ganz einfach nicht gibt) vorstellt: In seiner diesjährigen Rezension zum Tristan in Wels findet sich eine kritische Beurteilung der konservativen Ästhetik, die dort bis zum Umfallen und leider auch noch mit teilweise mittelmäßigen bis schlechten Sängern betrieben wird. Er meint: Vielleicht kommt so endlich einmal eine Debatte zur sog. Werktreue in Gang, die ja von vielen im Merker auch immer noch so sehr reklamiert wird. Dabei entwickeln sich die Menschen dauernd weiter, nicht immer zum Besseren, aber eben damit ändert sich auch der Anspruch an die Kunst, sowohl an die bildenden wie and die schönen Künste, diesen Wandel über die uns so am Herz liegenden Meisterwerke zu kommunizieren und zu reflektieren. Mit Anette Dasch hätten wir nun eine gute Botschafterin, und der Online-Merker könnte mal wieder Meinungsführer werden.
Ja, das täte uns sehr gut!
Zu Wels meinte Klaus Billand in seiner Rezension: Seit mittlerweile 22 Jahren gibt es nun das kleine Richard Wagner Festival im Hotel im Greif in Wels, mit dem eine bedeutende Welser Unternehmerfamilie eine Alternative zu dem sich immer weiter entwickelnden Wagnerschen Regietheater aufzeigen wollte. Man könnte sagen, etwa im Sinne einer „reinen Lehre“ möchte man hier dem Begriff der Werktreue huldigen, obwohl den eigentlich niemand je klar definiert hat bzw. überzeugend definieren könnte. Bekanntlich meinte Cosima zu Richard nach der Uraufführung des gesamten „Ring des Nibelungen“ in Bayreuth 1876, dass die Götter in ihren Kostümen wie Indianer aussähen und ihr das also gar nicht gefiele. Gemeinhin wird Werktreue heutzutage immer noch mit dem sog. Neu-Bayreuther Stil Wieland Wagners assoziiert, obwohl dieser, u.a. aus der Not fehlender finanzieller Mittel für opulente Bühnenbilder im Nachkriegsjahr 1951 geboren, damals als revolutionär galt und von der Wagnergemeinde kaum goutiert wurde. Erst später, wie so oft und wie viele und vieles andere auch, wurde er in den Adelsrang erhoben." "Dennoch: Quo vadis Wels? Es scheint, als sollte sich dieses Festival von innen heraus erneuern, sich vielleicht auch weiteren Stücken Wagners zuwenden. Eine Option könnte sein, sich zur Aufgabe zu machen, junge talentierte Nachwuchssänger, um die sich die großen Agenturen kaum kümmern, an den Wagnergesang heranzuführen und ihnen mit dem Festival einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt mit einem Fachpublikum zu ermöglichen, der den weiteren Verlauf ihrer Karriere beflügeln könnte. Das wäre mit dem Sendungsgedanken des Festivals durchaus vereinbar.
Annette Dasch - der Fotograf /die Fotografin ist toll!
Annette Dasch, Bayreuths "Elsa vom Dienst", geht davon aus, dass sie auch im nächsten Jahr die Elsa singen wird. Vertraglich fixiert ist das aber angeblich noch nicht! Man weiß ja nicht, ob Anna Netrebko plötzliche Lust verspürt, Wagner zu singen! Annette Dasch jedenfalls schießt eine Breitseite gegen die Wagner-Festspiele in Wels ab, die sich gewaschen hat: Frage: Im Moment wird sehr aufgeregt über Sinn und Unsinn des Regietheaters diskutiert. Ihre Position?
Dasch: Ich habe das natürlich auch gelesen in Ihrer Zeitung. Und mich inbesondere „gefreut“ über einen ,wahnsinnig klugen“ Brief von einer Gesangsprofessorin, die sinngemäß schrieb: Das, was in der Musik passiert, gäbe es – Beispiel Mona Lisa – in der bildenden Kunst niemals. Da habe ich mir gedacht: Kennt die Dame eigentlich Andy Warhol? Wenn wir uns auf einem solchen Niveau unterhalten, dann weiß ich nicht mehr, in welchem Land ich lebe. Leider wird diese Debatte auf einem derart niedrigen Niveau geführt, dass man eigentlich schon wieder zweifeln muss daran, ob Oper überhaupt noch Sinn macht. Wenn die Leute so reden, dann haben die Freunde der sogenannten Werktreue die wahren Inhalte dieser Stücke nicht begriffen. Wenn ihr es für die wahren Inhalte haltet, dass man im Ritterkostüm herumsteht und hehre Sachen von sich gibt, dann seid ihr dermaßen schiefgewickelt! Nein, wenn Oper und Theater in der heutigen Zeit überhaupt eine Berechtigung haben, dann doch nur, wenn wir Theater als heutige Menschen machen. Um zu erfahren, wie sich heutige Menschen an diesen Werken reiben. Weil nur so eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur stattfindet. Auseinandersetzung aber kann nicht bedeuten, dass ich mich nur in den Sessel setze und mich berieseln lasse. Dann kann ich auch RTL gucken. Solche Meinungen machen mich tief traurig und lassen mich wirklich zweifeln. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass Leute, die überhaupt ins Theater gehen, schon mal auf der guten Seite sind. Anscheinend liege ich da völlig falsch. Wobei eines auch klar ist: Es gibt natürlich gute und schlechte Inszenierungen. Heute wie damals. Aber wenn schon jemand zornig wird, wenn es nicht altmodisch aussieht, dann kann man nur sagen: Dann geht einfach nach Wels! Und schaut euch dort die Aufführungen an. Oder geht ins Museum und nehmt nicht mehr am Leben teil. Eigentlich ist diese Debatte unerträglich!
Bumm! Das sitzt!! Ab nach Wels mit Euch Grufties!!
Arthur Schnitzler soll Vorlage für ein Musical der Vereinigten Bühnen Wien werden.
Zu der etwas haarsträubenden Meldung, dass Arthur Schnitzler für die Vereinigten Bühnen zu einem Musical vermanscht werden soll, steuert unsere Schnitzler-Expertin Renate Wagner gleich ein paar konstruktive Ideen bei:
Szene: Café Griensteidl.
Vorne rechts am Tisch: Peter Altenberg.
Vor ihm tänzelt eine Zehnjährige in einem kurzen weißen durchsichtigen Kleidchen herum.
Rechts an der Wand steht Arthur Schnitzler am Telefon, „Hallo“ brüllend.
Im Hintergrund erscheint Adele Sandrock in einer Wolke weißer Spitzen,
Telefon in der Hand, skandiert „Hallloooooo“ in tiefen Mezzokoloraturen.
Vorne links am Tischchen: Loris – der junge Hugo von Hofmannsthal,
und singt in lyrischer Tenorkantilene „Ganz vergessner Völker Müdigkeiten…“
Links hinten einsam verkrümmt an einem Tischchen,
sitzt Karl Kraus, schreibt wie besessen und kreischt vor sich hin:
„Demolieren, alles demolieren“,
dazu kratzen die Bassgeigen heftig, aggressiv und böse…
Heiner Wesemann besuchte die "Afrika Ausstellung" im Wiener BA-Kunstforum: Der Katalog (im Brandstätter Verlag), der fast alle Objekte groß abbildet, ist ein Schauvergnügen der zweiten Art (nach dem Ausstellungsbesuch). Das Vorwort hat man André Heller anvertraut, der seine eigene Afrika-Faszination ja einst in der sehr erfolgreichen (wenn auch eher populistischen) Show „Afrika Afrika“ demonstriert hat. Er spricht von Schwarzafrika als einem „Epizentrum überbordender Phantasie und Kreativität“, von einer „atemberaubender bildenden Kunst“, von der Achtung, die man Werken schulde, die „nicht nur um der bloßen Schönheit willen, sondern stets zur Erfüllung wesentlicher gesellschaftspolitischer und spiritueller Funktionen geschaffen wurden“. Hellers Aufforderung „Wer Augen hat, der sehe!“ wird im Kunstforum leicht gemacht. Erkenntnisse mögen sich anschließen.
Afrika. Afrique. Africa.
Bis 1. Oktober 2011, täglich 10 bis 19 Uhr, Freitag bis 21 Uhr.
Bank Austria Kunstforum,
Wien 1., Freyung 8
Schlußsequenz aus der Kritik von Renate Wagner: Das ganze Spektakel macht nicht viel Sinn. Knoblauch ist gut, Schokolade ist gut, wie gut muss erst Knoblauch mit Schokolade sein? Noch dazu, wenn man das Ganze nicht ironisch veräppelt, sondern todernst runterspielen lässt. Am Ende reitet der Lonesome Cowboy sogar einsam ins Nichts. Als wäre nichts geschehen, als hätte man sich nicht unter unendlichem Krach von Aliens bombardieren lassen müssen… Amerikanische Kritiker haben moniert, ein „echter“ Wildwestfilm ohne Außerirdische wäre ihnen lieber gewesen. Wie recht sie haben!
Schluß für heute.
Einen schönen Tag wünsche ich!
A.C.
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SONNTAG, 28. AUGUST 2011
Für Salzburg sind die Festspiele ein Geschäft - das zweifelt auch niemand an.
Die Zahlen sind, wie immer, beeindruckend. Die Salzburger Festspiele sind nicht nur Empfänger legendär hoher Subventionen, sondern spielen auch enorm viel Geld ein. Heuer lagen die Einnahmen aus dem Kartenverkauf zur Stunde der Pressekonferenz am Freitagvormittag bei 24,8 Millionen Euro. 212.000 Musik- und Theaterfreunde haben das Festival 2011 besucht. Eindeutig können die Festspiele den Wert ihrer Veranstaltungen für den Fremdenverkehr dokumentieren. Während der Städtetourist durchschnittlich nicht einmal zwei Nächte in einer Stadt bleibt, liegt die Verweildauer bei Festspielbesuchern bei 7,2 Tagen! Viele sind Stammgäste, die schon mehr als zehn Mal in Salzburg waren (62,6 Prozent).
Die künstlerische Bilanz des diesjährigen Festivals ist von besonderem Interesse, denn 2011 war ein Jahr der Interims-Intendanz. Markus Hinterhäuser, demnächst künstlerischer Leiter der Wiener Festwochen, hat das Zepter von Jürgen Flimm übernommen, der früher als geplant ging. Kommende Spielzeit tritt der designierte Intendant Alexander Pereira an. Er hat manche Veränderung angekündigt, vor allem jene, dass es in Hinkunft keine Reprisen bei den Festspielen mehr geben wird. Wer eine Produktion unbedingt sehen will, muss im Jahr der Premiere anreisen. Wiederholungen sind nicht mehr erwünscht. (Auszug aus der "Presse")
Markus Hinterhäuser agierte erfolgreicher, als es den Pereira-Erfindern lieb sein konnte
In seiner ersten und letzten Saison als Leiter der Salzburger Festspiele hat Markus Hinterhäuser die Vermutung bestätigt, dass er auch ein guter Langzeitintendant geworden wäre - In Erinnerung bleibt ein Sommer ohne künstlerische Schwächen
Es gab schon Salzburger Sommer, da schienen interner Zwist und Skandale nicht Ornamente zu sein, vielmehr lästige Bestandteile eines ohnedies terminreichen Programms. Welch produktive Ausnahme dieses Jahr: Die Präsidentin hat sich präventiv schon im Vorfeld der Festspiele mit dem Rechnungshof bezüglich eines kritischen Rohberichts angelegt. Und auch die für die Salzburger Politik peinliche Einladungs- und Ausladungspolitik in Betreff des Eröffnungsredners, die darin mündete, Jean Ziegler nicht reden zu lassen, kochte nicht mehr wirklich hoch.
Eine Ausnahme ist dieser Festspielsommer allerdings vor allem des Programms wegen: Markus Hinterhäuser, der als Nachfolger von Jürgen Flimm nicht zum Zug kam, hat in dieser seiner ersten und letzten Saison als Intendant den Beweis erbracht, dass er unaufgeregt für durchgehende Qualität im Opern- wie auch im Konzertbereich zu sorgen versteht.
Hinterhäuser hat diesen Saisonbeweis allerdings gar nicht nötig gehabt. Er ist seit fast zwei Jahrzehnten (also seit der Post-Karajan-Ära) ein wesentlicher Faktor der Erneuerung der Festspiele, ob als Mitinitiator des Subfestivals Zeitfluss oder als jahrelanger Konzertchef, der nur unter Intendant Peter Ruzicka pausieren musste. Er war quasi die Qualität haltende Konstante, während Intendanten immer mit Diskussionen über ihre Kompetenz oder ihre "zu geringe Präsenz" in Salzburg zu kämpfen hatten. (Quelle: "Standard")
Kritik an Salzburg aus Bregenz: Günter Rhomberg
Nach dem Rechnungshof, der den Salzburger Festspielen eine neue Struktur empfiehlt, bekommt das Festival einen weiteren Zuruf von außen, der in diese Richtung abzielt: Günter Rhomberg, der scheidende Präsident der Bregenzer Festspiele, bezeichnet den organisatorischen Aufbau in Salzburg als nicht mehr zeitgemäß. "Es gibt keinen kompetenten Aufsichtsrat als starken Partner des geschäftsführenden Direktoriums. Ein Kuratorium, wie es heute besteht, kann keine wirkliche Kontrollfunktion ausüben." Sein Vorschlag: Der Präsident soll dem Intendanten, dem Kaufmännischen Leiter und auch einem gestärkten Aufsichtsrat vorstehen, sagte er gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (Freitagausgabe).
Der künftige Intendant Alexander Pereira benötige einen starken Aufsichtsrat. Das sei mit jetzigen Kuratorium nicht gesichert, weil dieses in jüngster Vergangenheit kapitale Fehler begangen habe: Etwa einen Intendanten zu bestellen, ohne sich von diesem ein Konzept erörtern zu lassen. Daher solle sich dieses Gremium auf die Genehmigung von Subventionen beschränken. Der neue Aufsichtsrat sollte mit Experten aus Wirtschaft und Kunst besetzt werden, den Künstlerischen und Kaufmännischen Leiter bestellen und diese kontrollieren.
Pereiras Pläne seien bewundernswert, aber riskant
Dem künftigen Intendant Alexander Pereira (hier im Bild mit Festspielpräsidentin Rabl-Stadler) wünscht Rhomberg einen starken Aufsichtsrat.Pereiras Pläne für seinen ersten Sommer 2012 - Verlängerung der Festspiele, 40.000 zusätzliche Karten, Erhöhung des Budgets von 50 auf 57 Millionen Euro und Verzicht auf Wiederaufnahmen - bewundert Rhomberg. Gleichzeitig bezeichnete er sie aber auch als sehr riskant. Außerdem müsse das Kuratorium darauf achten, dass die Salzburger Festspiele ein künstlerischer Leitbetrieb blieben. Denn um die drei bekanntesten Opern mit den bekanntesten Sängern aufzuführen (Pereira plant für 2012 "Die Zauberflöte", "Carmen" und "La Boheme"), "brauche ich keinen Künstlerischen Leiter, das kann jeder Kaufmann".
Rhomberg verbreitete seine Kritik mittels des "Kurier" .
Ruhrtriennale / Auszug aus "Vorwärts.de": In diesem Jahr widmet sich der Intendant dem Buddhismus. Die Leere der Hallen soll Ausgangspunkt sein für den zentralen Begriff der Leere im Buddhismus. Wieder wird Decker kein Folklore-Theater aufbieten. Das zeigt schon die Wahl der Oper, die er 2011 in der Jahrhunderthalle inszeniert: Richard Wagners „Tristan und Isolde“.
Er wird Wagner beeinflusst vom Buddhismus präsentieren und möchte zeigen, dass die radikale Ausschließlichkeit von Liebe und Tod in „Tristan und Isolde“ letztlich ein Loslösen von Ort und Zeit ist – und damit ein zentrales Thema im Buddhismus anspricht, heißt es in der Ankündigung. Premiere feierte die Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ am 27. August. Gussmann betont: „Es geht weniger um Ästhetik, Geschmack, Dekor. Das sind die Zusatzmittel, mit denen man Kunst transportiert. Das soll aber kein Selbstzweck sein. Relevant ist immer ein menschheitsbezogener Inhalt.“
Bayreuth - heute ist Saisonschluss!
Katharina Wagner mit Bayreuths Bürgermeister Hohl
Dem "Nordbayerischen Kurier" gab Katharina Wagner ein Interview, dem ich Infos entnehme, von denen ich bisher keine Ahnung hatte. Zum Beispiel soll es einen Journalistenstreik gegeben haben - und die Bundesbahn nimmt keine Rücksicht auf die Festspielaufführungen:
Frage: Kennen Sie denn schon ein „Ring“-Konzept von Frank Castorf?
Wagner: Nein. Castorf ist Profi genug, um zu wissen, was es heißt, den „Ring“ in Bayreuth zu machen. Ich weiß nur, dass er den „Ring“ sehr gut kennt. Aber auch er wird natürlich noch nachdenken müssen, bevor er ein fertiges Konzept vorstellt.
Frage: Wobei es ja bereits Urängste gibt wegen dieser Verpflichtung ...
Wagner: Es ist gleichgültig, wen wen Sie hier engagieren – irgendetwas wird irgendjemanden immer ärgern oder ängstigen. Damit muss man als Festspielleitung leben. Nein, man muss zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen – und dann auch dazu stehen.
Frage: Wie geht es in den nächsten Jahren weiter?
Wagner: 2013 kommt, wie gesagt, der „Ring“, 2014 gibt es keine Neuinszenierung, 2015 kommt ein neuer „Tristan“ (mit Katharina Wagner als Regisseurin und Christian Thielemann als Dirigent, Anm. d. Red.). Und 2016 müssen wir mal sehen, ob wir zuerst die „Meistersinger“ oder einen neuen „Parsifal“ als Neuinszenierung bringen.
Frage: Es soll in dieser Spielzeit öfter vorgekommen sein, dass Leute vorzeitig den dritten Akt verlassen oder diesen gar nicht erst besuchen, weil sie zum Zug mussten.
Wagner: Das haben mir Türsteherinnen mehrfach gesagt, ja. Da hat sich eine Kultur entwickelt, die ich sehr heftig finde. Das führt dann übrigens auch dazu, dass Leute sagen: Da sind soundsoviele Plätze frei geblieben. Diese Plätze waren nicht im ersten und zweiten Akt, sondern nur im dritten Akt frei. Weil die Leute zum Zug müssen! Übrigens hatten wir in diesem Jahr auch, entgegen anderen Aussagen, keine Absatzprobleme. Wir haben es in diesem Jahr nur mit einem merkwürdigen Phänomen zu tun. Es gab just zur Premierenzeit einen Streikaufruf unter Journalisten. Und viele Journalisten wurden in die Redaktionen zurückberufen. Also wurden einige Pressekarten frei. Die haben wir natürlich nicht verfallen lassen, sondern im Kartenbüro verkauft. Mit der Folge, dass es wieder Karten gab. Daher kam plötzlich das Gerücht, wir seien nicht mehr ausverkauft.
Frage: Wie groß war denn die Nachfrage nach Karten tatsächlich?
Wagner: Zunächst: In Jahren ohne den „Ring“ ist und war die Nachfrage immer geringer als in Jahren mit „Ring“. Darüber hinaus ist die Nachfrage in der Kategorie „um 100 Euro“ gewaltig – diese Kategorie ist acht- bis zehnmal überbucht. Während die teuerste Kartenkategorie nur ein bis zweimal überbucht ist. Außerdem hängt es sehr vom Stück und der Besetzung ab, wie stark die Stücke nachgefragt werden. Pauschal zu sagen, es gebe nur noch eine Dreifach-Überbuchung, ist falsch.
Frage: Im kommenden Jahr wird es ja erstmals auch E-Tickets geben. Wird Ihnen da schon bange?
Wagner: Überhaupt nicht. Es hat ja bei den Generalproben gut geklappt. Das hat uns viel Geld gespart. Aber wir schaffen ja bei den Bestellungen die Briefbestellungen nicht komplett ab. Ich empfinde das eher als Bereicherung denn als Einschnitt. Abgesehen davon hat der Bundesrechnungshof dieses neue Ticketsystem gefordert.
Frage: Die gute, alte Festspielkarte aber wird bleiben?
Wagner: Die wird es weiterhin geben, ja. Die Karten sind für viele ja auch ein Souvenir. Wobei ich persönlich auch hoffe, dass es E-Tickets und hoffentlich bald auch Handytickets geben wird.
Frage: Es gab Diskussionen auch um die verschiedenen Kartenkontingente – zum Beispiel das der Freunde von Bayreuth. Ist das für 2012 schon entschieden?
Wagner: Es wird im Oktober eine Verwaltungsratssitzung geben, in der über die einzelnen Kontingente gesprochen wird. Jedes Kontingent wird von den Gesellschaftern – nicht der Festspielleitung – auf den Prüfstand gestellt. Wir haben nur mehrfach betont, dass wir uns dafür einsetzen werden, dass das Kontingent für die Gesellschaft der Freunde nicht gekürzt wird.
Frage: Unlängst hat Ihre Schwester Eva Wagner-Pasquier in einem Münchner Magazin angedeutet, dass sie 2015 aus heutiger Sicht nicht mehr verlängern wolle. Gibt es da entsprechende Überlegungen?
Wagner: Da haben wir jetzt nicht darüber geredet. Wobei es ja irgendwo verständlich wäre. Ich wüsste nicht, ob ich mit 70 Jahren noch die Lust hätte, noch einmal zu verlängern.
Frage: Aber Sie haben schon vor, weiterzumachen?
Wagner: Schauen wir mal. Jetzt müssen wir erst einmal das Wagner-Jahr gut über die Bühne bringen. Und dann kann man über solche Dinge nachdenken. Ich will das jetzt weder dementieren, noch sage ich Hurra.
Wem man mit einem Journalistenstreik Angst machen wollte, ist mir nicht verständlich. Auch wurde der Streik medial nicht aufgearbeitet. Kann mir jemand sagen, was das bezwecken sollte?
Nervöses, charismatisches Genie: Teodor Currentzis. Seine Einspielung des Mozart-Requiems macht Furore
Unsere Vorstellungen von Sibirien sind leider begrenzt und leben von Klischees und Klagen, an denen die Herren Tschechow, Dostojewskij (Literatur), Stalin (Politik) und Ruge (TV) mitgewirkt haben. Die Mücken! Die Straflager! Die Kälte! Die Unwirtlichkeit! Die Transsibirische Eisenbahn fährt nur alle zwei Tage! Sie hält allerdings in Nowosibirsk, und wer aussteigt, betritt eine Oase der Künste. Das kulturelle Leben ist aufgekratzt, Musik verschönt es in besonderem Maße. In Nowosibirsk ist 2003 auch der Grieche Teodor Currentzis ausgestiegen, ein paganiniesker Typ von Dirigent, der manches anbrennen lässt, weil er stets auf heißer Flamme kocht. Currentzis kann nicht lauwarm.
Wenn jetzt Currentzis, an dessen nervöses Genie bereits größere und deutlich westlichere Häuser als Nowosibirsk glauben (etwa Paris, Zürich, Baden-Baden), auf CD ausgerechnet Mozarts Requiem vorlegt, klingt das ebenso abenteuerlich wie die Info, das Kammerorchester der Nowosibirsker Oper mit dem Namen Musica Aeterna spiele auf historischen Instrumenten und der Kammerchor New Siberian Singers sei so gut wie der Monteverdi Choir aus London. Fassungslosigkeit ist der richtige Begriff, will man das Erstaunen über diese faszinierende Aufnahme beschreiben.
Deutschland ist wieder einmal Weltmeister: diesmal mit der Luftgitarre: Aline Westphal
Sie nennt sich "Des Teufels Nichte" und ist neue Luftgitarren-Weltmeisterin: Die 26-jährige
Aline Westphal aus Hildesheim. Am späten Freitag Abend holte sie sich den Titel vor
tausenden begeisterten Zuschauern auf dem Marktplatz der nordfinnischen Stadt Oulu.
So ganz kenne ich mich trotz Wikipedia mit der Luftgitarre nicht aus. Kann jemand aufklärend wirken?
Gerd Voss wird in Salzburg mit Ehrungen überhäuft, nun bringt er auch ein Buch heraus
Renate Wagner liefert heute unter "Aktuelles/Infos des Tages". Voss hat sich seinen Weg erkämpft, durch die Vielseitigkeit der Arbeitsmethoden in die Vielseitigkeit seiner Rollen, ein Theatertier, das sich auf der Bühne am wohlsten fühlt (weshalb Arbeiten bei Film und Fernsehen vergleichsweise geringfügig erscheinen). Stuttgart und Bochum mit Peymann waren seine glücklichste Zeit, wo „das Theater eben nicht aus Stars und Routine besteht“. Wir haben „eine gemeinsame Arbeit präsentiert, und diese Arbeit beschäftigte sich mit der Gegenwart und hat sich an der Gegenwart gemessen.“ Ein Paradebeispiel war jene „Hermannsschlacht“ mit Dene / Voss, die Peymann wohl den Weg ins Burgtheater geebnet hat. Die vielen Widerstände, die ihm dort entgegenschlugen, listet Voss auf, allerdings bereits mit einer gewissen Gelassenheit: Heute ist er schließlich ein Liebling der Wiener.
Es ist ein Buch, das Leute, die Klatsch lieben (allerdings geht es um große Regisseure, um bedeutende Schauspielerkollegen oder Thomas Bernhard) auch lesen können, aber echte Theaterfreunde werden das Meiste davon haben. Allein, wie Voss den Zugang zu seinen großen Shakespeare-Rollen schildert, ist bemerkenswert.
Am Ende fehlt allerdings schmerzlich ein Verzeichnis der Rollen (was, wann, wo – das bietet nämlich auch die Website von Voss keineswegs so genau, wie man es gerne hätte, und in einem zehn Jahre alten Buch über Voss will man ja auch nicht nachschlagen müssen) und vor allem ein Personenregister. Aber sonst kann man über dieses Buch, das der exzentrischen Eigenwilligkeit und Besonderheit des Schauspielers Gert Voss auch in der Bildauswahl nachspürt, wirklich nur Gutes sagen. Am Ende steht „KEIN ENDE“. Na, Gott sei Dank.
Arthur Schnitzler soll Vorlage für ein Musical der Vereinigten Bühnen Wien werden.
Zu der etwas haarsträubenden Meldung, dass Arthur Schnitzler für die Vereinigten Bühnen zu einem Musical vermanscht werden soll, steuert unsere Schnitzler-Expertin Renate Wagner gleich ein paar konstruktive Ideen bei:
Szene: Café Griensteidl.
Vorne rechts am Tisch: Peter Altenberg. Vor ihm tänzelt eine Zehnjährige in einem kurzen weißen durchsichtigen Kleidchen herum.
Rechts an der Wand steht Arthur Schnitzler am Telefon, „Hallo“ brüllend.
Im Hintergrund erscheint Adele Sandrock in einer Wolke weißer Spitzen, Telefon in der Hand, skandiert „Hallloooooo“ in tiefen Mezzokoloraturen.
Vorne links am Tischchen: Loris – der junge Hugo von Hofmannsthal, und singt in lyrischer Tenorkantilene „Ganz vergessner Völker Müdigkeiten…“
Links hinten einsam verkrümmt an einem Tischchen, sitzt Karl Kraus, schreibt wie besessen und kreischt vor sich hin: „Demolieren, alles demolieren“, dazu kratzen die Bassgeigen heftig, aggressiv und böse…
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!
A.C
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MONTAG, 29. AUGUST 2011
Tenor Salvatore Licitra schwer verunglückt
Auszug aus dem Newsticker der "Sueddeutschen Zeitung": Der italienische Tenor Salvatore Licitra hat sich bei einem Mopedunfall auf Sizilien lebensgefährlich verletzt. Wie die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag meldete, verunglückte Licitra am Samstagabend auf einer Straße in der Nähe der Stadt Ragusa im Süden der Insel. Der Sänger, der keinen Helm trug, habe die Kontrolle über seine Vespa verloren und sei gegen eine Mauer geprallt. Laut Ansa zog er sich schwere Verletzungen an Schädel, Gesicht und Brustkorb zu und wurde in das Krankenhaus von Catania eingeliefert.
Der 1968 in der Schweiz als Sohn sizilianischer Einwanderer geborene Licitra sollte am kommenden Samstag in Ragusa mit einem Preis geehrt werden. Seine Karriere begann er 1998 in Parma. Sein internationaler Erfolg setzte ein, als er 2002 in einer Produktion von Puccinis Oper 'Tosca' an der New Yorker Met für den berühmten Tenor Luciano Pavarotti einsprang.
"Tristan und Isolde" bei der Ruhrtriennale in der Bochumer "Jahrhunderthalle". Willy Decker hat inszeniert. Christian Franz und Anja Kampe sagen die Titelrollen. Foto: Leclaire
Die "Emsdettener Zeitung" vermittelt Begeisterung: Pur und rein wollte Willy Decker Wagners „Tristan und Isolde“ inszenieren. Das ist gelungen. Schlichter kann man die Oper kaum auf die Bühne bringen. Es sei denn, es ist eine konzertante Aufführung. Nach gut fünf Stunden Spieldauer war das Publikum der Eröffnungspremiere der Ruhrtriennale am Samstag in der Bochumer Jahrhunderthalle dennoch begeistert
"Rp-online" geht da schon mehr in das Detail: Willy Decker ist nun zur Eröffnung der zehnten Ruhrtriennale eine Inszenierung geglückt, die wohl in jeder Hinsicht Maßstäbe setzen wird. Nahezu kompromisslos – sieht man einmal ab von den vereinzelten Videoprojektionen – setzt Decker auf eine Ästhetik der extremen Vereinfachung und Reduktion, auf die Klarheit der Abstraktion und geradezu minimalistisches Spiel. Wolfgang Gussmann hat ihm dafür in der Jahrhunderthalle eine wuchtig breite Bühne gebaut, die den Blicken zunächst verschlossen ist mit einer schwarzen Folie, darunter ein Orchestergraben, davor die ansteigende Zuschauertribüne.
Wäre diese klassische Guckkastenbühne nicht von der majestätischen Weite der Industriehalle umgeben, könnte man von einer normalen Bühnensituation sprechen. Was zunächst fast ein bisschen enttäuscht, wurde man doch bei der Ruhrtriennale spätestens seit David Pountneys Inszenierung von Bernd Alois Zimmermanns "Die Soldaten" an diesem Ort regelmäßig mit spektakulären Raumlösungen überrascht, mit fahrenden Podien, mobilen Orchestern und multimedialer Optik.
Doch nach dem Ende des Vorspiels verschwindet die Folie und der Blick weitet sich in ein schwarzes Nichts: Zwei massive weiße Platten markieren den Bühnenraum, eine davon bildet den Bühnenboden, der den ganzen Abend über gähnend leerbleibt; die andere scheint darüber zu schweben, in der Ferne ein riesiger weißer Himmelskörper.
Die Konstellation dieser drei Elemente bleibt den ganzen Abend über in lautloser Bewegung. Eine unsichtbare Hydraulik sorgt dafür, dass die Platten sich in alle Richtungen verschieben können, kippend kühne Schrägen erzeugen, zur Seite fahren oder sich zu Wänden aufbauen, während der Kugel-Körper zur Projektionsfläche wird. Immer wieder werden neue, atemberaubende Perspektiven sichtbar, weit hinaus in ein heiß-kaltes Weltall, dann wieder verengt der Raum sich zur klaustrophobischen Zelle.
Anja Kampe ist eine stolze Isolde
Auszug aus der "Berliner Zeitung": Ganz aus dem Geist des Kammerspiels deutet auch Kirill Petrenko mit den Duisburger Philharmonikern im Graben Wagners Werk. Petrenko setzt auf extreme klangliche Transparenz und Differenzierung, riskiert Generalpausen, die nicht enden wollen, und höchst eigenwillige Akzente. Das Ergebnis ist ein Wagner-Klang, der weniger auf Überwältigung als auf Struktur setzt. Die Duisburger Philharmoniker folgen Petrenko auf der Stuhlkante sitzend und glänzen mit leuchtendem Ton und makellosen Bläsersoli.
Festspielwürdig sind auch die Sänger-Darsteller: Anja Kampe ist eine furios stolze Isolde mit strahlenden Höhen und mustergültiger Diktion. Christian Franz' Tristan beweist enorme Kondition und Durchschlagskraft, Stephen Milling ist ein berührender König Marke mit balsamischem Legato, Claudia Mahnke eine glühende Brangäne, Alejandro Marco-Buhrmester ein leidenschaftlicher Kurwenal.
Bei den Salzburger Festspielen präsentierten Chicago Symphony und Riccardo Muti Konzertprogramme, die sie demnächst auch im Wiener Musikverein spielen. Großer Jubel war angesagt!
In Salzburg singt Franz Josef Selig den Komtur in "Don Giovanni - heute ist die letzte Vorstellung.
Franz Josef Selig. Foto: Anne Hoffmann
Dass er zu den Sängern gehört, deren Karrieren lange dauern, verdanke er, so Franz-Josef Selig seinem Generalmusikdirektor am Beginn seiner Laufbahn: „Ich war von 1989 bis 1995 Ensemble in Essen. Generalmusikdirektor Wolf-Dieter Hauschild habe ihn Partien studieren lassen und ihm die Freiheit gegeben, Nein zu sagen“. Junge Sänger heutzutage bekämen zu selten Gelegenheit, „Dinge auszuprobieren, ohne sie gleich auf der Bühne zu spielen und machen zu viele und zu schwere Dinge viel zu früh.“ Die Fürsorge für junge Stimmen, die Begleitung junger Leute an Stammhäusern durch Dirigenten, „die von Stimmen so viel verstehen wie früher“, das fehle heute manchmal. „Jeder soll immer gleich alles können.“ Franz-Josef Selig über sein Stimmfach: „Ein Bassist braucht einfach mehr Zeit. Ich bin 21 Jahre im Beruf und hoffe, dass ich zwanzig Jahre noch schaffe.“
Für die Stimme sei Liedgesang das Allerbeste: „Ich singe etwa den Hagen nicht auf der Bühne, weil das meiner Stimme nicht liegt. Lieber singe ich Lieder, als eine Partie zu erarbeiten, die meine Stimme ihrer Nuancen beraubt.“ Wer sich diese Nuancen möglichst lange zu bewahren suche, dem helfe die Intimität des Liedes: „Auch wenn man Wagner singt.“ Es komme vor, so Franz-Josef Selig, „dass ich zum Einsingen vor Wagner auch mal ein Schubertlied singe“.
Dabei hat der international gefragte Bassist als Kirchenmusiker angefangen.
Lesen Sie weiter in "Drehpunkt Kultur"/Heidemarie Klabacher
In München fand die (angeblich) Deutsche Erstaufführung von Puccinis "Edgar" an ungewöhnlichem Ort statt - in der Allerheiligen-Hofkirche. Neben dem "Münchner Merkur" war für den "Online-Merker" Jakobine Kempkens dabei: Die freie Theatergruppe „Opera Incognita“ und ihr Leiter Andreas Wiedermann lieben ungewöhnliche Aufführungsorte. Im letzten Jahr ging man mit „Cosí fan tutte“ im Müllerschen Volksbad ins Wasser, heuer nun Puccinis Zweitling „Edgar“ in der ehemaligen Hofkirche der Residenz. Der heute kahle Backsteinbau, sonst meist für Kammerkonzerte genutzt, eignet sich mit Empore, Säulen und Nischen durchaus für eine Oper in Szene. Vor allem, wenn man es so macht wie „Opera incognita“: Ganz ohne aufwändige Maschinen und Bühnentechnik, dafür mit Licht und viel Phantasie (letztere auch erforderlich in den Köpfen der Zuschauer), zeigt die Gruppe, mit wie wenig Mitteln man anregend-aufregend Oper machen kann.
Die gesamte Kritik steht online! Übrigens haben wir auch eine Rezension des "San Francisco-Rings" in englischer Sprache , verfertigt von Nancy Lang, anzubieten. Lesen Sie in unseren Reviews, die endlich wieder belebt gehören!
Die Bayreuther Festspiele gingen gestern zu Ende. Dr. Klaus Billand übermittelte uns noch seine ausführliche Kritik über das medial weltweit beachtete Ereignis, das Konzert des israelischen Kammerorchesters vom 26. Juli, das eigentlich nur zum Rahmenprogramm der Festspiele gehörte.
Die Festspielleitung gibt Neuerungen im Kartenverkauf bekannt:
Die Bayreuther Festspiele 2012 eröffnen mit der Premiere Der fliegende Holländer am 25. Juli. Für die Neuinszenierung verantwortlich zeichnen Jan Philipp Gloger (Regie), Christof Hetzer (Bühnenbild), Karin Jud (Kostüme), Urs Schönebaum (Licht) und Sophie Becker (Dramaturgie), die erstmals bei den Bayreuther Festspielen arbeiten. Die Musikalische Leitung übernimmt Christian Thielemann. Der russische Bariton Evgeny Nikitin singt die Titelpartie und gibt damit sein Bayreuth-Debüt. Als Senta wird die kanadische Sopranistin Adrianne Pieczonka zu erleben sein, die 2006/2007 als Sieglinde auf dem Grünen Hügel mitwirkte. Für weitere Rollen konnten Franz-Josef Selig (Daland), Michael König (Erik) und Benjamin Bruns (Der Steuermann) gewonnen werden, die ebenfalls bei den Festspielen debütieren.
Am 5. August 2012 wird die Aufzeichnung der Stefan-Herheim-Inszenierung Parsifal stattfinden. Das Dirigat übernimmt der Schweizer Philippe Jordan.
Auf dem Spielplan 2012 stehen bis zum 28. August außerdem: Tristan und Isolde, inszeniert von Christoph Marthaler und dirigiert von Peter Schneider, Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels mit Andris Nelsons am Pult des Festspielorchesters sowie die diesjährige Neuinszenierung Tannhäuser von Sebastian Baumgarten, erneut mit Thomas Hengelbrock im Orchestergraben.
Für die Festspielsaison 2012 gibt es zudem Neuerungen im Kartenverkauf: Erstmals wird die Ticketbestellung auch im Internet möglich sein. Unter http://ticket.btfs.de können sich ab 15. September 2011 Erstbesteller registrieren und Besteller, deren Daten bereits im Kartenbüro erfasst sind, mit einem individualisierten Zugangscode einloggen. Die postalische Bestellung ist selbstverständlich weiterhin möglich. Zudem wird es ab 2012 möglich sein, die Kartenrechnung auch mit Kreditkarte zu begleichen.
"Der Westen de." wirbt für das Buch "Walküre in Detmold":
84 Opernhäuser mit eigenen Ensembles gibt es in Deutschland. Rund 10 Millionen Menschen besuchen sie jährlich – so viele, wie in die Bundesligastadien gehen. Doch in wirtschaftlichen Krisenzeiten droht ausgerechnet den Bühnen als erstes der Rotstift. „Die Bundesrepublik ist reich, aber unfähig, sich dieses Reichtums zu erfreuen“, konstatiert Ralph Bollmann.
Der Autor und Journalist Bollmann hat eine bisher unerhörte Expedition gewagt. Er besuchte alle deutschen Opernhäuser. Besonders die Musiktheater jenseits der Metropolen liegen ihm am Herzen. „Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz“, so lautet deshalb der Untertitel seines Buches „Walküre in Detmold“.
Weil mir bereits vorgehalten wurde, dass der Vergleich "Oper - Spitzensport" bezüglich Publikumsinteresse unseriös ist (mag sein), muss ich denn doch diesem geradezu waghalsigen Vergleich widersprechen, der meine (zugegeben) Polemik noch weit in den Schatten stellt. Bei Fußball wird in diesem Vergleich nur der Spitzenfußball herangezogen - also 16 Clubs, die in der obersten Liga spielen. Würden sämtliche Vereine erfasst, sähe das Bild ganz anders aus. Bei den Opernhäusern werden aber alle 84 Theater erfasst, auch wenn der Großteil nicht zur Spitze zählt. Auch spielt die Bundesliga 34 Mal im Jahr, während die Theater an mindestens 300 Tagen Gelegenheit haben, ihr Publikum anzusprechen. Dieser Vergleich ist ebenso unseriös wie meiner zwischen dem Opernhaus und dem Fußballstadion etwa in Dortmund.
Christoph Schlingensief träumte von einem Operndorf in Burkina Faso. Die Umsetzung nach
seinem Tod ist schwieriger als ursprünglich gedacht. Dieses Thema wird in der "Zeit online" behandelt!
Nur das Wetter spielte nicht mit: "Dr. Kurt Ostbahn" gab ein Jubläumskonzert im Wiener Prater.
Der "Kurier" schreibt: Anlässlich des 20-jährigen Jubiläum des ersten von zwei Ostbahn-Open-Airs trat der 62-Jährige mit einer "Super-Kombo" auf die temporär von Blitzen miterhellte Bühne.
Die vom Regen durchnässten "Kurtologen" bekamen dabei nicht nur über 30 Songs aus zwei Jahrzehnten zu hören. Gastauftritte von Musikern, mit denen Ostbahn einst zusammenarbeitete, machten aus dem Auftritt eine so nostalgische wie mitreißende Veranstaltung.
Fast genau um 20 Uhr begann man mit "Neiche Schoin", einer der vielen von "Ostbahn-Kurti"-Schöpfer Günter Brödl austrifizierten US-Hits. Während des ersten Songs, drängten die Zuschauer zum Teil noch in das Areal, was sie nicht davon abhielt, auch gleich mitzusingen. Die meisten kamen im Regenschutz, denn eine regnerische Kaltfront sollte den Abend von der Witterung her zu einem sehr fordernden Open-Air-Termin machen. Doch Ostbahn und Band mit wechselnder Besetzung erlebt man nicht alle Tage und so konnte die Nässe dem Fanatismus der Fans nichts anhaben.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag regnete es in Wien praktisch die ganze Zeit. Da das erste Konzert auf dem Ostbahn IX -Platz in der Hasenleitengasse stattfand, wollten die Veranstalter auch diesmal dort spielen. In weiser Voraussicht winkten aber die Fußballer ab - und behielten recht. Bei diesem Wetter wäre der neuverlegte Rasen binnen weniger Minuten kaputt gewesen - und gar so großzügig ist der Fußballverband kleineren Vereinen gegenüber (Ostbahn spielt als Absteiger aus der Regionalliga nun in der Wiener Stadtliga) nicht. Also sangen Ostbahn-Kurti & Co. auf der Kaiserwiese im Prater, die Reparatur der Flurschäden bezahlt die Gemeinde Wien und demnach - eh schon wissen...
Jedenfalls war das Konzert trotz Regens ein Riesenerfolg und die "Kurtologen" wie unser Kurt Vlach begeistert!
München ist die nördlichst gelegene italienische Stadt, behauptet nicht nur www.kultur-vollzug.de.
Wer am Flughafen ankommt und Hunger verspürt, trifft zunächst einmal auf Lokale, die „Il Mondo“, „Firenze“ oder „Piazza Monaco“ heißen. Der Passagier reibt sich verwundert die Augen und fragt sich, ob er auf dem falschen Airport gelandet ist. Dann wird ihm aber rasch klar: Er ist in Italiens nördlichster Stadt ausgestiegen. München und Italien, eine ebenso enge wie alte Beziehungskiste.
In diesen Sommerwochen vibriert mediterranes Flair auf Plätzen, in Parks, an vielen Straßenecken und in verwunschenen Hinterhöfen. Südliche Heiterkeit liegt in der Luft. Und wer am Odeonsplatz im Café Tambosi einen Espresso schlürft und auf die gegenüberliegenden Fassaden blickt, wähnt sich schon fast in Verona oder Florenz. Nur knapp 200 Kilometer sind es vom Marienplatz zur italienischen Grenze. Auf der Passhöhe des Brenners beginnt für Mittelmeersüchtige das Sehnsuchtsland.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Beginn der Woche!
A.C.
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DIENSTAG, 30. AUGUST 2011
Samstag eröffnet Placido Domingo die neue Saison an der Wiener Staatsoper, Sonntag gibt es den "Tag der offenen Türe"
Gleich acht verschiedene Opernwerke, eine Ballettpremiere, zwei Konzerte, zwei Matineen und den Tag der offenen Tür bietet die Wiener Staatsoper im ersten Monat der Spielzeit 2011/2012!
Eröffnet wird die neue Saison am Samstag, 3. September 2011 mit Verdis Simon Boccanegra: Plácido Domingo ist erstmals im Haus am Ring in der Titelpartie zu erleben, Barbara Frittoli singt die Amelia, Ferruccio Furlanetto den Fiesco und Fabio Sartori den Gabriele Adorno in der Produktion von Peter Stein – es dirigiert Paolo Carignani. Diese Vorstellung wird live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen sowie im Rahmen des Filmfestivals live-zeitversetzt auf den Rathausplatz.
Am Tag darauf (Sonntag, 4. September) bietet die Wiener Staatsoper beim Tag der offenen Tür allen Interessierten die Möglichkeit, hinter die Kulissen des großen Opern- und Ballettbetriebs zu blicken: Die Besucherinnen und Besucher können die Vorbereitungen und Proben von Orchester, Solisten, Chor und Ballett vor Ort miterleben, Requisiten und technische Spezialgeräte begutachten, die Mitarbeiter der Abteilung Maske bei der Herstellung von Perücken beobachten und theatergerechtes Schminken hautnah erfahren. Darüber hinaus zeigen die Kostümwerkstätten Originalkostüme beliebter Künstler, das Notenarchiv präsentiert historisches Notenmaterial mit handschriftlichen Eintragungen großer Dirigenten und Komponisten u.v.a.m.
Für den Tag der offenen Tür stehen ein Nachmittags- und ein Abendtermin zur Auswahl: 15 bis 17.30 und 19 bis 21.30 Uhr. Den Abschluss bildet jeweils eine spannende Technik-Show einer der international modernsten Bühnenmaschinerien.
Der Eintritt ist frei, aufgrund der großen Nachfrage werden seit Anfang August in der Kassenhalle der Bundestheater (Operngasse 2, 1010 Wien) Zählkarten ausgegeben – Restkarten für den Abendtermin sind noch erhältlich.
Der "Neue Merker" hält heute seine Hauptversammlung im Innenhof des Archivs in der Rauchgasse 11 in Wien-Meidling ab. Stimm- und teilnahmeberechtigt sind alle Abonnenten, wenn alle kämen, würde es knapp werden. Mit 50 Teilnehmern sind wir praktisch ausverkauft. Ich bin bis zum heutigen Abend Vizepräsident des Merker-Vereins, stelle jedoch meinen Posten zur Verfügung. Es gilt, Prioritäten zu setzen - und die liegen für mich klar im Online-Bereich, der mich voll und ganz in Anspruch nimmt. Ich bin kein "Gschaftelhuber" (Ämtersammler), wenn ich etwas mache, dann zu 100 %. Außerdem möchte ich ein Zeichen zur Verjüngung des Vorstandes setzen! Heft-Chefredakteurin und Obfrau des Merker-Vereins, Dr. Sieglinde Pfabigan, bittet Mitglieder zur Versammlung, die zur Strategie der Zeitung etwas beitragen können bzw. wollen.
Wir werden heute über die Zukunft des Heftes diskutieren. Eine Unmenge an Neuerungsvorschlägen liegt vor.
Entscheidungen müssen hier und heute getroffen werden.
Als Musikliebhaber wissen wir alle, dass der Ton die Musik macht.
Stichhaltige Argumente sind auch 3 Minuten später noch gültig, nicht nur, wenn man damit in spontaner Erregung dem anderen ins Wort fällt.
Pädagogen wissen: Denen, die man „führen“ will, nichts aufzwingen wollen, sondern Kreativität fordern und fördern bringt Erfolg!
Unser Rechnungsprüfer Werner Lang bringt eine Glocke mit, die sofort schellen wird, wenn durcheinander geredet wird.
Unsere Fotografin Barbara Zeininger (ein klangvoller Name in der Szene) wird sich mit ihrer Kamera bewaffnen und von den meistbeschäftigten Rezensenten Fotos machen. Diese Warnung ergeht an die betreffenden Mitarbeiter, jeder soll Gelegenheit haben, sich bis zum Abend in eine Märchenprinzessin oder einen Märchenprinzen zu verwandeln (für mich ist der Zeitraum zu knapp, ich bräuchte eine Woche).
Der Hurrican in New York war gutmütiger als erwartet, dennoch sorgte "Irene" erstmals für eine Konzertabsage beim Tanglewood-Festival
Der Hurrican «Irene», der gestern über New York hinweggefegt ist, hat auch Beethoven verstummen lassen: Das Boston Symphony Orchestra (BSO) musste eine Aufführung seiner Neunten in Tanglewood absagen. Die Absage schreibt Geschichte. Die Aufführung, der Abschluss des traditionellen Sommerfestivals des BSO, hätte von Lorin Maazel dirigiert werden sollen. Auch alle weiteren Tanglewood-Veranstaltungen des Sonntags fielen ins bewegte Wasser.
Manchmal fragt man sich, wozu Studien in Auftrag gegeben werden. Die "Berliner Morgenpost" hat nun eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass Migranten in Berlin die Kultureinrichtungen kaum in Anspruch nehmen. Um das zu wissen, hätte es keiner Studie bedurft. Da braucht man sich nur in Theatern, Konzertsälen, Museen etc. umsehen.
Isolde entschwindet ins Nirvana. "Tristan und Isolde" in Bochum/Ruhrtriennale.
Es liegt bereits ein Merker-Eigenbericht von Werner Häußner vor, der keineswegs so begeistert wie die Rezensenten der Tageszeitungen ist:: In der Personenregie kommt Willy Decker nicht über symbolische Arrangements hinaus, wie sie schon seine Leipziger „Tristan“-Inszenierung gekennzeichnet haben. Der Schluss wirkt merkwürdig kraftlos: Die beiden weißen Platten vereinen sich zu einer Fläche, decken die Welt mit ihren Opfern zu. Die Dualität verliert ihre Spannung. Isolde, herausgetreten aus dieser Sphäre, singt die letzten Worte ihres „Liebestodes“ im Zwielicht, das am Ende dem Dunkel weicht.
Musikalisch war der Triennale-„Tristan“ dem künftigen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper München anvertraut: Kirill Petrenko hat mit den Duisburger Philharmonikern in der gut eingerichteten, dennoch schwierigen Akustik der Jahrhunderthalle einen skrupulös verfeinerten Wagner erarbeitet. Jede Stimme kommt zu ihrem Recht. Der Spaltklang wird ins Extrem getrieben. Das lässt etwa das Frage-Antwort-Spiel von Streichern und Bläsern, die harmonische Anreicherung durch selbständige Begleitstimmen oder die Reibungen in der vielschichtigen Chromatik deutlich hervortreten. Gleichzeitig aber löst sich Wagners Mischklang auf in Einzelteile, werden auch die Legato-Wirkungen empfindlich beeinträchtigt. Petrenko achtet fast ängstlich darauf, die Sänger nicht zuzudecken, unterdrückt damit aber jene ekstatische Überwältigung, die gerade der „Tristan“-Partitur eigen ist. Das Fieber der Streicher im Schlussgesang bleibt kalt, die „Nacht der Liebe“ fröstelig. Auch wenn man sich die pathetischen Rauschzustände vergangener Dirigenten-Generationen nicht zurückwünschen sollte: So ausgeblutet kann dieser „Tristan“ höchstens als klang-anämisches Gespenst durch das kalte Kabinett zeitgeistiger Musik-Lesarten geistern. Immerhin ließ sich auf diese Weise hören, wie vorzüglich die Duisburger Philharmoniker ihre Aufgabe bewältigen. Die Bläser konnten auch in den Soli brillieren, während es die Streicher schwer haben, mit ihrem differenzierten Klang in der resonanzarmen Akustik zu bestehen.
Unter den Sängern können sich die Frauen am ehesten noch dem erschreckenden Mittelmaß entwinden, das den Wagner-Gesang heute manchmal bestimmt.
Lesen Sie weiter in unseren Kritiken!
Auszug aus "der.Westen.de": Diese Isolde: herrisch zu Beginn, leidenschaftlich an Tristans Seite über Liebe sinnierend, die nur im Tod Erfüllung finden kann, hilflos – Anja Kampe gewinnt ihrer Stimme alle musikalischen Facetten ab, ohne je angestrengt zu wirken. Isoldes Liebestod gilt, weil Willy Deckers letzte Triennale-Spielzeit auf den Buddhismus fokussiert ist, (nach Ulrike Kienzle) als Verlöschen der Individualität, als Entgleiten ins Nirwana. Dies szenisch einzulösen, scheint indes kaum möglich. Decker stellt Isolde an die Rampe, sie singt unter langsam verlöschendem Scheinwerferlicht. Das mutet konventionell an. Assoziation ist gefragt, wo Bilder offenbar nicht helfen.
„Dieser Tristan: ein unsicherer, täppisch-ungestümer Jung-Siegfried, dann heldisch Liebender, schließlich ein rasend Halluzinierender, anrührend im Leid Sterbender. Schade, dass Christian Franz dabei oft überzeichnet, nicht frei singt. Alle anderen sind Randfiguren. Oft hat Decker sie an den äußersten Zipfel der Spielfläche gesetzt: Claudia Mahnke als sehr kultiviert singende Brangäne, Stephen Milling, der die Klage des betrogenen Königs Marke ein bisschen pauschal formuliert, Alejandro Marco-Buhrmester als sonor und kernig klingender Tristan-Getreuer Kurwenal .
Emöke Barath. Foto: Martin Vandory
Der 2. Internationale Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2011 erbrachte Donnerstagnacht im Tiroler Landeskonservatorium einen ungarischen Sieg: Die 25jährige Sopranistin Emöke Baráth konnte im Finalkonzert sowohl die Jury als auch das Publikum überzeugen. Sie gewann den mit € 4.000 dotierten 1. Preis des Wettbewerbs als auch den € 1.000 Publikumspreis.
Der weltweit einzigartige Gesangswettbewerb für Barockoper war auch dieses Jahr am Ende fest in Frauenhand. Den 2. Preis (€ 3.000) erhielt die 29jährige israelische Sopranistin Tehila Nini Goldstein. Der 3. Preis (€ 3.000) ging an die 29jährige italienische Mezzospranistin Romina Tomasoni. Der Atle Verstersjø Nachwuchspreis ersang sich die 22jährige Italienerin Anna Maria Sarra, der ebenfalls von der Jury vergeben wurde. Der Sonderpreis des Wiener Konzerthauses für einen Konzertauftritt im Rahmen des Festivals „Resonanzen 2012“ ging an den jungen 24jährigen britischen Countertenor Rupert Enticknap
Die Bayreuther Festspiele geben Neuerungen im Kartenverkauf bekannt:
Die Bayreuther Festspiele 2012 eröffnen mit der Premiere Der fliegende Holländer am 25. Juli. Für die Neuinszenierung verantwortlich zeichnen Jan Philipp Gloger (Regie), Christof Hetzer (Bühnenbild), Karin Jud (Kostüme), Urs Schönebaum (Licht) und Sophie Becker (Dramaturgie), die erstmals bei den Bayreuther Festspielen arbeiten. Die Musikalische Leitung übernimmt Christian Thielemann. Der russische Bariton Evgeny Nikitin singt die Titelpartie und gibt damit sein Bayreuth-Debüt. Als Senta wird die kanadische Sopranistin Adrianne Pieczonka zu erleben sein, die 2006/2007 als Sieglinde auf dem Grünen Hügel mitwirkte. Für weitere Rollen konnten Franz-Josef Selig (Daland), Michael König (Erik) und Benjamin Bruns (Der Steuermann) gewonnen werden, die ebenfalls bei den Festspielen debütieren.
Am 5. August 2012 wird die Aufzeichnung der Stefan-Herheim-Inszenierung Parsifal stattfinden. Das Dirigat übernimmt der Schweizer Philippe Jordan.
Auf dem Spielplan 2012 stehen bis zum 28. August außerdem: Tristan und Isolde, inszeniert von Christoph Marthaler und dirigiert von Peter Schneider, Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels mit Andris Nelsons am Pult des Festspielorchesters sowie die diesjährige Neuinszenierung Tannhäuser von Sebastian Baumgarten, erneut mit Thomas Hengelbrock im Orchestergraben.
Für die Festspielsaison 2012 gibt es zudem Neuerungen im Kartenverkauf: Erstmals wird die Ticketbestellung auch im Internet möglich sein. Unter http://ticket.btfs.de können sich ab 15. September 2011 Erstbesteller registrieren und Besteller, deren Daten bereits im Kartenbüro erfasst sind, mit einem individualisierten Zugangscode einloggen. Die postalische Bestellung ist selbstverständlich weiterhin möglich. Zudem wird es ab 2012 möglich sein, die Kartenrechnung auch mit Kreditkarte zu begleichen.
Darf ich Ihnen meine Heimatgemeinde vorstellen?
Die Kartause Mauerbach bei Wien, erbaut von Friedrich, dem Schönen.
In der Kartause leben ich natürlich nicht, die war auch vor gar nicht so langer Zeit keine erstklassige Adresse - dort wohnten Obdachlose. 1984 wurde mit der Restaurierung durch das Bundesdenkmalamt begonnen, nun erstrahlt die Kartause in neuem Glanz. Ausführliches lesen Sie auf unserer "Aktuellen Seite". Das Bundesdenkmalamt verwaltet die Kartause, die Gemeinde selbst ist da kaum eingebunden. Gott sei Dank, muss ich sagen, denn ich kenne wildgewordene Jung-Politiker, die das Bauwerk gerne zum Jugendtreff umfunktionieren würden. Und die Schäden nach einer Jugendparty sind sicherlich größer als nach 20 Jahren Obdachlosenbewohnung.
Also finden in der Kartause erlesene Festivals statt. Das nächste ist für 23.9. anberaumt, nebst umfangreichem Rahmenprogramm. Ich werde Sie zu gegebenen Zeitpunkt erneut diesbezüglich nerven - aber Mauerbach ist allemal einen Besuch wert!
Wir (das ist Veranstalter Bundesdenkmalamt) freuen uns, Sie über unser Festival Alter Musik am 23. September 2011 informieren zu dürfen. Die Konzerte werden live auf Ö1 übertragen, moderiert von Bernhard Trebuch. In der Konzertpause laden wir zu Crema di Zucca, Brot und Wein in die Kaisersäle der Kartause. Anbei schicken wir Ihnen das detaillierte Programm.
Da die Konzertplätze begrenzt sind, bitten wir um rechtzeitige Kartenreservierungen unter 01/9798808 oder mauerbach@bda.at. Für Interessierte organisieren wir nach Voranmeldung um 18:30 eine Kartausenführung zum Sonderpreis von € 4,-.
Anne Sophie Mutter. Foto: Anja Frers
Es war ein wichtiger Tag im Leben von Anne-Sophie Mutter. Zwar war sie auch vorher schon auf Podien gestanden, aber dieser Abend in Luzern veränderte alles. Bei diesem Recital am 23. August 1976 im Rahmen der „Internationalen Musikfestwochen Luzern“ (dem heutigen „Lucerne Festival“) wurde ihr späterer Mentor Herbert von Karajan auf die 13-jährige Anne-Sophie aufmerksam und lud sie als Solistin zu den Salzburger Pfingstkonzerten im nächsten Jahr ein. Der Rest, wie man sagt, ist Geschichte. Ein Stück unnachahmlicher Musikgeschichte.
Anne-Sophie Mutter ist auch nach 35 Jahren mit Konzerten in aller Welt und zahlreichen wegweisenden Aufnahmen präsent, eine der größten Geigerinnen, die das Instrument überhaupt erlebt hat.
Lesen Sie mehr darüber in "Klassik Akzente".
Martin Kusej gab der "Frankfurter Allgemeinen" ein Interview und landet natürlich beim Thema wien, jener Stadt, in der er gerne Burgtheaterdirektor geworden wäre:
Gilt das auch für die Publikumslieblinge aus Wien, die nun zu Ihnen gestoßen sind: Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek?
Alle Schauspieler, ob aus Wien, Berlin oder Hamburg, spielen natürlich dort noch ihre Rollen zu Ende. Aber bis auf ein, zwei Ausnahmen gehören alle definitiv zu unserem Ensemble.
Das sieht Ihr Wiener Burgtheater-Kollege Matthias Hartmann etwas anders.
Ich habe damit kein Problem, ich weiß ja, wie die Verträge aussehen. Ich muss auch sagen, ich bin das Wien-Thema leid. Es gibt an unserem Haus sehr viele andere großartige Schauspieler - und die allermeisten kommen nicht aus Wien.
Die Konzentration auf „die Wiener“ liegt an Ihrer Herkunft, Ihrer Vergangenheit als Österreich-Kritiker und am Erregungspotential der Wiener Presse. Die hat schon jetzt das Städteduell Wien-München ausgerufen . . .
Genau deshalb bin ich aus Wien weggegangen. Weil ich einfach keine Lust auf diese Diskussionen habe. Zum Glück bin ich mittlerweile so weit in Deutschland assimiliert, dass ich die Erregungen in Österreich mit der nötigen Herablassung und eher amüsiert zur Kenntnis nehme.
Ihre Kritik galt der Kulturpolitik in Ihrer Heimat, nicht den Kollegen. Dennoch gelten Sie dort ein wenig als Nestbeschmutzer.
Das ist aber Quatsch, denn es steht mir gar nicht zu, öffentliche Kommentare zu anderen Theatermachern abzugeben. Und was die österreichische Kulturpolitik angeht, da bin ich immer noch entsetzt, denn es gibt eigentlich keine. Nirgends ist eine aufregende Persönlichkeit in Sicht, die klare Ideen hätte oder visionäre Antworten auf die Frage, warum dieses Land eigentlich eine „Kulturnation“ ist und wie man das bleiben will.
Muss man das denn? Institutionen wie die Salzburger Festspiele oder die Wiener Staatsoper scheinen doch unzerstörbar zu sein.
Das ist nur teilweise wahr. Ja, diese Institutionen laufen irgendwie immer weiter. Aber bis man die Wiener Staatsoper auf ein ästhetisch wirklich anspruchsvolles und international spannendes Niveau bekommt, braucht man fünfzehn Jahre und verschleißt drei Kulturminister. Ohne den Willen der Politik aber wird das nie etwas. Und ich sehe niemanden in Österreich, der die Bezeichnung „Kulturpolitiker“ verdiente.
Von der tatsächlichen Eröffnungsrede der diesjährigen Salzburger Festspiele redet kein Mensch mehr, Jean Zieglers nicht gehaltene Rede entwickelt sich jedoch zum Bestseller. Ich möchte Jean Ziegler nun nicht mit Karina Sarkissova vergleichen, aber beide schlitterten durch "Verhinderer" in einen Erfolg. Die Tänzerin wird im TV hin und hergereicht und ist nun zum x-ten Mal Jurorin, das "gemeine Volk" glaubt, Sarkissova habe das Tanzen für Wien erst erfunden und ihr "Gegner" Manuel Legris sei ein Mitglied der gerade nicht sehr erfolgreichen französischen Fußball-Nationalmannschaft! Und Jean Ziegler müsste den Damen Gabi Burgstaller und Helga Rabl-Stadler sowie den "Geldsäcken" ein Dankschreiben schicken!
Die Schauspielerin Marie Colbin hielt Festspielrede Jean Zieglers
Sie hat für viel Aufregung gesorgt und führt inzwischen die Bestseller-Liste bei den Sachbüchern an: Die nicht gehaltene Rede Jean Zieglers zur diesjährigen Eröffnung der Salzburger Festspiele. Am Sonntag wurde sie vor dem Konzert der Berliner Philharmoniker in Salzburg dann doch noch gehalten. Die Schauspieler Marie Colbin hat die Rede "Der Aufstand des Gewissens" quasi uraufgeführt.
Ich wünsche einen schönen Dienstag. Vergessen Sie nicht auf die "Merker-Hauptversammlung"
A.C.
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MITTWOCH, 31. AUGUST 2011
Debütiert mit "Ariadne auf Naxos" an der Wiener Staatsoper: Jeffrey Tate
Am Montag, 5. September 2011, dem zweiten Spieltag der neuen Saison der Wiener Staatsoper, steht Richard Strauss' "Arabella" auf dem Programm mit Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst am Dirigentenpult. Die soeben als Kaiserin ("Die Frau ohne Schatten") bei den Salzburger Festspielen sehr erfolgreiche deutsche Sopranistin Anne Schwanewilms ist anstelle der erkrankten Adrianne Pieczonka in der Titelpartie zu erleben. Tomasz Konieczny, der im Juni als Wotan im Haus am Ring reüssierte, gibt sein Rollendebüt als Mandryka. Wie bereits in der Premierenserie der Produktion von Sven-Eric Bechtolf verkörpern Michael Schade den Matteo und Genia Kühmeier die Zdenka. Julia Novikova singt die Fiakermilli, Lars Woldt den Graf Waldner und Zoryana Kushpler die Adelaide. (Reprise: 8. September)
Ian Storey ist als Bacchus erstmals an der Wiener Staatsoper zu hören
In der Vorstellung von Strauss' "Ariadne auf Naxos" am Mittwoch, 7. September gibt der renommierte englische Dirigent Jeffrey Tate sein Debüt an der Wiener Staatsoper. Ihre Hausdebüts geben weiters der englische Tenor Ian Storey (Tenor/Bacchus) sowie der deutsche Bariton Jochen Schmeckenbecher (Musiklehrer), beide gefragte Sänger an den großen Opernbühnen weltweit. Camilla Nylund verkörpert die Primadonna/Ariadne, Sophie Koch den Komponisten und Daniela Fally die Zerbinetta; Alexander Pereira spielt den Haushofmeister. (Reprisen: 10., 12., 14. September).
Steht uns jetzt Alexander Pereira stets als Haushofmeister ins Haus? Gar so gut, dass er als hochbezahlter Intendant einem Schauspieler die Gage wegnimmt, ist er auch wieder nicht. Dabei kann man unserem Operndirektor Dominique Meyer gar nicht vorwerfen, dass er im Gegenzug in Salzburg inszenieren will - der ist so nebenbei kein Regisseur. Aber die Seilschaften funktionieren, bloß kennen wir die Gegenleistung nicht. "Was is mei Leistung" wird Pereira sicher nicht fragen müssen!
Gute Nachrichten für ratlose Wiener Opernfans: Placido Domingo ist im Anflug auf Wien und wird den Simone am Samstag zur Eröffnung der Saison singen! Dass in den letzten Tagen Kartenkontignente für den "Simone" auf den Markt gekommen sind, wurde von Opernfreunden als Indiz für eine Domingo-Absage gewertet. Aber da gibt es natürlich auch eine andere Erklärung, zum Beispiel, dass die große Mittelloge erst im letzten Moment verkauft wird, weil die Staatsoper verpflichtet ist, Plätze für Regierungsmitglieder bzw. Staatsbesuche freizuhalten!
Schlechte Nachrichten gibt es hingegen von Salvatore Licitra.
Salvatore Licitras Verletzungen sind wirklich sehr schwer!
Die Opernwelt bangt um einen ihrer großen Tenöre: Salvatore Licitra kämpft weiterhin mit dem Tod. Der Sänger hatte sich bei einem Verkehrsunfall in Sizilien lebensgefährlich verletzt und liegt im Krankenhaus Garibaldi in Catania. Der Zustand des 43-Jährigen sei nach einer schweren Operation stabil, doch weiterhin besorgniserregend, teilten die Ärzte am Dienstag mit. In den nächsten Stunden seien keine Besserungen zu erwarten. Licitra sei gesund und robust, doch die Gehirnschäden seien sehr schwerwiegend, meinte der Chefarzt der Intensivstation des Hospitals, Sergio Pintaudi. (Auszug aus der "Presse").
Ersparen Sie mir bitte diesbezüglich einen Kommentar. Zurückhalten sollten sich auch einige unserer Forumsteilnehmer, die Licitra wegen seiner "Schutzhelm-Abstinenz" geradezu verhöhnen, auch ist die Frage, inwieweit Licitra mit Pavarotti vergleichbar ist, im Moment völlig irrelevant. Licitra hat selbst schwer für seinen Leichtsinn bezahlt, dass seine Beifahrerin nur leicht verletzt wurde, ist nicht allein ein Verdienst des Helmes. Erstens ist die Dame leichter als Licitra, zweitens diente der Tenor mit seinem Körper als Abfederung, hat sozusagen der Dame schwerere Verletzungen erspart! Beten wir um ein Wunder!
Sir Simon Rattle
Die Berliner Philharmoniker beschlossen in Salzburg traditionell die Reihe der Orchesterkonzerte.
Diesmal unter Sir Simon Rattle mit Bruckner, Mahler – und, am meisten überzeugend, Britten.
Die "Münchner Abendzeitung" bezeichnete die letzten Salzburg-Tage als "Größte Klangkörper-Leistungsschau der Welt".
Medial kommt Ex-Intendant Markus Hinterhäuser bestens rüber.
Ab Mittwoch sind die Salzburger Festspiele 2011 Geschichte, und damit auch die Ära Markus Hinterhäuser in Salzburg. Der Musiker hat das Festival seit rund 20 Jahren (bis auf eine Unterbrechung) mitgeprägt und heuer für ein Jahr auch als Intendant geleitet. Salzburgs Politik, die ihn nicht gefragt sondern Alexander Pereira zum Nachfolger bestellt hat, wünscht sich eine Rückkehr Hinterhäusers.
Und in den Medien bekommt der Interims-Intendant national wie auch im Ausland hervorragende "Noten". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat bisher keine eigene Bilanz über den diesjährigen Kultursommer gezogen, aber dennoch Hinterhäusers Werk gewürdigt: "Nie zuvor waren Salzburgs Konzertprogramme so lebendig, vielgestaltig und intelligent in den thematischen Verknüpfungen konzipiert wie in den vergangenen fünf Spielzeiten." Und: "Mit Markus Hinterhäuser verlässt der letzte dieser Programm-Macher das Salzburger Festival."
Die "Süddeutsche Zeitung" bilanziert in ihrer Ausgabe am 27. August: "Mit den diesjährigen Salzburger Festspielen geht am kommenden Mittwoch nicht nur eine der erfolgreichsten Ausgaben dieses Festivals zu Ende, sondern auch die Ära der Nach-Karajanschen Erneuerung.
Die "Kleine Zeitung" macht in diesem Bericht das, was ich in dieser Startseitenkolumne mache - sie fasst Meldungen aus diversen Zeitungen zusammen und kommentiert diese. Nicht zu vergessen ist bei all der hymnischen Bewertung für den scheidenden Kurzzeitintendanten freilich auch ein gewisser Mitleidseffekt: Hinterhäuser war den Salzburger Politikern auf lange Sicht nicht gut genug, die Festspiele längerfristig zu führen. Dass er es gekonnt hätte, lässt sich nun vermuten - beweisen hat man es ihm nicht lassen. Pereira hat es nun sehr schwer - und einige Kulturmacher in Salzburg werden sich in den Hintern beißen. Allerdings traue ich mich zu prognostzieren, dass die Hymnen für Hinterhäuser etwas leiser wären, stünde er auch in den folgenden Jahren auf der Salzburger Kommandobrücke!
Nun nochmals nach Bayreuth: Die Wirtschaft ist mit dem "ringlosen Jahr" nur bedingt zufrieden, trotz zehnfacher Überbuchung sind auch die freigebliebenen Sitze bei den Aufführungen bemerkenswert. Ein Journalistenstreik und die Deutsche Bundesbahn sind als Erklärung etwas dürftig! Die Gerüchte, nach denen Eva Wagner-Pasquier für die Zeit nach 2015 nicht mehr zur Verfügung steht, verdichten sich. Katharina Wagner steht und fällt mit dem Ring 2013, die Regisseursentscheidung wird deshalb eine ganz wichtige sein!
Auszug aus dem "Nordbayerischen Kurier": In der Markgrafenbuchhandlung ist man vom Festspielgeschäft 2011 nicht überzeugt. „Normalerweise machen wir in der Festspielzeit wesentlich mehr Umsatz als sonst. Dieses Jahr ist das aber vollkommen anders“, sagt Rolf J. Geilenkirchen, Geschäftsführer der Markgrafenbuchhandlung. Das läge am „ringlosen Publikum“, das einzig und allein wegen dem Wagner-Mythos nach Bayreuth käme, nicht wegen der Aufführungen.
Für so ganz absurd halte ich diese Meinung nicht, auch ich habe schon erwogen, für ein oder zwei Tage nach Bayreuth auf "Inspektion" zu fahren, ohne eine Festspielaufführung zu besuchen!
In Bayreuth wird nach dem "Slogan des Jahres 2013" gesucht. Aus 600 Vorschlägen wurden zwei herausgefiltert und zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Entscheidung fällt im Oktober!
Sorgen mache ich mir um Annette Dasch. Die Berlinerin hat ein etwas loses Mundwerk, was allerdings nicht mit dem äußeren Eindruck übereinstimmt. Man kann auch sagen, dass sie kein wirkliches Gespür für ihr Publikum aufweist. Vor einigen Tagen berichteten wir an dieser Stelle über eine Art Publikumsbeschimpfung (wer moderne Inszenierungen nicht toll findet, sollte in das Museum oder zu den Wagner-Festspielen nach Wels gehen und am Leben nicht mehr teilnehmen - so war sinngemäß der Wortlaut), was ihr allerdings auch Beifall selbst bei gar nicht so wenigen "Merkern" einbrachte. Gut, warum soll eine Künstlerin nicht ihre Meinung außern dürfen?
Annette Dasch braucht sichtlich einen Medienberater!
So viele böse Pfiffe musste Annette Dasch wohl noch nie wegstecken. Ratlos schlingerte sie zwischen ihren Programmpunkten hin und her, kürzte hier, verlängerte da und brach immer wieder ab.
Der "Tagesspiegel" schildert den Ablauf: Sasha Waltz’ Inszenierung der Oper „Dido und Aeneas“ mit Riesenaquarium ist eine nasse Angelegenheit. Wie kalt aber das Wasser war, in das Sopranistin Annette Dasch sprang, als sie das Publikum mit den Worten begrüßte, es sei so bunt wie ihr Kleid, ahnte Dasch nicht. Denn das Publikum hatte Opfer erbracht, um in die Waldbühne zu kommen. Erst um 19 Uhr ließ der Regen nach und der Ärger der Begossenen war groß, als sie merkten, dass sie ungefragt in eine Geburtstagsfeier für das Radialsystem eingemeindet waren und eineinhalb Stunden warten mussten. „Wie in der Kirche“ stellte Gründer Jochen Sandig sich die Verteilung der Tortenstücke am Bühnenrand vor, was viel über die Rolle verriet, in der er das Publikum sieht, das teils mit leeren Händen zurück auf die Plätze geschickt wurde.
Die Buhrufe trafen dann ausgerechnet den Wildhüter, der ein Wort für die in der Waldbühne wohnenden Waschbären einlegte. Der Friedenswillen, den die Menge beim „Happy Birthday“-Singen bewiesen hatte, war endgültig verspielt, als Dasch rief: „Alle, die jetzt buhen, haben überhaupt keine Ahnung, weil die Oper fängt erst um halb neun an, und das steht auch auf den Karten drauf.“ Das war vor allem deshalb lustig, weil sich jeder der Beschimpften versichern konnte, dass auf seinem Ticket weder etwas von 20.30 Uhr noch von einer Feier stand. Schließlich sprach Waltz persönlich das Machtwort im Probenleiterton: „Wir können nicht anfangen, bevor es dunkel ist!“
Frau Dasch hat noch viel zu lernen, nämlich wie man mit dem Publikum umgeht. Bis sie das richtig in den Griff bekommen hat, sollte sie in einen Berater investieren. Ein kostenloser Tipp von mir: "Reden ist Silber, Schweigen ist oft Gold". Dasch singt ohnehin besser, als sie redet!
Dido & Aeneas in der Inszenierung von Sasha Waltz
Eine Merker- Kritik über die Vorstellung - kein Wort über den neuerlichen Dasch-Ausrutscher - haben wir in unserer Rubrik anzubieten.
Aber was interessiert zumal den Österreicher an diesem Film wirklich? Natürlich Christoph Waltz als Richelieu, aber er hat’s nicht leicht: Man schaut natürlich in erster Linie auf ihn, um festzustellen, ob er wieder so atemberaubend gut ist wie in den „Inglorious Basterds“. Und nein, er ist es natürlich nicht, er war es seither nie, wird es möglicherweise nie wieder sein. Ein bisschen hängt der Job des Schauspielers ja wohl doch vom Regisseur ab, ob ein Schauspieler mehr bietet als seine souveräne Routine. Und Paul W.S. Anderson war vordringlich mit dem Historismus-Spektakel befasst: Man sieht viel Paris im 17. Jahrhundert Brücken, Straßen, Schenken, Versailles mit Park und Prunkräumen, Notre Dame wird nebenbei beschädigt, Action first.
Soweit ein Auszug aus Renate Wagners FILMSEITE!
Dix-Aquarell "Strich III": Straßenszene mit Prostituierten
Sie stammen aus einer Hochzeit seines Schaffens und waren bislang unbekannt: Vier Aquarelle von Otto Dix hat ein Galerist jetzt in Oberbayern entdeckt. Ihren Preis schätzt er auf zum Teil über 200.000 Euro.
Die Merker- Hauptversammlung verlief gestern ohne besondere Vorkommnisse. Sylvia Herdlicka wurde an meiner Stelle zur Vizepräsidentin gewählt, Dr. Klaus Billand übernahm das Referat Marketing. Wenn Fotos vorliegen, werden wir darüber berichten. Traurig stimmt mich als Hundefreund die Meldung, dass Dr. Klaus Billand seinen Hund "Donald" zwei Tage zuvor einschläfern lassen musste.
Donald war 18 und somit ein Methusalem unter den Hunden.
Seine "Witwe" und sein Sohn leben noch im Billandschen Familienverband. Die übrigen Merker-Hunde Baldi, Balu, Daisy und Puppe sind auch traurig!
Damit schließe ich die heutigen Informationen und wünsche einen schönen Tag!
A.C.
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