DER NEUE MERKER

Nummer 127 (17. Jahrgang, Juli/August - 2006)
06.07.08 12:23:22
Anton Cupak

Interview, 08/2007: Dmitry KORCHAK, Eine bemerkenswerte Karriere steht bevor!

Gespräch mit dem Tenor DMITRY KORCHAK
Das Gespräch führte Martin R. Botz in Pesaro 2007

Immer wieder kann man in Pesaro neue, junge, außerordentlich begabte Sänger hören und kennen lernen. Letztes Jahr wurde Maxim Mironov vorgestellt, ebenfalls aus Russland. Von dort wird noch vieles kommen, es gibt ein riesiges Reservoir an Begabungen mit bester Ausbildung. Zu Sowjet-Zeiten durften nur wenige, ausgewählte Künstler, deren man sich ideologisch sicher war, bzw. solche die durch Familienbande zur Rückkehr gezwungen waren, in den Westen gelassen. Nach der spektakulären Flucht von Nurejew, war man dann wieder ganz restriktiv. Nun aber ist es leicht geworden, Grenzen zu überwinden.
Dmitry Korchak stammt aus der Stadt Moskau. In seiner Familie gibt es Ingenieure und Doktoren, aber keine Musiker. Aber mit sechs Jahren kam er in einen dort sehr bekannten Knabenchor, wo es neben der Gesangs- auch die vollständige Schulausbildung gab. Nach dem Stimmbruch kam er an die Gesangsakademie, wo der in Russland berühmte Stimmlehrer Professor Victor Popov ihn unter seine Fittiche nahm. Dieser war nämlich von seiner besonderen Begabung überzeugt.
2004 gewann er schließlich den „Concorso Vinas“ und Domingos „Operalia“.
Als Folge kam es zu Auftritten in Neapel/Fenton; Carnegie Hall/Dom Sebastien; Tamino in Brüssel und Macerata; Persée in Palermo; Elvino in Rom, Sevilla und Verona; Ferrando in Marseille und Werther in Savona. Der Gianetto in der „Gazza ladra“ war sein Debüt in Pesaro.
Diese Rollen bezeichnen auch sein gegenwärtiges Rollen-Spektrum, dieses wird er auch in den nächsten Jahren nicht verlassen, weil es genau seiner Stimme entspreche.
Diese, seine Stimme wirkt absolut höhensicher, er hat ein helles, klares, dabei schönes, weiches Timbre, seine Intonation ist genau, er hat keine Schärfen und Härten. Im Gespräch
wirkt er sehr angenehm, er ist sympathisch und freundlich. Man ist von ihm
angetan.
Unter seinen künftigen Verpflichtungen sind der Nemorino an der Bastille, in München
und Amsterdam; das Stabat Mater von Rossini an der Scala; der Almaviva in Marseille und Berlin (wenn der Dirigent es nicht streicht, singt er das „Cessa di piu resistere“); Elvino in der Carnegie Hall.
Auch Direktor Holender hat ihn bereits entdeckt. Im Februar singt er an der Staatsoper den Nemorino. In der folgenden Saison soll er den Don Ottavio, Ferrando und Arturo/Puritani singen.
Dem Rezensenten scheint es als sicher, dass er an der Staatsoper Erfolg haben wird, mit seiner bemerkenswerten Stimme, weil er sich auf der Bühne bewegen kann und auch durch seine hübsche Erscheinung. Er scheint vieles zu haben, um eine sehr bemerkenswerte Karriere machen zu können. Viel Erfolg und Glück auf!
Martin Robert BOTZ

 

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Wien, 2010.09.05 22:30:39