Stadttheater Baden: "TAUSEND UND EINE NACHT" von Johann Strauß. Premiere 15.12.2012
Wiens Walzerkönig Johann Strauß hatte fast immer ein Gespür für den aktuellen Publikumsgeschmack, was ihm seinen grandiosen Erfolg schon zu Lebzeiten sicherte. Nur bei der Auswahl seiner Librettisten für Bühnenwerke griff er mehr als einmal daneben. So auch bei seiner allerersten Operette des Jahres 1871 mit dem Titel „Indigo und die vierzig Räuber“, zu der Maximilian Steiner die Textvorlage geliefert hatte. Die zahlreichen Überarbeitungen machten die Sache auch nicht besser, auch nicht die nach dem Tod von Johann Strauß erarbeitete Neufassung des Jahres 1906 auf der Grundlage des neuen Textbuches von Leo Stein und Carl Landau mit dem Titel „Tausend und eine Nacht“.Die Geschichte des Sultans Suleiman, der nach einer Europareise an seinem orientalischen Hof Reformen durchsetzen möchte (allen voran die Abschaffung der Vielweiberei) und seiner Liebe zu Leila, der Nichte des Magiers Ormuz, die diese Liebe nur erwidern möchte, wenn der Sultan alle anderen verstößt, ist auch heute nicht der große Bühnenhit. Daran ändert auch das obligate Buffopaar (der Sekretär des Sultans, der aus Wien die junge Wally mitgebracht hat) nicht viel. Eine obskure Verwechslungsmaskerade stellt sich nur als Märchen heraus und der Sultan kann am Ende seine Leila heiraten.
Aber diese Musik! Eine Melodie zündet mehr als die andere, grandiose Duette und Ensembles, dazu Strauß-Walzer als Grundlage für temporeiche und wunderbare Balletteinlagen. Besonders gelungen: die Europareise mit Dudelsack und Frühlingsstimmenwalzer. Die Inszenierung Christa Ertls, die ja vom Ballett kommt, verzichtet auf alle Mätzchen und verlässt sich auf die Kraft der Musik, manchmal gefährlich in der Nähe von reinem Stehtheater. Manfred Wabas konservatives Bühnenbild und die Kostüme Gerlinde Brendingers, die doch allzu sehr in den orientalischen Klischees verhaftet blieben, bilden das solide Gerüst, die Tanz-Choreographie von Michael Kropf das Zuckerhäubchen für diesen Abend.
Das größte Lob gibt es für die musikalische Leitung durch Franz Josef Breznik, der mit dem hochmotivierten Stadttheater-Orchester die richtige Sprache für Johann Strauß fand und auch alle Ensembles perfekt einstudierte. Katja Reichert fühlte sich als Fellachen-Mädchen Leila auch bei den allerhöchsten Tönen wohl, zarte piano-Stellen berührten nicht nur ihren Geliebten, sondern auch die Besucher. Der bewährte Tenor Matjaz Stopinšek ging da schon handfester zur Sache, aber seine Bühnenpräsenz war unbestritten. Andreas Sauerzapf (Sekretär Edin) und Katrin Fuchs (Wally) wirbelten durch die Handlung, auch Josef Forstners Magier konnte trotz Libretto-bedingter Seichtheit der Texte punkten. Mehr Feuer hätte man sich hingegen von Beppo Binders Haremswächter erwartet, während Ingrid Habermann als überwuzelte Zoraide positiv überraschte.
Dass diese Premiere nicht der ganz große Triumph wurde, war wohl auf das doch grenzwertige Buch zurückzuführen, wer aber nicht nur beim Neujahrskonzert sich an den wienerischen Melodien mit orientalischen Variationen erfreuen möchte, der ist im Stadttheater Baden bestens aufgehoben.
Ernst Kopica
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"ich wußte nicht was Wahnsinn ist, bis jetzt" - Berthold Goldschmidt: Beatrice Cenci - Theater Dortmund, Premiere: 26. Mai 2012
Was für ein Plot: Orgien, Blasphemie, Inzest, Kinds- und Vatermord, Folter und öffentliche Hinrichtung unter zynischer Billigung des korrupten Klerus. Was hätte ein veristischer Komponist, was hätte der Lehrmeister Berthold Goldschmidts - Franz Schreker - aus dieser Vorgabe - einer der dunkelsten Kapitel der italienischen Renaissance, um den tyrannischen Grafen Cenci - gemacht? Goldschmidt legt sich in seiner zweiten, in London (1949/50) entstandenen, dort hochprämierten, aber nie aufgeführten Oper, ein holdes Bescheiden auf, verbietet sich jede plakative Vordergründigkeit und expressiven Realismus. Das geht so weit, daß er bei der Doppelhinrichtung von Lucrezia und Beatrice, die auf Sentenz des unerbittlichen Papstes öffentlich geköpft werden, sich auf einen orchestralen Tuttischlag nebst Aufschrei der Masse beschränkt; finanzbuchhalterische Aufzählung von Leichen überläßt er seinem Kollegen Francis Poulenc. Goldschmidt (1903-1996) war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Musiklebens der Weimarer Republik ging 1935 ins englische Exil und durfte in den neunziger Jahren des XX. Jahrhunderts noch eine kleine Renaissance seiner Person und seines Oeuvres erleben. In diesem späten kleinen Siegeszug kommt es auch zu den Uraufführungern der "Beatrice Cenci": 1994 erfolgen kurz hintereinander die konzertante UA unter Lothar Zagrosek, die auch auf CD festgehalten wurde und die szenische UA in Magdeburg, danach wurde es bis gestern wieder still um dieses Werk. Es ist der Dortmunder Oper unter Jens Daniel Herzog hoch anzurechnen, diesem Werk noch einmal eine Chance zu geben, angesichts der peinlichen Platzauslastung am Premierenabend, kommt dieses Unterfangen aber einer wahren Sysyphus-Arbeit gleich. Dabei ist diese Oper durchaus "hörbar", kränkelt aber am recht schwachen Libretto von Martin Esslin, das auf das Drama "The Cenci" von Shelley fußt.Die Oper enthält dankbare Rollen im schon "klassischen" Schema: dramatischer Sopran (Beatrice), Tenor als Liebhaber (Orsino), der Vater - Bariton, lyrisch-dramatischer Alt (Lucrezia), Mezzo als Hosenrolle (Bernardo) und der Kardinal in Baßgestalt (Camillo, ein Nachkriegsverwandter Kardinal Brognis) und bietet dank dieser Konstellation Raum für Arien, Ensembles und gewaltige Chorszenen. Natürlich ist das 1949/50 mehr als anachronistisch, doch ist das wirklich ein Hinderungsgrund? Ein weitaus anachronistischeres Werk feiert 1951 an der Scala den Anbeginn seines Siegeszugs über die Weltbühnen: Stravinsky's "The Rake's Progress". Vielleicht ist Godschmidt in seiner Komponierweise zu ruhig, wie schon erwähnt versagt er sich dem plakativ Vordergründigen, sein Werk atmet Stille, wenn auch eine brodelnde, angespannte. Die filigrane Instrumentationstechnik steht der seines Lehrmeisters in nichts nach und mit dem Gefängnisbild gelangt ihm eine Szene, die in ihrer tragischen Schlichtheit zutiefst zu berühren vermag.
Jac van Steen zeichnet das als umsichtiger Sachwalter mit seinen ihm in Präzision und Noblesse folgenden Dortmunder Philharmonikern liebevoll nach, betont die impressionistischen Qualitäten der feingesponnenen Partitur, wozu auch der präzis einstudierte Opernchor des Theaters Dortmund unter der Leitung Granville Wlkers einen nicht unerheblichen Beitrag beisteuerte. Mit Christiane Kohl hat die Dortmunder Oper eine Idealbesetzung der Märtyrerin "Beatrice" im Ensemble. Stolz, gradlinig bis zum Tod wächst Christiane Kohl zur großen Tragödin. Ihr makellos sitzender Sopran mit leicht metallischer Leuchtkraft in den Spitzentönen gepaart mit edeltimprierten runden Tönen in der Tiefe, lassen sie sowohl die dramatischen Stellen als auch die lyrischen, vor allem das elegische Schlaflied in der Kerkerszene, ergreifend gelingen. Ihre Partnerinnen stehen ihr da glänzend zur Seite: Der edle Alt von Katharina Peetz als gütige Lucrezia und der noble Mezzo Ileana Mateescus in der Hosenrolle von Beatricens Bruder Bernardo ergänzten sich zu einem belcantistischen Trio der Spitzenklasse. Als zwielichtiger Kardinal Camillo, dem scheinbaren Vertrauten, fand Christian Sist nach dem Propheten Elias nun eine weitere Glanzrolle als korrupter Vertreter des Klerus. Ebenso Hannes Brock, der als Inquisitionsrichter eine perfid zynische Studie eines verbohrten Fanatikers mit vitriolgeschwängertem Tenor bot. Eine kurze erschütternde Charakterstudie bot Karl Heinz Lehner als gedungener Mörder Marzio. Es bleibt zu hoffen, daß sich der Bassist allmählich sein großes Repertoire zurückerobert. Blaß hingegen Christoph Strehl als feiger Orsini und Andreas Macco als zu einseitig finsterer Graf Cenci, was zum einen an der recht schwach aussgearbeiteten Figur von seiten des Librettos, als auch auf die zu einförmige Personenregie zurückzuführen war.
Doch stand die Regie sowieso unter einem schlechten Stern, da die ursprünglich vorgesehene Regie führende Intendantin des Mannheimer Nationaltheaters Regula Gerber gesundheitsbedingt sich aller Aufgaben entbinden mußte. Es war nun an Johannes Schmid, diese Aufgabe zu bewältigen. Wie weit er ein bereits feststehendes Konzept übernehmen mußte, entzieht sich des Chronisten Kenntnis.
Das Bühnenbild Roland Aeschlimanns wird sich aber seit den Bauproben kaum geändert haben und da lag die Krux der Aufführung. Ein in solcher Belanglosigkeit und Beliebigkeit nichtssagenden Raum, hätte ich mir gerade von dem phantasiereichen Aeschlimann nicht für möglich gehalten. Ein quadratförmiger Trichter soll Tiefe suggerieren, Bedrohung dräut durch einen Strauß herniederfahrender Stelen, der jeweiligen Situation entsprechend be- oder ausgeleuchtet (Lichtgestaltung: Stefan Schmidt). Viel Raum für eine ausgeklügelte Personenregie bietet das nicht, zumindest gelingen Schmid ein paar nette Tableaus. Hilfreicher waren da schon die Kostüme von Andrea Schmidt-Futterer, die edlen Mattglanz prunkener Renaissancekostüme atmeten, aber seltsam verstaubt wirkten, vom Grauschleier der Zeitläufte überzogen. Ein toller Einfall, der die düstere Stimmung des Stücks wiederspiegelte. Die "Happy few" im Zuschauerrund spendeten dankbaren Beifall, bleibt zu hoffen, daß sich das Ereignis dieser seltenen Trouvaille durch Mundpropaganda herumspricht, die Aufführung ist es - zumindest was ihre musikalischen Qualitäten betrifft, wert, besucht zu werden.
Dirk Altenaer
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Chemnitz: "DIE SCHWEIGSAME FRAU" - 6. 5.2012
"Wie schön ist doch die Musik" - und dies zumal, wenn sie so inspiriert und klangschön dargeboten wird wie von der Chemnitzer Robert-Schumann-Philharmonie, die unter der Leitung von FRANK BEERMANN dem altersweisen Richard Strauss nicht das Geringste schuldig blieb. Da breiteten die Streicher den von Herzenswärme kündenden, überzuckertes Sentiment meidenden Passagen einen fein gewobenen Teppich aus, schwelgten Holz und Blech während der prächtigen Buffa-Ensembles in sprühender Spielfreude, sorgte der Dirigent bei Bedarf für ein den Atem verschlagendes, jedoch niemals gehetzt anmutendes Tempo. Bei all dem vergaß man gern, dass die Melodik dieser schweigsamen Dame, wie einmal von Ernst Krause treffend formuliert, eher einem "Strauss zweiter Hand" gleichkommt. Muss allein schon diese orchestrale Leistung als fulminant gewürdigt werden, bot die Aufführung darüber hinaus noch ein weiteres Ereignis - nämlich das einer allen Modernisierungsunarten heutigen Regiegewerbes abholden Inszenierung von GERD HEINZ. Walter Felsenstein, der dem von den Nazis kurz nach der Uraufführung mit einem Verdikt bedachten Opus 1954 an der von ihm geleiteten Komischen Oper endlich die bis dato noch ausstehenden Berliner Weihen angedeihen ließ, wäre von dieser Arbeitsweise ohne Zweifel entzückt gewesen.Bei Gerd Heinz spielt sich das Geschehen, wie vorgegeben, im London des Jahres 1785 ab. Das bis ins Detail genaue und preisverdächtig einfallsreiche Bühnenbild hatte RUDOLF RISCHER entworfen und damit den Akteuren einen im wahrsten Sinne des Wortes zu nutzenden Spielraum geboten, mit dem die historisch getreu nachempfundenen Kostüme KERSTEN PAULSENs wunderbar korrespondierten. Die Regie und das bestens aufgelegte Ensemble bekennen sich unumwunden zum Buffa-Charakter der Oper, verfallen aber glücklicherweise nicht dem häufig anzutreffenden Irrtum, dem mit billigem, plumpen Mätzchen frönenden Klamauk entsprechen zu wollen. Weil der Regisseur weiß, dass wahrer Komik meistens eine tragische Komponente innewohnt, vermeidet er jede Übertreibung, wahrt die humanistische Aussage der "Schweigsamen Frau", die in dem poltrigen Morosus eben keinen Operettentrottel, sondern einen vom Leben gezeichneten, innerlich gutmütigen alten Mann sieht, und die Aminta nicht als leichtfertiges Persönchen denunziert, das mit Wonne einen unterlegenen Partner drangsaliert. Auch Henrys Operntruppe schwört jeglichem Schmierenkomödiantentum ab, brilliert dafür mit fein gezeichneten Typen, wobei GUIBEE YANG und TIINA PENTTINEN von dem ihnen zugestandenen Witz weidlich profitieren und sich die Herren KOUTA RÄSÄNEN, MATTHIAS WINTER und MARTIN GÄBLER gleichfalls in ein günstiges Bild setzen.
Für die Titelpartie war die in Chemnitz bestens bekannte und bewährte JULIA BAUER gewonnen worden, die sich an den Koloraturen der Aminta köstlich delektierte und ganz im Sinne der Aufgabe bei dem bösen Spiel mit dem ihr Angetrauten durchaus schrillerer Töne bediente. Doch selbst dabei schimmerte immer durch, wie sehr sie eigentlich innerlich vor solch argen Attacken zurückschreckt. Den Morosus gab FRANZ HAWLATA, unter den prominenten Bassbaritonen deutscher Zunge nicht der stimmprächtigste, da nimmt sich manches noch etwas ungeschliffen aus, auch wird das tiefe Des eher vorsichtig anvisiert. Aber vielleicht lässt all dies ihn geradezu prädestiniert für den brummigen Seebären erscheinen, den er mit dezenten Mitteln berührend charakterisiert und dessen "Läuterung"dem Sänger überzeugend glückt. Der Henry bereitete dem im lyrischen Fach versierten BERNHARD BERCHTOLD keinerlei Schwierigkeiten, wenngleich ein zusätzliches Quäntchen an tenoralem Schmelz diesen günstigen Eindruck noch vertiefen würde. Einen rechten Luftikus von Barbier, der aus Sevilla nach London geeilt sein könnte, stellte ANDREAS KINDSCHUH auf die Bretter. MONIKA STRAUBEs Haushälterin fügte sich ohne Abstriche in das Geschehen ein.
Ein Wermutstropfen trübt freilich diesen Freudenbecher. Die Inszenierung wird nicht in die neue Spielzeit übernommen. Und das ist im Hinblick auf ihre außerordentliche Qualität jammerschade.
Joachim Weise
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Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“ am Dortmunder Schauspielhaus
Premiere am 14.1.2012
Es gibt in meinem bisherigen langen Kritikerleben nur zwei Produktionen, die ich frisch und fromm von der Leber weg direkt als “gequirlte Scheiße” bewerten würde; das eine war der Ratten-Lohengrin aus den Bayreuther Versuchlaboren von Hans Neuenfels (2010/11), und das zweite ist dieses vorgestern in Dortmund unter der Regie von .... aufgeführte Machwerk nach dem berühmten und wirklich tollen Theaterstück (mittlerweile auch sehr erfolgreich verfilmt!) “Der Gott des Gemetzels” von Yasmina Reza.
Es sind mal gerade erst drei Sätze aufs schlimmste affektiert und künstlich (künstlerisch?) verfremdet gesprochen, da möchte der Kritiker schon panikartig das Schauspielhaus verlassen. Kennen Sie solche Situationen? Sie wissen eines genau: das ist “Scheiße hoch 3″ und wird garantiert nicht besser; sie müssen aber noch 89 Minuten sitzen bleiben, weil man halt gut erzogen ist und sich nicht während der laufenden Vorstellung störend mitten durch die anderen Zuschauer quetschen möchte.
Puh! Jedes gesprochene Wort auf der Bühne wird zum Martyrium, welches sich in den unendlichen Sekunden des zäh springenden Zeigers der Uhr spiegelt. In der Tat: ein Gemetzel. Dabei weiß ich durch den Musenblätter-Redakteur zumindest von Friederike Tiefenbacher, was für eine göttliche Schauspielerin sie wohl ist. Aber auch sie hat keine Chance. Der Versuch zu entfliehen, wenigstens virtuell, indem ich mich in den Sekundenschlaf flüchte, was sonst in jeder Oper gelingt, klappt diesmal nicht, denn mein Hals ist zornesgeschwollen und mein wütend forcierter Puls tendiert gegen 180 – Blutdruck 200. Ich bin in der Stimmung für eine ordentliche Schlägerei. Von Schlafen keine Spur; ich kann mich auch nicht in meinen zumindest körperlich doch vorhandenen Panzer zurückziehen. Keine nahegelegene Notausgangstüre ist in Sicht! Zwei Stunden sind scheints vergangen, doch meine exakt funktionieren Funkarmbanduhr zeigt erst 13 Minuten! Zu diesem Zeitpunkt gehe ich fatalistisch davon aus, daß ich diese Schmiere nicht überleben werde…
Welcher Teufel hat den Regisseur geritten, dessen vor fast genau vor zwei Jahren mit großem Erfolg in Wuppertal aufgeführter “König Lear” allerhöchstes Lob auch der versammelten Kritik bekam, diese landauf, landab vielgespielte und international gefeierte wunderbare Tragikomödie so zu verhunzen, ein derartiges Affentheater mit grimassierenden Darstellern zu inszenieren? Was sollen die dauernden homoerotischen Anspielungen?
Natürlich dachte das Regieteam beim Titel “Gott des Gemetzels” an Antike. Die Griechen hatten bekanntlich viele Götter, denn für alle Phänomene, die sie sich nicht erklären konnten, erfanden sie neue. Einen richtigen “Gott des Gemetzels” gab es vielleicht bei den Inkas – allerdings noch unentdeckt. Wegen des Titels und weil halt keine Zeitsprünge im Stück sind – wir erleben alles in Echtzeit – verwendet Regisseur Marcus Lobbes Symbole griechischer Tragödien: Ein nachlässig umgeworfenes Bett-Tuch ziert als eine Art Toga alle Mitwirkenden. Da bei der griechischen-Tragödie alle Rollen von Männern gespielt wurden, müssen auch hier die Männer Frauenkleidung tragen und sich auf Stöckelschuhen über die Treppen quälen, was dazu führt, daß sie natürlich öfter stolpern und sich hinlegen. Hahahaha… Das ist wirklich urkomisch und das Premierenpublikum schlägt sich unentwegt auf die Schenkel. Man trifft den Publikumsgeschmack. Manche, vor allem Besucher, die das Stück kennen und evtl. den superben Film gesehen haben, schauen allerdings so finster drein wie der Kritiker.
Na klar, die Schuhe sind eine “hochintelligente” Reminiszenz an die klassischen Kothurnen: Männer tragen Stöckelschuhe, Frauen Schuhe mit Tableau-Sohlen; beides wirkt durch Bewegungshemmung wirklich (?) saukomisch – zumindest für einen nicht gerade kleinen Teil der Zuschauer. Jerry Lewis läßt grüßen.
Ich versinke immer tiefer in meinem Theatersessel – was, zugegebener Maßen, bei einer Größe von gut zwei Metern schwer fällt. Gerade versucht eine Schauspielerin sich an einer der vielen von der hohen Decke herunterhängenden Klopapierrollen zu erhängen – jodelnde Begeisterung im Publikum! Die Akteure tun mittlerweile so, als ob sie sich besaufen. Auch diese Sequenzen werden natürlich künstlerisch intellektuell verklärt und verfremdet, indem man sich gegenseitig mit großen Stücken schwarzen Textilbandes verklebt. “Hier noch einen Drink!” – klatsch, ein Stück Klebeband auf die Backe!
Ich schließe die Augen. Aber der seltsam verfremdend deklamierte Text (Man sagt z.B. nicht “unser Junge” sondern “Uuuuuuunseeeeer Juhnggggge!”), die Schauspieler müssen mal schnell mal langsam sprechen, zerhacken den Text, brüllen und grunzen sinnlos, rollen mit den Augen und gehen sich an die Wäsche. Als ich zwischenzeitlich mal wieder die Augen öffne, geht ein Darsteller nicht nur sich, sondern auch dem drei Meter großen Teddybären ans Gemächt. Wo ist der Sinn?
Nur noch 60 Minuten signalisiert meine Uhr nach gefühlten und schmerzlich erduldeten zehn Stunden baren Unfugs.
“Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani…” ich erinnere mich nun mit Freuden an die Lateinstunden vor 50 Jahren und erkenne jetzt endlich den Sinn dieser Auswendiglernerei. Welch wunderbare Ablenkung! Ich versinke mental in Caesar…
…überlebe dieses Schmierentheater. Unmerklich ist es 21 Uhr geworden und das Publikum jubelt plötzlich. Ein paar wenige buhen. Jetzt nur kein Dacapo! Ach Entschuldigung, wir sind ja im Schauspiel.
Als ich dann bei mich vom Tacho ablenkendem brodelndem Zorn (wieviel sind eigentlich zwei Stunden gestohlene Lebenszeit wert?) auf dem Nachhauseweg auf dem Ruhrschnellweg Richtung Düsseldorf auch noch geblitzt werde, ist das Maß voll… Gott vergibt – Kritiker Big P. nie! Wir sehen uns nochmal, Freundchen! Das Dortmunder Theater sieht mich allerdings nie mehr; nicht in diesem Leben! Na vielleicht noch einmal in der Oper…
Für diese Aufführung vergeben wir aus tiefster Überzeugung unsere Zitrone, den Musenblattschuss.
Peter Bilsing
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Oper „Der Tod und das Mädchen“ von Alfons Karl Zwicker. Schweizer Erstaufführung in St. Gallen (Premiere: 17. 9. 2011)
Das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ zählt mit Sicherheit zu den populärsten Werken von Franz Schubert. Die von Gustav Mahler erstellte Fassung für Streichorchester wurde bei den diesjährigen Salzburger Festspielen von den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst aufgeführt und nun kam es im Theater St. Gallen zur Schweizer Erstaufführung der Oper gleichen Namens, in der Schuberts Melodien eine nicht unbedeutende Rolle spielen.Bemerkenswert ist die Entstehung der Oper, die auf dem Drama gleichen Namens des US-chilenischen Schriftstellers Ariel Dorfman basiert und deren Libretto Daniel Fuchs verfasste. Im Jahr 2003 erhielt der 1952 in St. Gallen geborene Komponist Alfons Karl Zwicker von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia einen Kompositionsauftrag und 2004 von der Ernst von Siemens-Musikstiftung einen Förderbeitrag. Die Uraufführung der Oper fand am 4. Dezember 2010 in Dresden- Hellerau statt.
Die Handlung: Paulina wurde als junges Mädchen von einem Arzt mehrmals vergewaltigt und grausam gefoltert, als sie wegen ihres politischen Engagements gegen das totalitäre Regime ihres Landes inhaftiert war. Weil er ihr damals das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ vorspielte, kann Paulina Schuberts Musik nicht mehr von den sie belastenden Erinnerungen trennen. Ihr politischer Mitstreiter und späterer Ehemann Gerardo Esteban, dessen Name sie in den Verhören nie preisgegeben hatte, wird vom Präsidenten seines Landes zwanzig Jahre später mit der Leitung einer Untersuchungskommission zur Aufklärung der früheren Menschenrechtsverletzungen betraut. Als Gerardo am Nachhauseweg von dieser Ernennung bei einer Autopanne an den Arzt Roberto Miranda gerät, der noch am späten Abend überraschend bei den Eheleuten in deren Haus am Meer auftaucht, glaubt Paulina, in ihm ihren damaligen Peiniger wiederzuerkennen. Obwohl sie die Folterungen mit verbundenen Augen über sich ergehen lassen musste, erinnert sie sich an seine Stimme, an seinen Geruch und an seine Vorliebe für die Musik Schuberts und ist fest entschlossen, sich an ihm zu rächen. Roberto nimmt Gerardos Angebot an, über Nacht zu bleiben. Paulina schlägt den schlafenden Roberto bewusstlos und knebelt ihn. Als sie Roberto beschuldigt, ihr Vergewaltiger zu sein, nimmt ihr Ehemann die Position des Anwalts ein und verteidigt den Arzt, der behauptet, Paulina noch nie zuvor gesehen zu haben. Paulina stellt Roberto vor die Alternative: Geständnis oder Tod. Gerardo rät ihm, zu gestehen. Roberto legt sein Geständnis ab, wobei er einen von Paulina absichtlich falsch genannten Namen eines Folterknechts korrigiert. Nun hat sie keinerlei Zweifel mehr.
In entscheidenden Momenten der Handlung stützte sich die feinnervige Musik des Komponisten auf Fragmente des berühmten Streichquartetts „Der Tod und das Mädchen“. Schuberts Klänge wurden in der emotionsgeladenen Partitur Zwickers, die mit extremen Mitteln die einzelnen Szenen der Oper illustriert, allerdings stark verfremdet. Dennoch konnte man sie immer wieder heraushören. Jeder der drei Figuren wurde eine leitmotivische Struktur zugeordnet, wie der Komponist in der Einführung zur Opernpremiere erläuterte.
Nicola Raab, dem Wiener Opernpublikum aus vielen Regiearbeiten an der Wiener Kammeroper und der Neuen Oper Wien gut bekannt, „konzentrierte sich in ihrer Inszenierung auf die zwischenmenschlichen Verstrickungen innerhalb dieser Dreieckskonstellation sowie auf die grundlegende Frage nach dem Verhältnis von Opfer und Täter“, wie sie in einem im ausgezeichnet illustrierten Programmheft abgedruckten Interview berichtet. Sie entschloss sich auch, in der St. Galler Produktion den Arzt von Paulinas Ehemann Gerardo erschießen zu lassen, obwohl das Libretto den Schluss offen lässt.
Für die äußerst karg gehaltene Bühne und für die neuzeitlichen Kostüme zeichnete Alexandra Burgstaller verantwortlich, für die kreative Videographie – sie bot dem Publikum in Filmsequenzen immer wieder düstere Rauchschwaden und Meeresimpressionen an – David Haneke.
Die von den quälenden Erinnerungen gepeinigte Paulina wurde von der kanadischen Mezzosopranistin Frances Pappas sehr eindringlich dargestellt. Ihren Wunsch nach Rache und Selbstjustiz stellte sie kraftvoll und ausdrucksstark auf die Bühne, leider war ihre Wortdeutlichkeit so gering, dass nur Bruchstücke ihres Textes zu verstehen waren. Es war das eindeutig größte Manko dieser an sich fesselnden Aufführung, dass sie ohne Übertitel gezeigt wurde! Gut verständlich hingegen war Andreas Scheibner als Ehemann Gerardo Escobar, der sich mit seinem klaren und kräftigen Bariton auch gegen „ausufernde“ Töne des Orchesters zu behaupten wusste. Dass der Tenor Hans-Jürgen Schöpflin bei geknebeltem Mund kaum hörbar war, lag mehr an der Rolle als an seiner Stimme. In der Darstellung des Arztes Roberto Miranda überzeugte er vor allem durch seine „sprechende“ Mimik. Der auf der Bühne unsichtbar bleibende Chor des Theaters hatte die Klagelaute der Opfer zu vermitteln (Einstudierung: Michael Vogel).
Das in großer Besetzung spielende Sinfonieorchester St. Gallen war im Hintergrund der Bühne positioniert, was einen mystischen Effekt erzielte. Unter der Leitung von Jonathan Stockhammer gab es die exzessive Partitur, die von grausamen Folterklängen der Schlagwerkinstrumente bis zu quälenden Geräuschen der Streicher reichte, bestmöglich wieder. Das von diesem musikalischen Psychodrama begeisterte Publikum würdigte die Leistungen aller Akteure und des Regieteams mit nicht enden wollendem Beifall und feierte besonders den Komponisten Alfons Karl Zwicker und den Textdichter Daniel Fuchs.
Udo Pacolt, Wien – München
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WIEN: GLORIATHEATER: „DER HOFRAT GEIGER“ am 17.9.2011
Ich beginne mit einem Geständnis., ich hatte immer große Einwände gegenüber WALTRAUD HAAS. Ich nehme alles zurück und bitte um Entschuldigung. Sie ist eine solche Vollblutschauspielerin, ein echtes Bühnenviech wie man es selten erlebt, und nur so kann man in nicht mehr jugendlichen Jahren so eine Leistung bringen. Dieses Stück begleitet die Schauspielerin ein Leben, zuerst das junge „Mariandl“, dann die Mutterrolle und nun die „böse Alte“ (die Wirtin Windischgruber, im Film eine komische Männerrolle) die sie mit einem Mut und Humor zum Alterungsprozeß spielt ist bewunderungswert.Das musikalische Lustspiel wurde nach dem Regiekonzept des verstorbenen ERWIN STRAHL von beider Sohn MARCUS STRAHL umgesetzt. Sehr gut die filmische Gestaltung der hektischen Reiseszenen nach Spitz an der Donau, ein sehr gelungener Sleppstick.
In der Titelrolle konnte man sich über KURT SCHREIBMAYER freuen, der nun eine Schiene für feines Boulevardtheater gefunden hat. Gerne erinnert man sich an seine hervorragenden Abenden an der Wiener Volksoper, speziell bei den Werken von Zemlinsky, dem er mit seinem kongenialen Partner Wicus Slabbert an der Seite zu kleinen Sternstunden verhalf. Er spielt den feinen Frauenhelden, der zum verliebten Vater moutiert mit so viel Feingefühl und Charme, der sehr zu Herzen geht. Der Hausherr GERLAD PICHOWETZ ist ein köstlich böhmakelnder Lechner, der auch seine Lieder, sehr musikalisch vorträgt.
DOROTHEA PARTON ist eine sympathische Marianne Mühlhuber, auch sie trägt ihre musikalischen Beiträge, Melodram mit dem Hofrat wunderbar vor. SUSANNA HOHLRIEDER ist ein flottes süßes Mariandl mit kecken Zöpfen. Ihr Hans wird von VALENTIN FRANTSITS ohne Pathos eher resch gespielt. Auch die beiden haben mit der Singerei keine Schwierigkeiten.
Köstlich ROBERT NOTSCH als grobschlachtiger, leicht dümmlicher Sauhändler Pfüller. Ramsenthaler, ein Gast der um sein Goulasch und Bier urgiert war JÜRGEN GRILL.
Wunderschön das Bühnenbild von DIETMAR MATEJCEK, sowie die zum Stück passenden Kostüme von ANNA DORNHOFER.
Auch das Orchester des Gloria Theaters unter HERWIG GRATZER, ein erweitertes Quartett spielte excellent und begleitete alles Singschauspieler perfekt.
Das Theater war voll besetzt, der Applaus länger als in der Staatsoper, der Prinzipal kann sich freuen.
Man kann nur sagen, hingehen und ansehen. Das griechische Lokal vis a vis ist für nachher sehr zu empfehlen. Gute Küche und rasche freundliche Bedienung.
Elena Habermann
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WIEN: Theater Spielraum, Premiere am 16.09.2011 „Jobs“ von Helga Leitner
Es ist leichter, sich krank zu arbeiten, als durch Faulheit die Gesundheit zu verlieren.Harald Porzer 1947
Ein aktuelles Thema, das die Menschen ein Leben lang verfolgt, oft sogar in die Armut und in den Wahnsinn treibt. Ein Thema, das aktueller wohl kaum sein könnte, mit dem sich die Autorin und Schauspielerin Helga LEITNER auseinandergesetzt hat. Hier geht es um die Ausbeutung von Arbeitskräften, die wirtschaftliche Versklavung, um Lohndumping, um betrügerische Unternehmungen, um Jobs die im Grunde genommen Niemand haben will, und sich doch am Ende prostituieren muss, um zumindest die Miete zahlen zu können, oder nicht verhungern zu müssen.
Hier geht es um Jobs, wo man als Tellerwäscher mit Erfahrung, zum Sterben zu viel, und zum Leben zu wenig hat, und wo Menschen mit akademischer Ausbildung überqualifiziert, für gewöhnliche Arbeit untauglich, und aus dem normalen Arbeitsbereich ausgeschlossen werden.
Eine Lehrerin, gespielt von Andrea NITSCHE und eine arbeitslose Schauspielerin, gespielt von Petra JEUP können ein Lied davon singen,
wenn sie die täglichen Zeitungsinserate studieren, wo die meisten Angebote gleich in den Papierkorb landen, weil sie entweder so schlecht bezahlt, oder auf prozentuelle Basis im Ernährungs- und Wellnessbereich den großen Erfolg versprechen, der doch mehr einer Illusion als der Realität entspricht. Mit derartigen dubiosen Erfolgsversprechungen werden gerade Arbeitslose nicht nur für dumm verkauft, sondern geraten meistens noch mehr in die Schuldenfalle. Da wäre vielleicht noch der Job bei einer Sexhotline, doch wie verwerflich, nein, und so tief wollen unsere verzweifelten arbeitsuchenden Damen doch nicht sinken. Da könnte man doch gleich auf den Strich gehen, so unsere arbeitslose Schauspielerin, die nicht einmal mehr die Stromrechnung bezahlen kann.
Die Lehrerin, momentan als Klinkenputzerin tätig, ist ebenso deprimiert, und hat schon alle Hoffnungen verloren, überhaupt noch einen Job als
Lehrerin zu finden. Nun, selbes Leid – geteiltes Leid! Und so freunden sich beide miteinander an, die arbeitslose Schauspielerin und Lehrerin. Sie versuchen sich gegenseitig Mut zu machen, teilen die schmale Kost miteinander, leben in einer Wohngemeinschaft, und wollen sich noch lange
nicht unterkriegen lassen.
Gemeinsam jobben sie als Serviererinnen in einem Bierlokal, werden dort als Arbeitskraft bis zur Erschöpfung ausgebeutet, und das zu einem geringen Lohn, der gerade einmal zum überleben reicht. Und doch gelingt es den Beiden, zwar nur kurz aus der arbeitlosen Misere herauszukommen. Unsere Schauspielerin bekommt ein Engagement an einem Provinztheater, und auch die Aussicht auf eine Lehrstelle für die Freundin klingt vielversprechend.
Doch am Ende landen sie dort, wo sie bereits schon einmal begonnen haben. Der ewige Teufelskreis einer ständig arbeitsuchenden Gesellschaft, und die ewige Angst seinen Job zu verlieren. Eine grausame, und vor allen Dingen widersprüchliche Welt, wo auf Grund der kapitalistischen Industrialisierung die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.
Ein durchaus auch mahnendes Stück von Helga LEITNER, das einen nachdenklich macht und unter die Haut geht. Eine Ironie des Schicksals, mit einigen humorvollen Floskeln von Günther V. WLACH in Szene gesetzt.
Doch wer kann schon lachen darüber, wenn es einen vielleicht früh oder später selbst betrifft. Wo der bürokratische Mechanismus eines Staates einfach nicht mehr funktioniert, weil sowieso schon alles drunter und drüber in dieser Welt geht, und weil Arbeitslose gesellschaftlich nicht nur zu den Ausgestoßenen zählen, sondern ebenso ein gutes Kanonenfutter für den nächsten Krieg bedeuten.
Bedauerlich, das solche Stücke zu wenig propagiert, und nur in einigen Vorstellungen zu sehen sind. Aber wer will sich schon in unserer heutigen Spaßgesellschaft, mit der nackten Realität auseinandersetzen?
Überzeugend wurde die Thematik von den zwei Schauspielerinnen und der Regie herübergebracht, und so kämpfen wir eben weiter, bis man unseren Schrei nach Gerechtigkeit endlich Gehör schenkt.
Manuela Miebach



