DER NEUE MERKER
Oper, Ballett & Konzert in Wien und aller Welt
1px 1px
Bullet_Black
1px Startseite 1px 1px
Bullet_Black
1px Presse 1px 1px
Bullet_Black
1px Redaktion 1px 1px
Bullet_Black
1px Impressum
Navigation_Left
Navigation_Top
Aktuelles
Navigation_BG
Bildergalerie
Navigation_BG
Künstler-Infos
Navigation_BG
Aus den Theatern
Navigation_BG
Interviews
Navigation_BG
Spielpläne
Navigation_BG
Kritiken
Navigation_BG
Reviews
Navigation_BG
Wien-Infos
Navigation_BG
Tanz-News
Navigation_BG
Jubiläen
Navigation_BG
CD/DVD/Buch
Navigation_BG
Forum
Navigation_BG
Archiv
Navigation_BG
Druckversion
Navigation_BG
Bestellen
Navigation_BG
Event-Seiten
Navigation_Bottom
Edition_BG
Ausgabe

24. Jahrgang
JULI/AUGUST - 2011
Nr. 157
- - - - -
Anton Cupak
03.07.2011 20:53:55

Edition_Bottom
Note_Top
Note_Left

Presse

Bei Verwendung eines Textauszuges aus dem NEUEN MERKER bitten wir Sie, unseren Banner oder eines unserer Logos zu verwenden. Sie können diese auf unserer Presseseite downloaden.

Note_Right
Note_Bottom

 

Navigation_Right
Read_Music
1px

Aktuelles Dokument: Forum/Beitrag lesen

[ LOGIN ]

1px
Bullet_Black
1px Alle Beiträge anzeigen
1px
857 Michael Tanzler 12:39:57 03.03.2004

Debutanten-Stadl

Dazu verkam die Staatsoper wieder einmal anläßlich der "Puritaner"-Wiederaufnahme ( dirigiert wird diese Serie übrigens von Stefan Soltesz und nicht von Vjekoslav Sutej - wie in der Kritik von operinwien im Link falsch angegeben!!!)! Abgesehen von der dummen Dew-Inszenierung mit der "Lieto fine" - Cabaletta der Elvira, während der der Tenor vom Bariton abgestochen wird ( ein völliger Humbug, zur Verschleierung dieser völlig gegen den Text gerichteten Aktion werden einfach keine Übersetzungstitel eingeblendet!! - eine unerhörte Manipulation!), gab es eine phantastische Stefania Bonfadelli zu erleben, einen ausgezeichneten Alistair Miles, einen im schlimmen Zustand sich präsentierenden Manuel Lanza , ein völlig unnötiges Hausdebut einer mit einer kleinen,nichtssagenden Stimme behafteten Australierin als Enrichetta und als größtes Ärgernis einen 26jährigen, absolut unzulänglichen Rollendebutanten als Arturo. Unterboten wurde diese Leistung nur durch das "Stadlpublikum", das - gleich den Herrn Kritikern - diese Leistung noch bejubelte!! Bei den Kritikern ja noch halbwegs "verständlich" , steht doch die Firma DECCA dahinter..., aber daß das Publikum sich so bedingungslos vorschreiben läßt, was gut ist und wer eine "Weltkarriere" macht , hat mich wirklich erschüttert!
Welche Rechtfertigung gibt es für die Direktion einen 26jährigen in eine der heikelsten Tenor-Partien an der Staatsoper debutieren zu lassen - außer die oben bereits genannte Sache?? Noch dazu haben ihn alle bereits bei seiner Sonnambula gehört - übrigens ebenfalls ein Rollendebut gewesen(!!) - und schon da war es abzusehen, daß der "Arturo" nicht funktionieren kann.
An einem italienischen Opernhaus wäre der Tenor mit einer derartigen Leistung wohl "filettiert" worden! Mag man das meckernde Timbre (extrem kurzes Vibrato einer im Grunde steifen, geraden Stimme)noch in den Bereich des Geschmacks einordnen - wobei ich gar nicht daran denken möchte, wie Sänger mit diesen Charakteristika behandelt wurden, die keine Medienkampagne vor ihrem Auftritt laufen hatten, behandelt wurden - bei der aus atemtechnischen Gründen (= fehlende Technik und Legato-Kultur)zerhackten Gesangslinie hört sich der Subjektivismus auf! So kann man das nicht singen! Schlimm wird es in der Höhe - ein sehr wesentlicher Bestandteil dieser Partie! Unsicher und im "falsettone" nimmt er diese Hürden nicht, schwindelt sich mehr drüber - oder läßt sich im Duett von der Bonfadelli "zudecken"! Absolut indiskutabel! Falsettieren könnte es zum Beispiel auch Domingo oder Giacomini - mit schönerenm Stimmen! Nein - Spaß bei Seite: nach Duprez und dem "do di petto" ( mit Bruststimme gesungenem "C") ist ein falsettieren auch des "D" nicht mehr zu akzeptieren! Und wenn schon ein 26jähriger diese Töne mit dieser Stimme nicht hat, wird er sie auch nie mehr erreichen! Und so was macht "Weltkarriere" , wird ein "Star"????
Noch dazu saß in der Direktionsloge mit Giorgio Casciarri ein Höhenjäger ersten Ranges der wie Salvatore Fisichella ( trotz seiner 60 Jahre!!), Gregory Kunde, Jose Sempere,Ignacio Encinas , etc. um nur ein paar Namenm zu nennen ( es gibt deren etliche, nur kennen unsere Kritiker die nicht)der Partie gerecht geworden wäre!
Es ist zum wahnsinnig werden! M.T.

(AW: Start)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
860 Peter 15:52:44 03.03.2004

Debutanten-Stadl

Warum gehen sie noch in die Oper? Jeder Satz aller Einträge von Ihnen, die in diesem Forum geschrieben sind, ist voller Hass, Beleidigung teilw. sogar Attacken weit unter der Gürtellinie, gegen alles, was irgendwie mit der Oper zu tun hat - inkl. dem Publikum.

Jeder hat seine eigenen Meinung, und jeder soll sie kundtun. Aber sich - anscheinend - zahlreiche Abende in der Oper bis ans Erträglichste quälen zu lassen, nur damit man ja hier seine Tiraden loslassen kann, ist nicht sinnvoll, nicht amüsant und - glaube ich - interessiert hier langsam auch niemanden mehr.

(AW: 857)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
861 Erich Karlsson 16:18:13 03.03.2004

Debutanten-Stadl

Ohne auf die Leistung des Tenors weiter eingehen zu wollen (was ich ohnehin nicht könnte); natürlich ist auch nach Duprez und dem "do di petto" ein falsettiertes D oder C oder auch H möglich! Duprez - samt nachfolgender Kollegen - hat damals den Gesangsstil verändert, seitdem haben es - fast - alle so gemacht. Das heißt aber noch lange nicht, das es stilistisch richtig ist, und für mich gehört auch die stilistische Seite zur gerade von Ihnen immer eingeforderten "Werktreue", allein mit der Tradition kann man da nicht argumentieren ("das ist nicht Tradition, sondern Schlamperei" soll Gustav Mahler einmal anlässlich eines immer nur weitergegebenen Fehlers dem Wiener Hofopernorchester vorgehalten haben). Nichts gegen volle Spitzentöne, wenn jemand das kann, aber korrekten Stil kann man keinem Sänger vorwerfen (das es dann nicht klingt, natürlich schon).

(AW: 857)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
862 Michael Tanzler 16:38:09 03.03.2004

Debutanten-Stadl

Gerade den "unkorrekten" Stil werfe ich dem Tenor vor! Im Falsett hinaufjodeln kann bald jemand, wie oben angedeutet, auch ein "klangvollerer" Tenor ( lirico oder spinto). Der Mahler Ausspruch ist ja recht gut - und sehr bekannt - ich finde, er paßt hier nicht hundertprozentig.
Wenn mit Herrn Calleja - fiktiv - das Rad der Geschichte wieder zurückgedreht wird, vor die Zeit der mit Bruststimme genommenen "acuti" - nun ja. Wirklich ärgerlich dann aber nur, daß man - es gibt ja nicht viele - Leute ohne die Presse-Maschinerie von Hern Calleja - wegen derselben "Defekte" oder "Stiltreue" verlacht hat.
Daß ein exemplarisches Lob auf Bonfadelli und ein weiteres für Miles auch "gehässig" ist, habe ich noch nicht realisiert. Daß es leider viel zu kritisieren gibt ist weder meine noch ihre Schuld, daß das Publikum - zumindest in Wien - immer unkritischer, manipulierbarer und unbedarfter wird ist nichts Neues und eine Tag für Tag aufs Neue überprüfbare Tatsache - leider. Dies würde sich auch durch Schönreden nicht ändern.
Aber speziell für Sie, Herr Peter ein gutgemeinter Rat: alle Beiträge sind markiert, wenn Sie mein Geschreibe nicht interessiert, lesen Sie´s einfach nicht - nur keine unnötigen Aufregungen! ( Ist halt schwierig, wie ich aus eigener, leidvoller Erfahrung weiß.
In diesem Sinne - M.T.

(AW: 861)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
863 Peter 13:36:29 04.03.2004

Debutanten-Stadl

jetzt wird es aber wirklich schad. denn ihrem letzten satz zufolge raten sie jedem, der eine andere meinung hat als sie selbst, ja nicht mit ihnen zu reden. die einstellung "wer nicht meiner meinung ist, ist gegen mich" sieht schon bei mr. bush fragwürdig aus. und ihnen als freund der kunst, (ich gehe trotz allem davon aus, dass sie ein solcher sind), steht es schon gar nicht. aber bitte - ich werd mich dran halten und das forum künftig meiden

(AW: 862)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
866 Beckmesser 16:47:02 04.03.2004

Debutanten-Stadl

kann den namen des Decca tenors in Herrn Tanzlers Furioso nicht finden - wer sang denn so fies?

(AW: 863)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
874 Gitti 19:47:14 06.03.2004

Debutanten-Stadl

“Ma perché mai discendere a tanta scortesia!” Dieses Zitat wird Ihnen, lieber M.T., als „Amico del Belcanto“ sicher nicht fremd sein! Es fällt mir ein, weil ich soeben Ihre verbale Hinrichtung von Joseph Calleja anlässlich seiner Leistung in „I Puritani“ gelesen habe. Von objektiver Kritik sind Sie dabei meilenweit entfernt. Nicht dass ich in dieser Aufführung vor Begeisterung „ausgeflippt“ wäre, aber Leser Ihres Pamphlets müssen den Eindruck gewinnen, eine tenorale Katastrophe versäumt zu haben. Davon konnte absolut keine Rede sein. Man hat zwar in dieser Produktion schon souveränere Interpreten gehört, doch auch solche, bei denen jeder Spitzenton zum Fiasko geriet, was bei Herrn Calleja keineswegs der Fall war, auch wenn man sich der Schwierigkeiten, die diese Partie beinhaltet, durchaus bewusst wurde. Es sei jedermann unbenommen, ob ihm eine Interpretation gefällt oder nicht. Beispiel gefällig? Licitras enttäuschende „Sternenarie“ in der „Tosca“ am 4.3. fanden Sie offenbar so hinreißend, dass Sie sich zu lautstarken Bravorufen bemüßigt fühlten, während der Großteil des Publikums sich vor Begeisterung durchaus zurückhalten konnte....Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass es sich über Geschmäcker bekanntlich streiten lässt!

(AW: 857)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
876 Michael Tanzler 10:46:07 08.03.2004

Debutanten-Stadl

Lieber Herr Peter!
Ein wenig haben Sie wohl wieder absichtlich mißverstanden - aber das überrascht mich nicht! Der Bush-Vergleich ist auch sehr kühn - kann ihm nichts abgewinnen!
Liebe Gitti!
Obwohl ich mir denken kann, wer sich - wieder einmal - feige hinter einem Decknamen versteckt ( warum können die Leute nicht zu ihrer Meinung stehen und offen dafür eintreten??), gehen Ihre/Deine Vorwürfe ins Leere! Anläßlich der dritten "Puritani" - Vorstellung das letzte Bild überprüft: alle Höhen wiederum inakzeptabel, darunter vielleicht eine Spur besser, aber keineswegs staatsopernreif - der bisher schwächste Interpret dieser Partie in dieser Inszenierung! Mit Licitra oder sonst einem anderen Sänger hat das im übrigen nichts zu tun! Daß Licitra unmittelbar nach der Sternen-Arie relativ wenig ( in keinem Verhältnis zu der ausgezeichneten Leistung!!) Applaus bekam steht auf einem anderen Blatt. Beim Schlußapplaus allerdings wurde das sehr wohl zurecht gerückt und der Jubel war gewaltig!
M.T.

(AW: 874)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
877 Michael Tanzler 10:48:02 08.03.2004

Debutanten-Stadl

Liebe Gitti!
Hab jetzt tatsächlich was überlesen! Enttäuschende Sternen-Arie?? Vielleicht hätten Sie´s lieber von Vargas oder gar Hampson gesungen????

(AW: 876)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
878 Erich Karlsson 14:07:02 08.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler,
wer, wie Sie - wenn ich mich nicht sehr irre - Licitra mal als "Freund" bezeichnet hat (und das wohl auch in dem persönlichen Sinn meinte), der sollte sich klugerweise nicht allzusehr aus dem Fenster hängen, weil er sich dem Verdacht der "Freunderlwirtschaft" aussetzt. Jemand, der selbiges, sagen wir bei Shicoff, getan hätte und ihn jetzt in den höchsten Tönen loben würde, wäre von Ihnen vermutlich schon als "ahnungsloser Ignorant", "gekauft" oder ich weiß nicht was bezeichnet worden. Gelten die Maßstäbe die Sie da anlegen, eigentlich nur für andere? Und die Häme in der letzten Mail (877) fällt auf Sie selbst zurück - peinlich!

(AW: 877)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
879 ALTENAER; M.A. 15:05:13 08.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr richtig!
Außerdem erführ ich gern von Herrn Tanzler was seine Abneigung gegen Thomas Hampson schürt? Gibt es in seinem Fach momentan ein Adäquat? Allenfalls Dietrich Henschel, obschon der sich im Gegensatz zu seinem amerikanischen Kollegen einige Manierismen erlaubt.
Zu Shicoff nur so viel:
Wer einmal das Glück hatte ihn als Eleazar erleben zu dürfen - ich leider nur konzertant - sollte den Musen, Gott oder wen auch immer danken, dieser Reinkartion Orphei beigewohrn zu haben.
MfG Altenaer, MA

(AW: 878)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
881 Gitti 20:09:20 08.03.2004

Debutanten-Stadl

Lieber Herr Tanzler!
Warum ein Deckname? Der Stil Ihrer Antwort bestätigt mich in meiner Entscheidung! Vielleicht macht es mir aber auch ganz einfach Spaß, Sie über meine Identität spekulieren zu lassen. Sie unterstellen mir, lieber Herrn Vargas oder gar Herrn Hampson (Scherz lass nach!) als Cavaradossi hören zu wollen. Ich kann Sie beruhigen: weder der eine (schöne Stimme, aber leider gar kein Temperament) noch der andere (im italienischen Fach) zählen zu den von mir besonders „adorierten“ Künstlern. Die Spur würde ich nicht weiter verfolgen. Sie ist ganz kalt! Was ich mit meiner Stellungnahme bezwecken wollte, war eigentlich nur, Sie auf Ihre extrem subjektive Einschätzung mancher Künstlerleistungen hinzuweisen, und nicht mich als Ehrenretterin von Herrn Calleja aufzuspielen. Wie komme ich dazu? Nur noch ein Satz: sie schreiben von wiederum inakzeptablen Höhen – ich habe einst drei Vorstellungen der Premierenserie besucht und wenn ich an die unglückseligen „Schmisse“ zurückdenke, die dem damaligen Interpreten wiederfahren sind, bekomme ich heute noch Gänsehaut ...
Zu Licitra (mit dem das schon ein wenig zu tun hat, denn beide sind mehr oder weniger junge Tenöre, die von Medien und/oder bestimmten Dirigenten entsprechend „gepusht“ werden, um das bedauerliche tenorale Vakuum, das die „3 Tenöre“ hinterlassen haben, endlich zu füllen). Ich fand ihn bei seinem Maskenball-Debüt vor drei Jahren (noch dazu als Einspringer) absolut hinreißend und zu größten Hoffnungen Anlass gebend, weil er nicht nur – wie manch anderer jüngere Tenor auch - über eine schöne Stimme verfügt, sondern auch in Sachen Phrasierung, Differenzierung und „recitazione“ einen hervorragenden Eindruck hinterließ. Davon war in der jetzigen „Tosca“ – und ich bedauere das zutiefst – nicht mehr wahnsinnig viel zu merken. Das permanente Singen von durchwegs „schweren“ Partien seines Fachs hat leider seine Spuren hinterlassen. Womit er nicht der Erste wäre, dem solches wiederfährt .... Wie gewaltig der Jubel noch war, kann ich nicht sagen. Sie werden Ihr Möglichstes getan haben, um ihn noch anzuheizen. Ich ging nach den ersten Solovorhängen, nachdem ich mit einer gewissen Genugtuung über die Objektivität des Publikums festgestellt hatte, dass sowohl Frau Coelho als auch Herr Bruson (nach dem 2. Akt) - zumindest meiner subjektiven Einschätzung nach - mehr „abgeräumt“ hatten.

(AW: 876)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
882 Michael Tanzler 18:14:59 09.03.2004

Debutanten-Stadl

Also, nun mal der Reihe nach:
1.) zu Herrn Karlsson: ja, Sie erinnern sich recht, ich bin mit Licitra befreundet. Kann Ihnen allerdings versichern, daß ich gerade bei Freunden besonders kritische Maßstäbe anlege! Eben um mir nicht nachsagen lassen zu müssen, ich spreche über ihn nur gut, weil er ein Freund ist! Es ist zwar bedauerlich und nicht sehr angenehm zu hören, wenn jemand, den man mag schlecht ist, aber auch das muß man eingestehen - und habe ich auch immer getan. Um nur ein paar Beispiele anzuführen: früher litt ich des öfteren mit Giuliano Ciannella, der neben einigen Super-Abenden leider oft versagt hat ( auch ein "Nerverl" ersten Ranges), bei Ines Salazar , die nach ihrer rapiden Gewichtsabnahme Probleme mit der Stimme bekam,- große sogar - habe ich auch nie etwas beschönigt, und auch - seltene - schwächere Abende von Gregory Kunde registriert, um nur einige wirklich gute FReunde zu nennen. Diesbezüglich habe ich ein reines Gewissen!
2,) zu Herrn Karlsson: peinlich ist da gar nix! Die Nennung der beiden Namen geschah aus einem ganz bestimmten Grund, einer Vermutung zufolge, wer hinter der "Gitti" steckt. Scheinbar waren es doch nicht unmittelbar die von mir vermuteten Personen - wie "Gitti" schreibt- aber schreiben kann man ja viel, die Wahrheit läßt sich bei den ganzen "Anonymos" sowieso nie herausfinden!
Aber interessante Aspekte hat es doch ergeben:
3.) zu Herrn Altenaer ( der gibt wenigstens sein E-Mail an, d.h., man könnte ihn auch direkt erreichen): was ist das Fach von Herrn Hampson? Möglicherweise Liedgesang und Mozart oder der Riese vom Steinfeld und ähnliches! Möglicherweise ist er dort "Konkurrenzlos", dazu bin ich für diese Dinge zu wenig gebildet ( auch wenn ich mir ´s als "Laie" nicht vorstellen kann). In einem Fach ist er sicher absolut fehl am Platz ( wofür er allerdings auch durchwegs bejubelt wird ): im italienischen Fach! Der (Schubertlied) "Simone" von Herrn Hampson hat mit dem Original ( Gobbi, Cappuccilli, Bruson, etc.) absolut nichts zu tun. Fürchterlich etwa auch der (Platten-) "Luna" etc.! Aber bitte, was solls!
4.) Zum wiedergeborenen Orpheus fällt mir nichts ein - da bin ich sprachlos! Freue mich für Sie, solche Offenbarungen erleben zu dürfen - muß wirklich schön sein!
zu Gitti:
5.) Es stimmt, auch der Premieren "Arturo", Marcello Giordani, schmiß etliche Höhen. Nur gibts da zwei gravierende Unterschiede: Marcello Giordani ist ein edeltimbrierter "lirico" mit einer adäquaten Gesangslinie gegenüber dem meckernden, weißen Tenor mit Atemproblemen der jetzigen Serie. Giordani sang die Höhen mit Attacke und Bruststimme an und riskierte: ja, er stürzte dabei manchmal ab, manchmal gelang es aber auch! Bei Calleja besteht diese Chance nicht einmal: das "anfalsettieren" kann gar nicht zu einem vollen Ton führen, er probierts nicht einmal!!
6.) Sie haben recht, er macht zuviel! Habe ich ihm auch schon gesagt, aber wenn die Leute mal im "Radl" drinnen sind, gibts kaum mehr ein Entrinnen. Zur Verfeinerung etc. ist da keine Zeit mehr ( zwei Tage vor der "Tosca" sang er den letzten Manrico in Neapel...). Sie haben recht, weiterentwickelt hat er sich nicht - ich finde aber trotzdem, daß er ausgezeichnet sang. In der Relation zu Shicoff ist er für mich immer noch ein "Kaiser" - für das Publikum scheinbar nicht, denn die waren wirklich lahm, während sie bei dem von mir genannten immer ausflippen.
Mit der Applausbewertung bin ich auch nicht ganz einverstanden: von meiner Warte aus war der Applaus für Coelho und Licitra in etwa gleich. Und das war für mich an diesem Abend das Schlimmste! Sosehr ich die menschliche Seite der Frau Coelho ( höre ich von allen Seiten, Freunden im Publikum, von Sängerkollegen, etc.)bewundere, die auch bei eisigstem Wind am Zentralfriedhof dem Sarg ihrer Kollegin Boschkova bis zuletzt gefolgt ist, aber mit der Floria Tosca hatte ihre stimmliche Leistung kaum etwas gemein. Es war eine Katastrophe und schlug - soweit man das vergleichen kann - Calleja um Längen!!
So, ich hoffe, ich habe alles "beantwortet"!
Allen verschiedenen Meinungen zum Trotz beste Grüße M.T.

(AW: 881)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
883 Erich Karlsson 19:51:50 09.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler,
ich gestehe Ihnen gerne zu, daß es bei persönlichen Freundschaften immer schwierig ist, ich kenne das aus eigener Erfahrung. Zum einen ist man fast automatisch nachsichtiger, weil man eben weiß: vorgestern war der letzte "Trovatore" sonstwo und was es an vielleicht privaten Problemen gibt. Applaudiert man auch bei einem schlechteren Abend, bzw. wenn das Restpublikum anderer Meinung ist, dann entsteht leicht der Geruch der "Freunderlwirtschaft", tut man es nicht, weil die Leistung halt mal nicht danach war, dann ist eventuell der Künstler beleidigt, eine Wahl zwischen Scylla und Charybdis, bei der man eigentlich immer nur schief liegen kann (es sei denn, das Publikum tobt allgemein ohnehin).
Zu hampson muß ich doch ein bißchen Einspruch einlegen. Das "Original" beim "Simone" sind nicht Gobbi, Cappuccilli, Bruson etc (alle von mir in dieser Partie hochgeschätzt), sondern allein die Partitur. Und da werden Sie beim mitlesen feststellen können, daß Hampson schon sehr genau mit Verdis Vorschriften umgeht, dasselbe war beim Züricher Macbeth der Fall. Daß er vom Timbre und von der Attacke her kein Italienerbariton ist, ist eine andere Sache, da ziehe ich die vorgenannten Herren auch vor, aber er bewältigt die Rollen mit seinen Mitteln höchst intelligent (und solche Pianophrasen im Legato hören Sie bei Gobbi nicht); manchmal - und da setzt meine Kritik an - allerdings zu intelligent, man hört quasi, was er sich dazu alles überlegt hat.
Bei den Puritani scheiden sich natürlich die Geister: Bruststimme bei den Spitzentönen ja oder nein, ihre Begeisterung für Giordani kann ich für das Fach allerdings nicht teilen. Haben Sie den Pirata von der Met gehört? Permanente Intonationsprobleme, weil die Tessitura für die Stimme zu hoch lag, jede Menge Schlampereien bei den kleinen Notenwerten (ich hatte den Klavierauszug dabei), da ist sogar der Miranda Ferraro beim Callas-Mitschnitt genauer gewesen (ich habe hinterher verglichen), obwohl man damals stilistisch das Ganze doch sehr auf frühen Verdi getrimmt hatte.
Die Einwände gegen Calleja bezüglich Timbre etc sind natürlich schwerwiegend, und wenn der Eindruck da ist, daß ein Sänger etwas nicht aus bewußten stilistischen Gründen macht, sondern weil er es anders nicht packt, dann ist das nie gut. Ich werde versuchen, am Samstag irgendiwe etwas im Radio mitzubekommen.
Noch ein Wort zur Anonymität in Foren: die ist inzwischen allgemein üblich, in manchen Foren gibt es nur Alias-Namen (einschließlich zugehöriger Mail-Adresse, die sich problemlos besorgen läßt, schließlich fragt kein PC nach dem Ausweis). Man mag das bedauern, weil es leicht dazu führt, aus dieser Deckung heraus "scharf zu schiessen", man wird es aber andererseits kaum jemand verübeln können, daß er in einer Diskussion um Stimmprobleme, szenische Sichtweisen von Opern und derlei weltbewegende Dinge mehr nicht gleich mit Namen und Hausnummer aufscheinen will, aber ja trotzdem per Mail erreichbar ist.
MfG Erich Karlsson

(AW: 882)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
884 ALTENAER; M.A. 10:22:59 10.03.2004

Debutanten-Stadl

Hoch geschätzter Herr Tanzler!Es freut mich sehr, daß es mir gelungen ist Sie sprachlos zu machen, das dürfte wohl mur wenigen hier gelungen sein ...
Über Hampso im ital. will ich mir kein Urteil erlauben, sein Posa allerdings (in der frz. Fassung) ist nach Fi-Di für mich die überzeugendste Rolleninterpretation der Schallplattengeschichte! Fulminant war sein Werther!!! (Met-Übertragung vor wenigen Jahren), für Bariton durch Massenet selber legitimiert, der transponierte ihn für hampsons Kollegen Ruffo & Battistini.
Schicoff ist und bleibt im frz. Fach unerreicht, auch wenn Sie's nicht hören wollen - schade!

(AW: 882)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
885 unbekannt 12:23:36 10.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler!

Sie mögen zwar ein reines Gewissen haben, dass sie auch ihren Freunden gegenüber kritisch sind. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass sie ihre Kritik hier viel freundlicher äussern, als bei Sängern, die sie nicht mögen. Als Beispiel wähle ich Ines Salazar, deren Stimme innerhalb weniger Jahre ein Trümmerhaufen geworden ist schon im Mai größte Probleme mit der Tosca hatte, weil sie vor allem keine Phrasierung mehr zusammenbrachte. Sie bekamm dennoch eine gute Kritik. Inzwischen wurde sie von der MET aufgrund ihrer schrecklichen stimmlichen Verfassung gefeuert.
Frau Coelho hat natürlich kein annähernd so schönes Material wie Salazar, aber sie kann doch singen (auch wenn die Stimme teilweise verbraucht ist) und vor allem, sie kann die Rolle auch musikalisch gestalten, Timbre hin Timbre her! Da hatte Frau Salazar mit der Floria Tosca vor Jahresfrist noch weniger gemein...

Beste Grüße

(AW: 882)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
886 Michael Tanzler 15:31:17 10.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Karlsson!Sehr geehrter Herr Altenaer! Liebe(r) Unbekannte(r)!
Sie treffen es genau am Punkt: "zu intelligent" ist Herr Hampson! Er macht sich - gleich wie die meisten Regisseure , diesen Seitenhieb kann ich mir einfach nicht verkneifen - zu viele Gedanken! Und das halte ich für falsch! Zum "Original" ( oder was wir, ich, etc. dafür halten) von Verdi gehört auch die "TRadition", die schon während Verdis Lebzeiten - und von ihm gehört - begonnen hat. Vor allem gehört dazu eines: Passione, cuore, fuoco, voce, etc. und keineswegs piano-Gesäusel und Intellekt! Darum finde ich auch Fischer Dieskau (ein großartiger, von mir verehrter Künstler) bei Verdi schrecklich! Erstaunlicherweise ( für mich) hat mir Hampsons "Tell" ganz gut gefallen, den Posa in Wien fand ich entsetzlich, abgesehen vom stimmlichen war er mir zu homophil angelegt.
Begeistert hat mich Giordani auch nicht in den "Puritani", um das zurecht zu rücken, nur bevorzuge ich ihn gegenüber Calleja.
Und im französischen Fach ist wenn - denn ich sage das ungern, weil eigentlich nicht realistisch meßbar - unerreicht, dann Alfredo Kraus!
Aufs Schärfste zurückweisen muß ich den Vergleich Coelho - Salazar! Das größte Manko von Salazar bei ihren letzten Wiener Auftritten war das stark reduzierte Stimmvolumen, dazu ihre Tendenz zuviel im piano zu singen ( was vom Dirigenten (Luisi) ihr gegenüber besonders gelobt wurde!!, beim "Ballo" davor hatte ihr Sutej geraten insgesamt mehr zu geben, den Lautstärkepegel anzuheben),die Eleganz der Gestaltung, "buon gusto" waren nach´wie vor vorhanden. Über die unterschiedlichsten Stimmen und Ausdrucksarten der Frau Coelho ins Detail zu gehen verbietet mir der Respekt.
Beste Grüße M.T.

(AW: 885)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
887 unbekannt 16:28:10 10.03.2004

Debutanten-Stadl

...das ist dann Geschmackssache, denn Frau Salazar brachte als Tosca auch nicht mehr als 4 verschiedene Stimmen in den diversen Lagen, keine Linie aber viel Gesäusel und schrille forcierte hohe Töne... ob das Coelho vorzuziehen ist bezweifle ich zumindest für mich.

(AW: 886)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
888 ALTENAER; M.A. 16:47:05 10.03.2004

Debutanten-Stadl

Verehrter Herr Tanzler!
Mit Kraus rennen Sie bei mir offene Türen, wenn nicht gar Tore ein; aber: Kraus als Eleazar ? - Er war klug genug diese Partie nicht in sein Repertoire aufzunehmen, meines Erachtens hat er selbst die große Arie nie gesungen, zumindest nie eingespielt. Im Vergleich dazu Shicoff als Nadir, hat dieser sich auch nie angetan. Allerdings könnte ich ihn mir sehr gut in Meyerbeer-Opern vorstellen, Prophet oder Hugenotten.
MfG
Altenaer, M.A.

(AW: 886)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
889 Erich Karlsson 20:25:09 10.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler,
"zuviel" Gedanken kann man sich als ernsthafter Künstler gar nicht machen, sonst ist man nämlich keiner! Auch ein Renato Bruson dürfte ähnlich tiefgehend sein, nur daß sie bei dem das "was ich mir dabei gedacht habe" nicht so direkt hören wie bei Hampson (was mir bei vielen Italiener-Partien auch lieber ist, weil die Figuren keinen intellektuellen Zuschnitt haben).
Und cuore, fuoco, Leidenschaft in allen Ehren, die gehören schon auch dazu, aber auch das genaue Einhalten der dynamischen Vorschriften, da war Verdi schon penibel (wozu schreiben Komponisten soetwas sonst auch hinein?). So hat er beim "Celeste Aida" auf dem Piano-B am Schluß bestanden und für Sänger, die das nicht können, eine Alternativ-Variante geschrieben. Statt das aber nun auf die zurückgegriffen wird (ich kenne sie nur von Tucker in der Toscanini-Aufnahme) singen 99% der Tenöre im Forte, weil sie es nicht im Piano können (wäre also im Prinzip anders herum genau das selbe wie bei Calleja) - und werden dafür auch noch bejubelt! Bergonzi soll deswegen ja nicht mehr in Parma aufgetreten sein, weil er nach dem korrekten Piano Zischer von irgendwelchen "Stimmfetischisten" bekam, die damit ja eigentlich nur ihre Nichtkenntnis der Partitur demonstriert hätten.
MfG Erich Karlsson

(AW: 886)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
891 Michael Tanzler 10:47:52 11.03.2004

Debutanten-Stadl

Zu mehr als dreiviertel stimme ich auch diesmal mit Ihnen überein. Nur hat - laut meiner Quellen - Verdi sehr wohl in seinen Partituren geschriebenes noch zu Lebzeiten anders akzeptiert, das ist das Einzige, wo ich da anderer Meinung , ja , auch bei den zu vielen Gedanken , darauf kann ich, wie ja ohnedies schon geschrieben verzichten. Mir ist es lieber es erfaßt jemand mit dem Gefühl und nicht mit dem Verstand. Betreffend der "Celeste Aida" ist es wirklich ein Jammer, dáß das niemand mehr probiert!
Freue mich über Ihre Kraus-Verehrung, Herr Altenaer, war wirklich gut, daß Kraus den Eleazar nicht gesungen hat - der war der wahre Meister im Auswählen seiner Partien!
In diesem Sinne beste Grüße nach Hamburg und ??
M.T.

(AW: 889)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
892 Opernfreund 21:04:14 11.03.2004

Debutanten-Stadl

Das Pianoende von "Celeste Aida" wird hin und wieder auch von Sergei Larin gesungen. In der englischsprachigen Chandos-Aufnahme (mit Jane Eaglen als Aida) singt auch Dennis O' Neill das Pianofinale.

Hochachtungsvoll.

(AW: 891)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
893 Erich Karlsson 23:43:03 11.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler,
Ihre Quellen sind da schon richtig, Verdi hat im Einzelfall auch anderes akzeptiert, und wenn jemand das, so er es denn kann!, heute so singt, dann finde ich das bei den entsprechenden Stellen auch in Ordnung; also nichts gegen Bonisollis Stretta mit den zwei Cs, die Verdi einem Tenor (mir ist der Name entfallen) genehmigt hatte. Ich glaube aber nicht, daß Verdi jetzt begeistert wäre, wenn er das Stück, wie inzwischen zu 90% üblich, in H-Dur oder sogar B-Dur zu hören bekäme, nur damit der Herr Tenor zwei hohe Töne singen kann, die er in der Originaltonart nicht hätte. Das wirklich ärgerliche für mich aber sind dabei zwei Dinge: zum einen, daß ein Tenor, der heutzutage das singen würde, was in den Noten steht (also C-Dur, die Einwürfe während des Chorschlusses, aber eben kein endloses "all'armi" - wie Licitra bei Muti z.B.) bei einem Großteil des Publikums höchstwahrscheinlich als der Depp darstehen würde; zum anderen - und vielleicht bin ich deswegen in dieser Hinsicht so penibel geworden - weil unter dem Deckmantel von "Tradition" und "Italianitá" häufig ganz einfach gewaltig geschlampt worden ist, ein Mißbrauch der Begriffe also.
Was das Vorziehen von "Verstand" oder "Gefühl" angeht, so ist das letztlich wahrscheinlich eine persönliche Angelegenheit und vielleicht auch eine Frage der Mentalität (wir sind hier oben ein ganzes Stück weiter von Italien weg), insofern also kein Punkt zum "streiten". Aber wo wir hier gerade Alfredo Kraus hatten, eine der ganz großen Ausnahmeerscheinungen der letzten 50 Jahre, noch ein paar persönliche Anmerkungen. Kraus war einer der intelligentesten Sänger, die ich je erlebt habe, und einer der seine gesamte Phrasierung genau durchdenkensten dazu (er hat ja selbst sehr viel Wert auf seinen quasi "wissenschaftlichen" Umgang mit seiner Stimme gelegt). Und doch ist er uns nicht als "Intellektueller" in Erinnerung, sondern als einer, der das Gefühl angesprochen hat. Ähnliches gilt für Bergonzi, Gedda, Bruson. Die kann man alle sehr analytisch hören und wird voller Bewunderung für das sein, was dahintersteht. Man kann sich aber auch einfach nur "hineinsetzen" und es schön finden. Ich glaube, das ist der Trick dabei (und den beherrschen nur die wirklich Großen): es voll mit dem Verstand zu durchdringen und es für das Publikum so erscheinen zu lassen, als sei es zu 100% Gefühl. Wer nur mit dem Gefühl erfaßt und sich darin auf der Bühne verliert, der riskiert auf Dauer die Stimme (siehe di Stefano), Singen ist ja erst einmal Handwerk, und da braucht es, wie bei jedem anderen "Lehrberuf" auch, schon den Verstand. Ich zumindest kann Dinge nicht umsetzen, wenn ich nicht verstanden habe, wie sie funktionieren.
In diesem Sinne mit besten Grüßen nach Wien
Erich Karlsson

(AW: 891)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
894 Michael Tanzler 09:52:26 12.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Karlsson!
Sie schreiben mir diesmal fast "aus der Seele", wie es so schön heißt und Dinge, die ich nicht oder nur schlecht ausdrücken konnte! Das Kraus-Beispiel ist wunderbar und trifft es auf den Punkt - der Idealfall! Stehen jedoch zwei zur Auswahl, die entweder "nur" "passione" oder "nur" "Intellekt" haben, würde ich ( im italienischen Fach zumindestens) ersteren wählen.Aber das fällt wirklich schon zu einem großen Prozentsatz unter das Kapitel "Geschmacksfrage" ! Trotzdem sind für mich Attribute wie "der beste Simone, den ich je gehört habe" ( Hampson in Wien) absolut unverständlich! Noch da´zu, wenn das Leute sagen, die vor etwa 12, 15 Jahren Bruson, Taddei und Cappuccilli gehört haben! Wie diese Dinge "ausgelöscht" werden können ist mir völlig unerklärbar!
Auch bezüglich der "Stretta" stimme ich Ihnen vollinhaltlich zu! (Ignacio Encinas beispielsweise singt praktisch immer alle Einwürfe und trotzdem ein "C")Diese Transponiererei lehne ich überhaupt ab.
Ich freue mich, daß wir in letzter Zeit soviel Übereinstimmung gefunden haben - was nicht heißen soll, daß wir nicht schon morgen wieder völlig divergierender Meinung sein können. In "Grundsatzfragen" (natürlich ein sehr subjektiver Ausdruck - und wenn ich die mit Flamme und Schwert vertrete heißt das noch lange nicht, daß sie in meiner Interpretation objektiv richtig sind , das weiß ich trotz meiner Attacken sehr wohl!)bin ich sehr kämpferisch und kompromißlos.
In diesem Sinne beste Grüße nach Hamburg, wo ich zuletzt im Sommer nicht in der Oper, sondern in der AOL -Arena war, M.T.

(AW: 893)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
895 ALTENAER; M.A. 11:53:54 12.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler!
Die von Ihnen angeführten Baritone gehören auch zu meinen (ital.) Favoriten, wenn wir nicht noch weiter zurückgehen möchten: Ruffo, Battistini, Lisitzian etc. etc. - Bruson gehört für mich allerdings nur bedingt dazu, Geschmackssache. Aber bringen diese Vergleiche wirklich etwas in der Diskussion um aktuelle Aufführungen? Es heißt doch nicht unbedingt die Leistungen der ehrwürdigen Alt-Meister zu schmälern oder gar in Frage zu stellen, wenn man auch die Leistungen der jungen Garde würdigt. Es gibt (für mich)nichts schlimmeres als in den alten Zeiten verhaftet zu sein: wir haben in Düsseldorf eine Gruppe, die jede tenorale Leistung eines heutigen (Wagner)Tenors nach der Meßlatte Hans Hopf beurteilen, mit den Zusätzen: ja das Hänschen hat die Wälse-Rufe aber ganz anders gehalten und gergl. mehr; das kann es doch nicht sein, oder?
Womit ich Sie nicht auf dieses Niveau bringen will, sind ihre Beiträge und Anmerkungen dahingehend zumindest fundiert.
Es grüßt vom Rhein aus Düsseldorf, herzlichst
Dirk Altenaer, M.A.

(AW: 894)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
896 Michael Tanzler 12:32:45 12.03.2004

Debutanten-Stadl

Vielen Dank für Ihre Rosen! Es stimmt, nur immer in der Vergangenheit zu leben bringt auch nichts. Was mir nur mißfällt ist diese Nivellierung - meines Erachtens nach unten, und das anpreisen des allzu glatten, austauschbaren! Sie haben recht, es gibt eine ganze Menge junger - oder zumindest jüngerer Sänger, die ausgezeichnet sind. Allerdings finde ich die immer mehr an kleineren Häusern - was uns an "Stars" in den größten Theatern vorgesetzt wird, kann ich kaum goutieren. Im Fall der ital. Baritone hörte ich etwa in Trento einen hervorragenden "Simone" von Mastromarino, im Oktober in Treviso einen ausgezeichneten "Nabucco" von Ivan Inverardi, auch Gazale, Vitelli sind sehr gut.
Beste Grüße nach Düsseldorf - Michael Tanzler

(AW: 895)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
897 ALTENAER; M.A. 12:54:21 12.03.2004

Debutanten-Stadl

Da geh ich mit Ihnen wirklich in allem d'accord! Aber wer macht denn die Stars, und wer maßt sich an, diesen vermeintlichen als solchen zu benennen? Im Juni gibt Frau Gruberova in Düsseldorf ein Gala-Konzert, wenn sie es sich nicht noch anders überlegt, schön, und für eigene Produktionen ist dann kein Geld mehr da, letzte Spielzeit gab's noch so eine Farce: Eine Gala-Salome mit Kollo und Inga Nielsen, letztere sang vor gar nicht allzu langer Zeit noch im Düsseldorfer Ensemble und war eine unter vielen - und Kollo war dermaßen indisponiert und stand neben der Rolle, daß er seinen Auftritt mit den Worten begann: Wo bleibt Elektra ? (SIC!!!)
Da fahre ich wirklich lieber an die vielen kleinen Häuser NRW's - deren haben wir ja zu genüge - und genieße einen Rosenkavalier in Münster oder einen Rossini-Zyklus in Wuppertal mit grandiosen jungen Leuten oder Parsifal in Gelsenkirchen (die Kombination gäbe einen schönen Donizetti oder Rossini Titel).
Simone in Trento hört sich ja interessant an, wußte gar nicht, daß es dort ein Opernhaus gibt. Wann ist denn da Stagione?
Beste Grüße - Dirk Altenaer

(AW: 896)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
898 martin 18:17:37 12.03.2004

Debutanten-Stadl

Wie ist die von H. Karlsson erwähnte, unbekannte, aber von Verdi selbst erstellte
Version der "Celeste Aida" für
Tenöre, welche die Arie nicht im Pianissimo beenden kommen?

(AW: 897)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
899 Erich Karlsson 22:03:34 12.03.2004

Debutanten-Stadl

Den Schlußaufgang zum hohen B im Forte anstatt im Piano und danach eine Oktave tiefer auf dem mittleren b noch einmal "in questo sol" im Piano.

(AW: 898)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
900 martin 08:02:43 13.03.2004

Debutanten-Stadl

Danke, dem H. Karlsson für die Auskunft. Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, sang
vor etwa 10 Jahren Domingo an der Met diese Version, weil ich damals ganz erstaunt war
was er da singt.

(AW: 899)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
903 Michael Tanzler 10:51:32 15.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Altenaer!
War nun einige Tage weg, daher meine verspätete Antwort. In Trento gibt es eine kurze Stagione (drei, vier Werke im Oktober/November/Dezember). Sinnvollerweise gibt es meistens eine Eigenproduktion, die dann auch auf Reisen geht, und der Rest kommt von anderen Häusern: letztes Jahr kam etwa "Nabucco" aus Rovigo. Als ich das einzige Mal dort war, wurde noch im Auditorium Santa Chiara ( einem modernen Theaterraum) gespielt, nun ist zwischenzeitlich die Renovation des (alten) "Teatro Sociale" abgeschlossen,und es wird dort gespielt. Bin selber sehr neugierig drauf. Die Stadt ist - und liegt - ja sehr schön, die Leute vom Theater sehr freundlich und hifsbereit. Sehr viele "Schlachtenbummler" aus dem Ausland kommen ja dort für Oper nicht hin...! Beste Grüße M.T.

(AW: 900)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
905 ALTENAER; M.A. 13:01:58 15.03.2004

Debutanten-Stadl

Sehr geehrter Herr Tanzler!
Danke für den Tipp, vielleicht kann man da ja mal im Herbst hinfahren.
Hatte am Samstag ein recht unbefriedigendes Opernerlebnis in Essen: Cavalleria/Bajazzo. Wobei sich Regisseur Joosten den Gag erlaubte die Cavalleria als Probe für den Bajazzo zu inszenieren. Die Sängfer mäßig, vor allem im Bajazzo durchweg unter Niveau - ein ansprechendes Dirigat kann da auch nichts reißen ...
Beste Grüße
D.A.

(AW: 903)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px
910 Michael Tanzler 13:35:34 15.03.2004

Debutanten-Stadl

Höchst interessant!Danke für die Information! "Gelungen, spannend, gut durchdacht", ein sensationeller Opernabend, meint Herr Bilsing unter "Kritiken". Dachte mir ja gleich, daß dessen Rezensionen mit Vorsicht zu genießen sind!
Beste Grüße M.T.

(AW: 905)

1px
Bullet_Black
1px Drucken
1px

AW: ID, der Nachricht, auf welche geantwortet wurde.

Für die Beiträge ist der jeweilige Verfasser verantwortlich.
Moderator des Forums ist Anton Cupak

 

 

1px © 2009 DER NEUE MERKER - 3960227 Besucher - Hosted by KingBill Rechnungen
1px
Bullet_White
1px Seitenanfang 1px