Aktuelle CDs
EMI-News 9/06:Sieh mein Herz!
Paul McCartney’s Oratorium Ecce Cor Meum
Yesterday war vorvorgestern: Paul Mc-
Cartney ist längst als klassischer
Komponist anerkannt, dessen Werke
sich neben Mozart, Bach und Beethoven
in den Konzertführern finden.
Jetzt erscheint Ecce Cor Meum, sein
viertes klassisches Album. Das Oratorium,
an dem McCartney acht Jahre
lang gearbeitet hat, ist eine sakrale
Komposition – getragen von der Botschaft,
dass es wichtiger ist, Menschen
durch religiöse Gefühle zu verbinden,
als sie durch Ideologien zu
trennen.
Ecce Cor Meum („Sieh mein Herz“)
entstand auf Anregung des Magdalen
College in Oxford. Dessen Präsident
Antony Smith wünschte sich ein Chorwerk
in der Tradition von Händels Messias.
Wie in seinen anderen Chorkompositionen
Liverpool Oratorio und Standing
Stone schöpfte McCartney seine
Inspiration aus eigenen Erlebnissen. Der
Titel begegnete ihm in der New Yorker
Kirche St Ignatius Loyola als Inschrift.
Eine andere Erinnerung liegt früher
zurück: „Ich erinnere mich, wie wir als
Beatles unterwegs waren, in einen Sturm
gerieten und von der Fahrbahn abkamen.
„Was nun', fragte einer, und ein anderer
sagte: „Es wird schon weitergehen.' Und
wir wurden gerettet. Diese Zuversicht hat
„Ecce Cor Meum' geformt." Viele musikalische
Richtungen vereinen sich in den
sechs Vokalsätzen, die durch ein instrumentales
Zwischenspiel zentriert werden:
Spätromantik, Gregorianischer Choral,
die Klangraffinesse der Moderne. Die renommierte
Academy of St. Martin in the
Fields grundiert die Chöre des King's
College und des Magdalen College, die
London Voices und die Sopranistin Kate
Royal. - Die limitierte Luxus-Edition
präsentiert ein 60-seitiges Hardpaper-
Booklet mit vielen aktuellen Photos sowie
den Songtexten in Englisch und Latein.
Paul McCartney
Ecce Cor Meum
Kate Royal, Sopran
The Boys of King's College Choir, Cambridge
The Boys of Magdalen College Choir, Oxford
London Voices
Academy of St Martin in the Fields
Gavin Greenaway
Standard Version CD 3 70424 2
Limited Luxus Edition CD 3 70423 2
VÖ: 22.09.2006
Wenn die Welt wie Champagner prickelt:
Die große Focus-Operetten-Box mit Erfolgsrezept
Es sind regelrechte Zauberschachteln,
denen Wunderbares entsteigt: Die
großen Themen-Boxen, die EMI
Classics in Zusammenarbeit mit dem
Magazin Focus herausbringt. Nach
den Erfolgstiteln Focus Klassik, Focus
Oper und Focus Mozart präsentiert die
neueste Folge nun Focus Operette:
eine Gesamtaufnahme und viele, viele
Höhepunkte aus den erfolgreichsten
Werken der leichten Muse, interpretiert
von den Allergrößten des reichhaltigen
EMI Classics-Operettenkatalogs. Ein
prickelndes Champagnerbad auf fünf
randvollen CDs!
Johann Strauß II, Franz Lehár, Emmerich
Kálmán und Jacques Offenbach: Das
sind nur drei Komponistennamen von
vielen, deren unsterbliche Werke in die
fast 7 Std. umfassende große Operettengala
eingeflossen sind. Künstler wie die
unvergessene Jahrhundert-Stimme Fritz
Wunderlich, Nicolai Gedda, Rudolf
Schock, Elisabeth Schwarzkopf, Anneliese
Rothenberger und viele andere
präsentieren Fledermaus und Zarewitsch,
Gräfin Mariza und Lustige Witwe, Land
des Lächelns und Csárdásfürstin – um
nur einige der Titel zu nennen. Die
Operetten-Auswahl folgte übrigens nicht
nur strenger Qualitätskontrolle der Aufnahmen,
sondern auch der Beliebtheitsskala
des Publikums: Die unbestechliche
Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins
lieferte die Liste der Top-20-
Operetten, bei der Die Fledermaus und
Die Lustige Witwe ganz oben stehen.
Kein Zweifel: Bei dieser Box ist der Erfolg
programmiert. Kenner und Liebhaber
kommen auf ihre Kosten, denn die Veröffentlichung
enthält wie alle Focus-
Boxen einen eingehenden, so unterhaltsam
wie kundig geschriebenen Einführungstext
der Focus-Redakteure.
FOCUS OPERETTE
CD 1 Highlights
Strauss: Die Fledermaus
(Popp, Seiffert, Domingo u.a., Münchner Rundfunkorchester,.
Dir: Plácido Domingo)
CD 2 Gesamtaufnahme
Lehár: Die Lustige Witwe
(Schwarzkopf, Wächter, Steffek, Gedda,
Philharmonie Chorus & Orchestra, Dir. Lovro von Matacic)
CD3 Highlights
Lehár: Das Land des Lächelns, Der Zarewitsch,
Der Graf von Luxemburg, Giuditta
Kálmán: Gräfin Mariza, Die Csárdásfürstin
(Wunderlich, Gedda, Popp, Schwarzkopf, Barabas u.a.)
CD 4 Highlights
Strauß II Der Zigeunerbaron, Eine Nacht in Venedig
Offenbach: Orpheus in der Unterwelt, Die schöne Helena,
Pariser Leben
(Wunderlich, Schock, Rothenberger, Fassbaender u.a.)
CD 5 Highlights
Zeller: Der Vogelhändler / Millöcker: Der Bettelstudent
Benatzky: Im weißen Rössl / Lincke: Frau Luna
Jessel: Schwarzwaldmädel / Künneke: Der Vetter aus
Dingsda / Raymond: Maske in Blau
(Wunderlich, Rothenberger, Schock, Köth u.a.)
5 CDs 3 63083 2
VÖ: 8. September 2006
Rache im Herzen, Musik in der Seele:
Edda Moser in Mozart-Dokumenten und im Interview
Ihre Stimme reist seit fast 30 Jahren
als Botschaft der Menschheit durchs
Universum: Als 1977 die Raumkapsel
Voyager II den Weg ins All antrat, um
eventuellem außerirdischen Leben
Nachrichten über die Erde zu bringen,
war auch Edda Mosers furiose Verkörperung
der „Königin der Nacht“
aus Mozarts Zauberflöte als Tonkonserve
mit an Bord. Über diese Rolle
hinaus gilt die Sopranistin als eine der
besten Mozart-Interpretinnen überhaupt.
Die Höhepunkte ihrer Diskografie
erscheinen nun auf der CD Edda
Moser singt Mozart, und das mit einem
hochinteressanten Bonus: Auf CD 2
plaudert die Künstlerin im Interview
mit Holger Wemhoff über ihre Kunst,
ihre Partien und ihr Leben.
Nie hat eine Sängerin die Königin der
Nacht überzeugender weil furioser interpretiert,
keine andere hat dieser hochvirtuosen
Partie so viel Leben eingehaucht,
die Eiseskälte, Berechnung und
Gebrochenheit dieser Figur so eindrucksvoll
verkörpert. Schon mit 10 Jahren,
nach ihrem ersten Opernbesuch in der
Heimatstadt Weimar, war die Tochter des
Sängers und Musikwissenschaftlers Hans
Joachim Moser von der „Königin“ angetan.
Später öffnete ihr diese Partie
weltweit viele Türen. Berühmt ist die
Anekdote, wie sie ihre Wut über den
Dirigenten Wolfgang Sawallisch in die
perfekte Aufnahme von 1972 goss, mit
der die Kompilation beginnt. Die meisten
Aufnahmen der Zusammenstellung stammen
aus den 70ern, als Edda Moser
ihren Mozart-Zenit erklommen hatte. Die
Interview-CD ist kein Anhängsel, sondern
ein profundes und unterhaltsames
Dokument, in dem die wortgewandte
Sängerin kein Blatt vor den Mund nimmt
und selbst mit Jubilar „Amadeus“ ins
Gericht geht ...
EDDA MOSER SINGT MOZART
Arien & Geistliche Musik
Arien aus
Die Zauberflöte, Die Entführung aus dem Serail,
Don Giovanni, Idomeneo, La Clemenza di Tito,
Krönungsmesse u.a.
Edda Moser, Sopran
Chor und Orchester des Bayerischen Rundfunks,
Staatskapelle Dresden, Münchner Rundfunkorchester
u.a.
Wolfgang Sawallisch, Leopold Hager, Hans Schmid-
Isserstedt u.a.
Bonus-CD:
Edda Moser im Gespräch mit Holger Wemhoff
2 CD 3 69910 2
http://www.eddamoser.com
VÖ: 13. Oktober 2006
Vermächtnis im Glanz des Sonnenkönigs:
Charpentiers Oratorium Judicium Salomonis
Die Musik des französischen Barockmeisters
Marc-Antoine Charpentier ist
Millionen bekannt. Immerhin fungiert
das Vorspiel zu seinem festlichen Te
Deum seit Jahrzehnten als Eurovisionshymne.
Umso erstaunlicher,
dass viele Werke des großen Meisters
noch immer im Verborgenen liegen.
William Christie, Leiter des Ensemble
Les Arts Florissants, gilt als ausgewiesener
Kenner der französischen Barockmusik
und insbesondere Charpentiers
Schaffen. Im Jahre 2004, in das
Charpentiers 300. Todestag fiel, faszinierte
er im Rahmen einer großen
Tournee die Musikwelt mit dem Te
Deum und anderen Werken. Jetzt
erscheint mit dem Oratorium Judicium
Salomonis (Das Urteil des Salomon)
eine echte Rarität, die der Suggestionskraft
des Te Deum in nichts nachsteht.
Festliche Chöre, Ensembles und virtuose
Arien, farbige Instrumentalsätze und
dramatische Rezitative: Marc-Antoine
Charpentier zog alle Register seines
Könnens, als er im Jahre 1702 dieses
großangelegte Werk über den biblischen
König Salomon schrieb. Er nutzte dabei
die klangprächtigen Kompositionstechniken,
die sein Kollege Giacomo Carissimi
in Rom entwickelt hatte, aber er
mischte sie mit der Dramatik der französischen
Barockoper. Judicium Salomonis
ist vielleicht Charpentiers letztes großes
Werk und gilt daher als Vermächtnis des
Meisters, dessen Kirchenmusik im Frankreich
des 17. Jahrhunderts den Glanz
des Sonnenkönigs widerspiegelte. William
Christie kombiniert das Oratorium
mit der festlichen Motette Motet pour une
longue offrande, einer weiteren bedeutenden
Ausgrabung.
Marc-Antoine Charpentier
Judicium Salomonis H422
Motet pour une longue offrande H.434
Paul Agnew, Leif Aruhn-Solén, Neal Davies,
Maud Gnidzaz, Marc Molomot u.a.
Les Arts Florissants, William Christie
CD 3 59294 2
VÖ: 20. Oktober 2006
Face à Face zum zweiten:
Renaud & Gautier Capuçon mit ihrem Album Inventions
Jeder der beiden ist ein gefeierter
Solist und Kammermusiker. Beide
haben eine Menge Preise eingeheimst,
und ihr Fanpublikum wächst von Tag
zu Tag. Doch ganz selten nur sind die
beiden Brüder Renaud und Gautier
Capuçon zusammen zu hören. Der
Grund: Literatur für die Besetzung
Violine und Violoncello ist selten. Vor
drei Jahren haben die beiden auf ihrer
CD Face à Face Raritäten gerade für
diese Besetzung vorgestellt. Jetzt
erscheint ihre zweite Duo-CD mit dem
Titel Inventions.
Von Bach bis Bartók, von Martinů bis
Kreisler: Der Bogen, den Renaud und
Gautier Capuçon spannen, ist groß. Es
beginnt mit Inventionen und Suitensätzen
von Bach, dessen streng kontrapunktische
Werke in der Streichertranskription
eine klangliche Bereicherung erfahren.
Bach selbst hat viele seiner Kompositionen
für andere Besetzungen bearbeitet
und noch Mozart erkundete die
Klaviermusik des Altmeisters, in dem er
sie für Streichquartett umschrieb. Neben
dem Duo von Martinů ist vor allem das
von Gideon Klein eine gelungene
Wiederentdeckung und Repertoire-
Bereicherung. Der Komponist schrieb es
1939, kurz bevor er in ein Konzentrationslager
verschleppt wurde. Sein Duo
ist eine Rarität – genau wie das Werk von
Hanns Eisler, ein Zeugnis neoklassischer
Formensprache der 20er Jahre. Der 1973
geborene Franzose Karol Beffa komponierte
seine beiden Masques eigens für
das Capuçon-Duo - angetan von dessen
kammermusikalischer Farbigkeit und
Flexibilität. Im letzten Stück, einem
Marsch von Kreisler, erweitert sich das
Brüderduo zum Geschwistertrio. Am
Klavier sitzt die Schwester der beiden:
Aude Capuçon.
RENAUD UND GAUTIER CAPUÇON - INVENTIONS
Duos für Violine und Violoncello
J. S. Bach/trans. Neumann:
20 Duos (Auszug)
Hanns Eisler: Duo op.7 Nr.1
Karol Beffa: Masques I
Bela Bartók/trans. Kraeuter:
Mélodies populaires hongroises
Karol Beffa: Masques II
Gideon Klein: Duo
Bohuslav Martinů: Duo Nr.2 H.371
Fritz Kreisler: Marche miniature viennoise
Renaud Capuçon, Violine & Gautier Capuçon, Violoncello
CD 3 32626 2
VÖ: 20. Oktober 2006
http://www.emiclassics.de
CDs 30.8.06
OPERN-RARITÄTEN:
EDGAR – Giacomo Puccini – Libretto schrecklich, Musik „interessant“ –
DG 289 477 6102 – Placido DOMINGO auf Raritätenjagd, nach etwas, das er noch nicht aufgenommen hat im Laufe seiner ungewöhnlich langen Karriere. Und trotz seines vorgerückten Alters, kann man seinem emotionsgeladenen, hier als Edgar immer noch kraftvoll strahlenden Gesang mit Wohlbehagen lauschen. Dazu zwei ganz prachtvoll singende Damen – Adriana DAMATO, Domingo-Preisträgerin 2003 und ein sehr angenehm timbrierter Lirico Spinto Sopran, und Marianne CORNETTI, zwar Amerikanerin, aber dem Namen nach mit italienischenWurzeln, ein vollmundiger, genuiner italienischer Mezzo. Dazu noch Altrecke Juan PONS, dessen Bariton (logischerweise) schon ein bisschen Patina angesetzt hat. Mit leidenschaftlichem Feuer dirigiert Alberto VERONESI Chor und Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia.
Giacomo Puccinis 2. Oper (UA 1889) basiert auf einem Libretto, bei dessen Studium man geneigt ist, „Hilfe“ zu schreien – schrecklich. Die Musik hingegen ist durchaus hörenswert, wenn auch kein typischer Puccini. Man meint sich eher bei Puccinis (rustikaleren) veristischen Zeitgenossen befindlich. Die Chorszenen dagegen erinnern stilistisch zeitweilig an „La Fanciulla del West“ (UA 1910). – Bisher gab es schon eine Einspielung von „Edgar“, unter Eve Queler, mit Renata Scotto und Carlo Bergonzi (CBS Masterworks 1977). Für Aufnahmen und evtl. konzertante Aufführungen eignet sich diese Puccini-Oper bestens, aber für eine Bühnenrealisation erscheint die melodramatische Schauergeschichte doch wohl eher nicht wünschenswert.
Getoppt wird diese Story allerdings durch die noch viel hanebüchenere der SEMIRAMIDE von Giacomo Meyerbeer nach Pietro Metastasio (Naxos 8.660205-06). Das ist vielleicht ein Handlungs-Wirrwarr! Dazu kommt, dass dieses Operchen des ganz jungen Meyerbeer noch in keinster Weise auf das spätere Genie der französischen Grand Opera hinweist sondern sich eher in langweiligem Stile Alter Musik bewegt (incl. Cembalo-Rezitative). Dieses in der Tat unbedeutende Werk darf durchaus der Vergessenheit anheimfallen, ohne dass der Musikwelt dadurch irgendein spürbarer Schaden entstünde. Zudem hat die während der Festspiele 2005 „Rossini in Wildbad“ mitgeschnittene Aufführung den Charakter einer biederen Schulaufführung, trotz Richard BONYNGE am Pult. Die Schar junger Sänger wird angeführt durch Deborah Riedel in der Titelrolle. – Fazit: Vergessen Sie ruhig, dass Meyerbeer eine „Semiramide“ geschrieben hat und stürzen Sie sich weiterhin mit Genuss auf die Rossini’sche Version. DZ
Thomas SCHMIDT-KOWALSKI – 4. Sinfonie und 2. Violinkonzert – Was für Romantiker!
- Naxos 8.551246 – Die Firma Naxos ist ja immer für interessante Entdeckungen auf dem CD-Markt gut. Der 1949 in Oldenburg geborene Komponist hat sich bewusst für tonales Komponieren entschieden und sich der ROMANTIK verschrieben. Einer neuen Romantik, die laut Booklet nichts mit „Nostalgie’ zu tun habe, was zwar bezweifelt werden darf, aber das ist ja nicht weiter schlimm. Erwachsen ist dieser Drang nach Romantik aus einer Sehnsucht nach einer besseren Welt, die der Komponist, wie er – sicherlich zu Recht – meint, mit einem Großteil der musikalischen Konsumenten teilt. „Es gilt zu erforschen, ob eine Romantik der heutigen Zeit nicht den individuellen Willen zur positiven Lebensbejahung anregen kann, der bei manchen Menschen von einer pessimistischen Grundhaltung überlagert zu sein scheint.“
Sicher – wieso ist denn derzeit die pseudoromantische Filmmusik bei vielen Musikhörern so beliebt, mit der einen KlassikRadio den ganzen Tag lang überschüttet. Da ist Schmidt-Kowalskis Sinfonik schon ergiebiger, auch wenn es – notgedrungen, möchte man fast sagen – zu unvermeidlichen Ähnlichkeiten mit berühmten Romantikern der Vergangenheit kommt.
In der 4. Sinfonie C-Dur op. 96 (besonders im 1. Satz) da wagnerts, humperdinckts und vor allem „russelts“ ganz gewaltig (von Mussorgsky über Tschaikovsky und Liadov ...), auch brucknern tut’s natürlich und das auch beim Violinkonzert Nr. 2 h-Moll op.100.
Musiziert wird vom SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern unter Leitung von Manfred NEUMAN, souveräner Solist ist der 1. Konzertmeister der Staatskapelle Weimar, Gernot SÜSSMUTH.
Das mit der positiven Wirkung von Schmidt-Kowalskis angenehmer Sinfonik kann ich nur bestätigen. Und wem es – als Kenner der Materie - Spaß macht, der kann ja rätselraten, welche Ähnlichkeiten er entdeckt und an wen ihn selbige gemahnen – auch das hat Unterhaltungswert. DZ
VADIM REPINs gesammelte Werke
Auf 10 CDs hat Warner alle seine Repin-Aufnahmen zu dieser Box zusammengestellt (2564 63263-2): Eine Ehrung für den großen russischen Geiger, ein Vergnügen für Freunde der Violinmusik und ein Happening für Repin-Fans! Aufgeteilt sind die CDs in Solowerke, Stücke für Violine und Klavier, für Kammerensembles und Violinkonzerte mit Orchester. Partner Repins sind die Pianisten Boris BEREZOVSKY, Alexander MARKOVICH und Ralf Gothoni, der Cellist Dmitry Yablonsky, das Lakatos-Ensemble und die Dirigenten Yehudi Menuhin, Emmanuel Krivine und Kent Nagano.
Vertreten ist die gesamte einschlägige Violinliteratur von Mozart bis zu R. Strauss, Stravinsky und Prokofiev. – Ein Schatzkästlein im CD-Format! DZ
Presseinfo Audite:
HOMMAGE À KOMITAS - Armenische und deutsche Lieder von Komitas (1869-1935) - HASMIK PAPIAN, SOPRAN - VARDAN MAMIKONAN, PIANO - audite 92.570
Der armenische Mönch Soghomon Soghomonian, besser bekannt unter seinem Priesternamen Komitas, hat um 1900 bei seinen Wanderungen durch das armenische Hochland zwischen Vansee, Schwarzmeer und Südkaukasus hunderte von Volksweisen
gesammelt. In diesen Liedern, über Jahrhunderte mündlich tradiert, drückt sich die unverwechselbare Kultur dieses uralten Volkes in ihrer ganzen Archaik aus; eine Kultur, die durch den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915-1917 nahezu ausgelöscht wurde. Komitas wurde im April 1915 selbst Opfer von Massenverhaftung und Deportation; er entging der Ermordung, verbrachte jedoch den Rest seines Lebens als geistig gebrochener Mann in psychiatrischen Anstalten. Der u. a. in Berlin ausgebildete Komponist und Musikethnologe, der sich auch mit der liturgischen Tradition der Armenisch-
apostolischen Kirche beschäftigt hat, gilt heute als Begründer der klassischen armenischen Musik der Moderne. Er hat einen Teil der von ihm gesammelten Weisen als Kunstlieder (und auch als Chorwerke) gesetzt. Diesen außerhalb Armeniens und der weltweit zerstreut lebenden armenischen Diaspora weitgehend unbekannten Schatz möchte die vorliegende
Einspielung in einer repräsentativen Aufnahme der bekanntesten Lieder einem breiteren Publikum vorstellen. Die unmittelbar berührenden, für die christlich-armenische Identität auf dem Schnittpunkt zwischen Orient und Okzident so typischen Lieder erzählen von den majestätischen Bergen und der Sehnsucht nach der verlorenen Heimat, vom immer wieder erfahrenen, tiefen Leid dieses Volkes ebenso wie von der Liebe.
Neben den insgesamt 26 armenischen Liedern enthält die SACD neun Lieder auf Texte deutscher Dichter (Goethe, Uhland, Lenau u. a.), die Komitas während seiner Studienzeit in Berlin komponiert hat. In diesen hier erstmals eingespielten Liedern wird hörbar, wie vertraut der armenische Komponist mit der abendländischen Tradition von Schubert bis Hugo Wolf und Richard Strauss war. Im Booklet sind sämtliche Liedtexte in arme ni scher, deutscher, englischer und französischer Sprache sowie ein ausführlicher Text über Leben und Werk von Komitas abgedruckt.
Hasmik Papian ist seit vielen Jahren auf den großen Opernbühnen der Welt zu Hause. Sie tritt regelmäßig als Tosca, Aida, Norma etc. an der Met, der Scala, der Bastille oder den Staatsopern von Berlin, München, Stuttgart, Dresden und Wien auf. Daneben hat sie sich eine lebendige Beziehung zu ihrem Heimatland Armenien erhalten. Komitas hat sie bereits in Recitals in der Londoner Wigmore Hall, in Brüssel, München, Washington etc. präsentiert. - Der junge armenische Pianist Vardan Mamikonian konzertiert regelmäßig auf so renommierten internationalen Podien wie Carnegie Hall, Herkulessaal München, Tonhalle Zürich, Salle Gaveau Paris etc.; neben dem klassisch-romantischen Repertoire (Liszt, Chopin, Rachmaninov etc.) ist er auch mit Werken des armenischen Komponisten Arno Babadjanian bekannt geworden.
BELCANTO IN DER KIRCHE
Anna Netrebko und Rolando Villazón für CD-Aufnahmen mit der Staatskapelle in Dresden
Wunderbare Stimmung in der Dresdner Lukaskirche: In den vergangenen Tagen nahmen Anna Netrebko und Rolando Villazón, das derzeitige Traumpaar der Oper, gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden ihre neueste CD in der sächsischen Residenzstadt auf. Unter der Leitung des Italieners Nicola Luisotti spielten die beiden Opernstars bis zum gestrigen Mittwoch einige der berühmtesten Duette der Opernliteratur ein. Die Aufnahme, mit der die Staatskapelle ihre Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon zu einem weiteren Höhepunkt führt, wird voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres erscheinen. Die erste gemeinsame CD der Staatskapelle mit Anna Netrebko („The Mozart Album“, DG 477 633-9), die die Sopranistin im Mai 2006 zum ersten Mal nach Dresden führte, ist seit Juli im Handel erhältlich.
Staatskapelle Dresden/ Deutsche Grammophon
Universal:
Anne-Sophie MUTTER beendet mit den Violinsonaten ihr Mozartprojekt
http://www.klassikakzente.de/die_kuer_mutter_mozart_sonaten_112310.jsp
CDs 4.8.06
FEDORA (Umberto Giordano)/FRANCESCA DA RIMINI (Riccardo Zandonai) – Opernkrimis mit Magda Olivero und Mario del Monaco
- Decca „classic opera“ 475 7622 – 1969 wurden diese Aufnahmen in Monte Carlo unter der versierten Leitung von Lamberto Gardelli gemacht. Aufführungen mit der legendären Magda Olivero waren ja so gut wie immer „Krimis“. Die Olivero war eine Singdarstellerin par excellence, Gänsehaut stets garantiert. Auf der Platte mag ihre nervös unruhige Stimme Puristen möglicherweise verstören, den Kenner jedoch zieht sie sofort wieder in ihren Bann, inklusive der angesprochenen Gänsehaut. Mit dem enorm expressiven Mario del Monaco als Tenor-Partner erlebt man hier mitreißenden Vollblut-Verismo. In der winzigen Rolle des Buben Dimitri (Pferdeknecht) steht Kiri Te Kanawa auf dem Besetzungszettel, damals im zarten Alter von 25.
Die Fedora liegt als Gesamtaufnahme vor, während von Francesca da Rimini die großen Duette Francesca-Paolo als Highlights zusammengefasst sind. – Aufregend! DZ
LA JUIVE (Jacques F. Halevy) – mit einer “himmlischen Julia Varady
- Phi/Decca „classic opera” 4757629 – Eine “überschaubare“ Version habe man erstellt für diese Einspielung, heißt es im Booklet, was so viel bedeutet wie, man hat gemäß der Gepflogenheiten der Aufführungspraxis Striche vorgenommen. Nun dauert diese Aufnahme etwas länger als 3 Stunden, ohne Striche wäre es noch 1 Stunde mehr. Antonio de Almeida ist der engagierte Dirigent des Philharmonia Orchestras London und der Ambrosian Singers. Rachel singt beinahe überirdisch schön Julia Varady mit ihrem unvergleichlich leuchtenden Sopran, der im Lyrischen wie im Dramatischen und durch sämtliche Register stets die gleiche beglückende Qualität behält.
1986 hatte man die Aufnahme in Angriff genommen und offensichtlich auch schon Eleazars große Arie und Szene des 4. Aktes eingespielt, denn hier zeigt sich José Carreras in überragender Form (habe selten so kraftvoll strahlende Höhen von ihm gehört). Durch seine lange Krankheit konnte die Fertigstellung der Aufnahme erst 1989 erfolgen und es gibt einige Stellen, wo die bekannten (hässlichen) Höhenprobleme erkennbar sind. Ferruccio Furlanettos Bass (Kardinal Brogni) klingt manchmal wunderbar samtig, dann wieder stumpf und glanzlos. Dalmazio Gonzales’ leichtgewichtiger Tenor harmoniert nicht sonderlich mit Varadys strahlendem Organ und June Anderson (Prinzessin Eudoxie) klingt daneben auch etwas dünn.
Wegen der Varady und der 86-er Carreras-Teile, aber auch wegen des Werkes selbst eine empfehlenswerte Einspielung. DZ
DIE ZAUBERFLÖTE (W. A. Mozart) – Ist das schön ...
... eine heitere Oper, die heiter sein darf (siehe der toternste Figaro in Salzburg) - DG 289 477 5789 – Das fängt schon mit der lockeren Ouvertüre an, die Altmeister Claudio Abbado mit dem Mahler Chamber Orchestra munter sprudeln lässt. Auch während der gesamten Aufführung dürfen die Heiterkeiten sprudeln und die Feierlichkeiten werden erfreulicherweise niemals „salbungsvoll“.
Die im September 2005 im Teatro Communale di Bologna mitgeschnittene Aufnahme versammelt ein illustres, jugendfrisches Sängerensemble. Allen voran natürlich der Super-Sarastro von René Pape – schöner geht’s nimmer; ganz unsentimental und markig im Ton. Christoph Strehl hat sich bei seinem Tamino hörbar am Vorbild von Fritz Wunderlich orientiert – männlich kraftvoll und durchaus auch strahlend. Hanno Müller-Brachmann ist ein etwas „preußisch“ anmutender Papageno. Es ist zwar von Vorteil, dass er nicht „blödelt“, aber ein bisschen „legerer“ dürfte er, meine ich, schon sein. Ganz wunderbar klingt hier Dorothea Röschmann als Pamina. Die Ungarin Erika Miklosa bringt etwas (ungewollten) Humor in die Partie der Königin der Nacht durch ihren ungarischen Akzent bei den Dialogen. Sie hat eine sehr süß timbrierte Stimme, wie man sie bei den Slowakinnen häufig findet und ist auch allen Anforderungen gewachsen, auch wenn etwas mehr Dramatik vorteilhaft wäre. Etwas nervig (zu aufdringlich in den Dialogen und gesanglich mäßig) der Monostatos von Kurt Azesberger. Die 3 Tölzer Knaben und weitere adäquate Künstler vervollständigen das muntere Ensemble. – Wer noch keine Zauberflöte in seiner Sammlung hat, der kann getrost zu dieser greifen! DZ
PARSIFAL (R. Wagner) – Wow! Was für ein Sound!
- DG 289 477 6006 – Bei Christian Thielemann und den Wiener Philharmonikern stimmt die Chemie, wie der Maestro immer wieder betont. Also steht einem überragenden musikalischen Ereignis nichts im Wege, zumindest nicht von orchestraler Seite. Diese bestechende Klarheit und Transparenz und dennoch auch das „Berauschende“ – Thielemann versteht das meisterlich unter einen Hut zu bringen.
Beim als Gurnemanz aufgebotenen Franz-Josef Selig wechseln schöne, eindrucksvolle Momente mit biederem Durchschnitt und verschenkten Effekten (total vertan: „O wunden-wundervoller, heiliger Speer!“). Insgesamt wäre ein edleres Material für diese Bandwurmpartie wünschenswerter. Das gilt an sich auch für die Amfortas-Partie, denn Falk Struckmann wäre vom Timbre her eigentlich „nur“ als Charakterbariton einzureihen (also eher als Klingsor, auch wenn er als Heldenbariton gehandelt wird), obgleich er durch sein intensiv-differenziertes Singen hier zu überzeugen vermag. Der Klingsor wiederum von Wolfgang Bankl erweist sich als stimmliches Neutrum mit ausgesprochen hässlichem Organ.
Waltraud Meier mit ihrer „Leib- und Magenpartie“ Kundry ist wahrhaft fulminant im 2. Akt. Nur hat sie durch die Sopranrollen jegliche Mezzowärme eingebüßt, wird aber trotzdem selbst bei den hysterischen Aktschluss-Steigerungn nicht scharf im Ton.
Im jenem Juni 2005 sang Placido Domingo einen seiner letzten Parsifale, kraftvoll und strahlend wie eh und je. Kurz darauf hat er die Partie abgelegt. So gesehen hat diese Aufnahme doppelten dokumentarischen Wert.
Haupt-Erwerbsgrund aber sind Thielemann und die Philis. Wie sagte der Maestro in einem Klassik-Akzente-Interview: „Es wäre völliger Quatsch zu behaupten, die Musik des Parsifal sei nicht weihevoll. Dirigenten, die das Feierliche eliminieren, sind falsch gewickelt.“ – Und das ist Thielemann ganz sicher nicht! DZ
CDs 2. 8. 06:
EMI–Archivschätze als Midprice-Wiederauflage in lustigen bunten Schachteln:
Da wäre zunächst einmal Wagners RING, in den Jahren 1988-92 mit Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks aufgenommen, dirigiert von Bernard Haitink und mit dem vielleicht wichtigsten Wotaninterpreten der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert, James Morris (Bayreuth war ja beleidigt, als Morris wegen Termineinhaltungen andernorts bei der Erstanfrage ablehnte - und konnte es sich dann anscheinend leisten, ihn nie wieder einzuladen ...) – Rheingold 3 58699 2, Walküre 3 58705 2, Siegfried 3 58715 2, Götterdämmerung 3 58724 2.
Haitink lässt sich Zeit, so viel Zeit, dass es ab und an schon zulasten der Spannung geht (beispielsweise das Liebesduett Siegmund-Sieglinde hat man schon feuriger erlebt).
Morris ist Besitzer einer der aufregendst timbrierten Bassbariton-Stimmen. Es gibt ihn in der Rolle auch auf den Met-DVDs und auf jeden Fall ist er auch hier der Haupttreffer dieses Rings.
Überhaupt waren sämtliche beteiligten Sänger zur Zeit dieser Einspielungen auf ihren künstlerischen Höhepunkten, selbst der nicht immer unumstrittene Rainer Goldberg/Siegmund. Als seine Schwester ist hier Münchens wunderbar jugendfrische Sieglinde Cheryl Studer zu hören (die bei der Video-Aufnahme des Lehnhoff-Rings durch Julia Varady ersetzt worden war, ebenso wie Morris durch Hale, weil Morris ja schon auf besagtem Met-Ring verewigt worden war). Eva Marton ist Brünnhilde, Siegfried Jerusalem Siegfried (auf der Schachtel unachtsamerweise als Wotan bezeichnet), Theo ADAM hier Alberich wie John TOMLINSON hier in seinem eigentlichen Bass-Fach als Hagen. Heinz ZEDNIK ist Loge, Matti SALMINEN Hunding, Kiri Te KANAWA das Luxus-Waldvöglein und Jane EAGLAN hier noch die 3. Norn. Waltraud MEIER ist die Walküren-Fricka und Thomas HAMPSON Gunther. – Wer’s also genüsslich behäbig mag, andererseits ein nostalgisches Sängerfest zelebrieren möchte, ist mit diesem Ring bestens bedient, zumal zu einem Preis zwischen 25 und 30 Euro pro Werk.
Giordanos ANDREA CHENIER von 1964 (3 58676 2) mit einem der berühmtesten und attraktivsten Titelhelden, Franco Corelli mit seinem eigenwillig einmaligen „Feuertenor“. Mit Antonietta Stella, auch Mario Sereni, sowie Gabriele Santini am Pult von Chor und Orchester der Römischen Oper ist er partnermäßig bestens versorgt.
Mit einer fidelen Maria Callas, umgeben vom jungen Nicolai Gedda, Bass Nicola Rossi-Lemeni und Altmeister Gianandrea Gavazzeni als Dirigent des Scala-Orchesters gibt es Rossinis IL TURCO IN ITALIA von 1955 (3 58662 2).
Auch die als Soundtrack-Vorlage für Zeffirellis OTELLO-Film dienende Einspielung (und als solche gekürzt) wurde (ungekürzt) neu aufgelegt (von 1986). Placido Domingo in seinen besten Jahren sowie Katia Ricciarelli als „holde Reine“ (Desdemona), Justino Diaz auch ohne seine fesselnde Optik ein spannend interessanter Jago, dirigiert von Lorin Maazel mit Chor und Orchester der Scala Milano – durchaus eine Referenzaufnahme (3 58670 2).
Bei LES CONTES D’HOFFMANN von 1988 (3 58613 2), mit Silvain Cambreling am Pult der Brüsseler Oper, hat man den „wahnsinnigen“ und damals stimmlich strahlenden Hoffmann von Neil Shicoff mit drei außergewöhnlichen Damen garniert: Jessie Norman als Giulietta, die sonst eher beim Lirico Spinto beheimatete Rosalind Plowright als Antonia und die ganz goldige Luciana Serra als Olympia. José van Dams Stimme klingt mir persönlich immer einen Touch zu bieder und dadurch zu uninteressant, was bei so einem Bösewicht schon sehr ins Gewicht fällt. – Man hat die Version gewählt, bei der der Giulietta-Akt zum Schluss kommt und man hat die „eigentlich“ nicht originalen Szenen, wie die Spiegelarie und das berühmte Septett, als Zugaben hinten angehängt.
DZ
Mariss Jansons’ SCHOSTAKOWITSCH-Sinfonien nun in der Komplett-Box –
EMI 3 65300 2 – 10 CDs
Positiv bis enthusiastisch beurteilt wurden Jansons’ authentische Einspielungen bei ihrem jeweiligen Erscheinen ja alle, einige wurden mit Preisen bedacht, besonders auch zuletzt jene mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, mit dem die meisten der Aufnahmen stattgefunden haben, weil Jansons das einige Jahre ruhende Projekt als Chef dieses Orchesters wieder in Angriff nahm.
Die älteste Aufnahme stammt von 1988, die 7./“Leningrader“ mit den St.Petersburger Philharmonikern, die jüngste von Ende 2005, die 14. mit den BR Symphonikern. Dazwischen liegen Einspielungen auch mit den Berliner Philharmonikern, dem London Philharmonic Orchestra, den Wiener Philharmonikern, den Osloer Philharmonikern, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und dem Philadelphia Orchestra.
Es gibt ja viel Redens und Diskutierens um die politischen Hinter- und Untergründe von Dmitri Schostakowitschs Musik, besonders natürlich auch jetzt wieder, wenn wir Schostakowitschs 100. Geburtstag begehen. Um grandiose, aufwühlende Symphonik handelt es sich in allen Fällen und das Liveerlebnis z. B. einer „Leningrader“ bleibt im Gedächtnis eingegraben.
Mariss Jansons hat seinen Herzenswunsch, sämtliche Schostakowitsch-Sinfonien einzuspielen, verwirklicht, das Projekt ist zum Jubiläum fertig geworden. Nun kann der Interessierte sich all diese hoch interessanten, z. T. aufregenden Werke gebündelt nach Hause holen. Für die klangliche Qualität garantiert EMI (die wiederum kunterbunte Schachtel, zudem ohne Angaben über Schostakowitschs Geburts- und Sterbejahr, dürfte eher Geschmackssache sein).
Zum Live-Erlebnis läd das BR-SO mit einem Schostakowitsch-Festival im September des Jahres ein, z. T. mit Jansons am Pult sowie mit Gastdirigenten – Info: http://www.br-online.de .
DZ
EMI PRESSEMITTEILUNG:
Paul McCartney: Neues Klassikalbum „ECCE COR MEUM“ am 22.09.2006
Am 22. September 2006 wird Paul McCartney auf EMI Classics sein neues Klassikwerk Ecce Cor Meum veröffentlichen. Ecce Cor Meum (Behold My Heart) ist McCartneys viertes klassisches Album seit seinem 1991er Debüt mit The Liverpool Oratorio.
Die Arbeiten an Ecce Cor Meum zogen sich über acht Jahre hin. Wie bereits viele klassische Komponisten vor ihm wurde auch McCartney mit einer Komposition für das weltberühmte Magdalen College in Oxford beauftragt. Anthony Smith, von 1998 bis 2005 Präsident des renommierten College, bat Paul McCartney um ein Stück für die Eröffnungsfeier des neuen Konzertsaals. Dabei schwebte ihm Chormusik vor, „die junge Menschen auf der ganzen Welt singen können.“
Ecce Cor Meum ist ein Oratorium in vier Sätzen, geschrieben für Chor und Orchester. Der Text umfasst sowohl englische als auch, in geringerem Maß, lateinische Passagen. - Wie viele Komponisten begann Paul mit der Musik und sah sich dann nach einem passenden Thema um. Er hatte diverse Ideen für die Texte, doch erst als er bei einem Konzert von John Taveners Musik in der Kirche St Ignatius Loyola in New York mitwirkte, nahm die Sache Gestalt an. „Ich wartete auf meinen Einsatz und schaute mich in der Kirche um. Da fiel mein Blick auf eine Skulptur, unter der stand: „Ecce Cor Meum“. Ich hatte in der Schule Latein gelernt, die Sprache hat mir immer gut gefallen. Also habe ich mich daran gesetzt und ich glaube, es heißt soviel wie „Sieh mein Herz“.“ -
Im November 2001 erlebte Ecce Cor Meum im Sheldonian Theatre in Oxford eine erste Vorab-Aufführung, gesungen vom Magdalen College Choir, unter der Leitung von Bill Ives.
Bei diesem Erlebnis lernte Paul sehr viel hinzu: „Letztendlich habe ich alles regeln können, weil ich viele Missverständnisse korrigiert habe. Vieles habe ich vor der Aufführung im Sheldonian gelernt, und vieles danach. Ein erfahrener Komponist weiß, dass Kinder keine großen, lang gezogenen Passagen meistern können, sie haben einfach nicht die Energie und die Ausdauer. Während der Aufführung im Sheldonian gab es ein paar sehr schwierige Passagen, was mir vorher nicht so klar war, weil ich es auf dem Synthesizer ausprobiert hatte, und der hat ja eine endlose Ausdauer! Aber während der ersten Aufführung konnte der Solo-Sopran beim zweiten Teil nicht mehr; ich fürchte, ich hatte ihn schon beim ersten Teil an den Rand der Kräfte getrieben. Solche Dinge lernt man entweder direkt im Unterricht, oder man lernt sie aus Erfahrung. Es war also gut, dass wir das Stück viele Male durchgegangen sind. Wir haben große Chorpassagen gestrichen und fürs Orchester umgeschrieben. Wenn es sich um einen Song der Beatles gedreht hätte, hätte ich gewusst, was zu tun ist. Aber das war eine völlig andere Baustelle.“
Ecce Cor Meum wurde im März dieses Jahres in den legendären Abbey Road Studios aufgenommen, produziert von John Fraser. Den Sopranpart singt die EMI Classics-Künstlerin Kate Royal, begleitet vom Boys of King’s College Choir, Cambridge und dem Boys of Magdalen College Choir, Oxford; Gavin Greenway dirigiert die Academy Of St Martin In the Fields EMI Classics
CDs 31.7.06:
WINTERRREISE – Schubert in Sibirien
- Oehms Classics 907 – Der junge Bariton Thomas E. Bauer, ehemaliger Regensburger Domspatz, ausgezeichnet mit bayerischen und internationalen Preisen und jetzt Vielbeschäftigter in Sachen zeitgenössischer Musik, hat 2004 zusammen mit dem Münchner Pianisten Siegfried Mauser eine Konzerttournee mit Schuberts „Winterreise“ entlang der Transsibirischen Eisenbahn unternommen.
Die vorliegende Aufnahme stammt vom 14.9.2004 aus Irkutsk. (Für das Fernsehen entstand gleichzeitig ein begleitender Film von Klaus Voswinckel „Schubert in Sibirien“).
Diese Einspielung ist eine rechte Wohltat! Da singt ein junger Bariton frisch und unsentimental und doch mit allem gebotenen Aus- und Nachdruck. Weg bleiben überintellektuelle Manierismen, die Emotionen suggerieren sollen und doch nur falsches Pathos vermitteln. So wie Bauer das singt, ist dieser Wanderer einmal kein lamentierender Trauerkloß sondern einer, der Stimmungen unverfälscht und direkt herüberbringt – und dabei noch ganz vorzüglich singt. Für den, der Thomas E. Bauer noch nicht kannte, ist dieser eine echte Entdeckung. (Kürzlich hörte ich ein verzwicktes zeitgenössisches Stück von ihm im Radio und war beeindruckt, dass man Derartiges so schön singen kann ...). Prof. Siegfried Mauser, bei dem Bauer u. a. Masterclasses besucht hatte, ist der kongeniale Partner. Übrigens: Bauer wurde von Naxos mit einer Dokumentation sämtlicher 250 Lieder Robert Schumanns beauftragt. – Sehr empfehlenswert! DZ
Ben HEPPNER – Wagner – Die Geschichte von Siegfrieds Leben, erzählt in „Ring“-Szenen
- und das von der Zeugung (Siegmund-Szenen) bis zum Tod (DG 289 477 6003).
Was für eine Aufnahme! Was für eine Stimme! Gerade angesichts der aktuellen Bayreuth-Übertragungen, wo des Drückens und Stemmens nicht wenig war, kann man bei dieser CD durchaus von einer Art Offenbarung sprechen. Wie betörend ertönen Siegmunds Gesänge in Heppners lyrisch grundierter Interpretation und mit welchem Glanz wartet der Kanadier auf, wenn es gilt, Attacke zu zeigen. Dass er die lyrisch-elegischen Siegfried-Szenen einigermaßen unvergleichlich hinzaubern würde, war ja zu erwarten, wie herrlich und ohne „Hängen und Würgen“ jedoch die Schmelz- und Schmiedelieder powervoll strahlen – das dürfte schon einmalig sein, zumindest will mir nichts Vergleichbares einfallen und wenn ich noch so lange zurückdenke.
Aber da ist noch etwas, was die Herrlichkeit dieser CD ausmacht und noch steigert: Peter Schneider mit der Staatskapelle Dresden „at their best“. Wenn Schneider einen seiner temperamentvollen Tage erwischt, kann er Grandioses erwirken (wie wir aus seinen Münchner Tagen wissen). Und bei diesen Aufnahmen im September und Oktober 2005 in Dresden war das so.
Eine CD, bei der man getrost von „berauschend“ sprechen kann; deren emotionale Aufwühlungen noch stundenlang nachwirken. Wie heißt es auf dem Cover so schön: Siegfried’s Life - told from the finest Wagner tenor of our time. O yes, indeed – Ben is the „finest“! - Kaufen!!! DZ
Anja HARTEROS – Bella Voce - Mozart-Arien
- Sony/RCA Red Seal 82876771432 – Das ist eine wunderbare Mozart-Platte! So gar nicht „softig“ sondern voller Temperament (herrlich „Come Scoglio“ und ganz und gar unlarmoyant „Porgi amor“) und mit enorm vielen Ausdrucksnuancen. Die Arien aus Idomeneo, Figaros Hochzeit und Cosi fan tutte sowie 3 Konzertarien und eine Szene der Berenice von Joseph Haydn werden begleitet von den Wiener Symphonikern unter der animierenden Leitung von Pinkas Steinberg. – Höchst empfehlenswert! DZ
LA TRAVIATA aus München, mit Harteros-Beczala
– Farao S 108070 - Am 6. und 9. März 2006 waren die Traviata-Aufführungen an der Bayerischen Staatsoper im Münchner Nationaltheater mitgeschnitten worden. Um des schönen Tones willen hatten die Sänger möglicherweise etwas verhalten agiert, wie wir am 9. konstatierten. Von der Violetta der Anja Harteros waren die einen hin und weg, andere ließ ihre Interpretation merkwürdig kalt. Auch auf der Platte bestätigt sich dieser Eindruck. Natürlich klingt die Stimme der Deutsch-Griechin schön, ja interessant, sie singt gepflegt, auch mit Ausdruck, aber so richtig „ans Herz“ geht mir diese Traviata nicht. Hingegen ist der Alfredo von Piotr Beczala eine einzige Pracht. Und das auf der CD nun vielleicht noch mehr, wo die Konzentration ganz und gar dieser strahlenden, glanzvollen und schmelzreichen Tenorstimme gehört. Ein Genuss! Paolo Gavanellis warmer, jedoch vibratoreicher Verdibariton tönt als Germont sehr salbungsvoll, in der Arie zu salbungsvoll, darin extrem unterstützt von Maestro Zubin Mehta, der die Sänger auf Händen trägt. - Ein Muss wäre diese Aufnahme nur für Beczala-Fans. Die Traviata der Harteros sollte, meine ich, noch reifen. DZ
Tenöre wollen Spaß haben:
Placido DOMINGO mit Italia, ti amo! - und Roberto ALAGNA mit C’est magnifique!
- Eugene Kohn begleitet Domingos (Selbst-) Auswahl italienischer Lieder (DG 289 477 5565), bekanntere und unbekanntere, allemal voller Inbrunst gesungen wie eh und jeh - und von den Domingo-Fans kommt ohnehin keiner dran vorbei. -
Alagnas Lobeshymnen auf Luis Mariano im Booklet erscheinen vielleicht etwas übersteigert (DG 289 477 5569). Jedenfalls schneidet Alagna beim Hörvergleich mit dem Original (vom Internet), dessen Lieder und „Schnulzen“ er hier mit hörbarem Vergnügen zelebriert, durchaus als Sieger ab. DZ
Bernarda FINK singt CANCIONES ARGENTINAS von Piazzolla, Guastavino u. a.
- HMC 901892 – Die argentinische Mezzosopranistin, vorwiegend als Spezialistin für Alte Musik bekannt geworden, widmet sich und ihren samtig edlen Mezzo hier Liedern ihrer Heimat. Bei einigen wirkt ihr Bruder Marcos mit; begleitet werden die Geschwister von der Pianistin Carmen Piazzini. – Mal was anderes! DZ
FRITZ WUNDERLICH privat
- DG 289 476 5244 – Frau Wunderlich hat die heimischen Archive geöffnet und aus den privaten Kontrollaufnahmen Wunderlichs ist diese CD zusammengestellt worden, von der Villazon gesagt haben soll, das sei eine Qualität des Singens, die einen beim Hören abheben ließe. Bei Straussens „Cäcilie“ war ich nahe daran ... DZ
Sonntagskonzerte des Münchner Rundfunkorchesters und des Chores des BR auf CD bei Sony/BMG:
- Rossinis IL BARBIERE DI SIVIGLIA vom Mai 2005
– 82876 80429 2 – So wirkt er wieder, Rossinis spritzig-witziger Barbier! Durch die ungünstige Platzierung der Sänger hinter dem Orchester in der Philharmonie war der Kontakt zu Selbigen doch sehr behindert, was sich besonders auf Nathan Gunns Figaro negativ ausgewirkt hatte, sollte dieser doch mit dem Publikum flirten und spielen. Nun hat Gunn zwar einen sehr angenehmen, gepflegten, aber doch nicht so großen Bariton, so dass er hier auf der CD nun endlich so wirken kann, wie man es sich von Anfang an von ihm erwartet und gewünscht hatte. Lawrence Brownlee, ein genuiner Rossini-Tenor, Meister der halsbrecherischsten Koloraturen und vergnügter Musikant, hier Graf Almaviva, eroberte das Münchner Publikum bei seinem Debut im Sturm. Das tat auch Elina Garanča, Rosina-Vertretung für die erkrankte Kasarova. Es ist eine Wonne, dieser ausgeglichenen, qualitätvollen Mezzostimme zu lauschen, die ohne jegliche Schwächen prachtvoll dahinströmt. Mit dem gewaltigen Riesenbass von Kristinn Sigmundsson als Basilio wurde das Ensemble der Qualitätsstimmen komplett. Bartolo wurde in bester Buffomanier von Bruno de Simone verkörpert. Am Pult stand der souveräne Miguel Gomez-Martinez. Ab und an hätte man vielleicht ein kleines Bisschen mehr Pfeffer vertragen können. – Ein gelungenes Dokument, das zudem Spaß macht.
- Mozarts LA CLEMENZA DI TITO vom Februar 2006
- RCA RS 82876 83990 2 – Pinkas Steinberg, der stets Temperamentvolle war Leiter dieses Konzertes. Neben den Herren Charles Castronovo als energischem Tito und Paolo Battaglia als Publio, wetteiferte eine Damenriege vom Feinsten: Vesselina Kasarova/Sesto, Veronique Gens/Vitellia, Alexia Voulgaridou/Servilia und Michelle Breedt/Annio. – Für Freunde dieses Werkes sicherlich ein Leckerli. DZ
AUDITE / Presseinfo:
RISE UP, O JUDGE OF THE EARTH
Geistliche Orgelmusik von
HEINO SCHUBERT (*1928) Magnificat, Tryptichon über den VIII.Ton
JULIUS REUBKE (1834-1858) 94ster Psalm
FRED M. BAUERSACHS (*1930) Die Bergpredigt op. 36
KURT HESSENBERG (1908-1994) Fantasia über „Sonne der Gerechtigkeit“ op. 66
BERNHARD LEONARDY (*1963) Improvisation über „Nun jauchzt dem Herren, alle Welt“
BERNHARD LEONARDY, ORGEL
Es gibt wohl kein Instrument, das sich besser für eine Surround-Aufnahme eignen würde als die Orgel. Geradezu prädestiniert erweist sich dank ihrer charakterlichen Differenzierung und räumlichen Trennung in drei Teilwerke die große Klais/Mayer-Orgel der Saarbrücker Basilika St. Johann. Die italienisch disponierte Hauptorgel auf der rückwärtigen Empore, das große französische Récit (Schwellwerk) und ein prunkvolles Chamadenwerk mit drei „spanischen Trompeten“ füllen den Kirchenraum klanglich aus und sorgen im Zusammenspiel für ein überwältigendes Raumerlebnis für den Kirchenbesucher – und den Hörer von „Rise up, o Judge of the Earth - Sacred Organ Music“.
Musik und Liturgie bilden im christlichen Glauben stets eine wichtige Einheit, und seit der Gotik ist die Orgel als Symbol für liturgische Musik mit der Gestaltung liturgischer Feiern verbunden. Die Faszination, die von ihrem majestätisch-gravitätischen, opulenten Klang ausging, ist bis heute ungebrochen. Diese oftmals auch optisch beeindruckenden Instrumente, die so stark an ihre kirchliche Umgebung gebunden sind, umfassen das
gesamte Spektrum des menschlichen Hörbereichs – und die Musik verfehlt selten ihre Wirkung.
Bernhard Leonardy präsentiert auf der vorliegenden SACD – die in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk entstand – Werke von der französischen Romantik bis zur zeitgenössischen Orgelmusik. Ob die Orgelsonate zum 94sten Psalm des kongenialen Liszt-Schülers Julius Reubke (1834-1858) oder Kurt Hessenbergs (1908-1994) Fantasia über „Sonne der Gerechtigkeit“ für Orgel op. 66, ob „Die Bergpredigt“ op. 36 von Fred M. Bauersachs (*1930) oder „Magnificat. Ein Triptychon über die Weise des VIII. Tones“ von Heino Schubert (*1928), einendes Element ist der Begriff Gerechtigkeit, der hier wie im christlichen Glauben eine zentrale Rolle spielt. Der Kreis schließt sich mit einer freien Improvisation über „Nun jauchzt dem Herren, alle Welt.“ Seit dem Barock hat diese „Kür“ des Orgelspiels nichts an ihrer Faszination verloren: Sie ist lebendig vollzogene Liturgie.
Dank Surround-Layer können Sie das Konzept von Toningenieur Thomas Becher mit einem SACD-Spieler und der zugehörigen Lautsprecheranordnung auch bei Ihnen Zuhause genießen. Weitere Kommentare zur Aufnahme und zur Orgelerweiterung finden Sie auf der audite-Homepage unter www.audite.de/sc.php?cd=92564.
Bestellnummer: audite 92.564 / EAN: 4022143925640
Internet: http://www.audite.de/sc.php?cd=92564
LAWRENCE BROWNLEE – Italienische Lieder für Tenor und Klavier von Schubert, Verdi, Donizetti, Bellini, Rossini – EMI 5 86503 2 –
Der afroamerikanische Tenor Lawrence Brownlee erregte in München erstmals Aufsehen bei der konzertanten Aufführung von Rossinis „Il Barbiere die Siviglia“ im Mai 2005 im Gasteig, wo er neben der übermächtigen Garanča ordentlich absahnte. Einerseits quoll ihm die Sangesfreude aus allen Poren und seine extrem virtuose Bewältigung Rossinischer Koloraturen war wirklich sensationell. Dabei hat Brownlee nicht etwa eine der „weißen“ Rossini-Tenorstimmen, sondern ein leicht vibrierendes „echtes“ Timbre. Nun hat er, zusammen mit Martin KATZ am Klavier eine Reihe italienischer Lieder eingespielt, bei denen das Kriterium Sangesfreude erneut zum Tragen kommt und er auch bei weniger bewegter Gesangslinie beweist, dass er auf einem guten Weg zum Meister seines Faches ist. – Sehr empfehlenswert! DZ
BIRGIT NILSSON – SALOME-Gesamtaufnahme mit Georg Solti – Decca Originals 4757528 –
Eine der tollsten, aufregendsten Gesamteinspielungen von Strauss Oper, stand mit Sir Georg SOLTI doch einer der energiegeladensten Dirigenten aller Zeiten am Pult der Wiener Philharmoniker. Ein ausgewogen gutes Ensemble umrahmte die jungfräulich kühle, aber doch auch enorm powervolle Salome der Birgit NILSSON: Gerhard STOLZE, ein scharf gezeichneter Charakter und doch auf Linie singend als Herodes, Grace HOFFMAN eine vollstimmige Herodias, Waldemar KMENTT als Narraboth und Eberhard WÄCHTER als Jochanaan. Mit dem Kauf dieser Einspielung von 1962 liegt man unbedingt richtig! DZ
ADRIENNE PIECZONKA – Wagner und Strauss – Orfeo C 665061 A –
Die kanadische Sopranistin ist vom Lirico Spinto inzwischen zum jugendlichdramatischen Sopran herangereift, mit dem derzeitigen Gipfel Sieglinde. Möge dieser kostbaren Sopranstimme das jugendliche Höhen-Leuchten noch lange erhalten bleiben, das für die Strauss-Heroinen so unerlässlich ist. Und eine herrliche Arabella ist die Pieczonka ja zweifelsohne. Es wurde ja auch allerhöchste Eisenbahn, dass endlich einmal eine Plattenfirma ein Recital dieser inzwischen doch sehr bedeutenden Sopranistin herausgebracht hat. Und so ist diese Orfeo-CD ein rechter Genuss, bei Strauss wie bei Wagner: Ariadne, Arabella, Capriccio-Gräfin, Sieglinde, Tannhäuser-Elisabeth, Elsa und die Wesendoncklieder. Das Münchner Rundfunkorchester unter seinem neuen Chefdirigenten Ulf SCHIRMER sind die kompetenten Partner der Künstlerin. – Kaufen! DZ



